Vor der Neuauflage: #1 Alabama Crimson Tide – #2 Clemson Tigers

Heute Nacht ab 02h30 02h findet in Tampa/Florida das Endspiel um die Landesmeisterschaft im College Football statt (SPORT1 US überträgt live). Die Ansetzung ist quasi ein Novum: #1 Alabama Crimson Tide (14-0) vs #2 Clemson Tigers (13-1), die erste Neuauflage des Vorjahresfinals in der Geschichte des College Footballs. Weiterlesen

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Wie Saban Alabama umbaute: Das Wie und Warum

Gestern hatten wir Nick Sabans strategischen Approach in Sachen Football im Blick, heute wollen wir ein bisschen auf die spielerische Komponente von Alabama werfen, denn Crimson Tide hat es in den letzten Jahren gewagt, trotz aller tonnenschweren Rucksäcke (Stichwort Tradition) neue Elemente und neue Ideen von dreikäsehohen Konkurrenten aufzunehmen – ein notwendiger Schritt. Aber weder ein leichter, noch ein selbstverständlicher. Weiterlesen

Strategieumsetzung mit Nick Saban

Alabamas Coach Nick Saban ist vielen ein Dorn im Auge. Saban hat die Crimson Tide zum erfolgreichsten College-Footballprogramm seit vielen Jahren aufgebaut und nicht bloß drei Landesmeistertitel in den letzten Jahren eingeheimst, sondern ist eine ständige Bedrohung, einen vierten, fünften, sechsten folgen zu lassen. Sein Alabama verliert seit Jahren im schlechtesten Fall eines oder zwei Spiele pro Saison. Weiterlesen

The Countdown, T-minus 1: Alabama Crimson Tide

Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa - ©Latics/Wikipedia

Das Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa als Heimat der aktuell dominierenden Dynastie im College-Football

The Countdown

#1 Alabama Crimson Tide.
SEC, Western Division.
2012: 13-1, National Champ.

Es sollte niemanden überraschen, dass Paul Myerberg den College Football Countdown dieses Jahr mit den Alabama Crimson Tide beschließt, die drei der vier letzten BCS-Titel gewannen und auch dieses Jahr wieder als Topfavorit in die Saison gehen. Alabama ist derzeit in einer eigenen Liga im College Football, verliert jedes Jahr 4-5 sehr hohe Draftpicks an die NFL und ist doch im nächsten Jahr immer wieder noch besser aufgestellt als zuvor. So auch diesmal: CB Milliner und G Warmack waren Top-10 Picks, LT Fluker war als elfter Pick nicht weit von weg, RB Lacy, OG Jones und DT Williams gingen in den Runden 2 bis 4. Aufgestellt ist Alabama deswegen aber nicht viel schlechter.

Der Mann, der alles zusammenhält, ist Head Coach Nick Saban, ein Musterschüler von Bill Belichick, und Saban ist für viele sowas wie der „Satan“ in diesem Sport: Man achtet seine Erfolge, aber geliebt wird er nicht. Saban ist wortkarg und seine Recruiting-Methoden sind nicht unumstritten, aber jeder gibt zu, dass es keine Uni gibt, die erfolgreicher im Recruiting ist – obwohl viele Unis eigentlich bessere Voraussetzungen hätten. Saban lässt einen furztrockenen Football in Offense und Defense spielen, und weil da kein Schnickschnack dabei ist und Spieler wie Trainer sich in keinem Interview zu sowas wie einer originellen Phrase hinreißen lassen, entsteht oft der Eindruck einer kalten Maschine, die gewinnt und gewinnt und gewinnt und… funktioniert. Wie langweilig.

Die Offense

Da ist man um einen Jungen wie QB A.J. McCarron schon heilfroh. McCarron ist kein großartiges QB-Talent, um das sich schon jetzt die NFL reißt, aber er heult wenigstens mal Rotz und Wasser, wenn es die Situation hergibt, und schleppt so scharfe Schnitten ab, dass greise TV-Reporter bei laufender Kamera ins Mikro spritzen. McCarron ist im Herzen ein „Game-Manager“, ein Bürokrat, der das Spiel nicht aus der Hand gibt, aber er hat auch immer wieder gezeigt, dass er zumindest für Spielabschnitte über einem strauchelnden Laufspiel stehen kann und das Spiel notfalls auch allein in die Hand nimmt.

Oft passiert das mit dem schwächelnden Laufspiel aber nicht, und wer hoffte, dass nach RB Ingram, RB Richardson und RB Lacy nun endlich mal genug sei, dem sei empfohlen, mal nen Blick auf den RB T.J. Yeldon zu werfen, einen sophomore, der besser, explosiver aussieht als alle drei Genannten zusammen. Yeldon – was für ein Talent! Und wird noch mindestens zwei Jahren in Tuscaloosa spielen. Die Hoffnung für die Gegner ist, dass die Offense Line nach dem Verlust der drei besten Leute etwas einbricht, aber selbst dann dürfte die Qualität noch beträchtlich sein.

Wer mit Yeldon nicht genug zu tun hat, der sei auf WR Amari Cooper aufmerksam gemacht. Cooper (letztes Jahr als Freshman 58 Catches, 999yds) ist mit 1.84m nicht der größte unter der Sonne, aber ich hab selten einen so jungen Spieler mit so guter Technik und so wendigen Hüften gesehen. Und Cooper ist pfeilschnell: Lass die Jungs 100m downfield sprinten und Cooper ist zwei Sekunden vor allen anderen dort. Über diverse noch unbekannte Supertalente, die Saban in der Hinterhand hält, wird momentan noch nur gemunkelt – bis Jungs wie der freshmanTE O.J. Howard im ersten Spiel 7 Catches für 95yds und 2 Touchdowns produziert haben.

Die Defense

Die Defense muss in der Front-Seven den Abgang von NT Jesse Williams verkraften; ohne Williams war die Defense zuletzt immer mal wieder verwundbar. Und in der Secondary ging mit CB Dee Milliner der wichtigste Mann in die NFL. Das ist insofern wichtig, weil Alabamas Abwehr ganz stark drauf vertraut, „vorne“ den Lauf abzuwürgen und „hinten“ die beiden Outside-CBs Manndeckung ohne großartige Safety-Unterstützung spielen lässt.

Alabamas Defense besticht nicht durch fabulösen Passrush, aber es ist der schiere Speed, der die tödliche Waffe ist: Jungs wie OLB Adrian Hubbard oder der ewige OLB C.J. Moseley sind noch die besten Passrusher, aber selbst sie fahren keine zweistelligen Sack-Zahlen ein. Dafür sind sie einfach flink genug und haben den „range“, um spätestens nach dem 2yds-Lauf den Running Back zu tackeln, und sie werden deswegen gewiss auch bald in der NFL bestechen.

Zu einer möglichen Anfälligkeit, der Verwundbarkeit der Bama-Defense gegen die nun auch in der SEC aufkommenden Spread-Offenses, werde ich vielleicht im Verlauf der Saison mal was schreiben. Wenn sich die Chance ergibt. Alabama @ Texas A&M am 14.9. wird ja höchstwahrscheinlich nirgendwo in Europa auf normalem Wege zu sehen sein.

Kristallklarer Ausblick

Das Geile ist ja: Obwohl Alabama so brillant aufgestellt ist und so dominant aussieht, so brauchte die Mannschaft zuletzt zweimal trotzdem ordentlich fremde Hilfe, um nach knappen Heimniederlagen überhaupt ins Endspiel zu rutschen. Diesmal hat Alabama die Chance, Geschichte zu schreiben und den vierten National Title in fünf Jahren zu holen. Es gab alles schon, 3x in vier Jahren, 4x in sechs Jahren, dreimal en suite, aber vier von fünf wäre neu.

Der Schedule ist nicht furchterregend, zumindest nicht für ein Team dieser Klasse: Zum Auftakt auf neutralem Boden Virginia Tech aus der ACC als klangvoller Name, aber die Hokies sind im Umbruch. Dann zwei Wochen Pause zum – vielleicht – Spiel des Jahres: Wie besagt auswärts gegen Texas A&M beim Revanchespiel für die letztjährige einzige Niederlage. Und im November LSU, das nach Tuscaloosa muss – der vorletzte Gegner, der Alabama schlug, in der Overtime, vor fast zwei Jahren. Diese Kombination aus „günstigem“ Schedule und mannschaftlicher Klasse macht Alabama zum logischen Favoriten für auch 2013/14 – aber jetzt schon fix von einer weiteren BCS-Kristallkugel ausgehen würde ich nicht.

Morgen geht’s dann richtig los.

BCS National Championship 2013 Preview: #1 Notre Dame Fighting Irish – #2 Alabama Crimson Tide

Update 16.1. 23h45: Ich lese gerade bei Deadspin, dass unten angesproche Te’o-Geschichte mit der toten Freundin wohl ein Schwindel ist. /Update Ende


Audio-Preview

Dieter Hoch/Huddle

Nicht bloß ein paar Kilos, sondern Zentner wiegen die mit Tradition gefüllten Rucksäcke, wenn heute Nacht, 02h30 MEZ LIVE bei ESPN America, in Miami/FL das BCS-Championship Game 2013 angepfiffen wird. Und das aus Gründen, denn die Ansetzung #1 Notre Dame Fighting Irish (12-0) gegen #2 Alabama Crimson Tide (12-1) steht Synonym für gemeinsam 247 Jahre Footballgeschichte, zirka 2400 Spiele, fast 1700 Siege, roundabout 25 National-Championships und acht Heisman Trophy Sieger.

Es handelt sich um zwei Programme, deren Anhängerschaft zu den größten landesweit gehört, die aber auch spalten wie wenige andere. Bei Notre Dame ist der Lärm hausgemacht: Die Uni zelebriert sich als eine der größten, wichtigsten Katholikenuniversitäten und lieferte auf dem Footballfeld nicht nur weltweit bekannte Rituale („Touchdown Jesus“) ab, sondern auch viele Spiele für die Ewigkeit. Dieses Programm ist von einer Aura umgeben, das es im College Football kein zweites Mal gibt, vergleichbar vielleicht mit den All Blacks im Rugby oder dem FC Barcelona im Fußball.

Alabama gehört im Gegensatz dazu zu den Unis, die es mit der Qualität der Lehrstühle nicht so genau nimmt (und wegen der immer knapper werdenden staatlichen Zuschüsse auch nicht kann), „punktet“ aber mit seinem grimmigen Head Coach Nick Saban, der so viel Charme versprüht wie ein feuchtes Toastbrot, und seiner Zugehörigkeit zur Southeastern Conference (SEC), jener Conference, die seit sechs Jahren alle BCS-Titel abstaubt und deren Überlegenheit vielen Fans des College Football mittlerweile ein Dorn im Auge ist. Im eher ruralen Bible Belt sind die Crimson Tide aber sowas wie das heimliche Ersatz-Profiteam, das es dort nie geben wird.

Kurzum: In einer Zeit, in der das Ende der BCS (Bowl Championship Series) ausgemachte Sache ist und in Bälde (ab 2014/15) erstmals in der Geschichte der Div-I FBS ein kleines Meisterschaftsplayoff installiert wird, und in einer Zeit, in der zahlreiche historisch gewachsene Rivalitäten dem Conference-Realignment Wahn zum Opfer fallen, wirkt Notre Dame – Alabama wie ein Relikt aus einer längst überholten Vergangenheit, ein letztes Zucken des Zaubers der Vergangenheit.

Was bieten die Jungs spielerisch auf?

Das lässt sich auch an den Spielstilen der beiden Mannschaften ablesen: Bei beiden dominiert in der Offense Fehlerminimierung mittels Laufspiel und bloß nix den Instinkten der Spieler überlassen, den Rest soll eine furztrockene Defense erledigen. Was bei Saban seit Äonen gang und gebe ist, dürfte seinem Gegenüber, dem No-Huddle-Offense Guru Brian Kelly (nicht verwandt mit Chip), den Ekelherpes herauftreiben, aber Kelly scheint pragmatisch genug zu sein, um seine Ideale des Erfolgs willen aufzugeben.

Season-Preview

Alabama.
Notre Dame.

