Den NFL Playoffs würdig: Der Sonntag

Der Sonntag produzierte dann doch zwei furiose Playoffspiele. Weiterlesen

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Vorschau Wild Card Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers @ Cincinnati Bengals

Runde Zwei am heutigen AFC Wild Card Saturday: Pittsburgh Steelers (10-6, #6 Seed) @ Cincinnati Bengals (12-4, AFC North Champion, #3 Seed), Kickoff: 02.15Uhr. Via NFL Gamepass überträgt CBS mit Jim Nantz und Phil Simms; also sollte man unbedingt eine der deutschsprachigen Übertragungen wählen: PULS4 in Österreich oder Sat.1/ran.de mit Frank Buschman und Patrick Esume. Weiterlesen

Der längste Sonntagsvorschauer der Saison 2015/16

Im Power-Ranking unter der Woche schloss die AFC South mit einem durchschnittlichen Wert von knapp 35% WP auf neutralem Platz gegen eine neutrale Mannschaft ab. Das ist so bodenlos schlecht, dass es sogar die NFC West der Jahre 2008-2010 in den Schatten stellt.

Die Chance ist hoch, dass diese Division ein Team mit negativem Record in die Playoffs hieven wird. Die Colts sind mit 3-5 der überlegene Spitzenreiter (2-0 Division-Bilanz). Heute wartet für die Colts im Galopp Pony gegen Rennpferd der Denver Bronco und damitdie nächste Abreibung. Morgen wird der Divisions-Leader der AFC South eine .333 Bilanz haben.

Und trotzdem ist das System NFL richtig. Trotzdem gehört jeder Divisionssieger in die Playoffs. Mit der Aufteilung der Conferences in je vier (statt wie früher 3) Divisionen wurde die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die NFL alle paar Jahre eine Freak-Division stellt. Unter den gegebenen Voraussetzungen finde ich es auch die „logischste“ Entscheidung, jeden Divisionssieger zumindest ein Heimspiel absolvieren zu lassen.

Die NFL ist extrem erfolgreich. Die NFL ist gewissermaßen zutiefst „ungerecht„. Die NFL ist wahrscheinlich so erfolgreich, weil sie so absurd ungerecht ist. Weiterlesen

Notizblock Championship Games 2014/15

Das Championship Weekend war dieses Jahr Coaching Weekend. Die AFC wurde bereits in der Vorbereitungswoche gewonnen, bevor Josh Cribbs das erste Mal den Ball an’Kopp kriegen konnte. Die NFC-Krone hat Mister McCarthy mit seinem absolut unfaßbaren in-game management versaut und eine (wahrscheinlich) sehr gute Vorbereitungswoche mit viel Gefühl in den Pazifik geschmissen. Im letzten Rückblick vor dem Super Bowl bekommen hier nochmal die beiden Verlierer ein wenig Meersalz in ihre Wunden. Weiterlesen

AFC Championship Game Previews: Indianapolis Colts @ New England Patriots

Championship-Football!

Der AFC-Klassiker der letzten Jahren: New England Patriots gegen die Indianapolis Colts. Keine Regular Season vergeht ohne ein Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften. In den Playoffs allerdings liegt das letzte Aufeinandertreffen schon acht Jahre zurück vergingen sieben Jahren bis sie im letzten Januar wieder aufeinandertrafen – NE 43, IND22, ohne Manning, mit Luck. Auch damals, 2007, war der Kickoff um 00.30Uhr, mit Jim Nantz und Phil Simms auf CBS, und auch damals, wie heute, war Sat.1 dabei, wenn ich mich richtig erinnere. Indianapolis Colts (13-5) gegen New England Patriots (13-4), die Vorschau, mit Rückblick: Weiterlesen

NFC-Championship Game 2013/14: Seattle Seahawks – San Francisco 49ers live

[04h27] Kaepernick in der Pressekonferenz mit einem Özil-würdigen Blick ins Leere, Kopfhörer um den Hals: Wir haben gut gespielt, aber ich hab’s verbockt. 3 Turnovers, sie waren das Entscheidende. Ich dachte beim letzten Play, den kriege ich hin. Das Matchup hat gut ausgesehen. Ich wollte nur „Crab“ eine Chance geben. One-on-One, Back-Side. Das willst du doch. Ich hab’s verschissen, aber ich muss es mir nochmal im Tape anschauen. Ich fühle, dass wir hätten gewinnen sollen.

[04h20] Superbowl-Quoten in den Wettbüros schwanken momentan noch zwischen SEA -2 und DEN -2. Und über das Wetter ist noch lange überhaupt nix bekannt.

[04h12] Jim Harbaugh in der Pressekonferenz:

  • Ich konnte den Fumble nicht challengen. Ich habe keine Ahnung, warum nicht. Bowman hat den Ball entrissen, kein Zweifel.
  • Navorro Bowman hat sein Knie verletzt. Es sieht nach Kreuzbandverletzung aus.
  • Es war ein Kampf über 15 Runden, und Gratulation an die Seahawks.
  • Ich glaube, unser Time-Management war super. Wir hatten die Timeouts, aber wir fühlten uns trotzdem gut, am Ende tief in die Endzone zu gehen.

Heftig. Harbaugh machte aus den 49ers quasi mit seiner Ankunft einen Superbowl-Favoriten von Tag eins an. Es muss frustrierend sein, trotzdem jedesmal gescheitert zu sein – zum dritten Mal en suite.

[04h00] Endstand Seattle Seahawks 23, San Francisco 17.

Auch in der NFC fährt der Top-Seed in die Meadowlands. Für die Seahawks war es aber eine verhältnismäßig viel schwierigere Conference-Finalaufgabe, denn die 49ers erwiesen sich als knüppelharter Gegner. Wie in der Pause geschrieben: Auf Messers Schneide. Jeder Spielzug für Negativ-Yards killte jede Offense-Serie. Zwei QBs, denen nicht wirklich viel gelang, zumindest nicht als Werfer.

Russell Wilson ist optisch ein extrem sympathischer Spielertyp, aber heute… seien wir ehrlich:

Yup, Niners-Defense ist fantastisch, aber für Wilson war das erneut ein überwiegend mäßiges Spiel. Der Thrill fehlt weiterhin. Zwei lange Pässe (einer davon als Free-Play) waren entscheidend. Kaepernick hatte die Scrambles, aber im Passspiel gegen die Legion of Boom letztlich mit 14/24 für 147yds, 1 TD und 2 INT recht chancenlos.

Zum Thrill gehörte auch das fröhliche Fumble-Festival im Schlussviertel. Die unverständliche erste INT des Colin Kaepernick. Was hat er da gesehen? Auf der anderen Seite: Im letzten Drive hatte er einen 100% identischen Wurf, aber Earl Thomas (1.78m) ist 13cm kleiner als Kam Chancellor (1.91m) und fing den Ball nicht ab – und dann sieht es wie der souveränste Raketenpass aus…

Dazu die leicht freakigen Entscheidungen der Refs. Der Knick im Regelbuch beim Bowman-TD. Er war nicht entscheidend, weil Lynch den Ball zurück fumbelte, aber es passte ins Bild. 3 Turnovers für San Francisco, nur 1 für Seattle (plus ein TO on Downs).

Am Ende entschied ein Zögling des Jim Harbaugh, CB Richard Sherman, mit einer fantastischen Einzelaktion das Spiel zu Ungunsten von Jim Harbaugh (Sherman war Cornerback bei Stanford). Sherman rastete nachher im Siegerinterview komplett aus. Das wirkte authentisch bei Sherman, aber trotzdem in der Krassheit… bizarr. Erin Andrews wusste nicht, wie ihr geschah.

Die beiden besten Teams ihrer jeweiligen Conference fahren in die Super Bowl. Seattle brauchte mehr Glück, aber es hatte auch den stärkeren Gegner. Es ist die erste Super Bowl der beiden Top-Seeds seit 2009/10 Colts vs Saints. Beste Pass-Offense der Liga gegen beste Pass-Defense der Liga – was kann es Besseres geben?

Jetzt noch einen halben Meter Schnee und ich bin happy.

[03h55] Siegerinterview/erste Reaktion: Steht Sherman unter Drogen oder kann ein Mann so voller Adrenalin vollgepumpt sein?

[03h50] 31sek, Kaepernick tief in die EndZone für #15 Crabtree. CB #25 Richard Sherman mit einem sensationellen Play, kriegt in der Drehung eine Hand an den Ball, fälscht ihn direkt in die Arme von LB #53 Smith ab. Interception, Game Over mit 22 Sekunden auf der Uhr. Seattle Seahawks fahren in die Super Bowl.

[03h49] Kaepernick mit der Chance, unsterblich zu werden. Pass links raus, ähnlich wie vorhin bei der INT, aber der Ball segelt diesmal eine Handbreit über CB #28 Thurmond hinweg, in die Arme des an der Seitenlinie stehenden WR #15 Crabtree. 55sek. SF an der SEA 29.

[03h45] Es wird dramatischer. 3rd-Down, Kaepernick wirft eine Incompletion mit 2:01 auf der Uhr… und die Refs lassen die Uhr auf die 2min-Warning hinunterticken. Während ich mich über den nächsten schlechten Call wundere und FOX in die Werbung geht, wird die Uhr zurückgenommen auf 2:01.

Kaepernick kommt im 4th-Down raus, rollt links raus und bringt gegen seine Wurfrichtung einen fetten Pass für RB #21 Frank Gore an. Neue Angriffsserie für San Francisco, das kurz vor der Mittellinie angekommen ist.

[03h43] Bestes Publikum der Liga:

[03h39] Seattle 23, San Francisco 17/Q4 3:37. 47yds-FG Hauschka. Da ist sie: Die gefährlichste aller Führungen in der NFL: Sechs Punkte.

Die Seahawks-Defense ist allerdings nicht die Packers-Defense, Kaepernick-Scrambling Yards hin oder her…

[03h33] Mann Mann Mann. 3rd-und-lang. Wilson für WR #81 Tate. Tate zum 1st-Down. Tate rennt aus freien Stücken hinter das 1st-Down. Wurstelt sich rücklings drehend doch noch zurück über die gelbe Linie.

Plötzlich ist wieder volle Intensität in der Partie. Noch sechs Minuten.

[03h31] …und der nächste: Kaepernick mit einem Pass für WR #81 Boldin, und der underneath in der Wurfbahn stehende SS #31 Chancellos fängt den Ball ab. Was hat Kaepernick da gesehen? Chancellor stand sekundenlang in der Wurfbahn. Konnte sich das leisten, weil hinten zwei CB und ein Free Safety die tiefen Zonen abdeckten.

[03h26] BIG PLAY III! Rache des Schicksals? Seahawks spielen den 4th-Down an der 1 aus. RB #24 Lynch kriegt aber keinen Griff auf den Ball, und Fumble zum Dritten. Ball kullert etliche Yards rückwärts und San Francisco kommt wieder an den Ball. Wilson verhindert zumindest den TD-Return. So viel Zufall entscheidet am Ende über den Superbowl-Teilnehmer.

#imFootballistalleskontrollierbar
#GlückspieltkeineRolle
#derSiegeristimmereinverdienter

[03h21] BIG PLAY II! Wieder 3rd-Down (und 10yds zur Goal Line). Wilson für Kearse. Fumble Kearse. Bowman nimmt den Ball auf und hat *eigentlich* Kontrolle – zumindest gefühlt würde man das behaupten. Schien down zu sein. Aber aus irgend einem Regel-Kniff bleiben die Seahawks nicht bloß am Ball, sondern der Spielzug ist noch nicht einmal per Videobeweis überprüfbar.

Was für ein Bullshit.

Bowman wird das Knie durchgebogen, dass es mir den Schauer über den Rücken jagt. Bowman muss abtransportiert werden.

Bullshit, wie gesagt. Desaster auf allen Ebenen.

[03h17] BIG PLAY! 3rd-Down und 1, Kaepernick vergisst die Play-Clock und kassiert eine Strafe. 3rd-Down und 6, und die #56 Avril blitzt und schlägt Kaepernick das Ei aus der Hand, und von hinten rauscht DE #72 Michael Bennett heran und nimmt das Ei auf. Seattle kommt nun an der SF 7 an den Ball.

Das verrückte Fumble-Glück der 49ers in diesen Playoffs findet ein abruptes Ende (5/6 der Fumbles von Niners aufgenommen; fast alle in wichtigen Situationen).

[03h07] Seattle 20, San Francisco 17/Q4 13:44. 35yds-Pass Wilson für Slot-WR #15 Kearse (direkter Gegenspieler #22 Rogers war eigentlich gut positioniert, hat aber keine Chance).

Die Vorgeschichte: Wilson rettet sich bzw. seinen Tight End mit einem 15yds-Pass in entfernte FG-Reichweite (53yds für Hauschka), aber dann bekommen die Seahawks den Snap nicht durch und müssen Harbaugh-like ein Timeout verbrennen. In einem engen Spiel. Kommen wieder raus, und spielen aus!

Kurz vor dem Snap zum 4th-und-6 ein 49ers, der ins Offside hüpft, aber die Seahawks spielen den Versuch aus. Gratis-Spielzug für Wilson, der alsdann nutzt um tief zu gehen, und Kearse setzt sich gegen CB Rogers durch. Erste Führung für die Seahawks in dem Spiel.

Drittes Viertel

[03h03] Ende Q3. Viertel geht mi einem relativ klaren Intentional Grounding gegen Russell Wilson zu Ende. Harbaugh nutzt die Situation wieder für Leibesübungen an der Seitenlinie.

