Rose Bowl 2015: #2 Oregon Ducks – #3 Florida State Seminoles

[02h50] Endstand Oregon Ducks 59, Florida State Seminoles 20

Dass FSU in den Playoffs auseinandergenommen werden würde, war eine self fulfilling prophecy, die man nicht nur auf diesem Blog quasi jede Woche lesen konnte. Florida State wird mit diesem Spiel entthront, mit einem Ergebnis jenseits von Gut und Böse, aber es war ein merkwürdiges Spiel, in dem FSU noch bis Mitte ins dritte Viertel hinein ebenbürtig war, ebenbürtiger als ich gedacht hatte, ehe alle Dämme brachen und man sich mit ausgebreiteten Armen in ein offenes Schwert stürzte.

Eine solche Turnover-Orgie hat man selten gesehen. Pitt hatte heuer mal fünf Drives en suite mit jeweils verlorenem Fumble beendet, und FSU war nicht weit weg, als ein Freshman nach dem anderen die Bälle wegfumbelte und sogar (der vielleicht zukünftige NY Jet?) Winston einen imaginären Butt-Fumble hinlegte. Damit kannst du jede Analyse der zweiten Halbzeit FSU in die Tonne kloppen.

Oregon erwies sich als sehr „deutsche“ Mannschaft, nutzte die Schwächephase von FSU mit einer Brutalität aus, dass es phasenweise so wirkte als sei hier ein Gegner aus der Division-II am Verteidigen. Oregon hatte länger Probleme als erwartet, am Ende täuscht das Ergebnis hier aber über die Kräfteverhältnisse hinweg. Aber: Du musst die Fehler des Gegners erstmal so nutzen.

Ich habe oft über Oregons Offense geschrieben. Nicht so offensichtliche Dinge, die mir heute zusätzlich aufgefallen sind: Das Downfield-Blocking der Wide Receiver ist sensationell. Oregon vertraut darauf, dass bei diesen vertikalen Plays mit 2-3 WR irgendwann mal einer gut geht. Diese Aneinanderreihung der PlayCalls, abhängig vom vorherigen Spielzugergebnis und in dieser Schnelligkeit, war noch einmal beeindruckender als in der Vergangenheit und sorgte für den ersten Big-Play im Q3.

Zum QB-Duell Mariota/Winston kann man wenig mehr sagen als man bereits wusste. Mariota wirkt wie ein QB, der nicht zwingend an ein „System“ gebunden ist, aber die Oregon-Offense maximiert natürlich sein Potenzial. Winston ist aber „NFL-näher“ von seiner Spielanlage. Winston machte heute bis die Welt unterging ein extrem gutes Spiel, ist nicht nur für mich vom Spielerkaliber her eine Spur über Mariota einzustufen.

Was man von Winston menschlich halten kann, wissen andere besser. Winston sammelt zumindest im Football-Jargon „wichtige Punkte“, indem er an der Seitenlinie Schulterklopfer und aufmunternde Worte für jeden Offense-Teamkollegen verteilt.

Ich schrieb schon darüber, dass Oregon die heimliche #1 der Saison sei. Die Ducks werden nach diesem Ergebnis vermutlich als leichter Favorit in das Endspiel einziehen.

[02h24] Oregon 59, Florida State 20 | Q4 10:13. #24 Tyner ohne Gegenwehr. Die Schlachtrufe der Seminoles werden mittlerweile aus dem Oregon-Block imitiert.

[02h20] Fünfter Turnover FSU (ein Fumble eines WR), und während ich das schreibe, fräst sich RB #24 Tyner schon wieder durch und ist einen gebrochenen Tackle vom nächsten TD entfernt.

[02h13] Oregon 52, Florida State 20 | Q4 13:56. 20yds-TD Lauf Mariota, der den ersten (und einzigen) Notnagel #26 Vasher aussteigen lässt und ohne Gegenspieler durchtraben kann. Sehr souverän gemacht von Mariota.

Drittes Viertel

[02h07] Vierter Turnover FSU im dritten Viertel. Winston unterwirft WR #15 Rudolph leicht, Rudolph fälscht den Ball dem daneben stehenden Defensive Back in die Hand ab. Die Gesichter von Winston und Headcoach Jimbo Fisher sprechen dann auch Bände: Es wird die erste Niederlage für FSU nach über zwei Jahren werden. Es wird die erste Niederlage für Winston überhaupt werden.

[02h01] Oregon 45, Florida State 20 | Q3 1:36. Debakel on the Way. Die Seminoles fallen nun auseinander, verbrennen zwei Timeouts (!) und müssen dann ein 4th/5 ausspielen: TE O’Leary rutscht aus, Winston erscrambelt sich ohne Anspielstation einen Haufen Zeit in der Pocket, verliert dann aber ohne Berührung des Gegners sein Gleichgewicht und fumbelt den Ball direkt in die Hände von DL #91 Tony Washington, der 70yds zum TD returniert. PAT wird geblockt.

[01h50] Oregon 39, Florida State 20 | Q3 4:21. Es wird nicht lange gefackelt, Oregon schickt drei Wide Receiver tief, Mariota kann zwischen drei offenen WRs entscheiden, #87 Cunningham mit dem TD, lässt wieder den Safety aussteigen. 1 Drive, 1 Play, Touchdown und vielleicht eine Art Vorentscheidung.

Für Cook eine unglückliche zweite Halbzeit: Zwei Fumbles und einmal den Blitz-Pickup verpasst, als Winston vorhin gesackt wurde. Das eben noch so gelobte offensichtliche Riesentalent mit den entscheidenden Bolzen in dieser Partie. Cook kriegt an der Seitenlinie aber nur aufmunternde Klopser.

[01h48] Turnover #2 für FSU: Nächster Fumble von RB #4 Cook, dem von #27 Dargon der Ball aus der Hand geschlagen wird.

[01h42] Oregon 32, Florida State 20 | Q3 6:43. Punch, Counterpunch. ESPNs Kirk Herbstreit zeigt in der Analyse schön auf, wie Oregon den Touchdown scorte: Zweimal der identische PlayCall hintereinander: TE mit einem kurzen Cut nach außen, der daneben stehende WR geht tief. Beim ersten Play lässt FSU den Tight End offen, Mariota gibt ihm den Ball für kurzen Raumgewinn. Beim zweiten stellt FSU zwei Verteidiger auf den Tight End ab, und WR #87 Cunningham ist downfield plötzlich offen und muss „nur noch“ den Safety im 1-vs-1 schlagen, kann zum 56yds-TD durchlaufen. Erster Big-Play für Oregon in dieser Partie, und es war Oregons 58ter Snap!

[01h36] Oregon 25, Florida State 20 | Q3 8:07. Astreine Antwort der Seminoles bzw. ihres QBs Winston, der die Partie mehr und mehr in die Hand zu nehmen scheint und mittlerweile alles im Alleingang macht. Winston wird nach bei einer eher unglücklichen Kombination aus PlayAction und Blitz gesackt, kommt danach aber mit einem 21yds-Pass zum 1st-Down zurück (jetzt ein Holding des FSU-LT übersehen). Auch der Touchdown ein sauberer Wurf für #15 Rudolph gegen die Laufrichtung mit PassRush im Nacken.

[01h25] Oregon 25, Florida State 13 | Q3 11:54. Einfacher Scoring-Drive für Mariota und seine Ducks, inspiriert durch einen wuchtigen Lauf von TE #81 Pharaoh Brown durch sämtliche Tackler. RB #21 Royce Freeman schließt aus 3yds ab und rammt den zirka 50 Kilo schwereren Defensive Tackle mit sich in die Endzone hinein.

