Bowl Season 2018/19 Preview: Die Gala des kleinen Programmes

Auch wenn College Football meine eigentliche Liebe ist, so lebt diese Seite in erster Linie von NFL-Einträgen. Bowl-Season gibt uns jedoch die Möglichkeit, den Scheinwerfer mal auf ein paar kleinere Lichter des Footballsports zu richten – in unserem heutigen Fall auf einige Mid-Majors.

Diese Woche spielen mehrere kleine Programme in eher unbedeutenden Bowls gegeneinander und beenden damit ihre Saison 2018/19. Nachfolgend ein sehr ausführlicher Blick auf die Situation in zahlreichen dieser kleineren Mannschaften: Was macht sie aus? Was sind die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben? Gibt es interessante Coaches?

Frage und Antwort stehen wieder: Christian Schimmel (@Chris5Sh) und Jan Weckwerth (@giannivanzetti / Triple Option Blog). Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Stephanstag

Nachklapp zur Hawaii Bowl in der Christnacht: Das Spiel war zur Pause gegessen, weil die Oregon State Beavers schlicht die bessere Mannschaft stellten. Die Beavs scorten zwei Fumble-Return TDs durch ein und denselben Spieler, aber das allein erklärt keine zwischenzeitliche 38-6 Führung. Oregon State machte mehr Yards, mehr Yards-per-Play als Boise State. Erst in der „Gargabe-Time“ holte sich Boise State die Yards und Punkte zurück, sodass es am Ende im Gamebook den Gesamt-Raumgewinn von 538yds für Boise und nur 454yds für die Beavers ausweist. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, auch wenn die Zwischenführung doch 1-2 TDs zu hoch ausfiel.

Ein sehr bizarrer Moment kam im zweiten Viertel, als ESPN ein Interview mit dem künftigen Boise-Headcoach Byron Harsin schaltete. Harsin sprach gerade über seine Vorstellungen von Boise-2014, als der zweite Fumble-Return TD passierte. Harsin war ganz eindeutig nicht dabei, das Spiel zu verfolgen, oder aber er stand gerade mit dem Handy telefonierend auf dem Balkon und rauchte eine runter. Im TV wirkte es jedenfalls… eigenartig. Mal schauen, was Harsin mit Boise State anstellen wird. Dieses Programm hat die schwierigste Saison seit locker 10 Jahren hinter sich. Harsin muss das Trainergenie Chris Petersen ersetzen. Viel Glück.

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Akademische Vierstelstunde 2013, #15: Die Bowl Season steht

Letzer Recap der College-Football Regular Season 2013 vor den Prüfungssessionen („Bowl Season“), und es war noch einmal ein würdiges Wochenende. Talking-Points heute sind die letzten Entscheidungen, kurzer Heisman-Ausblick, BCS-Buster, letztes BCS-Ranking und der Spielplan für die Bowl-Season 2013/14. Der Reihe nach. Weiterlesen

Vor dem MAC-Finale 2013: Spoilert Northern Illinois die BCS ein letztes Mal?

Heute Nacht findet – ab 2h live bei SPORT US – im Ford Field zu Detroit das Endspiel der Mid-American Conference (MAC) statt: Bowling Green Falcons (9-3) vs #14 Northern Illinois Huskies (12-0). Auf dem Spiel steht neben dem Conference-Titel vor allem ein Platz in der Bowl Championship Series (BCS), für die sich Northern Illinois mit einem Sieg höchstwahrscheinlich qualifizieren wird. Weiterlesen

Die Akademische Viertelstunde, Week 14: Das unvergessliche Thanksgiving-Wochenende im Rückspiegel

korsakoff hat gestern schon das absolute Highlight des Thanksgiving-Wochenendes aufgearbeitet, den Iron Bowl 2013 zwischen Auburn und Alabama, aber es war auch andernorts viel los an diesem vorletzten Spieltag der Regular Season, einem der besten und spannendsten aller Zeiten, wie es hier alle zu formulieren pflegen. Akademische Viertelstunde zum vorletzten Mal in einem Herbst, in dem am Ende doch alles anders gekommen ist wie man es erwarten durfte. Das war eh klar, denn wir sprechen immer noch über College Football. Weiterlesen

Bowl Season 2012/13 steht

Letzte Nacht sind die finalen BCS-Rankings erschienen, und wir haben eine kleine Überraschung zu vermelden: #15 Northern Illinois schlüpft als BCS-Buster sozusagen durch die Hintertür in die Bowl Championship Series, und wird am Neujahrstag in Miami/FL gegen den ACC-Champion Florida State spielen dürfen.

Das dürfte nicht ohne kontroverse Diskussionen bleiben. Northern Illinois ist im Vergleich zu anderen Mid Majors der vergangenen Jahre, wie Utah, TCU oder Boise State, wohl doch eine ganze Ecke tiefer einzuschätzen und hatte den Luxusk, gegen überwiegend inferiore Konkurrenz spielen zu dürfen. 12-1 ist immer toll, aber die einzige Niederlage war gegen eine schwache Iowa-Truppe. Nach SRS ist der MAC-Champion Northern Illinois #46, 6.0pts über dem durchschnittlichen Team angesiedelt.

Neben dem Kommentar von Gamecock gestern Abend auf diesem Blog empfehle ich diesbezüglich auch den von USA-Today veröffentlichten Eintrag zum (wenig überraschenden) Verhalten der Coaches in der Abstimmung im USA Toay/Coaches Poll.

Was man nicht vergessen sollte: Mit #21 Louisville und den Wisconsin „not even ranked“ Badgers sind da zwei Truppen in der BCS dabei, die hinter Mid Major NIU und hinter dem zweitbesten Mid-Major-Champions Boise gerankt sind.

NIU wird in der Orange Bowl ohne seinen frisch von NC State abgeworbenen Head Coach Dave Doeren antreten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Huskies gegen FSU anstellen werden.

Schauen wir uns die BCS an, verbleiben damit „nur“ noch zwei wirklich gut ausschauende Matchups: Fiesta Bowl K-State/Oregon, das heimlich erträumte BCS-Finale, und das „richtige“ BCS-Finale: Notre DameAlabama, das für Rekordeinschaltquoten sorgen dürfte.

Boise State fährt mal wieder nach Las Vegas, spielt dort diesmal gegen Washington, ein unbeständiges Programm, das Stanford schlug, aber letzte Woche im „Apple-Cup“ gegen Washington State verlor.

Die Cotton Bowl Classic, bei uns wegen des FOX-Vertrags leeeeeeiiiider nicht zu sehen, sieht ein BCS-würdiges Matchup Texas A&M – Oklahoma mit dem möglichen Heisman-Sieger Johnny Manziel.

