Samstagspreview – Woche 5

Guten Morgen. Weiterlesen

College Football 2019 Preview: Die Atlantic Coast Conference (ACC)

Die Atlantic Coast Conference (ACC) ist eine eigentlich wenig glamouröse Conference entlang der Atlantikküste. An Aufmerksamkeit wird sie deutlich von den westlich angrenzenden Big Ten Conference und der Southeastern Conference (SEC) in den Schatten gestellt. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde 2016 nach dem Schlager von Clemson

Der ACC-Kracher #5 Clemson Tigers vs #3 Louisville Cardinals am Samstag hat gehalten, was er versprochen hat. Es war ein fulminantes Spiel, das die ganze Palette bot, was College Football so großartig macht: Intensität, knisternde Atmosphäre, Team zieht auf und davon, Comeback, Gegen-Comeback, fehlerhafte Offense gepaart mit eingestreuten Monsterspielzügen und ein Kampf zwischen zwei absolut famosen Quarterbacks. Entschieden wurde die Partie standesgemäß in der letzten Minute. Entscheidend war ein Yard. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14, Großkampftag am Samstag

Bowl-Season heute mit einem Großkampftag. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch was live, nämlich die Russell Athletic Bowl Miami/FL vs #18 Louisville (mit Teddy Bridgewater!) ab 0h45.

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
18h    Pinstripe           Notre Dame        Rutgers
21h20  Belk                Cincinnati        North Carolina
00h45  Russell Athletic    Miami/FL          Louisville
04h15  Buffalo Wild Wings  Kansas State      Michigan

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

College Football 2012/13 vor Woche 4

Keine Zeit heute für große Previews. Notwendig ist es eigentlich auch nicht, denn der Schedule bei SPORT1 US (und wohl auch im ESPN-Player) kommt diesmal aus der unteren Schublade:

18h    Georgia Tech - North Carolina
21h30  Wisconsin - Purdue
01h    Alabama - Colorado State
04h15  Brigham Young - Utah

EUROSPORT2 bringt ab 21h30 Bewegtbilder von Penn StateKent State aus State College, der Heimat des schönsten Footballstadions der Welt.


Der Spieltag gibt so wenig her, dass in den Vereinigten Staaten ESPN seinen berühmten College GameDay (Vorberichterstattung ab drei Stunden vor Kickoff der 18h-Spiele) diesmal von einer Uni aus der zweitklassigen FCS bringt: North Dakota State! Da weißt du, wie du dran bist.

Wer kein Anhäger irgendeiner der Unis ist, die um 18h spielt, wird sich schwer tun, sich anhand diesem Programm einen runterzuholen. #4 Ohio State gegen das unterklassige Florida A&M? #7 Louisville gegen FIU aus der Conference-USA? Okay, kannst du QB Bridgewater begutachten. FIU ist eine der schlechtesten Mannschaften in der FBS. Die ausgeglichenste Ansetzung sollte aus der ACC kommen und Georgia TechUNC sein, und auch die optisch beste: Georgia Tech spielt die mittlerweile fast ausgestorbene flexbone triple option-Offense, eines der letzten reinen Option-Systeme, das fast ausschließlich mit Laufspiel auskommt. Bei UNC gibt es einen QB Bryn Renner, der durchaus NFL-Potenzial hat.

Ein Problem von UNC seit vielen Jahren: Sie kriegen nie Zugriff auf die Offense von Georgia Tech, die nur mit extrem viel Disziplin zu schlagen ist. Das Problem ist allen bekannt, aber niemand in North Carolina konnte es bisher lösen.

Um 21h30 könnte #24 WisconsinPurdue aus der Big Ten Conference im Angebot sein. #24 Wisconsin muss sich von dem Schock der bizarren Pleite bei Arizona State erholen. Ob Joel Stave noch einmal in seiner Karriere abknien wird? Alternativ kann man die Zuschauer bei USC gegen Utah State per Handschlag begrüßen oder sich die dieses Jahr überraschend starken Maryland Terrapins gegen West Virginia geben. Penn StateKent State kommt bei EUROSPORT2: Die Nittany Lions scheinen dieses Jahr spielerisch größere Probleme zu haben als in der überraschend guten Saison 2012. Vielmehr Brauchbares seh ich um die Zeit net.

Beim 1h-Spiel #1 Alabama vs Colorado State spielt Bama gegen seinen ehemaligen Offensive Coordinator, aber wenn das kein Blowout wird, weiß ich auch nicht. Ab 1h45 das Tigerduell #6 LSUAuburn, beide noch ungeschlagen. Auburn hat mit dem QB-Neuling Nick Marshall sein Passspiel wieder gefunden, und wenn LSU dieses Jahr bisher eine kleine Defense-Schwäche angedeutet hat, ist es die Passabwehr. Trotzdem ist LSU haushoher Favorit.

Ab 2h möglicherweise im ESPN-Player (Spiel läuft in den Staaten bei ABC): TexasKansas State. Beide kommen dieses Jahr brutal schwer in die Gänge. K-State verlor sogar gegen ein FCS-Team (allerdings ein gutes, North Dakota State, wo heute besagter GameDay ausgesteahlt wird), Texas hat schon zwei Saisonpleiten, und beide Male über 40 Punkte kassiert.

Schließlich ab 4h15 der „Holy War“ BYUUtah zwischen den beiden untereinander verfeindeten Mormonen-Universitäten aus dem Bundesstaate Utah. Das Spiel ist Teil der inoffiziellen Serie um den Beehive-Boot, den Bienenkorb, der Trophäe für die beste Mannschaft im Bundestaate. Das mögliche Knackpunkt ist die BYU-Offense, die brutal physisch spielt; bei Utah ist unter diesem Blickwinkel genau an der falschen Stelle der falsche Spieler abhanden gekommen – DT Star Lotulelei als Anker der Defense Line ging in die NFL.

Für Trüffelschweine

IMHO in Europa nicht über offizielle Wege zu sehen sind einige der namhafteren Ansetzungen heute: #19 FloridaTennessee und #22 Notre DameMichigan State (die zweitwichtigste Rivalität für Notre Dame nach USC) ab jeweils 21h30, sowie das Duell der zweitbesten Pac-12 Mannschaften in ihren jeweiligen Divisionen #5 Stanford (aus dem Norden) gegen #23 Arizona State (aus dem Süden) ab 1h MEZ.

Dieses letzte Spiel ist auch soweit ich überblicken konnte, das einzige direkte Duell zweier im AP-Poll gerankter Teams. Stanford ist bisher etwas träge in die Saison gekommen, aber Stanford sieht im Augentest immer etwas lahmer aus als es wirklich ist. Man ist favorisiert, aber Vorsicht: Arizona State ist eine dieser Mannschaften, die zwar nicht ohne 3-4 Stolperer durch die Saison kommen, aber jederzeit das Potenzial abrufen können, um für ein Top-10 Team zum unerwarteten Stolperstein zu werden. Und man hat in DL #90 Will Sutton ein Kaliber, das möglicherweise nächstes Jahr im Draftprozess rauf und runter diskutiert wird. Dieses Kaliber reichte allerdings letzte Woche nicht, um nicht trotzdem 8.2yds/Lauf zu kassieren und von Wisconsin überlaufen zu werden. Stanford spielt ähnlich physisch…

College Football 2013/14, die ersten Eier fliegen!

Blenden wir mal die Querelen um die hiesige Übertragungssituation aus, und gehen wir mit dem, was wir haben: Die Saison im College-Football beginnt wieder. Ich möchte nicht übertreiben, aber das erste Wochenende College-Football ist vielleicht mein größter Favorit im Sportjahr, höchstens noch von einer ersten Spielwoche bei der Fußball-Weltmeisterschaft geschlagen. Auf die Partien der nächsten Tage komme ich zu gegebenem Zeitpunkt zu sprechen. Heute konzentrieren wir uns auf das, was… tja, heute ist (okay, und morgen).

Wo kann ich College Football im Jahre 2013 sehen?

Es gibt diverse Möglichkeiten, um an Bilder von College-Football zu kommen. Auch wenn ESPN America nicht mehr exisitiert, auch wenn die Rechte an den Topspielen aus der SEC (normalerweise der Slot am Samstag, 21h30 MEZ) nicht übernommen wurden, aber SPORT1 US ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein adäquater Ersatz. SPORT1 US überträgt in akzeptablem Ausmaß Spiele, für die in den Staaten ESPN, ABC oder einer der vielen Ableger die Rechte hält. Jede Woche kommen bei SPORT1 US College-Spiele am Freitag und mehrere am Samstag. Nommal: Keine SEC-Toppaarungen (wie z.B. Alabama-LSU oder Alabama-Texas A&M, denn die gehören CBS), keine Toppaarungen aus der Pac-12 (die gehören FOX), aber wenigstens College Football!

SPORT1 US hat auch keine Rechte am ESPN GameDay erworben, der früher immer ab 15h übern Screen schimmerte. Auch ansonsten relativ wenige Magazine, aber ich sag’s mal von meiner Warte aus: Mir ist das komplett wurscht. Ich bin meistens um 17h58 drin und um 05h58 raus und blende alles, was nicht Live-Ware ist so gut es geht aus.

EUROSPORT 2 hält die Rechte an ausgewählten Spielen aus der Big Ten Conference (meistens allerdings „nur“ Unis wie Purdue oder Minnesota). Es sind die Spiele, die in den Staaten das Big Ten Network überträgt, also Spiele zweiter Klasse. Gestartet werden soll erst am 5. Oktober (Woche 6). In Italien scheint allerdings schon ab 7.9. ein Penn State-Spiel bei EUROSPORT 2 auf. Was nicht mehr übertragen wird: Notre Dames Heimspiele. Daran hat ES2 die Rechte verloren.

