NFL Power Ranking 2014/15 – Die Saison im Rückspiegel

Die New England Patriots sind NFL-Champion des Jahres. Im Power Ranking schließt der Ringträger aber nur auf Platz 5 ab. Für New England ist das gewohntes Territorium: Die Patriots sind die einzige Mannschaft, die konstant seit Jahren in diesem Ranking zu niedrig eingestuft wird – das hat einen Grund, und um diesen zu erläutern, müssen wir noch einmal kurz ausholen und uns auf die Kernwerte des Rankings besinnen.

Das Ranking basiert auf historisch gewachsenen Zahlen: Wie viele Spiele haben in der jüngeren NFL-Vergangenheit Mannschaften mit vergleichbarer Effizienz in jedem Down gewonnen? Werfen wir die wichtigsten unabhängigen Kennzahlen in Offense und Defense in den Mixer und jagen wir sie durch eine Regression, bekommen wir eine Regressionsformel mit Konstanten, die auf der Basis von reellem NFL-Football basieren.

„Reeller NFL-Football“ bedeutet auch, dass unterbewusst Faktoren wie schlechtes Coaching im Ranking eingeschlossen sind. Mannschaften wie die 2012 Panthers sind mit eingeschlossen ebenso wie die 2012 Ravens. Erstere erreichten mit guten Zahlen wenig weil sie von haarsträubenden Coaching-Entscheidungen runtergezogen wurden. Letztere erreichten alles, weil sie u.a. von gutem situativen Coaching profitierten.

Der durchschnittliche NFL-Coach ist zu konservativ – wir wissen das. Im Schnitt schenken die Coaches mit zu vielen Punts und zu vielen kurzen Fieldgoals und zu wenigen ausgespielten kurzen 4th-Downs mehr Sieg-Wahrscheinlichkeit weg als sie durch die wenigen mutigen Entscheidungen gewinnen. Sprich: Ein überdurchschnittlich mutiger Coach kann die Zahlen, die ja auf der tatsächlichen Historie beruhen, schlagen.

Bill Belichick ist bekanntlich ein überdurchschnittlich mutiger Coach, und vor allem einer, der sehr guten situativen Football spielt. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014/15 – Ausgabe Conference Championships

Ein spektakulärer Championship Sunday. Zu vermerken bleibt, dass zwei Runden nach dem schonungslosen Offenlegen der Lücken in der NFL-Prozedur der Schiedsrichterauswahl, und eine Woche nach dem Offenlegen der Calvin-Johnson Regel diesmal ein weiteres Ärgernis zu Tage kam: Game-Management von Head Coaches. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014/15 – Divisional Playoffs

Die Viertelfinals sind ausgespielt. Einen Rückblick auf die Verlierer vom Wochenende hat uns Herrmann vorgestern gegeben. Einen analytischen Rückblick auf den Sonntag mit vielen auf das aktuelle Liga-Geschehen ausdehnbaren Visualisierungen hat Brian Burke bei Advanced Football Analytics zusammengestellt.

Wir schauen schon nach vorn. Noch drei Spiele. Und mit weniger Spielen gibt es ab sofort auch weniger Zahlen. Ich habe das Power-Ranking etwas verschlankt um es eine Spur übersichtlicher zu machen. Abschließend auch noch der Versuch einer Vorschau auf das Halbfinale. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014/15, Wildcard Weekend: Das letzte Ausrufezeichen

Kurzer Nachklapp zum Wildcard-Wochenende: Nach drei doch eher schaumgebremsten Angelegenheiten brachte Dallas Cowboys vs Detroit Lions dann doch noch einen Kracher der höchsten Stufe, der nicht so schnell vergessen sein wird.

Auch ein paar Stunden später ist das Ausscheiden nicht leicht zu verdauen, aber auf der anderen Seite: Wenn du ausscheidest, willst du genau so ausscheiden. Du willst keine zehntausend zu Boden fallende Pässe wie in Arizona. Du willst nicht in Lethargie verfallen wie die Pittsburgh Steelers. Du willst keine leblose Vorstellung wie Cincinnati.