Teams, die man nicht aller Tage sieht, haben sich auch qualifiziert: Louisiana-Monroe, Louisiana-Lafayette, Western Kentucky (wurde also tatsächlich eingeladen!), Duke, Minnesota, Rice (!), Iowa State, Kent State und Arkansas State. Letztere müssen hoffen, dass HC Gus Malzahn überhaupt bis dahin bleibt, nachdem Malzahn eine gewisse SEC-Affinität nachgesagt wird, und in der SEC derzeit so ziemlich jeder zweite Trainersessel leer steht…

Völlig überraschend nicht in der Bowl-Season mit dabei: Die Louisiana Tech Bulldogs (9-3), die wohl zu hoch gepokert haben sollen, und nach dem AQ von Northern Illinois am Sonntagabend durchgereicht wurden, und am Ende gar keine Einladung mehr bekamen. Kann man als Sportdirektorium mal machen.

DATUM  BOWL               TEAM 1           TEAM 2
15.12. New Mexico         Nevada           Arizona
15.12. Idaho              Utah State       Toledo
20.12. Poinsettia         BYU              San Diego State
21.12. Beef’o’Brady       UCF              Ball State
22.12. New Orleans        ULL              East Carolina
22.12. Las Vegas          Boise State      Washington
24.12. Hawai’i            SMU              Fresno State
26.12. Little Caesars     Western Kentucky Central Michigan
27.12. Military           San Jose State   Bowling Green
27.12. Belk               Cincinnati       Duke
27.12. Holiday            Baylor           UCLA
28.12. Independence       ULM              Ohio
28.12. Russell Athletic   Rutgers          Virginia Tech
28.12. Meineke Car Care   Minnesota        Texas Tech
29.12. Armed Forces       Rice             Air Force
29.12. Kraft Fight        Navy             Arizona State
29.12. Pinstripe          Syracuse         West Virginia
29.12. Alamo              Texas            Oregon State
29.12. Buffalo Wild Wings TCU              Michigan State
31.12. Music City         NC State         Vanderbilt
31.12. Sun                USC              Georgia Tech
31.12. Liberty            Tulsa            Iowa State
31.12. Chick fil-A        LSU              Clemson
01.01. Gator              Northwestern     Mississippi State
01.01. Heart of Dallas    Purdue           Oklahoma State
01.01. Capital One        Georgia          Nebraska
01.01. Outback            Michigan         South Carolina
01.01. Rose               Stanford         Wisconsin
01.01. Orange             Florida State    Northern Illinois
02.01. Sugar              Florida          Louisville
03.01. Fiesta             Kansas State     Oregon
04.01. Cotton             Texas A&M        Oklahoma
05.01. Compass            Pittsburgh       Ole Miss
06.01. GoDaddy.com        Kent State       Arkansas State
07.01. BCS Title Game     Notre Dame       Alabama

College Football Week 14, der Freitag: Conference-Finals, der erste Schwung

Heute Nacht hat die Big East Conference mit dem Duell Louisville (9-2, 4-2 in der Conference) vs. Rutgers (9-2, 5-1) den Boden geschaffen – oder bereits die Entscheidung, wenn Rutgers gewonnen hat – für die Meisterkrönung, die ein Fixticket in eine BCS-Bowl (entweder Sugar Bowl oder Orange Bowl) bedeutet. Das Spiel wird heute um 17h bei ESPNA aufgezeichnet, und es hat auch so was wie Totengräberstimmung für die Big East Conference, nachdem Louisville wohl ab 2015 in die ACC wechseln wird, und Rutgers in die Big Ten Conference gehen soll. Stand heute. Stand auch morgen? Who knows.

MAC-Finale: #17 Kent State – #21 Northern Illinois

Ab 1h live bei ESPNA: Das Endspiel um den Titel in der Mid-American Conference (MAC) aus dem Nordosten der Staaten, mit mehreren kleineren Universitäten, die für die große Schwester Big Ten zu unattraktiv sind. Der gebotene Sport kann sich allerdings sehen lassen: Die MAC glänzt häufig mit Passfeuerwerken.

In dem Spiel steht möglicherweise ein Platz in einer BCS-Bowl auf dem Tablett: #17 Kent State von Coach Darrel Hazell kann, wie ich schon am Dienstag schrieb, bei Finalsieg und entsprechenden Ergebnissen auf anderen Plätzen, durchaus in die Top-16 rutschen und wäre dann ein AQ, wenn entweder der Conference-Champ von Big Ten (Nebraska aktuell #12, Wisconsin ungerankt) oder Big East (Rutgers #18, Louisville #22, Syracuse NR, Cincinnati NR) hinten der Golden Flashes bleiben.

Kent State ist trotzdem eine Anomalie. Die Mannschaft ging in der frühen Saisonphase gegen das SEC-Schlusslicht Kentucky mit 33 Punkten Differenz baden und hat nach SRS ein Rating von +1.5. SRS favorisiert Northern Illinois, und zwar mit 6.2 Punkten.

Die Huskies sind an #21 gerankt, haben ihre einzige Saisonniederlage gegen eine zu Saisonbeginn akzeptable Iowa-Truppe kassiert (mit einem Punkt), und fahren mit QB Jordan Lynch ein spannendes double threat auf. So sehr ich es Kent State gönnen würde, aber NIU fühlt sich wie ein deutlicher Favorit in dieser Partie an – ich glaube nicht an einen Mid-Major in einer BCS-Bowl dieses Jahr.

Pac-12 Finale: #8 Stanford – #16 UCLA

Nicht bei ESPN America, weil in den Staaten FOX die Rechte daran hat: Das Pac-12 Finale ab 02h MEZ. 02h MEZ? Klingt wie Freitagnachmittag, 17h Ortszeit an der Bucht – bei der Verkehrssituation in und um Palo Alto (Heimat der Stanford University) keine Garantie, dass das neue Stanford Stadium zu Spielbeginn gefüllt sein wird.

#8 Stanford vs. #16 UCLA Bruins – eine Ansetzung, die man so nicht hatte erwarten können. Stanford ist damit ausgerechnet im Jahr eins nach Andrew Luck zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor dem Sprung in die Rose Bowl – ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren Quarterbackwechseln. UCLA war das letztes Jahr schon, aber damals nur wegen der USC-Sperre. Diesmal hat man die Finalqualifikation aus eigener Kraft geschafft.

Letzte Woche sicherte sich die sehr physische Stanford-Truppe das Heimrecht mit einem recht deutlichen Auswärtssieg bei – ausgerechnet – UCLA, und das Rezept war dabei das sofortige Einbremsen vom versierten Laufspiel um RB Jonathan Franklin.

Für UCLA ist es trotzdem die Chance, das Ticket zur Rose Bowl im Heimatstadion in Pasadena zu fixieren – zum ersten Mal seit gut und gerne 15 Jahren. Aber selbst wenn Außenseiter UCLA in dem Spiel nix reißen sollte: Die Debütsaison von Head Coach Jim Mora jr. gilt als gelungen, allen Unkenrufen (auch von meiner Seite) zum Trotz.

