College Football 2016 – Conference Finals, Teil 1

Auftakt heute zum letzten Spieltag der Regular Season im College Football 2016, an dem noch die Conference-Finals und eine Handvoll letzter „Round Robin“ Punkterundenspiele ausgetragen werden. Die Playoff-Implikationen haben wir schon unter der Woche diskutiert. Heute der Auftakt mit den Endspielen in MAC und Pac-12. Weiterlesen

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Beef’O’Brady’s Bowl 2013 Preview

KORREKTUR: Das Spiel findet nicht um 02h, sondern um 20h statt.


Neben Vor der NFL gibt es heute Nacht Abend auch noch College-Football mit der apostrophreichen Veranstaltung Beef’O’Brady’s Bowl (02h live im ESPN-Player), gesponsert von einer Schnellimbisskette aus den Südstaaten. Austragungsort ist das Tropicana Field in St. Petersburg an der Tampa Bay, einer bei vielen verhasste, weil komplett stimmungslose Baseballhalle.

Die Kontrahenten heute sind die East Carolina Pirates (C-USA, 9-3) und die Ohio Bobcats (MAC, 7-5), zwei Teams, die in unterschiedlichen Gefühlswelten anreisen. Für den hohen Favoriten East Carolina (13.5 Punkte nach SRS) war es eine fantastische Saison, nach der man allenfalls reumütig auf die wenigen Pleiten zurückschaut: Zweimal knapp gegen namhafte Teams verloren (u.a. nur 10-15 gegen Virginia Tech), ehe man im entscheidenden letzten Spiel gegen Marshall das einzige Mal abgeschossen wurde. Aber ansonsten: Große Siege über UNC und NC State aus der ACC – alle Achtung. Weiterlesen

Bowl-Großkampftag II, 28.12. Preview

Weiter geht es am heutigen Freitagabend mit drei Bowls, und es steigen vermehrt die großen Conferences ein, so z.B. heute die traditionsreiche Big Ten Conference, die nach einer erkennbar schwachen Regular Season etwas für ihren Ruf tun muss. Ansonsten werden die Helme der Virginia Tech Hokies von Interesse sein, die mit einer Schleife in Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in Connecticut antreten werden; die Virginia Tech University ist bekanntlich in Sachen Schießereien auf dem Campus ein gebranntes Kind.

Independence Bowl

Ohio Bobcats – Louisiana-Monroe Warhawks

20h LIVE bei ESPN America

Hauptgrund, hier einzuschalten, sind die Quarterbacks: Die Ohio Bobcats (8-4) aus der MAC bieten den weißen Wusler Tyler Tettleton auf, während die Louisiana-Monroe Warhawks (8-4) aus der kleinen Sunbelt Conference mit Kolton Browning den etwas spritzigeren Scrambler haben.

Zuerst zu den Neulingen: Louisiana-Monroe spielt seine erste Bowl ever. Trotz aberwitzig schlechter finanzieller Voraussetzungen und Facilities. Die Warhawks sind auch eine der Mannschaften, bei denen ich im Sommer völlig in den Gully griff, als ich ihnen wörtlich „nichts“ zutrauen wollte. Bullshit. Man war gut genug, um auswärts gegen Arkansas zu gewinnen, auswärts Auburn in die Overtime zu prügeln und war gegen Baylor nur Verlierer mit fünf Punkten. Klar, diese Truppen hatten alle schlechte Jahre, aber wir sprechen immerhin über Louisiana-Monroe.

Und der aufopferungsvolle Browning war der wichtigste Mann, Passing- und Rushing-Leader; gegen Ohio erwartet man, dass vor allem der Bodenweg gesucht wird, denn Ohio besitzt eine schwache Lauf-Defense (164yds/Spiel).

Die Bobcats selbst werden sich voll dem harten Knochen Tettleton verschreiben, der das Team schon zu einem Auswärtssieg bei Penn State führte. Tettleton hatte so viele Wehwehchen, dass man ihn zuletzt erstaunlich oft werfen ließ, und das könnte gegen die schwache Secondary von ULM zum Vorteil gereichen, denn ULMs Abwehrstärke ist eindeutig die Lauf-Defense.

Auf der anderen Seite zeigte die Formkurve von Ohio mit dem zusätzlichen Einsatz von Tettletons Arm deutlich nach unten, und man marschierte nach 7-0 Start und Aufscheinen in den nationalen Rankings runter auf 8-4 und raus aus dem MAC-Finale. Bonuswaffe wäre RB Beau Blankenship, der mir vor allem in Penn State gut gefiel.

Die Wettbüros sehen ULM mit 6 Punkten vorne, das Simple Rating System gar mit 9.5 Punkten. Man addiere da den „Heimvorteil“ (Bowlspiel wird in Shreveport/LA ausgetragen) und Louisana-Monroe darf da tatsächlich als Favorit gelten, obwohl der Abgewichstheitsfaktor eher Ohio vorne gesehen hätte.

Russell Athletic Bowl

Virginia Tech Hokies – Rutgers Scarlet Knights

Die kleinen Freuden

Outside Zone Play.

23h30 LIVE bei ESPN America

„Russell Athletic Bowl“? Was erstmal völlig neu klingt, ist beim zweiten Hingucken nix anderes als die Nachfolgerin der Champ Sports Bowl der letzten Jahre. Heimatstadion: Die Citrus Bowl in Orlando, bekannt den Fußballfans noch als Spielstätte bei der 94er WM.

Wenn wir in den letzten Tagen Offensivfeuerwerke angekündigt haben: Diese Bowl könnte eher defensivorientiert sein, und „defensivorientiert“ heißt „wenige Punkte“ und das lässt ein spannendes Spiel bis ins Schlussviertel erwarten. Nach SRS ist Rutgers dann auch „nur“ mit 2.5 Punkten favorisiert.

Das mag Fans überraschen, aber in der Tat hatte Virginia Tech (6-6) heuer ein Scheißjahr, schlechter noch als man angenommen hatte: Man brauchte zwei Siege in den letzten beiden Spielen, um überhaupt eine ausgeglichene Bilanz einzufahren. Head Coach Frank Beamer hat meistens drei Credos: Defense, Defense, Defense. Die funktionierte dieses Jahr auch halbwegs ordentlich, vor allem, wenn sie Turnovers forcierte (über 1 INT/Spiel) und der Offense damit kurzes Feld gab.

Kriegt die Offense dieses nicht, ist Ende der Fahnenstange: QB Logan Thomas, der angebliche „Cam Newton 2.0“, floppte schwer und produzierte 23 Turnovers. Der Mann ist trotzdem einer meiner Favoriten, nicht nur weil Namenskollege, sondern auch, weil das double threat Thomas neben hirntoten Momenten auch immer für einen spektakulären Spielzug aus dem Nix gut ist.

„Spektakulär“ im selben Atemzug mit „Rutgers“ (9-3) zu verwenden, wäre dagegen unangebracht: Die Offense läuft auch im Jahr eins nach Greg Schiano (jetzt Tampa Bay Buccs) fast ausschließlich am Boden und muss sich immer wieder auf die Defense verlassen. Dort laufen künftige NFL-Spieler wie der LB Khaseem Greene oder DT Scott Vallone in der Front-Seven auf, und das Backfield ist bekannt dafür, extrem aggressiv gegen den Mann zu gehen und dabei überproportional viele Turnovers zu provozieren.