[02h54] Wieder die alte Leier: Ein negativer Spielzug gegen Seattles Defense, und sofort wartet der Punt. Der negative Lauf war… Überraschung, ein Run-Play über Gore. Es ist eine Frage der Zeit (oder der Starrköpfogkeit Harbaughs), bis diese Run-Plays abgestellt werden.

[02h49] Seattle 13, San Francisco 17/Q3 3:55. 40yds-FG Hauschka. Erneut Blitzes gegen Wilson, und erneut kann sich Wilson nur haarscharf vor Sack und „Intentional Grounding“ retten. Hauschka verwandelt zumindest zum 13-17.

[02h44] Antwort Baldwin: 69yds-Kickoff Return tief in die Platzhälfte hinein. Das Over/Under wackelt…

[02h41] Seattle 10, San Francisco 17/Q3 6:29. 26yds-TD Pass Kaepernick für Boldin. Atemberaubender Wurf Kaepernicks für Boldin und eine standesgemäße Antwort der 49ers auf den Ausgleich.

Ein gelungener Drive für Kaepernick: 6 Plays, 83yds, 3:22min. Erneut so ein langer Kaepernick-Lauf bei einem Bootleg, wo die Defense komplett verschlief. Allerdings auch ein glücklicher Drive: Kaepernick fumbelte, aber der C #59 Goodwin nahm den Fumble auf. 2 Fumbles, beide von den 49ers aufgenommen, und in der Folge für 10 Punkte verwertet.

[02h33] Seattle 10, San Francisco 10/Q3 9:51. 40yds-TD Lauf für RB #24 Marshawn Lynch. Der längst TD-Stolperer der Playoffgeschichte?

Seattle mit neuen Lauf-Strategie: 6 Offense Line. Beim ersten Mal 12yds-Lauf für Lynch. Danach der TD-Lauf: Lynch bei einem sog. „inside zone run“, prallt vom eigenen Vorblocker #78 Bailey ab, macht den Cut und lässt damit einen übermotivierten S #35 Eric Reid aussteigen, stolpert um die 20yds Line und rettet sich irgendwie einen Purzelbaum schlagen zum Ausgleichs-TD in die EndZone.

CB #26 Brooks Brock versucht anstelle des Tackles, einen Fumble freizuschlagen.

[02h28] Die 49ers schaffen im ersten Drive nach der Pause ein 1st-Down (Catch in der Zange von WR #15 Crabtree), aber danach wird ein Gore-Lauf sofort im Backfield von einer Traube um DE #72 Bennett niedergemacht, und einmal Raumverlust bedeutet gegen eine Seahawks-Defense sofort das Ende der Angriffsserie und Punt.

Zweites Viertel

[02h08] Halbzeit Seattle Seahawks 3, San Francisco 10.

Ein gutes, aber nicht völlig mitreißendes Spiel, da kann Harbaugh sich noch so sehr wie ein kleines Mädchen aufführen, dem man den Lutscher geklaut hat.

Es ist ein durchaus vielschichtiges Spiel. Fast alles kann man an den Schützengräben ausmachen, der Zone um die Anspiellinie herum.

Auf der einen Seite wäre da die SF-Offense Line, die einen bislang okayen Job macht. Allerdings ist Seattles Defense Line durchaus großartig, würgt San Franciscos Laufspiel komplett ab. Passspiel der 49ers? 3/5 für 17yds von Kaepernick. Den Unterschied machten diese designten Scrambles für Kaepernick (über 100yds Rushing), aber das waren zum Teil schlicht vergessene „Assignments“ der Seaahwks-Spys.

Die andere Spielfeldseite ist für die Seahawks besorgniserregender: Seattles Offense Line wird von der Front-Seven der 49ers bislang bei lebendigem Leibe verspeist. Die Linebackers Bowman/Willis und DE #94 Smith machen Russell Wilson die Hölle heiß und Wilson sieht arg verunsichert aus. Zögert, zaudert. Läuft immer wieder 10-15yds rückwärts, ehe er sich irgendwie zur Incompletion rettet. Kassierte schon 4 Sacks und sieht gegen den Blitz kein Land. Einzig der eine tiefe 51yds-Pass rettete Wilson.

Das Spiel ist durchaus auf Messers Schneide. Beide Offenses hatten einen Ausreißer-Spielzug. Seattle hatte den Turnover. Aber San Franscisco hat bislang null Passspiel und ist 0/4 in 3rd-Downs.

[02h05] 4th-und-6 der Seahawks 27sek vor der Pause an der SF 35. Incomplete. Nach dem Spielzugende gibt es ein Personal-Foul gegen San Franciscos CB #22 Rogers. Es war ein schlechter Call der Refs, aber praktisch ohne Konsequenz, weil „nach Spielzugende“ eh bedeutet, San Francisco bekam den Ball. Kniet ab, und Halbzeit.

[01h51] Jetzt wird Kaepernick im Backfield niedergemacht. Three and out. San Francisco hat erst ein Passing 1st-Down. Wie schon unten geschrieben: Die Niners müssen ihre Standard-Offense in Gang kriegen, oder sie werden über kurz oder lang von Seattle überholt werden.

[01h43] Seattle 3, San Francisco 10/Q2 5:47. 32yds-FG Hauschka. Ein 62-Drive, der sich so zusammensetzt: 51yds-Pass von Wilson für #89 Baldwin in einem Broken-Play und 8 weitere Plays für insgesamt 11yds. Finde den Ausreißer.

Okay, der lange Pass war ein Spielzug, in dem die Improvisationsfähigkeiten Wilsons zählten. Aber es war trotzdem ein Spielzug, in dem Russell Wilson nicht „Russell Wilson“ zu sein schien. Wilson zögerte, zauderte, wirkte nicht überzeugt, fand dann aber doch den enteilten Baldwin. Das ist momentan noch nicht der aus der ersten Saisonhälfte gewohnte Russell Wilson, der so traumwandlerische Kontrolle über sich, die Mannschaft und den Gegner hatte…

…und vom Blitz wird er jedesmal, wirklich jedes Mal, verbrannt zum Sack oder Incompletion.

[01h30] Seattle 0, San Francisco 10/Q2 10:03. 1yds-TD Dive für FB #24 Dixon. Der LG Iupati wird im Play niedergemacht und bleibt liegen. Aber sehr, sehr gut ausgeführt, und richtig von Harbaugh, das 4th-Down und 0.5yds an der GoalLine auszuspielen.

Schlüssel ist aber das Scrambling von Kaepernick, der wie wild durch die Packers-Defense scrambelt und einen 58yds-Run machte. Ähhh, Packers-Defense? Die Seahawks haben exzellente Run-Defender und wissen, wie es ist mit einem Spy zu spielen, und trotzdem lassen sie sich komplett von Kaepernick verarschen. Vier, fünf ausgewichene Tackles von Kaepernick bei seinen Slalom-Läufen, und schon 101yds Laufspiel für Kaep.

Allerdings: Die 49ers kriegen im „regulären“ Laufspiel null zustande. 9 reguläre Plays über die Runningbacks für 13yds. Das wird für die 49ers ein Problem werden, wenn man sich dort nicht am Riemen reißt. Aber erstmal eine 10pts-Führung für den Außenseiter.

Ich bin nun gespannt auf die Seahawks. 10 Punkte Rückstand sind sie nicht gewohnt, und es ist auch kein Grund, panisch zu werden. Aber werden sie bei ihrem GamePlan bleiben? Haben sie die Geduld?

[01h16] Punt, und PR #23 Lamichael James verschätzt sich im allerletzten Moment. Muff-Punt, aber ein 49er schmeißt sich auf das Ei. James kassiert einen Killer-Hit und krümmt sich erstmal ohne Helm auf dem Spielfeld.

Erstes Viertel

[01h12] Ende Q1. Intensives erstes Viertel geht mit einem Sack des LBs #53 Bowman gegen Russell Wilson im 3rd-Down zu Ende. Allein von der Geschwindigkeit ist das eine andere Welt verglichen mit dem AFC-Endspiel. Ein gutes Viertel für die 49ers, die vermieden, überrollt zu werden. Auf der anderen Seite auch ein Viertel der verschenkten Chancen für San Francisco, das ein sehr kurzes Fieldgoal schoss und ein glasklares 4th-Down nicht ausspielten.

[01h07] Russell Wilson mit einem Pass für den tief laufenden TE #82 Luke Willson. Pass ist minimal ungenau, Wilson gerät in die Zange zwischen zwei 49ers-Safetys. Es gibt ein regeltechnisch eher inkorrektes Personal-Foul (das erste heute!) gegen S #31 Whitner (nur Schulter-vs-Schulter), aber in „Full-Speed“ sah es schon erschreckend aus, und unglaublich, dass Willson da aufstand und noch geradeaus laufen konnte.

[00h59] Ganz billiger Versuch der 49ers, Seattles Defense in einem 4th-und-1 „offside“ zu ziehen. Geht natürlich schief und San Francisco muss punten (Punt an die 1yds-Line). Die ersten Erkenntnisse:

  • Kaepernick ist heute offenbar angewiesen, oft und schnell zu laufen. Es sind aber nicht bloß Scrambles, sondern teilweise richtige designte QB-Keeper ohne überhaupt eine „Option“ für den QB. Das ist gute alte Football-Offense aus den 20er Jahren, als der Back den Ball bekam und los lief. Vorwärtspass? What dat?
  • CB #25 Sherman deckte drei Spielzüge lang TE #85 Vernon Davis, auch in der Spielfeldmitte.
  • Harbaugh hat heute keine aggressive Strategie. Das Field Goal. Der Hardcount. Statistisch wäre es sogar richtiger gewesen, auch noch nach dem 5yds-Penalty im 4th-und-6 auszuspielen!

[00h52] Seattles Offense macht Fortschritte: Nun statt Turnover ein three and out. Im 3rd-und-2 macht LB #53 Bowman den Wagner und würgt den Spielzug im Ansatz ab. Der wuchtige RB #24 Lynch wird von Bowman direkt in den mit offenen Armen wartenden LB-Kollegen #52 Willis getrieben, der Lynch für 0yds Raumgewinn tackelt.

[00h46] Seattle 0, San Francisco 3/Q1 12:45. 25yds-FG für Dawson. Harbaugh zum Einstand gleich einmal mit einer eher konservativen Entscheidung, ein kurzes Fieldgoal zu nehmen. Erwartet wohl ein Spiel mit wenigen Punkten. #jederPunktzählt

Ich hätte ausgespielt.

Massiv war das 3rd-Down von Seattle-LB #54 Wagner, der erst den blockenden TE Davis abschütteln musste und danach noch den scrambelnden Kaepernick stoppte. Kaepernick rannte früh los, aber wenn man sieht, wo sich der Safety #29 Thomas bewegte, muss man auch sagen, dass Kaepernicks Receiver sicher nicht offen gewesen wäre.

[00h43] Erstes Play, Wilson mit Play-Action für #24 Lynch, dreht sich ab, und von hinten rauscht OLB #99 Aldon Smith heran und schlägt das Ei frei. Smith recovert den Fumble, und die 49ers beginnen an der SEA 15.


[00h35] Meine Punkte to watch heute:

  • Schiedsrichter. Es ist viel Aggressivität im Spiel zu erwarten. Welche Linie verfolgt der Head-Ref Gene Steratore? Vor dem Spiel soll es ruhig geblieben sein.
  • Wie kommt San Francisco ins Spiel? In den letzten beiden Auswärtsspielen in Seattle wurden die Niners jeweils physisch in der ersten Halbzeit niedergewalzt.
  • Colin Kaepernick gegen die sensationelle Pass-Defense der Seahawks:

  • Coaching. Harbaugh ist der Außenseiter. Er sollte tendenziell aggressiveres PlayCalling zeigen. Aber: Harbaugh/Kaepernick und die Timeouts – das könnte heute ein Knackpunkt werden. Die 49ers werden ihre Eigenfehler minimieren müssen.

[00h31] Ich werde heute beim Gamepass bleiben, also kein SAT.1.

[00h21] In der Hoffnung auf ein spannenderes NFC-Endspiel: Seattle Seahawks vs San Francisco 49ers aus dem großartigen Seahawks-Stadion. Die Vorschau:

Back in a few moments.

AFC-Championship Game 2013/14: Denver Broncos – New England Patriots live

[00h14] Wie gut die Broncos-Offense heute war, zeigen die Drive-Stats:

START QTR POSS. YARD PLAYS YARDS RESULT
13:25 1 03:55 DEN 15 7 37 Punt
07:50 1 04:07 DEN 18 10 73 Field Goal
14:51 2 07:01 DEN 7 15 93 Touchdown
02:54 2 02:29 DEN 20 8 63 Field Goal
15:00 3 07:08 DEN 20 13 80 Touchdown
02:25 3 05:23 DEN 39 9 60 Field Goal
09:26 4 02:26 DEN 25 6 39 Field Goal
03:07 4 03:07 DEN 49 7 38 End of Game

Ein Punt in zwei Playoff-Spielen, Baby.

[00h10] Endstand Denver Broncos 26, New England Patriots 16

Letztlich unangefochtener Sieg für Peyton Manning und seine Denver Broncos gegen eine heute enttäuschende Patriots-Mannschaft. Dritte Superbowl-Qualifikation für Manning. Für Brady geht der „Manning-Fluch“ weiter (letzte vier Spiele gegen Manning-QBs verloren).