Und so ist Notre Dames Superstar nicht wie seit zirka 100 Jahren üblich ein Quarterback, sondern der ILB #5 Manti Te’o, ein Mann hawaiianischer Abstammung, der neben seiner einschüchternden Präsenz auf dem Feld als guter Führungsspieler und aufgrund seiner jüngsten Lebensgeschichte (Oma und Freundin diese Saison innerhalb von 24h gestorben) auch als Quelle der Inspiration gilt.

Te’o führt die Front-Seven an, obwohl er eine merkwürdige Rolle spielt: Notre Dame versucht prinzipiell, nur mit vier Passrushern zu arbeiten (plus manchmal OLB Tuitt) und vor allem mit dem NT Louis Nix, Te’o weitestgehend abzuschirmen; Te’o arbeitet fast mehr wie eine Art dritter Safety, fängt deshalb auch viel mehr INT (7) ab als er Sacks (1.5) produziert.

Gegen Alabama und deren aggressives Laufspiel wird Te’o aber weiter „vorne“ und weniger geschützt von der Line operieren müssen, denn das Matchup des Tages soll Alabamas NFL-reife Offensive Line gegen eben jene Front-Seven sein. Dazu ist RB #42 Lacy kein spektakulärer, aber ein zufriedenstellender Mann („graue Maus“ wäre übertrieben). Die Sprints und Big Plays legt der Freshman #4 T.J. Yeldon hin. QB #10 A.J. McCarron, zuletzt zweimal der Hero gegen die bärenstarke LSU-Defense, muss da nur noch die Bolzen vermeiden und die Dinger halbwegs unfallfrei an den Mann bringen (von WR #9 Amauri Cooper schwärmen aber mittlerweile auch schon die NFL-Scouts, obwohl der Junge Freshman ist).

Fraglich ist, was Notre Dames Offense aufstecken wird: Brian Kelly galt bei seiner Anheuerung als Mastermind einer blitzschnellen No-Huddle-Offense, weswegen einst sogar TV-Verträge mit dem Partner NBC angepasst werden mussten (!), Stichwort „Länge der Übertragungen und Werbepausen“. Nach drei Jahren Kelly in South Bend ist allerdings nix von No-Huddle zu spüren.

Es gibt aber Hoffnung: Alabamas gefürchtete Defense ist zwar schnell, zeigte sich bei näherem Hinsehen allerdings als verwundbarer als man es annehmen würde, und war vor allem gegen mobile Quarterbacks ein Wackelkandidat. Notre Dame hat einen Scramble-QB, den Grünschnabel #5 Everett Golson, der nicht immer überzeugend aussieht, sich aber bisher noch vergleichsweise gut durchlavierte.

Der RB Theo Riddick ist ein aus der Not geboren „konvertierter“ Wide Receiver, ein extrem agiler Mann, aber dessen „Muskeln“ wirken gegen die Schränke, die da in der Defensive Line der Crimsons stehen, wie ein paar verirrte Furunkel. Deswegen dürfte Notre Dames größte Waffe der NFL-Star in spe, TE Tyler Eifert sein, ein Mini-Gronkowski, gegen den es physisch keinen adäquaten Gegenspieler in Alabamas Abwehr gibt.

Wen sollte man favorisiert sehen?

Notre Dame ist 12-0, aber noch nicht über alle Zweifel erhaben: Die Jungs sind 5-0 in engen Spielen und nervengestählt, aber „5-0“ in Partien gegen Pitt oder Michigan kann man auch als Alarmsignal werten (letztes Jahr war ND noch 3-3 gewesen). Alabama dagegen spielte einen für SEC-Teams relativ einfachen Schedule, auch weil der Paradegegner Michigan eher enttäuschte, hatte aber mit den besseren Teams im Schedule (LSU, Georgia) teilweise arge Probleme.

SRS favorisiert Alabama mit 7 Punkten. Die Wettbüros sehen ähnliche Spreads. Ich würde Alabama eher höher favorisieren (14 Punkte aufwärts), aber es gibt zwei Dinge, die da dagegen sprechen:

  • Notre Dames Defense dürfte tatsächlich nicht allzu viele Yards und Punkte aufgeben.
  • Ich erwischte mich in den letzten zwei Jahren häufig dabei, Alabama zu überschätzen; yup, die Truppe ist super, aber sie ist nicht so superb, dass sie mal eben im Vorbeigehen allen anderen ein 30-3 einschenkt.

Also: Alabama mit 7 unterschreibe ich, auch wenn die Leute die SEC-Dominanz satt haben.


Spiel ist ab 02h30 LIVE bei ESPNA, die Tapes kommen wie folgt: Di, 8.1. um 12h und um 19h.

College Football 2012/13 – Nachwirkungen vom zehnten Spieltag: Menschen! Richtige Menschen! Es sind Menschen!

Das Drama um die Finalplätze im College Football intensiviert sich – die Top-4 im BCS-Ranking fuhren am Wochenende ausnahmslos Siege ein, wenn auch zum Teil knapp. Oregons punktereicher Auswärtssieg bei den USC Trojans wurde ja leider nicht bei uns übertragen, soll aber den Reaktionen nach in Los Angeles ziemlich fassungs- und ratlose Gesichter hinterlassen haben („730 Yards Offense? Ich kannte diese Zahl noch gar nicht“). Ducks-RB Kenjon Barner mit einer 300+yds Show plötzlich im Heisman-Rennen, aber die Defense der Ducks soll nicht wirklich überzeugt haben (harhar, 51 Punkte aufgegeben) und die Gerüchteküche um einen baldigen Wechsel in die NFL von Ducks-Chefcoach Chip Kelly dürften im November auch ein Störfaktor werden.

Mal nebenbei erwähnt: Kelly und die „big play“ Philadelphia Eagles – da bahnen sich feuchte Träume an. Vergessen wir mal kurz das Stigma der College-Coaches in der NFL.

Notre Dame brauchte ein erneutes Last-Minute-Comeback, einen verschossenen gegnerischen Matchball und eine dreifache Overtime gegen die Pittsburgh Panthers, die bis dato eine überwiegend schlimme Saison gespielt hatten. Notre Dames eiskalte Klöten werden in den Staaten hoch gelobt, aber bei aller Liebe: Die Fighting Irish haben da seit Wochen auch einen Pakt mit Fortuna abgeschlossen, wenn ich an dieses Spiel – und an den seeeeeeeehr zweifelhaften Call gegen Stanford – denke. Notre Dame hat nun zwei machbare Lose, muss Ende November aber noch zu einem seiner traditionellen Rivalen, USC.

Kansas State mit einem verdienten, aber aufgrund der Verletzung von QB Collin Klein überschatteten, Sieg über Oklahoma State. Klein ist verantwortlich für runde 80% der Offense-Yards der Wildcats in dieser Saison – und wenn sich der Mann jetzt tatsächlich ernsthaft verletzt haben sollte, haben die kleinen Wildcats möglicherweise ein Problem.

Spiel der Runde war natürlich LSU TigersAlabama Crimson Tide im Death Valley zu Baton Rouge. Meine Skepsis was die Chancen der Tigers in diesem Spiel anbelangte war vor dem Spiel mit „immens“ zu beschreiben, und das wäre noch eine Untertreibung gewesen. Tatsächlich hielten die Jungs von Les Miles nicht bloß richtig gut mit; Hand aufs Herz: LSU war im Prinzip die bessere, vor allem besser vorbereitete, Mannschaft in dieser Nacht.

QB Zach Mettenberger, der so schwer kritisierte Mann, machte das Spiel seines Lebens (gegen Alabamas in alle Höhen gelobte Defense!) und diesmal waren es die LSU Tigers, denen man nachsagen musste, die sich bietenden Chancen nicht genutzt zu haben. Ein einziges Field Goal in der kompletten ersten Halbzeit ist eigentlich angesichts des Spielverlaufs ein Witz, und dann wurden im Schlussviertel nacheinander Field Goal verschossen und ein 4th down knapp verpasst: 17-14 Führung gegen eine immer lahmere Bama-Truppe, die in der zweiten Halbzeit keinen Stich mehr gemacht hatte und nur noch kriechend daherkam.

Schickte sich der doch über weite Strecken entzauberte QB A.J. McCarron an, mit ein paar schnellen Completions wenigstens in Punktereichweite zu kommen. McCarron 52 Sekunden vor Schluss mit einem kurzen Pass für den „neuen Trent Richardson“, RB T.J. Yeldon, und ich fragte mich, warum Bama mit seinem Kicker an der gegnerischen 28yds-Line nur auf den Ausgleich ging. Yeldon nahm das Ei auf und brach in die EndZone durch.

Sieg Alabama.

Und dann das:

Ein eigenartig sympathischer Moment, vielleicht der Moment der Saison für die manchmal so langweilig kalt wirkenden Alabama Crimson Tide. Eine Mannschaft, gecoacht von Nick Saban, dem einzigen Mann unter der Sonne noch hornhäutiger als Belichick. Der heulende und schluchzende McCarron unter dem Handtuch war ein Moment, in dem die Alabama Crimson Tide auf einmal menschlich wirkten.

Next up: Alabama @ Texas A&M. McCarron gegen Rockstar Johnny Manziel.

Ich ringe noch mit mir und kann mich nicht entscheiden, welches der potenziellen Matchups ich im BCS-Championship Anfang/Mitte Jänner in Miami sehen möchte.


Von einem anderen alten Bekannten müssen wir uns für diese Saison fast verabschieden: Die Boise State Broncos, in den Polls diese Saison bis dato schlicht und ergreifend zu hoch bewertet, gingen daheim gegen den krassen Außenseiter San Diego State baden und müssen ihre letzte Chance zum spoilern der BCS begraben. Boise State bietet dieses Jahr eine starke, physische Defense, aber auch eine merklich holprige Offense – wird wieder so was wie die Las Vegas Bowl werden.

Noch so ein guter Freund, dessen nicht bloß Saison, sondern Karriere, zu Ende ist: B.J. Daniels, der Quarterback der USF Bulls, soll sich den Knöchel gebrochen haben. Daniels war Senior und wird in der NFL kein Land sehen. Viel Glück.

College Football 2011/12: #2 Alabama Crimson Tide – #1 Louisiana State Tigers

[04h52] Die heutigen Ergebnisse machen auch wahrscheinlicher:

  • Arkansas hält tatsächlich sein Schicksal in den eigenen Händen. Heimsiege über Tennessee und Mississippi State vorausgesetzt, kann man mit einem Auswärtssieg gegen LSU tatsächlich das SEC-Finale erreichen.
  • Georgia hat in der SEC East sein Schicksal nun in den eigenen Händen.
  • Oregon vs. Stanford um den Pac-12 Finaleinzug im Norden.
  • Und jetzt Achtung: UCLA (!!!) hat sein Schicksal in der Pac-12 South in eigenen Händen, landete heute einen sensationellen 29-28 Sieg über Arizona State, muss allerdings noch @Utah und @USC (ins Coliseum) und vs. Colorado ran.

Die BCS-Top 5 dürften in etwa so aussehen: #1 LSU, #2 Oklahoma State, #3 Stanford, #4 Alabama, #5 Boise State. 3 und 4 wahlweise auch vertauscht.

[04h48] Endstand Alabama Crimson Tide 6, L.S.U. Tigers 9 (OT)

Jo. Da hat am Ende die Unit, die ich am wenigsten beachtet hatte, das Spiel großteils entschieden: Die Special Teams. Alabama verkickte vier Field Goals und hätte dieses Spiel eigentlich gewinnen müssen. LSU kann sich glücklich schätzen, hier mit dem Sieg nach Hause fahren zu können.

Alabama dürfte in den Polls nicht weit runterfallen. Man wird sich aber grün und blau ärgern können, dieses überlegen geführte Spiel nicht gewonnen zu haben.

Ich fand es ein unterhaltsames Spiel auf hohem Niveau, hätte mir aber irgendwann ab drittes Viertel etwas mehr Offense gewünscht. Da war dann letzten Endes zu wenig Variabilität im Spiel, zu viele uninspirierte Laufspielzüge, die für -2yds auf beiden Seiten abgewürgt wurden. Auch Tight Ends waren kaum im GamePlan.

