NFL Power Ranking 2014/15 – Die Saison im Rückspiegel

Die New England Patriots sind NFL-Champion des Jahres. Im Power Ranking schließt der Ringträger aber nur auf Platz 5 ab. Für New England ist das gewohntes Territorium: Die Patriots sind die einzige Mannschaft, die konstant seit Jahren in diesem Ranking zu niedrig eingestuft wird – das hat einen Grund, und um diesen zu erläutern, müssen wir noch einmal kurz ausholen und uns auf die Kernwerte des Rankings besinnen.

Das Ranking basiert auf historisch gewachsenen Zahlen: Wie viele Spiele haben in der jüngeren NFL-Vergangenheit Mannschaften mit vergleichbarer Effizienz in jedem Down gewonnen? Werfen wir die wichtigsten unabhängigen Kennzahlen in Offense und Defense in den Mixer und jagen wir sie durch eine Regression, bekommen wir eine Regressionsformel mit Konstanten, die auf der Basis von reellem NFL-Football basieren.

„Reeller NFL-Football“ bedeutet auch, dass unterbewusst Faktoren wie schlechtes Coaching im Ranking eingeschlossen sind. Mannschaften wie die 2012 Panthers sind mit eingeschlossen ebenso wie die 2012 Ravens. Erstere erreichten mit guten Zahlen wenig weil sie von haarsträubenden Coaching-Entscheidungen runtergezogen wurden. Letztere erreichten alles, weil sie u.a. von gutem situativen Coaching profitierten.

Der durchschnittliche NFL-Coach ist zu konservativ – wir wissen das. Im Schnitt schenken die Coaches mit zu vielen Punts und zu vielen kurzen Fieldgoals und zu wenigen ausgespielten kurzen 4th-Downs mehr Sieg-Wahrscheinlichkeit weg als sie durch die wenigen mutigen Entscheidungen gewinnen. Sprich: Ein überdurchschnittlich mutiger Coach kann die Zahlen, die ja auf der tatsächlichen Historie beruhen, schlagen.

Bill Belichick ist bekanntlich ein überdurchschnittlich mutiger Coach, und vor allem einer, der sehr guten situativen Football spielt. Weiterlesen

Power Ranking, Week 14

Die Seattle Seahawks sind zurück – nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch in der Elite des Power-Rankings. Die Baltimore Ravens machen den größten Sprung der Woche, und sie sind mittlerweile nicht nur mehr dank des einfachsten verbleibenden Spielplans Divisionsfavorit, sondern auch aufgrund ihrer Stellung – wobei: In der AFC North bleiben alle vier Teams sowohl im Record als auch bei den Zahlen dahinter sehr knapp beisammen. A bissl detaillierter kann man in der New York Times über die Ravens und ihre Erfolgsgeheimnisse lesen.

Auch ansonsten lassen die Ausreißer nach: Miami verharrt als Vertreter der mittelmäßigen Bilanzen noch immer auf Rang 3. Cleveland mit seinem 7-6 ist nicht bloß wegen Manziel-Mania auch weiterhin ein Hingucker. Die 2-11 Teams sammeln sich auch im Ranking ganz unten an.

In der NFC South bleiben die Saints auch nach dem Debakel am Sonntag der Favorit, weil sie das beste Team der Division stellen. Carolina hätte es auch mit einem gesunden Cam Newton schwer gehabt, den Anschluss zu halten – sagen die Stats. Weiterlesen

Rückkehr des Power-Rankings | Erstausgabe 2014

Das Power-Ranking feiert mit dem heutigen Tag seine Rückkehr aus dem Sommerschlaf, und versucht sich nach dem vierten Spieltag der laufenden Saison 2014/15 an einem ersten Ranking. Wie gewohnt entspringt das Ranking nicht dem Bauchgefühl, sondern versucht, mittels mathematischer Berechnung die Effizienz der Mannschaften in Offense und Defense zu errechnen. Die Grundlagen sind Stammlesern bereits bekannt, aber für Neulinge sei an dieser Stelle noch einmal auf die einführenden Artikel der letzten Jahre verlinkt:

Executive Summary: Das Ranking arbeitet mit der Ressource des Downs, die kleinste Einheit, mit der wir aktuell die Effizienz von Mannschaften arbeiten können. Mannschaften mit hoher Effizienz in Downs werden über kurz oder lang mehr Siege holen als Mannschaften mit geringer Effizienz. Dabei gewichtet dieses Ranking nicht nur die wichtigsten Statistiken (Passspiel, Laufspiel, Turnovers, Strafen), sondern gewichtet sie auch noch nach ihrer Beständigkeit (Auto-Korrelation). So sind zum Beispiel Passyards stabiler als Fumbles und Interceptions, weswegen sie von diesem Ranking auch gemäß ihrem Autokorrelations-Koeffizienten höher bewertet werden.

Das Power-Ranking missachtet die Special-Teams und sämtliche Verletzungen. Es ist bereits mit der Stärke des Spielplans gekoppelt. Es wird wieder zwischen 63% und 70% der Spiele richtig tippen. Es wird wieder Mannschaften geben, die der gemeine Fan als zu hoch oder tief eingestuft wird.

Es gibt dieses Jahr keine großartigen Veränderungen an der Methode des Rankings. Ich habe den Algorithmus in der Offseason auf der Alm verfeinert und die Datenvolumen zur Berechnung erhöht. Ich habe mich mal wieder kurzzeitig an die Special Teams herangewagt, aber letztendlich entschieden, sie weiterhin draußen zu lassen, weil die Autokorrelation so niedrig ist, und ein aufwändiges Einbauen von Special-Teams die Preview-Genauigkeit nicht großartig erhöht hätte.

Es wird in den ersten Wochen zwar keine Preseason-Informationen oder Informationen von 2013 geben, aber der Regressionskoeffizient ist entsprechend angepasst um die größten Ausreißer in Zaum zu halten.

Ich habe weiters am Dashboard gearbeitet. Es wird diese Saison mehr Grafiken geben – leider aufgrund der Blogsoftware weiterhin bloß Bilder, aber immerhin werden diese verbessert. Per Klick auf die Bilder lässt sich eine kleine Bildergalerie öffnen. Für die visuellen Typen habe ich ein Blasen-Diagramm gestaltet, das Offense und Defense gegenüber stellt.

Für die Listen-Junkies habe ich das Offense-Ranking, das Defense-Ranking sowie die wichtigsten Effizienz-Stats auflistet. Die Offense/Defense-Rankings liest man so: Mit einer standardisierten Defense würde ein Team mit den Offense-Stats von Team A x Siege einfahren. Mit einer standardisierten Offense würde ein Team mit den Defense-Stats von Team B y Siege einfahren. Penaltys spielen in diesem Ranking keine Rolle.

Genug der Einführung. Lasset uns eintauchen. Weiterlesen

Was noch zum NFL-Start 2014 zu sagen war

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Heute beginnt die NFL-Saison 2014/15 mit dem Auftaktspiel Seattle Seahawks vs Green Bay Packers. Um auf allzulange Elogen zu verzichten: Die NFL ist Herbst. Herbst ist NFL. Es ist die beste Zeit des Jahres. Wir haben uns in den letzten Tagen und Wochen intensiv mit der anstehenden Saison befasst, zu finden unter dem Tag Season-Preview oder als Direktlink in der Leiste in diesem Artikel verlinkt.

Viel bleibt nicht mehr zu sagen. Es war eine Offseason, in der wenige Grundsatzentscheidungen getroffen wurden. Es gibt zum ersten Mal drei Europaspiele, womit die Bestrebungen nach einer Europa-Franchise weiter Fahrt aufnehmen. Instant-Replay wird ausgeweitet, aber das Playoff-Feld bleibt bei 12 Mannschaften bestehen.

Für einiges Aufsehen sorgte Commissioner Roger Goodell mit der Entscheidung, den Frauenschläger Ray Rice (hatte seine Verlobte vor laufender Überwachungskamera bewusstlos zu schlagen) nur zwei Saisonspiele zu suspendieren. Das rief in diversen Foren unglaublich intelligente Reaktionen hervor von wegen Football als letzte Bastion männlichen Seins: Tough Talk vom großartigen Bran Phillips (Grantland) sei nur stellvertretend verlinkt.

Auch auf TV-Front nur mittelmäßig viel Neues. Die Donnerstagsspiele werden künftig teilweise von CBS produziert, womit einer der besten Kommentatoren (Mike Mayock) durch einen der unerträglichsten (Phil Simms) ersetzt werden wird. FOX hat seine Spielstandsanzeigen verändert und nun Ergebnisanzeigen fast halb so hoch wie das Fernsehbild. Und Dan Dierdorf hat seine Pundit-Karriere beendet.


Die Sofa-QBs haben gestern einen Preview-Podcast mit je zwei Teilen zu AFC und NFC aufgenommen; ich war im AFC-Teil mit dabei. Zusätzlich wird heute in der Big Show (ab ca. 17h auf Sportradio 360) ein ca. halbstündiges Segment zum NFL-Start kommen, in ich mit Heiko Oldörp und Nicolas Martin u.a. über die Disziplinarpolitik der NFL unter Roger Goodell, Michael Sam und den Herbst gesprochen habe.

Ein recht statistik-orientiertes Preview-Dashboard gibt es bei ESPN.com. Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2013/14 in der Zielgeraden

Das Matchup für Superbowl XLVIII am 2. Februar 2014 steht: Denver Broncos gegen Seattle Seahawks. Die Ansetzung kommt nicht überraschend. Beide waren schon im Sommer die jeweils größten Favoriten ihrer Conferences, und beide waren auch vor den Halbfinalspielen jeweils favorisiert gewesen.

Die Seattle Seahawks gehen in das Endspiel als Team mit den besten Effizienz-Stats im Power-Ranking. Sie führen trotz ihrer recht wackeligen Vorstellung gegen San Francisco auch vor dem großen Endspiel die Wertung an. Die Denver Broncos sind als bestes Team der AFC die #3 des Rankings. Wir haben also ein Endspiel der beiden jeweils besten Mannschaften jeder Conference – das hatten wir lange nicht mehr.

Und die Endspiel-Quote ist knapp: Das Power-Ranking favorisiert Seattle mit 53% Sieg-Wahrscheinlichkeit hauchdünn gegenüber den Denver Broncos. In Punkt-Spread ausgedrückt heißt das: Die Seahawks gehen als Favorit mit einem Punkt ins Endspiel. Knapper geht fast nicht. Und würdiger für ein Endspiel auch nicht.

Zum Power-Ranking.

NFL-Power Ranking 2013/14, Conference-Finale

NFL-Power Ranking 2013/14, Conference-Finale

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strength of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise vor der Super Bowl.

Der Extrapunkt

Bevor ich noch einmal auf die Mannschaften und Spieler eingehe, sei kurz eine Nachricht aus dieser Woche andiskutiert, die ich mit Freuden aufgenommen habe: Roger Goodell, NFL-Commissioner und mittlerweile so still, dass er fast in Vergessenheit geraten ist, hat vorgeschlagen, den Extrapunkt (PAT, point after touchdown/try) zu streichen.

Ich warte praktisch seit ich Football verfolge auf diesen Moment. Der PAT war für mich immer ein Ärgernis. Er langweilte mich als Madden-Spieler unendlich. Er langweilte mich als TV-Zuschauer. Ich hasste ihn. Es war erst intuitiv, aber dann rechnest du nach und siehst völlig unüberraschend: 99.5% (oder so) gehen rein. Dieses Jahr sollen es 5 versemmelte PATs unter 1200 gewesen sein (einer davon kam im Schneegestöber von Philadelphia, als der Hold im Tiefschnee misslang).

Wer einem PAT nachtrauert, der soll sich mal die umgekehrte Vorgehensweise vorstellen: Stell dir vor, die NFL vergab bisher stets 7 Punkte für einen TD, aber sie kommt im Jahr 2013 auf die Idee, fünf bis sechs zusätzlichen Werbepausen zu Gunsten einen TD nur mehr 6 Punkte zu werten und dafür einen Extra-Schuss einzuführen, der in 99.5% der Fälle eh rein geht. Das ist doch idiotisch, nicht? Wir würden es hassen.

PATs waren in der Urzeit des Football gerechtfertigt, aber heute sind die Kicker so gut, dass sie fast alles reinnageln. Maximal ein falscher Hold zerstört einen PAT. Mir schweben viele Ideen für einen PAT-Ersatz vor:

  • Sechs Punkte für den TD. 1 Extrapunkt für einen Versuch von den Goal-Line (oder 2yds-Line). Zwei Punkte für einen Versuch von der 2yds-Line (oder 3yds-Line). 1 Punkt von der 2yds-Line, das liest sich fair: Heute gelingen 48% der 2pt-Conversions (die starten dort) – das ist eine Punkterwartung von fast genau 1 Punkt pro Versuch – fast identisch mit dem PAT.
  • Sieben Punkte für den TD, aber eine Mannschaft kann für den Einsatz von einem Punkt einen 2pts-Conversion versuchen (von der 1, 2 oder 3yds Line). Gelingt er, kriegste 8 Punkte. Misslingt er, kriegste 6. Versuchst du’s erst gar nicht, kriegste 7 und wir haben eine Werbepause gespart.
  • Schreibe zwingend eine 2pts-Conversion vor.

Ich habe auch schon von Vorschlägen gehört, die es dem Rugby nachahmen wollen: Der Extrapunkt bleibt als Kick erhalten, soll aber von der Stelle aus erfolgen, von der der Ball die Goal-Line übertreten hat. Viel Spaß dann denen, die über den Pylon reinsegeln.