Die Leistung der Broncos-Offense habe ich schon diskutiert. Es war eine nach einem wackeligen ersten Spielviertel praktisch fehlerlose Vorstellung Peyton Mannings (32/43 für 400yds, 2 TD). Eine interessante, vielfältige Pass-Offense der Broncos gegen überforderte Patriots.

Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, wie gut Denvers GamePlan gegen Tom Brady war. Man konnte über weite Strecken vermuten, dass John Fox und DefCoord Jack Del Rio vor allem die Mitteldistanz und das Laufspiel weg nehmen wollten. Das gelang größtenteils, aber wenn Brady bei den zwei langen Bällen zu meterweit offenen Wide Receivers nicht plötzlich Mark-Sanchez-Form auspackt…

Die Patriots hatten ihre Chancen. Sie haben sie bloß nicht ausreichend genutzt. Es war gewiss eine fantastische Leistung vor allem vom Denver-DT #74 Knighton, der mehrere Key-Plays hatte inkl. der entscheidenden Aktion bei einem Sack gegen Brady plus in der 2pts-Conversion. Ich bin mir bloß nicht sicher, dass Denvers Defense so großartig aufgestellt war. Brady hatte – aus Spannungs-Sicht – „leider“ einen relativ typischen Brady-2013 Tag: Mehrere einfache Bälle überworfen, tiefes Spiel inexistent.

Gratulation, Denver Broncos. Broncos sollten nun beten, dass San Francisco das Endspiel erreicht, denn das Matchup gegen Seattle dürfte kein besonders gutes sein…

[00h03] 4th-und-2, und überraschenderweise lässt John Fox Peyton Manning genau das Richtige machen und ausspielen. Montee Ball macht die paar Yards und Denver qualifiziert sich erstmals nach 15 Jahren wieder für die Super Bowl.

[23h56] Erster Pass des Drives, TE Tamme kann viele Meter downfield laufen. Bleibt im Spielfeld. Keine Regung bei den Pats. Erst nach 7 verschenkten Sekunden wird das Timeout genommen. Schwartz-mäßiges Timeout-Management von Belichick in dieser Situation. Das kostet New England letztlich im Kontext minimum 40sek, weil Denver nun minimum einen Spielzug nach der 2min-Warning ausspielen kann.

[23h54] Onside-Kick geht genau in die Arme des WR #87 Decker. Zu 99.9% ist das Spiel over.

[23h52] Denver 26, New England 16/Q4 3:07. 5yds-Scramble Tom Brady. Aber viel wichtiger: Vereen wird bei der 2pts-Conversion gestoppt.

Ein methodischer Patriots-Drive, der gut aussah, aber man beachte den Kontext: Denver konnte den Drive „verlängern“ durch grundsolides Tackling und Halten der Plays im Spielfeld. So brauchte New England fast vier Minuten und 10 Plays, um die 80yds zurückzulegen.

[23h43] Denver 26, New England 10/Q4 7:00. 54yds-FG für Prater. Interessante Entscheidung der Broncos im 3rd-und-8 von der NE 36yds Line. Man lässt Prater kicken, und ich habe Sympathie für diese Entscheidung: Das Risiko eines Fehlkicks ist gefühlt kleiner (vor allem in Denver) als der Gewinn, von +13 auf +16 zu erhöhen.

Ein Schlüsselspielzug war in dem Drive, als TE #80 Thomas von LB #91 Collins gedeckt wurde – ohne Safety-Hilfe. Linebacker gegen Julius Thomas ohne Safety-Unterstützung klingt nicht nach Belichick, war aber so.

[23h39] Kein Onside-Kick, sondern ein völlig sinnloser, saftloser Kickoff downfield, das Denver 5yds Feldposition schenkt im Vergleich zum obligatorischen Touchback.

[23h36] Denver 23, New England 10/Q4 9:26. 7yds-TD Pass für Edelman. 9 Plays, 80yds, 2:36min langer Drive. Anflüge von Prevent-Defense bei den Broncos in den ersten Plays, und dann schlagen die Verletzungen zu: Rodgers-Cromartie und Carter müssen für Momente aus dem Spiel. Brady ist nicht perfekt, verpasst im 3rd-Down via grottenschlechtem Pass einen freien RB Vereen, aber das 4th-Down wird danach gemacht. Edelman wird erst in der EndZone meterweit überworfen, aber ein Play später der TD.

Jetzt ist eigentlich ein Zeitpunkt für einen Onside-Kick, wenn man die Hilflosigkeit der Patriots-Defense betrachtet.

[23h23] Denver 23, New England 3/Q4 12:02. 19yds-FG Prater. Die aggressive Mentalität der Broncos nach dem 4th-Down Stop der Defense ließ vermuten, dass hier Peyton Manning das Sagen hat. Aber das kurze Fieldgoal zeigt: John Fox lässt sich nicht immer drein reden.

Ansonsten: Wieder ein massiver Drive: 9 Plays, 60yds, 5:23min. Es ist schlicht beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die Broncos-Offense über New England drüber fährt. Manning war 1-2 Drives lang nicht 100%ig perfekt, aber seither ist das nahe dran an der Perfektion.

Drittes Viertel

[23h18] Ende Q3. Manning erneut mit einer Kurzpass-Serie, steht schon wieder kurz vor der Patriots-EndZone und wird das Spiel wohl gleich eintüten. Oder?

[23h11] 4th-and-2, und einer der besten Spieler auf dem Feld, der unglaublich fette DT #74 Terrance Knighton, bricht pfeilschnell durch und reißt Brady zum Sack und Turnover on Downs im Backfield um. Das hat schon was von Sargnagel.

[23h09] Vereen droppt einen Ball in enger Deckung im 3rd-und-2 von der DEN 29. Simms möchte natürlich den Fieldgoal-Kick sehen, aber Belichick schickt erwartungsgemäß erstmal seine Offense auf das Feld. Das verwirrt seinen Gegenüber Harbaugh Fox genug, um sein zweites Timeout zu verbrennen.

[23h05] Nächster gut 8-10m überworfener tiefer Ball Bradys.

[22h55] Denver 20, New England 3/Q3 7:52. 3yds-Pass für WR #88 Thomas auf einer quicken Slant-Route gegen einen hoffnungslos verlorenen CB #37 Dennard.

Ein weiterer fast perfekter Broncos-Drive: 13 Plays, 80yds, 7:08min. Alle 3rd-Downs mit exzellent exekutierten Plays verwertet. Dazu häufig weit offene Receiver in der umtriebenen Spielfeldmitte. Die Patriots brauchen nun wohl schon einen TD, ansonsten können wir die Partie schön langsam abhaken.

[22h49] Kaepernick Manning bastelt zu lange an seinem Spielzug an der Anspiellinie herum und muss nach fünf Minuten im dritten Viertel ein Timeout verbrennen. Das hat den Zusatzeffekt, dass die nervösen Hampelmänner in der Patriots-Defense auswechseln können.

[22h45] CB #31 Talib soll Rippen- und Knieprobleme haben. Er ist noch immer „questionable“, also Rückkehr nicht komplett ausgeschlossen.

Zweites Viertel

[22h36] Denver hatte nur vier Drives. Sie machten alle gute Yardage, aber wenn du im Schnitt an der eigenen 15yds-Line beginnst, sind eben auch mit 214 Pass-Yards nur 13 Punkte drin.

START QTR POSS. YARD PLAYS YARDS RESULT
13:25 1 03:55 DEN 15 7 37 Punt
07:50 1 04:07 DEN 18 10 73 Field Goal
14:51 2 07:01 DEN 7 15 93 Touchdown
02:54 2 02:29 DEN 20 8 63 Field Goal

[22h29] Halbzeit Denver Broncos 13, New England Patriots 3

Keine gute Halbzeit für die Patriots, für die das positivste am Spiel der noch relativ akzeptable Rückstand von „nur“ 10 Punkten ist. Peyton Manning dominiert mit seiner Pass-Armada die Partie: 18/25 Completions für bereits 214yds (8.6 NY/A), aber nur 13 Punkte, weil Denver heute die Drives nicht zu Ende gespielt bekam bzw. auch aufgrund der schlechten Feldpositionen für Denver (vier Drives, die innerhalb der eigenen 20yds Line begannen).

Krasse Spread-Offense von Manning, der teilweise Plays spielt, die du am College bei Baylor siehst, mit Dutzenden Shallow-Crosses und Routen über die Spielfeldmitte.

Bei den Patriots eine zahnlose Defense. Die Secondary kriegt mit ihren Manndeckungs-Konzepten keinen Zugriff auf die Broncos-WRs (TE Thomas ist noch nicht mal besonders involviert). Es hilft natürlich nicht, dass im Passrush die einzige Waffe DE #95 Chandler Jones neutralisiert wird und CB #31 Talib mit Verletzung großteils draußen saß.

In der Defense scheint Denver zu versuchen, New Englands Laufspiel aggressiv abzuwürgen, und vor allem: Das Mitteldistanz-Passspiel der Patriots weg zu nehmen. Brady bei einem tiefen Pass horrend. Darüber hinaus verhindert Denvers Secondary die Yards nach dem Catch.

Denver kriegt nun als erstes den Ball nach der Pause.

[22h23] Denver 13, New England 3/Q2 0:25. 35yds-FG Prater. Eigenartige Entscheidung von John Fox, bei einem 4th-und-1 nahe der RedZone erst eine Auszeit zu ziehen und dann das Fieldgoal zu schießen. Damit schenkst du den Patriots im Prinzip eine halbe Minute Zeit.

Aber vorher: Ein famoser Drive der Broncos: Erstes Play, ein Holding gegen die Offense. Aber danach groovt sich Manning rein, findet zweimal en suite einen WR #88 Thomas downfield und schon ist Denver in Punktereichweite. Ein sehr guter Tackle des S #32 McCourty rettet New England vor dem drohenden TD.

[22h15] So köstlich und so wahr:

[22h11] Denver 10, New England 3/Q2 2:54. 47yds-FG Gostkowski. Brady ließ sich im 3rd-Down von DE #91 Ayers für 11yds Raumverlust sacken, aber Gostkowski nagelte das lange Fieldgoal rein. Es ist mühsamer bei den Patriots: 9 plays, 51 yds, 4:56min, aber es wird von Drive zu Drive besser.

Was auffällig ist: Die Anspielstationen von Brady sind durchaus offen, aber Denver lässt zwar Catches zu, aber quasi keine Yards nach dem Catch (außer für RB Vereen auf kurzen Passrouten).

[22h04] Greg Bedard von Sports Illustrated hat diese „Pick-Plays“ wie von Welker weiter unten beschrieben, schon unter der Woche unter die Lupe genommen und beschrieben, welche legal sind und welche nicht: Aye, There’s the Rub. Gute Lektüre, um zu verstehen, was heute auf dem Spielfeld in fast jedem Offense-Spielzug beider Seiten vorgeht.

[21h57] Denver 10, New England 0/Q2 7:50. 1yds-Pass für den selten angespielten TE #84 Tamme. Ein langer, 15 Plays, 93yds, 7:01min Drive für die Broncos, die nun weniger krasse Spread-Formationen spielen.

Manning ist nicht völlig kritikfrei, verpasst auch einige Pässe. Dazu komisches PlayCalling in einem 3rd-Down und 1 mit einer „Empty Backfield Formation“, aber Denver wurde gerettet von einem windelweichen Flaggenwurf eines Refs gegen CB Ryan.

Der wichtigste Spielzug war der 28yds-Lauf für Moreno. Man konnte in der Wiederholung sehen, dass Denvers Offense Line hier für einmal einen superben Job machte, aber auch Moreno war stark, ließ die hilflosen Safetys gekonnt aussteigen.

[21h54] Manning hat heute einen „Montana“-Audible im Köcher, und just im Moment danach zündet RB #27 Moreno den Brenner und lässt mehrere Patriots-Safetys aussteigen für einen 28yds-Lauf. McCourty greift ins Nichts.

[21h50] Drei Plays später kriegt Patriots-CB #26 Ryan ein Holding gepfiffen für nicht die Hälfte an Körperkontakt. Nicht ein Zehntel.

[21h46] Wieder so eine Crossing-Route des WR #88 Thomas, und Welker nimmt CB Talib per Bodycheck aus dem Spiel. Keine Flagge gegen Welker.

[21h43] Sie punten, und Denver muss tief hinten drin an der eigenen 6 beginnen.

Erstes Viertel

[21h40] Ende Q1. Ein ansatzweise guter Drive der Patriots zum Ende des ersten Viertels. Brady mit einem rattenscharfen Pass links raus für RB #34 Vereen, der haarscharf am „Pick-Six“ vorbeischrammt, aber Brady rasiert den Ball durch. Dann ein übler tiefer Ball für Edelman, der meterweit überworfen war (siehe vorigen Post). Kurz danach eine PI gegen die Pats, die im 3rd-und-20 einen merkwürdigen Kurzpass spielen, der überhaupt nichts bringt. Er resultiert in einem 4th-und-16, und es sah vor dem Gang in die Werbung aus als wollten die Pats es ausspielen.

[21h32] Tiefer Ball Bradys für einen meterweit offenen WR Edelman und Brady überwirft um locker 5m. Ein furchtbarer Ball. Phil Simms dazu:

„Sometimes you throw it so well, you overthrow your receiver by a few yards.“

[21h27] Denver 3, New England 0/Q1 3:43. 27yds-FG Prater. Der Drive: 10 Plays, 73yds, 4:07min. Angesichts der Leichtigkeit, mit der Denver hier die Eier bewegt, muss das Fieldgoal als Gewinn für die Patriots angesehen werden.