Wem das im deutschen Sprachraum nicht reicht, der kann zum kostenpflichtigen ESPN-Player greifen: Dort gibt es quasi alle Spiele, die im verlinkten Schedule jede Woche unter irgendeinem Label von ABC, ESPN oder einem Ableger zu finden sind. Der ESPN-Player ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und überhaupt fast allen EU-Ländern außer Spanien und *grrrrrrrrrummel* Italien empfangbar. Da ich diesen Herbst sehr viel on tour sein werde, kann ich es glaube ich verschmerzen. Preis kann ich leider nicht genau benennen, soll aber um die € 120 fürs Jahr liegen, oder ca. € 30 für den Monatspass oder € 12,50 für den Tag… zumindest sind das grob die Umrechnungen vom Schweizer Staatsgebiet. Ich habs dort getestet: 152 CH-Franken fürs Jahr, 35 CHF für den Monat, 15 CHF á Tag.

[Update, Do, 19h49] Die exakten Preise wurden in den Kommentaren mittlerweile genannt: 9,99 € pro Tag, 19,99€ / Monat oder 109,00€ / Jahr. Danke an manuel und Gamecock, SC. [/Update]

In Italien hält SKY ITALIA die Rechte an ausgewählten Spielen, bei denen ich keine Ahnung habe, welchem Rechtepaket sie angehören. Morgen zum Beispiel wird am Nachmittag Fresno St-Rutgers auf SKY Sport 3 aufgezeichnet; ansonsten hört man was von den Rechten an FOX SPORTS-Spielen in den Vereinigten Staaten, aber nächste Woche soll angeblich East Carolina-FAU kommen… Abwarten und Tee trinken.

Das ESPNA-Rechtepaket gehört in Italien wie SKY Murdoch, aber es wird diesen Herbst nicht gezogen: Der geplante US-Sportkanal „Fox Sports 2“ (ich nenne ihn mal so) wird nicht vor Jänner 2014 aus dem Boden gestampft, ergo gibt es kaum bis quasi keinen College-Football in Italien zu sehen.

Was ist neu im College-Football?

Einiges. Zu allererst: Es ist der Schwanengesang für die verhasste Bowl Championship Series (BCS), die zum letzten Mal als Meisterschaftsfindungsdings fungiert, bevor ab 2014 das Playoff-System mit zumindest Halbfinale und Finale eingeführt wird. ESPN hält dann auch die Rechte für diese Spiele bis 2026 und zahlt dafür insgesamt 7.3 Milliarden US-Dollar. Überhaupt ist ESPN der Player schlechthin im College-Football (okay, so neu ist datt nicht):

Zum zweiten gibt es eine quasi-neue Conference in der wahnsinnig inspirierenden American Athletic Conference (AAC), die als Nachfolgerin der Big East Conference gelten darf (Big East gibt es nur mehr im Basketball). Wir haben darüber bereits ausführlicher geschrieben, wen es interessiert. Heute Nacht wird es auch gleich ein Matchup aus der AAC geben, aber dazu komme ich später im Artikel.

Neben diversen Wechseln (Pitt und Syracuse in die ACC, nicht zu verwechseln mit der AAC; Memphis, SMU, Houston und Central Florida in die AAC, nicht zu verwechseln mit der ACC; North Texas, FAU, FIU, Louisiana Tech, Middle Tennessee State, UTSA in die Conference USA; San Jose State und Utah State in die Mountain West; Georgia State und Texas State in die Sunbelt) gibt es auch das Ende der Western Athletic Conference (WAC) im Football zu beklagen: Diese kleine Freak-Conference, in der u.a. Boise State und Nevada zu echten Playern wurden, ist das erste Todesopfer des Re-Alignment Wahnsinns der letzten Jahre. Als Folge wandern Idaho und New Mexico State erstmal in die Unabhängigkeit und bestreiten ihre 2013er Saison als Independents, ehe es in naher Zukunft wohl runter in die zweite Stufe der FBS geht.

ACC, AAC… ich glaube, ich werde es künftig mit einer in den Staaten schon gebräuchlichen Abkürzung „The American“ für die AAC halten, um der Verwirrung ein Ende zu bereiten. Also: ACC = Atlantic Coast Conference. The American = American Athletic Conference, Nachfolgerin der Big East.

Noch ein anderer Name wird neu sein, aber nicht ganz so neu: Die Teams der University of Hawaii werden künftig wieder als Rainbow Warriors auftreten, anstelle von “Warriors”, wie in den letzten zehn Jahren. Das ist das Revival des bereits früher genutzten Team-Namens.

So, und ein Hinweis in eigener Sache: Ich gedenke, künftig die Sendepläne der hiesigen TV-Sender auch auf Facebook zu posten, um nimmer diese Aufsplittung auf viele Preview-Artikel zu haben. Den Sendeplan des ESPN-Players gibt es bei mir nicht, weil ich ohnehin zu spät drauf Zugriff bekomme, aber dafür kann man sich oben besagten Link auf ESPN.com durchschauen.

Die Stunde null

SPORT1 US Programm

Do/Fr 00h00 South Carolina - UNC
Do/Fr 04h30 Fresno St - Rutgers
Fr/Sa 02h00 Texas Tech - SMU

Wdh. gleich in Dutzenden

SKY SPORT 3 (Italien)

   Fr 14h15 Fresno St - Rutgers (Tape)

ESPN-Player

Schedule (nur mit „ESPN“-Label und Unterlabel gekennzeichnete Spiele).

Um Mitternacht, 0h00 (live bei SPORT1 US) geht es los mit dem Duell South Carolina Gamecocks – North Carolina Tar Heels, das Spiel der beiden „Flagship“-Universitäten der jeweiligen Carolina-Staaten. Anders als man vielleicht annehmen möchte, ist relativ wenig Würze im Spiel, was das Stichwort „Rivalität“ angeht. Bis Anfang der 90er spielte man zwar regelmäßig gegeneinander, aber seither ist es erst das zweite Aufeinandertreffen.

South Carolina habe ich schon in der Preview abgearbeitet, und dabei von weiterhin vorhandenen leisen BCS-Ambitionen geschrieben (SC ist an Preseason #6 gerankt). Das Team von Steve Spurrier ist vielleicht nicht mehr so gut wie in den letzten beiden Jahren, hat diesmal aber einen günstigen SEC-Schedule. Heute Nacht geht es nicht um Conference-Bilanzen, sondern darum, einen Fehlstart zu vermeiden, was unangenehmer werden könnte als es sich anhört.

Denn UNC geht mit einer relativ ambitionierten Mannschaft an den Start, die nur deshalb ziemlich anonym ist, weil sie wegen diverser Boosterskandale zuletzt von der Bowl-Season ausgeschlossen war. Seit HC Larry Fedora vor eineinhalb Jahren übernommen hat, wird ein attraktiver Ball gespielt, und in Bryn Renner gibt es einen durchaus NFL-kompatiblen Quarterback.

DE Clowney und seine Kollegen sind also gewarnt.

South Carolinas Heimspielstätte ist ein echt geiles Stadion, aber wer es gerne lieblicher hat, der kann auch parallel den ESPN-Player laufen lassen und zu Kent StateLiberty flutschen. Kent State war letztes Jahr 11-3 und verlor seinen Coach an Purdue, aber der Aufwärtstrend der letzten Jahre war sehr stetig… und dann schoss aus dem Gar Nichts ein unglaublicher Running Back nach oben: RB Dri Archer, der in 159 Versuchen 1429 (!) Yards und 16 Touchdowns lief, für sagenhafte 9.0yds/Carry. Selbst für eine eher mittelmäßige Conference wie die MAC sind das irre Zahlen. Es ist zu verfolgen, ob es eine Eintagsfliege war, denn Archers Zahlen in seinen anderen beiden Jahren lasen sich eher mau (3.9yds/Carry).

Und Kent State hat in DL Roosevelt Nix einen Defensive End/Tackle, den es sich lohnt zu verfolgen: Gebaut eher wie ein schmächtiger Linebacker, macht der Mann mit seiner Explosivität so viele Tackles für Raumverlust wie kaum ein anderer Spieler. NFL-Maß ist er nicht, aber am College sieht der Winzling auf Tackle doch recht flott aus.

Ab 3h15 gibt es (nur im ESPN-Player) mit Vanderbilt CommodoresOle Miss Rebels das Duell zweier SEC-Unis, die ziemlich hochgejubelt werden. Ole Miss, klar, ist eine traditionelle Uni, die auch schon in den 50ern Spitzenteams hatte, und seit Hugh Freeze da ist, ist das Recruiting mit einem Mal so sensationell, dass sich die Experten quer durch die Bank fragen, ob das dort drunten in den Sümpfen von Oxford alles mit rechten Dingen zugeht.

„Vandy“ spielt schon lange in der SEC mit, war aber meistens das Nesthäkchen, das nix zustande brachte. So richtig Mitleid hatte mit den Commodores auch niemand, da Vanderbilt als Privatuni mit elitärem Anspruch auch nicht gerade als Sympathieträger auftritt und auch über keine allzu große Alumni-Gruppe verfügt. Seit Head Coach James Franklin aber am Arbeiten ist, geht es steil bergauf. Franklin ist eine glatzköpfige Erscheinung, neben der du gleich merkst, wohin der Wind weht: Franklin jammert nicht lange rum ob der Recruiting-Nachteile, sondern packt an. Seine Mannschaften spielen tough und physisch.