Logan Thomas gegen diese Secondary? Das riecht nach minimum zwei INTs. Logan Thomas gegen diese Front-Seven? Riecht nach locker zwei Fumbles.

Das ist eine Partie, die durchaus auf einen oder zwei Big Plays hinauslaufen könnte, und ich gebe diesbezüglich eher den Hokies den Vorteil, widerspreche also Excel/SRS.

Meineke Car Care Bowl of Texas

Texas Tech Red Raiders – Minnesota Golden Gophers

03h LIVE bei ESPN America; Tape morgen 11h30.

Hier steigt die Big Ten Conference in die Bowl Season 2012/13 ein, und der erste, der die Ehre der stolzen Mutter aller Conference verteidigen muss, ist der Underdog von der University of Minnesota gegen Texas Tech.

Minnesota gegen Texas Tech? Da war doch mal was? Tief in mich hineingehorcht, und ja, im fernen 2006 zu meiner Anfangszeit im College Football gab es eine Bowl Season mit irren Footballspielen (Sun Bowl, Fiesta Bowl usw.), und eines davon war das damals leider bei uns nicht live übertragene Insight Bowl, Texas Tech – Minnesota:

Heute also die “Neuauflage”, und beide Unis sind spannend. Die Texas Tech Red Raiders (7-5), deren Record schwächer ist als die Leistungen, und auch wenn die Offensivpower von Zeiten eines Mike Leach nicht ganz erreicht wurden, so gibt es dennoch im Schnitt 38 Punkte pro Partie. Hauptgrund ist nach wie vor das Passspiel um QB Seth Doege.

Allerdings war die Vorbereitung auf das Spiel nicht ohne Nebengeräusche: Der Head Coach Tommy Tuberville, im College Football schon eine Hausnummer, wechselte Anfang Dezember völlig überraschend nach Cincinnati, und der Nachfolger lässt die Fanscharen in Lubbock/TX geiler als geil werden: Der 33jährige Kliff Kingsbury, aus der NFL als Brady-Backup in New England bekannt, und zuvor am College der erste von vielen Star-Quarterbacks bei Texas Tech. Kingsbury gilt bei den Red Raiders als Legende, und er sammelte zuletzt als Assistent von Kevin Sumlin in Houston und bei Texas A&M Erfahrung; nicht wenige glauben, dass der Cheftrainer-Job zu früh kommt, aber das soll die Euphorie nicht bremsen. Heute wird Kingsbury allerdings noch nicht coachen, sondern der OL-Coach Chris Thomsen, und diese Ablenkungen könnten die Chance für Minnesota sein…

…die auch so ihre Trainergeschichten liefern: Jerry Kill ist nun zwei Jahre dort und man hört prinzipiell nur Gutes über seine Arbeit, aber Kill hatte schon mehrere epileptische Anfälle an der Seitenlinie (letztes Jahr habe ich das live am TV miterlebt, das mucksmäuschenstille Stadion war gespenstisch) und Kill ist ob der nervlichen Belastung nicht über jeden Zweifel erhaben.

Auf dem Spielfeld ist die 6-6 Bilanz für die notorischen Loser Minnesotas schon ein Erfolg – Euphorie will aber nicht so recht aufkommen. Verletzungsprobleme und Suspendierungen haben dafür gesorgt, dass der QB/WR MarQueis Gray mittlerweile zum reinrassigen Wide Receiver zurückgeschult wurde und die Spielmacheraufgabe an Freshman Philip Nelson übertragen wurde, der so blass spielte, dass die Gophers fast ausschließlich laufen müssen. Und wenn Texas Tech in der Defense so was wie eine Stärke hat, ist es die Position der Defensive Tackles um das NFL-Kaliber Kerry Hyder (ein Junior).

Das sind alles Gründe, weswegen sich der 12pts-Spread pro Texas Tech für mich nicht zu hoch anfühlt, trotz der unruhigen Vorbereitung auch auf deren Seite.

MACtion in der Wahlnacht

Darauf habe ich lange gewartet: Wie aus den letzten Jahren gewohnt, bringt ESPN America mit Novemberstart die ersten Spiele aus der Freak-Conference MAC („Mid-American Conference“). Die MAC ist geographisch so was wie die kleine Schwester der Big Ten Conference, mit den verrücktesten Universitätspräsidenten in den Staaten und einer unberechenbaren sportlichen Qualität der Mannschaften.

Rückwirkend lesen sich meine Previews auf dem Sommer für Ost– und Westdivision bis dato gar nicht so deplatziert. Kent State bisher mit einer starken Saison, daneben sind auch Toledo, Ohio und Bowling Green vorne dabei. Heute und morgen gibt es vier MAC-Teams bei ESPNA:

TEAM            W-L    SRS
Toledo          8-1   -0.3
Ball State      6-3   -2.3
Ohio            8-1   -3.7
Bowling Green   6-3   -5.9

Toledo – Ball State

In der Nacht auf morgen, Mittwoch 02h MEZ, werden in den Staaten nicht nur die Präsidentschaftswahlen durchgedrückt, sondern treffen auch die Toledo Rockets (8-1) auf die Ball State Cardinals. Toledo scheint den Wechsel hin zum blutjungen neuen Head Coach Matt Campbell ganz gut hingekriegt zu haben, allerdings gibt es auf der Quarterback-Position nicht mehr die gewohnte Doppelspitze. Terrance Owens scheint nun das Spiel allein in die Hand gedrückt zu bekommen.

Toledo ist mit einer 5-0 Conference-Bilanz gleichauf mit Northern Illinois und kann sich aufgrund des noch kommenden direkten Duells sogar im schlimmsten Fall eine Niederlage heut’ Nacht erlauben.

Die Rockets würgten sich zuletzt sogar als #25 in die BCS-Polls rein – allein: Aus den Ergebnissen werde ich nicht schlau. Da sind hauchzarte Siege gegen Bodensatztruppen wie Wyoming, Coastal Carolina, Eastern Michigan oder Buffalo mit dabei. Auf der anderen Seite putzte man vor zweieinhalb Wochen die #21 Cincinnati Bearcats und verlor zum Saisonauftakt erst in der Overtime gegen die Arizona Wildcats, die spätestens seit dem Upset gegen USC als ernst zu nehmende Nummer gesehen werden. Das SRS sieht in Toledo eine fast haargenau durchschnittliche FBS-Mannschaft.

(Wiederholung morgen Mittwoch, 17h30)


Bowling Green – Ohio

In der Nacht auf Donnerstag überträgt ESPNA ab 02h MEZ dann Bowling Green FalconsOhio Bobcats; Ohio ist auch so ein Team, das nicht narrisch weit von den Top-25 weg ist, aber auf der anderen Seite wackelig genug auftritt, um gegen die schwächste FBS-Mannschaft Massachussetts nut 37-34 zu gewinnen und im Zuge einer Serie an engen Spielen zuletzt gegen Miami/OH die erste Saisonpleite kassierte.

Ohio habe ich einmal gesehen, in Woche 1 bei den Penn State Nittany Lions, als ein eindrucksvoller Sieg eingefahren wurde – von Fumbles und Turnovers begünstigt, aber die Nüsse und die Physis in der zweiten Halbzeit waren damals beeindruckend. QB Tettleton und RB Blankenship formen diesbezüglich ein begeisterndes Trio.