Denver spielt eine etwas untypische Offense heute, mit fast ausschließlich 4 WR bzw. einem TE #80 Thomas, der als Wideout aufgestellt ist. Man nutzt den mäßigen Passrush der Patriots und die tief stehenden Safetys. Das Matchup WR #88 Thomas gegen CB #31 Talib ist ein Alptraum für Talib ab dem Moment, ab dem er Thomas nicht an der Anspiellinie killen kann.

In der Pats-Defense schaut LB #91 Collins hellwach aus, aber der Rest ist nicht gut. #95 Jones scheint teilweise dreifach gedeckt zu werden. Die Lauf-Defense funktioniert, weil die Schotten dicht gemacht werden, aber es geht auf Kosten des Pass Rush. Resultat: Eine zahnlos Defense bisher.

[21h19] Nächstes 3’n’out für die Patriots. Im dritten Down geht Brady tief für #18 Slater, aber Slater kriegt gegen gute Deckung vom S #32 Tony Carter nicht beide Hände hoch. Sieht mir ein bissl aus, als würde Denvers Defense hier versuchen, New England zum Werfen (sic!) zu zwingen – mit Erfolg (für die Defense…).

Immerhin funktioniert der Punter: Punts für 60 und 55yds bisher.

[21h15] Ein guter erster Drive der Denver Broncos, die aber letztendlich nix gewinnen, denn New England startet nach dem Punt erneut an der eigenen 20.

Manning hatte 4/5 Completions für 39yds, aber das Laufspiel der Broncos wurde im Backfield abgewürgt. Die Pässe schauten aber smooth aus. Manning mit viel Tempo und extremer Spread-Offense gegen eine Pats-Defense, die bei Cross-Routen sehr verwundbar aussah, weil die Safetys tief standen.

[21h09] Sehr gebremster Start der Patriots. Brady eröffnet mit einem eher unpräzisen Kurzpass für #11 Edelman (Catch für 3yds). Dann Lauf und Incompletion bei einer schnellen In-Route für #10 Slater. Kein guter Beginn für die Pats und Punt.

[21h03] Sonnenschein und fast wolkenlos in Denver, aber wenn ich die Rauchschwaden des Feuerwerks im gleißenden Sonnenschein plus das Wehen der Fahnen richtig interpretiere, ist es ziemlich windig.

[20h30] In einer halben Stunde geht es los. Die Vorschau-Texte zum ersten Conference Finale des Tages, Denver Broncos vs New England Patriots, haben wir schon geliefert:

Gibt also genügend Lesestoff. Kickoff ist ca. 21h MEZ, live übertragen wird das Spiel bei SPORT1 US, im Gamepass und im ran.de-Stream, sowie für Österreich auch noch bei PULS 4.

Vor dem AFC-Conference Finale 2013/14: Denver Broncos – New England Patriots

Es mag der eine oder andere Wind davon bekommen haben, dass morgen, Sonntag, 19.1. die beiden Conference-Finals der NFL ausgespielt werden. Übrig geblieben sind dieses Jahr erstmals seit mehrere Jahren tatsächlich die „Big-Four“, die vier Teams, die nach Common-Sense als beste des Jahres galten. Aber das ist nichtmal der große Punkt. Es sind mehr die Ansetzungen. Zuerst zum AFC-Endspiel Denver Broncos (14-3, Sieger AFC West) vs New England Patriots (13-4, Sieger AFC East). John Fox gegen Bill Belichick. Peyton Manning gegen Tom Brady. HypeHypeHypeHypeHype.

Denver Broncos – New England Patriots

  • Kickoff: Sonntag, 21h MEZ
  • Live bei SPORT1 US, PULS 4, im NFL-Gamepass sowie im ran.de Stream.
  • Live-Einstieg ab 0h05 bei SAT.1
  • US-Kommentatoren: Jim Nantz/Phil Simms
  • Vorschau Herrmann: Broncos vs Patriots.

Ich halte mich für überwiegend hype-resistent. Minimum drei Viertel der Mainstream-Storylines in NFL, im Fußball, im Sport generell, über den Sport hinaus, gehen an mir für gewöhnlich relativ untangiert vorbei. Die Rivalität zwischen Peyton Manning und Tom Brady gehört nicht dazu. Sie wird von mir höchstens etwas „anders“ gefühlt als im Mainstream.

Peyton Manning und Brady waren die beiden dominierenden Spielerfiguren, als ich vor gut einem Jahrzehnt damit begann, mich mit dieser Liga und diesem Sport zu beschäftigen. Sie waren die dominierenden Gestalten vor sieben Jahren. Zwei der dominierenden vor drei Jahren. Zwei der dominierenden heute. Peyton Manning (NFL MVP 2003, 2004, 2008, 2009 und wohl 2013) und Brady (NFL MVP 2007, 2010) sind keine direkten Gegenspieler, aber sie werden für immer miteinander verglichen werden als die beiden prägenden Franchise-Spieler der beiden Standout-Franchises in der NFL (als Manning noch in Indianapolis spielte).

Sie haben unzählige Male gegeneinander gespielt. Fast immer waren es enge oder wichtige Spiele – ich habe schon vor drei Jahren darüber geschrieben, und der instant classic vom November 2013 war da noch Jahre entfernt. Man kann nicht alle Resultate an diesen beiden Spielern aufhängen, aber man kann die Geschichten doch in gewisser Form auf diese beiden reduzieren. Es ist keine Rivalität der bösen Worte, der feindlichen Vibes, der lauten Sprüche. Es sind zwei Spieler, die sich in all ihren Statements fast immer und fast ausschließlich auf den Sport beschränkt haben.

Beide haben so grundverschiedene und doch ähnliche Geschichten. Manning ist der Sohn eines NFL-QB, schon als kleiner Zögling von seinem Daddy Archie zum Quarterback herangezüchtet. Manning war der unumstrittene Superstar-QB am großen College Tennessee. Manning war der Top-Draftpick und designierte künftige Star-QB der Indianapolis Colts. Manning holte statistische Rekorde und MVPs, aber brauchte lange um seinen ersten Titel zu holen. Manning ist trotz seines eher trockenen Charakters ein bekanntes Werbegesicht in den Staaten. Manning ist mit seinem College-Sweetheart verheiratet.

Tom Brady kommt aus der Familie von Otto Normalverbraucher. Seine wahre Leidenschaft als Bub war Baseball. Er war auch ein Quarterback an einem großen College, bei Michigan. Aber dort versuchte man, ihn trotz guter Leistungen stets abzusägen. Er rutschte im NFL-Draft erst kurz vor Schluss in der sechsten Runde noch zu den Patriots. Er kämpfte sich vom unteren Ende des Depth-Charts hoch und kam erst durch Zufall in die Starter-Rolle. Er holte erst die Superbowls, und holte seine Statistik-Rekorde erst in späteren Jahren. Er ist trotz Werbegesicht nur begrenzt in TV-Ads präsent. Brady schleppte die Schnitten reihenweise ab. Verheiratet ist er heute mit Supermodel Gisele Bündchen.

Manning ist der Quarterback, der in der Post Season stets daran erinnert wird, dass er nicht der größte „Gewinner“ unter der Sonne ist. Das mag in Ergebnissen stimmen (Manning verlor 11 seiner 21 Playoffspieel), aber rein leistungstechnisch schmiert Brady größer ab. Aber Brady ist der „Gewinner“. Brady ist der QB, dessen Conference-Finalqualifikation sich heute genau „angemessen“ anfühlt: Es ist eine durchschnittliche Saison. Das ist richtig: Brady, 12te Saison als Starter: 3x Superbowl-Champ, 2x Superbowl-Verlierer, 2x Halbfinalverlierer, 2x Divisional-Verlierer, 1x Wildcard-Verlierer, 1x an der Playoff-Qualifikation gescheitert, und jetzt wieder fürs Halbfinale qualifiziert. Brady erreicht im Schnitt in seiner Karriere das Conference-Finale!

Manning gegen Brady ist so großartig, weil es die beiden größten Stars des heutigen American Football sind. Weil sie Hormonschwangerschaft auskommen. Weil sie… schlicht die besten waren, und das für extrem lange Zeit, und sie noch heute zwei der besten sind.


Auch 2013/14 sind Manning und Brady noch die treibenden Kräfte hinter ihren Offenses. Bei Manning ist das offensichtlich. Brady hatte heuer das wackeligste Jahr seit langem, aber er hatte auch lange nicht mehr einen so banalen Support-Cast:

  • WR #11 Julian Edelman, 111 Catches in 160 Anspielen, 1140yds, 6 TD und nur 21% tief angespielt.
  • WR #80 Danny Amendola, 57 Catches in 88 Anspielen, 2 TD und nur 16% tiefe Anspiele
  • TE #47 Michael Hoomanawanui, 13 Catches in 20 Anspielen, 4 TD, 5% tiefe Anspiele
  • „RB“ #34 Shane Vereen, 49 Catches, 443yds, 3 TD
  • RB #38 Bolden, 21 Catches, 152yds.

Gronkowski (33% tiefe Anspiele), Dobson (36% tiefe Anspiele) und Thompkins (27% tiefe Anspiele) sind längst aus diversen Gründen nur mehr Randerscheinungen. Das Laufspiel war in New England eh fast immer effizient, wobei man „effizient“ nicht zwingend mit „gut“ gleichsetzen sollte.

„Effizient“ kann auch sein „bringt Output bei guten Rahmenbedingungen“. „Gut“ wäre eher „bringt Output die Rahmenbedingungen nicht beachtend“. Die Herrschaften RB #29 Blount (177 Carries, 938yds, 11 TD, 47% Success-Rate) und RB #22 Ridley (192 Carries, 825yds, 9 TD, 44% Success-Rate) liefern meistens so, wie dem Durchschnitt nahe Running Backs in der NFL so liefern: Gut, wenn es die Rahmenbedingungen erlauben, teilweise in der Lage, selbst ein Yard aus dem Nichts zu generieren, aber keine klassischen Arbeitstiere. Ein als sehr exzellent wahrgenommenes Patriots-Laufspiel, aber kein Back mit mehr als 1000yds: Mehr „Patriots-Way“ geht nicht.

Einen Punkt, den man nicht vernachlässigen sollte: Die Patriots können werfen. Sie hatten eine ganz üble Phase zu Saisonbeginn, aber seit ziemlich genau Mitte Oktober ist das eine der besten Pass-Offenses in der Liga. Selbst nach Gronkowskis erneutem Verletzungsausfall büßte Brady kein Jota an Effizienz ein; es bleibt allerdings die Sorge, ob die Patriots imstande sind, ihren Stiefel auch dann runterzuspielen, wenn der Gegner es schafft, das Kurzpassspiel etwas einzudämmen – ein schwieriges Unterfangen, aber kein unmögliches, selbst wenn der Gegner wie Denver auf den meilenweit besten Passrusher Von Miller sowie einen der besten Deckungs-CB Chris Harris (beide Kreuzbandriss) verzichten muss. Eine Offense, der ein tiefes Element abgeht, bricht leichter ein als eine, die eins hat. Das haben die Patriots in den letzten Jahren häufig schmerzvoll im Jänner erlebt. Und John Fox und sein DefCoord Del Rio sind Abwehrfüchse, die, wenn sie eines perfektioniert haben, dann wissen, wie man ein gefährliches Laufspiel einbremst.


Patriots-Offense und Broncos-Offense sind vom Style her gewiss verschieden, aber der gesamte Output ist bei beiden frappierend ähnlich:

  • Denver spielte heuer 192 Offense-Drives, New England 191.
  • Denver mit nur 16% three’n’out (#2 ligaweit), New England mit 19% (#3 ligaweit).
  • Denver mit 38.2yds/Drive (#2 ligaweit), New England 33.7yds/Drive (#7 ligaweit).
  • New England kaschiert dies mit der um 2yds besseren Starting Field Position.
  • Beide mit 6.1 Plays/Drive.
  • Sekunden pro Play: Beide mit im Schnitt 24.7sek zwischen den Snaps.

Beide punten wenig (Denver nur in jedem dritten Drive). Der große Unterschied kommt in den Punkten zustande (Denver erzielte einen neuen Punkterekord mit 606 über die Regular Season), aber der Unterschied ist letzten Endes: Denver beendet mehr Drives mit Touchdowns. New England schließt jeden fünften Drive mit Field Goals ab, Denver beendet 37 von 100 Drives mit TD. Beide Werte sind in ihren Kategorien Spitzenwerte. Rate mal, wer glücklicher damit ist.


Die Broncos-Offense macht mir Angst. Manning fährt mit 7.8 NY/A über den Gegner drüber. Er hat vier Anspielstationen, die praktisch die gesamte Workload tragen: Die beiden Thomasse, Decker und ex-Patriot Welker sind verantwortlich für 77% der Yards. Mannings Präzision und vier gutklassige Anspielstationen? Dieses Quartett allein ist fast nicht aus dem Spiel zu nehmen. Dazu gesellt sich dieses Jahr aber auch ein starkes Laufspiel, das die Patriots schon im ersten Spiel komplett mit über 200yds überlief. RB Moreno spielt die Saison seines Lebens, RB Montee Ball macht eigentlich immer einen recht flotten Eindruck, wurde aber teilweise arg wenig eingesetzt.

New England hat dank zahlreicher Verletzungen eine der wackeligsten Lauf-Defenses. Ohne zusätzliche Verstärkung der „Box“ dürfte es für die Herrschaften wie DT Jones oder DT Siliga eine Herkulesaufgabe werden, Morenos eingestreute Carries zu stoppen. Aber dann fehlen diese Jungs hinten in der Deckung.