[01h21] Fumble RB #4 Cook an der Oregon 32yds Line. ILB #25 Derrick Malone schlug den Ball frei, und Turnover. Wichtig für Oregon, da FSU bis dahin wie heißes Messer in der Butter durch die Oregon-Defense ging.

Zweites Viertel

[00h56] Halbzeit Oregon Ducks 18, Florida State Seminoles 13.

Kicker Aguayo setzt ihn mit auslaufender Uhr auf die Querlatte und somit keine weiteren Punkte für FSU in einem Spiel, das spannender ist als ich erwartet hatte. Beide Offenses kommen immer wieder in einen Rhythmus, der der gegnerischen Defense einheizt, aber irgendwo wurden hier viele, viele Chancen zum Punkten liegen gelassen.

Oregon hätte mit etwas mehr Konsequenz zumindest einen Touchdown mehr auf dem Konto haben müssen, aber Marcus Mariota hat heute nicht seinen besten Tag, überwarf einen sicheren TD, hatte eine INT und hätte prinzipiell eine zweite haben müssen. FSU sieht mit seiner Defense immer wieder verwundbar aus, aber sie reißen sich dann doch zusammen und kriegen häufiger als gedacht Zugriff zu einem Big-Play.

Florida State ist die optisch leicht unterlegene Mannschaft, ist aber näher dran an den Ducks als gedacht, und mal ehrlich: Fieldgoal auf die Latte, 4th-Down und 1 an der Goalline knapp gescheitert nachdem zuvor ein Runningback freistehend ausgerutscht war, dazu die krasse Referee-Fehlentscheidung gegen den Tight End in der Endzone: FSU könnte hier auch führen.

Jameis Winston mit einer bis jetzt exzellenten Partie, ist bislang der bessere der beiden Heisman-QBs in dieser Partie.

[00h48] Interception #29 Andrews gegen Mariota. FSU mit 16sek an der Mittellinie in Ballbesitz. Keine Ahnung, was Mariota da gesehen hat.

[00h44] Oregon 18, Florida State 13 | Q2 0:36. Blitzsaubere Antwort von FSU. RB #9 Karlos Williams, der bei FSUs erster GoalLine Chance im ersten Viertel zweimal seinen Vorblocker verließ, bleibt diesmal schön in der geblockten Bahn und trägt den Ball zick-zack zum TD. FSU wird nach der Pause zuerst den Ball kriegen, deswegen erwarte ich in der kurzen verbleibenden Zeit vor der Pause einen Antwortversuch der Ducks.

[00h37] Oregon 18, Florida State 6 | Q2 2:18. Großartige Offense der Ducks, die sich auch von einer OPI nicht aus dem Konzept bringen lässt und eine überwältigte Defense der Seminoles aussteigen lässt. Mehrere Missed-Tackles von FSU in diesem Drive. Beim 1yds-TD von #24 Tyner befanden sich zum Zeitpunkt des Snaps noch fünf Seminoles im Offside beim Hinauslaufen aus dem Spielfeld.

Zu konstatieren bleibt allerdings auch ein glasklares nicht gepfiffenes Holding gegen Oregon-OT Walker, der bei einem fast-Sack gegen Mariota den Defensive End festhielt.

[00h27] Oregon 11, Florida State 6 | Q2 5:22. Exzellenter Drive jetzt auch der Seminoles, deren Trademark-Spielzug immer mehr der „Inside-Zone“ Run wird, den vor allem der junge RB #4 Dalvin Cook zur Perfektion ausführt. Cook sehe ich heute glaube ich zum ersten Mal bewusst – ein großartiges Talent, wirkt besser als sein Starter, RB #9 Karlos Williams.

FSU ist zwischendurch aber auch zu leichtfertig, verschenkt einen eigentlich super designten Screenpass auf dilettantische Weise. Danach zwei Strafen innerhalb der 10yds-Line gegen FSU. Letzter Pass Winstons in die Endzone, und TE #35 O’Leary wird 1A vom Cornerback „getackelt“ – die Refs werfen aus unerfindlichen Gründen keine Flagge, und somit Fieldgoal.

[00h13] Oregon 11, Florida State 3 | Q2 10:12. Oregon bringt in knapp fünf Minuten Spielzeit sagenhafte 19 Plays zustande und marschiert 88yds das Feld runter. QB Mariota mit einem horrenden Pass, der hätte eine Interception und möglicherweise ein Pick-Six werden müssen, doch FSU droppt den Ball. Oregon spielt sich dazwischen immer wieder für Momente in einen Rausch, aber FSUs Defense heute mit seiner wohl besten Saisonleistung, vermeidet die Big-Plays so gut es geht und kriegt den Stop an der 11yds-Line.

[00h00] Jameis Winston wird im 4th-and-Goal auf einem Option-Play gestoppt. Turnover on Downs für FSU. Ein insgesamt guter Drive von FSU, die mit Power-Runs begannen, dann die Mitteldistanzen und tieferen Würfe wagten, dann wieder lauflastig waren. FSU schickt immer wieder einen TE O’Leary nach „draußen“ in eine klassische WR-Position, versucht damit die Ducks-Defense in die Breite zu ziehen, aber in der Mitte kriegt FSU es trotzdem nicht gebacken, Dominanz aufzubauen, u.a. weil DT Armstead standhält.

Erstes Viertel

[23h56] Im zweiten Viertel wird FSU gleich ein 4th/Goal von der 1 haben.

[23h47] Oregon schlägt punktemäßig kein Kapital aus der exzellenten Feldposition, weil Mariota unsauber zu werden beginnt: Mariota überwirft einen völlig ungedeckten WR #85 Stanford, der zum „Sechser“ in die Endzone gefallen wäre. Danach gute, aggressive und doch disziplinierte Arbeit der FSU-Linebacker gegen einen scrambelnden Mariota, der keine Yards im Laufspiel vergönnt kriegt. Oregon spielt das 4th Down und 4 aus, und scheitert.

[23h40] Fehlerhafte Antwort von FSU: Zuerst wird der Kickoff gefumbelt, was zirka 15 Yards Feldposition kostet. Dann würgt Oregons CB #13 Hill einen Throwback-Screen für WR Green tief im Backfield ab. Im dritten Down bringt Winston eine Rakete von Wurf, aber der Freshman-WR #1 Lane lässt den Ball durch die Finger flutschen. Dann folgt ein schwacher Punt, Oregon beginnt an der FSU 40.

Keine gute Serie für FSU, aber was für ein Wurfgeschoss von Winston im 3rd-Down.

[23h30] Oregon 8, Florida State 3 | Q1 6:55. Oregons Offense im Groove, überrennt FSU mit der klassischen Kombination Speed und Wucht. QB Mariota mit einer Handvoll Laser-Würfen, wird aber auch einmal im 3rd-Down von seinem WR #6 Nelson bei einem zu hoch geworfenen Ball gerettet.

Mariota mit einem Option-Pitch für Nelson, der wie ein Hubschrauber an die 1yds-Line segelt. Zwei Plays später den Touchdown und – Mark Helfrichs Tribut an Chip Kelly – die 2pts-Conversion aus einem dieser besonderen Aufstellungen. So viel zur Storyline „rostig“. Oregon attackierte vor allem die Linebackers und Safetys, was uns zeigt, dass die Coaches gutes Videostudium betrieben haben.

[23h24] Oregon 0, Florida State 3 | Q1 9:06. Ordentlicher erster Drive von FSU, das sehr lauflastig aus der Kabine kommt und die Runs sehr gut „stretcht“ um die Defensive Ends aus dem Spiel zu nehmen. Oregon scheint den CB #13 Troy Hill auf WR #80 Rashad Greene abgestellt zu haben, wird mit zunehmendem Drive aggressiver und bringt FSU in Bedrängnis.