SRS favorisiert Stanford mit 8 Punkten.

Football heute, 14.11.2012

Drei Verweise für nicht alltägliches Brot am heutigen Tag bei ESPN America (plus einen für morgen!).

CFL-Playoffs

Am vergangenen Wochenende begann der Start der CFL-Playoffs, von denen ESPN America heute um 16h und 18h die Tapes der beiden Spiele zeigt.

Ich schulde noch das letzte SRS aus der Canadian Football League, deren letzten Spieltag ich letzte Woche diskutiert hatte.

TEAM           MOV   SOS   SRS
BC Lions       6.4  -0.4   6.1
Calgary        4.8  -0.2   4.8
Saskatchewan   1.0   0.8   1.8
Edmonton      -0.9   1.1   0.1
Montreal       0.0  -1.0  -1.0
Hamilton      -2.4  -0.4  -2.8
Toronto       -2.5  -0.3  -2.8
Winnipeg      -6.4   0.4  -6.0

Mit Hilfe von 4.5 Punkten Heimvorteil lassen sich die Favoriten kalkulieren.

Im Ost-Bracket trafen die Toronto Argonauts auf die Edmonton Eskimos, die im Zuge der “crossover-rule” im Ost-Bracket mitmachen dürfen. Im Fokus stand dabei insbesondere Torontos QB Ricky Ray, vor der Saison in einem Verzweiflungsmove aus Edmonton geholt und in der laufenden Saison mit recht soliden Vorstellungen, u.a. einer niedrigen Turnover-Anfälligkeit.

Bei den Eskimos lief die Saison dagegen recht turbulent ab: Man musste zwischen den QBs Joseph und Jyles hin und her switchen, wobei vor allem der Altstar Joseph eine wandelnde Turnover-Maschine war. Weil Jyles verletzt ist, wird heue Joseph starten.

Nach SRS ist Toronto dank Heimvorteil mit knapp 2pts favorisiert, aber Vorsicht: In der Regular Season gewann Edmonton gleiche beide direkten Duelle.

Im Westen treffen die altbekannten Calgary Stampeders auf die Saskatchewan Roughriders, wobei letztere aus einer schlechten letzten Saisonphase kommen, wo haufenweise Spiele und das Heimrecht noch verloren wurden.

Saskatchewan zeichnet sich durch eine knackige Defense aus, und die wird es heute brauchen, denn Calgarys Pass-Angriff ist gefährlich: QB Drew Tate war zwar über weite Strecken der Saison verletzt im Krankenstand und sein Einsatz heute Nacht ist nicht unumstritten, aber Tate war, wenn fit, mit 9.0 Y/A der zweitexplosivste Quarterback in der CFL überhaupt.

Überschattet wurde das Spiel von gehässigen Kommentaren der lokalen Medien in Calgary („Ich bete, dass der Flieger der Roughriders abstürzt“), wo man sich nur allzu ungern an die jüngste Playoff-Vergangenheit gegen Saskatchewan erinnert, u.a. vor zwei Jahren eine Partie als haushoher Favorit in Eiseskälte abgeschenkt.

In der Regular Season gewann Calgary zwei von drei direkten Duellen, allerdings waren alle drei Spiele sau eng (1x Overtime, dann 5pts, dann 7pts Differenz). Nach SRS ist Calgary diesmal aber mit 7.5 Punkten favorisiert.

(Ich habe eines von den beiden Halbfinals bereits gesehen und kündige SPEKTAKEL für die Schlussphase an)

Northern Illinois Huskies – Toledo Rockets

Das möglicherweise entscheidende Divisionsduell um den Einzug in das MAC-Finale aus der Western Division wird heute ab 03h LIVE bei ESPN America übertragen. Die Northern Illinois Huskies (9-1, 6-0 in der MAC) treffen auf Toledo (8-2, 5-1 in der MAC) und können mit Heimsieg den Sack zumachen und das Ticket fürs Endspiel in Detroit am 30.11. schon mal klar machen.

Toledo gilt auch unter HC Matt Campbell als potenziell starke Mannschaft, die aber immer wieder in entscheidenden Momenten versagt. NIU dagegen ist „nur“ ein Geheimtipp, aber die SRS-Ratings zeigen, dass wir es hierbei bei der mit Abstand besten MAC-Mannschaft zu tun haben: NIU ist mit 7.5 an #31 gerankt, während z.B. Toledo mit -0.8 erst an #68 aufscheint. Sehenswert bei NIU ist immer wieder der QB Jordan Lynch, ein wuseliger „double threat“.

Die letzten beiden Jahren lieferten sich die beiden Teams wilde Shootouts, vergangenes Jahr ein 66-63!

Morgen um 12h bringt ESPNA noch ein Tape von Ball StateOhio, wobei beide bereits für die Bowl Season qualifiziert sind, aber beide nur noch kleine rechnerische Chancen auf das MAC-Finale haben.

Mid-American Conference, Western Division vor der Saison 2012/13

Am Vormittag hatten wir den Osten unter der Lupe. Jetzt folgt der Westen der MAC.

Northern Illinois Huskies

Sehr ausgeglichen dürfte die Western Division sein, die in der Spitze mit reinster Offensivgewalt daherkommt. MAC-Titelverteidiger Northern Illinois ist noch immer berauscht von einigen fantastischen Siegen gegen Saisonende 2011/12, inklusive eines 63-60 über Toledo und des besagten 23-Punkte-Comebacks im Conference-Finale gegen Ohio. Nun sind allerdings der beste Quarterback der Schulgeschichte, Mr. Irrelevant Chandler Harnish, der OffCoord und sieben weitere Starter in der Offense weg, und es übernimmt mit QB Jordan Lynch ein Grünschnabel. Aber Lynch gilt als extrem großes Talent, kann auch scrambeln und soll Harnishs Erbe fortführen können. Hemmschuh könnte die Defense sein, die zwar größtenteils personell unverändert bleibt – aber das ist dann eben auch ein Personal, das schon mal weit über fünfhundert Yards an manchem Spieltag aufgibt.

Toledo Rockets

Vermutlich wieder der größte Konkurrent dürften die Toledo Rockets sein, die mit dem neuen, sehr jungen Head Coach Matt Campbell (32 Lenzen) und einem insgesamt recht runden Kader aufmarschieren. Toledo war im letzten Jahr eine der Mannschaften der Saison, hätte um ein Haar die Ohio State Buckeyes in deren Stadion geschlagen, wurde bei einer knappen Niederlage gegen Syracuse von den Refs verarscht und verlor dann im November noch besagten wilden Shootout gegen NIU.