Was tust du als Defense dagegen? Laufspiel kannst du dem Gegner eigentlich nicht ohne weiteres anbieten, da es der risikoloseste Weg ist, zum Erfolg zu kommen. Aber verstärkst du die Front-Seven mit einem Safety, öffnest du einem WR #88 Demariyus Thomas „hinten“ alle Scheunen für 25yds-Catches. Es hat was von Jänner 2005, als eine ähnlich dezimierte Pats-Defense gegen eine ähnlich rekordträchtige Manning-Offense (damals 49 Pass-TD für Manning) antrat – und diese dann auf drei Punkte hielt. Das ist bis heute eines der herausragenden Abwehrspiele seit ich Football verfolge. ES war allerdings im Schneegestöber von Foxboro, und morgen soll es in Denver vergleichsweise gesittete Witterungsverhältnisse geben.

Es wird einen erneuten sensationellen GamePlan von Belichick und seinem Defense-Coachingstaff brauchen, um Denver in deren Stadion einzubremsen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie ausreichend Personal und Tiefe dafür haben. Ich bin allerdings sicher, dass Belichick noch ein Karnickel im Ärmel hat.


Die Broncos sind zu favorisieren. Es spricht so vieles für sie: Sie haben die bessere Offense, sie eine Defense, die zumindest trotz allem noch eine Spur besser aufgestellt ist um den Stärken des Gegners zu begegnen. In beiden Mannschaftsteilen sind sie trotz einiger wichtiger Ausfälle (Miller, Harris) gesünder, tiefer besetzt. Sie haben den Heimvorteil. Die Wettbüros sehen Denver mit 4-5 Punkten vorn, mein Power-Ranking sah einen 7pts-Vorteil für die Broncos und empfiehlt entsprechend, auch gegen den Spread auf den Favoriten zu setzen.

Ein Patriots-Sieg würde niemanden vom Hocker reißen, aber das Gesamtpaket und die Ausgangslage vor dieser Partie sollten pro Denver sprechen und damit für die siebte Superbowl-Qualifikation für die Broncos.

NFL-Power Ranking 2013/14 nach den Divisional-Playoffs

Das Divisional-Playoffwochenende hat spielerisch die Erwartungen nicht erfüllen können, aber das soll uns den Spaß am Zahlendrehen nicht nehmen. Bemerkenswert an den vier Halbfinalteilnehmern ist, dass sie im Sommer die vier Teams mit den schlechtesten Superbowl-Quoten waren, d.h. es sind genau die vier Topfavoriten, die sich am Sonntag untereinander die beiden Superbowl-Teilnehmer ausspielen werden.

Persönlich hatte ich einen fünften in der Verlosung: Green Bay. Aus den Packers ist knapp nichts geworden. Aber meine ersten fünf Superbowl-Anwärter waren im September gewesen:

#1 Denver
#2 Green Bay
#3 Seattle
#4 San Francisco
#5 New England

Vier der fünf stehen im Halbfinale. Aber, okay: Dieses Quartett hätte im Prinzip auch ein Neuling voraussagen können, denn es kommt in etwa so überraschend wie der tägliche Sonnenuntergang. Allein: Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet in einer Saison, die so viele Überraschung geboten hatte wie 2013/14, am Ende die vier Top-Favoriten übrig bleiben. Das hat was von FIFA-WM 2002, als nach dem großen Zwergenaufstand ausgerechnet bei jener WM zum einzigen Mal die beiden größten Fußball-Nationen der Welt, Brasilien und Deutschland, im Endspiel übrig blieben.

Nach dem Sprung das aktualisierte Power-Ranking nach einer Viertelfinalrunde, der es am allerletzten Zacken Drama natürlich gemangelt hat.

NFL-Power Ranking 2013/14, Divisional Playoffs

NFL-Power Ranking 2013/14, Divisional Playoffs

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strength of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Divisional-Playoffs.


Wir können uns vor dem Championship Sunday schon vorab die Effizienz-Stats der vier verbliebenen Superbowl-Anwärter miteinander vergleichen (grün gefärbte Stats sind mindestens eine Standardabweichung besser als Ligaschnitt, orange gefärbte minimum eine Standardabweichung schlechter als der Durchschnitt), mit Klick auf das Bild zu vergrößern:

Effizienz-Stats Divisionals, 2013

Effizienz-Stats Divisionals, 2013

Als Vorwarnung sei geschrieben, dass diese Stats „non-adjusted“ sind, d.h. sie sind nicht für ihren Schedule angepasst. Denver hatte bekanntlich den einfachsten Schedule der Liga, während New England den 22t-schwersten Schedule sah, Seattle den 19t-schwersten, und allein San Francisco mit dem 15t-schwersten Schedule einen minimal überdurchschnittlichen (.504).

Dass die besten Teams tendenziell „einfachere“ Schedules spielen, sollte man nicht überbewerten; sie können ja schlecht „gegen sich selbst“ spielen, während zum Beispiel St Louis oder Tampa Bay natürlich tendenziell schwierigere Spielpläne haben, weil sie nicht gegen St Louis bzw. Tampa Bay spielen „dürfen“.

Auf der anderen Seite: Ein einfacherer Schedule gibt dir eben auch bessere Chance auf viele Siege, ergo mehr Playoff-Heimspiele und ergo in der Folge bessere Siegchance in den „Clutch“-Spielen. Aber okay. SOS ist ein Thema für sich; die Gedanken sollte man sich nur einmal gemacht haben.

Eine Erkenntnis aus den un-adjustierten Schedules: Außer Denver stehen keine „Juggernaut“-Pass-Offenses im Semifinale. Allerdings haben alle Teams eine überdurchschnittliche Pass-Offense. Die Broncos sind gar 2.3 Standardabweichungen über dem NFL-Durchschnitt, was ihre Pass-Offense angeht.

Drei von vier Lauf-Offenses sind in den Top-5 der effizientesten Lauf-Offenses. „Effizienz“ bedeutet hierbei wie immer nicht Yards/Carry, sondern die Success-Rate in Prozentangabe, d.h. wie viele Run-Plays von 100 Versuchen zum Erfolg führen. „Erfolg“ ist dabei definiert mit „du hast nach Spielzugende eine höhere Punkteerwartung als vor dem Snap“. Damit ist ein 2yds-Run im 3rd-und-1 mehr wert als ein 11yds-Lauf im 3rd-und-17.

Die Seahawks sind übrigens in Lauf und Pass nicht gefärbt, aber sie sind extremst nahe dran: 0.98 Standardabweichungen über Liga-Schnitt im Pass, 0.99 Standardabweichungen drüber im Laufspiel. Knapper geht nicht, aber wir sind wie ein 2cm verschossenes 59yds-FG in der letzten Sekunde: Knapp daneben wir mit Nicht-Färbung bestraft. Aber die Advanced-Stats bestätigen hier das Gefühl bei den Hawks: Das ist eine auf breiter Basis sehr gute Offense, die dich aber nicht baff hinterlässt, weil sie eben nirgendwo „absolut überragend“.

San Franciscos Lauf-Offense wird oft gelobt, aber sie ist tatsächlich eher unterdurchschnittlich erfolgreich!

Was sehen wir weiters? Zum Beispiel, dass die Offenses der Halbfinalisten INTs vermeiden. INTs vermeidest du am besten, wenn du kein Risiko eingehst. Aber um 6.5 NY/A oder mehr (um mal eine Hausnummer rauszuschießen) zu erzielen, musst du üblicherweise schon recht viel riskieren. Insofern sind diese INT-Raten bemerkenswert. Vor allem Peyton Manning ist eine Sensation, die man nicht hoch genug einschätzen kann.

Was auch auffällt: Alle vier Semifinalisten haben schlechte Fumble-Raten in ihrer Offense. Man denke dran, wenn die Pundits das nächste Mal behaupten „good teams do not fumble“.

Bei den Pass-Defenses fällt auf, dass keine Graupen-Units dabei sind; vor zwei Jahren z.B. hatte sich New England mit einer der übelsten Pass-Defenses der Liga bis durch in die Superbowl gemogelt. Diesmal sind alle zumindest durchschnittlich, wobei Seattle eine der besten Pass-Defenses aller Zeiten auffährt.

 Und alle Semifinalisten fangen leicht überdurchschnittlich viele Bälle ab. Remember? Alle hatten auch überdurchschnittliche INT-Werte in der Offense.

Bei den Strafen ist mit New England eine der diszipliniertesten Mannschaften vorne dabei, aber ausgerechnet mit Denver und Seattle stehen hier zwei Mannschaften im Halbfinale, die zu den undiszipliniertesten bzw. unfairsten der Liga gehören. Strafen als Mittel, den Gegner einzuschüchtern? Keine Ahnung, aber wenn ich aus dem Bauch heraus behauptete, das NFC-Endspiel Seattle – San Francisco habe Potenzial für die meisten Strafen / Personal-Fouls, so scheint uns doch im Endspiel möglicherweise etwas deutlich Schlimmeres zu blühen. Denn: Seattle und Denver sind beide favorisiert, ihre Semifinals zu gewinnen, wie wir sehen werden…

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für die Conference-Championships

3-1 Bilanz für das Power-Ranking im Viertelfinale, wo nur die minimalst favorisierten Panthers (52%) verloren. Das Power-Ranking ist damit 126-73 (63.3%) in korrekten Tipps. Eine Spread-Analyse über das Jahr wird im Februar noch folgen…

Die Wahrscheinlichkeiten für die Conference-Finals lauten:

HOME                 %   AWAY                  %
Seattle             68   San Francisco        32
Denver              71   New England          29

Rechnen wir diese Wahrscheinlichkeiten in Spreads um, so ist Seattle nach diesem Ranking ein 6pts-Favorit. Die Wettbüros geben den Seahawks durchschnittlich nur 3.5 Punkte in den Opening-Lines, ein für meine Begriffe erstaunlich niedrigerer Spread. Ich würde damit Seattle auch gegen den Spread nehmen, und erwarte eigentlich, dass sich die Line bis zum Sonntag noch weiter gen Seahawks bewegen wird.

Denver ist sogar ein 7pts-Favorit nach diesem Ranking. Die Wettbüros geben den Broncos 4.5 Punkte. Damit auch hier: Ich würde den Favoriten auch gegen den Spread nehmen.

AFC-Divisional Playoffs 2013/14: Denver Broncos – San Diego Chargers live

[01h59] Endstand Denver Broncos 24, San Diego Chargers 17.

Enttäuschendes Spiel, vor allem, weil die San Diego Chargers einen idiotischen GamePlan mit ihrer Offense verfolgten, und zwar nicht nur zwei Drives lang, sondern dreieinhalb Viertel. Du kannst mal in die Grütze greifen und dich falsch vorbereitet haben, aber du hast immer eine Chance, es noch zu korrigieren. Aber McCoy/Whisenhunt blieben dreieinhalb Viertel bei Marty Ball und gehören dafür mit dem Ausscheiden bestraft.

Whisenhunt sollte ab morgen in seinen Headcoach-Vorstellungsgesprächen Fragen diesbezüglich beantworten müssen. Hoffentlich auch in Detroit.

Denver war heute nicht überragend, aber in einem Spiel der wenigen Drives mussten sie nie punten, sondern spielten die Drives aus. Turnovers, Drops in der EndZone und verschossene Field Goals hielten das Spiel länger knapp als es sein musste.

San Diego hatte eine sehr gute Saison, viel besser als erwartet. Man rettete sich über eine lange Zeit horrende Defense hinweg und schaffte es verdientermaßen in die Playoffs, aber heute war ein Offenbarungseid vom Trainerstab. Als man Rivers endlich machen ließ, hätte man das Spiel fast noch gedreht. Vor allem der sensationelle Rookie #13 Keenan Allen glänzte mit 6 Catches für 142yds und 2 TD, fast alles davon im letzten Viertel (ein 19yds-Catch hatte er glaube ich noch im dritten).

Updoming: AFC Finale Denver vs New England (nächsten Sonntag, 21h MEZ).

Manning gegen Brady. Da ist viel Geschichte dabei. 2003/04 die Interceptions von Ty Law im Schneegestöber von Foxboro. 2004/05 die Patriots mit der Backup-Defense gegen die Rekord-Offense Mannings: 3 Punkte für Peyton. 2006/07 das epische AFC-Finale im RCA Dome.

[01h53] Moreno macht das notwendige 1st-Down, und das Spiel ist over. Denver zieht ins AFC-Finale ein und trifft am Sonntag um 21h auf die New England Patriots.

[01h47] Nächste Serie: Wieder eine 3rd-Down Completion für Thomas. McCoy macht danach überraschenderweise das Richtige und zieht sein letztes Timeout noch vor der 2min-Warning.

[01h45] Die Denver-Angriffsserie:

  1. Down: False Start und -2yds Lauf.
  2. Down und 17: Incomplete.
  3. Down: TE Thomas holt ihn für 19yds runter und geht aus dem Spielfeld.

Im dritten und extrem lang. Die Safetys ziehen in die Mitte, Thomas nach außen. Ist völlig offen.

[01h41] Um 0h34 haben die Chargers übrigens ein Timeout gezogen, das man jetzt durchaus gebrauchen könnte…

[01h39] Denver 24, San Diego 17/Q4 3:53. 30yds-FG Novak. Ich hätte zwar ausgespielt, aber okay. Dann wäre McCoy dafür gegrillt worden, nicht für sein katastrophales Offense-Management in den ersten 3.5 Vierteln.

[01h32] Onside-Kick, und San Diego recovert.