Trotzdem möchte ich die Offense sehen, die diese beiden Defenses einbremsen kann. Oklahoma State steht bei mir etwas im Ruf der Schönspieler. Stanford sollte den besten Quarterback haben und ein physisches Laufspiel. Oklahoma trotz allem wenigstens genügend Athleten. Und dann ist noch Boise State, denen ich mit ihrer parasitären Underdog-Strategie gegen jede Defense eine Chance gebe.

Overtime

[04h37] Field Goal passt. LSU bleibt ungeschlagen.

[04h35] LSU kann nach einem langen Lauf aus 25yds das Field Goal zum Sieg kicken. Kicker: Drew Alleman.

[04h30] Recht peinlicher Overtime-Drive der Crimson Tide. Erst eine Strafe wegen 12 Mann im Huddle!! Dann lässt sich QB McCarron bei 3rd down sacken und das Field Goal ist mit 53yds natürlich viel zu lang. LSU kann mit seinem guten Kicker nun dreimal laufen und gewinnt das Spiel.

[04h24] LSU gewann den Münzwurf und spielt zuerst Defense. Zur Erklärung: Damit weiß die Offense, was sie mit ihrem Drive erreichen muss. Dies nur als Erklärung der Entscheidung.

4. Viertel

[04h23] Dieses unglaublich intensive Spiel geht in die Overtime. Meine Fresse: In 60min  ganze VIER Field Goals? Alabama war mehrmals sehr nahe dran, verschoss drei Field Goals und hatte an der GoalLine diese unglücklich und womöglich zu Unrecht verhängte Interception.

OT-Regeln für nicht-College-Fans: Jedes Team startet von der 25 einen Drive. Wer mehr Punkte erzielt, gewinnt. Ab der dritten OT müssen die Teams eine 2pts-Conversion spielen.

[04h20] 52sek to go. LSU musste punten. Zum Clock Management Sabans meine Theorie: Saban hatte Angst vor einem Trickspielzug.

[04h12] Alabama kommt dem bei 3rd und 20 und einem quicken Kurzpass auf RB Richardson dem 1st down bedrohlich nahe, muss aber punten. Eine dumme Strafe gegen #7 Mathieu reingerechnet wird LSU nun ganz weit hinten drin beginnen müssen. Der Blick auf die Uhr verrät: 5:00 noch. Schön langsam nähern wir uns der unoffiziellen Variante „Sudden Death“.

[04h04] Unglaubliche Szenen in Tuscaloosa: Die Crimson Tide kommen mit Willen (Maze) und Power (Richardson) wieder in Punktereichweite. Dann folgte ein Wildcat-Spielzug mit tiefem Ball von WR #4 Maze auf den tight End. DB #1 Reid wrestelt dem TE den Ball aus der Hand. INTERCEPTION an der 1yds Line. Eine 50/50 Entscheidung und ich bin mir nicht sicher, ob „INT“ die richtige war.

LSU wird natürlich nach drei Läufen gestoppt, dann stellt Nick Saban den schwer angeschlagenen Maze als Punt Returner auf. Maze kann sich nicht bewegen, keinen Fair Catch machen und verschenkt durch den auskullernden Ball locker 25-30yds Feldposition.

[03h48] Alabama 6, Louisiana State 6/4th, 14:13. As expected.

3. Viertel

[03h45] Nun ist es an Alabama, einen überflüssigen Turnover reinzustreuen: QB McCarron übersieht das ungünstige Duell der 17er: CB Claiborne gegen den vergleichsweise schwerfälligen TE Smelley. Interception und vor allem ordentlich in die RedZone returniert. Dort werden Running Back und Quarterback allerdings nacheinander für Raumverlust gestoppt. Es erwartet und nach dem 3rd down wohl ein Field Goal.

[03h32] Faszinierend, wie sich beide Defenses nichts schenken und jeden Drive, der droht, länger als 30yds zu werden, abwürgen, mittels Blitzes oder einfach nur Hormonschub. Meistens reicht eine Strafe gegen die Offense aus, um eine Angriffsserie zu beenden. Nun startet Alabama an der eigenen 11.

Alabamas Stärke ist aber zweifellos, lange Drives spielen zu können. Und die Crimson Tide haben heute die deutlich souveräner ausschauenden Angriffsserien zustande gebracht – allein: diesmal fehlt WR Maze, der beste Receiver, der draußen humpelt.

[03h25] Alabama 6, Louisiana State 3/3rd, 7:56. Hehe, im ESPN-GameCenter leuchtet allen Ernstes der „Upset“-Alarm auf.

[03h20] QB Jarrett Lee wird reinrotiert, kriegt im ersten Passversuch nichtmal so viel Druck und wirft schon wieder eine INT!! Der Mann zerbröselt die paar Krümel Vertrauen schneller als ich befürchtet hatte.

[03h16] College Football und seine Stats: Houston QB Case Keenum hat gegen UAB aktuell 3 Rushes für -5 Yards und dabei 2 Touchdowns erzielt! Hatte nicht mal Bettis sowas wie 5 Läufe für 1yds und 3 TD?

[03h09] Lt. Les Miles im Halbzeitinterview wird LSU weiterhin die Quarterback durchrotieren. Die dringendere Frage wäre IMHO: Wie kann man Alabamas Passrush stoppen, wenn sie über eine Seite und über die Mitte kommen? Die Pocket wird jedes Mal zerbröselt.

2. Viertel

[02h46] Halbzeit Alabama Crimson Tide 3, L.S.U. Tigers 3.

Exzellentes, intensives Spiel mit aufgeladener Stimmung im Stadion. Ich fühle mich sehr gut unterhalten. Alabama stoppte kurz vor der Pause die Tigers mit einem GoalLine-Stand, als LSU gerade ins Rollen gekommen zu sein schien. Was Zeit wurde: Die Tigers zeigten nicht mehr als Ansätze, wie man diese Defense knacken könnte. Nach der INT wurde QB Lee abgesägt und für den beweglicheren QB Jefferson ersetzt – was den einen oder anderen sicheren Sack verhinderte. Aber Jefferson ist kein Mann, der über lange Sicht mit Pässen Gefahr bringen kann.

Alabama hat zu wenig aus seiner Überlegenheit gemacht und sich insbesondere in Reichweite von Punkten immer wieder selbst ins Knie geschossen. Nicht bloß die Field Goals. Sie wussten, die Kicker sind nicht gut. Aber der Trickspielzug, der Spielzug für -5yds, das alles brachte die eigentlich ordentlich funktionierende Offense in Zugzwang.

Das Spiel bleibt völlig offen. Alabama war optisch überzeugender, scheint den vielversprechenderen Plan zu haben, aber LSU wäre mit der Wundertüte Jefferson um ein Haar mit einer Führung in die Pause gegangen.

[02h22] Alabama 3, Louisiana State 0/2nd, 3:53. Im vierten Versuch (also: vierter FIELDGOAL-Versuch). Diesmal kommt die Offense in die RedZone, diesmal ist das Field Goal lang genug.

LSUs Defense wirkt zwar voller Testosteron, macht heute aber auffällig viele Zuordnungsfehler, vergaß eben RB Richardson auf der simpelsten Pass-Route der Welt völlig, zum zweiten oder dritten Mal heute. Das passierte im ganzen Jahr noch nicht. In der RedZone allerdings wurde wieder gemauert und über die Mitte lief nichts.

[02h16] Ich vergönne den CBS-Kommentatoren Verne Lundqvist/Gary Danielson ja jede Sekunde dieses Spiels von Herzen. Die beiden mussten heuer zu viele langweilige Blowouts kommentieren und hatten ab drittes Viertel meist nicht mehr zu erzählen als die Unterhosengröße der Backup-Defensive Backs.

[02h10] Ich weiß nicht, ob sich Les Miles etwas gutes mit dem QB-Wechsel auf #9 Jordan Jefferson angetan hat, falls er das nun wirklich durchziehen möchte. Schwer vorstellbar, dass sich Alabama von einer simplen Option-Offense über längere Sicht verarschen lässt. Und Jefferson ist ein erwiesen schlechter, unpräziser Werfer.

[02h03] Mal so zurückerinnert: Alabama hat vor fast einem Jahr in der Iron Bowl gegen Auburn auch haufenweise Punkte in der ersten Halbzeit liegen lassen – damals rächte sich das am Ende bitterlich.

[02h00] Field Goal Alabama geblockt. Unglaublich. Nach der INT stürmt RB Richardson unter massiven gebrochenen Tackles über die Mitte, ehe ein missglückter Trickspielzug die Crimson Tide völlig aus dem Konzept bringt. Alabama muss wieder ein 49yds Field Goal kicken und bringt den Spezialisten für die kurzen Kicks. Geblockt. Alabama hat neun Punkte liegen lassen.

1. Viertel

[01h50] Interception gegen #12 Jarrett Lee. Und dann ist es passiert. Schlechter Snap, Lee, der ehemalige „Mr. Interception“, wird nervös und feuert einen unüberlegten Ball in die Secondary – direkt in die Arme von Safety #37 Robert Lester.

[01h47] Und das nächste verschossene Field Goal für Alabama, diesmal aus 50yds. Alabama verschenkt einen recht eindrucksvollen Drive, der an der eigenen 5 gestartet hatte: Langer Ball für WR #4 Marquise Maze, Lauf Richardson, Lauf RB #3 Eddie Lacy. 60yds Drive gegen LSU ohne Punkte beenden dürfte schmerzen.

[01h31] Louisiana State kommt solide auf das Feld, tastet erstmal die Lauf-Defense ab. Nach dem Überkreuzen der Mittellinie schaltet Alabamas Defense dann einen Gang höher, schickt erste dezente Blitzes aus und um den Drive ist es geschehen.

[01h20] LSU setzt im dritten Spielzug ein Statement, als RB #3 Trent Richardson für -5yds gestoppt wird, nach zwei langen Raumgewinnen für Richardson. Dann werden die Schotten dicht gemacht, Alabama muss ein langes Field Goal schießen und verkickt.

[01h08] W.z.e.w. („Wie zu erwarten war“): Pregame-Buildup lässt den Kickoff minutenlang nach hinten rücken. Acht Minuten nach eins und erst der Einlauf der Mannschaften.

[00h45] Das Spiel wurde so stark gehypt („The Armageddon“), dass eigentlich nur fünf Führungswechsel im Schlussviertel und eine vierfache  Overtime mit Statue-of-Liberty-Trickspielzug zur siegbringenden 2pts-Conversion zum 51-49 nach 4th-down-und-35-Hailmary-TD die Erwartungen erfüllen kann. Oder anders: Es kann sie nicht erfüllen. Freuen wir uns also auf spannendes Rasenschach. Das kann man nämlich erwarten.

[00h33] Vor fünf Jahren wurde Ohio State – Michigan in den Himmel gehypt und machte mich auf College Football überhaupt erst aufmerksam. Damals entpuppte sich das vermeintliche „Game of the Century“ als Rohrkrepierer, als Buckeyes und Wolverines in der Bowl Season jeweils jämmerlich verreckten. Es war auch die Zeit, in der die Southeastern Conference (SEC) begann, die Oberhand im College Football zu gewinnen. Fünf Meistertitel gingen seither en suite an die SEC. Heuer wirkt die SEC in der Breite sehr durchschnittlich. Ganz oben aber, in der Spitze, sind die beiden IMHO (und nicht nur IMHO) besten Mannschaften des Jahres und zwar landesweit: #1 LSU und #2 Alabama. Heute das direkte Duell. Um 1h ist Kickoff. Die Vorschau gab es am Freitag.

College Football 2011/12, vor dem Spiel des Jahres: Alabama Crimson Tide – Louisiana State Tigers

Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa - ©Latics/Wikipedia

Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa - ©Latics/Wikipedia

College Football wartet seit Wochen auf dieses Spiel, das so bedeutend ist, dass CBS es in die Primetime verlegt hat, was in der SEC selten genug vorkommt: In der Nacht auf Sonntag, 01h MEZ, matchen sich im Bryant-Denny Stadium zu Tuscaloosa die #2 Alabama Crimson Tide und die #1 Louisiana State Tigers. Auf dem Spiel steht der fast sichere Einzug in das BCS National Championship Game für den Sieger, wobei auch der Verlierer – sofern es ein halbwegs knappes Spiel werden sollte – noch ein Hintertürchen offen haben wird.