Ich konnte mir ausmalen, dass Detroit in Dallas so auftreten wird wie im ersten Viertel, und hätten die Lions die Pace halten können, die Partie wäre nie mehr knapp geworden. Es hätte aber selbst mit dem gleichen Spielverlauf nebst aller Verletzungsausfälle reichen können, wenn Dallas nicht jedes einzelne der kritischen Plays in 3rd-Down und 4th-Downs gemacht hätte.

Dem Headcoach Jason Garrett sei gedankt, dass er den Mut hatte, beide 4th-Downs, vor allem aber jenes an der Goal-Line, auszuspielen. Ich hatte es dem notorischen Versager Garrett nicht zugetraut. Leider werden seine mutigen Entscheidungen im Quark der Pundits („take the points!“) untergehen.

Die Cowboy-Offense führte die Plays in entsprechender Qualität aus. Vor allem Romo lieferte eine epische Leistung gegen eine erstklassige Defense. Leider wird seine Super-Leistung vergessen sein, wenn die Cowboy-Verteidigung nächste Woche von Aaron Rodgers in Grund und Boden gespielt wird.

Trotzdem fehlte nicht viel, einmal eine Hand, die eine Millisekunde früher an Romos Arm dran war, einmal ein Fingernagel, den man nicht in der Früh abgeschnitten hätte usw. 50/50.

Beeindruckend und aus spielerischer Hinsicht das bleibende Element der Partie war das Auftreten der Defensive Line der Detroit Lions, die die vermeintlich beste Offensive Line der heutigen NFL komplett pulverisiert. Sechs Sacks gegen Romo, und minimum zehn weitere Hits, dazu etliche grenzwertige Holdings der Offense – es war komplette Dominanz. DT Suh setzte in seinem letzten Spiel in blau/weiß noch einmal ein Ausrufezeichen, das an sein verrücktes letztes Spiel am College erinnerte. Suh wird gehen, aber mit dem famosen DE Ziggy Ansah und wohl auch DT Fairley werden großartige Leistungsträger bleiben.

An das Spiel wird man sich natürlich aber in erster Linie wegen der skurrilen Schiedsrichter-Entscheidung – Stichwort Faceguarding und DPI – erinnern, die die Partie schon jetzt in das Pantheon der großen kontrovers diskutierten Postseason-Spiele hebt, Tuck Rule Game, Music City Miracle, usw. Die Phantom-Flagge, die es nicht gab.

Analytisch hat Brian Burke schon aufgearbeitet, wie viel das Play in etwa wert war: 12% Sieg-Chance. Das ist einer der größten Plays in einer umkämpften Partie, aber nicht der allergrößte. Trotzdem natürlich bitter, und man kann verstehen, warum sich die Lions verschaukelt fühlen.

Der Call des Jahres

Der Call des Jahres

Auf der anderen Seite waren die zu konservativen Entscheidungen von Jim Caldwell weniger dramatisch als angenommen. Wie gesagt: Ein Spiel, in dem Kleinigkeiten entschieden. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, ein dramatisches Ausscheidungsspiel knapp und als vielleicht einen Tick bessere Mannschaft zu verlieren. Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2014/15, Week 16

Neun der besten elf Teams in diesem Power-Ranking haben sich für die Playoffs qualifiziert. Es wird dieses Jahr aber auch wieder mindestens zwei Ausreißer geben: Die Arizona Cardinals (11-4), die in diesem Ranking quasi seit Beginn des Jahres in der unteren Platzhälfte rangieren, aktuell auf #23, und der Sieger der NFC South.

Die Atlanta Falcons (#27 nach Power Ranking) wären das ineffizienteste Team seit vielen Jahren, das sich für eine Post-Season qualifiziert, aber auch die Carolina Panthers (#18) sind nur Durchschnitt. Sollten sich in der AFC die San Diego Chargers (#22) durchsetzen, gesellt sich ein drittes dieser unterdurchschnittlichen Mannschaften in die Riege der Playoffmannschaften.