Oder: Extrapunkt erhalten, aber schießen muss ihn der Spieler, der den TD erzielt hat. Damit gewinnen wir wieder etwas Spannung, bzw. ein Team muss sich schon vor dem TD überlegen, wem es den Ball geben möchte…

Viele Vorschläge, und alle sind sie besser als der PAT, einer der wenigen wirklich lahmen Momente in einem Footballspiel.


Den direkten Vergleich der Effizienz-Stats hatten wir schon letzte Woche, aber als Visualisierung kann man es schon noch einmal hinaushauen (klick mich):

Profile der Superbowl-Teams 2014

Profile der Superbowl-Teams 2014

Es ist im Grunde ein Duell einer der besten NFL-Offenses der Saison (Broncos) gegen die beste Defense (Seahawks). Wobei die Seahawks über das Jahr durchaus auch eine sehr gute Offense auffahren, und weiterhin sowohl in Pass- als auch Lauf-Effizienz nur minimal unter einer Standardabweichung besser sind als der Durchschnitt. Was auch auffällt: Beide Teams werden mit am meisten bestraft.

Bei den Seahawks fällt rein optisch betrachtet auf, dass dieser orgiastische WOW-Effekt in der Offense mittlerweile abgeht. Das liegt vor allem dran, dass bei QB Russell Wilson die Leichtigkeit des Seins verschwunden ist. Wilson, der vor einem Jahr die Footballwelt in hellste Aufregung versetzt hatte, schleppt sich in den letzten Wochen nur noch durch. Folgender Graph verdeutlicht dies:

QB Russell Wilson 2013/14

QB Russell Wilson 2013/14

Die verwendeten Metriken sind EPA/Play, was soviel misst wie den Beitrag zu Punkten, den Wilson pro Spielzug leistet. „0.24 EPA/P“ liest sich so: Jeder Spielzug über diesen Spieler hat 0.24 Punkte zur erwarteten Punkteausbeute der Mannschaft in diesem Drive beigetragen. EPA („expected points added“) ist dabei die Summe aller Spielzüge. EPA misst alles: Raumgewinn, Downs, Turnovers, Incompletions, Sacks, Touchdowns. Es ist die kompletteste Mess-Metrik für Football-Offense, die ich kenne. Ich nutze dabei die Interpretation von Brian Burke. Burke hat sein EPA-Konzept hier präzise erklärt.

Ein Spieler allein macht keine Mannschaft, auch kein QB. Aber man kann trotzdem recht gut abschätzen, wie Wilsons Saison verlaufen ist: Dem famosen Auftakt folgte ein eher durchwachsener Oktober, gefolgt von einem sensationellen November, in dem die Seahawks zeitweise unschlagbar aussahen. Aber dann änderte sich irgendetwas nach dem Kantersieg über die Saints. Wilsons quält sich seither mit sterilen Leistungen durch.

Vor allem seine SR% (Success-Rate) litt bedeutend. Seit mehreren Wochen hat Wilson nur noch 3 oder maximal 4 erfolgreiche Plays auf 10. Das ist extrem wenig, und es wäre schon gegen die 49ers fast schief gegangen, wäre er am Ende nicht von zwei massiven Big-Plays im Passspiel heraus gerissen worden.


Das Power-Ranking war letzte Woche 2-0, weil beide Heim-Teams gewonnen haben. Beide Tipps waren auch gegen den Vegas-Spread richtig. Bei Seattle-San Francisco war der vom Power-Ranking vorgeschlagene Spread von 6 Punkten sogar auch der Endstand des Spiels.

Damit ist das Ranking in den Playoffs bei 7-3 korrekten Tipps. Über die Saison liegt es bei nunmehr 128-73 richtigen Tipps (63.7%). Für die Super Bowl habe ich es schon in der Einleitung geschrieben: Eine Favoritenstellung von sage und schreibe einem Punkt, oder 53%, für die Seattle Seahawks.

Viel knapper geht es nicht, auch wenn wir just in den letzten Jahren einige solcher Matchups hatten: Green Bay (2010/11) und die New York Giants (2011/12) waren jeweils Favoriten in echten Münzwurfen: Beide hatten vor ihren Superbowls gegen Pittsburgh bzw. New England nach diesem Ranking eine Favoritenstellung von unter 50.5%.

Das Wetter ist diesmal eine komplette Unbekannte, aber es ist nur ein weiterer X-Faktor in einem Spiel, in dem man schlicht ins Dunkle greifen muss um sich mit einem Siegertipp ans Licht zu wagen.

NFL-Power Ranking 2013/14 nach den Divisional-Playoffs

Das Divisional-Playoffwochenende hat spielerisch die Erwartungen nicht erfüllen können, aber das soll uns den Spaß am Zahlendrehen nicht nehmen. Bemerkenswert an den vier Halbfinalteilnehmern ist, dass sie im Sommer die vier Teams mit den schlechtesten Superbowl-Quoten waren, d.h. es sind genau die vier Topfavoriten, die sich am Sonntag untereinander die beiden Superbowl-Teilnehmer ausspielen werden.

Persönlich hatte ich einen fünften in der Verlosung: Green Bay. Aus den Packers ist knapp nichts geworden. Aber meine ersten fünf Superbowl-Anwärter waren im September gewesen:

#1 Denver
#2 Green Bay
#3 Seattle
#4 San Francisco
#5 New England

Vier der fünf stehen im Halbfinale. Aber, okay: Dieses Quartett hätte im Prinzip auch ein Neuling voraussagen können, denn es kommt in etwa so überraschend wie der tägliche Sonnenuntergang. Allein: Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet in einer Saison, die so viele Überraschung geboten hatte wie 2013/14, am Ende die vier Top-Favoriten übrig bleiben. Das hat was von FIFA-WM 2002, als nach dem großen Zwergenaufstand ausgerechnet bei jener WM zum einzigen Mal die beiden größten Fußball-Nationen der Welt, Brasilien und Deutschland, im Endspiel übrig blieben.

Nach dem Sprung das aktualisierte Power-Ranking nach einer Viertelfinalrunde, der es am allerletzten Zacken Drama natürlich gemangelt hat.

NFL-Power Ranking 2013/14, Divisional Playoffs

NFL-Power Ranking 2013/14, Divisional Playoffs

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strength of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Divisional-Playoffs.


Wir können uns vor dem Championship Sunday schon vorab die Effizienz-Stats der vier verbliebenen Superbowl-Anwärter miteinander vergleichen (grün gefärbte Stats sind mindestens eine Standardabweichung besser als Ligaschnitt, orange gefärbte minimum eine Standardabweichung schlechter als der Durchschnitt), mit Klick auf das Bild zu vergrößern:

Effizienz-Stats Divisionals, 2013

Effizienz-Stats Divisionals, 2013

Als Vorwarnung sei geschrieben, dass diese Stats „non-adjusted“ sind, d.h. sie sind nicht für ihren Schedule angepasst. Denver hatte bekanntlich den einfachsten Schedule der Liga, während New England den 22t-schwersten Schedule sah, Seattle den 19t-schwersten, und allein San Francisco mit dem 15t-schwersten Schedule einen minimal überdurchschnittlichen (.504).

Dass die besten Teams tendenziell „einfachere“ Schedules spielen, sollte man nicht überbewerten; sie können ja schlecht „gegen sich selbst“ spielen, während zum Beispiel St Louis oder Tampa Bay natürlich tendenziell schwierigere Spielpläne haben, weil sie nicht gegen St Louis bzw. Tampa Bay spielen „dürfen“.

Auf der anderen Seite: Ein einfacherer Schedule gibt dir eben auch bessere Chance auf viele Siege, ergo mehr Playoff-Heimspiele und ergo in der Folge bessere Siegchance in den „Clutch“-Spielen. Aber okay. SOS ist ein Thema für sich; die Gedanken sollte man sich nur einmal gemacht haben.

Eine Erkenntnis aus den un-adjustierten Schedules: Außer Denver stehen keine „Juggernaut“-Pass-Offenses im Semifinale. Allerdings haben alle Teams eine überdurchschnittliche Pass-Offense. Die Broncos sind gar 2.3 Standardabweichungen über dem NFL-Durchschnitt, was ihre Pass-Offense angeht.

Drei von vier Lauf-Offenses sind in den Top-5 der effizientesten Lauf-Offenses. „Effizienz“ bedeutet hierbei wie immer nicht Yards/Carry, sondern die Success-Rate in Prozentangabe, d.h. wie viele Run-Plays von 100 Versuchen zum Erfolg führen. „Erfolg“ ist dabei definiert mit „du hast nach Spielzugende eine höhere Punkteerwartung als vor dem Snap“. Damit ist ein 2yds-Run im 3rd-und-1 mehr wert als ein 11yds-Lauf im 3rd-und-17.

Die Seahawks sind übrigens in Lauf und Pass nicht gefärbt, aber sie sind extremst nahe dran: 0.98 Standardabweichungen über Liga-Schnitt im Pass, 0.99 Standardabweichungen drüber im Laufspiel. Knapper geht nicht, aber wir sind wie ein 2cm verschossenes 59yds-FG in der letzten Sekunde: Knapp daneben wir mit Nicht-Färbung bestraft. Aber die Advanced-Stats bestätigen hier das Gefühl bei den Hawks: Das ist eine auf breiter Basis sehr gute Offense, die dich aber nicht baff hinterlässt, weil sie eben nirgendwo „absolut überragend“.

San Franciscos Lauf-Offense wird oft gelobt, aber sie ist tatsächlich eher unterdurchschnittlich erfolgreich!

Was sehen wir weiters? Zum Beispiel, dass die Offenses der Halbfinalisten INTs vermeiden. INTs vermeidest du am besten, wenn du kein Risiko eingehst. Aber um 6.5 NY/A oder mehr (um mal eine Hausnummer rauszuschießen) zu erzielen, musst du üblicherweise schon recht viel riskieren. Insofern sind diese INT-Raten bemerkenswert. Vor allem Peyton Manning ist eine Sensation, die man nicht hoch genug einschätzen kann.

Was auch auffällt: Alle vier Semifinalisten haben schlechte Fumble-Raten in ihrer Offense. Man denke dran, wenn die Pundits das nächste Mal behaupten „good teams do not fumble“.

Bei den Pass-Defenses fällt auf, dass keine Graupen-Units dabei sind; vor zwei Jahren z.B. hatte sich New England mit einer der übelsten Pass-Defenses der Liga bis durch in die Superbowl gemogelt. Diesmal sind alle zumindest durchschnittlich, wobei Seattle eine der besten Pass-Defenses aller Zeiten auffährt.

 Und alle Semifinalisten fangen leicht überdurchschnittlich viele Bälle ab. Remember? Alle hatten auch überdurchschnittliche INT-Werte in der Offense.

Bei den Strafen ist mit New England eine der diszipliniertesten Mannschaften vorne dabei, aber ausgerechnet mit Denver und Seattle stehen hier zwei Mannschaften im Halbfinale, die zu den undiszipliniertesten bzw. unfairsten der Liga gehören. Strafen als Mittel, den Gegner einzuschüchtern? Keine Ahnung, aber wenn ich aus dem Bauch heraus behauptete, das NFC-Endspiel Seattle – San Francisco habe Potenzial für die meisten Strafen / Personal-Fouls, so scheint uns doch im Endspiel möglicherweise etwas deutlich Schlimmeres zu blühen. Denn: Seattle und Denver sind beide favorisiert, ihre Semifinals zu gewinnen, wie wir sehen werden…

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für die Conference-Championships

3-1 Bilanz für das Power-Ranking im Viertelfinale, wo nur die minimalst favorisierten Panthers (52%) verloren. Das Power-Ranking ist damit 126-73 (63.3%) in korrekten Tipps. Eine Spread-Analyse über das Jahr wird im Februar noch folgen…

Die Wahrscheinlichkeiten für die Conference-Finals lauten:

HOME                 %   AWAY                  %
Seattle             68   San Francisco        32
Denver              71   New England          29

Rechnen wir diese Wahrscheinlichkeiten in Spreads um, so ist Seattle nach diesem Ranking ein 6pts-Favorit. Die Wettbüros geben den Seahawks durchschnittlich nur 3.5 Punkte in den Opening-Lines, ein für meine Begriffe erstaunlich niedrigerer Spread. Ich würde damit Seattle auch gegen den Spread nehmen, und erwarte eigentlich, dass sich die Line bis zum Sonntag noch weiter gen Seahawks bewegen wird.

Denver ist sogar ein 7pts-Favorit nach diesem Ranking. Die Wettbüros geben den Broncos 4.5 Punkte. Damit auch hier: Ich würde den Favoriten auch gegen den Spread nehmen.

NFL-Power Ranking zum Ende der Regular Season 2013/14

Das Power-Ranking schloss Week 17 mit 12-4 richtigen Tipps ab, womit zum Ende der Regular Season eine 121-70 Bilanz herausschaut (63.3%). Damit liegt das Ranking knapp innerhalb des von mir prognostizierten 63-70% Ranges.

Das Ranking ist damit deutlich unpräziser als vor einem Jahr, als es mit 69% abschloss. Es ist dieses Jahr minimal unpräziser als das, was ich bei NFL-Crush aus dem Bauch heraus getippt hatte (162-93-1), und dort habe ich nach eigener Zählung die Tipp-Liga gewonnen (eins mehr richtig als Walter Reiterer, zwei mehr als Kiki Klepsch). Es scheint also, als sei 2013 ein relativ schwierig zu tippendes Jahr gewesen mit mehr Upsets als gewohnt.

Lass uns ein bissl tiefer in die Zahlenwelt schauen.

Close-Game Report: Wir hatten wieder 130 Spiele innerhalb von acht Punkten, also innerhalb eines Scoring-Drives. Das entspricht knapp über der Hälfte der Spiele (256 Spiele hat die Regular Season). Auch 2012 hatten wir 130 Stück.