FSU bekommt nach einer Strafe beim Fieldgoal ein 1st-Down geschenkt. Dann fumbelt Winston in einer unruhigen Pocket, kann den Ball aber erobern, und FSU muss auch in der zweiten Chance mit einem Fieldgoal zufrieden sein.

[23h17] Seminoles gewinnen den Münzwurf und deferren. Oregon kommt raus, und kommt in 3 Pass-Plays genau zwei Yards weit. Damit muss gepuntet werden und die Meute hat ihr Thema für die ersten Minuten: Hochoktanige Offense nach drei Wochen Pause = eingerostet.

[23h03] Bester Wetter in Pasadena und auch die Hütte scheint man voll zu bekommen haben. Das obligatorische Feuerwerk im gleißenden Sonnenschein haben wir dann auch gleich hinter uns.

[22h51] Das erste „richtige“ Halbfinale #2 Oregon vs #3 Florida State ist es mir wert, trotz Silvesterspätfolgen mal wieder ein Liveblog zum College Football zu schalten. Mit Hoffnung auf ein wider Erwarten spannendes Spiel, das an die gewaltige Cotton Bowl Classic von eben anschließen kann.

Die Vorschau lässt sich hier nachlesen.

Neues Jahr, neues Playoff: Die Neujahrs-Bowls 2015

Willkommen im neuen Jahr, hoffentlich alle ohne weggesprengte Extremitäten. Was hierzulande das Neujahrsspringen ist, sind in den Vereinigten Staaten die Neujahrs-Bowls im College-Football, die in diesem Jahr erstmals in Form des neuen Playoff-Systems auch wieder mit sportlicher Wichtigkeit aufwarten. SPORT1 US überträgt die beiden Semifinals ab 23h und 02h30. Weiterlesen

Marcus Mariota, Heisman Trophy Favorit 2014

Heute wird der Heisman-Trophy Gewinner der College-Football Saison 2014 bekannt gegeben, und die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die Bronzestatue in diesem Jahr an den Quarterback der Oregon Ducks, Marcus Mariota, gehen wird. Weiterlesen

Tonight

Um 3h MEZ wird im Levi’s Stadium von Santa Clara das Pac-12 Finale zwischen #2 Oregon Ducks (11-1) und den #7 Arizona Wildcats (10-2) angepfiffen – übertragen in den Vereinigten Staaten von FOX und daher bei uns über konventionelle Wege nicht live empfangbar. Die Partie wird mitentscheidend sein für die Vergabe der Playoff-Plätze im College-Football, die spätestens in der aktuellen Version allerhöchsten Freak-Faktor genießen: Weiterlesen

Thanksgiving am College – Die Nachwehen

#1 Alabama Crimson Tide ist der Gewinner des Thanksgiving-Wochenendes 2014. Alabama wird nach dem Iron-Bowl Sieg gegen Auburn nicht bloß weiterhin sicher an #1 gerankt bleiben, sondern bekommt im SEC-Endspiel mit den Missouri Tigers auch noch den vermeintlich einfacheren Gegner serviert.

Alabama ist fast sicher ein „Lock“ für die Playoffs in einer Saison, in der es kein dominantes Team zu geben scheint: Auch Alabama hatte kein reibungsloses Spiel am Samstag, musste lange Zeit einem Rückstand hinterher laufen und hatte letztlich das „Glück“, dass Auburn immer und immer wieder tief in die RedZone vordrang, nur um sich mit Fieldgoals begnügen zu müssen. Weiterlesen

College Football 2014, Week 10 Preview: Die Kracher kommen, wenn es finster wird

Die Warnung sei für das Wochenende vorausgeschickt: Heute Nacht wird in den Vereinigten Staaten mit der Umstellung auf die Winterzeit nachgezogen. Die College-Spiele von heute werden noch um eine Stunde früher angepfiffen als gewohnt (also um 17h, 20h30 usw.), aber ab morgen gelten wieder die sechs Stunden Zeitdifferenz zwischen MEZ und US-Ostküste.

Dafür ist heute ein sehr guter Tag für College-Football, auch bei SPORT1 US, das die wichtigsten Spiele im Programm hat. Um 14h30 wird mit einer Aufzeichnung vom Donnerstagsspiel Louisville Cardinals#2 Florida State Seminoles begonnen. Es war ein Spiel, bei dem man nicht zur Pause ausschalten sollte. Weiterlesen

Oregon Ducks – Marke zwischen Hochgeschwindigkeit und Erwartungsdruck

Heute wird mal wieder der gute alte Gastbeitrag aus der Kiste gekramt. Maximilian Länge (Blog), Journalismusstudent, Mitglied der deutschen Seahawks-Community und im letzten Herbst Austauschstudent an der University of Oregon, schreibt über die University of Oregon und die Bedeutung ihres stilbildenden Footballteams.


Auch in Eugene, der Heimatstadt der Oregon Ducks, trudeln zum Ende der Summer Break nach und nach die Studenten auf den Campus. Die Uni geht wieder los – und mit ihr eine der beliebtesten Jahreszeiten amerikanischer Sportfans. College Football Season. Das Team in den grellen Nike-Outfits hat sich in den vergangenen Jahren zum Dauerfavoriten auf die vorderen Plätze im Ranking entwickelt.

Was erhoffen sich die Ducks-Fans? Holt Mariota die Heisman Trophy? Wer wird der neue Go-To Receiver? Fragen über Fragen. Ein Lagebericht mit gelegentlichen Rückblicken. Weiterlesen

Pac-12 Conference | Vorschau 2014/15

Die Entwicklung der Pac-12 Conference über die letzten Jahre gilt in den Vereinigten Staaten als Erfolgsgeschichte, von der netten Conference entlang der Pazifikküste hin zum echten Player – manche meinen sogar, die Pac-12 sei die mittlerweile zweitstärkste Conference hinter der übermächtigen SEC. Ganz weit sind wir davon sicher nicht entfernt. Auf alle Fälle darf die Conference in Spitze und Breite als hochklassig gelten, und sie darf sich rühmen, den insgesamt attraktivsten Offensivfootball zu bieten.

Da sieht man, wohin sich eine Conference mit Millionen aus den Fernsehdeals entwickeln kann: Viel Geld = bessere Coaches = besseres Recruiting = bessere Ergebnisse. Eine einfache Erfolgsformel mit großer Wirkung. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Tag vor Silvester: Texas sucht einen Head Coach

Heute ist „Black Monday“ in der NFL (viele Coaches und GMs werden gefeuert). Dazu vielleicht im Laufe des Tages mehr. Zuvor erstmal die Vorschau auf die College-Bowls von heute Abend und Nacht, vier an der Zahl. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch wieder was live, nämlich die hochkarätig besetzte Alamo Bowl zwischen Oregon und Texas (ab 0h45).

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
17h45  Armed Forces        Middle Tennessee  Navy
21h15  Music City          Ole Miss          Georgia Tech
00h45  Alamo               Oregon            Texas
04h15  Holiday             Arizona State     Texas Tech

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

Black-Friday Preview 2013

Der Tag nach Thanksgiving wird in den Staaten “Black Friday” genannt und hat sich zu einer Art semi-offiziellem Nationalfeiertag entwickelt. Die Leute stürmen die Malls und beginnen ihre Weihnachtseinkäufe, und am Abend legt der College-Football mit dem Rivalry-Weekend so richtig los.