[01h27] Denver 24, San Diego 14/Q4 5:43. Nächster 16yds-TD für #13 Keenan Allen. And again: Warum nicht früher?

Jetzt muss ein Onside-Kick her.

[01h22]

[01h17] Denver 24, San Diego 7/Q4 8:12. 3yds-Run für #27 Moreno. 9 Plays, 81yds, 4:47min Drive. Zahnlose Chargers-Defense, und die Entscheidung.

Manning mit viel Passspiel um nahe der SD 30 zu kommen (ergo in FG-Reichweite), danach wurden nur noch die relativ risiklosen Läufe angesagt um an der Uhr zu schrauben und im schlimmsten Fall relativ sichere 3 Punkte mitzunehmen.

[01h10] Refs bekleckern sich bei einer undurchsichtigen Penalty-Situation gegen die Chargers-Defense nicht unbedingt mit Ruhm. Nach zirka drei Minuten Rätselraten ist klar, wohin die Reise geht: DPI, 23yds-Strafe gegen San Diego, auch wenn keine Einstellung irgendwo eine DPI hergegeben hätte.

[00h58] Denver 17, San Diego 7/Q4 12:59. 16yds-Catch für #13 Keenan Allen, der sich gegen CB Jammer durchsetzt. Drive: 6 plays, 63yds, 3:08min.

Die Chargers setzen verstärkt auf das Passspiel, und Überraschung, Überraschung: Schon sind die ersten Punkte da. Muss man da wirklich studiert haben, um das zu überreißen? Muss man wirklich über drei Viertel warten, bis man die Granate Allen erstmals wirklich in Szene setzt?

Drittes Viertel

[00h51] Ende Q3. San Diego mal wieder mit einem 3rd-und-4 vor der Brust. Scheitert man, wird McCoy punten, da kannst du Gift drauf nehmen.

[00h47] Prater nagelt ihn aus 47yds links daneben, wobei ab ca. Hälfte der Distanz der Wind den Ball merklich seitwärts trieb. Mike McCoy feiert den Fehlkick als hätten die Chargers das Spiel schon gewonnen.

[00h45] Omaha-Counter: 4.

[00h42] Offside-Counter der Chargers gegen den „Omaha“-Audible: 3. (ein vierter kam gegen einen anderen Audible)

[00h39] 19yds-Pass für #13 Keenan Allen. Dann ein verwertetes 3rd-Down wegen OPI zurückgepfiffen. Dann ein fangbarer Ball durch die Finger von TE #89 Green geflutscht – Resultat: Punt. Der Punt geht 50cm in die EndZone und hüpft wieder raus, aber das Regelwerk ist gnadenlos und sagt: Touchback.

[00h34] Timeout San Diego vor dem 3rd-Down und 4. Eh klar.

[00h32] Letzter ernsthafter Offense-Spielzug der Chargers war um 23h45.

[00h28] Denver 17, San Diego 0/Q3 9:35. 45yds-FG für Prater.Tiefer Ball Manning, und Welker droppt den Ball. Ich weiß nicht, ob ich nun eine Reaktion von den Chargers erwarten soll. Ich erhoffe mir aber zumindest noch etwas.

[00h14] Mike McCoy im Halbzeitinterview: Wir müssen uns in 3rd-und-lang verbessern. Wie wäre es, die vielen Run Plays aus dem Playbook zu streichen, um die 3rd-und-langs zu verhindern?

Ansonsten: Te’o out. Hoffnung auf Besserung bei den Chargers: Minimal.

Zweites Viertel

[00h05] Halbzeit Denver 14, San Diego 0.

Ganz üble Halbzeit aus Chargers-Sicht. San Diego wird in Grund und Boden gespielt, sieht seine softe Defense-Front 6 überlaufen und könnte durchaus schon mit 3 oder 4 TD zurückliegen.

Einige Probleme sind auch hausgemacht, so z.B. das Offense-PlayCalling, ein reines Marty-Ball Gekicke, mit schrecklichem Output: 12 Rushes für 44yds, Rivers ist 5/8 für 20yds. Mit Sacks 1 NY für San Diego. Nicht 1 NY/A. Sondern 1 NY. In NY/A ist das ein Elftel Yards pro Versuch. Kein einziger Catch für einen Wide Receiver. Nur zwei Anspiele für WR. Sogar im 3rd-und-17 wurde gelaufen. Was für eine Blamage.

Denver mit 4 Drives: TD, Fumble, TD, Interception. 86, 13, 57 und 26yds für die Broncos-Drives.

Denver kriegt nun als erstes den Ball und kann den Gegner mit einem TD-Drive begraben.

[00h00] Pass Manning in die EndZone, DB Stuckey fälscht den Ball ab und LB #56 Victor Butler mit der mitternächtlichen Tanzeinlage, fängt den Ball ab.

… und dann knien die Chargers mit einer halben Minute auf der Uhr ab! Fuck. Versuchts wenigstens.

[23h53] CBS at his best: Punt Return. Decker haxelt sich selbst. Werbepause. Schalte zurück ins Stadion. Punter Scifres liegt verletzt am Boden. Werbepause. Schalte zurück ins Stadion. Ein Charger hüpft mal wieder Offside. Schiri-Erklärung. Und dann tickert die Uhr auf 2:00 runter. Werbepause. Sechs Minuten Realzeit. Plays: 0.

[23h48] Eben flog ein Stoffsack mit 180 Sachen durchs Bild, und San Diego muss in diesen Wind hinein werfen, aber ist das eine Entschuldigung für das PlayCalling der Chargers? RRPP in seiner reinsten Sorte. Das ist natürlich eine logische Vorgehensweise mit einem der besten Quarterbacks der Liga…

Punt, und PR #87 Decker könnte durchlaufen, stellt sich aber selbst das Bein. Denver in sehr guter Feldposition, mal wieder. Und Denver kriegt nach der Pause auch als erstes den Ball.

[23h40] Denver 14, San Diego 0/Q2 6:00. 3yds-TD #83 Wes Welker. Drive: 9 plays, 57 yds, 5:13min. Nächster lockerer Broncos-Drive gegen eine zahnlose Chargers-Defense.

Auffällig bei San Diego: Sie lassen sich vom „Omaha“-Audible Mannings verarschen. Schon zweimal „Enchroachment“ gegen San Diego bei diesem Audible, plus ein weiteres Mal haarscharf dran, als die Refs keine Flagge warfen.

[23h28] Rivers lässt sich im 3rd-Down an der DEN 35 sacken. San Diego versucht trotzdem in den Winden von Mile-High den 53yds-Kick, aber Novak rutscht weg und der Ball fällt harmlos 10m zu kurz zu Boden.

[23h23] Ein haariger Call der Referees: TE #80 Julius Thomas fängt einen Ball im 3rd-Down und fumbelt ihn weg. Alle Replays hätten eher vermuten lassen, dass es ein Incomplete-Pass war, es die Beweislage war wohl zu schwach. San Diego übernimmt an der SD 44.

Erstes Viertel

[23h12] Fortsetzung der „Marty Ball Offense“ bei den Chargers in allerbester Manier: 1yds Run, 1yds Run, 5yds Strafe, Incompletion, Punt.

[23h03] Denver 7, San Diego 0/Q1 2:25. 2yds-Pass für WR #88 Thomas in engster Deckung vom S #32 Weddle.

Auch die Broncos mit einem zeit- und ressourcenraubenden Drive, 14 Plays, 86yds, 7:00min, aber im Unterschied zu den Chargers ist man ergebnisorientierter, und dank einer 6/8 Serie von Manning (68yds) für teilweise erschreckend offene Receiver gibt es den ersten TD.

Allerdings fällt bei Manning erneut der schwache tiefe Ball auf. Ein tiefer Pass in die EndZone hätte mit einem Minimum an Glück auch von einem Chargers-DB abgefangen werden können (bzw. „werden sollen“).

[22h58] Manning hat einen Audible, der sich „Heidi“ nennt, und der verwirrt San Diego so sehr, dass die Chargers erstmal ihr zweites (!) Timeout in den ersten zehn Minuten ziehen.

[22h50] Uninspirierter Start der Chargers, die sich extremst lange Zeit lassen, mit sechs Offense-Plays über 5min von der Uhr nehmen. Es wird viel gelaufen. Es wird sogar im 3rd-und-17 gelaufen, und dann schenken die Broncos ihnen via Facemask ein neues 1st-Down. Eine erste Sollbruchstelle in der Offense Line hat sich auch schon aufgemacht: Zwischen RT #76 Fluker und dem Right Guard brechen in schöner Regelmäßigkeit die Denver-Passrusher durch – schon zwei Sacks (in 5 Pass-Plays!) gegen Rivers. Punt.

[22h42] Die Winde in Denver sollen heftig sein: Die Rede ist von 23mph (Meilen pro Stunde). Das wird Passspiel nicht einfach machen. Quelle: PFT.

[22h26] Heute am frühen Abend schneite eine Meldung herein, die Peyton Mannings NFL-Zukunft mal wieder in Frage stellt. Körperteil des Schreckens: Der Nacken.

[22h18] Das Divisional-Wochenende ist bisher überraschungsfrei: Alle drei Spiele wurden vom Favoriten nach Wettbüros gewonnen. Sollten nun die Broncos gewinnen, werden wir im Conference-Finale die vier Teams sehen, die im Sommer nach Wettbüros die vier Topfavoriten auf das Endspiel waren.

Broncos (13-3) gegen Chargers (10-7) ist aber eine reizvolle Ansetzung, die durchaus Upset-Potenzial besitzt. Die Vorschau-Serie:

Kurz nach halb elf geht es los.

NFC-Divisional Playoffs 2013/14: Carolina Panthers – San Francisco 49ers live

[22h19] Das noch nicht aktualisierte Power-Ranking empfiehlt für Seattle nächste Woche eine 68%ige Siegchance für die Seahawks. Das würde einem Spread von SEA -6 entsprechen.

[22h01] Endstand Carolina Panthers 10, San Francisco 49ers 23.

Am Ende eine souveräne zweite Halbzeit der San Francisco 49ers. Sie wird vieles vergessen machen, was Carolina in der ersten Halbzeit gut machte. San Francisco mit wuchtigem Laufspiel nach der Pause. Kaepernick nur mit 3 Pässen nach der Pause, aber die gingen alle tief für 75yds.

Das war heute ein Thema: Die Front-Seven der Panthers war nicht so dominant. Dafür wurde die Front-Seven der 49ers im zunehmenden Spielverlauf immer überlegener, zerbröselte die OL der Panthers nach der Pause. Newton im letzten Verzweiflungsdrive mit sehr wenig Zeit, wurde mehrfach niedergeschlagen, und somit war die INT so was wie „logische Folge“.

Ein Thema, das man nicht vergessen sollte: Die Refs waren wenigstens in der ersten Halbzeit schwach. Die Combo aus Refs, ein paar unglücklichen Aktionen wie der ersten Newton-INT plus die üble 19yds-FG Entscheidung von Rivera kostete die Panthers eine eigentlich „logische“ Halbzeitführung. Danach ein langer 8:20min-Drive in Q3, der ohne Punkte blieb, weil Newton zwei Sacks kassierte. Schon war die Partie in Gefahr. Dann ließ man – wie schon das ganze Jahr – jegliche Dringlichkeit vermissen, und somit bringst du am Ende noch dein Publikum gegen dich auf und die Niederlage sieht viel schlechter aus als sie am Ende war.

Also: Ein sehr gutes Spiel in der ersten Hälfte. Eines, das immer lahmer wurde mit zunehmendem Spielverlauf. Den Panthers wurde nach und nach ganz still und leise der Zahn gezogen. Für die Offseason bleibt den Panthers eine Hauptaufgabe: Drafte Wide Receivers, Tight Ends, Skill-Players, so lange es geht. Cam Newton braucht Unterstützung, dann bleibt dieses Team trotz der schlechten Salary Cap-Situation ein Titelanwärter.

Damit haben wir nächsten Sonntag, 00h30 in der Nacht auf Montag: Seattle Seahawks vs San Francisco 49ers, das Spiel mit den meisten Schlägereien und Personal-Fouls in der Playoffgeschichte?

[21h53] Ein Personal-Foul gegen DB #22 Thomas (Panthers) beendet de facto die Partie.

[21h49] Dann kommt der Sargnagel: Newton geht tief, S #31 Whitner fängt den Ball ab.

[21h47] Ich weiß nicht, ob die Personal-Foul Strafe gegen die SF #51 (Hit gegen Newton) eine korrekte Entscheidung war, aber eines ist sicher falsch: Aikmans Einschätzung, dass Newton in der Situation ein „Runner“ war. Was für ein Dünnpfiff.

[21h40] Carolina 10, San Francisco 23/Q4 7:41. 34yds-FG für Dawson. Ein wichtiger Stand der Panthers-Defense, weil das Spiel innerhalb von 2 TD bleibem aber das große Problem: 13 plays, 73yds, 7:52min Drive. Das ist zeitfressend. Jetzt kann sich Carolina keinen 8:20min-Drive ohne Punkte mehr erlauben.

Carolinas Defense ist heute auch nicht so überzeugend: Die Front-Seven dominiert längst nicht so stark wie im „Hinspiel“, und mit dem Augenblick an Extrazeit kann Kaepernick die Pässe anbringen. Die Lauf-Defense der Panthers sieht mittlerweile auch recht müde aus.

[21h37] Jetzt verbrennt Carolina ein Timeout – und für die Panthers ist das angesichts der Ausgangslage noch viel schlimmer. San Francsico klopft erneut an: 3rd-und-4 nun nahe der Goal Line.