Zufalls-Report: In einer rein zufällig verteilten Footballliga (Gauss-Verteilung) sähen wir eine Varianz von 0.125^2 in den Siegbilanzen (8-8 ist z.B. .500, 12-4 wäre ergo .750 usw.); die NFL-Saison 2012 hat eine Varianz von 0.1939^2 „hervorgebracht“. Ergo können wir abschätzen, dass zirka

VAR (Zufallsliga) / VAR (reale NFL) = 0.125^2 / 0.194^2 = 0.415 = 41.5%

also 41.5 Prozent der Siegbilanzen der Mannschaften vom Zufall bestimmt wurden; das ist massiv, ist aber mit der vor eineinhalb Jahren im Sommer gemachten Beobachtung sowie mit jener der Saison 2012/13 praktisch deckungsgleich – immer wieder erstaunlich, wie ähnlich Saison für Saison in der NFL abläuft.

16 Spiele sind nicht genug, um mit hoher Sicherheit zu sagen, dass die besten Ergebnisse von den besten Teams eingefahren werden. Wir können schätzen, dass erst nach 11 bis 12 Saisonspielen der Punkt erreicht ist, an dem sich Zufall und Können die Waage halten. Die NFL-Saison hat 16 Spiele; wir können also behaupten, dass am Ende der NFL-Saison zwar schon das Können „einflussreicher“ ist als der Zufall, aber nicht so stark wie alle denken.

Die Aussage wird durch folgende simple Rechnung untermauert:

VAR (Zufall-vs-Können) = VAR (reale NFL) – VAR (Zufallsliga) = 0.148^2

Am Punkt r=.50 halten sich Zufall und Können die Waage. Dieser Punkt ist erreicht nach 11.4 Spielen: WURZEL(0.5*0.5/11.4) = 0.148. Es sind also zwischen 11 und 12 Spieltage, sagen wir gütlich nach 11 Spieltagen, an denen sich Zufall und Können die Waage halten.

Also noch mal: Die NFL-Saison ist aufgrund ihrer Kürze und des relativ ähnlichen Leistungsvolumens aller 32 Mannschaften viel unvorhersehbarer und viel mehr von Zufällen bestimmt als wir annehmen. Die offensichtlichsten Dinge sind die extremen Schwankungen in den Close-Win Indexes, aber es sind auch bei genauerer Betrachtung der Season-Records verblüffend ähnliche Phänomene feststellbar.

Die Saison ist also mit 16 Spielen zu kurz, um alle Schwankungen und Zufälligkeiten auszugleichen. Trotzdem erreichen tendenziell die besten Mannschaften der Liga die Playoffs. Nicht die 12 besten, aber viele der 12 besten Mannschaften, plus der eine oder andere Ausreißer. So, wie wir sehen werden, auch diesmal.

Raucht der Kopf? Dann lasset uns zum letzten Ranking der Regular Season 2013/14 wechseln.

NFL-Power Ranking 2013, Week 17

NFL-Power Ranking 2013, Week 17

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 17.

Statistik-Inputs

Die wichtigsten Statistik-Inputs nach Woche 17

Die wichtigsten Statistik-Inputs nach Woche 17

Offense und Defense Ranking

Offense und Defense, Week 17

Offense und Defense, Week 17

Acht Playoffteams schließen in den Top-10 ab; nur Arizona und Detroit fallen raus. Das nach dieser Messmethodik schwächste Playoffteam 2013/14 sind die Kansas City Chiefs, die aber in vielen anderen Advanced-Metrics wie SRS oder Pythagorean ziemlich gut abschneiden. Damit bestätigen die Chiefs einmal mehr ihre frappierende Ähnlichkeit mit den 49ers von 2011/12, die ein fast identisches Team waren: In der Offense mit QB Alex Smith ein blasser Verwalter (KC ist mit 5.7 NY/A nur die 24t-beste Passoffense, dazu viel Laufspiel und eine Defense, die in allen Belangen leicht überdurchschnittlich ist.

Die Colts ziehen ein Jahr nach dem Glückslauf 2012 wieder mit 11-5 in die Post-Season, diesmal sogar als Divisionssieger. Erneut profitierten die Colts von einem schwachen Schedule, erneut sind ihre Effizienz-Stats eher mau (u.a. mit 6.1 NY/A Passspiel in der Offense nur die #16 trotz Andrew Luck). Aber erneut waren die Colts meisterhaft in den engen Spielen: 6-1, nachdem sie letztes Jahr 9-1 in diesen Spielen waren. Indy besiegte auch die Bomben in seinem Schedule (Broncos, Seahawks, 49ers), während eher gegen den Bodensatz verloren wurde. Eine richtig merkwürdige Colts-Saison.

Ganz oben haben wir auch die gefühlten sechs Top-Teams der Liga: Seattle als kompletteste Mannschaft (#8 Offense, #1 Defense), New Orleans als überraschend komplette Mannschaft (#6 Offense, #7 Defense), San Francisco, das unter dem Radar flog (#10 Offense, #8 Defense), die Defense-Granate Cincinnati (#11 Offense, #3 Defense) und die beiden Offense-Juggernauts Denver (#2 Offense, #21 Defense) und Philadelphia (#1 Offense, #26 Defense). Die Eagles stellen dabei bis auf zwei verheerende Spiele in der ersten Saisonhälfte eine komplettere Defense als man annehmen möchte.

Die schwächste Offense aller Playoff-Teams hat Carolina („Cam Newton ist endlich in der Liga angekommen! Er ist ein Winner!“), die schwächste Defense hat San Diego (#32). Beides ist nix neues.

Die Houston Texans picken an #1, aber ehrlicherweise sind die Texans trotz der 14-Spiele Niederlagenserie ein recht ordentliches Team: Das Power-Ranking setzt Houston auf #25, und das trotz der Tatsache, dass man mehr als die halbe Saison mit einem Third-Stringer auf QB spielte. Bill O’Brien kriegt hier eine für ein Team mit so hohem Draftpick hervorragende Situation vorgesetzt; die Texans dürften schon 2014 wieder um die Superbowl mitspielen.

Die Jacksonville Jaguars beenden das Jahr mit 4-12 und picken an #3. Die Jags waren das schlechteste Team der Liga, aber sie sind letzten Endes doch besser gewesen als die historisch schlechten Teams wie Detroit 2008 und 2009 oder die Rams 2009.


Die NFC beendet die Regular Season als deutlich bessere Conference (.526) im Vergleich zur dieses Jahr erwartet schwachen AFC (.474); das nach Record schwächste Playoffteam stellt diesmal allerdings die NFC mit den Packers (8-7-1).

Die Divisionen sind durchschnittlich so stark:

  1. NFC West .598
  2. AFC North .526
  3. NFC North .517
  4. AFC West .505
  5. NFC East .504
  6. NFC South .485
  7. AFC East .479
  8. AFC South .387

Die AFC South war also erneut eine katastrophale Division. An der 11-5 Bilanz der Colts ist nicht zu rütteln, aber sie ist größtenteils gegen eine unterirdische Division zustande gekommen.


Die Sezierstunden werden wohl wieder im Frühjahr kommen, aber hier mal ein schneller Blick auf das, wo einige Mannschaften schnell einen Stellhebel ansetzen können:

  • San Diego: Hier dreht sich alles um die Defense. Die Chargers haben erstaunlicherweise eine 9-7 Bilanz eingefahren trotz einer Abwehr, die mit 7.1 NY/A die #31 gegen den Pass und mit nur 46% Success-Rate die #32 gegen den Lauf war. Stellhebel hier sind vor allem Defense Line und Cornerbacks (plus OLB Ingram, der von einer schweren Verletzung zurückkehren wird).
  • Dallas: Defense, Defense, Defense. Die Offense passt soweit, aber Dallas hat die #29 Pass-Defense und #28 Lauf-Defense. Erster Stellhebel ist die überfällige Entlassung von DefCoord Monte Kiffin; danach braucht es dringend Hilfe im Defensive Backfield (Safetys!).
  • Washington: Defense.
  • Green Bay: Defense. Die Packers waren dort so zahnlos wie zuletzt 2011. Ein gesunder OLB Matthews würde helfen, aber die Packers brauchen vor allem „vorne“ Hilfe in der DL.
  • Chicago: Blutauffrischung Defense. Eine Lauf-Abwehr, die sich in der zweiten Saisonhälfte mit ca 7yds/Carry überlaufen ließ, ist inakzeptabel, vor allem für die Bears-Franchise. Die mit 6.9 NY/A viertschlechteste Pass-Defense auch nicht viel besser.
  • Tampa Bay: Quarterback. Mike Glennon soll ohne Passrush okay ausgesehen haben, aber an Buccs-Stelle muss man dringend das Passspiel verbessern: Die 5.0 NY/A der Offense sind Liga-Schlusslicht.
  • Buffalo: Pass-Offense. Ist es nur die Unerfahrenheit von EJ Manuel oder ist Manuel nicht „die Antwort“?
  • Jets: Offense.
  • Browns: Quarterback.
  • Houston: Quarrterback.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für das Wildcard-Weekend

HOME                 %   AWAY                  %
Cincinnati          72   San Diego            28
Green Bay           46   San Francisco        54
Indianapolis        60   Kansas City          40
Philadelphia        53   New Orleans          47

Mich überrascht der geringe Vorteil der 49ers in Green Bay: Die Packers sind nur knapper Außenseiter, und in terms of Spread müsste man nach diesem System auf die Packers setzen: Die Opening-Lines der Wettbüros gaben den 49ers einen 2.5pts-Favoritenstatus, dieses Power-Ranking gibt den Niners bloß einen 1.2pts-Favoritenstatus. Und man merke sich: Das Power-Ranking glaubt, dass dieses Jahr Aaron Rodgers durchgespielt hat und in der zweiten Saisonhälfte die Flynn-Stats (5.7 NY/A Passspiel) eingefahren hat.

Cincinnati ist in Spread umgerechnet 7.7 Punkte Favorit gegen San Diego. Indianapolis ist 3.2 Punkte Favorit gegen Kansas City im nach Power Ranking schwächsten Spiel des Wochenendes (#16 gegen #19 der Liga). Philadelphia ist der minimalste Favorit des Wochenendes mit 53% oder 1 Punkt. Dabei berücksichtigt das Ranking aber weder die gefühlte besondere Auswärtsschwäche der Saints noch das zu erwartend schlechte Wetter in Philadelphia.

NFL-Power Ranking 2013, Week 15: …dann wird es sehr schwartz

Week 15 konnte in seiner Gesamtheit nicht mit den beiden Vorgängerwoche mithalten, aber da waren doch einige echte Schmankerl dabei. Mein persönliches Ranking der Top-Spiele am vergangenen Wochenende:

#1 Tennessee vs Arizona. Sensationelle Aufholjagd von Titans-Backup QB Fitzpatrick, der wenige Minuten vor Schluss einen „Pick-Six“ zum 17-34 warf, und danach in kürzester Zeit einen 17pts-Rückstand wettmachte, obwohl die Titans dabei sogar noch einen Onside-Kick verloren. Am Ende fand ich es extrem schade, dass Headcoach Munchak mit den letzten Playoff-Restchancen auf dem Tablett nicht zumindest versuchte, die 2pts-Conversion zu versenken.

#2 Miami vs New England. Extrem spannende Sache in Miami, die ich livebloggend begleitete. Es gab immer wieder Phasen, in denen die eine oder andere Offense unschlagbar aussah. Am Ende kam es auf auf eine strategische Fehlentscheidung des besten ever, Belichick, an, und natürlich darauf, dass Amendola den bereits gefangenen TD doch noch durch die Finger gleiten ließ. Du kannst über die Pats 2013 sagen was du willst, aber: Sie gewinnen oder verlieren mit Stil. Vierzehn Spiele, elfmal innerhalb eines Scores, gefühlt das vierte oder fünfte Mal mit einem Brady kurz vor der EndZone zur Entscheidung in die eine oder andere Richtung.

#3 Dallas vs Green Bay. Ich bin froh, dass ich mich schlafen legte, denn ich war am Sonntagabend so kaputt, dass ich dieses fantastische Comeback der Packers nur noch im Halbschlaf als Tantalus-Qual erlebt hätte (Bleib wach! Schlaf ein! Bleib wach!). Am Montagabend konnte ich es ausgeschlagen reinziehen. Fassungslos, dass die Cowboys das noch herschenkten, aber ebenso fassungslos wie Green Bay nach der Pause von seiner leblosen Offense auferstand. QB Flynn mit einer weiteren Top-Performance gegen eine Graupen-Defense. Hätte er das Spiel vor drei Wochen gemacht, er wäre zum dritten Mal Millionär geworden.

#4 Atlanta vs Washington. Bill Barnwell schrieb schon am Montag darüber. Ein unterhaltsamer Kick zwischen zwei abgeschmierten Teams, die das hatten, was man beim Football auch haben kann: Spaß. Shanahan hat mit seinem 2pts-Conversion Call bei mir nun einen Freischuss gut. Das war großer Sport, auch wenn’s schief lief.

#5 Detroit vs Baltimore. Als Lions-Fan löst so eine Partie natürlich unweigerlich tiefe, suizidöse Emotion in mir aus. Dass ich von Jim Schwartz nicht mehr überaus viel halte, habe ich schon protokolliert. Schwartz, mein einstiger Lieblingskandidat auf diesen Lions-Job, sparte am Montag erneut im entscheidenden Moment die Timeouts für… seinen nächsten Job? Keine Ahnung. Es war auf alle Fälle eine groteske Niederlage, und weil sie so grotesk war, hatte sie auch Stil.