Auf der anderen Seite bleiben die Miami Dolphins (#4) das potenzielle Top-Team, das die Playoffs verpassen wird. Über die Dolphins habe ich heuer viel geschrieben. Ob der Verbleib von Head Coach Joe Philbin ein positives oder negatives Zeichen ist, bleibt sowieso abzuwarten. Fakt ist: Philbin hat hier eine sehr potente Mannschaft unter seinen Fittichen, die es heuer versäumt hat, das Maximum herauszuholen.

Ganz vorne ziehen weiterhin die Denver Broncos einsam ihre Kreise, was überraschen mag. Denver gilt in der öffentlichen Wahrnehmung seit dem Abflauen von QB Peyton Manning nicht mehr als uneingeschränktes Spitzenteam, aber mit 7.5 NY/A in der Pass-Offense und 5.4 NY/A in der Passdefense stellt man jeweils die beste Unit in ihren Bereichen.

Im Defense-Ranking liegen die Broncos auf #2 knapp hinter den Bills, weil die Bills den schwierigeren Schedule gespielt haben und ihre nackten Zahlen deshalb aufgewertet werden, aber das ist nicht der Punkt: Rein nach Down/Down Effizienz bleibt Denver das kompletteste Team der Liga… aber wie ich schon in der Saison-Preview schrieb: Das hatte ich erwartet. Ich hatte auch erwartet, dass der ungünstigere Schedule für die Broncos zum Stolperstein werden könnte, weswegen die Playoffs für dieses Team über Foxboro führen könnte. Es scheint tatsächlich so zu kommen.

Die Patriots dagegen werden in diesem Ranking eher entwertet. Während Denvers Netto-Differenz zwischen Pass-Yards in der Offense und Defense satte 2.1 NY/A beträgt (ein extrem guter Wert), kommen die Patriots auf verhältnismäßig laue 0.5 NY/A Netto-Differenz. Ein Teil davon liegt an den mittlerweile ausgemerzten Problemen von Saisonbeginn, ein anderer Teil an den zwischenzeitlichen Verletzungen in der Defense. Trotzdem zeigt es, dass New England möglicherweise nicht ganz so dominant ist wie es manchmal zu sein scheint.

In der NFC schauen die Karten ähnlich gelegt aus: Seattle und Green Bay haben sich im Power-Ranking von der Konkurrenz abgesetzt und wenn am Sonntag alles nach Plan läuft, werden diese beiden Teams auch das Freilos für die erste Runde bekommen und danach Heimvorteil halten. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014/15, Week 11

Nach dem nächsten Blowout bei den Indianapolis Colts nähern sich die New England Patriots der Ligaspitze in diesem Power-Ranking, das bekanntlich auf die Effizienz Down für Down aufgebaut ist. Die Vorstellung bei den Colts war wohl die beste der Patriots in diesem Jahr, ihr eigenes Spiel und die Qualität des Gegners betrachtend.

New England arbeitet sich auf #6 hoch. Überraschender noch kommt der Sprung der Offense auf Rang 3. Die Pass-Offense um QB Tom Brady lag noch vor einem Monat komplett am Boden und wurde von sämtlichen Mass-Media ins Grab geschrieben. Jetzt ist man bei 6.8 NY/A angelangt – kein absoluter Spitzenwert, aber gut genug für den zwölften Rang. Die Run-Offense liegt indes auf Platz 6. Es ist weiterhin keine Offense mit sonderlich vielen tiefen Elementen, aber dank eines rattenscharfen Brady, einer verbesserten Offense Line und eines Gronkowski in Überform aktuell eine Dampfwalze, die von diesem Ranking aufgrund der harzigen ersten Wochen vielleicht sogar unterschätzt wird.

Die neue Top-Offense der Liga kommt aus Green Bay. Das ist allerdings keine Überraschung für den, der Aaron Rodgers gegen die Eagles gesehen hat. Ich meine, die Eagles stellen eher eine durchschnittliche denn eine hervorragende Defense, aber wie Rodgers und Komparsen diese Jungs ausgespielt haben, haste in der NFL selten gesehen. Da waren Momente dabei, in denen du als Verteidigung am liebsten die Schuhe an den Nagel gehängt hättest: Egal was du versuchtest, Rodgers und Co. waren schlicht besser. Sie waren unschlagbar. Green Bay klettert dank der Super-Offense auch hoch auf Rang 3 und schließt das Gap zum Spitzenreiter.

