Divisional Playoffs 2018/19 – Sonntagsvorschauer

In New England ist alles so wie immer, nur die Narrative der Außenstehenden ändern sich. Nachdem vor ziemlich genau einem Jahr der gesamte Patriots-Komplex angeblich bereits implodiert war, konnten die Medien in dieser Saison zwei Gänge runterschalten und Brady-wird-alt-Geschichten schreiben. Gab ja auch genügend andere coole Stories in dieser Saison. Nach dem Tageslichtspiel um 19.05Uhr wird ab 22.40Uhr zum Beispiel die Story des letzten Jahres weitergeschrieben. Weiterlesen

NFC Wild-Card Preview 2018/19

Playoff-Football!

Einmal in der Halle – aber einmal auch in der Kälte: die NFC Wild-Card Playoffs 2018. Korsakoffs Schottenheimer-Allergie hat zur Schreibblockade geführt, darum übernehme ich das hier. Die Preview auf die beiden Spiele der AFC gibts hier. Im Folgenden die NFC: Das Tony-Romo-Gedächtnisspiel Seattle@Dallas und die Knochenbrecher aus Chicago gegen den Super-Bowl-MVP. Weiterlesen

NFL 2016, Divisional Playoffs: Previews Sonntag

Achtung: das Spiel in Kansas City wurden aufgrund des Wetters von 19.00Uhr auf 02.20Uhr verschoben. Während es im ersten Spiel zu einem Klassiker in Wohlfühlatmosphäre kommt, wird es in KC wohl regnen und stürmen. Weiterlesen

Vorschau AFC Championship Game 2015/16: New England Patriots @ Denver Broncos

Championship Weekend!

Manning v Brady XVII! Das fünfte AFC Championship Game in Folge in für diese Patriots!! Das zehnte AFC Championship Game für die Belly-Brady-Combo!!!

Das Internet ist schon voll mit Stories zu diesen Storylines; in diesem Eintrag mehr zu strategischen Entscheidungen und Match-ups im diesjährigen AFC Championship Game New England Patriots (13-4, #2 Seed) @ Denver Broncos (13-4, #1 Seed), Kickoff 21.05Uhr. Bei den üblichen Verdächtigen CBS (mit Nantz/Simms), ran.de/Sat1 und PULS4. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16: Green Bay Packers @ Arizona Cardinals

Divisional Playoffs,Runde Zwo heute abend, NFC Edition: Green Bay Packers (11-6, #5 Seed) @ Arizona Cardinals (13-3, #2 Seed), Kickoff 02.15Uhr. Bei NBC mit Al Michaels und Cris Colinsworth; In Deutschland und Österreich bei Sat.1/ran.de und PULS4. Weiterlesen

Preview Divsional Playoffs: Cowboys@Packers; Colts@Broncos

Aaron Rodgers, Tony Romo, Andrew Luck und Peyton Manning: endlich lohnt es sich mal wirklich, die „It’s a passing league!“ -storyline zu fahren. Um 19.00Uhr kabbeln sich Tony Romo und seine Dallas Cowboys (13-4) mit Aaron Rodgers‘ Green Bay Packers (12-4) [auf FOX mit Buck/Aikman; auch auf Deutsch im livestream auf ran.de], bevor um 22.40Uhr Andrew Luck und seine Indianapolis Colts (12-5) ihrem ehemals Großen Vorsitzenden begegnen: Peyton Manning mit seinen Denver Broncos (12-4) [Auf CBS mit Nantz/Simms; im livestream auf ran.de und ab 23.15Uhr auch bei Sat.1 mit Buschmann/Stecker(?)]. Weiterlesen

Preview Divisional Playoffs: Carolina Panthers @ Seattle Seahawks

Zum zweite Spiel heute abend um 02.15Uhr auf FOX mit Kevin Burkhardt, John Lynch und Pam Oliver (und ab 01.35Uhr auch auf Sat.1, mit Buschmann & Stecker, I guess) empfangen die Seattle Seahawks (12-4) die Carolina Panthers (8-8-1). Die Hawks mit dem 12th man im Rücken sind klarere Favorit, aber die Panthers sind so etwas wie ihre kleine Schwester: sehr ähnlich, aber eben kleiner. Weiterlesen

Preview Divisional Playoffs 2014/15 – Baltimore Ravens @ New England Patriots

Playoff-Football!