Ich kann mich am Sport an vielen Dingen hochziehen: An spielerischer Glanzleistung, an wundersamen Akrobatencatches, aber auch an der kämpferischen Leistung eines unterlegenen Underdogs. Die Baltimore Ravens spielen einen Krampf von Football, nicht in der Lage, selbst ein Spiel zu bestimmen, und auch nicht in der Lage, allein mit ihrer Defense den Gegner zu zermürben, aber die Ravens hängen drin, sie ziehen den Gegner zu sich herunter und würgen sich zu einem komplett unverdienten Sieg in einem Spiel, das keinen Sieger verdient hat.

Justin Tucker wäre nicht der erste Kicker, der den NFL MVP Award gewinnt, und wahrscheinlich wird er ihn auch nicht gewinnen, aber Tucker (35/37 Kicks, davon 16 aus über 40yds, davon 6 aus über 50yds, davon der 61yder am Montag), aber Tucker ist Baltimores Offense.

Am Montag hatten die Ravens zwar auch drei lange Drives, aber der Rest war Murks. Die Ravens gingen so tief runter, dass sie in der letzten Minute in Mittelfeldnähe ein 3rd-Down und 8 per Laufspielzug bestritten. Dafür gehört der Coach (oder der OffCoord, oder QB) geprügelt. Aber Tucker riss Harbaugh/Flacco und Co. raus mit einem Kick, der einen Fußbreit innerhalb der Stangen reinging (ein zweiter war ebenso knapp). Es war der Kick, der die Ravens am Leben hält. Diese Ravens, die eigentlich nix können. Gegen diese Mannschaft sieht die letztjährige Superbowl-Mannschaft wie ein Zauber-Ensemble aus.

Aber noch haben sie die Zügel selbst in der Hand.

#6 Denver vs San Diego. Das Spiel zwischen den beiden besten Offenses der Liga, und es kam letztlich darauf an, dass Denver die Fehler in einer engen Partie machte. Die Chargers sind das sechstbeste Team der AFC, aber sie werden die Playoffs fast sicher verpassen, weil die Tie-Breaker ungünstig für sie stehen.

#7 Cleveland vs Chicago. Mehrere Return-TDs, ein QB Cutler, der reinkam und erstmal zwei unglückliche INTs fabrizierte, die bei seinem Backup McCown (1 INT in 220 Würfen!) in den letzten Wochen stets in die richtigen Hände gefallen waren. Dann erholte sich Cutler und Chicago drehte eine spannende Partie gegen eine zeckige Browns-Mannschaft.

#8 Minnesota vs Philadelphia. Der Eindruck, der blieb, war eine schlecht tackelnde Eagles-Secondary, deren Cornerbacks nicht den Speed haben, ein 1-vs-1 gegen überdurchschnittliche Receiver zu halten. Das wusste man bereits im Sommer; aber weil die Iggles-Offense an guten Tagen alles pulverisiert, fiel es in den letzten Wochen nimmer auf. Am Sonntag hatte die Eagle-Offense keinen guten Tag, Foles hatte ein schlampiges Spiel, und dann ging Chip Kelly schnell vom Laufspiel weg, um den Rückstand aufzuholen (nur 8 Läufe für McCoy).

Die Power-Rankings nach Woche 15. Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2013, Week 14

Woche 14 war eine der aufregendsten dieses Jahr, und wir haben das schon recht ausführlich im Sofa-QB Podcast und bei SPORT1 FM am Montagabend besprochen. Es bleibt noch einmal festzuhalten, wie eng es in den meisten Matchups zuging, mit teilweise krassen Finishes in Baltimore, Pittsburgh oder New England.

Mittendrin waren wie so oft auch die Referees, von denen einige Crews immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, aber es ist wie so oft: Refs sind Teil des Spiels. Ob man will oder nicht, sie werden immer Spiele mit entscheiden. Dass in einem Sport mit so kompliziertem Regelwerk wie American Football die eine oder andere haarige Entscheidung zu treffen ist (Regelauslegungen! Pass Interference! Roughing the Passer! Kopfschutz!) und nicht jede davon korrekt oder nachvollziehbar ist, kann ich gut verstehen.

Das einzige, was auffällt, und möglicherweise einen berechtigten Angriffspunkt bietet: Mehrere Head-Refs haben die 60 überschritten. Zwar gehören Jungs wie Mike Carey oder Ed Hochuli zu den besseren, aber eine Verjüngung könnte bald fällig sein.

Zum Power-Ranking, das die Effizienz der Teams misst, und sich von der Schiedsrichterei weniger beeinflussen lässt als die Siegbilanz. Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2013, Week 10: Die Wüste gibt ihr Geheimnis preis

Die Jacksonville Jaguars holten den ersten Saisonsieg. Der war wichtig für das Selbstbewusstsein dieser Franchise, die seit dem Owner-Wechsel auf Shadid Khan vor nunmehr fast zwei Jahren sehr umtriebig versucht, ihr graues Imkage aufzubessern. Jacksonville ist nicht wie Detroit 2008, das damals die negativste Saison brauchte, um endgültig die Reißleine zu ziehen und sich von Grund auf selbst zu sanieren. Jacksonville 2013 hat die Grundsteine zur Sanierung schon gelegt, und wusste um die Schwierigkeit, heil durch diese Saison zu kommen. Ein 0-16 hätte viel mehr Gespött bedeutet als es diese Franchise verdient hat.

Der Sieg über Tennessee kam in etwa so zustande, wie ein Jaguars-Sieg 2013 zustande kommen musste: Ein quasi-spielunfähiger verletzter gegnerischer Quarterback, vier Turnovers beim Gegner, ein Fumble-Return zum TD und halbwegs opportunistische eigene Offense. Mehr können die Jags 2013 nicht, aber sie können gegen einen strauchelnden Mittelklasse-Gegner – nix anderes war Tennessee – zuschlagen, wenn es die Situation erlaubt. Das haben sie gemacht, und nun kann die zweite Saisonhälfte in Ruhe und ohne Angst vor der Lächerlichkeit abgeschenkt werden.

Bei den Tampa Bay Buccaneers war eh nie die Gefahr einer sieglosen Saison. Die waren das vermutlich beste 0-8 Team aller Zeiten. Tampa fightete sich zu einem grundsoliden 22-19 Sieg über Miami. Leistung: Sehr gut.


Lass mich mal ein gefühltes Power-Ranking andenken. Wir haben mehrere Fraktionen:

  • CU in February: Seattle und San Francisco. Es kann nur einen von beiden geben, wenn überhaupt, klar, aber das sind die optisch überzeugendsten Teams bisher. Ja, San Francisco.
  • CU in January, weil wir so gut sind: New Orleans, Carolina, New England, Kansas City, Denver, Green Bay, Detroit. Ich weiß, dass die Rechnung in der NFC nicht aufgeht, weil es keine drei Wildcards geben wird, aber in etwa so fühlen sich die Teams an; bei den Packers natürlich einen gesunden Aaron Rodgers vorausgesetzt.
  • CU in January, weil die anderen so schlecht sind: Miami, NY Jets, Houston, Tennessee, Cincinnati, Baltimore, Cleveland, Pittsburgh, San Diego. Also das komplette AFC-Wildcard-Feld in der Bewerbung um den sechsten Seed (einer von diesen wird auch an die AFC North gehen).
  • Ciao im Dezember, weil die anderen zu gut sind? Arizona, Chicago. Das Los des NFC-Durchschnittsteams: Besser sein als die Counterparts in der AFC, aber die Gegner sind zu hochklassig. Oder? Wir werden über ein Team gleich nachher noch mehr lesen…
  • CU in January, weil einer die NFC East gewinnen muss: Dallas. Es muss aber nur einer heißlaufen, das Dallas rausfliegt.
  • Ciao im Dezember, weil nur einer die NFC East gewinnen kann: Philadelphia, NY Giants, Washington. Es muss aber nur einer heißlaufen, dass statt seiner Dallas rausfliegt.
  • Identitätskrise: Indianapolis, St Louis. Das 38-8 vom Wochenende dürfte das überraschendste Ergebnis der Saison sein. Bezeichnend, dass zwei der drei unberechenbarsten Teams (neben den Jets) daran beteiligt waren.
  • Saison im Gully: Atlanta, Minnesota, Buffalo, Tampa Bay.
  • Hauptpreis Bridgewater: Jacksonville, Oakland.

Vom gefühlten zum „offiziellen“ Sideline Reporter Power-Ranking nach Woche 10.

NFL-Power Ranking 2013, Week 10

NFL-Power Ranking 2013, Week 10

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 10.

Statistik-Sektion

Wichtigste Statistik-Inputs für Week 10

Wichtigste Statistik-Inputs für Week 10

Kommentar-Sektion

Das Spiel EaglesPackers sei ganz kurz aus dem Blickwinkel des Power-Rankings diskutiert, über den man Bescheid wissen sollte: Das Ranking weiß um keine Verletzungen. Der Fall Green Bay ist deswegen so krass, weil hier der beste und wichtigste Spieler der NFL, QB Aaron Rodgers, durch einen third stringer (Tolzien) ersetzt wird, der bislang keinen NFL-Pass geworfen hat. Das ist die krassest mögliche Verletzung seit Manning in Indianapolis ausfiel; allerdings spielte Manning nicht ein einziges Down in jener Saison und war insofern für das Power-Ranking irrelevant. Bei Rodgers nein. Hier rechnet das Ranking für den nächsten Monat mit den Werten, als spiele Rodgers noch mit.

Damit dürfte Green Bay die nächsten Wochen mit Vorsicht zu genießen sein, aber nicht nur Green Bay, sondern auch deren Gegner: Diese profitieren aus Ranking-Sicht in zweierlei: Sie werden bessere Defense-Werte einfahren (weil Tolzien eben nicht Rodgers ist), und sie kriegen einen Boost durch den Strength of Schedule, der Green Bay aktuell mit Sicherheit überbewertet. Insofern „Glück“ für die Eagles, die diese Woche massive Pluspunkte sammeln konnten, obwohl der Sieg eigentlich eine Art „Muss-Sieg“ war gegen einen übel angeknockten Gegner.

Ich werde übrigens das Ranking nicht auf die Rodgers-Verletzung anpassen, da ich ansonsten auch für weitere Verletzungen Adjustments machen müsste, Adjustments, für die schlicht genügend Daten aus der Historie fehlen. Ich bitte, die im Hinterkopf zu behalten.


Ich hab’s oben schon angesprochen, und nun der genauere Blick auf ein Team, das bisher völlig übersehen wurde. Schon letzte Woche schaute ich erstaunt auf mein Ranking der besten Defenses, und sieht da: Die sechsbeste gehörte den Arizona Cardinals! Nach einer weiteren exzellenten Cards-Vorstellung gegen Houston rückt Arizona diese Woche sensationell auf #10 im Gesamt-Power Ranking vor (letzte Woche: #19). Zugegeben, der Leistungssprung in absoluten Werten war nicht ungeheuerlich, aber trotzdem: Ich horche auf.

Was macht die Cards so besonders? Die Offense ist es nicht wirklich. 5.9 NY/A im Passspiel ist in einem Vakuum leicht unterdurchschnittlich und NFL-weit #20, und die mit 38% nur 26t-beste Lauf-Offense auch net so beeindruckend, und 4.7 INT pro 100 Passversuche sind gar der zweitschlechteste Wert der Liga, aber jetzt kommt’s: Geschafft hat Arizona das gegen den drittschwersten Schedule der Liga. Das Power-Ranking legt Wert auf Schedule-Anpassung, und belohnt die Cards dafür, diese Zahlen gegen einen solchen Schedule erreicht zu haben.

Was sehe ich bei den Arizona Cardinals? Eine weiterhin unterdurchschnittliche Offense Line. Einen QB Palmer, der zwar mit 15 INT mehr Turnovers begeht als Touchdowns, aber im Vergleich zu allem, was in Arizona die letzten drei Jahre Pässe geworfen hat, trotzdem drei Klassen höher einzustufen ist (Palmer = NFL-Durchschnitt). Eine unverständliche Situation auf Runningback, wo weiterhin mit Rookie Andre Ellington (7.2 Y/A) einer der effizientesten Offensivspieler der Liga hinter dem komplett ineffizienten RB Mendenhall (3.1 Y/A) zurückstehen muss. Mit welchen Augen schaut Arizonas Coaching-Staff die Spiele? Ist es Arians‘ Nibelungentreue zu Mendenhall, den er einst in Pittsburgh eigenhändig aus dem College draftete? Auf alle Fälle hat man eine solche Fehl-Rotation von Runningbacks zuletzt 2010 in Kansas City gesehen, wo damals Thomas Jones (3.1 Y/A) mehr Carries bekam als Jamaal Charles (6.5 Y/A). Diese Aufstellungsfehler kosten Arizona massig Prozentpunkte im Laufspiel – da ich annehme, dass Ellington früher oder später mehr Spielzeit bekommen wird (er muss!), erwarte ich von der Laufspiel-SR% einen baldigen Anstieg.

Ach, und Arizona hat: Eine extrem schnelle, wuchtige Defense. Diese Defense ist nach dieser Woche die #7 der Liga in meinem Ranking (letzte Woche wie gesagt #6). Der Kollege Herrmann schwärmt bekanntlich seit Jahren von Jungs wie DL #93 Calais Campbell oder LB #58 Daryl Washington, und ich hab auch noch einen dritten anzubieten, einen, der bislang als überschätzt galt: CB #21 Patrick Peterson. Houstons Andre Johnson, kein schlechter seines Fachs (das mag eine Untertreibung sein), musste am Sonntag einige der besten Zaubercatches seiner langen Karriere auspacken, um Peterson beizukommen. Ein sagenhafter Mann. Es scheint sich für Peterson im dritten Profijahr auszuzahlen, dass er nun so lange so konsequent in Manndeckung gestellt wurde, bis er es auf die harte Tour gelernt hat.