Dieser bleibt Denver, aber man ist nicht mehr so dominant wie noch vor zwei Wochen scheinend. Von den Rams an die Wand gespielt zu werden, tut weh. Mehrere der Top-Waffen mit Verletzungen runter gehen zu sehen, tut noch mehr weh. Denver sieht nicht nur die eigene Offense straucheln, sondern in den Kansas City Chiefs auch einen ernsthaften Konkurrenten in der eigenen Division aufmarschieren: Die Chiefs bezwangen Seattle und brauchten dafür noch nicht einmal eine besonders lobenswerte Leistung des Quarterbacks.

Seattle indes bleibt in den Top-10, aber wenn man sich die separaten Stats anschaut, ragt bei den Seahawks mittlerweile nichts mehr wirklich heraus. Das ist eine auf gutem Niveau spielende Mannschaft geworden, was im Vergleich zur schier epischen Vorjahresversion als klarer Rückschritt betrachtet werden muss. Weiterlesen

Das kardinale NFL-Power Ranking 2014 nach Woche 10

Die Arizona Cardinals bleiben mit ihrer 8-1 Siegbilanz auf dem 20ten Platz im Power-Ranking ein Mysterium, das es zu erklären gilt. Sie sind trotz ihrer Siegbilanz nicht eines der Teams, über das sich halb Amerika das Maul zerreißt, weil man sieht, dass sie nicht das beste Team der Liga sind (die Denver Broncos sind es), aber trotzdem weisen nur wenige Indikatoren darauf hin, dass die Mannen von Bruce Arians im unteren Drittel der NFL zu verorten wären.

Die 8-1 Bilanz ist nicht geschönt durch eine Latte an knappen Siegen; Arizona ist „nur“ 2-0 in engen Spielen, hat sechsmal mit mehr als einem Score gewonnen. Arizona hat einen Pythagorean von 5.9 Siegen nach neun Spielen. Das sind 2.1 erwartete Siege weniger als sie tatsächlich auf ihrem Konto haben, aber es ist immer noch klar überdurchschnittlich. Damit bringt Arizona bislang die Leistung einer Mannschaft, die nach Pythagoreischer Erwartung über eine Saison etwa 10.6 Siege einfährt.

Dieses Power-Ranking arbeitet auf der Ebene der Effizienz in jedem Down. Und dort ist Arizona bislang eines der nur durchschnittlichen Teams: Man erzielt 6.5 NY/A mit seiner Pass-Offense, nicht schlecht, aber auch nur im Liga-Mittelfeld klassiert. Dafür, dass man mit einem angeschlagenen Carson Palmer und einem Drew Stanton die Saison bestreiten musste, ist das gar nicht einmal so schlecht, aber da die Defense 6.8 NY/A pro Passspielzug aufgibt, hat man sogar eine negative Netto-Differenz pro Passspiel – in der NFL selten ein Zeichen dafür, dass eine Mannschaft auch weiterhin deutlich über die Hälfte ihrer Spiele gewinnt.

Arizonas Erfolgsgeheimnis ist in Wahrheit… tataaaaaa: Turnovers. Die eigene Offense fabriziert bislang minimalistische 0.9% INT-Quote, während die Defense sensationelle 4.0% der Pass-Plays mit Interceptions beendet. Das ist ligaweit jeweils der zweitbeste Wert, und er hilft mit zu erklären, wieso eine leistungsmäßig eigentlich durchschnittliche Mannschaft in der gefürchteten Division NFC West nach neun Spielen klar in Führung liegt.

Ich würde bei aller Sympathie für den weiteren Saisonverlauf eher skeptisch sein. Das liegt weniger an der neuerlichen Verletzung von QB Carson Palmer (out for season mit Kreuzbandriss), sondern mehr an der natürlichen Regression zur Mitte.