Toledo zeichnet sich durch eine Rarität aus: Ein funktionierendes Wechselspielchen bei den Quarterbacks. Da ist zum einen der hüftsteife Austin Dantin und zum anderen der bewegliche Terrance Owens. Die beiden ergänzen sich bestens und vor keinem Drive weiß der Gegner, welchen Spielmacher Toledo denn nun einwechseln wird. Die Skill Players mussten zwar einen Aderlass hinnehmen, aber aufgrund einer starken Offensive Line und einer druckvollen Front Seven in der Abwehr dürfte eine weitere raketenhafte Saison folgen.

Western Michigan Broncos

Western Michigan auf der anderen Seite gehört unter dem langjährigen Coach Bill Cubit zu den wenigen Konstanten, spielt stets in der Nähe der MAC-Spitze mit, ohne in dieser Zeit jemals den Conference-Titel gewonnen zu haben. 2012 hat man eine exzellente Chance, und das vor allem wegen des einen Mannes: QB Alex Carder. In der vergangenen Saison fiel die exzellente Partnerschaft Carders mit seinem Top-WR Jordan White auf, doch White ist nun in der NFL und man darf gespannt sein, wie sich das Bronco-Spiel über die Mitteldistanzen (15-20yds) entwickeln wird. Knackpunkt bleibt die Defense, die mal wieder einen neuen DefCoord bekommt und gegen breites Pass-Arsenal kein Land sieht. Wenigstens der Schedule ist günstig: Die besten conferenceinternen Gegner darf man daheim begrüßen, die drei BCS-Gegner werden alle von Wehwehchen geplagt (Illinois/Minnesota/UConn).

Ze Rest

Von den Western Michigan Broncos zu den Eastern Michigan Eagles aus Ypsilanti (2011: 6-6), wo nicht mehr so rot gesehen wird wie noch vor einem Jahr. Unter Ron English geht es aufwärts, vor allem wegen der breit aufgestellten Bodentruppen und einer exzellenten Run-Defense.

Eher abwärts zeigt der Trend dagegen beim Lokalrivalen, den Central Michgian Chippewas mit ihrer kollabierenden Offense. Head Coach Dean Enos steht mächtig unter Druck und muss Ergebnisse liefern – die Zeit ist günstig, da der Kader als recht gut aufgestellt gilt. Allein: QB Ryan Radcliffe bekommt sein lockeres Abzugshändchen nicht recht unter Kontrolle, neigt zu mentalen Aussetzern, die sich mit Coaching kaum beheben lassen.

Zum Abschluss noch die Ball State Cardinals, die sich unter Pete Lembo aus den tiefsten Tiefen erstmal herausgearbeitet zu haben scheinen, was auch an QB Keith Wenning liegt, der seine Hüftsteifheit mit erstaunlich akkuraten Würfen kaschiert. Problem bleibt der schlechte Pass Rush, weswegen die Secondary oft blank steht.

Die letzten Tage der Bowl Season 2011/12: Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern oder Kraut und Rüben in Pittsburghs Trainerstab

Traditionell wenig Beachtung finden die letzten College-Partien zwischen BCS-Bowls und National Championship Game. Hierzulande gibt es vom interessantesten dieser Spiele – der AT&T Cotton Bowl Classic keine TV-Bilder. „Cotton Bowl Classic“ wie „wirmöchtenunbedingteineBCSBowlwerden“, das Spiel, das sogar aus dem angestammten, gleichnamigen Uraltstation in Dallas ausgezogen und in die Cowboys-Arena ausgesiedelt ist, um BCS-Status zu bekommen, das seinen angestammten Platz am Neujahrstag aufgab um rund eine Woche später in der Prime Time spielen zu können – bisher erfolglose Versuche, Thrill in das Event zu bringen. Heuer hätte man mit #6 Arkansas und #8 Kansas State zwei würdige Kaliber, die die BCS aufgrund verzwickter Vertragslage (Hogs) und verkalkter Denke (Wildcats) außen vor ließ.

Da in den Staaten FOX die Partie überträgt, wird weder ESPN America noch der ESPN-Player übertragen. Wir werden auf Gus Johnson verzichten müssen, wie auch auf den interessanten Razorbacks-QB Tyler Wilson und die Trainerlegende der Wildcats, Bill Snyder.

[Update] In den Kommentaren wird zurecht darauf verwiesen, dass Eurosport 2 am Samstag von 11h45 bis 13h15 eine eineinhalbstündige Aufzeichnung des Spiel bringen wird. Allerdings überträgt der Sender vorher ein Tennisspiel, das sich bekanntlich ziehen kann – und ich kann mir schwer vorstellen, dass im Fall der Fälle ES2 Football Tennis vorziehen wird… [/Update]


Am Samstag, 19h MEZ findet in Frisco im Stadion des FC Dallas (“Pizza Hut Park”) das Finale der Football Championship Series (FCS) statt, der “Unterstufe” zur FBS – dort, wo der Meister in einem Playoff ausgetragen wird. Es treffen aufeinander: Die #1 Sam Houston State Bearkats gegen die #2 North Dakota State Bisons. Beide waren zu Hause in den Playoffs eine Macht, wobei North Dakota State noch eine Spur dominantere Ergebnisse einfahren konnte, beide putzten im Verlauf der Saison je einen FBS-Gegner: S.H.S.U. gewann gegen New Mexico in der Overtime, N.D.S.U. gewann auswärts bei den Minnesota Golden Gophers aus der Big Ten Conference 37-24!

Was man so hört, sind alle Beteiligten ziemlich sprachlos über das große Interesse; die Tickets von Sam Houston State gingen weg wie die warmen Semmeln und waren am ersten Tag ausverkauft. Im Stadion von Frisco sollen noch kurzfristig ein paar Hausmütter anrücken und provisorisch mit Schraube und Mutter Sitzschalen anbringen, da die Kapazität angeblich gesprengt wird.

Das Spiel selbst dürfte ein Lauf-Festival werden. Sam Houston State war im Halbfinale vor drei Wochen vor allem über seinen RB Tim Flanders (287yds, wenn ich richtig notiert habe) gefährlich, während bei North Dakota State so ziemlich jeder in der Offense – Quarterback inklusive – um die Wette scrambelten und weit über 300yds im Semifinale erliefen. Die Bisons wirkten im Halbfinale für mein Empfinden mächtiger, ausgeglichener, besser als Sam Houston State – sollte daher auch trotz des niedrigeren Rankings favorisiert sein.

X-Faktor könnte das Wetter im unguten Dallas sein. North Dakota State spielt zuhause in einem Dome (eine übrigens wunderschöne, kleine Halle für 20.000 mit furiosen Fans, die lauter sein sollen als jene der New Orleans Saints), aber viel Laufspiel und die dicke Haut der „Nordstaatler“ sollten helfen. ESPN America bringt am Sonntag, 8.1. um 7h eine Aufzeichnung.