Pregame: HYPE

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Jahren ein College-Spiel in der Regular Season so massiv hochgejazzt wurde. Vielleicht im Oktober 2006, als man den Ignoranten korsakoff mit völlig übersäuerter Aufmachung bei Ohio State – Michigan erstmals intensiver für College Football interessieren konnte. Damals ging die Sache am Ende verheerend aus (Ohio State wurde 51 Tage nach jenem „vorweggenommenen Endspiel“ im BCS-Finale in Grund und Boden gespielt).

Diesmal soll alles anders sein. LSU und Alabama werden heuer gemeinhin in einer anderen Hemisphäre gesehen, dem Rest der Konkurrenz meilenweit enteilt. Es handelt sich um zwei physische, kraftvolle, athletische Mannschaften mit knackiger Defense und auf Fehlerminimierung bedachter Offense, die bis dato auch über namhafte Gegner scheinbar mühelos drübergefahren sind.

Fix ist: Wie auch immer die Partie enden wird, die Diskussionen werden auch ab Sonntag nicht verstummen, ganz einfach weil die BCS auch kein Re-Match im BCS-Finale Mitte Jänner in New Orleans per se ausschließt.

Louisiana State Tigers

Wie tief muss ein Kader besetzt sein, wenn vor der Saison mit DT Drake Nevis, MLB Kelvin Sheppard und CB Patrick Peterson drei hohe Draftpicks in die NFL abwandern und die Defense in diesem Herbst dominanter als jemals zuvor auftritt? Die Tigers verfügen nicht über eine Defense, die wie weiland Baltimore für spektakuläre Videoclips sorgt, sondern eine Unit, die ihre Qualitäten auf andere Art und Weise auslebt: Sie legt sich auf den Gegner. Sie würgt den Gegner langsam und unauffällig ab. Sie macht keine Fehler.

Zwei Schlüsselspieler sind die Cornerbacks: Während #17 Morris Claiborne als Deckungsspieler brilliert, gehen #14 #7 Tyrann Mathieus Fähigkeiten darüber hinaus: Mathieu ist Punt Returner und Provokateur unendlich vieler Turnovers. Claiborne und Mathieu halten dem DefCoord John Chavis mehr Optionen offen, eine noch druckvollere Front Seven auf das Parkett zu stellen.

Hemmschuh war lange Zeit die Offense um ihre suspekten Quarterbacks. Gelöst hat man diese Sollbruchstelle mit einem sehr methodischen Spiel, sprich: Viel Einsatz der Running Backs, vornehmlich RB #11 Spencer Ware, dazu der instabile QB #12 Jarrett Lee gefüttert mit kurzen, risikoarmen Pässen und für zwischendurch der jüngst aus dem Knast zurückgekehrte QB #9 Jordan Jefferson für die Scrambles.

LSU kriegt schon die gesamte Saison viel Presse, weil es einen knüppelharten Schedule spielen musste: Zu den obligatorischen SEC-Spielen gesellten sich freiwillig aufgenommene Spiele gegen die Oregon Ducks und auswärts bei den West Virginia Mountaineers. Alles souveräne Vorstellungen nach dem selben Schema: Irgendwann im dritten Viertel musste der Gegenüber die Niederlage eingestehen, worauf häufig resignierte Schlussviertel folgten.

Das ist Louisiana States größter Fortschritt im Vergleich zum vergangenen Jahr oder besser: Im Vergleich zur bisherigen Regentschaft von Head Coach Les Miles, die im Ruf stand, außergewöhnlich viele sauknappe Spiele mit verrücktem Finish hervorgebracht zu haben. Miles war dabei nicht immer auf der Siegerseite.

2007/08 zum Beispiel verlor LSU zwei Saisonspiele, beide in der Overtime. Der eigenartig kultige Miles proklamierte damals seinen Slogan „We’re undefeated in regulation“, zog ins BCS-Finale ein und gewann einen National Title, für den er bis heute nicht die Anerkennung kriegt, die man erwarten würde. Grund hierfür: Der Tigers-Kader von damals war von einem anderen Coach zusammengestellt worden, einem Coach, der auch und vor allem LSUs Philosophie in den 2000ern grundlegend erneuert hatte und damit nicht nur 2003/04 den BCS-Titel geholt, sondern die Basis für ein auf Jahre hochklassiges Footballprogramm gelegt hatte.

Die Rede ist von Nick Saban.

Alabama Crimson Tide

Dieser Nick Saban wanderte ein Jahr nach jenem BCS-Titelgewinn mit LSU ab in Richtung NFL, wo er in zwei Jahren Miami Dolphins nicht glücklich wurde, sich schließlich nicht ohne Kontroversen vom Hocker machte und im Herzen der SEC bei den Alabama Crimson Tide anheuerte. Resultat: Bereits im dritten Jahr holte sich Saban mit Alabama den BCS-Titel.

Sabans Mannschaften haben Wiedererkennungswert: In Offense und Defense werden sämtliche Basics diszipliniert und fehlerlos exekutiert, den Unterschied macht am Ende des Tages die furztrockene Defense, das Prunkstück des Kaders, reichlich mit gewissenhaft rekrutierten Einzelspielern bestückt.

Alabama ist allerdings etwas „zentralistischer“ gebaut, abhängiger von Einzelspielern als LSU. Im Angriff läuft sehr vieles über die Allzweckwaffe RB #3 Trent Richardson, der bislang 989yds und 17 (!) Touchdowns fabrizierte und von RB #42 Eddie Lacy nicht gleichwertig ersetzt werden kann. Richardson ist auch eine große Entlastung für den unerfahrenen QB #10 A.J. McCarron, der feuriger spielt als früher Greg McElroy, aber noch nicht annähernd eine Defense der Tigers-Kategorie gesehen hat und mit WR #4 Marquise Maze über bloß einen Vertrauen erweckenden Ballfänger verfügt.

Auffällig an Alabamas Offense: Sie ist in der Lage, lange Drives auszuspielen, wird jedoch schnell konservativ, wenn sie in Nähe von Punkten gelangt. Ersteres wird essenziell werden, da LSU über einen großartigen Punter verfügt und den Gegner häufig hinten reinnagelt, letzteres ist auch darauf zurückzuführen, dass man mit einem unerfahrenen Passspiel und guter Defense lieber jeden Punkt mitnimmt.

Die Defense ist klar durchstrukturiert und im Kern dafür gebaut, dem Gegner das Laufspiel wegzunehmen. Bei genauem Hinsehen fällt schnell auf, wie diszipliniert die Defensive Line ihre Aufgaben erfüllt, lieber die Löcher stopft als den Sack zu suchen, um dem großartigen LB #30 Dont’a Hightower den Rücken freizuhalten. Wie Hightower ist auch Nebenmann OLB #41 Courtney Upshaw gebaut wie ein hoher NFL-Pick, im Saban’schen System jedoch zu allererst für den Pass Rush zuständig.

Im Vergleich zum Vorjahr die entscheidende Verbesserung ist Alabama in der Secondary gelungen, wo mit CB #21 Dre Kirkpatrick und vor allem dem grundsoliden S #4 Mark Barron zwei Eckpunkte auf hoch dotierte NFL-Verträge warten. Trotz allem hege ich von allen Units in dieser Mannschaft – Quarterback abgesehen – das geringste Vertrauen in die Secondary.

Die Rivalität

Alabama und LSU teilen eine urige Historie, spielten bereit 1895 zum ersten Mal gegeneinander, morgen zum 75. Mal. 2011 dürfte das bis dato hochkarätigste Matchup ergeben, was Vorfreude produziert, angesichts der testosterongeschwängerten Duelle der letzten Jahre. 2010 schenkte uns ein brutal intensives Duell, in dem LSU trotz anfänglichen Schwierigkeiten knapp gewann – und Les Miles sich mittlerweile legendär als Grasfresser entpuppte:

Miles vs. Saban, das ist nicht nur Nachfolger gegen Vorgänger, sondern auch ein Clash der Charaktere, wo Miles immer noch unter dem langen Schatten Sabans ächzt.

Das Matchup 2011

LSU ist an #1 gerankt und bekam aufgrund des spektakulären Auftaktprogramms auch die größeren Lettern in den Zeitungen, aber ich halte Alabama nicht bloß aufgrund des Heimvorteils für recht klar favorisiert: 10 Punkte. Ganz einfach, weil ich glaube, dass Bama Louisiana States Laufspiel wird kontrollieren können und meine Skepsis gegenüber dem QB-Duo Lee/Jefferson noch nicht abgelegt ist. Auf der anderen Seite halte ich Alabamas Offense für den Tick variantenreicher und Saban für gefinkelt genug, um beim Zusammenbruch des Laufspiels die richtigen Karnickel aus dem Zylinder zaubern zu können und den Weg ins SEC- und BCS-Endspiel frei zu machen.

College Football 2011/12, Week #2 live

Guten Abend. Vorschau gibt es hier.

 

21h30: Penn State Nittany Lions – Alabama Crimson Tide

[00h35] Penn State 3, Alabama 27. Dolchstoß. Ein weiterer Turnover der Nittany Lions, Alabama läuft mit #42 Lacy und #3 Richardson locker durch. Und over.

[00h03] Seufz. Penn State zum x-ten Mal mit dem Schema F: Snap, Bolden mit halbherziger Play-Action, schwacher Bogenlampenwurf über die linke Seite rund 25yds das Feld runter, unterworfen… abgefangen, und diesmal zählt die Interception sogar! Sehr, sehr unkreativ, was OffCoord Jay Paterno hier veranstaltet, oder aber ein Produkt der beiden suboptimalen Quarterbacks für Penn State. Das Spiel schaut nun sehr gegessen aus, 16min vor Schluss.

[23h58] Penn State 3, Alabama 20. Ein Goal Line Stand hält die Nittany Lions im Spiel, mit der Einschränkung „wenn sie sofort ihre Offense in Gang bekommen“. Das Passspiel ist ziemlich unterirdisch, zuletzt war wieder QB McGloin im Spiel, der drei Incompletions in Serie warf, zwei davon haarscharf an Interceptions.

[23h43] Ein drittes Viertel bislang, das nahtlos an die defensivlastige erste Halbzeit anknüpft. Immer, wenn eine der beiden Abwehrreihen mit ihrer Defensive Line allein Druck genug zustande bekommt, sind die Offenses in ärgeren Problemen. Penn States Rob Bolden warf zwei Interceptions in zwei aufeinanderfolgenden Spielzügen, beide nur knapp wegen Bodenberührung zurückgepfiffen.

[23h08] Halbzeit Penn State 3, Alabama 17. Beeindruckende Vorstellung von Bama, deren Defense nach einem ordentlichen Eröffnungsdrive Penn State seither gnadenlos niedermacht und den Lions das Laufspiel komplett wegnimmt. Penn States RB Silas Redd wird immer und immer wieder über die Mitte geschickt – und abgewürgt. QB Bolden ist ein zu unpräziser Werfer, als dass Alabama dadurch kontinuierlich ernsthaft gefährdet wäre.

In der Offense macht Bama-QB McCarron einen sehr, sehr überlegten Eindruck. McCarron mag ein Grünschnabel sein, aber da waren einige sehr große Würfe dabei, die ein Greg McElroy niemals machte. Besonders beeindruckend, weil das Laufspiel noch nicht wirklich in die Gänge gekommen wirkt. Und Penn State, so wenig die Offense zustande bringt, hat eine extrem aggressive Defense, die allenfalls in der RedZone etwas mehr Pass Rush bringen könnte.

Kudos für Alabamas Special Teams: Penn State wird bei jedem Punt tief hinten drin reingenagelt.

[22h39] Penn State hat nun erstmal QB Matt McGloin eingewechselt – keine Enteierung für Bolden, sondern zum Plan gehörend, weil man das Alabama-Spiel primär als Testspiel angehen kann. McGloin führte sich gleich mal mit Abstimmungsproblemen bei der Ballübergabe an die Running Backs ein.