OK, „so richtig“ ist heuer relativ, denn die wirklich guten Matchups gibt es erst morgen, aber trotzdem: Es wird durchgespielt. SPORT1 US überträgt ab 2h nachts das „kleine“ Florida-Derby zwischen #19 Central Florida Knights aus Orlando und den South Florida Bulls aus Tampa, wo UCF den Conference-Gewinn der American Athletic Conference und damit auch die Fixqualifikation für eine BCS-Bowl klarmachen kann.

Der ESPN-Player hat folgendes Programm:

  • 18h: Nebraska-Iowa, Houston-SMU, Akron-Toledo
  • 19h: Ball State-Miami/OH
  • 19h30: Buffalo-Bowling Green
  • 20h: Ohio-UMass, Central Michigan-Eastern Michigan, Troy-Texas State
  • 21h30: Pitt-Miami/FL
  • 2h: #19 UCF-South Florida

Nebraska ist 8-3 und damit *pling, Überraschung!* noch einen Sieg und eine Niederlage von der patentierten 9-4 Saison entfernt. Huskers-Coach Bo Pelini könnte um seine Zukunft coachen.

Bei Buffalo Bulls vs Bowling Green Falcons geht es um den Einzug ins Conference-Finale der MAC, wo der Gegner #14 Northern Illinois sein wird – ein Gegner, dem man die perfect season und die Qualifikation für eine BCS-Bowl versauen könnte.

Miami/FL muss um 21h30 dringend gewinnen, will man im Falle einer Duke-Pleite morgen Abend noch die Chance auf das ACC-Finale erhalten. Der Gegner Pitt gilt trotz einer sehr guten Front-Seven als schlagbar.

NfT (Nur für Trüffelschweine)

Folgende Partien sind bei uns nur „irgendwo im Internet“ bekömmlich:

Battle for the Golden Boot (20h30) – #17 Louisiana State gegen Arkansas im Battle for the Golden Boot, eine Trophäe, die in ihrer Form dem Stiefel angeleht ist, den die Staatsgrenzen der beiden angrenzenden US-Bundesstaaten Louisiana und Arkansas bilden. Was erst vor zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt das Spitzenspiel #1 gegen #3 war, gilt heute als glasklare Angelegenheit: LSU trotz dreier Saison-Pleiten klarer Favorit gegen die Hogs, die nur noch im Mittelfeld der SEC herumkrebsen. Der neue Head Coach Bielema, für teures Geld aus Wisconsin geholt, scheint den Turnaround noch nicht geschafft zu haben; immerhin: Arkansas hat schon mal stilistisch den Wandel von der besten Pass-Offense der SEC zu einem 60er-Jahre Lauf-Team geschafft.

Apple Cup (21h30) – das Spiel der beiden Pac-12 Unis aus dem Bundesstaat Washington, Washington Huskies gegen Washington State Cougars. Erstere sind das bekanntere, erfolgreichere Programm, aber die feel good-Story 2013 sind eher die Coogs aus den Wäldern nahe Idaho: Der 2012 geholte Head Coach Mike Leach hat die Uni zum ersten Mal seit vielen Jahren in der Bowl-Season, nachdem der Vorgänger Paul Wulff nur neun Siege in vier Jahren zustande gebracht hatte. Washington State ist noch kein klassisches Air Raid-Team im Leach’chen Sinn, schaffte unterm Jahr sogar einen erstaunlichen 10-7 Sieg bei den USC Trojans… sagen wir so: Die Mannschaft ist in der Transformationsphase, mit überragenden Phasen, aber auch mit katastrophalen.

San Jose State vs #16 Fresno State (21h30) – Fresnos letzte Station vor dem MWC-Finale, für das man schon fix qualifiziert ist. Mission: Ungeschlagen bleiben. San Jose State sollte dieses Jahr keine unüberwindbare Hürde sein.

Civil War (1h) – Es gibt landesweit Aufsehen erregendere Rivalrys als den Civil War, das Derby zwischen den #11 Oregon Ducks und den Oregon State Beavers, aber es gibt wenige, die auf lokaler Ebene hitziger gelebt werden. Oregon State aus Corvallis und Oregon aus Eugene haben ihren Campus jeweils im bevölkerungsreichsten Tal des Bundesstaates, und kämpfen seit Äonen um die Vorherrschaft in einem Staat, in dem der College-Sport den Profisport meilen in den Schatten stellt. Mehr geschrieben hab ich schon vor Jahren. Nach den Ereignissen von letzter Woche ist es diesmal aber schwierig, sich Thrill in Form von schleimiger Soße aus der Nase zu ziehen: Oregon und Oregon State ließen sich jeweils willenlos von Pac-12 Mittelklasseteams wie Arizona oder Washington abschlachten und spielen heute nur noch um sowas wie einen versöhnlichen Abschluss der Regular Season. Krass, wie Oregon innerhalb weniger Wochen von besser denn ever zu Wir wollen Chip Kelly zurück! abstürzte. BCS-Bowl für Oregon ist wohl außer Reichweite.

Akademische Viertelstunde vor dem Rivalry-Weekend

Das letzte College-Wochenende vor Thanksgiving hat nicht enttäuscht und standesgemäße Ergebnisse geliefert, die uns ein Thanksgiving-Wochenende bescheren werden, das sich komplett gewaschen hat. Zu den Details mehr im Laufe der Woche. Heute ein Blick zurück auf die Spielwoche 13, aufgeteilt diesmal nach Conferences.

Southeastern Conference (SEC)

#1 Alabama schlafwandelte sich durch ein 49-0 über Chattanooga aus der FCS und verbrauchte dabei in etwa so viel Energie wie Auburn, das am nächsten Wochenende der Gegner in Tuscaloosa sein wird, nämlich gar keine.  Die Iron Bowl wird zum Play-in für das SEC-Finale, und Auburn hat sogar noch Außenseiterchancen auf das BCS-Finale. Wenn mir das einer im Sommer gesagt hätte…

Aber es ist nicht nur Auburn in der SEC, es ist auch #5 Missouri. Mizzou hält sein Schicksal in der anderen SEC-Division (East) weiterhin selbst in der Hand, putzte Ole Miss in einem Spiel mit viel Spoiler-Potenzial souverän 24-10, und kann durch die Bank zufrieden sein: QB James Franklin kehrte wieder zurück, und der Sieg kam in erster Linie durch eine geschlossene Mannschaftsleistung zustande. Mizzou ist damit 6-1 in der SEC-East, South Carolina 6-2, wobei die Gamecocks das direkte Duell gewonnen haben. Mizzou braucht am Samstag immer noch einen Heimsieg gegen Texas A&M.

Dass der nicht ausgeschlossen ist, dafür steht die Leistung der Texas A&M Aggies dieses Wochenende: Ein 10-34 bei den LSU Tigers. LSU ist die einzige Mannschaft im College-Football, die Johnny Manziel zweimal wirklich entzaubern konnte; das schaffte nichtmal Alabama. Manziel mit einer gemessen an seinem Standard grottenschlechten Vorstellung, 16/41 und zwei INTs. Bärenstarke Defense-Leistung dagegen von LSU, das diese Saison bloß etwas zu wechselhaft war; LSU auf der Höhe ist eine Top-5 Mannschaft dank seiner Defense.

Ein krasses Ergebnis haben die Florida Gators anzubieten: Sie verloren zuhause gegen Georgia Southern, ein Mittelklasseteam aus der FCS (!) mit 20-26, und für den eh schon angeknockten Headcoach Muschamp muss die Art und Weise einem Kündigungsschreiben gleichkommen: Georgia Southern komplettierte nicht einen einzigen Pass mit seiner Offense, lief aber mit weit über 400yds über Florida drüber! Am Samstag kommt #2 FSU nach Gainesville; das wird dann entweder das größte Upset der Saison, oder der erste 70-Punkte-Sieg für FSU über den großen Staatsrivalen Florida.