Das Spätspiel bei SPORT1 US lautet ab 04h30 Fresno State BulldogsRutgers Scarlet Knights. Bei ersteren geht mir diese katastrophale Schlappe zu Weihnachten gegen SMU nicht aus dem Kopf: Fresno legte ein eigentlich großes Debütjahr für Coach Tim DeRuyter hin, und ließ sich dann willenlos abschlachten wie das Opfer auf der Bank. Vermutlich ein einmaliger Ausrutscher. Fresno spielt in der MWC und ist nicht Boise-Kaliber, aber trotzdem ein ernst zu nehmender Mid-Major geworden. QB ist in Derek Carr der kleine Bruder von David Carr, der vor elf Jahren über Fresno den Weg zum #1-Draftpick zu den Houston Texans gefunden hat. Die Offense, die Carr spielt, ist extrem passlastig (letztes Jahr über 4100 Pass-Yards). Rutgers ist bodenständiger, und alles, was der neue OffCoord Ron Prince so anklingen lässt, lässt auf haufenweise 2 TE-Sets und viel Laufspiel schließen. Wer schon für die NFL scouten will, kann mal ein Auge auf deren WR Brandon Coleman werfen, ein 2m-Hüne, den manche angeblich schon in der ersten Runde gehen sehen. Coleman 2012: 93 Anspiele, nur 43 Catches, aber wenigstens 16.7yds/Catch. Okayer Spieler, aber vermutlich noch weit davon entfernt, als 1st Rounder durchgewunken zu werden.

Nacht von Freitag auf Samstag

Morgen, also Nacht von Freitag auf Samstag, geht es weiter bei SPORT1 US mit Texas Tech Red RaidersSMU Mustangs, ein texanisches Duell (ab 02h live). Die Red Raiders mit ihrem gottgleich verehrten Neo-Headcoach Kliff Kingsbury habe ich schon vor Wochen ausführlich abgearbeitet. Bei SMU ist einiges neu, und das beginnt bei der Conference, wo die Mustangs von der C-USA in die The American wechselten. Coach ist immer noch „run’n’shoot“ June Jones, der sich den geistigen Vater der „Air Raid“ Offense (Passgewalt pur) in den Trainerstab holte: Hal Mumme, über den Chris Brown ganze Bücher schreiben könnte.


Soweit der erste Ausblick. Heute Nachmittag geht es noch weiter mit The Countdown, der Preview-Serie im College-Football. Die letzten Drei stehen noch auf dem Programm. Einer heute, zwei morgen.

Atlantic Coast Conference 2012/13 Preview

Nächste Conference, die in Unsicherheit lebt. Da sind zum einen die drohenden Schwerter über den Footballprogrammen von North Carolina und Miami, zum anderen die von anderen Conferences bezirzten Attraktionen Clemson und Florida State, deren Verbleib nicht sicher ist.

Atlantic Division

Florida State und seine BCS-Ambitionen hatte ich bereits unter der Lupe, und sie sind der fraglose Favorit in Division und Conference. Aber auch die Clemson Tigers schlafen nicht und sind immer für eine Überraschung gut – so wie 2011, als sie nach Jahren der Anämie plötzlich eine sensationelle Offense rund um QB Tajh Boyd und den genialen Freshman-WR Sammy Watkins auffuhren. Gemeinsam mit dem superben RB Andre Ellington boten die knallorangenen Tigers richtiges Spektakel, aber waren halt auch brutal unkonstant: Kantersiegen über Virginia Tech folgten Schlappen gegen NC State und in der Orange Bowl ein 33-70 (!) gegen West Virginia.

Völlig unerwarteterweise brach 2011 aber die jahrelang so starke Defense ein, und selbst der Superstar, LB Stephone Anthony, ist so ein Mann, der in einem Play dem Gegner den Kopf ausreißt und im nächsten einen 50yds-Lauf aufgibt. Nun ist mit DefCoord Brent Venables aus Oklahoma ein neuer Mann da, den durchaus nicht alle – mich eingeschlossen – mit offenen Armen empfangen würden. Wer will aus so einer Mannschaft schlau werden? Prädikat: Leverkusen des Colleges Football. Kann potenziell jeden putzen, aber auf dem Weg zur Meisterschaft wird gewiss irgend ein überflüssiger Bock geschossen.

Dem Rest der Division ist nicht allzu viel zuzutrauen. Das NC State Wolfpack des stets grantig dreinschauenden Chefcoachs Tom O’Brien spielt eine bizarre Offense, läuft extrem viel, obwohl das Laufspiel die absolute Schwäche im Kader ist, querbeet durch alle Running Backs hindurch. QB Mike Glennon ist dagegen ein Grünling, aber nach allen Datenbankeinträgen nicht der schlechteste. Schon langsam die Hype-Maschine anwerfen können wir bei CB David Amerson, der im nächsten NFL-Draft schon als potenzieller Top-Pick gehandelt wird.

Bei Wake Forest sind die beiden Stars der sympathische Head Coach Jim Grobe und QB Tanner Price, der eine fabulöse Saison spielte und mit WR Michael Campanaro über einen exzellenten neuen Wide Receiver verfügen soll. Die Defense der Demon Deacons ist nicht die härteste im Tackling, nicht die überzeugendste gegen das Laufspiel, aber schaut sehr flink und wendig im Backfield aus… ach, und einen habe ich noch. Der Noseguard (auch: Nose Tackle) heißt Godspower Offor. Godspower. Offor. Was für ein geiler Name.

Die Maryland Terrapins (Terrapin = Schildkröte) sind dagegen nach einem Jahr in schlichtweg bizarrer Ausrüstung und mit einer komplett kollabierten sportlichen Bilanz (auf 2-10) erstmal auf Wiedergutmachung aus. Head Coach Randy Edsall ist nach nur einem Jahr verhasst wie Furunkel im Intimbereich und steht bereits mächtig unter Zugzwang: Gleich mehrere Schlüsselspieler hauten in der Offseason ab und dann wurden auch noch beide Coordinators geschasst.

Schlechter – respektive: resignierter – ist die Stimmung nur noch bei den Boston College Eagles, wo das Präsidium bereits in den Modus der Verzweiflungsrhetorik geschaltet hat, inklusive gebetsmühlenartiger Lippenbekenntnisse zu HC Frank Spaziani. Was ist das Problem? Ich habe Verbindungen in den Studentenkörper von Boston College und was man so hört, ist es:

  1. Stillstand.
  2. Stillstand.
  3. Stillstand.

Jedes Jahr dieselbe Leier. 8-4 auf 8-4 auf 8-4 auf 8-4 Saison. Zwischendurch ein Ausreißer nach unten. Aber keiner nach oben. Man hat die Schnauze voll von den Sun Bowls und Belt Bowls und Music City Bowls dieser Erde. Nun ist der beste Abwehrspieler in LB Luke Kuechly in die NFL gegangen und der beste Offensivspieler in RB Montrel Harris zu Temple gewechselt, und im Angriff der vierte OffCoord in zwei Jahren (!) installiert – ob’s hilft?

Für deutsche Fans dürfte das Boston College aber auf alle Fälle sehenswert sein, weil dort mit DE Kasim Edebali (müsste ein 89er Jahrgang sein) ein Landsmann mitwirkt – Edebali ist Hamburger und seit 2007 in den Staaten. Wenn mich meine Game-Logs nicht täuschen, hat er letztes Jahr minimum zwei Starts gehabt.

Coastal Division

In der Paralleldivision “Coastal” gibt es diesmal keinen eindeutigen Favoriten. Das liegt in erster Linie daran, dass beim langjährigen Zugpferd, den Virginia Tech Hokies, viele Fragezeichen aufgetaucht sind: Drei Viertel der Offense müssen ersetzt werden, das Defensive Backfield ist ein Torso und der Schedule auch nicht ganz einfach.

Hoffnungsträger im Angriff sind der monströse QB Logan Thomas, dessen Einstandsjahr 2011 ganz ordentlich war – ein mobiler 2m-Hüne, gute Wurftechnik, insgesamt noch ausbaufähige Vorstellungen. Man hofft, dass der Head Coach Frank Beamer endlich seinen extremen Konservativismus aufgibt und um Thomas herum eine aufregendere Offense spielen lässt, aber wenn ich so lese, dass sich Beamer beim Gedanken an die neue Freshman-Granate, RB Michael Holmes, fast einen runterholt, bin ich da nicht so zuversichtlich…

Auf der anderen Seite kontern die Georgia Tech Yellow Jackets von Paul Johnson halt auch nur mit einer wenn auch ausgefallenen Triple-Option-Offense aus der Flexbone-Formation. Zugegeben: Das ist eine der spektakulärsten Mannschaften zum Einschalten an einem Donnerstagabend, wenn 80x/Spiel gelaufen wird, mit drei eingestreuten tiefen Bomben. Dumm ist da höchstens, dass mit WR Stephen Hill der möglicherweise entscheidende Mann mittlerweile NFL-Profi ist. Weil auch die Defense Fragezeichen hat, dürfte es als Überraschung zu werten sein, sollte Georgia Tech wirklich den Hokies Paroli bieten können.

Aber wer sonst? Die sympathischen Virginia Cavaliers waren mit ihrem 8-5 Record zuletzt schon heilfroh und verschwiegen wissend, dass der nur aufgrund einer 5-1 Bilanz in Spielen mit einem Score Differenz zustande gekommen war. Und in der Secondary muss der komplette Starting-Lineup ersetzt werden.

Die einstigen Giganten von der University of Miami, die Hurricanes („Canes“) sind nach dem großen Shapiro-Skandal (Kurzform: Booster/Fan spendierte den Spielern Geld, Autos und Nutten und packte Jahre später – 2011 – im Knast zwei Journalisten alles aus, was er auf der Seele hatte) in Erwartung richtig ernsthafter NCAA-Sanktionen. Der Head Coach Al Golden ist in der schwierigen Situation, eine Mannschaft für die Zukunft zu bauen, ohne zu wissen, wohin sie die oftmals unberechenbaren NCAA-Regelhüter überhaupt führen werden. Dazu kommt, dass Golden mit seinen undurchsichtigen persönlichen Verbindungen jetzt schon selbst ins Visier der Ermittler geraten ist.