[22h18] Penn State 3, Alabama 7. Auf halbem Weg in die Endzone brauchte es einen Punt-Fake samt ultraknapper 4th down conversion (ca. 0,02mm würde ich mal behaupten). Das reichte, QB A.J. McBarron danach on fire, mit rattenscharfen Bällen selbst bei kollabierender Pocket, und unterstützt von einem fantastischen Catch der #4 WR Marquise Maze, einem Catch, der nicht viele machen.

[22h08] Beide Defenses recht pumped up, würde ich sagen. Fast nach jedem Spielzug ein Menschenknäuel. Als seien wir die paar tausend Meilen weiter südwestlich, in Neuseeland.

[22h01] Penn State 3, Alabama 0, nach je einem Drive. Es deutet sich bereits an, wie brutal es dieses Jahr wird, gegen Alabama über die Mitte zu laufen. Penn State vertraut einen Tick zu sehr darauf, muss sich bei langen 3rd downs sehr des beweglichen QB Rob Bolden bedienen. Die Defense der Nittany Lions mit recht viel Druck durch die Defensive Line, zerbröselte die drei Spielzüge von Alabama im Ansatz.

[21h31] Aus dem schönsten Stadion der Welt: Penn State gegen Alabama. Penn States Trainerlegende Joe Paterno wird wie vergangenes Wochenende nicht an der Seitenlinie, sondern im Booth sitzen.

18h: Wisconsin Badgers – Oregon State Ducks

[21h00] Endstand Wisconsin 35, Oregon State 0. Flotte Partie in nur 3h03 beendet. Wisconsin mit einer grundsoliden Vorstellung, aber eine richtige Einordnung ist nicht möglich, weil Oregon State unterirdischer als erwartet spielte. Mike Riley dürfte früher oder später doch in Bedrängnis kommen, wenn es so weiter geht. Ob Ryan Katz auch weiterhin draußen bleiben muss?

Die Alarmglocken in Morgantown sind derweil mit einem 66yds-Drive in 3 Spielzügen etwas abgeklungen: West Virginia ist gegen Norfolk State aus der FCS eingangs der zweiten Halbzeit 17-12 in Führung gegangen.

[20h42] Blick auf die anderen Spielfelder: In Columbus gibt es tatsächlich doch Upset-Alarm, auch wenn Ohio State Mitte des dritten Viertels nun wieder 27-22 führt (2pts-Conversion scheiterte). Ohio State dominiert sämtliche Kategorien, inklusive des disziplinierteren Spiels (nur 2 Strafen gegen Toledos 13). Aber Toledo hat die Allzweckaffe WR Eric Page.

Bei Auburn – Mississippi State hat eben das dritte Viertel begonnen. Bei Halbzeit gab es bereits 57 (!) Punkte. Auburn führt knapp 31-24.

[20h21] Ich denke, die Messen in Wisconsin sind schön langsam gelesen, das Spiel wird nun immer lauflastiger von Seiten der Badgers und die Running Backs beginnen, auch mit sub-parem Blocking auf eigene Faust, Yards herauszuschinden. Es war überraschend, wie lange die Offensive Line brauchte, um das Spiel in den Griff zu bekommen. In der Defense würde ich bei Wisconsin einen Aufwärtstrend gegenüber vergangener Woche sehen. Die Front Seven hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, ist aber im Spielverlauf sehr solide geworden gegen eine zugegeben ultraharmlose Beavers-Offense, die nur einen einzigen langen Passspielzug hinbekam (einen sehenswerten Catch in Doppeldeckung über die Mitte allerdings) und – noch wichtiger – null Laufspiel.

Sollte QB Russell Wilson weiterhin Stats wie diese und letzte Woche produzieren, wird man früher oder später tatsächlich über die Heisman Trophy sprechen. Das ist nicht mehr der Wilson, der bei NC State um sein Leben scrambeln musste. Mit einer besseren Line macht Wilson Play auf Play und gibt Wisconsin IMHO tatsächlich eine gute Chance, erneut die Big Ten zu holen.

[19h27] Wisconsin 21, Oregon State 0. Wie vor einer halben Stunde abgezeichnet: Wisconsin kriegt nun physisch die Überhand und drückt sein Laufspiel durch, sogar auch um die Line herum. QB Wilson mit dem dritten Pass-Touchdown zum Abschluss des Drives 27sek vor Halbzeit, und einer, der nicht besser zu Wisconsin hätte passen können: Auf einen Tight End.

Oregon State dagegen enttäuscht in der Offense bisher völlig, und irgendwie habe ich noch nicht mitbekommen, warum man denn nun mit einem Freshman und nicht mit dem soliden QB Ryan Katz spielt.

[19h00] Wisconsin 14, Oregon State 0. Die Geschichte ist auch Mitte des zweiten Viertels etwas zäh, sieht mit einer starken Front Seven der Beavers eine nette Herausforderung für Wisconsin, die nun aber körperlich langsam Vorteile gewinnen zu scheinen und mit Play-Action die aggressiv reagierende Defense verarschen.

Der Touchdown war ein schön geworfener Ball von QB Russell Wilson in das linke Eck der Endzone auf WR #1 Toon. Vor dem Snap übrigens der neue Co-Kommentator von ESPN, Urban Meyer (ex-Coach von Florida), mit einer interessanten Beobachtung, sah die Single Coverage gegen Toon richtig kommen.

[18h38] Wisconsin 7, Oregon State 0. Dank eines kuriosen Punts für MINUS VIER YARDS führen die Badgers, aber das war’s auch. Die Offense kriegt das Laufspiel nicht wirklich in die Gänge, nicht über RB Montee Ball, nicht über RB Jamal White. Entsprechend unrhythmisch sieht es dann auch aus, weil Oregon State die Box mit 8 Mann vollstopfen kann.

So wie auf der anderen Seite die Beavers den Ball tragen, riecht da förmlich nach noch kommenden drei, vier Fumbles.

[18h05] Wisconsin vs Oregon State. Mal schauen, inwiefern Wisconsin diesmal eine etwas enthusiastischere Defense aufstellt. Oregon State steht nach einer furchtbaren Heimniederlage letzte Woche bereits unter Druck.

College Football 2011/12 Preview: Southeastern Conference (SEC)

Zum Abschluss des Vorschau-Marathons auf die College-Footballsaison heute die Conference der Conferences – die #1 im Sportlichen, die #1 im Folkloristischen, die #1 im TV-Programm von ESPN America. Welcome to the South, Welcome to the SEC mit ihren dieses Jahr wohl sportlich etwas ungleich verteilten beiden Divisions. Wir beginnen mit der schwächeren.

SEC East

Seit der Ankunft von Urban Meyer hatten die Florida Gators die SEC East dominiert. Meyer trat Ende 2009 zum ersten Mal für ein paar Tage zurück, kam dann doch zurück – und hätte es besser sein gelassen. Sagenhaft, wie schlecht vorbereitet Florida im vergangenen Herbst oft wirkte, sagenhaft wie leblos Team und Coach die Spiele bestritten – nirgendwo besser beschrieben als in diesem Absatz von Saturday Down South:

Fans that had been used to the enthusiastic leadership of Tim Tebow and the speed of the many playmakers now were asked to root for a team with a skittish quarterback who was asked to split time with a receiver and a tight end and who apparently could only throw five-yard outs, a running back that sends death threats to his girlfriends, and a coach that not only looked burnt out but disinterested.  It was a mess of a season.

Meyer ist weg, der Anti-Meyer ist da: Will Muschamp, ehemaliger Defensive Coordinator der University of Texas, ein Mann der SEC, Head-Coach-Neuling und Rumpelstilzchen in einer Person.

Muschamp straffte gegenüber dem laxen Meyer die Zügel an, schmiss Studenten, die sich daneben benahmen eiskalt von der Uni und nahm auch keine Rücksicht vor großen Namen (CB Janoris Jenkins, anyone?) und brachte mit OffCoord Charlie Weis einen Mann an Bord, der die fassungslos orientierungslose Offense wieder auf Trab bringen kann.

Florida spielte zuerst, als ob Meyer tatsächlich den fußlahmen QB John Brantley als Tebow-Nachfolger in einer Run-Optionoffense angedacht hatte. Später wurden Wide Receivers oder Tight Ends als Quarterbacks eingesetzt, während Brantley nur in aussichtslosen Situationen reinkam, logischerweise floppte und bei den Fans bereits unten durch ist. Unter Weis sollte der Pocket Passer Brantley trotzdem erstmal die #1 sein, da sämtliche Ersatzleute grün bis hinter die Ohren sind.

Das Laufspiel wird von RB Chris Rainey (der Mann mit den Morddrohungen) und dem verletzungsanfälligen RB Jeff Demps getragen, dazu gibt es den interessanten WR/RB/QB Trey Burton, der aus einer ansonsten gesichtslosen Masse an Ballempfängern herausragt. Problem in der Offense: Die Line wird rundumerneuert. Dafür sollte die Defense unter Muschamp aufleben, trotz der großen Abgänge. DE/OLB Ronald Powell ist so ein Pass Rusher, über den man bisher nur Gutes hört.

Floridas großer historischer Rivale sind die Georgia Bulldogs aus Athens (1h von Atlanta) – man darf sich Allerheiligen für Allerheiligen am großen rivalry game der beiden in Jacksonville erfreuen („World’s Largest Cocktail Party“).

Georgia geht in die Saison mit einem langjährigen Head Coach, der Platz genommen hat auf dem Schleudersitz. Mark Richt gilt als lame duck und kann sich praktisch kaum noch retten. Da nützt auch der womöglich beste Quarterback der SEC wenig: Aaron Murray. Richts Offense ist bei aller Tradition immer noch laufbasierend, was zuletzt überhaupt nicht mehr funktionierte. Mit RB Isaiah Crowell kommt ein Riesentalent frisch aus der Highschool, aber wenn man seine Offense zwei jungen Hüpfern wie Murray/Crowell anvertrauen muss…

Georgia wird das alles ignorierend eine Außenseiterchance auf den Divisionstitel eingeräumt, trotz der mäßigen Defense und der zu erwartenden Probleme im Angriff. Spiel der Saison, zumindest für die Traditionalisten, dürfte aber der out of conference-Opener am Samstag sein, wenn es im Georgia Dome von Atlanta gegen die Neureichen von der Boise State University geht. Vor sechs Jahren gab es das Duell schon mal. Damals prügelte Georgia die Broncos 48-13 nach Hause. Diesmal kommt der Winzling als sportlicher Favorit – für Richt könnte dieses Spiel den Untergang einläuten.

Ihre Probleme mit den Head Coaches hat die University of Tennessee erstmal hinter sich. Jahrelang hatte die Legende Philip Fulmer in Knoxville gecoacht, bis das Großmaul Lane Kiffin kam – und nach einem Jahr wieder gen USC verschwand, inklusive des halben Trainerstabs und der größten Top-Talente. Seit einem Jahr ist daher der bis dato unbekannte Derek Dooley am Kommandostand. Dooleys Rookie-Saison galt dank Siegesserie zum Ende hin als solide und unspektakulär, mit dem einen Moment für die Ewigkeit. Es ist ein Moment, der so fassungslos war, dass ich aus tiefstem Herzen dieses Video empfehle:

Betonfrisur Dooley wird 2011/12 als weiteres Aufbaujahr für die Volunteers benutzen, für den jungen QB Tyler Bray, für die junge Defensive Line, für den gesamten Trainerstab. Man rechnet mit sieben oder acht Siegen.

Ein paar dutzend Kilometer weiter westlich spielen in Nashville die Vanderbilt Commodores, im Gegensatz zum Giganten Tennessee/Knoxville ein ganz kleiner Fisch in der SEC und nach 2-10 und Trainerwechsel mal wieder mit dem Versuch eines Neuaufbaus. Rookie-Head Coach ist James Franklin, nur Vanderbilts zweite Wahl (nach Gus Malzahn), ein Mann, der als Nachfolger von Ralph Friedgen in Maryland übergangen wurde und sich dort Mangini-like unbeliebt machte, als er versuchte, dutzende Trainer gegen den Willen des dortigen Regimes mitzulotsen. Franklin ist ein junger Charismatiker, der als exzellenter Recruiter gilt und dessen Hauptaufgabe es sein wird, die Offense wiederzubeleben.