Big 12 Conference

Ich weine um die Baylor Bears, die am Samstag von Oklahoma State komplett platt gemacht wurden und in Stillwater/OK mit 17-49 untergingen. Halb Amerika kriecht nun unter den Sitzen hervor und unterstellt Baylor „Gimmick“ und „not for real“, aber ich weiß nicht, ob das zu kurz greift: Ja, auch ich hatte am Samstag vor lauter Paranoia geschrieben, Baylor könne immer stolpern, aber das ist doch College-Football: Keine Mannschaft ist komplett genug, um per se ohne etwas Glück ungeschlagen durchzukommen. Am Samstag lief alles gegen Baylor: Verletzungsausfällen mehrerer Offense-Stars (u.a. RB Seastrunk) und daraus folglich kein Laufspiel; ein Turnover früh im Spiel an der OSU-1yds Line, ehe die Cowboys mit einem 99yds-TD Drive antworteten, und danach brachen alle Dämme: Drei Ballverluste für Baylor, fast 600yds in der Defense kassiert. Solche Dinge passieren.

Damit ist Oklahoma State in der Pole-Position in der Big 12 Conference: Die Cowboys sind 7-1 conference-intern und können in zwei Wochen mit einem Sieg im Bedlam-Derby gegen die Oklahoma Sooners (6-2) den Conference-Titel „clinchen“. Es wird allerdings wohl einen Sieg brauchen, denn Baylor ist mit 6-1 nicht weit dahinter; Baylor spielt noch gegen Texas und TCU, und wird beide Siege plus eine Pleite von Oklahoma State brauchen, um durch die Hintertür doch noch in die Fiesta Bowl einzuziehen.

Big Ten Conference

Nach den Ergebnissen von Samstag steht die Finalpaarung der Big Ten Conference fest: #3 Ohio State trifft auf #11 Michigan State; OSU fuhr über Indiana drüber, gewann nach 42-0 Führung mit 42-14. Michigan State gewann auch, hatte sogar erstmals seit langer Zeit sowas wie ein brauchbares Offense-Spiel beim 30-6 über Northwestern – jenes Northwestern, das nach seinem 4-0 Start vom September sieben Spiele en suite verloren hat und nun sogar aus der Bowl-Season gefallen ist.

Ohio State hat noch Außenseiterchancen auf die BCS, aber dazu müssten wohl entweder Alabama oder FSU beide verlieren… und das B1G-Finale gegen die Spartans ist auch kein Selbstgänger.

Atlantic Coast Conference

#2 FSU mit einem 80-14 über die Idaho Vandals ist durch und im ACC-Finale; die Noles am Samstag wie oben geschrieben mit einem trap game in Gainesville: Da kannste eigentlich nur verlieren nach dem totalen Abschuss der Gators. Der ACC-Finalgegner ist noch unklar: #24 Duke, das kleine versnobte Duke ist mit 5-2 Conference-Record (9-2 Bilanz overall) in der Front-Position, muss aber am Wochenende noch gegen den größten Rivalen UNC spielen. Ein Sieg reicht für Duke zum ACC-Finale. Verlieren die Blue Devils allerdings, droht blankes Chaos… aber wer will sich schon freiwillig den FSU Seminoles am ersten Dezemberwochenende stellen?

Pac-12 Conference

Oregon ließ sich abschießen wie sonst nur Oregon andere abschießt: 16-42 gegen die Arizona Wildcats, bei Leibe kein Weltklassegegner. Damit ist Oregon im Rennen um die Pac-12 Krone raus und ohne Chance auf die Rose Bowl. QB Mariota mit einer schwachen Vorstellung, eliminierte sich aus dem Heisman-Rennen.

Stanford und die Arizona State Sun Devils (Sieg über UCLA) bestreiten das Pac-12 Finale am Nikolaustag. Arizona State ist für Beobachter des SRS keine allzu große Überraschung: Die Sun Devils sind seit vielen Wochen in der unteren Hälfte der National-Polls gerankt, aber mit dem fünft- oder sechstbesten SRS-Wert landesweit. Diese Jungs sind brandgefährlich, aber zu unkonstant, um wirklich sauber durch die Saison zu kommen. Am Wochenende spielen sie gegen den innerstaatlichen Rivalen Arizona, und mit einem Sieg erspielen sich die Jungs von Todd Graham das Heimrecht im Pac-12 Finale, obwohl man zu Saisonbeginn das erste direkte Duell mit Stanford verloren hatte.

Die anderen Conferences

The AmericanUCF bleibt in der Pole-Position um den Conference-Sieg, der einen AQ für die BCS-Bowls garantiert. Louisville leistet sich zwar seit dem Lapsus gegen eben UCF keine größeren Blöße, aber man braucht Schützenhilfe, um noch irgendwie an UCF vorbei zu ziehen. Und mal ehrlich: Beide gehören qualitativ nicht in die BCS.

Mid-American Conference#14 Northern Illinois bleibt ungeschlagen und ist für das MAC-Finale qualifiziert. NIU ist kein richtig BCS-würdiges Team, ganz offen gesagt, aber die Huskies sind noch immer in der Pole-Position auf den BCS-Spoiler. Solange die Regelung es zulässt, ist das okay. Es ist bloß so, dass die Huskies im Vergleich zu anderen Mid-Major Giganten wie Utah, Boise, Nevada oder TCU zwei Nummern kleiner ist. Der MAC-Endspielgegner wird entweder Bowling Green oder Buffalo sein; beide sind keine unschlagbaren Gegner.

Mountain West Conference#16 Fresno State steht im Conference-Finale; der Gegner steht noch nicht fest, aber er wird dieses Wochenende zwischen Utah State (6-1 Conference) und Boise State (5-2 Conference) entschieden. Utah State hat dabei dank Heimspiel gegen Wyoming die deutlich bessere Position. Aber die Aggies wursteln sich in den letzten Wochen auch schön mit knappen Siegen durch die Saison. Boise verlor seine Spitzenreiter-Position durch eine Overtime-Pleite bei San Diego State. Kurios: Nach SRS sind sowohl Utah State als auch Boise State in einem Endspiel gegen Fresno leicht zu favorisieren.

Das BCS-Bowl Bild sieht damit in etwa so aus (Achtung, ich treffe viele Annahmen):

  • BCS-Title Game: Alabama – Florida State ist die wahrscheinlichste Paarung.
  • Orange Bowl: [at-large] – [at-large] ist am wahrscheinlichsten.
  • Sugar Bowl: Auburn/Mizzou/Alabama – [at-large]
  • Rose Bowl: Ohio State/Michigan State – Stanford/Arizona State
  • Fiesta Bowl: Oklahoma State/Baylor/Texas – [at-large]

Ein At-large Bid geht an den Sieger der The American: UCF wie geschrieben der Favorit, aber Louisville hat noch eine kleine Außenseiterchance. Ein zweiter At-large Bid könnte an einen Mid-Major gehen, wobei NIU favorisiert ist, wenn man ungeschlagen durchkommt; Fresno State könnte bei NIU-Niederlage bereit stehen, hat aber wohl den schwierigeren verbleibenden Schedule.