Sportlich war das letztes Jahr gar nicht so übel: Eine 6-6 Siegbilanz mit einer 2-6 Bilanz in den engen Spielen zeigt: Miami ist keine Lichtjahre von der Spitze entfernt. Die Offense ist zwar brutal unerfahren, aber der RB Randy „Duke“ Johnson ist ein fantastisch explosiver Spieler, und in der Defense baut die bärenstarke Front-7 um den DE Anthony Chickillo, der in vier ESPNA-Übertragungen bei mir mit neun Datenbank-Nennungen aufschlägt – heißt: Der Mann ist auffällig. Schwierigkeiten soll die fehlende Tiefe bereiten, weswegen es essenziell sein könnte, dass S Ray-Ray Armstrong nach wochenlangem Gerichtsstreit mit der NCAA nun möglicherweise doch seine Spielberechtigung erstritten hat.

Die Duke Blue Devils dagegen sind mit Sicherheit kein Kandidat. Duke ist eine Basketballmacht und im Football schon froh, wenn sie vier Spiele pro Saison gewonnen haben. Und die North Carolina Tar Heels, die sportlich was auf dem Kasten hätten, sind wegen eines Booster-Skandals in diesem Jahr von der Bowl Season ausgeschlossen und spielen deshalb nur außer Konkurrenz mit. Trotzdem lohnt es sich, UNC zuzuschauen: Hier ist mit Larry Fedora ein neuer Head Coach am Werk, der zuletzt bei Southern Miss großartige Arbeit geleistet hat und auch eine durchaus unterhaltsame „Bend-but-don’t-break“-Defense hatte spielen lassen. Fedora ist aber primär offensivorientiert und sollte bei UNC mit QB Bryn Renner und RB Gio Bernard zwei Super-Athleten zum kreativen Arbeiten vorfinden.

Football am Stephanstag: Marinos Uraltrekord wackelt – eine Woche vor Toreschluss

Pünktlich zum Ende der Weihnachtstage steigen heute Nacht die nächsten BCS-Conferences in die Bowl Season ein. Im Anschluss daran folgt das letzte Monday Night Game der NFL-Saison. „Letztes Mal MNF“ wie „letztes Mal Gruden-Gelaber“ – zumindest für neun Monate. Oder wird this guy doch noch kurzfristig auf Coach zurücksatteln?

Advocare Independence Bowl

Mizzou Tigers – North Carolina Tar Heels

Mo, 26.12. 23h LIVE bei ESPN America
Tape: Di, 27.12. um 12h bei ESPN America

Für Mizzou ist es nicht nur der Abschluss einer Achterbahn-Saison (u.a. Alkofahrt von Head Coach Gary Pinkel), sondern vor allem das letzte Spiel als Mitglied der Big 12 Conference: Bekanntlich folgt zur neuen Saison der Wechsel in die SEC. Zum Abschied stehen die Chancen auf einen Bowl-Sieg nicht schlecht: Die Tigers verfügen über einen sehr guten Angriff, wo double threat QB James Franklin seinen Vorgänger Blaine Gabbert statistisch in den Boden läuft und wirft. Überhaupt ist der mobile Franklin eine repräsentative Figur in Mizzous Angriff, der so daherkommt: 472,4yds Offense pro Spiel, davon exakt 236,2yds Passspiel und 236,2yds Laufspiel. Was ist die englische Vokabel für „perfekte Balance“? UNCs Expertise ist zwar die Lauf-Defense, jedoch zeigte man sich als sehr anfällig gegen laufstarke Gunslinger-Quarterbacks. Franklin kann man dummerweise genau in diese Kategorie zählen. Mein Rating-System würde Mizzou mit acht Punkten favorisieren.

Bei North Carolina spielt ohnehin das Ergebnis weniger eine Rolle als die drohenden Sanktionen seitens der NCAA. Nachdem den Tar Heels im Sommer ein massiver Recruiting-Skandal um die Ohren geflogen und Chefcoach Butch Davis geschmissen worden war, geht man von wenigstens einer zweijährigen Bowl-Sperre für UNC in naher Zukunft aus. Was im Übrigen den künftigen Head Coach Larry Fedora nicht davon abhielt, trotz einiger weiterer interessanter Angebote nach Chapel Hill zu wechseln.

Monday Night Game/NFL

New Orleans Saints – Atlanta Falcons

Mo/Di, 26./27.12. 02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+
Tape: Di, 27.12. um 17h30 bei ESPN America

Das NFL-Topspiel der Woche kommt aus der NFC South. Die heimstarken Saints gegen die aufstrebenden Falcons, ein Spiel mit viel Zungenschnalz. Je nach Ausgang des SNF-Spiels aus der vergangenen Nacht (kein Spoiler bitte an dieser Stelle!) sind die Falcons bereits für die Playoffs qualifiziert oder nicht, könnten aber auf alle Fälle noch mit einem Sieg im Big Easy noch den Divisionssieg anpeilen. Auf der anderen Seite brauchen die Saints dringend die Big Points im Kampf um die strategisch wichtige Bye Week (#2-Seed wird aktuell von San Francisco gehalten). Bisschen Thrill bringt auch das mögliche Re-Match in der Wildcard-Runde in zwei Wochen rein, das unabhängig vom Spielausgang heute Nacht passieren könnte: Zeigt man dem Gegner bereits alles?

Die Atlanta Falcons sind mit 9-5 so ein Team, das mächtig Aufwind bekommen hat: Die Mannschaft hatte lange Zeit Probleme mit kleineren Wehwehchen, aber wirklich auf die IR hat sich noch kein essenzieller Spieler verabschiedet. QB Matt Ryan spielt solide und effizient, soll in den vergangenen Monaten immer mehr Verantwortung in der schnellen Falcons-Offense übernommen haben und verfügt neben dem immer noch nicht verbrannten RB Michael Turner mit dem goldenen Trio TE Gonzalez/WR White/WR Jones hinreichend Waffen, um die Saints verladen zu können. Man muss wissen, dass New Orleans’ Defense dazu neigt, gegen kräftige Running Backs arge Probleme zu bekommen und gegen mehrere Wide Receivers in der Aufstellung zu den unterdurchschnittlichen Defenses gehört.

Warum ich trotzdem an einen Heimsieg der Saints glaube? Der Heimvorteil, Baby. Es gibt keine Mannschaft, der ich bedenkenloser gegen einen beliebigen Gegner zuhause vertraue. QB Drew Brees dürfte bei halbwegs normalem Spielverlauf bereits heute Nacht den ewigen Passrekord Dan Marinos (5084yds irgendwann in den 80ern) brechen und zum zweiten Mal (!) in seiner Karriere die 5000yds-Grenze knacken. 220yds fehlen zum Fünftausender, 304yds zum Rekord. 220 oder 304 – respektive „indiskutabel“ oder „unterdurchschnittlich“ für Brees’ Verhältnisse.

College Football 2011/12, #8: Clemson Tigers – North Carolina Tar Heels

[21h30] Endstand Clemson Tigers 59, North Carolina Tar Heels 38.

[21h07] Das Spiel ist gegessen. Die Clemson Tigers sind eine recht eigenartige Offense: Gegen starke Defensive Lines eindimensional wie Toastbrot, und mit dem Handicap eines unzuverlässigen (*) Quarterbacks Tajh Boyd.

(*) Jo, die Stats sprechen eine deutliche Sprache pro Boyd. Aber wer so konstant freie Leute so klar verfehlt, der sollte noch mit einem Sternchen versehen werden. Das gute an Boyd: Er vermeidet idiotische Entscheidungen und scrambelt, obwohl athletisch, dosiert und effizient.

Die Offense hat was von Sekundengenie, rhythmisch is datt nicht wirklich. Heute kamen dazu immer gut getimte Turnovers, die man zu Touchdowns returnierte und mit denen man UNC den Zahn zog.

BCS-Fazit: Clemson ist schlagbar, aber man muss imstande sein, schnell Druck auf die Offensive Line ausüben zu können. (Und auf das „Clemson-Syndrom“ hoffen.)

[21h03] Seufz. Nächster Turnover, der sechste. Das Positivste, was man aus Tar-Heels-Sicht da noch sagen kann: Es war 4th down und ohne INT hätte Clemson zwei Yards verbesserte Feldposition bekommen.


[20h51] Ende drittes Viertel.

[20h48] Clemson 59, UNC 24. Meine Fresse, schon wieder ein Return-TD für DE #90 Kourtnei Brown, diesmal ein Fumble. FÜNF Touchdowns in einem Viertel? Das Spiel ist eingetütet, interessant nur noch, inwiefern Clemson noch daran interessiert ist, Punkte zum Beeindrucken der Voter draufzulegen (die BCS schwört hoch und heilig, dass die Punkte-Differenz in ihren Computer-Rankings keinen Einfluss hat).

[20h43] Clemson 52, UNC 24. Ja, Tajh Boyd macht über weite Strecken gute Entscheidungen. Aber die ESPN-Herren unterschlagen, wie unpräzise Boyd über weite Strecken selbst mit Minuten Zeit zum Ausgucken wirft, weit offene Receivers klar verfehlt. Von „throws deep ball well“, Mr Spielman, kann nur mit Sternchen gesprochen werden. Trotzdem hat Boyd jetzt 27/46 für 368yds, 5 TD und 0 INT.

[20h29] Clemson 45, UNC 24. Spektakel. Vierter Touchdown in elf „realen“ Minuten. 3rd and 18, Boyd geht tief und diesmal ist WR #2 Sammy Watkins offen UND wird präzise angespielt. Watkins mit einem 42yds TD-Catch. Im Heisman-Rennen wird man zugehört haben.