Um QB Larry Smith wird es wie jedes Jahr Theater geben (sprich: Man wird versuchen, ihn zu ersetzen), und mit Jordan Rodgers hat Franklin auch einen talentierten Mann in der Hinterhand. Quarterback? Rodgers? Rüschtisch. Wir sprechen von Aarons kleinem Bruder.

Wie Vanderbilt sind auch die Kentucky Wildcats ein alljährlich willkommener Gegner in der SEC, oder anders gesagt: Ein sicherer Sieg. Kentucky verliert seit gepflegten 26 Jahren JEDES JAHR gegen den Erzfeind Tennessee, darf aber trotzdem häufig bowlen gehen, und immer nach demselben Schema: 2-6 Bilanz in der SEC und dann würgt man ein 4-0 gegen schwache Gegnerschaft out of conference heraus. Head Coach ist mit Joker Phillips ein fanatischer „Kentucky Man“, doch Phillips sucht nach seiner Debütsaison immer noch nach dem richtigen Abwehrschema. Somit bleibt für Kentucky wie immer das 4-0 OOC, der Sieg über Vanderbilt und ein Überraschungssieg gegen eine andere SEC-Uni, um die nötigen sechs Siege für die Bowl Season zusammenzuklauben.

Einer fehlt noch – der allgemein anerkannte Divisionsfavorit, die University of South Carolina Gamecocks mit ihrem Head Coach Steve Spurrier („Fun’n’Gun“) und ihrem auf und neben dem Spielfeld unterhaltsamen magischen Angriffsdreieck QB Stephen Garcia, RB Marcus Lattimore, WR Alshon Jeffery.

Garcia ist eigentlich eine Knalltüte von einem Charakter, nicht in der Lage, sich länger als drei Monate an konventionelle Verhaltensweisen zu halten, aber Spurrier ist durch Kaderengpässe gezwungen, den Teufelspakt mit Garcia einzugehen. Lattimore ist einer meiner favorisierten Running Backs, für mich ein Favorit auf die Heisman Trophy, wie auch Jeffery, einer meiner Lieblings-Receiver, der immer und ausschließlich in kritischen Situationen angespielt wird – und trotz Doppel- und Dreifachdeckung fast immer mit dem Catch die Angriffsserie am Leben hält.

Ein bisschen Zweifel habe ich ob der Defense, die vor allem im Backfield doch recht leicht auseinanderzunehmen ist, was sich in der SEC aber aufgrund der Lauforientierung vieler Mannschaften nicht allzu schwer auswirken könnte. Gefühlt müsste South Carolina die East-Division gewinnen, solange Garcia nicht wieder Stunk veranstaltet.

SEC West

Kaum jemand bezweifelt, dass die SEC West aktuell die hochwertigste Division im College Football ist. Und das mag ein Understatement sein, denn wir können getrost von „mit Abstand hochwertigst“ sprechen.

Die Leistungsdichte ist so massiv, dass es in der Sechser-Division nicht vermessen ist, die Auburn Tigers als bloß fünftstärkstes Team anzusehen. Zur Einordnung: Wir sprechen hier nur bloß vom SEC-Champ, sondern vom National Champion 2010/11. Auburn hat allerdings einen heftigen Abfluss an Spielertalenten hinnehmen müssen, was sich so liest: Nur 3 Starter in der Offense, und 4 Starter in der Defense kehren für diese Saison zurück. 7/22 der ersten Auswahl vom vergangenen Herbst. Und die Abgänge haben sich auch qualitativ gewaschen: QB Cameron Newton und DT Nick Fairley, beide die essenziellen Bestandteile ihrer Units, ohne die Auburn nicht mal in den Top-25 gerankt gewesen wäre.

Nun vertraut man auf das Offensiv-Genie Gus Malzahn und die ruhige Hand von Head Coach Gene Chizik, der nach dem Meistertitel erstmal von allen Zweifeln befreit ist. In der Offense wird RB Michael Dyer der Dreh- und Angelpunkt sein, den Quarterback wird vorerst Barrett Trotter geben, wobei es in Malzahns QB-freundlichen Angriffssystemen oft wurscht ist, wer denn nun spielt – gute Zahlen produzieren sie alle. Wichtig für Auburn: Der RedZone-Mann TE Phillip Lutzenkirchen ist noch da, was eminent wichtig sein dürfte.

Auburn, und darin sind sich alle einig, muss in dieser Saison die einjährige Vorherrschaft im eigenen Bundesstaat hergeben, denn die Alabama Crimson Tide gelten nicht nur als SEC-Topfavorit, sondern auch als heißer BCS-Kandidat (#2 in den Polls) – für mich ist Alabama der unumstrittene Topfavorit auf den Landesmeistertitel, auch wenn mit QB McElroy, RB Ingram und WR Jones die drei besten Angreifer und mit DT Dareus der beste Abwehrspieler gegangen sind. How that?

Alabama hat mit Nick Saban einen Trainerfuchs, der seine Teams vor allem um eine bärenstarke Defense und eine lauforientierte, fehlerlose Offense baut. Und „bärenstarke Defense“ darf man heuer erwarten, nachdem eine völlig umgekrempelte Unit 2010/11 schon phasenweise wie eine einzige Naturgewalt daherkam.

Es ist eine 3-4 Defense mit einem extrem guten Pass Rusher in DE/OLB Courtney Upshaw, aber der Mann, der sofort ins Auge sticht, ist ein anderer: MLB Dont’a Hightower, ein sensationeller Spieler, pfeilschnell trotz 1,93m und 118kg und ein Leadertyp par excellence. Die Front Seven dürfte die beste im College Football sein. Mit Abstand. Und die Secondary ist um S #4 Mark Barron gebaut, dem sämtliche Gurus eine hohe Position im kommenden NFL-Draft voraussagen.

Die Offense dürfte auf eine sehr gute Line bauen, hinter der RB Trent Richardson seine vielen Yards machen kann. Richardson war nun jahrelang Backup von Mark Ingram, einem Heisman-Trophysieger, wobei ich Richardson stets als besseren, variableren, gefährlicheren Spieler als Ingram ansah. Ich in gespannt, wie sich der Mann nun macht, wenn er die Offense mit einem neuen Quarterback tragen muss – ich sage mal mindestens 1200yds voraus. Bei den Quarterbacks scheint noch nicht klar, ob A.J. McBarron oder der unerfahrene Phillip Sims starten werden – McBarron wurde in der Iron Bowl in einer bitterbösen Situation ins Spiel geworfen und brachte nichts zustande. Ich bezweifle allerdings die Aussagekraft dieser zwei Minuten Einsatzzeit.

Zu guter Letzt ist Alabama on mission. Im Frühjahr wurde die Heimatstadt der Uni, Tuscaloosa, von einem schweren Unwettersturm verwüstet, die Region ächzt immer noch heftig unter den Nachwirkungen, sogar das heimische Bryant Denny Stadium wurde ärger in Mitleidenschaft gezogen – kombiniert mit dem emotionalen Tod eines Mitspielers in der Offseason ist Alabama auch so etwas wie ein sentimentaler Favorit vieler Leute im US-Süden.

Wie las ich diese Woche in der Printausgabe der Los Angeles Times?

Los Angeles Times - Alabama

Die L.A. Times schrieb diese Woche über die Spätfolgen des april'schen Tornados - Bildrechte: Los Angeles Times (Klick auf das Bild führt zum onlinegestellten Artikel)

Will it be tough for Alabama to win the national title this year?

Yes. The Crimson Tide has moved on without quarterback Greg McElroy and running back Mark Ingram — pillars from the 2009 title team.

Will it be tough to root for Alabama to win it all this year?

No.

Alabama football has a divisive component that comes from years of unparalleled success and the self-righteousness that sometimes accompanies it.

Saban is not a drippy, sentimental man who needs a hug. You can barely talk to him at all once the season starts.

Everyone, though, can appreciate Saban’s posttraumatic resolve. Everyone can wrap their arms around Tuscaloosa. No football town in America has been so devoted and destroyed.

Wenn wir von Titelanwärtern mit starken Defenses reden, sollte man nicht an den Louisiana State Tigers vorbeidiskutieren. LSU hatte im Vorjahr seine glücklichen Momente (siehe Video oben), sollte heuer reifer, erfahrener sein und trotz einiger Fragezeichen irgendwo in BCS-Bowlnähe mitmischen können.

Allerdings steht Head Coach Les Miles bei mir nicht im besten Ruf – wenn es haarig wird, hege ich nur wenig Vertrauen in diesen Mann und ich kann nicht erklären, warum. Miles muss in dieser Saison vor allem schauen, dass die Offense hinkommt, nachdem QB Jordan Jefferson nach einer Kneipenkeilerei arge Probleme mit der Justiz hat und vorerst die wandelnde Interception-Maschine QB Jarrett Lee den Angriff führen soll. Dass OffCoord wegen ständig verschlimmernder Parkinson-Erkrankung vor wenigen Wochen zurücktreten musste, macht die Sache auch nicht einfacher.

Ein dark horse, das man gerne vergisst, sind die Arkansas Razorbacks, deren Aushängeschild mit Head Coach Bobby Petrino kein Mann ist, für den man allzu viel Sympathie aufbringen möchte. Dass Petrino aber College für College nach oben führt, kann man nicht wegdiskutieren. Vielleicht nimmt man Arkansas auch deswegen nicht voll ernst, weil sie die Tanz besitzen, die ganz großen Gegner in den ganz wichtigen Spieler knapp nicht besiegen zu können.

Nun ist mit QB Ryan Mallett ein geschichtenträchtiger Anführer weg, der neue Quarterback wäre da #8 Tyler Wilson, ein Mann, der aus einem in der Not geborenen Einsatz im vergangenen Herbst gegen Auburn (ein Spiel, das in der Region 65-43 oder so verloren wurde) in exzellenter Erinnerung geblieben ist. Wilson erwartet keine ganz einfache Aufgabe, denn neben einer rundumerneuerten Offensive Line fallen sämtliche guten Running Backs (beginnend beim Topmann Knile Davis) für diese Saison mit Knieverletzungen aus, während der einzige nennenswerte weitere Back von einer schweren Knieverletzung zurückkommt… Immerhin baut man darauf, dass die zuletzt massiv verbesserte Front Seven in der Defense große Teile der Saison tragen kann – was ganz Neues bei den Hogs.

Zum Abschluss der langen, kräfteraubenden Vorschauserie auf die Saison im College Football geht es noch ab in die Sümpfe von Mississippi, wo mit den Mississippi State Bulldogs eine ganz leise Erfolgsstory zu vermelden ist. Was Headcoach Dan Mullen da aufgebaut hat, ist groß. Mullen kam vor wenigen Jahren von der University of Florida, und er hat eine ähnliche lauflastige Spread Offense auch bei den Bulldogs installiert: Hier wird gnadenlos gelaufen, auch in der RedZone: RB Vick Ballard machte 2010/11 nicht ganz 1000yds, aber 20 Touchdowns.

Auch der Quarterback ist sehr flott bei Fuß: Chris Relf komplettiert keine 60% seiner Pässe, macht aber runde 700yds/Saison im Laufspiel. Der Mann ist aus der vergangenen Gator Bowl in guter Erinnerung, und auch deswegen eingeprägt, weil er früher mit der #36 auffm Rücken munter durch die Gegend scrambelte. Mittlerweile trägt Relf die QB-kompatiblere #14 und macht damit ganze 186yds/Spiel mit Würfen.

Mississippi State wird bei entsprechendem Saisonverlauf durchaus der zweite oder dritte Platz in dieser brutalen SEC West zugetraut – allerdings warten nächste und übernächste Woche Auburn und LSU, zwei richtungsweisende Spiele.