Arizona gewann zwar knapp gegen Houston, aber Houston ist mit 2-7 Record extrem unterschätzt. Es brauchte einen Defense-TD für Arizona, aber das Spiel mal nüchtern betrachtet, war Arizona die bessere Mannschaft. Arizona hat Carolina geschlagen. Arizona hat Detroit geschlagen! Die Lions-Niederlage in Woche 2 dort sieht mit einem Mal nicht mehr so übel aus… Kurzum: Mir dämmert, dass ich da bisher möglicherweise ein Team massiv unterschätzt habe. Ich bin vermutlich nicht allein, denn niemand interessiert sich für ein Team, das in der einsamen Sonorawüste ihr Dasein fristet. Aber dafür haben wir die Advanced-Stats, damit wir solche Teams genügend würdigen können.


Nachklapp zu Bengals @ Ravens. Jo, die Ravens gewannen, und sie hätten ohne einen unmöglichen Hailmary-TD keine Overtime gebraucht, aber das war trotzdem nix. Die Ravens sind keine Verirrung im Power-Ranking an #30. Sie gehören ziemlich genau dorthin. Das Hauptproblem ist die Offense: QB Joe Flacco hat wenig bis nix zum Arbeiten und vor allem genau null Laufspiel-Hilfe (Ravens-Laufspiel: 28% Success-Rate, was zu diesem späten Zeitpunkt in der Saison ohne Vergleiche ist). Trotzdem fand ich Flacco auch gegen Cincinnati unterirdisch. Flacco hatte einen guten Spielzug in der Overtime, als er sich die Zeit für einen 1st-Down Pass erkaufte, aber sonst? Sterilität 68 Minuten lang. Die 20 Punkte bekamen die Ravs geschenkt durch Bengals-Turnovers und Gio Bernard Negativ-Lauf. Ravens 2013: #25 Pass-Offense, #32 Laufoffense. Die Defense ist allerdings stark und eigentlich zu schade, um einen derartigen Schrotthaufen an Offense durchzuschleppen.

Aus den Bengals werde ich nicht schlau, obwohl jeder Laie der Checkliste entlang haarklein die Stärken und Schwächen aufzählen kann. Die Defense ist nicht das Problem; Baltimore ist kein Prüfstein, aber trotzdem musst du eine NFL-Offense erstmal so komplett dermaßen abwürgen wie Cincinnati auch gegen Baltimore wieder – zumal ohne die beiden wichtigsten Einzelspieler DT Atkins und CB Hall. DefCoord Mike Zimmer, alle Achtung! Die Offense wird Cincinnati über kurz oder lang killen. QB Andy Dalton hat den tiefen Ball einfach nicht drauf, kannste machen wasse willst.

Krasses Team sind sie, die Bengals: Letzte fünf Spiele zuerst zweimal en suite durch Last Second-FG gewonnen, dann die Jets mit 40pts-Sieg nach Hause geschickt, dann zwei Overtime-Pleiten hintereinander. Klingt erstmal nicht nach #4 im Power-Ranking, aber dort oben wird Cincinnati noch verortet.


St Louis Rams… rein optisch hätte ich die Rams schon das ganze Jahr höher als ihre mickrige Position im Power-Ranking eingestuft, aber es gab nix dran zu rütteln, dass weder die Pass-Offense noch die Pass-Defense in irgendeiner Weise konkurrenzfähig waren. QB Bradford konnte seine schwachen Effizienz-Stats mit sehr guten Turnover-Werten kaschieren, weswegen die Rams auch Spiele bei aller sonstigen Grottigkeit gewannen. Backup-QB Clemens ist effizienter als Bradford, das Defensive Backfield nutzt mittlerweile zumindest halbwegs den „vorne“ entfachten Wirbel der Passrusher um DE Long und DE Quinn, und schwupps sehen die Rams wie eine ernst zu nehmende Mannschaft aus. Ich kann mich erinnern, dass St Louis schon letztes Jahr besser abschloss als es ihr Power-Ranking erwarten ließ; das fällt positiv auf Headcoach Fisher zurück (ich lobte Fisher schon mehrfach). Wenn Fisher im nächsten Draft den richtigen Quarterback findet (und OC Schottenheimer austauscht) und einen der vielen sonstigen hohen Picks in den richtigen Defensive Back investiert, ist diese physische Mannschaft schneller als man denkt in den Top-10.

Indianapolis dagegen rutscht quer durch die Boards erstmal runter auf #15, wobei ich zugebe, dass mit die Heftigkeit des Absturzes schon überrascht. Aber die Colts haben in der Pass-Defense ordentlich eingebüßt (mittlerweile 7.0 NY/A), und vor allem hat ihr Schedule diese Woche einen bösen Knick erlebt: Einige der bisherigen Gegner wie Oakland, Miami oder San Francisco büßten massiv Boden ein und ziehen damit auch die Wertigkeit der Colts-Leistungen gegen diese Teams nach unten.

Indy ist damit erstmal dort angelangt, wo ich sie vor Saisonstart verortet hätte. Der Saisonstart der Colts war viel besser als ich erwartet hatte; seit die Verletzungen zuschlagen und vor allem WR Reggie Wayne nimmer helfen kann, die üble Offense Line zu kaschieren, ging es aber rapider mit den Colts abwärts als ich vermutet hätte.


Im Conference-Vergleich wird die NFC immer dominanter:

  • NFC .541
  • AFC .459

Wenn wir die besten Divisionen messen, geigt die NFC West dann auch schon mittlerweile gehörig auf (u.a. drei Teams in den Top-10 des Power-Rankings); die AFC South gurkt immer tiefer gen Bodensatz. Auffällig ist auch der Split: Alle vier NFC-Divisionen gelten als mittlerweile überdurchschnittlich; alle vier AFC-Divisionen als unterdurchschnittlich.

  1. NFC West .580
  2. NFC North .538
  3. NFC South .524
  4. NFC East .522
  5. AFC West .495
  6. AFC North .479
  7. AFC East .452
  8. AFC South .409

Award Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offensiv-MVP: Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson, LeSean McCoy
  • Defensiv-MVP: J.J. Watt, Poe, Justin Houston, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Luke Kuechly
  • Rookie-Watch: Sheldon Richardson, Star Lotulelei, Kiko Alonso, Andre Ellington, Eddie Lacy, Keenan Allen
  • Coach-Watch: Sean Payton, Andy Reid, Ron Rivera

In der Offense kehrt LeSean McCoy nach nur kurzer Zeit wieder ins Blickfeld zurück. Mit Luke Kuechly heißen wir einen Neuling im Blickfeld für den Defense-Player-of-the-Year Award willkommen. Das Feld ist mittlerweile hochklassig genug, dass Ndamukong Suh nur mehr mit etwas gutem Willen drin bleibnt. Bei den Rookies wird es Zeit, DeAndre Hopkins von der Liste zu streichen und zwei Neulinge aufzunehmen: RB Eddie Lacy aus Green Bay und WR Keenan Allen aus San Diego. Lacy war am College eine Nummer kleiner als sein dortiger Teamkollege Trent Richardson, aber in der NFL hat er schon jetzt mehr bewegt als „TRich“. Allen ist mittlerweile das tragende Element der Chargers-Offense und somit wertvoller als Hopkins.

Andre Ellington bleibt. Arizonas Coaching-Staff muss nur schleunigst kapieren, was er an dem Jungen hat; Gio Bernard wird nicht aufgenommen, aber es ist ein „noch nicht“ mit Zusatz „wohl sehr bald“. Beide kommen momentan zu wenig zum Einsatz. Allein vom angedeuteten Potenzial sind beide aber bereits die mit großem Abstand besten Optionen für ihre jeweiligen Teams.

Bei den Coaches fliegt Pagano erstmal runter. Doug Marrone von Buffalo und Marv Lewis aus Cincinnati haben sich endgültig mit subparen Eindrücken verabschiedet und werden dieses Jahr wohl nicht mehr aufgenommen.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 11

Woche 10 verlieft für das Power-Ranking schlecht: Nur eine 6-8 Bilanz. Über die Saison sind das nun 53-30 richtige Tipps, also 63.8%. OK, die Rodgers-Verletzung war dem Ranking nicht bekannt. Persönlich hab ich noch schlechter abgeschnitten und nur fünf richtige Tipps an diesem Spieltag abgegeben; man könnte auch sagen, ich war dabei 2-7 in engen Spielen. Damit habe ich bei NFL-Crush meine geteilte Führung erstmal wieder verloren.

HOME                 %   AWAY                  %
Tennessee           53   Indianapolis         47
Buffalo             52   NY Jets              48
Chicago             76   Baltimore            24
Cincinnati          73   Cleveland            27
Philadelphia        77   Washington           23
Pittsburgh          39   Detroit              61
Tampa Bay           48   Atlanta              52
Jacksonville        17   Arizona              83
Houston             80   Oakland              20
Miami               48   San Diego            52
New Orleans         66   San Francisco        34
NY Giants           44   Green Bay            56
Seattle             87   Minnesota            13
Denver              75   Kansas City          25
Carolina            66   New England          34

Eine Woche, auf die ich mich ungemein freue. Ich hoffe, Arbeits- und Uni-Stress lassen einen NFL-Sonntagabend zu, denn da sind – mit Verlaub – geile Matchups drunter. Vier Spiele innerhalb der 53%-Marke ist unerhört, und die besten Matchups sind da noch nichtmal inbegriffen: Saints-49ers, Broncos-Chiefs und Panthers-Patriots sind alles Spitzenspiele mit massiven Play-Implikationen.

Ad-hoc widersprechen würde ich der Packers-Favoritenstellung in New York (aus bekannten Gründen), und auch bei Lions @ Steelers sehe ich durchaus Upset-Potenzial: Die hochoktanige Lions-Offense im Schlamm des Heinz Field? Schaue ich mir an. Atlanta in Tampa Bay favorisiert? Hm…

Denver gegen Kansas City wurde von NBC via Flex-Scheduling in die Primetime gehievt und ist bei uns leider, leider nur in der Nacht zu sehen. Das Modell gibt es den Broncos eine 75%ige Chance zuhause gegen die Chiefs, was 3 aus 4 entspricht – würde ich so unterschreiben. Es riecht viel danach, dass die alten Kämpen der 72er Dolphins den Sekt schon mal kalt stellen können – für die ritualisierte Feier zur Niederlage des letzten Ungeschlagenen.

NFL-Power Ranking 2013, Week 8: Der Teufelskerl

Peter King beschrieb in seiner allwöchentlichen Kolumne Monday Morning Quarterback die letztenden Sekunden des Krachers zwischen den Detroit Lions (5-3) und den Dallas Cowboys (4-4), das Detroit bekanntlich denkbar knapp 31-30 gewann. King beschreibt, was in Quarterback Matthew Stafford vorging, nachdem Calvin Johnson in der letzten halben Spielminute an der „halb-Yards Line“ gestoppt wurde:

“So I’m on the line, and everyone in the stadium thinks I’m spiking it, and that was the plan,’’ Stafford said. “The other 10 guys [on offense] thought I was too. I thought I was—but then I saw a couple of their guys, almost standing up, and I just had this thought: Maybe I could make it by sneaking, or just putting the ball over the line. Maybe that was our best chance.’’

But no timeouts left. Clock running. If Stafford failed, there was a chance he wouldn’t get another play off. “Oh, no question,’’ he said. “That was it. That would have been the last play of the game; we weren’t getting another one off. That runs through your mind. You think, ‘Boy, I’ll get a minus on the play sheet when we go over this.’ ‘’

NFL-Films wird in den nächsten Tagen einen fantastischen Videoschnitt der letzten Minute ausstrahlen, der wunderbar dokumentiert, wie Stafford („Clock it! Clock it! Clock it!“) erst den Ball spikte, und dann, beim zweiten Mal zwei Pässe später, über seine verblüffte Offense Line drüber zum entscheidenden Touchdown in die EndZone hüpfte.

Warum es einen Video-Review brauchte, ist mir schleierhaft, nachdem ja spätestens im Nachfassen klar war: Stafford ist in der EndZone, aber wurscht. Diese Eier zu besitzen, ohne Timeouts mit 12 Sekunden auf der Uhr anstelle des Spikes das Überraschungsmoment zum QB-Sneak zu nutzen, war ganz groß, und ist nach dem vor wenigen Wochen beschriebenen 2009er-Spiel gegen die Cleveland Browns der zweite wirklich große Moment Staffords in der NFL.

Matthew Stafford gehört zu den umstrittensten NFL-Quarterbacks der Gegenwart, weil er wie kaum ein zweiter das Spannungsfeld zwischen Elite-Potenzial und tatsächlicher Elite beschreibt. „Genie und Wahnsinn“ würde etwas zu weit gehen, aber es bleibt festzuhalten, dass er…

  • … in lichten Momenten Würfe auspackt, die kein anderer Quarterback außer Aaron Rodgers drauf hat (wie die Granate für Durham im drittletzten Spielzug).
  • … zwar von der Präsenz eines Calvin Johnson profitiert, aber eben auch diese Präsenz nutzt mit Würfen, die sich kaum ein anderer Quarterback wagen würde (wie die beiden Pässe in Doppel- und Dreifachdeckung diese und letzte Woche).
  • … trotzdem in jedem Spiel frustrierende Phasen hat, in denen man ihn zum Teufel jagen möchte.

Ich habe mich damit abgefunden, dass Matt Stafford eben… „Matt Stafford“ ist. Kein systemunabhängiger Spieler. Keiner, der ohne einen Megatron die Welt erobert. Ein Chamäleon. Das reicht zwar nicht aus, um aus den Detroit Lions ein dauerhaftes Spitzenteam zu machen, aber es gibt die Chance auf einen Superbowl-Run, und, vor allem, garantiert, dass diese Mannschaft nie langweilig wird.