Weitere Kandidaten für At-large Bids: Wisconsin (2 Niederlagen, davon eine unberechtigte) aus der Big Ten Conference; sollte Ohio State das Conference-Finale verlieren, ist auch Ohio State ein Kandidat, per At-large durch die Hintertür in die BCS zu rutschen (wobei es für Ohio State sehr schnell auch bei entsprechenden Ergebnissen noch hoch ins BCS-Title Game gehen kann). Clemson (1 Niederlage) aus der ACC könnte für die Orange Bowl ein attraktiver, weil geographisch naher Kandidat sein. Oder wird es Duke? Die Blue Devils können sich ja noch per Sieg im Conference-Finale automatisch qualifizieren. Aber eins nach dem anderen: Erstmal muss Duke überhaupt dorthin kommen.

Sugar Bowl: Hier ist noch alles offen. Auburn-Mizzou-South Carolina sind alle noch potenzielle Conference-Champs und könnten Alabama stürzen. Sollte das passieren, könnte es für Auburn/Mizzou aber sogar noch hoch ins BCS-Title Game gehen.

Es ist also noch vieles drin, und genau so soll es vor den letzten beiden Spieltagen sein: Viel zu gewinnen, viel zu verlieren. Dann ist es aufregend. Abschließend wie immer die BCS-Rankings nebst SRS-Werten.

Die BCS-Rankings nach Woche 13

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama            11-0    25.9
#2   Florida State      11-0    31.2
#3   Ohio State         11-0    22.0
#4   Auburn             10-1    17.0
#5   Missouri           10-1    20.9
#6   Clemson            10-1    18.3
#7   Oklahoma State     10-1    22.0
#8   Stanford            9-2    20.5
#9   Baylor              9-1    26.8
#10  South Carolina      9-2    16.2
#11  Michigan State     10-1    13.3
#12  Arizona State       9-2    22.7
#13  Oregon              9-1    24.7
#14  Northern Illinois  11-0     9.5
#15  Wisconsin           9-2    21.0
#16  Fresno State       10-0     7.5
#17  Louisiana State     8-3    17.6
#18  Oklahoma            9-2    11.3
#19  Central Florida     9-1     9.3
#20  Louisville         10-1    10.6
#21  Texas A&M           8-3    14.2
#22  UCLA                8-3    16.2
#23  USC                 9-2    15.1
#24  Duke                9-2     9.7
#25  Notre Dame          8-3     7.1

Die Akademische Viertelstunde, Woche 11: Wir sortieren aus

Der elfte Spieltag hat uns das mögliche BCS-National Championship Game auf den Servierteller gelegt: Die an #3 gerankten Oregon Ducks verloren in Stanford, und #1 Alabama sowie #2 Florida State holten überzeugende Siege. Aus dem Trio der möglichen Superteams 2013 sind nur noch zwei übrig geblieben. Wenn beide ungeschlagen durch die Saison kommen, werden sie zweifellos um die letzte BCS-Kristallkugel Anfang Januar in Pasadena spielen.

#1 Alabama gewann im Spitzenspiel des Samstags mit 38:17 gegen #13 LSU, ein deutlicher Endstand. Aber Achtung, so deutlich war das Spiel nicht. Bis hinein ins dritte Viertel konnte Louisiana State ein 17:17 halten, und hatte dabei zwischenzeitlich sogar wie die bessere Mannschaft ausgesehen. Alabama spielte nicht so großartige Defense wie man es erwartet hatte. Bama machte aber die wichtigen Plays, wie diesen Fumble kurz vor der Endzone, als der Tigers QB Zach Mettenberger hinten ran schon jubelte, während sich ganze Menschenberge auf den frei geschlagenen Ball türmten.

Eigentlich ist ja LSU-Coach Les Miles bekannt für seine verrückten Eingebungen. Aber diesmal hatte ausgerechnet der als langweilig verschrieene Nick Saban von Alabama den Lacher auf seiner Seite, als er im dritten Viertel bei Gleichstand statt eines Punts einen „Punt-Fake“ ansagte, der prompt gelang, und zur großen Wende in diesem Topspiel beitrug. Alabama machte den Touchdown, und walzte in der Folge über einen geschlagenen Gegner zwei weitere Touchdowns drüber.

Fans quer durch die Staaten schreien „We Want Bama!“.

Sie alle wollen den Skalp dieser dominierenden Mannschaft der letzten Jahre. #2 Florida State ist in der besten Position, einen Schuss zu bekommen: Die Seminoles zeigten auch mit Wake Forest keine Gnade und gewannen angeführt von ihrer Defense 59-3. Die Quarterbacks von Wake hatten folgende Statistiken:

Wake Forest Passing Game vs Florida State

Wake Forest Passing Game vs Florida State

FSU ist mit dem Sieg für das ACC-Finale qualifiziert. Der Gegner dort ist offener denn je, denn die Miami Hurricanes verbockten auch das Spiel gegen Virginia Tech, und damit gibt es in der Coastal-Division der ACC nun folgenden Stand: Georgia Tech 5-2, Virginia Tech 4-2, Duke 3-2, Miami-FL 3-2, North Carolina 3-3, Pitt 2-3, Virginia 0-6. Wahrscheinlich ist es eh egal, denn fürchten muss sich FSU vor niemandem.

Das zweite Spitzenspiel des Wochenendes fand bereits am Donnerstag in Eugene, Oregon statt: #3 Oregon Ducks gegen #5 Stanford Cardinal, und ich nahm es in der Einleitung vorweg: Oregon vergeigte. Einen Spielbericht zu schreiben, ist eigentlich überflüssig, denn korsakoffs Vorschau am Donnerstag trat zu 100% ein. Stanford hatte 45 Minuten Ballbesitz und führte im Schlussviertel schon mit 26:0, ehe Oregon doch noch kurz in Schwung kam und am Ende nur einen Onside-Kick von einem dramatischen Finish entfernt war.

Einen genaueren Blick lass uns mal trotzdem wagen: Oregon hat keinen Stanford-Komplex. Die Ducks haben gut gespielt. Sie haben ein 4th Down an der Stanford 4-Yards Line verpasst, sie haben zwei Fumbles in der Redzone von Stanford begangen. Das hab auch ich gelernt: So was passiert.

Trotzdem: Hut ab vor Stanford. Oregon schon wieder geschlagen, und damit ist die Bahn frei für Stanford, wenigstens erneut die schwere Pac-12 Conference zu gewinnen. Nicht vergessen sollte man in all dem Jubel: Oregons QB Marcus Mariota bestritt das Spiel schwer angeschlagen mit kaputten Bändern im Knie.

Das dritte Spitzenspiel war „All Baylor“, auch am Donnerstag: #6 Baylor ließ Oklahoma wie prognostiziert keine Chance und gewann eine dominant geführte Partie. Sollten ganz oben entweder Alabama oder Florida State noch stolpern, sind die Bears der Favorit der Massen, durch die Hintertür ins BCS National Championship Game einzuziehen. Auf alle Fälle rückten die begeisternden Bears erstmal auf #4 in den Rankings vor, und sie bekommen in den letzten Wochen der Saison die Möglichkeit, gegen akzeptable Gegner ihren SOS aufzubessern (Texas zum Beispiel ist seit letzter Woche wieder gerankt).