[21h34] San Francisco hatte beim TD übrigens auch während des Spielzugs 12 men on the field:

[21h33] Kaepernick nimmt ein Timeout in einem potenziell engen Spiel, weil er den Spielzug nicht rechtzeitig durchgesagt bekommt, die Zweite: Check.

Resultat der Auszeit-Besprechung: Ein QB-Sneak. Eh klar…

[21h32] Aikman sinngemäß: „Boldin spielt das Spiel wie ein Offense Liner: Tough und physical.“

[21h27] Kaepernick nimmt ein Timeout in einem potenziell engen Spiel, weil er den Spielzug nicht rechtzeitig durchgesagt bekommt: Check.

Drittes Viertel

[21h19] Ein langer, zeitintensiver Drive der Carolina Panthers, der letztlich nach über 8:20min in einem Punt endet – ohne Punkte. Also:

  • Carolina ist das Gegenteil von „Stress haben“. Fast jeder Snap läuft bis auf 1sek der Play-Clock runter.
  • Dreimal eine 3rd-und-1 Conversion für Carolina. Jedes Mal auf eine andere Art, aber allein die physische Art und Weise zeigt nochmals rückblickend, dass Rivera hätte an der GoalLine ein weiteres Mal ausspielen sollen.
  • Die Pass-Protection der Panthers kriegt Probleme, weil die Routen tiefer werden und die Fullbacks für das „Blitz-Pickup“ gebraucht werden, d.h. keine Checkdown-Optionen mehr verfügbar.
  • Einige coole Spielzüge der Panthers, u.a. ein echter „Veer“-Spielzug (Veer = Option-Offense in ihrer reinsten Form) bei einem Spielzug, der allerdings wegen „illegal formation“ zurück gepfiffen wurde.

[21h02] Carolina 10, San Francisco 20/Q3 8:53. 4yds-Scramble für Kaepernick. CB #29 Drayton Florence ließ sich von Kaepernick verarschen, hätte den Lauf im Backfield wenn nicht abwürgen, dann zumindest einbremsen können. Der Drive: 8 plays, 77yds, 4:32min.

Schlüssel war ein 45yds-Pass downfield für einen plötzlich meterweit offenen Boldin. Kaepernick warf den Pass vielleicht sogar zu kurz, ansonsten hätte Boldin geschwind durchlaufen können. So brauchten die 49ers noch zwei Plays hernach: Der erste war ein Fumble bei der Ballübergabe von Kaepernick für Gore, der zweite der TD.

Auf des Messers Schneide, das Ganze, wie gehabt.

[20h56] 3’n’out gegen Carolina zum Start der zweiten Halbzeit. Wird interessant zu beobachten, wie lange die 49ers brauchen, um sich auf die überraschende Panthers-Offense einzustellen.

Und in der 49ers-Offense: Wann wird OffCoord Greg Roman RB #21 Frank Gore wiederentdecken? (Gore bisher 7 Carries für 17yds).

Zweites Viertel

[20h52] Der Davis-TD erregt weiterhin die Gemüter: Keine Strafe gegen San Francisco wegen „12 men in the huddle“. Dann soll Davis vor dem Catch bereits aus dem Spielfeld gewesen sein. Dann regt sich die Meute über das Rumpelstilzchen Jim Harbaugh auf…

[20h44] Halbzeitstand Carolina 10, San Francisco 13.

Ein spannendes, intensives Spiel. Es ist nicht hochklassig, aber dramatisch. Die Carolina Panthers waren eigentlich die klar bessere Mannschaft, mit effizienterer Offense (26 Plays, 195yds vs San Francisco mit 36 Plays für 139yds), aber San Francisco führt! Die Gründe:

  • Angetippte INT gegen Newton, während die beiden angetippten Bälle Kaepernicks nicht in INTs resultierten.
  • Schiedsrichterei, die bisher Carolina relativ klar benachteiligte (u.a. 1x ein Drive zu Punkten zugunsten von SF verlängert, plus die nicht gegebene 15yds-Strafe gegen Boldin). Das kann sich bei der schwer ersichtlichen Linie der Refs aber schnell ändern…
  • Goal Line Stands: Carolina hatte 7 Plays an der GoalLine der 49ers, aber man kam mit ganzen drei Punkten davon. Ron Rivera sagte beim zweiten Mal von der 2 ein FG an – eine Fehlentscheidung, die sich aktuell im Zwischenstand mit auswirkt.

Newton mit 8/10 für 136yds (13.6 NY/A). Kaepernick mit 11/25 für 121yds, 1 Sack (4.6 NY/A).

Ansonsten aber: Tolles Spiel. Carolina mit einer interessanten, lange nicht mehr gezeigten Offense. San Francisco beißt und kratzt und groovte sich ins Spiel zurück. Die 49ers sind zwar „unwatchable“, weil sie nach jedem Spielzug Nickligkeiten begehen, aber gut. So ist diese Mannschaft gestrickt.

Die Referees werden morgen aufgrund ihrer wankelmütigen Linie ordentlich – und nicht zu Unrecht – auf die Fresse bekommen.

[20h36] Carolina 10, San Francisco 13/Q2 0:05. 1yds-Pass für TE #85 Davis. Der TD wurde zurecht gegeben. Ein fast perfekter Drive für die 49ers: 12 plays, 80yds, 3:36min von der Uhr genommen, Carolina ohne Chance zu antworten.

Einige gute Würfe Kaepernicks, starke Catches vor allem von Crabtree. Die Refs hatten neben dem Kopfstoß von Boldin auch eine zweifelhafte Aktion gegen die 49ers, als sie ihnen mehrere Sekunden von der Uhr stahlen – aber es war am Ende nicht entscheidend.

[20h26] Boldin mit einem Kopfstoß gegen S Mitchell direkt vor den Augen eines Referees. Dafür hatte Michell oder Munnerlyn gleich zu Spielbeginn eine 15yds-Strafe kassiert.

[20h21] Es ist 2min-Warning, San Francisco hatte gerade ein paar gute Offense-Plays, aber viel einzigartiger: Sie haben tatsächlich noch alle 3 Timeouts zur Verfügung.

[20h12] Carolina 10, San Francisco 6/Q2 3:41. 24yds-FG von Gano. Rivera wird konservativ, lässt von der 2yds-Line kicken (bzw. nach dem False Start von der 7yds Line). Warum? Carolina hat Probleme, seine GoalLine Stands durchzukriegen, keine Frage, aber hier muss man trotzdem ausspielen. Das wird saublöd ausschauen, wenn die Panthers in diesem Spiel am Ende knapp scheitern sollten.

Ansonsten: Sehr schöne Offense, die die Panthers bis zur GoalLine spielten. So viel Option-Stuff wie lange nicht mehr, dazu ein tiefer 35yds-Pass für TE Olson, der sich zwischen die Zonen von CB und S Reid gemogelt hatte. San Francisco ist noch auf der Suche nach dem richtigen Gegenmittel gegen diese Offense.

[19h59] Die Panthers-Defense quillt weiterhin über vor Überschwang. Es werden Blitzes aus der zweiten Reihe angesagt, die jeden Passversuch der 49ers im Keim ersticken. Schneller Punt to come.

[19h53] Carolina 7, San Francisco 6/Q1 13:41. 31yds-Pass für WR #89 Steve Smith. Sensationeller Pass von Cam Newton für Smith, der in der EndZone eigentlich gut von #25 Brown gedeckt war, aber Smith macht den Catch.

Oft geschrieben, aber noch nicht oft genug: Ich liebe den Spieler Steve Smith. Einer der besten, meistunterschätzten NFL-WR aller Zeiten. Einen ähnlichen TD wie diesen fing Smith schon vor ca. 10 Jahren in der Superbowl gegen die Patriots (gegen CB Tyron Poole).

Und noch einer:

[19h49] Ausspielen an der 1 ist immer richtig, und sei es nur, weil man im Fall des Scheiterns den Gegner an der GoalLine festnagelt. Carolinas Defense gegen San Francisco danach:

  • 2yds-Lauf.
  • Incompletion.
  • Fast eine INT.

Dann Punt und guter 24yds-Return von #19 Ted Ginn. Carolina beginnt an der SF 31.

[19h46] Rivera macht das Richtige und spielt aus: Ein QB-Sneak über #1 Cam Newton, aber LB #55 Brooks mit dem Stand. Keine Punkte. Aber beruhigend ist: Ron hatte keine Schmetterlinge.

Ansonsten hervorragender Drive der Panthers-Offense. Konzeptionell sieht das ein bisschen wie Auburn aus, was Cam Newton (kam ja rein zufällig von Auburn in die NFL) da macht: Viel inside zone read mit gelegentlich eingestreuten Optionen wie Bubble-Screens und Bootlegs. Carolina machte das hervorragend, und ein gut aufgelegter WR #89 Steve Smith half mit. 8 Play, 65yds Drive, der knapp keine Punkte brachte.

Erstes Viertel

[19h43] Das erste Viertel geht genau mit dem Moment zu Ende, auf den alle gehofft haben: Carolina mit einem 4th-Down an der SF 1yds Line. Was wird „Riverboat“ Ron Rivera machen?

[19h34] Carolina 0, San Francisco 6/Q1 4:33. 33yds-FG für Dawson.

Hallo, hallo: Die feindlichen Vibes auf dem Feld lassen meinen Laptop erzittern. Kein Play ohne Nickligkeiten. Hitzige Diskussionen „Gesichtsgitter an Gesichtsgitter“. Schon zwei Personal Foul-Strafen gegen Carolina, auch wenn es gleich viele hätten gegen San Francisco sein können. Die Refs sind momentan dabei, sich die Bauernopfer herauszusuchen um ja nicht frühzeitig die Kontrolle über ein nicht intensiv, sondern überhitzt geführtes Spiel zu verlieren.

Vor allem S #41 Captain Munnerlyn liefert sich Wortgefechte mit Crabtree und Kaepernick, aber auch CB #29 Florence scheut nicht vor Schubsereien gegen Crabtree zurück.

[19h28] Newton mit einem leicht unterworfenen Ball für WR #11 LaFell, der nur mehr eine Hand dran bekommt. Abgefälschter Ball, der vom dahinter hechtenden LB #52 Willis zur Interception abgefangen wird.

[19h19] Carolina 0, San Francisco 3/Q1 9:12. 49yds-FG für Dawson. Ein klassischer 49ers-Drive: 13 Plays, 49yds, 5:48min von der Uhr genommen. 7 Passversuche, 4 Läufe (für nur 7yds).

Unterstützt wurde der Drive von einer late hit-Strafe gegen den S #21 Mitchell gegen Boldin – ein umstrittener Call. Regeltechnisch war er wohl richtig, aber viel Fingerspitzengefühl war da nicht dabei: 3rd-Down wäre gestoppt gewesen, und es war nicht gegen den Helm, war maximal einen Sekundenbruchteil nach Aufschlagen des Balls.

[19h07]

[19h01] Allesaussersport ist auch wieder live dabei: Hier entlang zum Liveblog.

[18h45] Es ist eh jede verbliebene Mannschaft ein „Titelkandidat“, insofern muss man heute Carolina vs San Francisco nicht noch mehr hypen als eh schon passiert. Die Vorschau-Serien von heute:

Wohl bekomm’s.

AFC-Divisional Playoffs 2013/14: New England Patriots – Indianapolis Colts live

[05h31] Drittes AFC-Finale für die Patriots en suite. Die letzten, die drei Conference-Finals hintereinander hatten, hab ich auch noch mit erlebt: Die Philadelphia Eagles, die es von 2001-2004 gleich viermal hintereinander geschafft haben.

[05h28] Endstand New England Patriots 43, Indianapolis Colts 22.

Am Ende ein diskussionsloser Sieg für die Patriots. Er fiel ein paar Scores zu hoch aus, aber okay: Die Colts-Defense war irgendwann shot und hatte im Schlussviertel nicht mehr viele Mittel. Dazu kamen dauernd schlechte Feldpositionen für die Colts-Defense aufgrund der vielen Turnovers.

Ein paar der knappen Plays, die anders ausgehen, und wir haben ein sehr, sehr viel engeres Spiel.

Die Colts scheiden aus, aber sie scheiden nach einer starken Saison erhobenen Hauptes aus. Sie waren besser als befürchtet. Sie sind alles in allem kein Team von 11-5 Qualität, aber sie hatten heuer Momente, in denen sie richtig großartig waren und mit den Allerbesten mithalten konnten. Sie hatten auch furchtbare Spiele. Sie haben einen jungen Franchise-QB Luck mit exzellenter Zukunft. Lass dich nicht von 7 INTs in zwei Playoffspielen blenden. Luck muss mit seiner Mannschaft im Rücken riskanter spielen als andere.

Die Colts haben einige Bausteine in Offense und Defense, aber insgesamt dürfte es noch eine Zeit dauern, bis diese Mannschaft ein ernsthafter Contender ist. Der verschenkte Richardson-Pick dürfte mehr schmerzen denn je. Aber auch die vielen sinnlosen Verträge für Durchschnittsspieler wie Toler, Cherilus oder Walden werden irgendwann auf die Colts zurückfallen.

Großes Spiel heute von LB #91 Jamie Collins. Wenn das Play-Sheet, das ich in der Hand halte, korrekt ist, hat Collins heute 1 Sack, 2 TFL (Tackles for Loss), 3 QB-Hits und eine INT. Collins galt letztes Jahr als Riesen-Granate bei der Combine, aber als ebenso ungeschliffen. Hatte heute einige famose Plays. Seine INT war schon exzellent für einen so großen, schweren Spieler.