Es war ein ebenso verdienter wie glücklicher Triumph über Dallas. Als Stafford wild hüpfend und gestikulierend den finalen Spielzug einleitete, liefen vor meinem geistigen Auge die Bilder ab, wie letztes Jahr Aaron Murray von der University of Georgia im SEC-Finale gegen Alabama in den letzten Sekunden das Spielfeld hinunter stürmte und uns ein ebenso unvergessliches Finish besorgte. Stafford vermied wie damals Murray den Spike. Nur einer von beiden wurde für den Mut belohnt. Aber solche Szenen sind der Hauptgrund, warum ich diesen Sport so liebe.


Zu den harten Fakten.

NFL-Power Ranking 2013, Woche 8

NFL-Power Ranking 2013, Woche 8

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 8.

Statistik-Tabelle

Die wichtigsten Statistiken nach Woche 8

Die wichtigsten Statistiken nach Woche 8

Kommentarsektion

Ich hatte nicht die Zeit, mir alle oder fast alle Condensed-Tapes durchzuschauen, aber was ich bisher vom achten Spieltag u.a. mitgenommen habe, waren die vielen, auffällig vielen, ausgespielten 4th-Downs, die mehreren Spitzenteams halfen, wie Carolina, San Francisco, Denver (mehrfach), Detroit (das allerdings auch einmal zurückschiss) oder New Orleans, und auch Jacksonville und Miami hatten die Traute, um 4th-und-kurz auszuspielen. Zufall oder Trend?

Was vielleicht mal ganz interessant ist: Ein Divisionsvergleich. So stehen die acht Divisionen nach durchschnittlichem Power-Ranking Wert knapp vor der Saisonhalbzeit 2013/14:

  1. NFC West 0.550
  2. AFC West 0.545
  3. NFC North 0.529
  4. AFC North 0.518
  5. NFC East 0.512
  6. NFC South 0.485
  7. AFC South 0.454
  8. AFC East 0.406

Die AFC East ist dabei die einzige Division, die nicht ein einziges Team in die obere Plateau-Hälfte bringt; das beste Team New England ist an #21 klassiert. Die NFC West bleibt die Königin, weil Seahawks und 49ers in den Top-3 gerankt sind. Die AFC West ist etwas überraschend als momenten stärkste AFC-Division anzusehen. Insgesamt ergibt der Conference-Vergleich folgendes Bild:

  • NFC 0.519
  • AFC 0.481

Wie erwartet also ist die NFC die aktuell höher einzustufende Conference.

Auf Team-Ebene klafft das Leistungsspektrum schön langsam auseinander: Seattle, Cincinnati und Denver sind mittlerweile auf einem Niveau, das nur wenige Teams bisher bis zum Saisonende halten konnten (zuletzt beendete Pittsburgh 2011 die Saison mit zumindest .750). Das kompletteste Team stellt dabei momentan zweifellos Seattle, aber bis runter auf #9 würde ich keine Mannschaft unterschätzen: Sie alle spielen eine Standardabweichung über durchschnittlichem Niveau. Generell bleibt festzustellen, dass bis vielleicht auf Philadelphia dieses Jahr kein Freak-Team in den Spitzenrängen mitmischt.

Nach einem wackeligen Saisonstart beißen sich die Cincinnati Bengals schön langsam oben fest: Nach dem Auswärtssieg letzte Woche in Detroit walzten die Bengals am Sonntag die NY Jets 49-9 nieder, und es hätte noch höher sein können. Zu den Bengals morgen mehr, aber vorerst nur soviel: Wenn die Pass-Offense in etwa die Pace der letzten beiden Wochen halten kann, wird die Mannschaft dem Mitfavoritenstatus mit Blick Superbowl gerecht.

Seattle bleibt trotz des mickrigen Sieges gegen St Louis vorne; die Hawks hatten hinsichtlich Effizienz-Stats das „Glück“, dass sie zusätzlich zum 80yds-Pass für Tate kaum geworfen haben, somit wurde ihr Durchschnitt nicht allzu weit runtergezogen. Die Lauf-Defense der Hawks erlebte allerdings einen Einbruch, ist nun nur mehr die #17 mit 58.7% Success-Rate. Das erinnerte gegen die Rams an schlechte Vorjahreszeiten: Die Seahawks hatten letzte Saison die zweitschlechteste Lauf-Defense der NFL.

Bei Denver frage ich mich nach dem Redskins-Spiel immer mehr: Was passiert mit diesem Team, wenn mal die Offense einen Tag Stich auslässt? Washingtons Defensive Backfield spottet jeder Beschreibung, und trotzdem reichte exzellentes Punting der Skins, um Manning und Co. zweieinhalb Viertel lang auf 7 Punkten zu halten. Die Broncos bleiben natürlich ein AFC-Topfavorit, aber wenn sich die Defense nicht noch merklich verbessert, wird Denver bis zum (bitteren?) Ende mit einem Sternchen versehen sein.

Die Chiefs – einzige verbliebene ungeschlagene Mannschaft, und daher in den meisten Power-Rankings an #1 gesetzt. Nach Pythagorean mit 13.3 Siegen weiterhin der Spitzenreiter. Hier: Ein Mittelklasse-Team. Man sehe es mal so: Kansas City hat bei aller guter Story bisher einen leichten Spielplan, und nicht nur das: Man sah häufig Backup-QBs und third stringer gegen sich, zuletzt Campbell aus Cleveland, zuvor schon Keenum und Hasselbeck Fitzpatrick, sowie den auf oder unter „Replacement-Level“ spielenden Gabbert aus Jacksonville. Die Chiefs zehrten meistens von ihren schnellen Führungen; diese sind ein Zeichen einer guten Mannschaft, keine Frage, und die Chiefs sind eine gute Mannschaft, aber es kommen in der zweiten Saisonhälfte noch je zweimal Peyton Manning und Rivers und je einmal Luck und RG3, und dann wird sich zeigen, wo der Hammer hängt. Playoffs sind mit einem 8-0 Start praktisch gebucht, aber ich erwarte weiterhin weder First-Round Bye noch Divisionssieg für die Jungs von Andy Reid.

Pittsburgh (2-5) rangiert in diesem Power-Ranking wie auch die New York Giants (2-6) im grundsoliden Mittelfeld. Beide sehen im Augentest nicht unterirdisch aus, aber es sind deutliche Schwächen (z.B. Laufspiel bei beiden, PIT #29, NYG #31) auszumachen. Auch die beiden QBs, Roethlisberger und Manning, haben mehr schlechte Momente, als gewohnt. Dafür haben beide Top-5 Lauf-Defenses und ihre Pass-Defenses sind an #10 (NYG) und #11 (PIT) klassiert mit jeweils rund 5.8 NY/A.

Die New York Jets sind ein Team, dessen 4-4 Bilanz recht respektabel aussieht, und die Play-by-Play Stats reichen, um im Power-Ranking im unteren NFL-Mittelfeld klassiert zu sein, aber sehen wir es mal anders: Nach Punktverhältnis ist Gang Green das fünftschlechteste Team der Liga (Pythagoreische Erwartung von 4.4 Siegen). Zwei der vier bisherigen Saisonsiege kamen schon seeeeehr glücklich zustande (krasse Strafen gegen die Buccs und Pats), und ein weiterer war ein Last-Second Sieg gegen komplett dezimierte Falcons. NYJ ist 4-1 in engen Spielen. Die Defense ist zwar in der Defense Line erstklassig, aber im Defensive Backfield schaut’s schütter aus; ich weiß nicht, zum wievielten Male z.B. Rookie-CB Milliner am Sonntag gebencht wurde. Ein Problem, das nach Regression schreit, ist die INT-Quote in der Defense: No Way, dass diese bei 1.0% bleibt. In der Offense sieht Geno Smith auch eine Woche okay, die nächste Woche wieder wackelig aus. Kurzum: Yup, das Team ist eine Spur besser als erwartet, aber für die Playoffs fast ein Ausschlusskandidat.

Schließlich der Bodensatz: Tampa, St Louis und die nach einer erneuten Klatsche ins Bodenlose sinkenden Jacksonville Jaguars. Die Jags nähern sich mit solchen Leistungen Allzeit-Tiefen von Teams wie den 49ers von 2005 oder den Lions und Rams von 2009.

Die Rams dagegen zeigten gegen die Seattle Seahawks ein ernsthaftes Lebenszeichen, ja man kann sogar konstatieren, dass sie als an diesem Tag bessere Mannschaft gegen das beste Team der Liga unglücklich verloren. Eine 14-9 Pleite, geschuldet mehreren Kleinigkeiten:

  • Ein kompletter Kollaps der Passdeckung (war es allein CB Jenkins, dem man die Schuld zuweisen muss?) im 80yds-TD Pass für Tate zum zwischenzeitlichen 14-3.
  • RedZone Ineffizienz.
  • Mutlosen Playcalls im Schlussviertel, als man willentlich mit Läufen einen 50+yds-Kick von „Legatron“ Greg Zuerlein vorbereitete – und der Star-Kicker prompt verfehlte. Ein gern gemachter Coaching-Fehler: Vertraut jenseits der 25-30yds Line zu sehr auf den Kick. Das sind keine Selbstgänger. Die Dinger gehen nur in ca. 55% der Fälle rein. Der Kick fehlte am Ende, als man einen TD brauchte.
  • Etwas Pech in den letzten Sekunden nahe der GoalLine. Ich habe aber keine Meinung zum Thema „hätten die Rams noch weiter laufen sollen, nachdem das schon den ganzen Tag gut gegangen war?“ Stattdessen warf QB Clements eine Incompletion mit auslaufender Uhr in die EndZone rein.

Auf alle Fälle ein kräftiges Lebenszeichen der Rams. Eine Erklärung muss man noch abgeben, warum die Rams diese Woche trotz besserer Effizienz-Stats durch die Bank im Vergleich zu letzte Woche etwas abgesackt sind (von .283 auf .265): Der Regressionsfaktor, den ich in den ersten Wochen stets einbaue, um die durch geringe Datenmengen entstehenden Schwankungen etwas auszugleichen. Nach acht Wochen sind die Daten – das zeigten zumindest die letzten Jahre – so stabil, dass ab sofort nur noch 2013er Daten vorhanden sind. Damit sollten die Rams in Zukunft noch von dieser fantastischen Leistung gegen Seattle zehren können.

Award-Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson, Andre Ellington
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Neu aufgenommen habe ich Calvin Johnson, auch wenn seine Chancen auf den Liga-MVP Award minimal sein dürften. Aus dem Offense-Watchlist musste ich nach der dritten schwachen Performance en suite RB LeSean McCoy streichen. Bei den Rookies ist Andre Ellington aus Arizona drin, nachdem er erstmals angemessen viele „touches“ bekam. Kurz vor der Aufnahme in die jeweiligen Kategorien: Aaron Rodgers für die MVP-Liste, und Ron Rivera ist nur mehr ein ausgespieltes 4th-Down von der Coach-Liste entfernt (ich habe Riveras Saisonstart noch nicht vergessen).

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 9

Letzte Woche ein 10-3 für das Power-Ranking, das damit in der überarbeiteten Version auf 38-19 oder genau zwei Drittel Vorhersagegenauigkeit hüpft. Die kalkulierten Wahrscheinlichkeiten für Woche 9:

HOME                 %   AWAY                  %
Miami               23   Cincinnati           77
Buffalo             40   Kansas City          60
Dallas              79   Minnesota            21
St Louis            35   Tennessee            65
NY Jets             29   New Orleans          71
Washington          41   San Diego            59 
Carolina            77   Atlanta              23
Oakland             33   Philadelphia         67
Seattle             92   Tampa Bay             8
Cleveland           73   Baltimore            27
New England         52   Pittsburgh           48
Houston             44   Indianapolis         56
Green Bay           76   Chicago              24

Da sind einige überraschend hohe Picks drunter. Cleveland als 73%-Favorit über Baltimore klingt ziemlich heftig, aber dann stellt man sich wieder vor: Diese Browns gewinnen 7 von 10 Heimspielen gegen diese Ravens? Yup, klingt pausibel. St Louis ist 35% Außenseiter gegen Tennessee. Die Rams werden das Spiel mit einer Leistung wie gegen Seattle gewinnen. Aber das Modell berücksichtigt eben nicht nur das Seattle-Spiel, sondern die ganze Rams-Saison, und die war kacke bisher.

Gespannt bin ich auch auf das Eagles@Raiders Spiel (Philly noch immer 67% Favorit), und darauf, ob die Texans mit Case Keenum tatsächlich das Spiel gegen die Colts relativ eng gestalten können. Klarster Favorit ist diesmal Seattle mit 92% Siegchance gegen den Totalschaden Tampa Bay.

Knappster Favorit: New England, das nur dank Heimvorteil minimal gegen Pittsburgh favorisiert ist.

NFL-Power Ranking 2013, Week 7

Kein Kopf für eine ausführliche Einleitung, daher sofort der Einstieg ins Ranking. Das gibt es nach dem Sprung.

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

NFL-Power Ranking 2013 nach Woche 7

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 7.

Statistik-Tabelle

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Statistik-Tabelle mit den wichtigsten Input-Variablen.

Kommentarsektion

Die Philadelphia Eagles bleiben zwar eine Top-5 Offense, aber nach der leblosen Heimpleite gegen die Dallas Cowboys wandern die Jungs von Chip Kelly diese Woche in die Richtung, in die sie der common sense schon lange wandern sieht: Nach unten. An #8 sind sie aber immer noch höher eingestuft, als es ein durchschnittlicher Pundit sehen würde. Es gibt jedoch gute Nachrichten für die Iggles: QB Michael Vick wird demnächst wieder übernehmen. Backup Nick Foles zeigte in den letzten Spielen in etwa das, was man sich von Foles schon immer erwartet hatte: Er ist ein Backup. Yup, du kannste Foles zwischendurch 2-3 Spiele einsetzen und er wird dir nicht zwingend alle drei verlieren, aber so recht bauen willst du auf ihn als Franchise-QB nicht. Vick ist alles andere als kritikfrei, aber qua Gefährlichkeit ist Vick zwei Stufen über Foles anzusiedeln.