(Wiederholung übermorgen, Donnerstag 17h30)

Mid-American Conference, Eastern Division vor der Saison 2012/13

Die Mid-American Conference ist die kleine Schwester der Big Ten Conference, beheimatet im Nordosten der Vereinigten Staaten, mit zahlreichen kleinen bis mittelgroßen Universitäten rund um die Großen Seen. Die MAC hat sich bei mir einen Namen gemacht als Freak-Conference: Kaum verliert ein Trainer zwei Jahre lang viele Spiele, wird er von den Unigarchen gefeuert. Auf der anderen Seite verlieren die Unis ihre Coaches halt auch, wenn diese mal zwei Jahre hintereinander acht oder neun Spiele aufwärts gewinnen und dann in der Big Ten Conference anheuern. In keiner anderen Conference gibt es IMHO so wenig Kontinuität, und es ist keine Seltenheit, dass eine Mannschaft nach 11-3 auf 2-10 abstürzt und im Jahr darauf wieder 9-4 ist. Das gepaart mit den vielen unglaublichen Shootouts macht die Conference – genannt auch „MACtion“ – trotz ihrer oft halbleeren Stadien immer wieder zu einem sehenswerten Schmankerl bei ESPN America.

Eastern Division: Der Favorit

Es gibt nur einen Favoriten: Die Ohio Bobcats, unter dem erfahrenen Head Coach Frank Solich ein Muster an Beständigkeit geworden. „Beständig“ aber auch wie: Sie verlieren immer das Conference-Finale. Wie auch letztes Jahr, als sie ein 20-0 noch verschenkten und 20-23 verloren. Heuer ist man aber wieder Favorit, auch wenn mit WR LaVon Brazill die beste Offensivwaffe weg ist. QB Tyler Tettleton gehört zu meinen optischen Favoriten, ein knochenhartes Männlein, keine 1m80 groß, aber keinen Scramble und Hit scheuend. Tettleton und die grundsolide Defense sind Hauptgründe für den Favoritenstatus der Bobcats.

On the Way Back

Dahinter tummelt sich eher das Mittelmaß. Die Bowling Green Falcons durften sich nach vielen knappen Niederlagen 2011/12 unter Wert geschlagen fühlen und sollen im vierten Jahr unter dem als Rebuilding-Genie bekannten Chefcoach Dave Clawson mittlerweile gute Tiefe im Kader besitzen. Bemerkenswert soll vor allem die Secondary sein.

Völlig unter dem Radar, aber meiner bescheidenen statistischen Analyse nach ein Sleeper par excellence, laufen die University of Miami/Ohio RedHawks. Ich meine, diese Uni ist das MAC-Team schlechthin. Schauen wir uns die Bilanzen der letzten Jahre an: Von 2-10 auf 6-7 auf 2-10 auf 1-11 auf 10-4 auf 4-8. Weniger Konstanz geht nicht, möchte man meinen. Wenn mich meine Excel-Sheets aber nicht völlig verarschen, war Miami/OH in der abgelaufenen Saison trotz 4-8 Siegen ein besseres (!) Team als im Jahr zuvor mit seinen 10-4 Siegen.

Und es gibt Hoffnungen: Der Kader bleibt nahezu unverändert, QB Zac Dysert gehört zu den besten und vielseitigsten seiner Zunft und hält den laufaffinen Coach Don Treadwell davon ab, das grottenschlechte Laufspiel allzu stark einzusetzen, und dann ist da noch eine richtig gute Defense – also: look out.

Nächster jahrelanger underachiever, nächster potenzieller Überraschungskandidat: Die Kent State Golden Flashes von Darrell Hazell, eigentlich ein offensiv ausgerichteter Coach, aber diese Mannschaft kann nur eines: Verteidigen, und das richtig gut. Die Offense ist in Worten schwer zu beschreiben, nachdem QB Spencer Keith angewiesen wurde, lieber fünf Drives in die Ränge zu schmeißen, als einen Turnover zu produzieren. Möglicherweise steht Keith, das das auf Kosten vieler fürchterlicher Incompletions beherzigte, aber schon bald hausinterne Konkurrenz entgegen, nachdem QB David Fisher von Nebraska rübertransferiert wurde und sich im Frühjahr in die Herzen der Fans gespielt hat.

Reden wir lieber über die Defense, wo mit dem DE Rosevelt Nix einer von den eigenartigsten Athleten im College Football spielt: So schmächtig wie ein Blondchen vom Laufsteg (just kidding), aber trotz nur 105 Kilos gilt der Mann als Phänomen, der sämtliche Blocker in der Conference in Atem hält und trotz Doppeldeckungen in jedem Spiel ein oder zwei Tackles für Raumverlust produziert. Fazit: Kriegt Hazell der Offense wenigstens einen Funzen Leben eingehaucht, sehen wir uns möglicherweise in der Bowl Season wieder.

Schangsenlos

Dahinter stehen… keine weiteren Sleeper. Buffalo konnte zwar zuletzt mit den besten Teams der MAC mithalten (vs. Ohio Sieg mit +1, vs. NIU Niederlage mit -1), wurde dann aber auch von unterklassigen Teams abgeschlachtet. Nicht ganz unschuldig an dem vielen Auf und Ab ist möglicherweise auch Coach Jeff Quinn, der eine pfeilschnelle Offense spielen lassen möchte, ohne dafür den richtigen Quarterback zu besitzen.

Die Akron Zips punkten primär mit ihrem neuen Cheftrainer Terry Bowden, einer der zahlreichen Söhne von FSU-Legende Bobby Bowden. Terry war vor Zeiten mal gar nicht wenig erfolgreicher Trainer von Auburn, und gilt als passverliebt. Auf alle Fälle ein Move, der Akron erstmal ins Rampenlicht rückt.

Erstmal Erfahrungen sammeln heißt es für die Massachussetts Minutemen, einem weiteren Neuling in den Reihen der Football Bowl Subdivision, daheim in einem wunderschönen kleinen Studentenstädtchen namens Amherst, und eigentlich das viertälteste noch existierende Footballprogramm in den Vereinigten Staaten. Massachussetts? Korrekt, von da kam zuletzt Victor Cruz zu großen NFL-Ehren. Schade ist da allenfalls, dass man die Heimspiele heuer in Foxboro austrägt, wodurch erstmal was vom Flair der 1830er Jahre verloren geht.

College Football 2011/12: Die ersten Schüsseln stehen bereit

ESPN America beginnt das Wochenende mit Eiern aus der Unterklasse: Championships-Spiele in Division II und Division III und Semifinals in der FCS. Das Programm:

  • Tape, heute 12h: Division III Finale
    Wisconsin/Whitewater Warhawks – Mount Union Purple Raiders
  • Tape, heute 14h30: FCS-Semifinale
    #1 Sam Houston State Bearcats – #4 Montana Grizzlies
  • LIVE, heute 17h: Division II Finale
    Pittsburg State Gorillas – Wayne State Warriors
  • Tape, morgen 7h: FCS-Semifinale
    #3 Georgia Southern Eagles – #4 North Dakota State Bisons

Wisconsin/Whitewater und Mount Union sind sowas wie Madrid und Barcelona der Division III. Siebtes Finale in Serie mit dieser Ansetzung! Bis dato schön gesplittet (3:3 Siege) – heute kann wieder einer vorlegen. Mount Union ist im Übrigen ein College, das in den letzten Jahren immer mal wieder NFL-Spieler herausgebracht hat. Der bekannteste ist WR Pierre Garcon, der sogar einen Superbowl-Touchdown fabrizierte. Auch letztes Jahr wurde ein Spieler von Mount Union gedraftet (ich glaube von Jacksonville/Name nicht mehr in Erinnerung). [Update: Koblenzer weist in den Kommentaren darauf hin, dass es sich bei besagtem Spieler um „Cecil Shorts“ handelt.]