[20h25] Clemson 38, UNC 24. Irgendwas von Sargnägel gelesen? UNCs Catanzaro Thorpe returniert direkt nach seinem Fumble den nächsten Kick in die EndZone. Das nenne ich eine Antwort.

[20h20] Clemson 38, UNC 17. Clemson kann sich schön langsam die Sargnägel zurecht legen. Fumble beim Kickreturn, nach drei Plays vollendet.

[20h17] Clemson 31, UNC 17. Diesmal gelingt zur Abwechslung mal ein tiefer Ball, weil WR #6 Hopkins heute alles fängt. QB Boyd vollendet höchstpersönlich per Sneak. Aber das Spiel zieht sich extrem in die Länge, wird gewiss nicht vor 21h30 fertig.


[19h40] Halbzeit Clemson Tigers 24, UNC Tar Heels 17.

Hoch interessantes Spiel im zweiten Viertel, weil UNC ein wunderbares Schachspiel gegen Clemsons Offense spielt und mit allen Mitteln versucht, die richtigen Züge zu machen, um den Angriff einzubremsen: Mal werden sechs Leute angezeigt und geschickt, im nächsten Spielzug werden sechs Leute angezeigt und drei rücken in die Deckung ab.

Resultat: Clemson ist häufig übermannt an der Line of Scrimmage, muss praktisch ohne Laufspiel auskommen. Trotzdem kriegt QB Tajh Boyd immer wieder weit offene Wide Receivers downfield. Allein, Boyd erweist sich als außerordentlich unpräziser Werfer, hat minimum 5-6 Mal offene Leute verfehlt und 1-2 INTs riskiert.

North Carolina seinerseits ist recht unvorsichtig in der Offense, aber weniger vom Gegner forciert, mehr aus eigener Schlampigkeit: 1 INT wäre leicht zu verhindern gewesen, dazu zwei eigenverschuldete Fumbles (einer verloren). Positiv für UNC: Trotz -3 Turnovers nur 7 Punkte Rückstand.

[19h28] Clemson 24, UNC 17. Das Spiel bekommt immer mehr „Clemson-Gen“, sprich: Wird spektakulärer. Auch North Carolina bringt nun plötzlich aus dem Nichts einen 58yds-Ball auf WR #87 Boyd zustande, just in dem Moment, in dem Co-Kommentator Chris Spielberg die hellblaue Offense als „träge“ und „not built for scoring fast“ abgekanzelt hatte.

[19h22] Clemson 24, UNC 10. DE #90 Kourtnei Brown (hatten wir nicht mal einen „Courtney Brown“ in der NFL?) mit einer artistischen INT bei einem Swingpass-Versuch der Tar Heels, plus 20yds-TD Return. QB Bryn Renner holt heute alles an Turnovers nach, was er seit Wochen vermieden hat.

[19h10] Clemson 17, UNC 10. Mir gefällt überhaupt nicht, was UNC in der Coverage veranstaltet. Da wird viel zu viel Platz gelassen, was Clemson auszunutzen weiß: Der von vielen als hoher Draftpick gesehene TE #83 Allen wird als Ablenkungsmanöver auf die Safetys abgestellt, während die Wide Receiver alles fangen, was bei drei nicht auf den Baum gekraxelt ist. Beim TD  ein typischer tiefer Ball rechts raus auf WR #1 Martavis Bryant.


[18h47] Ende erstes Viertel.

Ich rieche heute noch die eine oder andere 300yds-Performance eines Quarterbacks. Beide Offenses kommen nun besser in Schwung. UNCs QB Renner lässt sich vom vierköpfigen Passrush Clemsons nicht beeindrucken, Clemsons QB Boyd findet gegen seichte Deckung nun immer häufiger seine Anspielstation. Dagegen ist Laufspiel trotz einiger kreativer Spielzüge bei Clemson derzeit abgewürgt.

[18h45] Clemson 10, UNC 7. Clemson arbeitet im Passspiel fast ausschließlich an beiden Seitenlinien, fast immer sind entweder #6 DeAndre Hopkins oder #2 Sammy Watkins auf die eine oder andere Weise im PlayDesign involviert. UNC reagiert in der Secondary wenig aggressiv.

[18h23] Clemson 3, UNC 7. Das ging schnell: Zwei Spielzüge plus eine grenzwertige Personal-Foul-Strafe und UNC ist in der Endzone. Beim Touchdown kann QB Renner schnurstraks über die Mitte werfen, WR Jeremy Boyd ist für den Safety kein Gegner und macht den TD. Sah ein bisschen schläfrig im Defensive Backfield aus.

[18h11] Clemson 3, UNC 0. Es deutet sich bereits an, dass UNCs Defense extrem aggressiv darauf abzielt, das Laufspiel zu stoppen. Mal schauen, inwiefern Clemsons dies langfristig mit Play-Action für sich nutzen wird.

[18h05] UNCs QB Renner übersieht die Zonendeckung, wirft einen soften Ball in die Secondary und S #5 Meeks springt dazwischen. INT im dritten Spielzug.

[17h44] Guten Abend. Heute nach langer Zeit mal wieder eine Live-Abend im College Football, beginnend mit der ACC Clemson – UNC, später dann die SEC mit LSU – Auburn.

College Football 2011/12 Preview: Atlantic Coast Conference (ACC)

FBS-Preview 2011/12, die Achte. Die Atlantic Coast Conference ist im Westen Osten (memo: die Atlantikküste befindet sich im OSTEN) der Staaten beheimatet, quer von Nord nach Süd, beginnend mit Massachusetts (Boston College) bis nach Südflorida (Miami). Trotz einiger ganz großer Namen ist nicht nur die Basketball-Abteilung, sondern vor allem die Football-Abteilung der ACC in den letzten Jahren immer durchwachsener geworden, obwohl sich im hochklassigen Highschool-Sport Floridas die Footballtalente schier auf die Füße treten.

(Für eine abgespeckte Variante bitte zu meinem Spox-Eintrag wechseln)

Atlantic Division – Seminoles vs. World

„Durchwachsen“ war jahrelang das Stichwort, das zu den Florida State Seminoles geführt hat. Seit dem unschönen Abgang von Headcoach-Legede Bobby Bowden ist in Tallahassee aber neuer Schwung eingekehrt, wofür vor allem ein Mann zuständig ist: Jimbo Fisher, jahrelang Bowdens Nachfolger in spe. Fishers Debütsaison 2010/11 war recht vielversprechend.

In der Offense ist mit dem hohen Draftpick Chris Ponder der Quarterback abhanden gekommen, doch so bizarr es klingt: Nachfolger E.J. Manuel, ein Ziehkind Fishers, könnte mit seiner Beweglichkeit gar die bessere Option für diese Offense sein – denn die RedZone-Offense war alles andere als überzeugend (Chick-fil-A Bowl!!).

Positiv für Manuel: Seine Erfahrung von mehreren Einsätzen für den verletzungsanfälligen Ponder, eine erfahrene Offensive Line und ein sehr breit aufgestelltes Laufspiel für verschiedenste Spielsituationen. Allenfalls der 120kg-Brecher fehlt. Ähnliches gilt für das Passspiel: Zwischen Sprintern und possession receivers ist alles dabei – inklusive Erfahrung.

Die Defense lebt in erster Linie von einem aggressiven Pass Rush, der angeführt wird von DE Brandon Jenkins, der 2010/11 aus dem Nichts zur absolut dominanten Waffe explodiert ist und im Winter in Richtung NFL abwandern könnte. Mit sehr guten Starter-Chancen ausgestattet ist DE Björn Werner. Deutsche Verpackung, deutscher Inhalt: Werner ist vor eineinhalb Jahren von den Berliner Adlern über Highschool-Umwege an die FSU gegangen, hat geheiratet und gilt als legitimer Starter.

Neben dem Quarterback zerreißen sich die meisten über die Secondary das Maul, was hauptsächlich an der phänomenalen Rekrutierungsarbeit in den letzten Jahren liegt. Das geht soweit, dass der massivst gehypte LaMarcus Joyner nur Free Safety spielen darf, da die Passdeckung vom aufstrebenden Pärchen CB Xavier Rhodes/Greg Reid gebildet wird. Reid ist nebenher ein brillanter Punt Returner.

Seit Mark Stoops (Bobs Bruder) die Seminoles-Defense coacht, hat diese Uni die Siebenmeilenstiefel in der Entwicklung angezogen, und das erschreckenste: Die meisten Athleten sind entweder noch zwei Jahre spielberechtigt oder aus dem nie versiegenden Talentepool von Floridas High Schools bald ersetzbar.

Die allermeisten sehen Florida State irgendwo in der Nähe des National Titles spielen, trotz des neuen Quarterbacks, und der Schedule hält außerhalb der schwachen ACC-Aufgaben nur zwei echte Prüfsteine bereit. Die haben es allerdings in sich: Woche 3 kommen die womöglich an #1 gerankten Oklahoma Sooners ins Stadion und zu Thanksgiving muss man zu den verhassten Florida Gators. Eine einzige Saisonniederlage könnte aufgrund der schwachen ACC schon zu wenig sein hinsichtlich BCS-Titelambitionen.

Und dann ist da noch jenes beklemmende Gefühl, wenn eine Mannschaft quasi per Reputation aus dem Nichts zum Titel-Kandidaten in der BCS gehypt wird. Ein erfolgreiches Ende einer solchen Mission wäre IMHO eine Weltneuheit.

Der Rest der Atlantic Division sieht sich in der Rolle des Spoilers für Florida State. Die Clemson Tigers zum Beispiel, ein Kultteam daheim in einer Kleinstadt in South Carolina. Stichwort Memorial Stadium, genannt Death Valley, gelegen in einem Tal mit Blick auf einen Friedhof. Clemson war jahrelang gecoacht von Terry Bowden, dem Sohnemann von FSUs Bobby, aber seit drei Jahren ist Dabo Swinney am Werk – und schon schwer unter Druck: Trotz schneller, spektakulärer Defense reißt man wenig, weil die Offensividentität pure Langeweile ist.