Es ist das schönste Wochenende des Jahres: zwei Tage, vier Spiele, acht Mannschaften und 16 Zigaretten für den Patriots-Fan gleich zu Beginn des ganzen Buheis. Mit dem Abpfiff der Regular Season Ende Dezember waren sich so gut wie alle Fans darin einig, daß die Baltimore Ravens (11-6) das gefährlichste mögliche match-up für ihre New England Patriots (12-4) sind. Warum? Weiterlesen

Preview Wildcard Playoffs – Baltimore Ravens @ Pittsburgh Steelers

Sie war für lange Zeit die hardest hitting rivalry in football. In letzter Zeit hat sie ihren großen Glanz verloren. Aber ein Playoffspiel unter Flutlicht ist die beste Möglichkeit für die Pittsburgh Steelers (11-5) und die Baltimore Ravens (10-6) etwas für den guten Ruf zu tun. Nachdem San Francisco keinen Harbaugh mehr hat, ist der Platz der besten rivalry zur Zeit vakant. Weiterlesen

Preview Wildcard Playoffs – Arizona Cardinals @ Carolina Panthers

Playoff-Football!

Zum Auftakt der diesjährigen Playoffs humpeln die angeschlagenen Arizona Cardinals (11-5) zu den seit November ungeschlagenen Carolina Panthers (7-8-1). Es ist auch das Duell der Coaches of the Years 2011 und 2012, Arizonas Bruce Arians und Carolinas Riverboat Ron Rivera. Und trotzdem wird es hier nicht zwei gut geölte Maschinen zu sehen geben, sondern zwei Teams mit großen Schwachstellen. Weiterlesen

Vorschau NFL Wild Card Playoffs 2011/12: Falcons/Giants, Steelers/Broncos

Atlanta Falcons (10-6) @ New York Giants (9-7)

[Sonntag 19.00Uhr, kommentiert auf FOX von Joe Buck und Troy Aikman]

Die New York Giants haben es mal wieder geschafft, nach achterbahnmäßigen Auf und Ab dann doch wieder in die Playoffs zu kommen. Es gab ein paar tolle Siege (vs New England, Philadelphia), einige Einbrüche (z.B. gegen New Orleans), großartige Comebacks (vs Dallas), völlig unerklärliche Niederlagen (vs Seattle) und abgerundet wurde die ganze Saison durch fünf aufeinanderfolgende Niederlagen im November und Dezember. Mit drei Siegen in den letzten vier Spielen kommt man jetzt aber heiß und mit momentum in die Playoffs. Bei den Giants ist das Auf und Ab und andere Aufregung mittlerweile schon zur Tradition unter Head Coach Tom Coughlin geworden. Mal schießt sich der Nr. 1 WR in den Fuß, dann will der RB einen Fan verprügeln oder er beleidigt Rex Ryan mitten im Stadion; Eli wird mal auf eine Stufe mit Peyton gehoben nur um dann zwei Wochen später nicht mal der beste QB in New York zu sein und Coughlin wird jede Seaison mehr als einmal von Fans und Medien symbolisch gefeuert. Um es kurz zu machen: dieser Zirkus ist das genaue Gegenteil der Atlanta Falcons, die weder auf noch ab oder sonst etwas Extremes sind, sondern einfach – naja, so mittel.

Atlanta ist ein durch und durch gutes Team. Das ist einerseits ein Kompliment, andererseits beschreibt es auch ihre Grenzen. Gut heißt einerseits, daß sie zum dritten Mal in den vier Jahren unter HC Mike Smith ( OC Mike Mularkey & DC Brian Van Gorder) mit Quarterback Matt Ryan verdient in die Playoffs gekommen sind. Die Falcons haben sich in diesen vier Jahren auch nicht verändert. Sie haben ein ziemlich gutes Laufspiel, ein solides Paßspiel und eine ganz anständige Defense.