Heute Nachmittag, 17h das Finale der Division II mit einem Überraschungsteam Wayne State. Die Division II beginnt ihre Playoffs mit vier Regionen zu sechs Teams. Wayne State war in seiner Region nur die #6 gewesen. Die Warriors sollen eine „Ball-control“-Offense mit viel Laufspiel spielen, während die Division-II Macht Pittsburg (aus Kansas) von QB Zac Dickey und seinem Passspiel lebt und eine turnoverfreudige Defense besitzt.


Heute Abend, 20h MEZ, beginnt die Bowl Season. Trotz einiger verheerender Fehlgriffe letztes Jahr (auf klaren Sieg Hawaiis getippt, ehe die Warriors 62 Punkte eingeschenkt bekamen und mit drei Handvoll Turnovers und -27pts verloren) werde ich mich auch heuer nicht vor ausgedehnteren Previews und/oder Tipps drücken.

Gildan New Mexico Bowl
Temple Owls – Wyoming Cowboys

Sa, 17.12. um 20h LIVE bei ESPN America

Temple war mit 8-4 eine der besseren Teams der Mid-American Conference (MAC), trotz des neuen Trainerstabs um Steve Addazio. Temple, das ist eine kleine Universität aus Philadelphia, die meist keine 20.000 Leute bei Heimspielen im riesigen Lincoln Financial Field begrüßt, und vor wenigen Jahren wegen Erfolgslosigkeit aus der Big East Conference geschmissen wurde. Letztes Jahr gab es richtig Stunk, als die Owls trotz 8-4 keine Bowl-Einladung bekamen. Diesmal ist es soweit. Die Mannschaft ist „run-heavy“, Anker- und Frontmann ist RB Bernard Pierce (1507yds/25 TD), der heute auf eine der schwächsten Lauf-Defenses in der FBS trifft (#115).

Dieser Gegner, Wyoming, dürfte in diesem Spiel klarer Außenseiter sein, schloss die Saison in der Mountain West Conference (MWC) mit 8-4 ab, aber war neben einigen Überraschungssiegen auch anfällig gegen Blowouts (19-63 gegen Utah State). Was ich erst jetzt sehe: Der deutsche Linebacker Oliver Schober (Bruder vom ex-NFLE Spieler Daniel) war heuer überhaupt nicht aktiv, setzte die Saison verletzungsbedingt komplett aus. Keine deutsche Beteiligung, dafür eine nicht uninteressante Mannschaft. Der QB Brett Smith ist ein Freshman, der gleich mal voll einschlug und mit 2495yds, 18 TD und 8 INT und 645yds plus 10-LaufTD eine bärenstarke Saison hinknallte.

Insgesamt werden wir reizvollere Matchups sehen. Wyoming dürfte nur mit einer überraschend starken Lauf-Defense eine Chance haben. Sponsor Gildan ist übrigens ein Hersteller von unbedruckten, aber bedruckbaren Billigshirts. „Unbedruckt“ dürfte nicht unerheblicher Zusatz sein, da man gemeinhin von keinem reißenden Absatz von Temple- und Wyoming-Shirts ausgegangen wäre.

Famous Idaho Potato Bowl
Ohio
Bobcats – Utah State Aggies

Sa, 18.12. 23h30 LIVE im ESPN-Player
So, 18.12. 9h30 Tape bei ESPN America

Die Bowl auf den blauen Spielfeld zu Boise/ID mit einem immerhin interessanten Team: Die Utah State Aggies (7-5). „7-5“ in der WAC liest sich zugegeben mau, aber die Mannschaft ist offensivgewaltig. Zum Saisonstart schrammte man haarscharf an einer schlichten Sensation vorbei, als der National Champ Auburn im eigenen Stadion alle sieben Kreuzzeichen zusammenkratzen musste um einen Zufallssieg über Utah State einzufahren.

In Erinnerung geblieben sind die quicken running Backs der Aggies: RB Robert Turbin machte dann über die Saison auch 1416yds und 19 TD (plus 4 gefangene TDs) und gilt als der Eckpunkt im Angriff, der fast 280yds/Spiel erläuft.

Auch Ohio ist eine Macht, die viele Punkte scort, gilt aber als insgesamt solider in der Defense und wird so von manchen als leicht favorisiert in dieser Partie angesehen. Mein simples Computer-Ranking spuckt einen zu erwartenden Spread von 0,3 Punkten zugunsten der Aggies aus – ein enges Spiel dürfte also keine Überraschung sein. Utah State ist darin erfahren, da sauknappe Spiele zur Expertise der Aggies gehören. Die Ohio Bobcats ziehen dagegen ihre Hauptmotivation daraus, erstmals in ihrer Geschichte ein Bowlspiel gewinnen zu können.

R+L Carriers New Orleans Bowl
San Diego
State Aztecs – Louisiana-Lafayette Ragin’ Cajuns

Sa/So, 17./18.12. 03h LIVE im ESPN-Player
Mo, 19.12. 10h Tape bei ESPN America

Beiden Head Coaches wird exzellente Arbeit nachgesagt. ULL steht zum ersten Mal überhaupt in einer FBS-Bowl, was als Meisterwerk des jungen Mark Hudspeth gilt, der erst in der zweiten Saison coacht. ULL verfügt über eine grundsolide Offense, in der QB Blaine Gauthier als double threat brilliert.

San Diego State mit Coach Rocky Long (ebenso zweites erstes Jahr als Head Coach, zweites Jahr im Trainerstab) wird als athletisch deutlich überlegen angesehen, kommt aber mit einem eindimensionalen Angriff daher, der sich da nennt: RB Ronnie Hillman (1656yds, 19 TD), der beste Running Back der Universität seit Marshall Faulk in den 90ern hier sein Unwesen trieb. Hillmann ist mir als wendiger, sehr agiler Back in Erinnerung und wird die meisten Carries bekommen, weil dem Passspiel heuer Wechselhaftigkeit nachgesagt wird. QB Ryan Lindley soll sich trotz exzellenter Offensive Line eher zurückentwickelt haben. X-Faktor könnte der Riecher der Aztecs-Defense für Turnover sein.


Nach und nach werden alle Bowl-Previews hier verlinkt. Der Eintrag ist rechts oben zu finden, über der Kommentarspalte. NFL-Samstagnachtspiel kommt später.

College Football 2011/12, bevor die Conferences ihre Sieger auswürfeln und die BCS ins Knobeln kommt.

Manchmal liegt der Teufel in der Wiederholung. Vor einem Jahr schrie Brent Musberger „Interception!“ und ich dachte, okay, ist Landry Jones. Dann kam die Wiederholung.

Jahrhunderttore sind größer als Jahrhundertspiele. Verrückte Spielzüge sind größer als verrückte Footballspiele. Dieser Spielzug ist der Beweis: Das Bedlam-Derby 2010 war ein Spiel für die Äonen, mit einem Schlussviertel wilder als Kraut und Rüben, aber der bleibende Eindruck ist diese eine wahnsinnige Interception. Gewonnen hat letztes Jahr übrigens trotzdem Oklahoma, trotz dieses Spielzugs. Aber wer weiß das schon noch?