Swinney wird in dieser Saison auf die Trumpfkarten „No-Huddle-Offense“ (eine in der ACC kaum bekannte Offensivtaktik) und „Verjüngung“ setzen und kann dabei auf alle Fälle auf eine sensationelle Recruiting-Class verweisen: RB Mike Bellamy z.B. wird gehypt ohne Ende und soll sofort starten. Sollte Swinney gehen müssen – und eine weitere durchwachsene Saison ist angesichts des brutalen Schedule nicht ausgeschlossen – wird er auf alle Fälle einen großartigen Recruiting-Jahrgang hinterlassen.

Die kleine Uni Wake Forest ist unter dem sympathischen Coach Jim Grobe eine Wundertüte, mal ohne Ambitionen zu 8-5 und ACC-Champ, mal als Anwärter 3-9, wie 2010/11, weswegen in diesem Sommer die Erwartungen niedrig sind. Grobe setzt auf eine erfahrene Offense und auf guten Pass Rush in der Defense. Ob das gegen neun Gegner mit Bowl-Ambitionen reichen wird?

Beim innerstaatlichen Rivalen North Carolina State sind die Probleme hausgemacht: 2010/11 war überraschend positiv (9-4), aber in der Offseason schaltete der eigentlich erfahrene Head Coach Tom O’Brien den Selbstzerstörungsmodus ein und mobbte QB Russell Wilson ohne erkenntlichen Grund vom Campus. Nun muss ein unerfahrener Quarterback hinter einer rundumerneuerten Offense Line antreten – O’Brien wird jetzt schon wissen, welche Schlagzeilen ihm im Falle eines Kollapses drohen.

Auch 9-4 schafften die Maryland Terrapins und trotzdem musste der Stratege hinter dem kontinuierlichen Aufstieg der Terps gehen: Ralph Friedgen ist mittlerweile durch UConns Randy Edsall ersetzt. Edsalls Wechsel spricht für dessen Ambitionen: Hätte er dank Fiesta Bowl bei UConn einen gemütlichen Job bis ans Lebensende gehabt, wird das Leben in Maryland etwas turbulenter sein. Ich gehe davon aus, dass Edsall eine ähnlich lauforientierte Offense wie bei UConn spielen lassen wird, wobei der QB Danny O’Brien 2010/11 tolle Zahlen hingelegt hat: 2438yds, 22 TD, 8 INT, und das als Freshman.

Im hohen Norden der ACC kämpfen die Boston College Eagles im Land der Patriots um Aufmerksamkeit und es bestehen ernsthafte Zweifel, ob das Bostoner Urgestein Frank Spaziani sich als Head Coach eignet. Spaziani wird seine ultralangweilige Offense vorgehalten, so was wie die College-Version von Marty Ball – aber bei einem RB wie Montel Harris (über 3600yds in drei Jahren) und einem so unerfahrenen QB wie Chase Rettig sollte man so was nachsehen.

Boston Colleges große Stärke ist die Laufdefense mit LB Luke Kuechly, der sensationell gut sein soll und im Schnitt pro Spiel 14,1 Tackles macht. Über Kuechly schreibt der großartige Paul Myerberg folgendes:

Kuechly is a middle linebacker straight from central casting, a big, tall, tough, nasty, rough, gritty, unstoppable tackling machine – 183 of them a year ago, most in the F.B.S., after ranking second in the nation in that category as a freshman.

Allerdings müssen die Eagles einen verdammt ungünstigen Schedule spielen, inklusive der drei vermeintlichen Topteams aus der anderen Division.

Coastal Division – Hokies vs. World

Die sich da recht sinnfrei „Coastal Division“ nennt. Und während wir in der Atlantic-Version aus dem Süden in den Norden gefahren sind, drehen wir um und beginnen diesmal mit den Virginia Cavaliers, kein sportlicher Topfavorit, aber eine sympathische Uni mit viel Frischwind aus dem Trainerbüro. Head Coach Mike London ist seit 2010 am Werkeln und hat mit seinen drei Grundprinzipien einiges bewegt:

Go to class.
Show class.
Treat people with dignity and respect.

Das muss man bei 90-Mann-Kadern erstmal durchhalten. Das Substanziellste an Londons Arbeit bisher: Trotz 4-8 ist von Malaise nicht mehr viel zu spüren, da die Cavs vor Feuer glühen und sämtliche Gegner mit blauen Flecken aus dem Stadion prügeln. London hat auch trotz unterlegener Ressourcen bisher den Wettbewerb um die besten innerstaatlichen Talente gewonnen.

Und zwar gegen die Virginia Tech Hokies, kein schwacher Gegner auf diesem Gebiet. Die Hokies sind unter Head Coach Frank Beamer (im 25. Jahr in dieser Position) seit Jahren eine Konstante, fast immer irgendwo zwischen 10 und 20 in den verschiedenen Polls vertreten. Der ganze große Wurf ist noch nicht geglückt – und nun ist der Hauptgrund für die starke Mannschaft der Vorsaison weg: QB Tyrod Taylor. Der neue ist das sagenhaft gebaute Mischlingskind Logan Thomas (1,98m, 115kg), ein Mann mit einem Spielstil wie Cameron Newton. Die Defense zeichnet eine starke Front Seven mit großem Zug zum Quarterback aus. Potenzielles Plus im Rennen um das BCS-Endspiel: Ein recht lauwarmer Schedule… bis dann im ACC-Finale womöglich Florida State wartet?

Von Virginia nach Carolina, genauer gesagt: North Carolina, wo sich im Herzen des Bundesstaates vier Unis auf 50km Radius die Kante geben. Wake Forest/NC State aus der Atlantic Division, und dann die beiden Basketball-Universitäten in Durham (Duke) und Chapel Hill (UNC). Zwei verfeindete Unis wie Feuer und Wasser. Die  Duke Blue Devils sind im Football allerdings keine große Nummer, was sich an der Bilanz von Head coach David Cutcliffe ablesen lässt: 12-24 in drei Saisons – eine der besten Footballbilanzen in Dukes Geschichte. Kopfschmerzen macht die katastrophale Defense, während die Offense um den starken RB Desmond Scott über recht gute Bausteine verfügt.

Sehr viel ambitionierter ist das Footballprogramm der University of North Carolina Tar Heels aus Chapel Hill – die Hellblauen fallen Jahr für Jahr mit massiven Recruiting-Bestrebungen auf. So massiv, dass die seit Jahren kochenden Gerüchte um Bestechungsgelder zum Jüngsten Gericht führen könnten: Über UNC schwebt die Death Penalty, die Auflösung des Footballprogramms. Als erste Gegenmaßnahme wurde vor drei Wochen Chefcoach Butch Davis wegen zu großer Toleranz mit seinen korrupten Assistenzcoaches gegangen. Da auch am amerikanischen College die Hiobsbotschaften in Salamitaktik nach außen dringen, werden wir in schönen Abständen bald mehr erfahren – ich kann mir kaum vorstellen, dass die Turbulenzen die sportliche Bilanz nicht beeinträchtigen werden.

Dabei wäre Potenzial vorhanden (harhar, woher denn bloß?), vor allem in der Defense, wo der angehenden Superstar-DE Quinton Coples nach einer Saison als DT-Notnagel nun neben dem angehenden Superstar-DT Donta Moss-Paige für Rabatz sorgen wird. In der Offense sind die Top-Spieler noch höchst unkonstant. WR Dwight Jones fing 2010/11 946yds, die sich so verteilen: 233yds gegen Florida State, 198yds gegen Virginia, 121yds gegen Duke, 394yds gegen die restlichen neun Gegner. Der Schedule ist einfach, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass UNC es bis ins ACC-Finale schaffen kann.

Ihre ganz eigenen Erfahrungen mit NCAA-Auditoren haben die Georgia Tech Yellow Jackets jüngst gemacht (und dabei keine gute Figur abgegeben), doch man scheint mit einer vierjährigen Bewährungsstrafe und 100.000 Dollar Bußgeld und einem nachträglich aberkannten ACC-Titel davonzukommen.

Schlimmer für Headcoach Paul Johnson ist: QB Josh Nesbitts College-Karriere ist zu Ende. Wir sprechen hier von dem Quarterback schlechthin für Johnsons spektakuläre Triple-Option-Offense aus der Flexbone-Formation. Ersatzmann Tevin Washington war zulezt kein adäquater Ersatz und schon kriechen die Stänkerer wieder aus ihren Löchern und werfen Johnson die angeblich antiquierte und gegen schnelle Defense ineffiziente Option-Offense vor. Dabei sähe ich den größten Handlungsbedarf im Defensive Backfield, das reihenweise verbrannt wurde.

Das verblassende U

Und damit ganz tief in den Süden Floridas: Welcome to The U, Welcome to the Miami Hurricanes, dort, wo vor zwei Wochen einer der massivsten Korruptions-Skandale ever im College Football aufgedeckt wurde.

Mitten drin: Ein Booster, der durch Immobilienspekulation in jungen Jahren extrem reich geworden war, und sich mit Geld, Partys, Nutten und allerlei sonstiger Zuwendungen Hurricanes-Spieler als „Freunde“ kaufen wollte. Der Booster – Nevin Shapiro – sitzt mittlerweile seit Dezember wegen illegalem Pyramidensystemspiels („Ponzi“/Schneeballsystem) 20 Jahre im Knast.

Die Tragikomödie: Als Shapiro vergangenen Herbst in Schwierigkeiten geriet, rief er seine „Freunde“, NFL-Superstars wie Andre Johnson/Wilfork/Vilma/Konsorten, an und wunderte sich, dass diese überhaupt kein Interesse an möglichen Hilfestellungen zeigten. Tief enttäuscht packte Shapiro bei Yahoo! aus – den Canes drohen nun massivste Sanktionen, das Damoklesschwert death penalty ist nicht ganz ausgeschlossen.