Zu allerletzt noch das vermeintliche sechste Rad am SEC-Westwagen, die University of Mississippi, wo die Mannschaft ganz einfach Ole Miss Rebels genannt wird. Für mich ist diese Uni ein Faszinosum: Sie liegt irgendwo in der Pampa im kleinen Städtchen Oxford (16.000 Einwohner), hat weitere 15.000 Studenten auf dem Campus, die nächste größere Stadt Memphis ist 150km entfernt und liegt im Bundesstaat Tennessee – und Ole Miss’ Heimstadion, das Vaught Hemingway Stadium, ist mit seinen über 60.000 Plätzen trotzdem immer ausverkauft.

Sportlich erlebte die Mannschaft von Coach Houston Nutt im vergangenen Herbst ein Debakel, purzelte in sämtlichen Defensiv-Kategorien lateral durch die Rankings und war in der Offense teilweise hirnamputiert unterwegs: Der Ball, der im Spiel gegen Tennessee an der eigenen 3yds-Line einem fünf Meter freistehenden Gegenspieler direkt in die Hände geworfen wurde, hat sich bei mir eingeprägt. Immerhin hat man mit RB Brandon Bolden einen Angriffsspieler mit Ingredienzien für eine lauforientierte Offense, die es dringend brauchen wird, weil keine Quarterbacks und Wide Receivers in Sichtweite sind. In der Defense hofft man einfach mal auf verbesserten Pass Rush, aber auch dort sind die besten Spieler mittlerweile in die Arbeitswelt eingestiegen.

So. Das war’s. Mit der SEC wäre auch die letzten Conference abgehakt. Ich freue mich auf eine spannende Saison und das beim Schreiben dieses Eintrags nebenbei laufende Spiel Baylor – TCU ist schon das erste großartige Highlight, das eigentlich mehr verdient gehabt hätte als „nebenbei zu laufen“. Spiel des Jahres trifft es eher.

Was nun folgt, sind – endlich – fliegende Eier. Die Vorschau auf alle Mannschaften in College Football und NFL gibt es auf dr entsprechenden Seite bei Sideline Reporter – inklusive (hoffentlich) wöchentlich neuer TV-Guidelines. Viel Spaß.

Faszination College Football VI: Die finanzielle Dimension

Der Pomp ist eine Stufe kleiner als in der NFL, der Sport ist offiziell Amateursport, die Strukturen sind trotzdem professionell. Ein Blick auf die finanziellen Dimensionen in diesem Sport – Achtung, ein etwas kompliziertes Thema.

Um die Fronten zu klären:

Athletic Department = „Sportabteilung“ einer Uni
Footballprogramm = Footballabteilung im Athletic Department

TV-Verträge

Disclaimer: Es handelt sich hier nicht rein um Verträge für Football, sondern meistens um Football & Basketball, wobei die Footballrechte meistens den Löwenanteil ausmachen.

Die SEC als sportlich dominierende Conference der letzten Jahre kassiert runde 200 Millionen Dollar pro Jahr aus ihren Verträgen mit CBS und ESPN. Das ist nichts gegen den neuen Mega-Vertrag, den die Pac-12 Conference unter Commissioner Larry Scott jüngst abgeschlossen hat: Für 12 Jahre an den Rechten für Football & Basketball kassiert die Conference mal eben 2,7 Milliarden Dollar von Fox und ESPN. Im Schnitt fast 250 Millionen Dollar pro Jahr – pro Uni also runde 15 Mio./Jahr. Die Big Ten Conference scheffelt rund 210 Mio./Jahr im Schnitt über 10 Jahre.

Andere Conference sind da schon um einiges davon entfernt. Die ACC kommt ab 2011/12 auf ca. 150 Mio./Jahr für Rechte an Football, Basketball und allen olympischen Sportarten, was immer noch eine massive Steigerung gegenüber den bisherigen 66 Mio. ist. Kleinere Conferences gehen da vergleichsweise leer aus. Immer vor Augen halten, dass diese Zahlen lineare Durchschnitte sind und Front-/Backloading nicht berücksichtigen.

Notre Dame besitzt einen eigenen TV-Vertrag mit NBC, der aktuell runde 15 Mio. Dollar/Saison einbringt, womit die Universität im Spitzenfeld liegen dürfte, trotz sportlicher Mittelmäßigkeit. Denn „Notre Dame“ als Marke zieht immer noch, und erzielt in der Spitze Quoten wie 6,5 Millionen Zuschauer (gegen den Erzfeind USC).

Es gibt auch Universitäten wie die ultraegomanische University of Texas, die zusätzlich zum Big-12-Vertrag noch ein eigenes Longhorn Network besitzt, das über ESPN über die nächsten 20 Jahre 300 Millionen Dollar für die Uni garantiert und dessen Schaffung letztendlich überhaupt den Fortbestand der Big 12 Conference sicherte – ohne wäre Texas abgewandert und hätte eine Big 12 in Trümmern hinterlassen – was in einigen wenigen Jahren sowieso passieren wird, vielleicht in fünf Jahren.

Umsätze

Disclaimer: Im Folgenden handelt es sich tatsächlich um Umsätze der Footballprogramme, wobei die Umsätze der meisten Privatschulen (z.B. Baylor) nicht offenliegen.

Schon jetzt ist Texas der Umsatzkrösus, setzte 2009/10 93 Mio. Dollar um. Alabama ist mit 71 Mio. die #2, Georgia und Penn State folgen mit je 70 Mio., dann kommen LSU und Florida mit je 68 Mio. Dollar/Jahr. Notre Dame setzte 2009/10 64 Mio. Dollar um und ein mittelgroßes Programm wie Iowa immer noch 45 Mio. Dollar. Ein erstaunliches Faktum: USC, das immerhin im Megamarkt von Los Angeles liegt, setzte ganze 29 Mio. Dollar um.

Zum Vergleich: Der Krösus im Basketball war 2009/10 Louisville mit 26 Mio. Dollar.

Die Mid-Majors wie die MWC oder die Conference-USA fallen deutlich ab. Die University of Central Florida ist zum Beispiel mit weitem Abstand der Krösus in der C-USA und setzt pro Jahr 15 Mio. Dollar um. Deutlich leichtere TV-Verträge und weniger Zuschauer machen sich bemerkbar.

Unter diesem Gesichtspunkt fällt der jüngst erfolgte Wechsel von Utah in die Pac-12 stark auf: Utah setzte bislang 14 Mio. Dollar/Jahr insgesamt um. Allein der neue TV-Vertrag der Pac-12 bringt wie beschrieben mal eben runde 12-15 Mio. Dollar/Jahr.

Rentabilität

Footballprogramme sind an den meisten Universitäten die Cash Cows. Top-Footballprogramme erfordern massive Investments, wer jedoch in einer der Top-Conferences spielt, wird mit meist hohen Gewinnen belohnt. Zum Prestige im College-Sport gehören jedoch neben Football eine massive Zahl weiterer Sportarten für Männer und Frauen (teilweise über 25) – und diese ziehen die Athletic Departments meistens runter: 2009/10 machten ganze 14 öffentliche Universitäten ohne öffentliche Bezuschussung mit ihren Sportprogrammen (Football + alle andere Sportarten) Gewinne. Vierzehn aus über 100.

Eine davon ist die Ohio State University – ein Beispiel, das einiges verdeutlicht: Deren Athletic Department (=Sportabteilung) setzt 126 Millionen Dollar um, wovon 63 Millionen, also die Hälfte, mit Football gemacht werden. Die Footballabteilung für sich macht 35 Mio. Dollar Profit. Am Ende des Tages bleiben für das Athletic Department in ihrer Gesamtheit 93.000 Dollar übrig. Dreiundneunzig Tausend. Und dies auch nur dank 22 Millionen Bezuschussung durch Booster (also NICHT öffentlich), ohne die Ohio States Sportprogramme nur 104 Millionen einnehmen und massive Verluste einfahren würden. Ein fettes Sportprogramm mit insgesamt 36 Sportarten macht’s möglich.

Bei Texas sieht es so aus: 93 Mio. Umsatz mit Football, 68 Mio. Gewinn mit Football, aber ganze 29 Mio. Dollar bleiben letztendlich im Athletic Department. 40 Millionen verbraten andere Sportarten.

Generell kann man sagen, dass Universitäten aus den Big-4 (SEC, Big 12, Big Ten, Pac-12) massive Gewinne mit Football machen (SEC zum Beispiel 30 Mio./Jahr), Geld, das zum Teil zurück ins Bildungsbudget der Uni fließt – oder, in den meisten Fällen, in anderen Sportarten verbraten wird, oft so sehr, dass Geld aus dem Bildungsbudget abgezweigt werden muss, um die Verluste auszugleichen. Es handelt sich dabei um öffentliche Gelder.

Ein Blick auf die rentabelsten Footballprogramme: Texas ist mal wieder Spitzenreiter, mit genannten 68 Mio. Dollar Gewinn durch Football im Sportjahr 2009/10, mit deutlichem Abstand folgt Georgia mit 52 Mio. Dollar. Penn State (50 Mio.) und Michigan sowie Florida (je 44 Mio.) sind die nächsten.

Auch hier ein Vergleich mit den Mid-Majors: In der Conference-USA gibt es ganze vier Unis, die überhaupt mit Football Geld verdienen. Central Florida ist mit seinen 6 Millionen Dollar meilenweit allein auf weiter Flur, was Profit im Football angeht (61.000 Dollar von den 6 Mio. bleiben am Ende im Athletic Department übrig, weil 5 Mio. an öffentlichen Geldern dorthin abgezweigt werden).

Fazit: Football ist high-investment, high-revenue und an vielen Unis sehr rentabel. Geld wird meistens in anderen Sportarten verbraten. Und eventuelle Verluste werden dann mit Booster-Zuschüssen (privat) oder öffentlichen Geldern (Studiengebühren, Steuern usw.) aus dem Bildungsbudget ausgeglichen.

Die Coaches

Oftmals gennanter großer Kritikpunkt am College Football sind die Gehälter der Head Coaches und einiger hochbezahlter Assistenztrainer – dass hohe Gewinne auch hohe Investments in gute Coaches bedeuten, wird im Populistensumpf dabei gerne vergessen, auch wenn natürlich nicht alle Trainer dann auch laufend Erfolge einfahren.

Superstar unter den Coaches ist Alabamas Nick Saban, der im Jahr 2010 satte sechs Millionen Dollar kassierte, die mögliche Erfolgsprämie von 700.000 Dollar mal nicht berücksichtigt. Auch der Coach von Texas, Mack Brown, kassiert über fünf Millionen Dollar/Jahr, obwohl er trotz eines gigantischen Recruitings vergleichsweise mickrige Erfolge einfährt. Die Coaches von Oklahoma und LSU, Bob Stoops und Les Miles, kassieren um die vier Mio./Jahr. Das sind die höchstbezahlten Coaches in den reichsten Unis der reichsten Conferences.

Ein Joe Paterno ist dagegen vergleichsweise ein armer Schlucker, auch nach 45 Jahren als Head Coach kassiert der Mann „nur“ um die 1,1 Mio. Dollar/Jahr. Top-Trainer wie TCUs Gary Anderson (1,6 Mio. Dollar), Boise States Chris Petersen (1,5 Mio. Dollar) passen trotz ihrer armen Unis in etwa in dieses Mittelklasseschemas.

In den kleinen Conferences gibt es aber auch reiche Coaches: Ein June Jones (hey, wer kennt den Mann noch aus der NFL?) sackt an der kleinen Southern Methodist University über 2 Mio./Jahr ein.

Man muss dazu sagen, dass ein Head-Coach-Job an der Universität ein brutaler Ganzjahresjob ist inklusive des Recruitings, das exzellentes Networking (und die richtigen Undercover-Agenten) erfordert, inklusive geforderter Totalüberwachung über die Aktivitäten von Boosters, Assistenztrainer und Studenten auf und außerhalb des Platzes. Die Stellenbeschreibung für College-Football-Headcoaches liest sich also insgesamt kaum durchführbar.

Wer sich mal einen Überblick über die Trainergehälter in der FBS machen will: USA Today hat die Auflistung von 2010.

Alle Einträge über die Themenwoche Faszination College Football finden sich unter den Tags oder im Portal über College Football beim Sideline Reporter. Fragen? Nur zu – was beantwortet werden kann, wird beantwortet.