Aber “gut” heißt eben auch “nicht sehr gut”. Ryan ist kein Rodgers, die WRs Roddy White und Julio Jones sind keine Playmaker vom Format Larry Fitzgerald oder Calvin Johnson, RB Michael Turner ist kein Adrian Peterson und DE John Abraham ist kein Terrell Suggs.

Falcons Offense / Giants Defense

So wird das Spiel dann wohl auch taktisch recht “normal” ablaufen: Turner wird seine 20 Carries bekommen, Ryan wird einige gute Würfe machen und Jones/White einige gute fangen (aber auch droppen) und TE Gony Gonzalez wird die Linebackers der Giants öfter Mal alt aussehen lassen. Aber: das Entscheidende wird der Kampf an der Line of Scrimmage sein und hier ist Atlanta klar im Nachteil.

Die Offensive Line der Falcons ist Durchschnitt. Fünf große dicke Jungs, die ihre Stärken vor allem im Running Game haben. Und in den letzten fünf Wochen (vor dem Spiel gegen die Reste der Tampa Bay Buccaneers) hat selbst das nicht mehr besonders gut funktioniert: 89, 70, 86, 97 und 35 Laufyards gegen Minnesota, Houston, Carolina, Jacksonville, New Orleans. Über die gesamte Saison gesehen waren es am Ende nur 4,0 Yards per Carry, schlechter als zum Beispiel Indy.

Im Paßspiel kann sich QB Ryan schon mal auf einige blaue Flecken gefaßt machen. In guter alter Giants-Tradition hat die Verteidigung um Defensive Coordinator Perry Fewell eine tief besetzte Defensive Line mit drei hervorragenden Pass Rushern in Jason Pierre-Paul, Justin Tuck und Osi Umenyiora (auch wenn Umenyiora und manchmal auch Tuck zeitweise in einer Mischung aus leicht verletzt und lustlos aufgelaufen sind). Auch die anderen D-Liner Chris Canty, Linval Joseph und Dave Tollefson sollten in diesem Spiel ihre Plays machen. Das müssen sie auch, um das mittelmäßige, von Verletzungen geplagte LBs-Corps rauszuhauen.

Atlanta hat nur eine Chance auf mehr als 20 Punkte, wenn sie es schaffen, mit White und Jones mehrere Big Plays zu kreieren. Weil das aus der normalen Offense gegen diesen Pass Rush nur schwer möglich sein wird, werden wir wahrscheinlich viel No-Huddle-Offense von Matt Ryan sehen, was er in den letzten Wochen auch schon ausgiebig ausprobiert hat. Das macht den Pass Rush müde, verhindert das Auswechseln von Spielern, Wechsel zwischen Base-, Nickel- und Dime-Defense und hält den Druck auf die Verteidiger hoch.

Giants Offense / Falcons Defense

Der Gameplan der Giants-Offense ist ziemlich simpel: Eli Manning muß das Spiel irgendwie gewinnen. Das Laufspiel ist statistisch das schlechteste der NFL gewesen mit nur 89,2 Yards pro Spiel und 3,5 Yards pro Carry. Nichtsdestotrotz können sie mit einem fitten Ahmad Bradshaw und einem motivierten Brandon Jacobs mehr als 100 Yards machen und ihren Teil beitragen. In den letzten fünf Spielen waren sie, bis auf die Partie gegen Washington, auch immer dreistellig.

Trotzdem muß das Paßspiel die Hauptarbeit leisten. Mit einem teilweise überragend spielenden Eli Manning und einem der besten Receiving Corps der NFL mit Hakeem Nicks, Mario Manningham und Victor Cruz haben die Giants den klaren Vorteil gegen die mäßige Paßverteidigung Atlantas.