Die Carolina Panthers grooven sich zurück in die Top-10! Die Jungs von Ron Rivera, letztes Jahr der große Ausreißer mit verheerender Siegbilanz trotz starker Effizienz-Stats, hatten in den letzten beiden Wochen gegen zugegeben suspekte Gegner sehr gute Offensivleistungen, und stellen mittlerweile mit 6.3 NY/A einen haargenau durchschnittlichen NFL-Passangriff. Die Lauf-Offense ist mit 45% Success-Rate auch dort, wo man ein teuerstes Backfield der Liga erwarten würde: An #4. Heimlicher Star der Panthers ist die kollektive Pass-Defense, wo eine wuchtige Front-Seven ein schwach besetztes Defensive Backfield zu kaschieren scheint: Carolina gibt, ohne von den Aufstellungen her alles auf Pass-Defense auszurichten, nur 5.8 NY/A auf – gegen bislang eher durchschnittliche Gegner zwar, aber trotzdem. Am Donnerstag geht es gegen die zweitschlechteste Passoffense von Tampa Bay. Ich schaue schon weiter, freue mich wie Bolle auf das Panther-Duell mit den New Orleans Saints. Ach, und übrigens: Carolina ist dank hervorragendem Punktverhältnis das drittbeste Team in der Pythagoreischen Erwartung, hinter Chiefs und Seahawks.

Das einzige verbliebene ungeschlagene Team, die Kansas City Chiefs (7-0), dürfte in sämtlichen konventionellen Power-Rankings einen der ersten zwei bis drei Plätze belegen. Vielleicht nicht nur dort: Nach Pythagorean sind sie momentan ein Team, das im Schnitt 13.6 Spiele gewinnt und somit die #1. Bei mir sind die Chiefs auf #11. Sie haben zwar die mit Abstand beste Pass-Defense (4.8 NY/A), aber der Angriff ist echt mau. Dank der bärenstarken Defense können sich die Chiefs eine risikolose Offense erlauben, aber das geht nicht ewig so weiter, dass Kansas City gefühlte dreiundneunzig Prozent der Plays über RB Jamaal Charles via Ballübergabe oder Checkdown ausspielen. Der erste Gegner, der den Chiefs zehn oder mehr Punkte im ersten Viertel einschenkt, wird dieses Team schlagen. Der Chiefs-Schedule wird besser werden (u.a. kommen mit San Diego und 2x Denver im November echte Passoffenses des Weges), es wird eine Zeit kommen, in der sich der eine oder andere wichtigere Spieler weh tun wird (Chiefs sind bislang das gesündeste Team der Liga), und ich glaube nicht, dass die Chiefs deutlich besser als 11-5 oder 12-4 abschneiden werden. Das klingt alles negativer als es wahrscheinlich ist: Kansas war letztes Jahr 2-14 und das schlechteste Team der Liga. Ich hatte sie als Playoffkandidat eingetragen, aber einen 7-0 Start hatte ich bei allem Optimismus nicht erwartet.

Absturz der Detroit Lions, die auf #13 abfallen, obwohl man mit den Cincinnati Bengals einer gemeinhin als sehr gut eingestuften Mannschaft auf Augenhöhe begegnete, und nur aufgrund von Haarspaltereien in allerletzter Sekunde verlor. Das Power-Ranking bestraft die Lions aber mittlerweile in vielerlei Hinsicht:

  • Die Pass-Offense ist mit 6.9 NY/A nur noch die #10 der Liga. Das deckt sich mit den Beobachtungen: Enorm viele Incompletions, und wenn nicht gerade Calvin Johnson in Dreifachdeckung die Äpfel von den Bäumen klaubt, ist der Angriff unkonstant „at best“. Was QB Stafford bislang herausreißt: Die extrem niedrige INT-Quote, 1.4% ist viertbester Ligawert. Es ist aber nicht alles schlecht: Der WR-Corp wird immer fitter, Johnson ist wieder gesund, und wenn diese knapp überworfenen Bälle gegen eine geschlagene Secondary mal doch irgendwie gefangen werden, ist Detroit immer in der Lage, auch die Liga-Elite zu schlagen.
  • Das Laufspiel ist mit 38% nur das die #20. Wer DET-CIN sah, der kann erahnen, warum: OffCoord Linehan ließ die 1st-Downs gleich in Dutzenden in Form eines Handoffs über die Spielfeldmitte ausspielen – ein einziger produzierte einen Erfolg. Einer aus gefühlt 20. Nun waren die Bengals vor allem darauf aus, das Laufspiel zu stoppen, verständlich bei dieser Spielzugansage. Ich erwartete für zirka zweieinhalb Stunden einen Play-Action Spielzug der Lions im ersten Down; er kam nicht. Warum nicht? Linehan hat offenbar ein anderes Spiel als ich gesehen.
  • Die Pass-Defense ist mit 6.9 NY/A auch nur mehr die #26. Auch hier decken sich Augentest und Statistik. Es ist nicht mal so sehr das dürftig besetzte Backfield auf Cornerback; es war zumindest gegen Cincinnati mehr die Mitteldistanz: Man fand gegen TE Gresham und TE Eifert kein Mittel. Dieser underneath-Stuff killte die Lions, selbst gegen einen Durchschnitts-QB wie Dalton. Das ist besorgnis errgend. Positiv: Viel bessere Offensive Lines als Cincinnati werden nimmer kommen, und selbst gegen diese hatten Suh und Co. halbwegs guten Rabatz gemacht. Was leicht gen Mitte wandern wird: Die INT-Quote. Die Lions fangen mit 3.7 INTs auf 100 Pässe überdurchschnittlich viele Pässe bisher ab.

Detroit am Sonntag gegen die passgewaltigen Dallas Cowboys: Riecht nach einem eher schlechten Matchup. Danach Bye-Week und am 9.11. geht es gegen Cutler-lose Bears (Cutler fällt 4-6 Wochen aus) in einem extrem wichtigen Spiel, in dem Detroit (4-3) einen lebenswichtigen zweiten Sieg gegen Chicago (momentan auch 4-3) einfahren und damit quasi zwei Spiele Vorsprung herausschießen kann.

Der größte Sprung der Woche gehört den Washington Redskins, die von 26 auf 16 hüpfen und in Chicago den zweiten Saisonsieg einfuhren. OK, man durfte eine Halbzeit lang gegen den Backup-QB der Bears spielen, aber man hatte auch Cutler ganz gut im Griff. Sehr positiv ist vor allem die ansteigende Formkurve der Offense, wo RG3 jede Woche besser aussieht. Ein fitter RG3, eine nur leicht verbesserte Pass-Defense, und wir müssen die Skins (2-4) wieder im Auge behalten: Der Rückstand auf die Divisionsspitze ist derzeit nur 1.5 Spiele. Der Schedule war der bislang drittschwerste, auch der wird etwas einfacher werden: Also, schreibt mir die Skins noch nicht ab.

Bei den Pittsburgh Steelers freut mich, dass sie sich in die Saison zurückbeißen. Ich hatte Roethlisberger und Co. für eine der unglücklichsten Mannschaften der ersten Wochen gehalten. Das Laufspiel ist mit 34% zwar weiterhin das drittschlechteste der Liga, aber wenn man sich den #26 LeVeon Bell so ansieht, dann möchte man fast glauben, es wird demnächst besser. Bell ist allein vom Bewegungsablauf nicht mehr wiederzuerkennen mit dem Mann, der vor eineinhalb Jahren über die Boise State Broncos drüberwalzte: Das ist mittlerweile ein richtig fluider Back geworden. Knackpunkt bei den Steelers weiterhin: Sie fangen keine INTs ab. Die einst beste Passverteidigung der Liga rangiert bei lauen 1.1% INT-Quote an vorletzter Stelle der Liga. Lass Polamalu mal die Butterfinger ablegen, und Pittsburgh wird ins Wildcard-Rennen noch einmal eingreifen.

Bei den Cleveland Browns wird es Zeit, QB Weeden abzusägen: Die Pass-Offense ist mit 4.9 NY/A mittlerweile die schlechteste der Liga und nur noch minimal über Tebow-Zone. Es wäre ja nicht so, dass die Browns gegen echte Granaten gespielt hätten: Buffalo, Detroit oder Green Bay waren die letzten Gegner, und sie alle hatten eher suspekte Secondarys, und konnten dank der Browns-Schwäche ihre Effizienz-Stats in der Pass-Defense aufbolstern. Alles andere an den Browns ist heavy. Wenn GM Lombardi im April den richtigen Quarterback aus der Lostrommel zieht, steht eine goldene Ära in Cleveland bevor…

Award Section

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, LeSean McCoy
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Sieg-Wahrscheinlichkeiten

Letzte Woche eine 10-5 Bilanz für das Power-Ranking. Damit ist es in der korrigierten Version bei mittlerweile 28-16 (.636). Die Tipps für NFL-Woche 7:

HOME                 %   AWAY                  %
Tampa Bay           27   Carolina             63
Detroit             54   Dallas               46
Kansas City         70   Cleveland            30
New England         57   Miami                43
New Orleans         76   Buffalo              24
Philadelphia        73   NY Giants            27
Jacksonville        15   San Francisco        85
Cincinnati          71   NY Jets              29
Oakland             43   Pittsburgh           57
Denver              75   Washington           25
Arizona             46   Atlanta              54
Minnesota           24   Green Bay            76
St Louis            18   Seattle              82

Für das Wembley-Spiel Jacksonville vs San Francisco habe ich neutralen Boden angenommen. Aber auch mit Heimvorteil würde Jacksonvilles Siegchance nur auf 19% ansteigen. Das zweitklarste Matchup ist das Monday Night Game, wo die Rams nun auch noch auf QB Sam Bradford werden verzichten müssen. Die 82% Siegchance für die Seahawks könnten da noch zu niedrig gegriffen sein.

New England spielt schon wieder in einem Divisionsspiel gegen einen auf neutralem Boden fast identischen Gegner; diesmal haben die Pats Heimvorteil und sind damit nicht 57%-Außenseiter, sondern 57%-Favorit. Detroit ist auch nur dank Heimspiel-Bonus favorisiert.

Ansonsten diesmal viele eher deutliche Matchups – zumindest auf dem Papier.

NFL Power-Ranking 2013, Woche 5: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Wie schrieb ich letzte Woche?

Also: Nach dem Sprung folgt die erste Version des Power-Rankings von Sideline Reporter von 2013/14, nebst kalkulierter Wahrscheinlichkeiten für Week 5. Wie immer habe ich volles Vertrauen in die Richtigkeit des Rankings.

Am Samstagabend kam ich von der Uni nach Hause und begann, nach dem Fehler bei den Arizona Cardinals (ich schrieb schon in oben verlinktem Eintrag drüber) zu suchen. Dabei stieß ich nicht nur auf eine Unsauberkeit bei den Cardinals (die Schleifen bei den Cards blieben nach zwei von fünf Runden stecken – Programmierfehler), sondern auf weitere Fehler:

  • Der Regressionskoeffizient war der falsche, weswegen die Spitzen in beide Richtungen zu hoch waren. Der Regressionskoeffizient ist 0.73 und ergibt sich aus meinen Studien zu den Ergebnissen der letzten sechs Jahre: Mit ihm ist die Preview-Genauigkeit maximal. Ich hatte Regressionskoeffizient „1“, also keinen implementiert.
  • Und, viel peinlicher noch: Für die Sieg-Wahrscheinlichkeiten verwendete ich die „puren“ Werte jeder Mannschaft, ohne die Strength of Schedule-Anpassung, die dem Modell für gewöhnlich ihre Präzision gibt. Damit hatte ein Team wie New Orleans mit relativ einfachem Schedule natürlich viel größere Vorteile als z.B. ein Team wie Philadelphia, das seine Werte gegen einen sehr viel schwierigeren Schedule erreicht hatte.

Ich aktualisierte die Werte, aber der Vorschau-Eintrag für Sonntag war schon geschrieben, ich war ohne Internetverbindung bis in die Abendstunden hinein und somit schienen viel zu lange die falschen Wahrscheinlichkeiten auf diesem Blog auf.

Das Modell mit den ursprünglich geposteten Wahrscheinlichkeiten ging am Wochenende 4-10. Das ist Top-5 Pick Range. Zugegeben, es spuckte fünf Spiele innerhalb von 55-45% Wahrscheinlichkeiten aus, und verlor alle, was unglücklich ist, aber das „aktualisierte“ Modell war in einigen dieser Spiele präziser, ging 8-6. Nicht überragend, aber bedeutend besser. Es war schließlich auch eine sehr schwer zu prognostizierende Woche mit einigen richtigen Münzwurfspielen.

Ich habe das Power-Ranking für letzte Woche aktualisiert. Ein falsches Ergebnis gepostet zu haben, ist mir extrem peinlich und ich traute mich am Sonntag kaum unter meiner Decke hervor vor lauter Scham. Es tut mir leid. Vollstes Vertrauen ohne zweiten Blick ist leider zu wenig. My fault. S’nächste Mal (also diesmal) passe ich besser auf oder warte lieber noch eine Woche bis zur ersten Veröffentlichung.

Zu den Power-Rankings nach Spielwoche 5 – diese sind nun garantiert richtig erstellt. Ich habe gestern Abend noch zwei Loops eingebaut, um wirklich sicher zu gehen.