Iron Bowl 2010 live

[00h22] Endstand Alabama 27, Auburn 28. Entscheidend waren die beiden Turnovers. Beim ersten musst du unfassbares Pech haben, dass der Ball parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert, anstatt ins Aus zu gehen. Alabama hat die Gelegenheiten in der RedZone nicht genutzt und ist dafür bestraft worden.

Nach dem langen TD-Pass von Cam Newton ging jegliches Momentum flöten. McElroy hatte 335 Pass yds zur Halbzeit. Am Ende waren es 377.

Mann des Tages ist für mit DT Nick Fairley, den die Crimson Tide nicht blocken konnten. Newton auch mit einer überragenden zweiten Halbzeit als Pass-Spieler. Laufspiel klappte nicht so, aber wenn es drauf ankam, machte Newton die kurzen, die toughen Yards.

[00h10] Over. Boise State weint – und ich mit.

[00h08] 51 Sekunden für Bama. Mit Freshman-QB McCarron. Ohne Timeouts. Ohne Top-WRs. Dafür mit Drops der Tight Ends.

[00h00] Newton taucht bei 4th down über die Mauer. Die Zeit tckt runter und kein Timeout mehr für Alabama. Selbst ein knapper Sieg mit Field Goal könnte zu wenig sein, um Auburn vom Finale fernzuhalten.

[23h51] Langsam gehen den Crimson Tide die Offensivwaffen aus. Die beiden Top-WRs Jones und Hanks sind bereits draußen und nun wird QB McElroy zum wiederholten Male niedergeschlagen. Und diesmal ausgeknockt (Schulter). Dumm, dass Alabama noch nicht in Field Goal Range ist.

[23h35] Alabama 27, Auburn 28. Es ist also tatsächlich passiet. Gene Chizik beweist Eier in der Hose, spielt an der Mittellinie ein 4th-and-4 aus, das mit einem engen Catch an der Seitenlinie glückt. Beim Touchdown ein bisschen Trickspiel mit dem Play, der plötzlich in eine andere Richtung geht. Am Ende ist der Mann mit dem genialen Namen – Philip Lutzenkirchen – völlig frei in der Endzone.

Das Spiel ist exciting. Und Auburn dürfte bei einem knappen Spielstand ins Finale gehievt werden. Ob Sieg oder Niederlage.

Kollateralschaden Alabama: WR Jones hat sich bei einem „Haxler“ beim Kickoff-Return am Knie verletzt.

[23h20] Alabama 27, Auburn 21. Der Herr Carr wird übel durchschaufen. Alabama mal wieder ganz nahe an der Endzone. Und bringt den Ball wieder nicht unter. Statt sinnloser Fumbles aber immerhin der „Trostpreis“.

[23h15] Diesmal ist Auburn dran, die Dummheit zu begehen.. #9 Carr verweigert trotz einer anrollenden purpurnen Lawine den Fair Catch beim Punt Return. Resultat: Fumble & Turnover. Gewaltiger Pendel-Swing. Und plötzlich ist auch WR Jones wieder meterweit offen.

Baby. #9 Carr tut mir fast leid.

[23h07] Alabama 24, Auburn 21. Gus Malzahn hat seine Offense umgestellt in Richtung hurry up. Gespielt wird sehr viel mit Laufspiel. Beide Parteien begehen Wechselfehler. Am Ende Touchdown Newton aus 1yd.

Die Party in Boise ist vorerst over.

[22h52] Das Pendel hat tatsächlich umgeschlagen. Alabamas Offense kriegt plötzlich nichts mehr auf die Reihe. Cam Newton muss allerdings wohl weiterhin per Luftweg zum Erfolg kommen. Sein Lauspiel hat Nick Saban bisher brillant aus dem Spiel genommen.

[22h40] Alabama 24, Auburn 14. Jetzt hat auch Auburn sein Big Play. Newton mit einem wunderbaren Pass, WR Zachery läuft nach dem Catch durch. Wieder ist DB Barron der Gefoppte beim Touchdown.

Wie gesagt: Verschenkte Punkte, die den Purpurnen noch weh tun können.

[22h35] Halbzeitstats nachgereicht:

McElroy 19-23 für 335 (!) yds, 2 TDs
Newton 5-10 für 97 yds, TD

Alabama Offense: 379 yds, 17 First downs, 18:01 Ball
Auburn Offense: 87 yds, 4 First downs, 11:59 Ball

Auburn mit -10 yds im Laufspiel (wobei die Sacks im College in der Laufstatistik gezählt werden). Dank Turnovers der Crimson Tide ist Auburn gar noch mit blauem Auge davon gekommen.

[22h18] Halbzeit in Tuscaloosa. Es ist nicht überraschend, dass Auburns Defense gegen den Pass Probleme hat. Es ist auch nicht überraschend, dass Alabamas Defense Mittel gegen Cam Newton gefunden hat. Was aber überraschend ist: Das jeweilige Ausmaß. Auburn wird hier überrumpelt und auch wenn die Dominanz emotional nicht mehr so brutal wirkt: Alabama hat zweimal in der RedZone gefumbelt und einmal per Drop einen sicheren Touchdown verschenkt. Auburns Secondary sieht gegen WR Julio Jones kein Land und aktuell braucht es einen gewaltigen Ausschlag des Pendels, um hier noch eine Wende hinzuzaubern.

[22h11] Alabama wird schlampig. Zweiter Turnover in der Redzone. McElroy verliert den Ball, ein O-Liner steht wie angewurzelt herum, während in seinem Rücken DT Fairley den Ball aufklaubt. Die Crimson Tide haben schon so einiges an Punkten hergeschenkt. Wenn das nicht noch weh tut.

[21h58] Alabama 24, Auburn 7. Hoffnung für die Tigersrs. Der Drive ist zwar nicht grade Bilderbuch-Format, aber am Ende reicht ein simpler Fake von QB Newton aus, um WR Blake eineinhalb Meter Vorsprung gegenüber DB Barron zu verschaffen. Stark von Blake, sich den Ball nicht noch aus der Hand schlagen zu lassen. 5:08 im zweiten Viertel noch und die Party in Idaho ist etwas gebremster.

[21h45] Alabama 24, Auburn 0. Mr. McElroy, meine Entschuldigung. Dafür, dass ich Ihnen Insouveränität vorgeworfen hatte. Als die Pocket links und rechts zusammenklappt, findet der QB an der Seitenlinie noch WR Jones, der kurz vor dem TD gestoppt wird Weil RB Richardson den Pass droppt und DT Fairley die Offense Line zerbröselt, gibt es danach „nur“ das Field Goal.

Aktuelle Preisfrage: Wie lange lohnt es sich aufzubleiben? Um Viertel nach vier spielt Boise State bei #19 Nevada.

[21h41] West Virginia hat Pittsburgh 35-10 niedergemetzelt. Die Mountaineers übernehmen damit vorerst die Führung in derBigEast (Remember: BCS-Bowl-Einladung). Pitt und WVU stehen damit bei 4-2. Das dritte Rädchen ist aber Connecticut (3-2), das erst morgen spielt. Gegen Cincinnati, die letztes Jahr sehr stark waren.

[21h37] BREAKING NEWS: Auburn hat ein First Down erzielt!

Zu dumm, dass kurz danach ein Receiver 20m alleinstehend einen Allerweltspass droppt und der darauf folgende Punt miserabel ausfällt.

Ich meine: Was haben die Tigers jetzt zwei Wochen gemacht?

[21h31] Zur Abwechslung mal kein Touchdown, sondern ein Touchback. RB Ingram nach einem Pass schon wieder auf dem Weg in die Endzone, fumbelt den Ball, der zehn Zentimeter parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert. Mal schauen, inwiefern das eine Wende geben kann. Wenn überhaupt: Es sieht nicht so aus, als hätte Auburns Defense irgendein Rezept. Der Fumble war eher weniger erzwungen, mehr eine Schlampigkeit.

[21h16] Alabama 21, Auburn 0. Erster kritischer Moment für Alabama. Beim 3rd down wird QB McElroy gesackt, aber DT Fairley kriegt eine Strafe für euphorisches Feiern – ein zugegeben schlechter Witz. Dadurch motiviert, spielt Bama den vierte Versuch aus – ein grandioser Catch des bislang nicht zu stoppenden WR Jones. Der Touchdown ein paar Plays später ist easy.

McElroy 10/10 für 156yds, 2 TD
Newton 0/1 und 2 Sacks

Remember: Wir sind erst 13:02 Minuten im Spiel…

[21h04] Das ist ja unfassbar! Auburs zweiter Drive: Zweimal Sack, einmal Incompletion. -14 Yards!

Auburn muss aufpassen, nicht aus den Top 10 zu fallen, wenn das so weitergeht.

[20h58] Alabama 14, Auburn 0. Baby. Keine sieben Minute gespielt. QB McElroy mit dem simpelsten Pass der Welt auf den geradeaus laufenden WR Jones. Safetys und CBs haben ihre Gedanken irgendwo im obersten Rang. Was hatte ich über diese Pass-Defense geschrieben?

[20h55] Kontrastprogramm: Auburns Offense mit 3’n’out. Ziemlich euphorisierter Auftritt der Bama-Defense. Die Mitte zugemacht und Auburn schnell planlos.

DT Fairley ist wieder da.

[20h47] Alabama 7, Auburn 0. Flüssiger erster Drive de Purpurnen. Die Defense Line der Tigers macht keinen Stich und Alabama wechselt gut Lauf mit Pass. Am Ende hat RB Ingram Riesenlöcher und kann zum Touchdown durchlaufen.

Ganz schlecht für Auburn: DT Fairley, der Fels in der Brandung der Defense, ist schon auf dem Weg in die Umkleidekabine.

[20h40] Schnell noch einen Tipp abgegeben: Ich glaube, Alabama wird gewinnen. Wenn ich einer Defense zutraue, Newton halbwegs in Schach zu halten, dann ist es Nick Sabans Verteidigung.

Die Tigers hängen zu sehr am Spiel Newtons. Vor allem aber haben die Tigers eine schwache Defense. Georgia konnte mit seinem Passspiel die Tigers lange Zeit in Grund und Boden spielen. Alabama besitzt einen effizienten QB McElroy, den ich anfangs unterschätzt habe, den WR Julio Jones, und ein sehr starkes Laufspiel um RB Ingram.

[20h38] Die Stimmung im Bryant-Denny-Stadium scheint gewaltig zu sein. Erstmals findet eine Iron Bowl vor mehr als 100.000 Zuschauern statt. Und so wichtig war sie schon ein Weilchen nicht mehr. Im letzten Jahr waren die Tigers nicht so hoch eingeschätzt wie Alabama dieses Jahr.

[20h19] QB Cam Newton gilt als Favorit für die Heisman Trophy. Auch heute werden wieder zahlreiche Expertenstimmen Newtons Wahl promoten und damit begründen, dass der Mann der dominante Spieler des Jahres war. Trotz der Geldannahme-Affäre. Remember: Reggie Bush wurde in einem ähnlich gelagerten Fall durch sämtlich Medien geprügelt. Hier ein Auszug aus dem Mission Statement der Heisman Trophy

The outstanding college football player whose performance best exhibits the pursuit of excellence with integrity.

Allein das sollte eigentlich reichen, um Newton für die Auszeichnung zu disqualifizieren. Ich bin gespannt.

[19h40] Draußen herrschen seit heute Eiseskälte und Schneegestöber. Für mich normalerweise die ersten Vorboten der NFL-Playoffzeit. Heute gibt es auch eine Art Entscheidungsspiel, aber im College Football. Spielort: Tuscaloosa, Alabama. Und auch dort ist es nicht sehr gemütlich: Unter zehn Grad Celsius, bei unangenehmem Wind und aktuell seichtem Regen.

Zeit für die Iron Bowl 2010. Alabama Crimson Tide vs. Auburn Tigers. Über die historische und sportliche Bedeutung habe ich schon eine kleine Einführung geschrieben.

Etwas tiefer geht dogfood in seiner Vorschau zur heutigen langen Footballnacht.

Kickoff: 20h30.