Fazit

Am Ende muß irgendwer der Falcons über sich hinauswachsen, um das Spiel zu gewinnen. Die Giants haben mit Eli, Victor Cruz und JPP/Tuck Spieler, die das regelmäßig machen. Bei Atlanta fehlt der ganz große Spieler, der MVP, der game changer, der auch mal das ganze Team auf seinem Rücken zum Sieg trägt. Matt Ryan hat dieses Jahr nicht gezeigt, daß er gegen eine ganz starke Defense ganz stark spielen kann; WR Roddy White hat immer wieder Killer-Drops; WR Julio Jones ist ein Rookie und wartet noch auf seine breakout performance; RB Michael Turner ist immer noch grundsolide, aber nicht der Homerun-Hitter und auch in der Defense gibt es viele überdurchschnittliche Spieler wie CB Brent Grimes, die LBs Lofton und Weatherspoon oder DE John Abraham. Die genannten haben alle durchaus das Talent, ein Spiel zu entscheiden, aber bis jetzt haben sie es noch nicht gezeigt. (In ihren letzten beiden Playoff-Spielen übrigens auch nicht: 2008 L 24-30 @Arizona und 2010 L 21-48 vs Green Bay.) Hinzu kommt noch, daß Dome-Teams in den letzten 40 Jahren nur 9 von 41 Playoffspielen in kalten Stadien gewonnen haben. Die Giants gehen als klarer Favorit in das Spiel.

Pittsburgh Steelers (12-4) @ Denver Broncos (8-8)

[Sonntag 22.30Uhr, kommentiert auf CBS von Jim Nantz und Phil Simms]

Im Mile High Stadium treffen zum Abschluß der Wild-Card-Playoffs zwei der nur drei Playoff-Teams aufeinander, die ein negatives Turnover-Rating haben (Denver -12, Pittsburgh -13). Über Tim Tebow und seine Broncos ist eigentlich alles gesagt, daß muß hier nicht nochmal wiederholt werden. Pittsburgh läuft komischerweise etwas “under the radar”. Die Defense hat unter vielen Verletzungen gelitten und hat die Regular Season völlig unbemerkt als Nr.1 nach Punkten als auch Yards abgeschlossen. In der Offense redet man meistens über die miese O-Line, den verletzten Big Ben und das miese Laufspiel. Aber an guten Tagen ist Pittsburghs Angriff einer der explosivsten der NFL und immer für mehrere Big Plays gut.

Broncos Offense / Steelers Defense

Das wird ein ganz langer Tag für Tim Tebow und seine Offense. Denver hat zwar das beste Laufspiel der Liga, aber Pittsburgh immer noch eine der besten Verteidigungsreihen ligaweit – sowohl gegen den Lauf als auch den Paß. Die Statistiken lassen Pittsburgh nicht ganz so gut aussehen, was aber vor allem daher rührt, daß die LBs alle längere Zeit verletzt oder gesperrt gefehlt haben. Jetzt sind alle wieder fit.

Pittsburgh wird das Spiel sehr aggressiv angehen und Tebow sehr früh Bekanntschaft machen mit Safety Troy Polamalu, der wohl meistens “in the box” spielen wird, um das Laufspiel von Anfang an zu unterbinden. Es sollte auch nicht allzu riskant sein, immer acht Mann in der Nähe der Line of Scrimmage zu haben, denn passen ist nicht gerade die Stärke Tebows.

In den letzten drei Spielen, die allesamt verlorengingen, wurde Tebow entzaubert. Vor allem die Bills und Chiefs haben in der Defense eine sehr aggressive Man-Coverage gegen die WR gespielt und Tebow damit die einfachen “Reads” genommen. Zusätzlich haben die DEs beziehungsweise OLBs sehr diszipliniert gespielt und Tebow nicht Richtung Seitenlinien ausbrechen lassen. Aggressiv und diszipliniert sind dummerweise die Hauptcharakteristika der Steelers-D.