Tja, und Johnny Manziel hatte sein vielleicht letztes Heimspiel in College Station. Alle erwarten von Johnny Football nun den Gang in die NFL. Die Fans wurden hinterher auch quasi von den Baggern aus dem Stadion gefahren: Das Kyle Field wird nun ausgebaut auf über 100.000 Zuschauer:

Die BCS-Rankings nach Woche 11

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             9-0    26.7
#2   Florida State       9-0    31.6
#3   Ohio State          9-0    21.1
#4   Stanford            8-1    20.9
#5   Baylor              8-0    30.7
#6   Oregon              8-1    27.3
#7   Auburn              9-1    16.4
#8   Clemson             8-1    17.1
#9   Missouri            9-1    20.8
#10  South Carolina      7-2    14.8
#11  Texas A&M           8-2    16.1
#12  Oklahoma State      8-1    17.0
#13  UCLA                7-2    15.6
#14  Fresno State        9-0     6.4
#15  Northern Illinois   9-0     5.7
#16  Michigan State      8-1    10.7
#17  Central Florida     7-1    10.9
#18  Oklahoma            7-2     8.6
#19  Arizona State       7-2    22.3
#20  Louisville          8-1    13.1
#21  Louisiana State     7-3    15.1
#22  Wisconsin           7-2    19.4
#23  Miami/FL            7-2     8.7
#24  Texas               7-2     9.8
#25  Georgia             6-3    11.9

Schon zwei Mid-Majors in den Top-16. Der beste Champion einer Mid-Major Conference kriegt bekanntlich eine automatische Einladung (AQ) in die BCS, wenn er die Saison in den Top-12 beendet, oder in den Top-16 mit dem Zusatz bei zweiter Option, dass es besser klassiert sein muss als zumindest ein BCS-Conference Champion. Weil sowohl Fresno als auch Northern Illinois im Moment vor dem besten Team der ACC liegen, ist die Chance gut. Beide müssen aber ungeschlagen durchkommen.

Vorne bleibt Ohio State noch knapp vor Baylor, und Ohio State hat entgegen den landläufigen Vermutungen mittlerweile auch einen sehr guten SRS-Wert. Trotzdem wären die Buckeyes gegen #4 Baylor klarer Außenseiter. Oregon fällt nicht weit, auf #6 nämlich, aber die Chancen der Ducks auf den Gewinn der BCS-Kristallkugel haben sich fast zerschlagen. Die Hoffnungen auf die Rose Bowl (also der Gewinn der Pac-12) hängen nun an den Southern Cal Trojans, die nächste Woche Stanford empfangen (Primetime bei ABC).

Bowl-Ausblick

Die Lage der Dinge hat sich ja nun aufgeklart (nicht zu verwechseln mit aufgeklärt). Unten eine BCS-Auflistung mit den momentan wahrscheinlichsten Spot-Belegungen. Wie die BCS-Bowls sich aufteilen, wurde auf diesem Blog auch schon mal erklärt. Ich setze einfach mal Baylor als Big 12 Champion, auch wenn die Bears noch einige kritische Spiele haben. Stanford ist nach dem Sieg gegen Oregon klarer Favorit der Pac-12. Ohio State und Michigan State werden sich wohl im Finale der Big Ten den anderen Rose-Bowl Teilnehmer ausspielen, Sieger nicht absehbar.

Wenn das kleine Fresno State ungeschlagen durch die Regular Season und das MWC-Endspiel kommt, ist es fast sicher unter den Top-16 gerankt, vielleicht sogar in den Top-12 (fast sicher aber vor dem Champion der „The American”), und das reicht dann für einen AQ („Automatic Qualifier“). Aber Fresno muss am ersten Dezemberwochenende noch das MWC-Finale bestreiten und der Gegner könnte nochmal Boise State sein. Jenes Boise, das die Bulldogs schon im September fast besiegte. Auch nach SRS ist Boise State fast auf Augenhöhe.

Geht Fresno baden, stünde in der Hinterhand noch Northern Illinois aus der MAC als zweiter „BCS Buster“ bereit (auch ungeschlagen, aber momentan hinter Fresno gerankt). Northern Illinois war schon letztes Jahr BCS Buster, hatte aber keine Chance im Spiel gegen FSU. Ich war bei dem Spiel (Orange Bowl 2013) im Stadion. So ein Desaster wie alle tun, waren die Huskies sicher nicht! Und sie waren sehr sympathisch.

Der Champion der “The American” kriegt einen Fixplatz egal, wo er gerankt ist: Nach heutigem Stand ist dies entweder Central Florida oder Louisville. UCF ist der Favorit, weil es noch ungeschlagen ist und dank direktem Duell zwei Spiele Vorsprung auf Louisville hat.

Für die anderen „at-large“ Bids ist der erste Favorit natürlich Oregon. Danach kann eine zweite SEC-Uni auf alle Fälle mit einer Einladung rechnen, fast sicher für den Sugar Bowl, der der SEC nahe steht: Auburn oder Missouri (als möglicher SEC Finalteilnehmer) sind die Favoriten; beide müssen aber noch gegen Alabama spielen und Auburn muss nächste Woche auch noch gegen #25 Georgia ran. Es kann nur einer dabei sein, da keine Conference mehr als zwei Geladene stellen darf.

Blieben noch (je nach Verfügbarkeit eines BCS-Busters) 2-3 Plätze frei: Clemson, der Verlierer von Ohio St/Michigan St oder Wisconsin sind Kandidaten. Es sind natürlich noch verworrene Szenarien möglich, bsp. bei einer ACC-Finalniederlage von FSU würde alles durcheinandergewürfelt, der Orange Bowl hätte einen AQ aus der ACC (den ACC-Champion), FSU fiele aus dem BCS-Finale und bekäme nur noch einen at-large Bid. Aber das ist eher unwahrscheinlich (hoffe ich zumindestens).

Die Bowls sind in der Reihenfolge des Wahlrechts gelistet. Der Rose Bowl ist vertraglich an Big Ten und Pac-12 gebunden (oder umgekehrt: Er will nur mit diesen zu tun haben). Die anderen Bowls wählen in determinierter Reihenfolge. Das wird wichtig, wenn neben dem unattraktiven The American-Champ noch ein zweiter möglicherweise „unattraktiver“ BCS-Buster in der BCS spielt: Der (die) Bowl(s) mit dem letzten Wahlrecht (Orange, Fiesta) müssen auf alle Fälle in den sauren Apfel beißen. Baylor (bzw wer die Big 12 auch immer gewinnt) bekommt fast sicher einen Gegner, der abgeschossen wird.

  • BCS-Championship: Alabama – Florida State
  • Sugar Bowl: [SEC-Vertreter] – [At-large]
  • Orange Bowl: [At-large] – [At-large]
  • Rose Bowl: Stanford – Ohio State/Michigan State
  • Fiesta Bowl: Baylor – [At-large]

Auf dass genau jetzt das Chaos ausbricht…

Florida Gators in der Krise

Florida State kann nach landläufiger Meinung nur noch gegen einen Gegner stolpern: Die Florida Gators (4-5 Bilanz), gegen die man am letzten Spieltag der Regular Season zu Thanksgiving auswärts ran muss im „Sunshine Showdown“. Vor der Saison hatte man geglaubt, dass das ein Stolperstein für die Gators werden könnte. Jetzt ist es bestenfalls noch umgekehrt.

Die Stimmung bei den Gators ist am Boden. Gegen Vanderbilt wollte man eigentlich das „Homecoming“ feiern, ein Fest für die ehemaligen Studenten der Uni, das man sich vorstellen kann wie ein Bankett mit Paraden in größerem Umfang. Normalerweise ein besonders feierlicher Spieltag mit besonders gut gefülltem Stadion. Bei Florida sah dies am Samstag zehn Minuten vor Spielbeginn gegen Vandy so aus:

Später sah es immerhin so aus:

Aber das sind niederschmetternde Bilder für die Uni und für den Head Coach Will Muschamp, der in seinem dritten Jahr die Uni coacht und schwer in die Kritik geraten ist. Muschamp hat bisher folgende Bilanzen vorzuweisen: 7-6 im ersten Jahr, 11-2 im zweiten Jahr, 4-5 im dritten. Suche den Ausreißer.