Treppenwitz: Bei den jüngsten NCAA-Ermittlungen gegen USC war Paul Dee mit weit aufgerissener Klappe („Große Programmen müssen groß bestraft werden“) Chef-Ermittler. Paul Dee, der Direktor der Sport-Abteilung bei den Miami Hurricanes über all die Jahre, in denen Shapiro unbeaufsichtigt mit der halben Mannschaft ins Bett hüpfte.

Fraglich, wie sich die Mannschaft machen wird – immerhin sind mehrere aktuelle Spieler auch im Verdacht, mit Shapiro verbandelt gewesen zu sein. Und dann kommt noch der Fakt, dass die Mannschaft einen neuen Head Coach bekommen hat: Al Golden (aus Temple/Philadelphia gekommen), der den netten, aber glücklosen Randy Shannon, einen (zu?) sehr auf Kontrolle bedachten Schwarzen, ablöst – und für die Hurricanes ein Risiko ist: Golden gilt seit Ewigkeiten als Joe Paternos Nachfolger in Penn State – wenn Golden bei diesen Widrigkeiten halbwegs Erfolg haben wird und Paterno irgendwann in den nächsten 15 Jahren doch mal seinen Job niederlegt… who knows, Golden wird dann wohl weg sein.

Goldens Spezialität ist, Defenses aufzubauen. In Miami findet er eine statistisch hervorragende Mannschaft vor: #1 in der ACC in der Offense, #3 in der ACC in der Defense. Ein Mysterium, dass es nur zu sieben Siegen reichte – Shannons Schwächen im Clock Management waren allerdings legendär.

So findet Golden einen insgesamt höchst talentierten Kader vor, dessen größtes Fragezeichen aber ausgerechnet der Quarterback ist: Jacory Harris, ein Mann mit bei Zeiten fürchterlichen Aussetzern, der ganze Drives und Spiele im Alleingang kaputt machen kann. Harris kann sich mittlerweile seines Platzes nicht mal mehr so sicher sein: In der Hinterhand wartet mit Stephen Morris ein junger Mann. „Jung“, nicht „überzeugend“, ansonsten wäre Harris wohl schon lange abgesägt.

Knackpunkt für Golden neben den möglichen Sperren für die halbe Mannschaft: Weil nach dieser Saison haufenweise Seniors die Uni verlassen werden, müssen parallel zum Saisonablauf massivste Ressourcen ins Recruiting gesteckt werden – Zeit, die in der Entwicklung der Mannschaft fehlen könnte – und in den nächsten Jahren werden viele, sehr viele Stipendien von der NCAA gestrichen werden.

Nur noch vier Conferences übrig? Morgen im neunten Teil wird es nach schwere Rucksäcke voller Tradition geben.

Eine Menge Musik drin gewesen

Jo, das war dann mal eine spannende Nacht. In der Music City Bowl war ordentlich Rock’n’Roll dabei, aber auch die anderen Bowls hatten was zu bieten. Und jetzt eine Warnung vor Spoiler.

Music City Bowl

Ich hatte es in meiner Vorschau geschrieben: Die Vorgeschichte von beiden war nicht ohne. Das Spiel indes auch nicht. Lange Zeit ein Spiel zweier wackeliger Offenses, mit allerdings sehenswerten Touchdowns: RB Shaun Draughn zündete im zweiten Drive den Turbo und lief der kompletten Defense der Volunnteers auf und davon. Der Konter im zweiten Viertel: QB Tylor Bray nach Play-Action mit einem ganz tiefen Ball genau auf die Brust von WR Da’Rick Rogers. Letzte Sekunden der ersten Halbzeit, und nun war North Carolina dran. QB T.J. Yates unter Druck, entweicht nach rechts draußen und aus vollem Lauf mit dem rechten Arm (!) einen perfekten Ball in die Hände von WR Highsmith geworfen, der zum 17-14 in die Endzone trottet. Tennessee hatte immer wieder Probleme, weil QB Bray zum ungünstigen Zeitpunkt eine Interception einstreute. Nach einigem Gewürge in der zweiten Halbzeit nahm das Spiel zum Ende wieder Fahrt auf. Tennessee dank TD-Bombe mitten in die Endzone hinein wieder in Führung – und verschoss den P.A.T.! Nur 20-17.

Letzter Drive und die Tar Heels 16 Sekunden vor Schluss in Field Goal Range. Spike. Dann ein Irrsinnscall – ohne Timeouts ein Lauf durch die Mitte? Entschuldigung, Butch Davis, aber WTF? Auf dem Spielfeld wird es wild. Während der Ball wieder zurückgelegt wird, rennen die hellblauen Tar Heels wie wild geworden über das Spielfeld, die halbe Field Goal Unit ist schon auf dem Platz, ehe Yates erneut einen Spike macht. Uhr ausgelaufen, die Gatorade-Dusche schon gemacht und die Trainer beim Handschlag, da bringen die Refs Farbe ins Spiel. Flagge gegen North Carolina – zu viele Männer auf dem Platz (klar, war ja eine Mixtour aus FG-Unit und Offense) und die Uhr auf eine Sekunde zurückgesetzt. Kicker Casey Barth kommt auf das Spielfeld und verwandelt zum 20-20.

Erste Overtime. North Carolina kommt mehr mit Strafen als mit Offense zum ersten Touchdown. Tennessee kontert per 20yds-Pass.

Zweite Overtime. Tennessee steht wieder kurz vor dem Touchdown. Dann QB Bray mit einer hirnlosen Interception, genau in die Arme eines Verteidigers, der in die Wurfroute hineinläuft. North Carolina hat ein Leichtes, per erneutem Field Goal das Spiel zu entscheiden. 30-27 und eine Music City Bowl, in der ordentlich Musik drinnen war.

Holiday Bowl

Unglaublich, wie unvorbereitet Nebraska in San Diego aufkreuzte. Die Cornhuskers glänzten durch Turnovers, Penalties und löchrige Offense Line. Die Defense wurde gnadenlos überlaufen und spätestens nach der Verletzung von QB Martinez (nach Sack) war die Suppe gegessen. Backup-QB Green machte furchtbare Würfe, ich glaube nur drei oder vier Completions.

Auf der anderen Seiten kam Washington mit QB Jake Locker daher. Lockers schleichender Abstieg hatte im September gegen Nebraska begonnen und auch diesmal wurde Locker kaum als Quarterback gebraucht. Das Pass-Spiel der Huskies war ziemlich inexistent und Locker hatte am Ende ganze fünf Completions.

Trotzdem war Locker spielentscheidend. Im zweiten Viertel in die Zange genommen und benommen vom Spielfeld gewankt, aber nach der Pause wieder voll da: Play-Action an der NEB 25 und dann den Turbo gezündet. Locker walzte sich durch zwei Tackles und raste in die Endzone. Überhaupt arbeitete Washington viel mit Play-Action und Läufen über Locker und RB Chris Polk (über 30 Carries für fast 200yds). Nebraska war darauf schlecht vorbereitet. Ergebnis: 19-7 Washington. Ein sehr verdienter Sieg.

Armed Forces Bowl

Turnovers kill teams. Die Mustangs mit vielen, vielen Yards durch QB Kyle Padron und RB Zack Line, aber eben auch mit Turnovers zum ungünstigsten Zeitpunkt. Gleich zu Beginn warf Padron tief (45yds), aber ein Play später der Fumble zum Touchdown zurückgetragen. Die Army spielte eiskalt ihre Option-Laufspielzüge runter, und SMU fand dagegen kein Mittel – und holte sich vor allem keine Turnovers.

16-0 zur Pause, in Halbzeit zwei kam SMU langsam auf, obwohl Padron immer wieder sinnlose INTs einstreute. Zwei sehenswerte Touchdown-Pässe Padrons, aber vier Minuten vor Schluss setzte der Kicker den Ball aus 47yds links vorbei. Die Army lief die Uhr runter. Der entscheidende Spielzug war am Ende ausgerechnet ein Pass durch QB Steelman – seine zweite Completion. Die zweite. Steelman warf 7x, 2x complete für 30yds. Army mit einem nicht unbedingt erwarteten Sieg.

Bowl Season 2010/11, Tag 10: In Nashvilles Bowl steckt eine Menge Musik und Locker ist nicht locker

Sollte der 29.12. „fett“ sein, fehlt für den 30.12. das passende Vokabel. Vier Bowls, verstreut über die Staaten. Dallas, New York, Nashville, San Diego – jede Region hat ihre Bowl. Von 18h bis um halb acht Uhr morgens gibt es volles Programm.

Bell Helicopter Armed Forces Bowl

Do., 30.12. um 18h live bei ESPN America

Southern Methodist Mustangs – Armed Forces Black Knights

Auf der einen Seite spielen die Black Knights von der US Army. Ein sehr laufintensives Team, für Freunde der Option-Laufspielzüge wie geschaffen. Man bedenke: Die Army wirft im Schnitt nur 10x pro Spiel, bei 56 Läufen!

Für den Clash der Kulturen sorgt der Gegner. Denn der kommt mit einer sehr passgewaltigen Offense daher: Run and Shoot nennt sich das System von Head Coach June Jones. Jones ließ diese Offense schon zu Zeiten als NFL-Coach in Atlanta spielen, scheiterte damit grandios (wer erinnert sich an Jeff George?). Jones war 1998 nochmal für kurze Zeit Interimscoach in San Diego, ehe er zu einem am Boden liegenden College wechselte: Hawaii. Trotz minimalem Budget krempelte Jones die Hawaii Warriors um und machte sie zu einem der passgewaltigsten Programme. Jones gab sich extrem gewandt im Umgang mit den Medien und mutierte in Manoa zum Publikumsliebling. Das konnte ihn Ende der 2007er-Saison aber nicht davon abhalten, seine Zelte unter den Vulkanen abzubrechen – nach einer (verlorenen) Sugar Bowl(!)-Teilnahme.