Die Zahlen für Denvers Quarterbacks waren ernüchternd in den Wochen 15, 16, und 17: 30/73, 439 Yards, 1TD, 4 Interceptions, 3 Fumbles. Die Broncos haben nur eine Chance, wenn sie sich von ihren überkonservativen Gameplans verabschieden und ihr Heil in einigen tiefen Bällen suchen. Die Chance dafür sollte zumindest da sein, denn Polamalu wird sich hauptsächlich an der Line of Scrimmage rumtreiben, der zweite etatmäßige Safety Ryan Clark ist verletzt und mit Ike Taylor haben sie auch nur einen starken CB.

Steelers Offense / Broncos Defense

Auf dieser Seite des Balles wird alles von Roethlisbergers linkem Knöchel abhängen. Erstmals hat er ihn sich Anfang Dezember verletzt, humpelte dann in San Francisco nur rum bevor er sich in Woche 16 schonen durfte. Letzte Woche mußte er wieder ran und ist im dritten Viertel gegen Cleveland erneut mit dem Fuß umgeknickt. Nun humpelt er schlimmer als zuvor und ist damit seiner wohl größten Stärke beraubt: der Fähigkeit, immer wieder sicher geglaubten Sacks zu entkommen.

Hinter seiner dezimierten Offensive Line, die schlecht wie eh und je spielt, sollte er am Sonntag immer wieder große böse Jungs auf sich zukommen sehen. Elvis Dumervil und Rookie Von Miller sind das wohl beste Pass-Rushing-Duo der AFC. Miller hat zwar in den letzten Wochen, in denen er angeschlagen war, leicht nachgelassen, aber ein wenig fitter und mit der Motivation eines Playoffspiels vor eigenem Publikum sollte er zur Höchstform auflaufen. Pittsburgh hat in dieser Saison auswärts 25 Sacks zugelassen.

Noch schwieriger wird es für Pittsburghs Offense, weil sich Running Back Rashard Mendenhall mit Kreuzbandriß ins Krankenhaus verabschiedet hat. Nun muß Isaac “Redzone” Redman das Workhorse geben. Ob er dazu fähig ist, muß er erst noch beweisen. Helfen sollte den Steelers die bestenfalls durchschnittliche Secondary der Broncos. CB Champ Bailey ist immer noch gut, aber nicht großartig. Der andere Starting-CB Andre Goodman hat seine besten Tage auch hinter sich und nach der Verletzung von Safety-Legende Brian Dawkins bewachen mit Rookie Quinton Carter und dem 24-jährigen David Bruton zwei Grünschnäbel den tiefen Teil des Feldes.

Das sollte den beiden Deep Threats Mike Wallace und Antonio Brown viel Freude bereiten. Beide haben in dieser Saison mehr als 1000 Yards erfangen und machen pro Catch fast 17 Yards. Wenn Big Ben mal Zeit in der Pocket bekommt, sollten Wallace und Brown die wichtigen Catches und Punkte machen, auch wenn es wohl nicht allzu viele werden dürften. Letztendlich sollten die Steelers aber auch gar nicht so viele Punkte brauchen um eine Woche später zu ihren guten Freunden aus Baltimore oder New England fahren zu dürfen.

NFL Wild Card Playoffs 2010/11: Jetzt der Sonntagabend

Wieder einmal eine klare Favoritenkonstellation und einmal eine Partie, die zum Tippen ins Blaue hinein verlädt.

Kansas City Chiefs – Baltimore Ravens

So., 9.1. um 19h live bei ESPN America

Arrowhead Stadium

Arrowhead Stadium - ©Flickr

Der Star ist das Stadion. Arrowhead in der Playoff-Aufmachung! Die Chiefs sind eine der ganz großen Überraschungen der NFL-Saison 2010. Niemals hätte ich geglaubt, dass sie es bis in die Playoffs schaffen würden (und sie hätten es auch nicht, wenn sich die Chargers nicht phasenweise selbst zerstört hätten).

Ich will KC aber nicht kleinreden. Dass sie es geschafft haben, ihr Puzzle so schnell zusammenzubauen, ist bemerkenswert. Da war einiges Neues dabei, u.a. beide Coordinators. In der Offense Charlie Weis. Weis war aus Patriots-Zeiten eigentlich als sehr passlastig in Erinnerung und dass ihm das Playcalling übertragen wurde, hat Böses vermuten lassen. Das vorhandene Spielermaterial war doch stark auf Laufspiel ausgerichtet mit RB Jameel Charles und RB Thomas Jones. Weis baute dann aber sehr stark auf die Läufe, mehr als ich vermutet und befürchtet hatte.