Ein Wort zu SAT.1: Das Momentum-Gefasel wird man nicht rausbringen. Wer in Football hineinwächst, wird in dieses Wort hineingeboren. Man hört es überall, auch wenn es Schwachsinn ist. Vielleicht ist man dort – und bei einigen anderen Phrasen – mittlerweile zu hellhörig. Ich fand die SAT.1 Sendung okay. Die Kommentierung fand ich okay. Ich hab mich nicht daran gestört, und das ist schon viel wert.

Patriots fahren nun nach Denver oder spielen zuhause das Re-Match des AFC-Finals 2007/08 gegen die Chargers.

[05h13] Gerade hält Dan Dierdorf bei CBS seine Abschiedsrede:

„Wenn I was a player, the St Louis Cardinals were on CBS. Everything I saw the booth. All I wanted to do was to join the booth. It was my dream.“

Und Belichick macht den Jungs den Gefallen und puntet von der IND 26 (!) den Ball für 6 Nettoyards. Etwas Training für den Backup-Punter Gostkowski. Gumbel/Dierdorf fällt das nicht weiter auf. Sie reden schlicht von „pin them inside the 10„.

[05h02] 4th-Down und 1 mit 10 Minuten auf der Uhr für die Colts, und Chuck Pagano entscheidet sich natürlich für den Punt. #wasfüreineScheiße

[04h57] Laut Stecker sollte Luck jetzt mehr riskieren.

[04h55] New England 43, Indianapolis 22/Q4 11:12. 1yds-Run #22 Ridley. 5 Plays, 18yds. Der eine wirft die INT, des anderen INT wird gedroppt. Luck mit 3 TD in den letzten 11 Minuten? No Problem!

[04h52] Zwei Plays später wirft Brady einen ebenso gefährlichen Pass in die EndZone, die vom Defensive Back #41 Bethea gedroppt wird. Brady = Brady.

[04h50] Dritte INT gegen Luck. Collins springt in einen gefährlichen Pass über die Mitte. Wie schonmal geschrieben: Luck = Romo.

[04h45] New England 36, Indianapolis 22/Q4 12:55. 73yds-Run #29 Blount. Blount lässt den unmotiviert ins Bild segelnden S #30 Landry aussteigen und hat danach gegen eine safety-lose „Deep Zone“ der Colts leichtes Spiel. 73yds für den Schläger von Boise. Und Brady als Backup-Holder beim PAT.

[04h42] Punt Colts mit 13:21 to go.

[04h40]

Drittes Viertel

[04h37] Ende Q3. SAT.1 sollte den Momentum-Unsinn nun abstellen. Andererseits: Wenn ich zu CBS wechsle, wartet ein Kommentatorenduo, das beim Safety ernsthaft meinte: You have to give your defense a chance. Sprich: Du hättest dich an der 2 tackeln lassen sollen.

[04h35] Punt der Patriots.

[04h31] Erstes Play: Ein Lauf. Natürlich… Grande, Pep Hamilton. Dann Sack, dann Incompletio und Punt.

LB #91 Jamie Collins von Southern Miss macht heute ein auffälliges Spiel. Machte eben den Sack und hatte mindestens einen weiteren Tackle für Raumverlust. Dazu besagte Spielzüge in der Deckung gegen Tight Ends. Ein Play-Maker. (ob er abseits der Kameras Böcke schießt, weiß ich nicht)

[04h28] Wieder schneller Punt der Patriots. Wenn die Colts jetzt weitermachen, wo sie eben aufgehört haben, sehen wir gleich den Ausgleich: Laufspiel abstellen, Passen, Passen, Passen.

[04h23] New England 29, New England 22/Q3 5:01. 35yds-TD Catch für #15 Brazill. Slapstick-Coverage bei den Pats: Erst flutscht #13 Hilton zum wiederholten Male für einen Riesen-Raumgewinn durch (46yds). Dann ist Brazill in der EndZone dem Gegenspieler #32 McCourty zwei Schritte voraus, und ein Luck lässt sich solch schlampige Deckungen nicht entgehen. Sensationell:

[04h13] New England 29, Indianapolis 15/Q3 . 2yds-Lauf #29 Blount. Vierter TD für Blount #22 Ridley. Gewaltiger 9 plays, 88 yds, 3:45min Drive für Brady und die Patriots, inklusive eines 53yds-Catches für Amendola. Nahe der EndZone eine – gemessen am Playoff-Kontext und was sonst so gepfiffen wird – hinterfragenswerte PI gegen CB #27 Gordy – aber Gordy hatte letzte Woche mehrmals Glück, dass haarige Calls in seine Richtung gepfiffen wurden.

Danach geht Belichick auf 2pts. #22 Ridley verwertet. Belichick trifft nicht immer die günstigsten Entscheidungen, aber er ist allen anderen Coaches trotzdem meilenweit voraus. Minimum 28 andere Coaches hätten hier den PAT gekickt.

[04h05] Jan Stecker: „Das Momentum ist gerade beim Football wichtig, weil dann glaubst du, du bist besser. Allerdings kann sich das blitzschnell ändern. Dann haben die Patriots das Momentum…“ Zu viel Aikman gehört. … „als größter QB aller Zeiten musst du mehr als 1 Super Bowl gewonnen haben… wenn Peyton jetzt noch einen Superbowl gewinnt, gehört er zu den Top 5… “ zu viel Phil Simms.

[04h02] New England 21, Indianapolis 15/Q3 10:03. 21yds-FG Vinatieri. 8 Plays, 60yds, 3:27min. Eh klar, dass Pagano von der 3yds Line das Fieldgoal schießen lässt. Damit haben wir unseren Talking-Point, wenn es am Ende hart-auf-hart geht.

Der Drive selbst sah eigentlich super aus: Luck 40yds für Hilton, der sich ordentlich streckte und einen spektakulären Catch fing. Danach kurze Pässe, aber an der GoalLine wird ineffizient gelaufen (über #31 Brown und #34 Richardson). Dann eine Incompletion. Dann – natürlich – das Fieldgoal.

[03h58] Schneller Punt der Patriots.

Zweites Viertel

[03h45] Halbzeit New England 21, Indianapolis 12.

Ja, Buschmann, um 8h muss ich auch wieder arbeiten… Seufz. Es ist eine recht offensiv geführte erste Halbzeit in Foxboro im strömenden Regen.

Die Patriots sind für meine Begriffe relativ lauflastig: Nur 11 Pässe für Brady (7 complete für 96yds), aber 25 Läufe. Die meisten sind quicke Handoffs. Das Passspiel fand bisher auch ausschließlich über Checkdowns und Mitteldistanz für Welker und Amendola statt. Die Colts kriegen darauf nur wenig Zugriff. Patriots sind effizienter im Passspiel, aber die mixen das eher umgekehrt proportional durch.

Die Colts haben unterirdisches Laufspiel: 2.8yds/Carry ist schlecht, aber gegen die Front-Seven der Pats wären auch 4.5yds/Carry schon schlimm. Das ist nix. Luck hat gute Momente, hat weniger gute Momente, lebt ein nur bedingt ruhiges Leben in seiner Pocket. Er  machte 11/21 für 155yds, hatte aber zwei INT: Eine war seine Schuld, eine andere ging in erster Linie auf die Kappe des Fullbacks – auch wenn Lucks Pass nicht optimal war.

Dazu die kuriose Safety/non-TD Aktion: Die Patriots führen 21-12, aber es ist doch näher an „auf Messers Schneide“ denn an einem sich abzeichnenden Blowout.

[03h40] #34 Vereen dropt den Ball auf einer Wheel-Route und kurz danach ist Halbzeit.

[03h33] Nächste INT gegen Luck mit 1:14 auf der Uhr: Luck für FB #41 Havili, Pass etwas unterworfen, und Havili fälscht den Ball direkt in die Arme des LBs #54 Hightower ab. Eine fast identische INT sah „Unluck“ letzte Woche gegen die Chiefs gegen sich.

[03h22] New England 21, Indianapolis 12/Q2 2:42. Safety.

4th-Down, Konfusion bei den Pats. Nach einer Strafe kommen sie wieder raus, aber dann gerät der Snap bei den Punts zirka 3m zu hoch und segelt über den Punter #6 Allen hinweg gen EndZone. Allen schmeißt sich an der 2yds-Line auf den Ball und kann von Glück sprechen, dass ihm ein Colt den Ball aus der Hand schlägt und der Ball irgendwie den Weg zum Safety findet.

„Nur“ zwei Punkte für die Colts, die hier durchaus auch hätten an der 2yds-Line den Ball bekommen können, weil der Punter nicht gecheckt hat, dass er den Ball ins Aus hätte stoßen müssen.

[03h15] New England 21, Indianapolis 10/Q2 5:35. 36yds-FG Vinatieri. Auch die Colts mit einem längeren Drive: 11 plays, 62yds, 5:19min. Allerdings wird dann nahe der GoalLine der WR Hilton ganz gut abgewehrt, fällt aus dem Spielfeld und hält sich danach erstmal den Arm.

Die Frage ist halt, ob Field Goals heute helfen.

[03h02] New England 21, Indianapolis 7/Q2 10:54. 2yds-TD Lauf #29 Blount; Blounts dritter TD. Der nächste fette Drive: 14 Plays, 75yds, 6:28min.

Teilweise waren die Patriots wieder in dem Hochgeschwindigkeits-Modus, der für sie so charakteristisch wurde. #11 Edelman mit vielen Anspielen heute: Schon 3 Catches für 65yds. Edelman ist dann auch flink genug um sich zwischen den Tacklern noch für sieben Extrayards durchzuwringen.

Solange die Patriots heute die Pässe anbringen, werden sie auch bei den gelegentlich eingestreuten Laufspielzügen Erfolg haben. Mit solchen Drives ziehst du den Colts den Zahn – aber die Patriots-Offense ist nicht dafür bekannt, so konstant in jedem Drive diese Pace durchziehen zu können.

Erstes Viertel

[02h56] Ende Q1. Bisher gute Vorstellungen der Offenses im strömenden Regen von Foxboro. Brady mit 4/5 complete, und er hat nicht wirklich Schwierigkeiten, seine Leute zu finden. Zwischendurch streuen die Patriots viele kurze Handoffs zur die Backs ein, was nach SR% effizient ist, aber nicht viele Yards macht. Bei den Colts ist Andrew Luck mit vielen Incompletions, weil der Passrush oft durchkommt (OT Castonzo als Mega-Bruchstelle), aber wenn Luck den Pass wirft, ist der Pass gefährlich; der TD-Pass war ein brillanter Wurf.

[02h51] Je einmal Punt für Patriots und Colts. Beobachtungen:

  • Patriots-RT Cannon ließ sich vom viel kritisierten OLB Walden überrumpeln. Ist Cannon damit die neue Sollbruchstelle in der OL?
  • Bessere Patriots-Deckung jetzt wieder, und man hat die Traute, den unerfahrenen LB #91 Collins gegen den TE #80 Fleener abzustellen. Collins gilt ja eher als druckvoller Linebacker denn als Deckungsspieler.

[02h41] New England 14, Indianapolis 7/Q1 4:35. 38yds-Pass Luck für #15 Brazill. Buschmann: „Was für ein Comeback-Kid!“ Naja… Drive: 7 plays, 80yds, 2:42min. Die Zahlen sind so astrein wie der TD-Pass für Brazill, aber ganz ohne Holperer ist es noch nicht: #91 Collins und der Passrush kamen am Anfang des Drives mehrmals gefährlich durch, aber nach einem gelupften 3rd-Down für Fleener (?) Whalen hatten die Colts die matte Pats-Defense liegen.

[02h33] New England 14, Indianapolis 0/Q1 7:17. 2yds-Lauf #29 Blount. 10-Play, 74yds Drive für die Patriots. Es geht alles recht einfach: Brady, Checkdown für den neuen Hernandez (spielerisch zumindest), #34 Vereen. Brady, Pass für Edelman auf einer Crossing-Route. Lauf. Brady-Rakete für #80 Amendola. Und so on.

Gegen die „gute Lauf-Verteidigung der Colts“ (O-Ton Stecker) hat Blount leichtes Spiel. Lauf-Defense Colts nach Power-Ranking: #24 der Liga, 55% Success-Rate.

Damit ist das halbe Vorsprung für die Pats schonmal geschaffen.

[02h25] Fortschritte bei den Colts: Jetzt sind wir schon bei 3’n’out. Kurzer Lauf in die DL hinein. Dann Incompletion Lucks, mit einem DE #95 Chandler Jones im Schlepptau. Dann verunglückter Kurzpass für WR #13 Hilton. Hilton wird in dieser Partie bislang vom CB-Riesen #31 Talib gedeckt.

[02h21] Ich bin jetzt eine Viertelstunde drauf, und zum ersten Mal fällt das Wort „Björn Werner“ und „Deutscher“ bei SAT.1. Respekt.

[02h18] New England 7, Indianapolis 0/Q1 13:41. 1yds-Run #29 Blount. Ein Geschenk des Andrew Luck, der quasi „blind“ eine Interception für CB #37 Dennard warf: Sekundenlang den WR #15 Brazill angestarrt, doch geworfen, und Dennard springt in die Route und fängt das Ei ab und returniert an die 1. Blount versenkt ihn im nächsten Play.

[02h02] Die Nachtpartie. Patriots gegen Colts. Brady gegen Luck. Die Vorschau-Texte:

Ich pfeif erstmal auf Dierdorf. Erstmal ist TV und SAT.1 angesagt.