Damals ging es um Ruhm, Ehre und den Einzug in das Big12-Finale. Heuer geht es um Ruhm, Ehre und den Titel in der Big 12 Conference. Der Sieger hat eine Fahrt nach Glendale zur Fiesta Bowl sicher, wobei es für die #3 Oklahoma State Cowboys bei einem dominanten, überzeugenden Heimsieg über die Sooners sogar noch ein kleines Hintertürchen in Sachen BCS-Finale geben könnte.

Das Duell Cowboy-Offense rund um das Top-Gespann QB Brandon Weeden/WR Justin Blackmon gegen die wackelige, aber letzten Samstag wieder stabilere Sooner-Defense dürfte dabei ebenso interessant sein, wie die Auseinandersetzung zwischen der von Verletzungen dezimierte Sooner-Offense und der Cowboy-Defense, die ich für sehr unzuverlässig halte, die aber statistisch hervorragende Werte aufweist und auf „Effizienz pro Drive“ standardisiert – man höre und staune – zu den drei besten des College Football 2011/12 gehört! In anderen Worten: Ein Shootout ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlicher als man annehmen würde. Over/Under liegt übrigens trotzdem bei 74 Punkten.

Oklahoma State – Oklahoma. Samstag/Sonntag um 02h LIVE bei ESPN America. Wiederholung morgen, Sonntag, um 12h bei ESPNA.

SEC-Finale: #1 LSU Tigers – #14 Georgia Bulldogs

Samstag, 22h LIVE ESPN America
Donnerstag, 8.12. Aufzeichnung ESPNA um 12h00

#14 Georgia schaffte es nach langen Jahren, endlich mal die heuer durchwachsene SEC-East zu gewinnen, brauchte dafür allerdings einen einfachen Schedule und den Verletzungsteufel beim Kontrahenten South Carolina. Trotzdem: Zehn Siege in Serie sind, wenn auch „nur“ gegen Liga-Mittelmaß, nicht verachtenswert und sollten dem wenig geliebten Head Coach Mark Richt vorerst zum Verbleib helfen.

Georgia läuft immer noch gerne, verfügt um den starken, aber nicht sensationell starken RB Isiah Crowell über ein formidables Laufspiel, aber der wahre Trumpf ist der zuverlässige QB Aaron Murray, der nur wenige Fehler macht und in der RedZone höchst effizient spielt.

Trotzdem wäre alles andere als ein Kantersieg der LSU Tigers eine Überraschung. LSU ist in diesem Jahr so dominant, dass wohl nichtmal eine knappe Niederlage in diesem Spiel mehr die Teilnahme am BCS-Endspiel verhindern kann – aber es ist schwer vorstellbar, dass Head Coach Les Miles es überhaupt so weit kommen lässt. Man kann von einer 100% konzentrierten Leistung ausgehen, und einem unspektakulären Tigers-Sieg.

BigTen-Finale: #13 Michigan State Spartans – #15 Wisconsin Badgers

Sonntag, 18h Tape Eurosport 2 (90min)

Im Oktober zerstörte im „Hinspiel“ eine Hail Mary die in den Himmel gehypten Wisconsin Badgers. Jetzt kriegen die Badgers die Chance zur Revanche gegen Michigan State – allein, es scheißt sich niemand drum: Das erste Endspiel in der Geschichte der stolzen Big Ten Conference erlebt gerade sein ganz spezielles Debakel, da die Kartenpreise kollabieren (im Schnitt 65% Verfall der Eintrittspreise über die letzten acht Tage!) – sogar die Finaltickets der verlachten ACC und C-USA finden teurer ihre Abnehmer. Vom Sportlichen ist neben dem Rachefaktor auch noch der ewige Touchdown-Rekord von Barry Sanders in Gefahr. Sanders machte in den Achzigern mal 39TD in einer Saison. Wisconsins RB Montee Ball hält zwei Spiele vor Schluss bei 34.

ACC-Finale: #5 Virginia Tech Hokies – #20 Clemson Tigers

Sonntag, 9h30 Tape ESPN America

Das Spiel gab es schonmal Anfang Oktober, als die Überflieger von Clemson Virginia Tech 23-3 wegräumten und sich damit für einige Zeit ins BCS-Rennen einklinken konnten. Mittlerweile hat sich bestätigt, was eh alle wussten: Clemson ist zu unbeständig, und als der sensationelle Freshman-WR Sammy Watkins mit Verletzungen etwas abflaute, begannen die überflüssigen Niederlagen gegen Teams wie Georgia Tech oder North Carolina State.

Virginia Tech dagegen spielt eine so unauffällige Saison, da war der 38-0 Kantersieg im direkten Duell um den Divisionssieg gegen Virginia letzten Samstag das ganz große Highlight. Die Hokies mussten sich lange Zeit an ihrer gewohnt starken Defense festklammern, um das unbeständige Spiel ihres jungen, aber als hoch talentiert geltenden QB Logan Thomas zu kaschieren.

Man ist 11-1 und zu meinem Erstaunen #3 im Coaches Poll, vor Teams wie Oklahoma State oder Stanford, die trotz allem über mehr Resümee verfügen dürften. Erstaunlich auch, weil man nur einen richtigen „Statement“-Gegner vorgeworfen bekommen hat – Clemson – gegen den wie besagt klar verloren wurde.

Das Pendel dürfte im Lauf der Saison umgeschlagen haben und so gilt im „Rückspiel“ im ACC-Finale Virginia Tech als favorisiert, sollte den Einzug in die Orange Bowl klarmachen. BCS-Träume sind auch mit 12-1 und klarem Finalerfolg unrealistisch.

C-USA Finale: #6 Houston Cougars – #24 Southern Miss Golden Eagles

Sa, 18h LIVE bei ESPN America

Houston, mein dark horse für die Top-25 im Sommer, ist neben LSU die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der FBS und steht einen einzigen Sieg vor dem größten Erfolg seiner Geschichte. Die Cougars sind an #6 gerankt und wären als Conference-Sieger der C-USA automatisch für eine BCS-Bowl qualifiziert.

Die Coogs zeichnet eine ungemein effiziente Offense rund um den alle Rekorde pulverisierenden QB Case Keenum aus. Keenum hatte schon 2009/10 tolle Werte, war letzten Herbst verletzt (die Coogs schmierten danach böse ab), bekam ein sechstes Uni-Jahr zugestanden und spielt die Saison seines Lebens. Nur als Einordnung: 4.726 Pass-Yards in 12 Spielen (394yds PRO SPIEL), 43 Touchdowns, 3 (!) Interceptions. 467 Pässe und nur 3 INTs! Keenum gilt als allerdings „System-Quarterback“, was für seine NFL-Chancen nicht förderlich ist – riecht nach einer Backup- oder CFL-Karriere.

Potenzielles Störfeuer könnte neben dem Nervenflattern auch das Gerüchteln um die Zukunft des schwarzen Head Coaches Kevin Sumlin sein, der derzeit so ziemlich überall als Außenseiterkandidat gilt, wo ein Trainerposten frei geworden ist.

Um das Endspiel werden schon Verschwörungstheorien gebastelt, die im Zweifelsfall parteiische Schiedsrichterauslegungen befürchten, um der C-USA bloß nicht die historische erste BCS-Bowleinladung zu versemmeln. Dabei gelten die Golden Eagles von der Southern Mississippi University durchaus als nicht ungefährliche Mannschaft. Die Defense ist etwas unbeständig, aber die Offense schwer ausrechenbar.