NFL-Power Ranking 2013, Week 5

NFL-Power Ranking 2013, Week 5

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das (provisorische) Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 5.


Variablen

Auf mehrfachen Wunsch hin werde ich ab sofort in einer zweiten Tabelle die wichtigsten Input-Variablen mir jeweiligen Rang posten; nicht alle, weil ich noch Übersichtlichkeit wahren möchte. „Alle“ wären:

  • Pass-Offense NY/A
  • Run Success Rate Offense %
  • INT-Quote Offense %
  • Fumble-Quote Offense %
  • Pass-Defense NY/A
  • Run Success Rate Defense %
  • INT-Quote Defense %
  • Fumble-Quote Defense %
  • Penalty Yards pro Spielzug

Fettgedruckte habe ich in nachfolgendem Bild aufgelistet. Grün (positive Ausreißer) und rot (negative Ausreißer) kennzeichnen Ausreißer, die weit vom Mittelwert weg liegen und möglicherweise früher oder später Regression zur Mitte erleben werden. Die Grenzen sind dabei willkürlich gewählt und gründen nicht auf wissenschaftlichen Konzepten (Stichwort für Qualitätsmanager: Six Sigma).

Wichtigste Variablen für das Power Ranking, Week 5-2013

Wichtigste Variablen für das Power Ranking, Week 5-2013

Die Kommentarsektion / Rechtfertigung

  • Denvers Pass-Offense ist mit bisher 9.1 NY/A so gut wie keine Offense in den letzten zehn Jahren. Die Rams hatten unter Kurt Warner mal zirka achteinhalb Yards/Passversuch über eine Saison, aber 9.1 NY/A ist bisher ungesehen, und ich gehe ehrlicherweise auch nicht davon aus, dass die Broncos diese Pace halten können, QB Peyton Manning hin, WR-Armada Thomas/Thomas/Welker/Decker her. Bei den Broncos hat sich nach dem Shootout in Dallas eine andere Baustelle aufgemacht: Die Passverteidigung. Jeder sieht, dass den Broncos Passrush fehlt, und mittlerweile sind die Jungs mit 7.7 NY/A das Liga-Schlusslicht in der Pass-Defense. Ich erwarte auch hier baldige Regression, vor allem wenn dann Von Miller wieder zurückkehrt, und nächste Woche kommt mit Jacksonville dann auch die schlechteste Pass-Defense nach Denver. Es zeigt sich aber: Denver ist ein Titelkandidat, ja – aber die Broncos sind längst nicht unschlagbar.
  • Die Dallas Cowboys auf der anderen Seiten holen im Ranking massiv auf: Dank des Superspiels gegen Denver und dem damit auch verbesserten SOS (Strength of Schedule) rücken die Cowboys auf #10 vor. Ich hatte im Laufe des späten Sonntags von Experten, auf die ich was gebe, mitbekommen, wie hoch diese Tony Romo dieses Jahr einschätze (Meinung: Romo sei der zweitbeste QB diese Saison nach Manning). Romo antwortete mit einer sagenhaften Performance.
  • Indianapolis rückt von #6 auf #4: Natürlich ist QB Andrew Luck nach seiner besten Karriereleistung am Sonntag gegen Seattle der erste und augenscheinlichste Erfolgsgarant, aber die Pass-Offense der Colts ist nur #13. Die heimlichen Stars bei den Colts sind das Laufspiel um die RBs Brown/Bradshaw/Richardson (#2 ligaweit nach SR%), wobei ausgerechnet Richardson abfällt, die elftbeste Pass-Defense und das disziplinierteste Team der Liga (0.24 Yards pro Offense- oder Defense-Spielzug ist gewaltig).
  • Green Bay rückt nach dem Sieg gegen Green Bay in die Top-5, praktisch auf Augenhöhe mit Seattle und Indy (die drei sind durch die vierte bzw. fünfte Nachkommastelle getrennt). Green Bay profitierte dabei von effizientem Passspiel um QB Rodgers (effizient, aber sonderlich spektakulär war’s nicht) sowie dem Totalausfall der Lions ohne Calvin Johnson. Detroit seinerseits fällt nicht allzu tief, und sollte es auch nicht: Die Lions sind nicht kaputt, und Johnson wird bald zurückkehren.
  • San Francisco rückt in die Top-10 vor bzw. zurück. Die Niners plagen sich weiterhin mit Problemen rum (QB Kaepernick am Sonntag 6/15 und kaum über 100yds Passspiel), aber ihre Pass-Defense ist mittlerweile wieder eine der absolut besten, und den Rest erledigt der SOS.
  • Kansas City ist 5-0 und nach Pythagorean das beste Team der Liga, weil es in der Defense fast keine Punkte zulässt, aber mal langsam: Die Chiefs spielen eine fürchterliche Pass-Offense, die am Sonntag in Tennessee so überhaupt nichts zustande brachte und mit ihrem ängstlichen Spiel früher oder später auf die Fresse fallen wird. Okay, die Chiefs sind insgesamt dank ihrer Defense prädestiniert, ihren Erwartungswert aus diesem Power-Ranking zu schlagen, aber trotzdem: Die Chiefs sind abhängig davon, dass die Offense ja keine Turnovers begeht. In der Defense hatte Justin Houston in Tennessee ein eher schwaches Spiel, dafür aber mausert sich Dontari Poe immer mehr zum veritablen DPOY-Kandidaten.
  • Chicago rückt nach der guten Leistung gegen die extrem starken New Orleans Saints 16 Plätze nach oben auf Rang 12. Den Bears kommt dabei zugute, dass sie die Super-Offense um QB Brees verhältnismäßig gut im Griff hatten, und den Rest macht hier wie bei den Niners der SOS.
  • Carolina hatte ich vor der Saison ziemlich gehypt, weil sie letztes Jahr eine effiziente Pass-Offense gespielt haben, aber davon ist dieses Jahr nix zu sehen: 5.4 NY/A ist der sechsschlechteste Wert der Liga, und jeder, der am Sonntag sah, wie mühselig sich Cam Newton und Co. in Arizona herumplagten, glaubt ungern an ein Breakout der Panthers-Passoffense.
  • Atlanta ist 1-4 und 1-4 in engen Spielen. Die Probleme der Falcons liegen vornehmlich in der Defense (Pass-D #25, Run-D #20) und obwohl man noch immer eines der disziplinierteren Teams ist: Im Vergleich zu den braven Bubis im letzten Jahr kassiert Atlanta dieses Jahr viele Strafen. Tja, und möglicherweise fällt WR Julio Jones für den Rest der Saison aus.
  • New England plagt sich mit einer weiterhin schwachen Pass-Offense (5.5 NY/A).
  • Miami ist entgegen den optischen Eindrücken auch eher ein enttäuschendes Team, weil überall unterdurchschnittlich. Im Moment sind tatsächlich die New York Jets der AFC East-Favorit! Die Jets haben eine okaye Pass-Offense und eine der besten Pass-Defenses; wenn sie nur bloß die vielen Strafen abstellen könnten…
  • Die Probleme der Giants sind längst nicht mehr bloß Interceptions und Fumbles in der Offense, sondern mittlerweile auch immer mauere Effizienz-Stats: QB Eli Manning nur noch mit durchschnittlichen 6.3 NY/A, was zu wenig ist.
  • Wie schlecht ist Tampa Bay? So schlecht, dass sie mit bloß durchschnittlichem Passspiel (6.35 NY/A) per sofort auf #10 hochhüpfen würden! Die Buccs sind ein großartiges Team, das nur auf einer Position eine Katastrophe ist: Auf Quarterback. Nur die Jaguars haben noch ein Jota schlechtere Pass-Offense, und das heißt was…
  •  Kurz noch zu den Ravens, die eine wechselhafte Saison spielen, 3-2 sind und im Power-Ranking an #30 ausgespuckt werden: Die Ravens sind in fast allen Kategorien unterdurchschnittlich, haben auch keinen schwierigen Schedule gespielt, und vor allem: Ihre Lauf-Offense spottet jeder Beschreibung. Baltimore ist trotz Ray Rice mit 27% Success-Rate das Schlusslicht der Liga, und das nicht zu knapp. Nur die an vorletzter Stelle klassierten Steelers sind „in Reichweite“.

Award Section

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe
  • Offense-MVP Watch: P.Manning, Jimmy Graham, LeSean McCoy
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 6

Nach dem oben erklärten Totalschaden letzte Woche habe ich dieses Mal besser aufgepasst. Ich kann kein besseres Ergebnis garantieren, weil die NFL-Spiele nun mal zum beträchtlichen Teil knapp ausgehen, aber ich kann diesmal methodische Korrektheit garantieren.

HOME                 %   AWAY                  %
Chicago             64   NY Giants            36
Buffalo             46   Cincinnati           54     
Cleveland           45   Detroit              55
Kansas City         70   Oakland              30
Minnesota           58   Carolina             42
NY Jets             61   Pittsburgh           39
Tampa Bay           39   Philadelphia         61
Baltimore           37   Green Bay            63
Houston             73   St Louis             27
Denver              86   Jacksonville         14
Seattle             65   Tennessee            35
San Francisco       69   Arizona              31
New England         43   New Orleans          57
Dallas              66   Washington           34
San Diego           49   Indianapolis         51

Jacksonville ist in den Wettbüros Rekord-Underdogs in Denver (28pts-Spread), aber das Power-Ranking gibt den Jaguars die Chance, immerhin eines von sieben direkten Duellen auswärts in Denver zu gewinnen! Immerhin eines von drei Spielen zu gewinnen, traut das Modell Tennessee und Arizona jeweils auswärts in Seattle und San Francisco zu.

New Orleans ist 57%-Favorit in New England, was einem Point-Spread von 3 Punkten entspricht – und das auswärts. Minnesota und Carolina liegen im Power-Ranking nahezu auf Augenhöhe (Minnesota ist minimal vorn). Dank Heimvorteil (der bei Duell zweier gleich guter Mannschaften 57% beträgt) ist Minnesota mit 58:42 favorisiert.

Etwas überraschend, wenn man die jüngsten Spiele der beiden Teams gesehen hat: Indianapolis ist in San Diego nur mit 51% zu 49% favorisiert. Auch hier spielt der Heimvorteil für die Chargers eine gewichtige Rolle.

NFL-Power Rankings Woche 14: Spitzenspiel?

Das „Spiel der Saison“ New EnglandHouston stellte sich als gigantisches Mismatch heraus; die Patriots dominierten die Texans nach Strich und Faden, demolierten einen Gegner, dem nun wieder vorgeworfen werden wird, in der Primetime oder gegen große Gegner häufig zu versagen.

Schlüssel früh in der Partie war das Einbremsen des gefürchteten „Zone-Read“-Laufangriffs der Texans: Die Defensive Line der Pats kontrollierte die Anspiellinie und nahm Houston schnell die solideste Option im Angriff weg. Der Play-Action-Pass, als Houstons größte Waffe gefeiert, war in diesem Spiel die Superwaffe der Patriots: QB Tom Brady verarschte die Front-Seven und tiefstehende Safetys nicht bloß beim extrem einfachen langen TD-Pass für #85 Brandon Lloyd.

Überhaupt war es ein fassungslos effizientes Spiel der kompletten Angriffsmaschine. Ich hatte nichtmal das Gefühl, dass Houstons durch zahlreiche Blitzes verstärkter Pass Rush versagte, aber diese schnellen Brady-Pässe verbrannten eine eigentlich gute Front-Seven komplett. Und das, obwohl mit TE Gronkowski die beste Anspielstation verletzt fehlte und der normalerweise zuverlässige WR Wes Welker einen „off day“ hatte (mindestens drei Drops).

RT #76 Sebastian Vollmer hatte so seine Probleme mit DE #99 J.J. Watt, aber Vollmer hatte Watt gerade so gut unter Kontrolle, dass neben ein paar wüsten Hits gegen Brady die ganz schlimmen Plays verhindert wurden – bis auf einen forcierten Fumble Watts gegen #39 Danny Woodhead. Der Fumble sprang dem verdutzt in die EndZone fallenden Brandon Lloyd zum 42-7 Zwischenstand in die Arme. Manchmal geht dem einen eben alles auf, während der andere in die Röhre guckt.

Wie gut ist Houston? Auf alle Fälle gut genug, um die durchschnittlichen Teams in Grund und Boden zu spielen. Aber gegen zwei der paar ernsthaften Gegner (Green Bay, New England) wurde man in Blowouts abgeschossen. Houston hält mit zwei Spielen gegen Indy und einem Heimspiel gegen Minnesota weiter die Schlüssel für den Top-Seed in der AFC in der Hand – und alle drei Partien kann man gewinnen.

In den Power-Rankings bleiben die Pats an #6 trotzdem hinter Houston (#5) gerankt. Warum? Nun, New Englands Offense von 2012/13 ist zwar meilenweit über dem Rest der NFL anzusiedeln und QB Tom Brady ist ein weiterer Kandidat auf den MVP-Award, aber genauso ist die Pass-Defense die achtschlechteste in der Liga. Ein weiterer Faktor, der nicht zu unterschätzen ist: New Englands Angriff produziert fast keine Turnovers (1.0% INT-Rate ist unglaublich) – wenn Brady mal eine Partie mit ein, zwei Interceptions ausrutscht, gebe ich keine Garantien ab, was die Patriots anbelangt.

Nächsten Sonntag gibt es den nächsten Kracher beim Sunday Night Game gegen San Francisco. Dann trifft man auf das bei mir top-gerankte Team – und die 49ers dürfen sich wohl keine Niederlage erlauben, will man nicht zu Weihnachten in Seattle in Zugzwang geraten, was den Divisionssieg in der NFC West angeht.

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