BBVA Compass Bowl

SMU Mustangs – Pittsburgh Panthers

Di, 10.1. um 11h30 Tape bei ESPN America

Die Connections liefern die Cheftrainer – ein flotter Dreier mit der Arizona State University. Aaaalso: Die Arizona State Sun Devils suchten nach dem Rauswurf von Dennis Erickson einen neuen Chefcoach und fragten bei June Jones an, der dann auch bereitwillig schnell rüber nach Tempe zum Vorstellungsgespräch flog. Arizona State war so begeistert, dass man Jones sofort zur Unterzeichnung bringen wollte, aber just in dem Moment, als Jones der Füller in die Hand gedrückt wurde, kaum das „Stop!“ von den Boostern der Universität und Jones musste bedröppelt wieder nach Hause fliegen – an die Southern Methodist University, wo Jones seit vier Jahren auf dem Cheftrainersessel sitzt und sich einige unangenehme Fragen über sein Committment zum Programm anhören musste.

Arizona State drehte seinen Scheinwerfer ein paar Kilometer weiter gen Norden und wurde beim Cheftrainer der Pittsburgh Panthers, Todd Graham, fündig. Problem: Graham war dort erst seit einem Jahr Cheftrainer gewesen und hatte als oberstes Credo seine Verbundenheit zu seinen Spielern ausgegeben. Weil man aber nur das, was man schwarz auf weiß besitzt, getrost nach Hause tragen kann und Graham sich an sein dummes Geschwätz von gestern nicht mehr erinnern wollte, autographierte der Mann die taufrische Vertragsvorlage bei Arizona State – dem Job, der eigentlich June Jones gehören hätte sollen – und verärgerte seine Mannschaft bei Pitt massiv. Die Tweets der Pitt-Spieler als Reaktion auf Grahams Move waren am Rande zur Justiziabilität und deckten von Lügner bis Vollidiot die ganze Bandbreite ab.

So werden die Pittsburgh Panthers verständlicherweise nicht mehr von Graham, sondern vom Interim Keith Patterson gecoacht. Patterson ist damit der fünfte (!!) verschiedene Panthers-Coach seit Dezember 2010. Die Vorgänger: Dave Wannstedt (gefeuert nach 2010/11), Phil Bennett (Interimscoach in der Bowl Season 2010/11), Mike Haywood (angedachter Nachfolger Wannstedts und nach 13 Tagen gefeuert, wg. Randalierens im besoffenen Zustand gegen seine Ehefrau), und Graham. Der HeadCoach für die nächste Saison wird dann übrigens der Offensive Coordinator von Wisconsin, Paul Chryst, sein. (Sehen wir bei Pitt in Zukunft P-U-N-K-T-E?)

Noch was? Jo: Die University of Pittsburgh war einen Schnaps davon entfernt, die Bowl Season zu boykottieren, weil man nicht wie im Vorjahr im baufälligen Legion Field zu von Birmingham/AL die BBVA Compass Bowl bestreiten wollte, musste sich aber letzten Endes der Hausmacht ESPN beugen, deren regionaler Ableger diese Bowl veranstaltet. Wohl bekomm’s, da ist man gespannt, was da unterm Strich für ein Spiel rauskommt.

GoDaddy.com Bowl

Northern Illinois Huskies – Arkansas State Red Wolves

So/Mo 8./9.1. um 3h LIVE bei ESPN America
Tape am 9.1. um 17h bei ESPN America

Das Spiel findet in der Nacht auf Montag, nach Ende der Wildcard-Playoffs in der NFL, statt und bietet die Meister von zwei kleinen Conferences auf: Die Northern Illinois Huskies aus der Mid-American Conference (MAC) und die Arkansas State Red Wolves aus der Sun Belt Conference. Die Eckdaten zum Spiel: NIU ist im Angriff lauforientiert (247.6yds Lauf, 234.2yds Pass) und verlässt sich extrem auf seinen MVP, Quarterback Chandler Harnish (2942yds Passspiel, 26 TD, 5 INT bei zusätzlichen 1382yds Scrambling mit 11 TD), während Arkansas State dann doch eher gepflegt seine Spread Offense einsetzt, um die Schwächen des ebenso auf flotten Beinen stehenden QB Ryan Aplin zu minimieren (Aplin: 18 TD zu 13 INT, aber neun Lauf-TD bei 605yds Scrambling). Arkansas State wird bei mir mit sagenhaften 0.1pts favorisiert.

Eine Geschichte am Spielfeldrand: Die Red Wolves verloren ihren HeadCoach Hugh Freeze schon nach einem Jahr (Freeze ging zu Ole Miss), schafften aber den nicht für möglich gehaltenen Coup und lotsten das Offensivgenie Gus Malzahn von Auburn in die Steppen von Arkansas. Malzahn wird am Sonntag noch nicht coachen, aber bereits seine wachen Augen von der Tribüne auf die Partie richten. Damit haben Arkansas State und die komplette Sunbelt Conference schon mal eines sicher: Presse.

College Football 2011/12, bevor die Conferences ihre Sieger auswürfeln und die BCS ins Knobeln kommt.

Manchmal liegt der Teufel in der Wiederholung. Vor einem Jahr schrie Brent Musberger „Interception!“ und ich dachte, okay, ist Landry Jones. Dann kam die Wiederholung.

Jahrhunderttore sind größer als Jahrhundertspiele. Verrückte Spielzüge sind größer als verrückte Footballspiele. Dieser Spielzug ist der Beweis: Das Bedlam-Derby 2010 war ein Spiel für die Äonen, mit einem Schlussviertel wilder als Kraut und Rüben, aber der bleibende Eindruck ist diese eine wahnsinnige Interception. Gewonnen hat letztes Jahr übrigens trotzdem Oklahoma, trotz dieses Spielzugs. Aber wer weiß das schon noch?

Damals ging es um Ruhm, Ehre und den Einzug in das Big12-Finale. Heuer geht es um Ruhm, Ehre und den Titel in der Big 12 Conference. Der Sieger hat eine Fahrt nach Glendale zur Fiesta Bowl sicher, wobei es für die #3 Oklahoma State Cowboys bei einem dominanten, überzeugenden Heimsieg über die Sooners sogar noch ein kleines Hintertürchen in Sachen BCS-Finale geben könnte.

Das Duell Cowboy-Offense rund um das Top-Gespann QB Brandon Weeden/WR Justin Blackmon gegen die wackelige, aber letzten Samstag wieder stabilere Sooner-Defense dürfte dabei ebenso interessant sein, wie die Auseinandersetzung zwischen der von Verletzungen dezimierte Sooner-Offense und der Cowboy-Defense, die ich für sehr unzuverlässig halte, die aber statistisch hervorragende Werte aufweist und auf „Effizienz pro Drive“ standardisiert – man höre und staune – zu den drei besten des College Football 2011/12 gehört! In anderen Worten: Ein Shootout ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlicher als man annehmen würde. Over/Under liegt übrigens trotzdem bei 74 Punkten.