In den nun folgenden Wochen trifft man unter anderem auf zweimal die Seattle Seahawks und je einmal die 49ers, Lions, Chiefs, Rams und Falcons. Nur in zwei dieser Spiele wird Arizona favorisiert sein. Aber zwei Siege reichen nach 8-1 Zwischenstand vielleicht schon für die Playoffs… Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2014, Week 8 | Offensiv-Feuerwerke galore

Fragt man mich, war Woche 8 die bislang beste der NFL-Saison 2014/15. Sie bot neben einer Handvoll spannender Spiele auch spektakuläre, großartige Performances einiger Mannschaften. Wir haben uns an die Überlegenheit der Denver-Broncos Offense gewöhnt, aber am Sonntag knallten die New England Patriots und Pittsburgh Steelers mindestens gleichwertige Leistungen auf das Feld.

Kein Spiel war aber besser als das Sunday Night Game New Orleans Saints gegen Green Bay Packers, das in den ersten 45 Minuten der beste Football war, den ich diese Saison gesehen habe. Da waren zwei fantastisch geölte Offense-Maschinen auf dem Feld, und die Defenses machten es ihnen nicht einfach. Beide Defenses spielten aggressiven, zügigen Football mit vielen Blitzes direkt gegen die Pocket und verlangten den Meister-QBs Rodgers und Brees alles ab.

Die Partie bot alles, was das Footballherz begehrt: Intensität in jedem Play, zielgenaue Pässe unter Hochdruck, wuchtige Läufe erst unter Menschenbergen begraben zu stoppen, aggressive Coaches mit überraschenden Onside-Kicks und mindestens drei ausgespielten 4th-Downs, erfolgreiche RedZone-Defense und drei Viertel lang kaum Strafen. Auch die Turnovers waren keine schlechten Pässe, sondern abgefälschte Dinger, die du als Verteidiger erstmal fangen musst. Erst im Schlussviertel ließ die Qualität merklich nach und die Partie wurde schlampiger. Wer aber do or die-Football sehen möchte ohne einen einzigen Punt, der schalte noch einmal in dieses rasende Spiel.

Die New Orleans Saints haben so nebenbei mit dem Heimsieg ihre Saison am Leben erhalten. Sie sind nun bei 3-4 Siegen nicht weit hinter dem Divisionsleader Carolina Panthers, dem man morgen im Donnerstagsspiel begegnet. Und auch in den Power-Rankings klettern die Saints aus den Untiefen der ersten Wochen schön langsam empor.

Zwar bleibt die Defense mit immer noch 7.6 NY/A gegen den Pass ein Problemkind (#29 der Liga), aber wenn die letzten zwei Spiele ein Indikator sind, sind die Saints auf dem Weg der Besserung. DefCoord Rob Ryan soll seine Schemen vereinfacht haben, und der direktere Zug zum Quarterback scheint der Front-Seven bislang gut zu tun (u.a. #94 Cameron Jordan mit zwei Sacks am Sonntag).

Diese Defense wird auch künftig entscheidend für New Orleans sein: Schafft sie zumindest den Sprung zu einer mittelmäßigen Unit, ist New Orleans mit der nicht zu bändigenden Offense (7.2 NY/A Passspiel als #7, 51% Success-Rate als #2) ein relativ sicherer Playoff-Kandidat in der schwachen NFC South und mit dem Superdome im Rücken eine ständige Bedrohung für Upsets im Jänner. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2014 | Week 7

Nach der zweiten Niederlage in Folge ist der Nimbus der Seattle Seahawks als Amerikas unschlagbares Team endgültig entschwunden. Seattle krebst nach sieben Spieltagen mit 3-3 Bilanz im Mittelfeld der NFC West durch die Liga, auf der Suche nach der Dominanz vergangener Tage… oder so. Schauen wir mal genauer drauf.