MAC-Finale: Northern Illinois Huskies – Ohio Bobcats

Sa, 12h30 Tape bei ESPN America (Aufzeichnung von heute Nacht)

Die beiden Preseason-Favoriten spielen nach einem wilden November mit einigen fassungslosen Shootouts in der Mid-American Conference wie erwartet und zwischendurch nicht mehr geglaubt das Endspiel aus, wobei rein gefühlt die Toledo Rockets prinzipiell die beste Mannschaft der Conference stellten – allein, die Rockets erspielten im November Freak-Ergebnisse wie „60-63“ oder „66-63“ und fielen durch solche unkontrollierten Spiele noch aus dem Finale. Das „60-63“ der Rockets war gegen die NIU Huskies und brachte Northern Illinois den entscheidenden Tie-Breaker zur Endspielteilnahme.

Bei NIU dürfte die Genugtuung vor allem bei Coach Dave Doeren groß sein, der im ersten Jahr eine trotz allem überraschende 9-3 Bilanz erspielte, vor allem auf Basis des starken, mobilen Quarterbacks Chandler Harnish. Doeren könnte ein Kandidat bei den Illinois Fighting Illini aus der Big Ten Conference werden, auf alle Fälle sind die Loblieder auf den Mann recht hymnisch.

Big East Conference

Morgen, Sonntag um 7h gibt es das Tape von Cincinnati – UConn. Die Big East Conference ist eine Glückslotterie, die sich so präsentiert (WVU schlug am Donnerstag USF):

  1. West Virginia (5-2)
  2. Louisville (5-2)
  3. Cincinnati (4-2)

Louisville gewann den direkten Vergleich mit West Virginia und wäre bei Gleichstand Conference-Champ. Nun könnten allerdings die Cincinnati Bearcats das Spiel gegen UConn noch gewinnen. Folge: Ein Dreiergespann an der Spitze, wobei West Virginia dann wohl das höchste BCS-Rankings erhielte und die Einladung in eine BCS-Bowl erhielte. In anderen Worten: Cincinnati ist fast chancenlos, kann aber den Louisville Cardinals noch die Laune versauen. Die Big East gilt jedoch als so unattraktiv, dass sogar beim Conference-Sieg des attraktivsten Teams – West Virginia – die Mannschaft nur den letzten Platz in den BCS-Bowls bekommt. Heuer muss die Orange Bowl als letztes picken und müsste knirschend die Mountaineers einladen. Ach, und: West Virginia wird irgendwann in naher Zukunft in die Big 12 Conference wechseln. Wahrscheinlich 2012, vielleicht aber auch erst später. Wie verzweifelt diese Conference ist? Als West Virginias Nachfolger werden die 2000 Meilen weiter westlich beheimateten Boise State Broncos gehandelt…

Tapes der nächsten Woche

#17 Baylor – #22 Texas und noch einmal ein Blick auf den famosen QB Robert Griffin III, der möglicherweise die Heisman Trophy gewinnen wird und nächstes Jahr entweder einen Anlauf gen NFL oder auf die Olympischen Sommerspiele von London unternehmen könnte. Tape am Donnerstag, 8.12. um 9h30.

Vor dem Spiel gibt es auch sich intensivierende Gerüchte über einen Rücktritt von Texas-Trainerlegende Mack Brown, der nicht mehr motiviert sein soll. Zweiter Hintergrund: Texas könnte seine ambitionierten Assistenzcoaches Bryan Harsin (Offense) und Manny Diaz (Defense) verlieren, nachdem bereits letztes Jahr der langjährige Zögling Will Muschamp (DefCoord bei Texas) die Geduld verloren hatte und zu Florida gegangen war. Möglicherweise sind die Longhorns nicht ganz abgeneigt, wenn der als fantastischer Recruiter bekannte Brown abtritt. Mehr bei Burnt Orange Nation.

Hawai’i – BYU, wobei die Warriors einen Sieg brauchen, um sich für die Heimbowl am Heiligabend überhaupt zu qualifizieren. Hawaii ist eine der ganz großen Enttäuschungen dieser Saison, während BYU nach einem horrenden Saisonstart wenigstens eine 8-3 Bilanz herausgewürgt hat und somit keine unterirdische erste Saison als Independent. Die wahren kritischen Fragen werden eh abseits gestellt, da trotz zahlreicher Dementis die Gerüchte nicht verstummen wollen, dass BYU doch wieder zurück in eine Conference möchte.

College Football zum Novemberstart: Volles Programm (1) und (2)

Rivers kann durchschnaufen: Wir bekommen zum Höhnen keine 24h, ehe wieder die Eier fliegen. Diesmal im College Football, wo es ab sofort Schlag auf Schlag geht. Heute und morgen dran: Die Mid-American Conference (MAC), die kleine Schwester der Big Ten Conference im Nordosten der USA, sportlich von fragwürdiger Qualität, aber ein Stahlbad für junge, ambitionierte Coaches und in der Vergangenheit immer wieder Talentschuppen auch was NFL-Kaliber angeht (Roethlisberger sei als Beispiel genannt).

Um 00h00 live bei ESPN America: Toledo RocketsNorthern Illinois Huskies, das Topspiel aus der Western Division, wo die Spitze kuschelig eng zusammengerückt ist:

Toledo (4-0)
Eastern Michigan (3-1)
Northern Illiois (3-1)
Western Michigan (3-2)
Ball State (3-2)
Central Michigan (2-3)

Toledo war im September bereits zweimal zu sehen, hätte fast ein riesiges Upset bei Ohio State geschafft, wurde von Boise State aber deutlich in die Schranken verwiesen. Die Rockets spielen eine knackige Defense und sind im Angriff unberechenbar, weil mal der bewegliche, aber inakkurate QB Austin Dantin spielt, mal die „Statue“ QB Terrance Owens. NIU ist auch nach dem hässlichen Abgang von Head Coach Jerry Kill eine enorm am Laufspiel orientierte Mannschaft. Das Spiel wird morgen um 18h wiederholt.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (01h LIVE ESPNA) dann Ohio BobcatsTemple Owls aus der engen Eastern Division:

Temple (3-2)
Ohio (2-2)
Miami/OH (2-2)
Bowling Green (2-3)
Kent State (1-3)
Buffalo (1-4)
Akron (0-4)

Wähernd Temple auch nach den Abgängen von NFL-Spielern wie DT Wilkerson (Jets) oder S Jarrett (Eagles) eine fiese Defense spielt, ganze 10 Pkte/Spiel kassiert und im September um ein Haar die große Sensation gegen Penn State geschafft hätte, weiß man beim eigentlichen MAC-Favoriten Ohio nie so recht, was man erwarten kann: Die Ergebnisse lassen auf eine instabile Mannschaft an allen Ecken und Enden schließen. Für Ohio wird es daheim essenziell sein, die sehr gefährlichen Running Backs von Temple unuter Kontrolle zu halten. Das Spiel wird am Donnerstag, 18h wiederholt.

Ist also einiges drin, vor allem könnte bei entsprechenden Spielausgängen in beiden Divisions Anarchie ausbrechen. Anschauen dürfte sich lohnen – die MAC ist auch deswegen sympathisch, weil hier die schnuckeligen 25.000-Stadien selten ausverkauft sind, ein willkommener Kontrast zum überhypten Treiben in SEC oder Big Ten.