Oklahoma State – Oklahoma. Samstag/Sonntag um 02h LIVE bei ESPN America. Wiederholung morgen, Sonntag, um 12h bei ESPNA.

SEC-Finale: #1 LSU Tigers – #14 Georgia Bulldogs

Samstag, 22h LIVE ESPN America
Donnerstag, 8.12. Aufzeichnung ESPNA um 12h00

#14 Georgia schaffte es nach langen Jahren, endlich mal die heuer durchwachsene SEC-East zu gewinnen, brauchte dafür allerdings einen einfachen Schedule und den Verletzungsteufel beim Kontrahenten South Carolina. Trotzdem: Zehn Siege in Serie sind, wenn auch „nur“ gegen Liga-Mittelmaß, nicht verachtenswert und sollten dem wenig geliebten Head Coach Mark Richt vorerst zum Verbleib helfen.

Georgia läuft immer noch gerne, verfügt um den starken, aber nicht sensationell starken RB Isiah Crowell über ein formidables Laufspiel, aber der wahre Trumpf ist der zuverlässige QB Aaron Murray, der nur wenige Fehler macht und in der RedZone höchst effizient spielt.

Trotzdem wäre alles andere als ein Kantersieg der LSU Tigers eine Überraschung. LSU ist in diesem Jahr so dominant, dass wohl nichtmal eine knappe Niederlage in diesem Spiel mehr die Teilnahme am BCS-Endspiel verhindern kann – aber es ist schwer vorstellbar, dass Head Coach Les Miles es überhaupt so weit kommen lässt. Man kann von einer 100% konzentrierten Leistung ausgehen, und einem unspektakulären Tigers-Sieg.

BigTen-Finale: #13 Michigan State Spartans – #15 Wisconsin Badgers

Sonntag, 18h Tape Eurosport 2 (90min)

Im Oktober zerstörte im „Hinspiel“ eine Hail Mary die in den Himmel gehypten Wisconsin Badgers. Jetzt kriegen die Badgers die Chance zur Revanche gegen Michigan State – allein, es scheißt sich niemand drum: Das erste Endspiel in der Geschichte der stolzen Big Ten Conference erlebt gerade sein ganz spezielles Debakel, da die Kartenpreise kollabieren (im Schnitt 65% Verfall der Eintrittspreise über die letzten acht Tage!) – sogar die Finaltickets der verlachten ACC und C-USA finden teurer ihre Abnehmer. Vom Sportlichen ist neben dem Rachefaktor auch noch der ewige Touchdown-Rekord von Barry Sanders in Gefahr. Sanders machte in den Achzigern mal 39TD in einer Saison. Wisconsins RB Montee Ball hält zwei Spiele vor Schluss bei 34.

ACC-Finale: #5 Virginia Tech Hokies – #20 Clemson Tigers

Sonntag, 9h30 Tape ESPN America

Das Spiel gab es schonmal Anfang Oktober, als die Überflieger von Clemson Virginia Tech 23-3 wegräumten und sich damit für einige Zeit ins BCS-Rennen einklinken konnten. Mittlerweile hat sich bestätigt, was eh alle wussten: Clemson ist zu unbeständig, und als der sensationelle Freshman-WR Sammy Watkins mit Verletzungen etwas abflaute, begannen die überflüssigen Niederlagen gegen Teams wie Georgia Tech oder North Carolina State.

Virginia Tech dagegen spielt eine so unauffällige Saison, da war der 38-0 Kantersieg im direkten Duell um den Divisionssieg gegen Virginia letzten Samstag das ganz große Highlight. Die Hokies mussten sich lange Zeit an ihrer gewohnt starken Defense festklammern, um das unbeständige Spiel ihres jungen, aber als hoch talentiert geltenden QB Logan Thomas zu kaschieren.

Man ist 11-1 und zu meinem Erstaunen #3 im Coaches Poll, vor Teams wie Oklahoma State oder Stanford, die trotz allem über mehr Resümee verfügen dürften. Erstaunlich auch, weil man nur einen richtigen „Statement“-Gegner vorgeworfen bekommen hat – Clemson – gegen den wie besagt klar verloren wurde.

Das Pendel dürfte im Lauf der Saison umgeschlagen haben und so gilt im „Rückspiel“ im ACC-Finale Virginia Tech als favorisiert, sollte den Einzug in die Orange Bowl klarmachen. BCS-Träume sind auch mit 12-1 und klarem Finalerfolg unrealistisch.

C-USA Finale: #6 Houston Cougars – #24 Southern Miss Golden Eagles

Sa, 18h LIVE bei ESPN America

Houston, mein dark horse für die Top-25 im Sommer, ist neben LSU die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der FBS und steht einen einzigen Sieg vor dem größten Erfolg seiner Geschichte. Die Cougars sind an #6 gerankt und wären als Conference-Sieger der C-USA automatisch für eine BCS-Bowl qualifiziert.

Die Coogs zeichnet eine ungemein effiziente Offense rund um den alle Rekorde pulverisierenden QB Case Keenum aus. Keenum hatte schon 2009/10 tolle Werte, war letzten Herbst verletzt (die Coogs schmierten danach böse ab), bekam ein sechstes Uni-Jahr zugestanden und spielt die Saison seines Lebens. Nur als Einordnung: 4.726 Pass-Yards in 12 Spielen (394yds PRO SPIEL), 43 Touchdowns, 3 (!) Interceptions. 467 Pässe und nur 3 INTs! Keenum gilt als allerdings „System-Quarterback“, was für seine NFL-Chancen nicht förderlich ist – riecht nach einer Backup- oder CFL-Karriere.

Potenzielles Störfeuer könnte neben dem Nervenflattern auch das Gerüchteln um die Zukunft des schwarzen Head Coaches Kevin Sumlin sein, der derzeit so ziemlich überall als Außenseiterkandidat gilt, wo ein Trainerposten frei geworden ist.

Um das Endspiel werden schon Verschwörungstheorien gebastelt, die im Zweifelsfall parteiische Schiedsrichterauslegungen befürchten, um der C-USA bloß nicht die historische erste BCS-Bowleinladung zu versemmeln. Dabei gelten die Golden Eagles von der Southern Mississippi University durchaus als nicht ungefährliche Mannschaft. Die Defense ist etwas unbeständig, aber die Offense schwer ausrechenbar.