Es brauchte eine der besten Karriereleistungen eines der besten Quarterbacks unserer Zeit (Philip Rivers) und atemberaubende Catches eines der besten Tight Ends aller Zeiten (Antonio Gates), es brauchte ein verwertetes 3rd-und-20 (Dallas), und es brauchte einen famosen Punt-Return plus einen noch famoseren Fake-Punt (St Louis Rams) um Seattle zu schlagen.

Seattle hat nach sieben Spieltagen den zweitschwersten Schedule nach den Metriken dieses Power-Rankings gesehen. Der durchschnittliche Seahawks-Gegner wäre das neuntbeste Team der Liga. Mit .59 Siegchance kann man konstatieren, dass Seattle nach sechs Auftritten das Äquivalent von sechs Auswärtsspielen gegen ein leicht überdurchschnittliches NFL-Team bestritten hat.

Seattle stellt – wie Bill Barnwell sehr ausführlich dokumentiert hat – nicht mehr die dominanteste Pass-Defense unserer Zeit, aber die Metriken dieses Power-Rankings sehen in den Seahawks noch immer die sechstbeste Abwehr, und eine, die den bislang schwierigsten Offense-Schedule gesehen hat: Denver, San Diego, Dallas, Green Bay – die Creme-de-la-Creme hat schon gegen Seattle gespielt. Schwieriger wird es nicht mehr werden.

Barnwell merkt auch richtigerweise an, dass die Orgie an Turnovers, die letztes Jahr fabriziert wurde, bislang ausbleibt. Seattle hatte 2013 sagenhafte 5.0% INT-Quote. Heuer ist es 1.0%, drittschlechtester Wert der Liga. Es war unwahrscheinlich, dass man in der sehr volatilen Statistik 5% würde halten können, aber es ist genauso unwahrscheinlich, dass man das verbleibende Jahr bei 1% hängen bleiben wird.

Kurzum: Die Seahawks sind und bleiben ein Titelanwärter. Sie sind diese Woche zwei Plätze in den Rankings gefallen, aber das bedeutet auch, dass sie immer noch an #5 gerankt bleiben. Spitzenreiter ist derweil ein neues Team, ein den Seahawks nicht unbekanntes… Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2014/15 | Week 5

Das Power-Ranking kommt nach Woche 5 mit kleinen, aber feinen Optimierungen des Weges: Ich habe noch einmal die Koeffizienten verfeinert, und dabei gemäß den Ergebnissen der letzten vier Jahre der Success-Rate im Laufspiel eine Spur mehr Gewicht verliehen – und zwar in Offense und Defense. Deswegen gibt es ein paar größere Bewegungen diesmal auch von Mannschaften, die am Wochenende gar nicht gespielt haben.

Die zweiten Adjustments betreffen die Offense- und Defense-Rankings, die nun auch tatsächlich nach Schedule angepasst wurden. Letzte Woche waren hier noch die rohen Rankings online gestanden, ohne Anpassung z.B. der Dolphins-Defense an ihren sehr einfachen Offense-Schedule. Mit Anpassung an den Schedule wird Miamis Abwehr besser eingeordnet.

Außerdem kam letzte Woche der Wunsch nach der Integration von Drive-Stats. Sie sind nun in einer eigenen Statistik-Tabelle enthalten und können in der Gallerie eingesehen werden. Die Drive-Stats sind aufgeteilt nach Offense und Defense und beinhalten jeweils folgende Positionen: Anzahl der Drives, Plays pro Drive, Yards pro Drive, Punkte pro Drives sowie die Starting-Field Position (SFP). Dazu habe ich am Ende dieser neuen Tabelle noch drei wichtige Differenz-Stats eingebaut: Die Differenz zwischen Yards/Drive zwischen Offense und Defense, die Differenz zwischen den Offense-SFP und Defense-SFP sowie die Differenz aus der Pass-Effizienz NY/A der Offense und Defense. Ein positiver Wert ist jeweils gut, ein negativer Wert jeweils schlecht. Gefärbt sind in den Differenzen jeweils die Werte, die außerhalb einer Standardabweichung vom Mittelwert liegen.

Viel Spaß. Weiterlesen