College Football Preview 2011/12: Mid-American Conference (MAC)

Teil 3 der Conference-Vorschau für die College-Footballsaison 2011/12. Diesmal dran im Ranking von worst to first: Die Mid-American Conference, daheim in der Region um die Großen Seen im Nordosten der Vereinigten Staaten und am bekanntesten dafür, oftmals Zwischenstationen für Trainertalente auf dem Weg nach oben zu bieten (oder aber auch als Conference, in der die meisten Träume ambitionierter Coaches zerstört werden, weil die Unipräsidenten zu ungeduldig sind).

Eastern Division

Die traditionelle „Großmacht“ – die Ohio Bobcats – gelten in dieser Saison nach einigen mäßigen Jahren wieder als Topfavoriten in der Eastern Division. Hoffnung macht vor allem die Offense, deren Umstellung auf No-Huddle zwar alles andere als reibungsfrei verläuft (Stichwort: Quarterback-Kontroverse), aber die a) keine Offense Liner ersetzen muss und b) WR LaVon Brazill zurück heißen kann. Ohne Brazill war man zuletzt nur #102 in der Pass-Offense gewesen. Die Defense kommt bis auf Star-MLB Noah Keller sehr grün und unerfahren daher. Großer Pluspunkt ist der einfache Schedule: Die out of conference games sind so lächerlich, dass eine Bowl sicher eingeplant werden kann und conference-intern kommen die ärgsten Rivalen Temple und Miami/Ohio ins eigene Stadion.

Die University of Miami/Ohio RedHawks, die einst Big Ben Roethlisberger herausgebracht haben und es 2010/11 geschafft haben, innerhalb von einer Saison von 1-11 auf 10-4 zu stellen und sogar die MAC zu gewinnen. Dass HC Mike Haywood weg sein würde, hatte man erwartet – allerdings aufgrund zu vieler Niederlagen. Nun wollte Haywood seine neu gewonnene Reputation in eine BCS-Conference einbringen, was nicht gelang, weil Haywood als frisch gebackener Pitt-Headcoach lieber seine Ehefrau verprügelte und noch vor Jahreswechsel wieder auf der Straße war. Miami hat natürlich einen neuen Coach: Don Treadwell, der mit der exorbitanten Erwartungshaltung zurecht kommen muss – etwas, das fast immer schief geht.

Einen neuen Coach haben auch die Temple Owls aus Philadelphia, nachdem der alte Erfolgstrainer Al Golden gen Miami/Florida abgewandert ist. Die letzten beiden Jahre unter Golden waren ein beispielloser Erfolgsrun mit 9 respektive 8 Siegen, aber der bittere Nachgeschmack der verwehrten Bowl-Teilnahme 2010/11 bleibt hängen. Der neue HC ist Steve Addazio, der zuletzt die Offense von Florida gecoacht und sich dabei eher nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Vor allem in der Defense sind die Abgänge in Temple von Gewicht: DT Wilkerson (Jets) und S Jarrett, der gleich von den ums Eck liegenden Eagles gedraftet wurde.

Der Rest der Eastern Division dürfte Kanonenfutter sein. Die Bowling Green Falcons erlebten 2010/11 einen Totalkollaps unter dem eigentlich als Rebuilding-Genie geltenden Dave Clawson: 62,8yds/Partie im Laufspiel mit einem Schnitt von 2.1/yds/Carry!! Die Kent State Golden Flashes demolieren sich seit mehreren Dekaden selbst durch willkürliche Trainerentlassungen und weggeschmissenes Talent (z.B. TE Gates, OLB Harrison, WR Edelman, WR Cribbs). Das neueste Riesentalent: DE Roosevelt Nix, in seinem zweiten Jahr. Der neueste Coach: Darrell Hazell, zuletzt in Ohio State und wohl froh, dort weg zu sein.

Mehrere Jahrzehnte Siechtum sind auch die Buffalo Bulls gewohnt, was sich so ausdrückt: 2010/11 erspielte man sich eine 2-10, die ehrenwert ist allein durch die Tatsache, dass man dank viel Enthusiasmus nur noch wenige Blowouts erleben musste. Hauptschuldig, dass nicht mehr Siege geholt wurden: Die neu installierte No-Huddle-Offense, die nicht funktionierte, weil das Laufspiel böse abschmierte. Noch schlimmer ist es um die Akron Zips bestellt: 1-11 mit meutereiähnlichen Zuständen im Team des neuen Coaches Rob Ianello. Immerhin wurde dann im Saisonfinale gegen Buffalo der einzige Saisonsieg geholt, aber wenn sich die Secondary nicht massiv verbessert, wird dieser Herbst ebenso wieder ein langer werden.

Western Division

Sportlich die qualitativ deutlich bessere Division sollte der Westen bieten, mit drei veritablen Kandidaten für das MAC-Finale. Dabei galten die Northern Illinois Huskies im vergangenen Herbst dank ihrer (bis zur blassen MAC-Finalvorstellung) phänomenalen und Schulrekorde brechenden Offense als MAC-Überflieger, inklusive eines Auswärtssieges bei den Minnesota Golden Gophers. Dumm, dass der Sieg so eindrucksvoll war, dass sich Minnesota dann mal eben dazu entschied, NIUs Head Coach Jerry Kill einen Vertrag anzubieten. Der Neue ist Dave Doeren, über dessen Qualitäten man sich wohl noch nicht ganz einig ist, aber Doerens Wissen um Defensivarbeit sollte helfen, die junge Abwehr auf Trab zu bringen.

Das muss auch schnell passieren, denn die Konkurrenz von der Toledo University scheint unter dem HC Tim Beckman im Aufwind zu sein. Bei den Rockets gilt: Starke und erfahrene Defense, aber Fragezeichen in der Offense. WR Eric Page ist eine fulminante Waffe (181 Catches und 15 TDs in seinen ersten beiden Jahren am College & bester Kickreturner der gesamten FBS), aber die QB-Kontroverse schwebt über allem und könnte dazu führen, dass Beckman eine zweigleisige Offense fährt, mit dem beweglichen Leadertypen QB Austin Dantin und dem hüftsteifen Linkshänder QB Terrance Owens in der Rotation. Ein ganz starkes Tackle-Duo in der Offense Line sollte helfen. Ebenso, dass man fast die gesamte MAC-Konkurrenz zuhause empfängt.

Diesen Luxus genießen die aufstrebenden Western Michigan Broncos nicht: Sie müssen alle ihre Schlüsselspiele auswärts bestreiten. Die Offense gilt nach dem Coming Out von QB Alex Carder (30 TD, 12 INT im ersten Jahr als Starter) als gesattelt, die Defense dagegen muss mehr Pass Rush und bessere Lauf-Abwehr zeigen und wichtige Starter in der Secondary ersetzen. Potenziell traut man WMU sogar 10 Siege zu, vor allem, weil Head Coach Bill Cubit als Kreativkopf gilt.

Eher zum Bodensatz sollte das Rest-Trio gehören. Die Ball State Cardinals kommen mal wieder mit neuem Coach daher, Pete Lembo, der dann auch gleich ankündigte, eine No-Huddle-Offense (he, in der MAC wollen alle No-Huddle!) einführen zu wollen. Erste Saison abschenken, ick hör dir trappsen…

Die Eastern Michigan University ist in Ypsilanti beheimatet und sieht nicht nur deswegen seit Jahren rot. Head Coach Ron English hat nach zwei Jahren 2-22 vorzuweisen und vor allem die schwache Defense macht zu schaffen. English gilt als guter Defensivcoach – wohin Michigans Abwehr nach seinem Abgang gewandert ist, hat man gesehen. Defensivbilanz 2010/11bei Easton Michigan: 32 Pass-TDs zugelassen, 2 INTs gemacht.