MAC-Finale: Northern Illinois Huskies – Ohio Bobcats

Sa, 12h30 Tape bei ESPN America (Aufzeichnung von heute Nacht)

Die beiden Preseason-Favoriten spielen nach einem wilden November mit einigen fassungslosen Shootouts in der Mid-American Conference wie erwartet und zwischendurch nicht mehr geglaubt das Endspiel aus, wobei rein gefühlt die Toledo Rockets prinzipiell die beste Mannschaft der Conference stellten – allein, die Rockets erspielten im November Freak-Ergebnisse wie „60-63“ oder „66-63“ und fielen durch solche unkontrollierten Spiele noch aus dem Finale. Das „60-63“ der Rockets war gegen die NIU Huskies und brachte Northern Illinois den entscheidenden Tie-Breaker zur Endspielteilnahme.

Bei NIU dürfte die Genugtuung vor allem bei Coach Dave Doeren groß sein, der im ersten Jahr eine trotz allem überraschende 9-3 Bilanz erspielte, vor allem auf Basis des starken, mobilen Quarterbacks Chandler Harnish. Doeren könnte ein Kandidat bei den Illinois Fighting Illini aus der Big Ten Conference werden, auf alle Fälle sind die Loblieder auf den Mann recht hymnisch.

Big East Conference

Morgen, Sonntag um 7h gibt es das Tape von Cincinnati – UConn. Die Big East Conference ist eine Glückslotterie, die sich so präsentiert (WVU schlug am Donnerstag USF):

  1. West Virginia (5-2)
  2. Louisville (5-2)
  3. Cincinnati (4-2)

Louisville gewann den direkten Vergleich mit West Virginia und wäre bei Gleichstand Conference-Champ. Nun könnten allerdings die Cincinnati Bearcats das Spiel gegen UConn noch gewinnen. Folge: Ein Dreiergespann an der Spitze, wobei West Virginia dann wohl das höchste BCS-Rankings erhielte und die Einladung in eine BCS-Bowl erhielte. In anderen Worten: Cincinnati ist fast chancenlos, kann aber den Louisville Cardinals noch die Laune versauen. Die Big East gilt jedoch als so unattraktiv, dass sogar beim Conference-Sieg des attraktivsten Teams – West Virginia – die Mannschaft nur den letzten Platz in den BCS-Bowls bekommt. Heuer muss die Orange Bowl als letztes picken und müsste knirschend die Mountaineers einladen. Ach, und: West Virginia wird irgendwann in naher Zukunft in die Big 12 Conference wechseln. Wahrscheinlich 2012, vielleicht aber auch erst später. Wie verzweifelt diese Conference ist? Als West Virginias Nachfolger werden die 2000 Meilen weiter westlich beheimateten Boise State Broncos gehandelt…

Tapes der nächsten Woche

#17 Baylor – #22 Texas und noch einmal ein Blick auf den famosen QB Robert Griffin III, der möglicherweise die Heisman Trophy gewinnen wird und nächstes Jahr entweder einen Anlauf gen NFL oder auf die Olympischen Sommerspiele von London unternehmen könnte. Tape am Donnerstag, 8.12. um 9h30.

Vor dem Spiel gibt es auch sich intensivierende Gerüchte über einen Rücktritt von Texas-Trainerlegende Mack Brown, der nicht mehr motiviert sein soll. Zweiter Hintergrund: Texas könnte seine ambitionierten Assistenzcoaches Bryan Harsin (Offense) und Manny Diaz (Defense) verlieren, nachdem bereits letztes Jahr der langjährige Zögling Will Muschamp (DefCoord bei Texas) die Geduld verloren hatte und zu Florida gegangen war. Möglicherweise sind die Longhorns nicht ganz abgeneigt, wenn der als fantastischer Recruiter bekannte Brown abtritt. Mehr bei Burnt Orange Nation.

Hawai’i – BYU, wobei die Warriors einen Sieg brauchen, um sich für die Heimbowl am Heiligabend überhaupt zu qualifizieren. Hawaii ist eine der ganz großen Enttäuschungen dieser Saison, während BYU nach einem horrenden Saisonstart wenigstens eine 8-3 Bilanz herausgewürgt hat und somit keine unterirdische erste Saison als Independent. Die wahren kritischen Fragen werden eh abseits gestellt, da trotz zahlreicher Dementis die Gerüchte nicht verstummen wollen, dass BYU doch wieder zurück in eine Conference möchte.

College Football zum Novemberstart: Volles Programm (1) und (2)

Rivers kann durchschnaufen: Wir bekommen zum Höhnen keine 24h, ehe wieder die Eier fliegen. Diesmal im College Football, wo es ab sofort Schlag auf Schlag geht. Heute und morgen dran: Die Mid-American Conference (MAC), die kleine Schwester der Big Ten Conference im Nordosten der USA, sportlich von fragwürdiger Qualität, aber ein Stahlbad für junge, ambitionierte Coaches und in der Vergangenheit immer wieder Talentschuppen auch was NFL-Kaliber angeht (Roethlisberger sei als Beispiel genannt).

Um 00h00 live bei ESPN America: Toledo RocketsNorthern Illinois Huskies, das Topspiel aus der Western Division, wo die Spitze kuschelig eng zusammengerückt ist:

Toledo (4-0)
Eastern Michigan (3-1)
Northern Illiois (3-1)
Western Michigan (3-2)
Ball State (3-2)
Central Michigan (2-3)

Toledo war im September bereits zweimal zu sehen, hätte fast ein riesiges Upset bei Ohio State geschafft, wurde von Boise State aber deutlich in die Schranken verwiesen. Die Rockets spielen eine knackige Defense und sind im Angriff unberechenbar, weil mal der bewegliche, aber inakkurate QB Austin Dantin spielt, mal die „Statue“ QB Terrance Owens. NIU ist auch nach dem hässlichen Abgang von Head Coach Jerry Kill eine enorm am Laufspiel orientierte Mannschaft. Das Spiel wird morgen um 18h wiederholt.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (01h LIVE ESPNA) dann Ohio BobcatsTemple Owls aus der engen Eastern Division:

Temple (3-2)
Ohio (2-2)
Miami/OH (2-2)
Bowling Green (2-3)
Kent State (1-3)
Buffalo (1-4)
Akron (0-4)

Wähernd Temple auch nach den Abgängen von NFL-Spielern wie DT Wilkerson (Jets) oder S Jarrett (Eagles) eine fiese Defense spielt, ganze 10 Pkte/Spiel kassiert und im September um ein Haar die große Sensation gegen Penn State geschafft hätte, weiß man beim eigentlichen MAC-Favoriten Ohio nie so recht, was man erwarten kann: Die Ergebnisse lassen auf eine instabile Mannschaft an allen Ecken und Enden schließen. Für Ohio wird es daheim essenziell sein, die sehr gefährlichen Running Backs von Temple unuter Kontrolle zu halten. Das Spiel wird am Donnerstag, 18h wiederholt.