Jones wiederholte sein Spielchen und ging in den Süden der USA, wieder zu einem aberwitzig kleinen Programm. Besser gesagt, einer Uni, die vor Urzeiten mal guten Football hatte spielen lassen – bis sie 1987 dabei erwischt wurde, wie sie Athleten bezahlte. Ein Unding. Wofür heute die USC (Reggie Bush!) mit einer Bowl-Ausladung und Auburn (Cam Newton!!!) mit einer lächerlichen Abmahnung „bestraft“ werden, dafür musste diese Uni annodazumal die „Todesstrafe“ (siehe auch „Pony Excess“ aus der 30 for 30-Serie von ESPN) einstecken: Eine Saison Sperre, jahrelangen Verlust von Stipendien und Verlust der kompletten Mannschaft. Mehr als 20 Jahre lang litt diese Uni unter den Sanktionen, die das komplette Programm in Schutt und Asche gelegt hatten.

Auftritt June Jones. Er unterschrieb im Jänner bei eben dieser Southern Methodist University. Kurz: SMU, gelegen in einer Enklave von Dallas. Eine Uni, die der Footballwelt RB Eric Dickerson und AFL-Gründer Lamar Hunt geschenkt hat und George Double-U Bush seine Ehefrau. Eine Uni für Jus-Studenten, gegründet 1911, der evangelisch-methodistschen Kirche gehörend, und mit dem Mustang im Football-Logo.

SMU spielt unter Jones nun zum zweiten Mal hintereinander in einer Bowl. Im Vorjahr, bei Jones’ Rückkehr nach Hawaii, gewann man die Hawaii Bowl. Nun spielt Jones wieder daheim: Die Armed Forces Bowl (ausgetragen seit 2003) wird im Stadion der Mustangs ausgespielt. Grund: Das reguläre Stadion, jenes der TCU, wird renoviert. Die Mustangs werden passgewaltig daherkommen. QB Kyle Padron, ein Sophomore (zweites Jahr), produzierte 3529yds in der Regular Season, für 29TDs und 12INTs. Zwei WRs hatten über 1000yds: Der pfeilschnelle Aldrick Robinson und Cole Beasley.

Ich freue mich auf das Duell Pass gegen Option-Lauf. Und auf die coole Sau June Jones.

New Era Pinstripe Bowl

Do., 30.12. um 21h15 live bei ESPN America

Kansas State Wildcats – Syracuse Orange

Eine Premiere: Die Pinstripe Bowl findet im neuen Yankees Stadion statt, eine Baseballarena. Dementsprechend waren auch die Einladungen recht begehrt. Eine zeitlang war gar Notre Dame im Gespräch. Das ist nicht zustande gekommen, aber dafür mit Syracuse ein recht „heimatliches“ Team.

Die Orange haben aber eine mäßige Saison gespielt, 7-5 in der schwachen Big East. Die Offense ist ganz schwach, macht nicht viele Yards, spielt aber immerhin relativ ausgeglichen. Anführer ist QB Ryan Nassib, der einst seinen Job gegen Basketball-Wunder Greg Paulus verloren hatte, jetzt aber wieder sich im Sattel sitzt. Die Defense gehörte zu den besseren in der Big East, muss aber einige Ausfälle verkraften – Studenten hatten andere Dinge im Kopf als zu lernen. Das wird nicht gerne gesehen. Traurigster Ausfall bei Syracuse ist Punter Rob Long, bei dem vergangene Woche ein als einst gutartig angenommener Hirntumor sich als bösartig herausgestellt hat.

Die Wildcats sind mit 7-5 in der Big East schon sehr zufrieden. Die letzten Jahre waren schon ziemlich ernüchternd, trotz eines QB Josh Freeman, der mittlerweile die NFL begeistert. Kansas State ist unter dem zurückgekehrten Bill Snyder im Gegensatz zur unsäglichen Ära Prince fast ausschließlich Lauf-Offense (Verhältnis 2:1 zum Pass, 37 TDs), mit dem wichtigsten RB Daniel Thomas (1495yds, 16TDs).

Es wird allgemein eine punkteärmere Angelegenheit erwartet. Ich sehe den Spielausgang völlig offen – nicht nur, weil ich schon einige Male danebengetippt habe…

Franklin American Mortgage Music City Bowl

Do/Fr.., 30.12. um 0h30 live bei ESPN America, Tape zu am 31.12. um 14h

North Carolina Tar Heels – Tennessee Volunteers

Keines der beiden Teams hat eine besonders nennenswerte Saison gespielt – zumindest sportlich. Die Zeilen werden hier außerhalb des Gridirons gefüllt. Von beiden Seiten.

Tennessee gehört zu den Teams mit sehr großer Tradition. In den letzten Jahren ging es in Knoxville aber drunter und drüber, so sehr, dass vor zwei Jahren der langjährige Coach Phil Fulmer (coachte die Volunteers 1998 zum einzigen Titelgewinn) rausgeschmissen wurde. Nachfolger: Großmaul Lane Kiffin, den auch ein völlig missratenes Engagement bei den Oakland Raiders nicht bändigen konnte. Kiffin redete viel Müll und war trotz 6-Jahresvertrag schon im letzten Jänner wieder weg. Nun haben die Vols nicht nur massive Wechsel auf der Trainerposition, sondern vor allem auch viele, viele Spielerabgänge verkraften müssen. Kiffin hat viel verbrannte Erde hinterlassen.

Der neue Coach ist Derek Dooley. Der Auftakt in die heurige Saison war schwach, aber dank vier Siegen zum Saisonende wurde 6-6 herausgewürgt und die Bowl-Teilnahme gesichert, auch wenn wir über die Gegnerschaft mal lieber kein Wort verlieren (Stichwort: Masolis INT gegen die Vols an der 5yds Line, wo das EKG nicht mal mehr beeeeept). Jedenfalls ging es aufwärts, seit QB Brady für Matt Simms übernommen hat. Simms? Yep, ein weiterer der Phil-Simms-Sprösslinge.

Nun traut man Dooley in Knoxville noch nicht so sehr über den Weg, dass man ihm einen schweren Schedule aufhalsen möchte, verständlich, so wie sich der Kader u.a. dank Kiffin ausgedünnt hat. Sportdirektor Hamilton hat daher kürzlich einen bestehenden Vertrag mit einer recht starken Uni aufgekündigt, gegen die man hätte spielen sollen. Ein Move, der dem Anhang übel aufgestoßen ist.

Bei jener Uni handelt es sich um die University of North Carolina. Hamilton hat nun auf die Music City Bowl entsprechenden Druck ausgeübt, sodass die Tar Heels wenigstens in diesem Spiel Vols-Gegner sein werden. Die Tar Heels kommen angeknockt daher und werden froh sein, die Saison erst mal hinter sich zu haben.

Seit dem Frühsommer wird dort an mehreren Orten ermittelt. Grund: Illegale Kontakte zu Spieleragenten, Komplettlösungen für Prüfungen… was man halt so kennt aus den letzten Jahren. Beim Auftaktspiel war dann gleich mal die halbe Mannschaft gesperrt, und im Laufe der Saison wurden nach und nach fünf Leistungsträger inklusive DL-Coach rausgeschmissen. Am Ende haben es die Verbliebenen zu einem 7-4 gebracht – und hatten am letzten Spieltag die Chance auf das ACC-Finale. Eine Niederlage gegen die Terps zerstörte die Hoffnungen. Jetzt also Music City Bowl – ein Bowl, in dem wie wir jetzt wissen ordentlich Musik steckt!

Bridgepoint Education Holiday Bowl

Do/Fr.., 30.12. um 04h live bei ESPN America

#18 Nebraska Cornhuskers – Washington Huskies

Wer erinnert sich noch an den Weihnachtsstern? Eine Woche nach der Poinsettia Bowl findet in San Diego die deutlich beliebtere Bowl statt: Holiday Bowl. Diesmal mit einem Re-Match. Nebraska und Washington haben sich im September schon mal duelliert. Resultat: 56-21 Kantersieg der Cornhuskers.

Dieses Spiel war auch der Beginn des schleichenden Abstiegs von QB Jake Locker, der lange Zeit als #1-Pick galt. Locker ist ein großgewachsener, bulliger QB, beweglich und gesegnet mit starkem Arm. Ich bin von dem Mann aber wenig überzeugt: Locker wirft ungenau und viel Leadership hab’ ich auch nicht gespürt. Lockers Zahlen: 17TDs, 9 INTs, 2209yds, nur 56% Completion Rate. In Spiel eins gegen Nebraska brachte Locker 4 (!) von 20 Pässen an den Mann, für 71yds, 1 TD, 2 INTs. Sieht so aus, als würde Locker in diesem Spiel einige Millionen gewinnen oder verlieren können.

Nebraska auf der anderen Seite lebt von der starken Defense, die nur wenige Punkte zulässt. In der Offense wird viel gelaufen, u.a. mit dem sehr mobilen QB Trevor Martinez. Die Huskers werden nach dem Spiel in die Big Ten wechseln. Dass sie zum Abschied nicht in der Fiesta Bowl stehen, das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Im Big-12-Finale haben sie sich mit einer Orgie an Ballverlusten eine 17-0 Führung selbst kaputt gemacht.

Es ist Lockers erstes Bowl-Spiel und gleichzeitig sein letztes College-Spiel (außer evtl. Senior Bowl). Ich sehe einen klaren Sieg der Huskers über die Huskies.

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