Noch schlechter sieht es für Central Michigan aus: Die Chippewas sind seit einigen Jahren im Sinkflug, zuletzt scheiterte die Abkehr von der Spread Offense grandios. Mit QB Ryan Radcliffe ist ein Hoffnungsträger gefunden, allerdings einer mit lockerem Abzugshändchen: 17 INTs im vergangenen Herbst. Die meisten Kopfzerbrechen in der Defense machen die besten Spieler, die allesamt lieber in Kneipen anzutreffen sind und Stunk ohne Ende produzieren.

Morgen morgens im vierten Teil eine Conference, die in Auflösungserscheinungen begriffen ist und 2012/13 mit der Sunbelt Conference um den vorletzten Platz streiten wird.

Bowl Season, Tag 1: Kältester Ort, heißestes Spiel

Die Bowl Season geht am Samstag, 18. Dezember schon richtig los. Kleine Einstimmung von Sideline Reporter für die ersten drei Spiele.

New Mexico Bowl

Sa., 18.12. um 20h LIVE bei ESPN America

Brigham Young Cougars – University of Texas/El Paso Miners

Kein berauschendes Matchup, um ehrlich zu sein. Beide Mannschaften brachten heuer nur ein 6-6 zustande und das in keinen starken Divisions. UTEP bringt seit Jahren wenig auf die Reihe. Auch heuer spielte man eher durchwachsen. Die Offense um den unbeständigen QB Trevor Vittatoe (Senior) reißt niemanden vom Hocker. Die Defense ist löchrig und lässt viele Punkte zu.

Gegner BYU macht sein letztes Spiel als MWC-Mitglied, bevor die Mormonen-Uni im kommenden Herbst den Weg in die Unabhängigkeit antritt. Die BYU wird seit 2005 von Bronco Mendenhall gecoacht. Mendenhall war vorher Assistenzcoach an der Uni von New Mexico – in jenem Stadion, in dem die New Mexico Bowl stattfindet. Für Mendenhall ist es sozusagen ein Homecoming.

Unter Mendenhall erlebte BYU zuletzt einen Aufschwung, mit einer Serie an Saisons mit minimum zehn Siegen und war Stammgast in den Rankings von AP und BCS. Die ganz großen Zeiten liegen aber schon länger zurück: In den 80ern spielten u.a. QBs wie Jim McMahon und Steve Young für die Mormonen. 1984, ein Jahr nach Youngs Abgang, war man sogar mal National Champion.

Das wird in absehbarer Zeit nicht mehr passieren. Zu durchschnittlich ist die Offense um QB Jake Heaps. In der Spread Offense polierte Heaps erst in den letzten paar Wochen seine Stats auf, die immer noch wenig berauschend sind: 11TDs, 8INTs. Solider ist das Laufspiel, das auf mehrere Schultern verteilt wird. Geschichte der Saison ist aber die Defense: Furchterregend schlecht zu Saisonbeginn, als reihenweise Niederlagen eingefahren wurden. Nach der Blamage gegen Utah State wurde DefCoord Jaime Hill gefeuert und seitdem ging es aufwärts.

Wohl auch aufgrund der verbesserten Defense gilt BYU in den Wettbüros als klarer Favorit. Ich würde auch auf die Cougars tippen.

Humanitarian Bowl

Sa., 18.12 um 23h30. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 9h30

Fresno State Bulldogs – Northern Illinois Huskies

Gleich eine Vorwarnung: Gegen grelles Blau sollte immun sein, wer sich diese Begegnung reinzieht! Gespielt wird nämlich in Boise, Idaho im Bronco Stadium. Das Stadion der Boise State University ist berüchtigt für sein tiefblaues Spielfeld. Die Humanitarian Bowl ist eine der wenigen Cold-Wheater-Bowls.

Den Norther Illinois Huskies wird dies vorerst egal sein. Sie haben andere Probleme. Coach Jerry Kill verschwand vor einigen Tagen wortlos durch die Hintertür in Richtung Minnesota, wo er neuer Golden Gophers Coach werden wird. Kill gab bislang keine Erklärungen dafür ab, weshalb er nicht noch hätte die zwei Wochen abwarten können, bis die Bowl gespielt ist.

Die Huskies haben sich mit einer Siegesserie über mehrere Wochen zuletzt gar in die Rankings gespielt, fielen dort nach der knappen Niederlage gegen Miami (Ohio) um den MAC-Titel wieder heraus. Trotzdem: 10-3 schaut an sich nicht so schwach aus. Die Offense besteht hauptsächlich aus Laufspiel und RB Chad Spann, der 1293yds und 20TDs gemacht hat. Geworfen wird nur, wenn es unbedingt sein muss. Nun geht es ohne Coach in das Bowlspiel.

Gegner Fresno State spielt in der WAC und wird nach dem Spiel in die MWC wechseln. Die Bulldogs bestehen aus einer recht ausgeglichenen Offense und hatten einen schwereren Spielplan als die Huskies. Trotzdem reichte es zu einem 8-4. Im November musste man hintereinander gegen die beiden WAC-Schwergewichte antreten: Während es gegen Nevada um ein Haar zur Sensation gereicht hätte (34-35), wurde gegen Boise State sang- und klanglos verloren (0-51). Gegen laufstarke Mannschaften war Fresno State heuer eher erfolgreich als gegen die passgewaltigen Offenses.

Coach im kalifornischen Fresno ist seit 14 Jahren Pat Hill. Hill steht mit seiner Uni seit Jahren im Schatten von Boise State. Die beste Saison spielte Fresno State 2001 mit QB David Carr. Um ein Haar hätten Hills Jungs damals eine BCS Bowl erreicht. Diese Zeiten sind vorerst vorbei.

In den Wettbüros wird Northern Illinois als hauchdünner Favorit angesehen. Von der Spielweise dürften die Huskies den Bulldogs eher entgegenkommen, von daher tippe ich auf Fresno State. Auf jeden Fall dürfte dieses Spiel das interessanteste von den dreien sein – trotz des kalten Wetters in Boise.

New Orleans Bowl

Sa./So. 18.12 um 03h. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 12h

Troy Trojans – Ohio Bobcats

Viel gibt es nicht zu sagen. Die Trojans besitzen eine passgewaltige Offense um Freshman-QB Corey Robinson. Coach Larry Blakeney ist mittlerweile das 20. Jahr bei den Trojans am Ruder und hat nach dem Wechsel in die FBS vor zehn Jahren eine respektable Mannschaft zusammengestellt, die keinen umwirft, aber offensiv viele Punkte erzielt.

Ohio hat keine schlechte Defense, aber was heißt das schon in der Mid-American Conference? QB Boo Jackson ist unkonstant und wirft mehr INTs als TDs. Head Coach Frank Solich, der einst mit den Nebraska Cornhuskers in den ganz großen Bowls gespielt hat, ist mittlerweile sechs Jahre in Athens am Steuer, aber die ganz großen Erfolge haben sich noch nicht eingestellt und vor allem die Bowls werden in schöner Regelmäßigkeit verloren.

Ohio ist in den Wettbüros ganz leichter 2-pts-Favorit. Ich sehe aufgrund der starken Pass-Offense hier eher Troy etwas vorn.

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