Ist also einiges drin, vor allem könnte bei entsprechenden Spielausgängen in beiden Divisions Anarchie ausbrechen. Anschauen dürfte sich lohnen – die MAC ist auch deswegen sympathisch, weil hier die schnuckeligen 25.000-Stadien selten ausverkauft sind, ein willkommener Kontrast zum überhypten Treiben in SEC oder Big Ten.

Bowl Season, Tag 1: Kältester Ort, heißestes Spiel

Die Bowl Season geht am Samstag, 18. Dezember schon richtig los. Kleine Einstimmung von Sideline Reporter für die ersten drei Spiele.

New Mexico Bowl

Sa., 18.12. um 20h LIVE bei ESPN America

Brigham Young Cougars – University of Texas/El Paso Miners

Kein berauschendes Matchup, um ehrlich zu sein. Beide Mannschaften brachten heuer nur ein 6-6 zustande und das in keinen starken Divisions. UTEP bringt seit Jahren wenig auf die Reihe. Auch heuer spielte man eher durchwachsen. Die Offense um den unbeständigen QB Trevor Vittatoe (Senior) reißt niemanden vom Hocker. Die Defense ist löchrig und lässt viele Punkte zu.

Gegner BYU macht sein letztes Spiel als MWC-Mitglied, bevor die Mormonen-Uni im kommenden Herbst den Weg in die Unabhängigkeit antritt. Die BYU wird seit 2005 von Bronco Mendenhall gecoacht. Mendenhall war vorher Assistenzcoach an der Uni von New Mexico – in jenem Stadion, in dem die New Mexico Bowl stattfindet. Für Mendenhall ist es sozusagen ein Homecoming.

Unter Mendenhall erlebte BYU zuletzt einen Aufschwung, mit einer Serie an Saisons mit minimum zehn Siegen und war Stammgast in den Rankings von AP und BCS. Die ganz großen Zeiten liegen aber schon länger zurück: In den 80ern spielten u.a. QBs wie Jim McMahon und Steve Young für die Mormonen. 1984, ein Jahr nach Youngs Abgang, war man sogar mal National Champion.

Das wird in absehbarer Zeit nicht mehr passieren. Zu durchschnittlich ist die Offense um QB Jake Heaps. In der Spread Offense polierte Heaps erst in den letzten paar Wochen seine Stats auf, die immer noch wenig berauschend sind: 11TDs, 8INTs. Solider ist das Laufspiel, das auf mehrere Schultern verteilt wird. Geschichte der Saison ist aber die Defense: Furchterregend schlecht zu Saisonbeginn, als reihenweise Niederlagen eingefahren wurden. Nach der Blamage gegen Utah State wurde DefCoord Jaime Hill gefeuert und seitdem ging es aufwärts.

Wohl auch aufgrund der verbesserten Defense gilt BYU in den Wettbüros als klarer Favorit. Ich würde auch auf die Cougars tippen.

Humanitarian Bowl

Sa., 18.12 um 23h30. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 9h30

Fresno State Bulldogs – Northern Illinois Huskies

Gleich eine Vorwarnung: Gegen grelles Blau sollte immun sein, wer sich diese Begegnung reinzieht! Gespielt wird nämlich in Boise, Idaho im Bronco Stadium. Das Stadion der Boise State University ist berüchtigt für sein tiefblaues Spielfeld. Die Humanitarian Bowl ist eine der wenigen Cold-Wheater-Bowls.

Den Norther Illinois Huskies wird dies vorerst egal sein. Sie haben andere Probleme. Coach Jerry Kill verschwand vor einigen Tagen wortlos durch die Hintertür in Richtung Minnesota, wo er neuer Golden Gophers Coach werden wird. Kill gab bislang keine Erklärungen dafür ab, weshalb er nicht noch hätte die zwei Wochen abwarten können, bis die Bowl gespielt ist.

Die Huskies haben sich mit einer Siegesserie über mehrere Wochen zuletzt gar in die Rankings gespielt, fielen dort nach der knappen Niederlage gegen Miami (Ohio) um den MAC-Titel wieder heraus. Trotzdem: 10-3 schaut an sich nicht so schwach aus. Die Offense besteht hauptsächlich aus Laufspiel und RB Chad Spann, der 1293yds und 20TDs gemacht hat. Geworfen wird nur, wenn es unbedingt sein muss. Nun geht es ohne Coach in das Bowlspiel.

Gegner Fresno State spielt in der WAC und wird nach dem Spiel in die MWC wechseln. Die Bulldogs bestehen aus einer recht ausgeglichenen Offense und hatten einen schwereren Spielplan als die Huskies. Trotzdem reichte es zu einem 8-4. Im November musste man hintereinander gegen die beiden WAC-Schwergewichte antreten: Während es gegen Nevada um ein Haar zur Sensation gereicht hätte (34-35), wurde gegen Boise State sang- und klanglos verloren (0-51). Gegen laufstarke Mannschaften war Fresno State heuer eher erfolgreich als gegen die passgewaltigen Offenses.

Coach im kalifornischen Fresno ist seit 14 Jahren Pat Hill. Hill steht mit seiner Uni seit Jahren im Schatten von Boise State. Die beste Saison spielte Fresno State 2001 mit QB David Carr. Um ein Haar hätten Hills Jungs damals eine BCS Bowl erreicht. Diese Zeiten sind vorerst vorbei.

In den Wettbüros wird Northern Illinois als hauchdünner Favorit angesehen. Von der Spielweise dürften die Huskies den Bulldogs eher entgegenkommen, von daher tippe ich auf Fresno State. Auf jeden Fall dürfte dieses Spiel das interessanteste von den dreien sein – trotz des kalten Wetters in Boise.

New Orleans Bowl

Sa./So. 18.12 um 03h. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 12h

Troy Trojans – Ohio Bobcats

Viel gibt es nicht zu sagen. Die Trojans besitzen eine passgewaltige Offense um Freshman-QB Corey Robinson. Coach Larry Blakeney ist mittlerweile das 20. Jahr bei den Trojans am Ruder und hat nach dem Wechsel in die FBS vor zehn Jahren eine respektable Mannschaft zusammengestellt, die keinen umwirft, aber offensiv viele Punkte erzielt.

Ohio hat keine schlechte Defense, aber was heißt das schon in der Mid-American Conference? QB Boo Jackson ist unkonstant und wirft mehr INTs als TDs. Head Coach Frank Solich, der einst mit den Nebraska Cornhuskers in den ganz großen Bowls gespielt hat, ist mittlerweile sechs Jahre in Athens am Steuer, aber die ganz großen Erfolge haben sich noch nicht eingestellt und vor allem die Bowls werden in schöner Regelmäßigkeit verloren.

Ohio ist in den Wettbüros ganz leichter 2-pts-Favorit. Ich sehe aufgrund der starken Pass-Offense hier eher Troy etwas vorn.

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