Folge: QB Matt Cassel musste nicht mehr die ganze Last auf seinen Schultern tragen, sondern hauptsächlich das Spiel managen. Und Cassel machte seine Sache verdammt gut: Wenig Completion Rate (58%), aber ansehnliche TD-INT Bilanz von 27-7. Als Cassel gegen Saisonende in San Diego mit geschwollenem Blinddarm fehlte, ging bei den Chiefs gar nix. Nada. Null Punkte. Mit Cassel lief das sehr rund, u.a. mit dem RB Charles, der über die Saison sensationelle 6,4yds/Lauf machte.

Jetzt funktionierte das alles blendend, da kamen Ende letzter Woche massive Gerüchte auf, Weis würde die Chiefs schon wieder verlassen. Innerhalb von zwei Tagen war alles in trockenen Tüchern und Weis wird nach den Playoffs gen University of Florida abwandern. Ein potenzieller Unruheherd. Als Nachfolger soll angeblich Josh McDaniels im Gespräch sein – einer, der praktisch nur Passspiel ansagt, aber Cassel einst zum Star in New England machte. Und auch ein Ex-New Englander.

Es-Patriot ist auch DefCoord Romeo Crennel. Die Chiefs haben sich zuletzt haufenweise hohe Draftpicks geholt: DE Hali, DE Jackson, DT Dorsey, S Eric Berry. Ein bisschen noch die Defensive Line verstärken, und das ist eine bombige Defense. Mittlerweile sind die Chiefs in allen Kategorien irgendwo im Mittelfeld der NFL angelangt. Das ist ein Fortschritt.

Darüber können die Baltimore Ravens nur müde lächeln. Diese Franchise definiert sich seit gefühlten Jahrzehnten als knallharte Defense-Truppe und hat einen gefürchteten Ruf ligaweit. Umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, wie jung diese Franchise eigentlich noch immer ist. Aufregend wird vor allem der Vergleich zwischen den Running Backs der Chiefs (#1) und der Laufdefense der Ravens (#5). DT Haloti Ngata spielt eine Bombensaison, macht in der Mitte im Alleingang alles zu und ermöglicht somit den Linebackers Lewis und Suggs haufenweise mörderische Tacklings. Und dann gibt es in der Secondary noch Safety Ed Reed. Reed ist bekannt für seine INTs, und trotzdem ist seine Bilanz erstaunlich: 10 Spiele, 8 INTs, davon in den letzten Wochen häufig 2/Spiel.

Die Offense sorgt für keine D’oh!-Momente. Ich habe die Ravens heuer häufig gesehen. Eine solide Offense, keine großartige. QB Joe Flacco taugt nicht für große Aufholjagden, aber solange ein Spiel nur eng genug ist, wird er dir die Partie nicht versauen, sondern eher gewinnen. Die Anspielstationen sind ebenso zahlreich wie namhaft: Boldin, Heap, Houshmanzadeh, Mason laufen schon seit Jahren in der NFL herum und fangen alles, was sich in der Luft bewegt. Kleines Problem: Flacco steht oft schneller unter Druck, als ihm lieb sein kann. Auch das Laufspiel ist nicht überragend, aber solide. Gute Offense, aber ich bin nicht sicher, ob sie ein Highscoring-Game mitgehen könnte.

Das wird in Kansas City nicht notwendig sein. Die Chiefs machen selten viele Punkte. Und ich halte sie auch für zu grün. AFC West war gut und schön, aber die Ravens haben den Hauptpreis gezogen. Souveräner Erfolg für Baltimore.

Philadelphia Eagles – Green Bay Packers

So., 9.1. um 22h30 live bei ESPN America

Ein Klassiker. Bei diesem Matchup kann ich nicht anders, ich muss immer an diesen Spielzug aus dem Jänner 2004 denken, als die Philadelphia Eagles gegen Spielende in Rückstand lagen und einen vierten Versuch ausspielen mussten…

Zurück in das Hier und Jetzt – fast. Wenn man über dieses Spiel schreibt, muss man ganz zurück in den September gehen. Erstes Saisonspiel, die hoch gehandelten Green Bay Packers im Lincoln Financial Field gegen die Eagles, im ersten Spiel der Post-McNabb-Ära mit Jungstar Kevin Kolb antraten. Kolb hatte so seine Schwierigkeiten. Dafür geigte ein anderer junger Mann mächtig auf: DE/OLB Clay Mathews jr.

Resultat: Kolb musste schon in seinem ersten Spiel verletzungsbedingt runter und Platz machen für seinen Backup: Michael Vick. Und was für ein Michael Vick. Wenn ich an „Michael Vick“ dachte, hatte ich eigentlich nur das aufgescheuchte Huhn aus Falcons-Zeiten im Kopf. Aber Vick zerpflückte die Packers läuferisch und „werferisch“ und hätte am Ende das Spiel fast noch gedreht.

Das Spiel war der Knackpunkt für die Eagles. Ich traue mich zu sagen, dass es für Philly unter Kolb nicht für die Playoffs gereicht hätte. Vick hingegen zauberte eine Glanzvorstellung nach der anderen auf das Footballfeld. Noch unfassbarer: Das Publikum in Philadelphia schien irgendwie keinen Grund zu finden, Vick auszupfeifen.

Jetzt aber sind Playoffs und nirgendwo buhen die NFL-Fans schneller als in Philadelphia. Vick ist nicht ganz fit. Kein Wunder, wird er doch im Schnitt 3x gesackt und gefühlt dreihunderzweiunndvierzig Mal niedergeschlagen – pro Spiel. In den letzten Wochen war Vick wieder abhängiger von seinen Lauf-Qualitäten, vor allem unter Druck waren da einige ganz furchtbare Pässe drunter.

Das ging sogar soweit, dass Gerüchte aufkamen, die Eagles wollten in dieses Spiel mit Kolb gehen, da Vick zu schwach im Spiel gegen Blitzes sei. Ich wäre fassungslos, wenn Andy Reid auch nur ein einziges Mal daran gedacht hätte. Philadelphia ist aber im Gegensatz zu früher heuer auch recht gut auf der RB-Position besetzt: McCoy ist immer für ein oder zwei ganz lange Läufe zu haben. Das schafft Platz für Big Plays auch im Passspiel: Vick mit seinem zweifellos starken Arm auf WR DeSean Jackson, das war einer der Hits der Saison. TE Brent Celek ist auf der kurzen Route erste Anspielstation.

Die Green Bay Packers hatten ähnlich wie Philly mit Verletzungen zu kämpfen. Wobei das eher eine Untertreibung wäre. Allein die frühen Ausfälle von RB Ryan Grant und TE Jermichael Finley wären für jede Offense tödlich: Die einzige Option für ein Laufspiel und der Super-TE… Richtigen Ersatz hat Green Bay bis heute nicht gefunden, von daher ist es umso bemerkenswerter, was QB Aaron Rodgers für Spiele hinlegt, zumal auch Rodgers nicht von Gehirnerschütterungen verschont geblieben ist.

Die Defense kommt ohne den Anker MLB Nick Barnett aus – ebenfalls seit irgendwann Anfang Oktober. Trotzdem ist dieser Mannschaftsteil der noch beeindruckendere, zumal auch hier ständige Verletzungsprobleme eine Plage waren. Der montröse B.J. Raji, OLB Mathews und CB Charles Woodson in seinem zigsten Frühling sind die herausragenden Gestalten.

Ganz schwierig zu tippendes Spiel. Beide haben die QBs und die Waffen, aber auch die Defenses, um den Gegner zu dominieren oder abzuwürgen. Ich sehe einen leichten, ganz leichten, Vorteil auf Seiten der Eagles.