Wer die Denke bei Florida kennt, und so viel anders als bei FSU ist sie nicht, der weiß: Muschamp ist angezählt. Es folgen noch Spiele gegen, eben, FSU und zuvor South Carolina. Wenn Muschamp beide verliert, verpasst Florida die Bowl-Season und ich gebe keine Garantien ab, dass sich im Winter nicht einer der attraktivsten Trainerposten im gesamten College Football aufmacht.

Was wäre das für ein Auflauf: Southern Cal sucht einen Coach. Möglicherweise Texas. Möglicherweise Florida. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies die drei anziehendsten Trainerplätze im gesamten College-Football sind, vielleicht noch neben Ohio State.

College-Football 2013/14, Week 11: Die erste Nacht der Entscheidung

Der College-Football biegt in die Zielgerade ein, und wie es der Schedule will, stehen heute Nacht gleich zwei wichtige Spiele zwischen Top-10 Unis auf dem Programm. Keines von beiden wird von SPORT1 US übertragen (es steht auch NFL an), aber eines hat der ESPN-Player im Programm (und SPORT1 US wird am Freitag und Samstag davon Aufzeichnungen bringen).

#6 Baylor Bears – #10 Oklahoma Sooners

1h30, für Trüffelschweine

Der Kracher der Big 12 Conference kommt aus Waco: Die an #6 gerankten Bears von der Baptistenuni Baylor (7-0, 4-0 Conf) treffen auf den Giganten #10 Oklahoma Sooners (7-1, 4-1 Conf) im Spiel der beiden vermeintlich besten Teams der Conference. Das heißt: Es geht zumindest um eine BCS-Bowl; es könnte aber für Baylor sogar noch um das BCS-Finale gehen.

Baylor gegen Oklahoma, da war schon vor zwei Jahren mal was, als Robert Griffin III die Sooners versohlte. Es war damals das erste Mal, dass Baylor auch landesweit großes Aufsehen erregte, und als mehr als bloßes Gimmick-Team wahrgenommen wurde. Seither hat Head Coach Art Briles die Mannschaft stetig weiterentwickelt, obwohl das Supertalent RG3 und dessen Nachfolger QB Nick Florence mittlerweile weg sind.

Briles ist es wurscht, denn seine wahnwitzige Spread-Offense funktioniert auch ohne RG3: Eine mächtige Offense Line, ein fantastischer RB Lache Seastrunk, eine Handvoll Wide Receiver zwei Fuß von der Sideline, und ein QB Bryce Petty, der „nur noch“ seine Stationen bedienen muss. Baylor spielte bisher einen nicht wirklich BCS-würdigen Schedule (Iowa State, Wofford, Buffalo, ULM, WVU daheim, Kansas und K-State auswärts), aber die Resultate lesen sich trotzdem eindrucksvoll: In schöner Regelmäßigkeit werden 70 Punkte aufs Tablett gelegt, das Yards-Duell in der 700-zu-170 Region gewonnen, und ab drittem Viertel die Backups eingewechselt. Angeblich hat Petty dieses Jahr nur 23 Pässe in der zweiten Halbzeit geworfen (und nur eine Completion im vierten Quarter!).

Das ist Boise-like. Allein: Bei Boise wusste man auch, die Broncos haben schon BCS-Granden geschlagen. Baylor kriegt heute erstmals die Chance, und wird im November noch weitere respektable Gegner wie Texas, TCU, Oklahoma State oder Texas Tech sehen.

Wieviel kann die Offense heute scoren? Hält die Defense weiterhin so gut wie bisher? Letztes Jahr konnte man die Baylor-Defense noch mit „inexistent“ abkanzeln, aber diesmal sind die Jungs immerhin soweit, dass man unterklassige Gegner komplett abwürgt. Wie wird das gegen respektable aussehen?

Oklahoma hätte ich vor der Saison höher eingestuft als +9.7 im Simple Ranking System; die Sooners haben noch von der grausigen Vorstellung in der Red-River-Rivalry Mitte Oktober was guzumachen. Damals ließ sich die Defense völlig überlaufen und die Offense kam nur müßig in Gang.

Fazit: Oklahoma ist der große Name. Baylor der Zwerg. Man misstraut Baylor nur allzu gerne. Ich bin zugegebenermaßen gespannt, was Baylor heute aufstecken wird, wenn zum ersten Mal ein „richtiger“ Gegner kommt. Als jemand, der jahrelang Boise verteidigte – und mit gutem Grund verteidigte – sehe ich keinen Grund, Baylor heute nicht eine klare Favoritenrolle zuzugestehen. Es wird vielleicht nicht zwingend ein 23pts-Sieg, aber ich tippe auf Baylor.

(Die Partie wird in den Staaten von FOX übertragen, ergo wäre sie auch in den letzten Jahren nicht bei ESPN America gekommen)

#5 Stanford Cardinal – #3 Oregon Ducks

3h, live im ESPN-Player (Freitag, 16h15 und Samstag, 10h30 Tape bei SPORT1 US)

Die noch wichtigere Partie dürfte Stanford – Oregon sein, wo sich mit hoher Wahrscheinlichkeit das Schicksal der Pac-12 North Division entscheiden wird: Der Sieger wird im Pac-12 Finale antreten, und dort fast sicher Heimvorteil genießen.

Oregons Offense ist bekannt. Die letzten Jahre zeigten vage, wie man diese Offense einbremsen kann, und am besten machte es letztes Jahr… Stanford. Das Mittel damals war Verhindern des Big-Plays um jeden Preis, dichte Schotten in der RedZone und exzellente Special-Teams. Die Blaupause beschränkt sich gegen Oregon aber nicht bloß auf die eigene Defense, sondern auch auf die Offense: Stanford rannte letztes Jahr eine Unzahl an Laufspielzügen, und limitierte somit die Anzahl der Drives (Stanford hatte 38 Minuten den Ball, nur acht Drives für Oregon) – eine Underdog-Strategie.

Das Mittel klingt relativ simpel, ist aber extrem schwer ausführbar, und 60min keine Fehler zu machen, schafft fast niemand. Stanford könnte es schaffen. Die Jungs von Head Coach David Shaw haben die vielleicht beste Defense im Lande. Ich hab schon im Sommer vom unglaublichen Outside Linebacker #93 Trent Murphy erzählt, der IMHO sofort in die NFL gehört, weil in dem Alter schon so komplett. Diese Physis, mit der Stanfords Front-Seven an der Anspiellinie operiert, dürfte für Oregon schwere Kost sein.

Aber alleine Physis und Disziplin reichen nicht; es gibt zwar gute Punter und Returner bei Stanford, aber es gibt keine wirklich gute Lauf-Offense; jedenfalls überzeugt mich nix, was nicht über den QB#8 Kevin Hogan und den Luftweg läuft.

Dürften zwei tolle Spiele werden; zu schade, dass man Baylor im besten Fall am Sonntag auf Youtube sehen wird können. Ich würde tippen, Oregon gewinnt in Stanford. Marcus Mariota wird seine Bewerbung auf die Heisman-Trophy vorantreiben.

Akademische Viertelstunde, Week 10: Ruhe vor dem Sturm

Kaum Überraschungen am 10ten Spieltag der College-Footbal-Saison. Die vor dem Spiel an #3 gerankten Florida State Seminoles gewannen das meistgehypte Spiel des Wochenendes klar gegen die an #7 gerankten Miami Hurricanes: 41-14 der Endstand. Dabei spielte Miami/FL eine Halbzeit lang sogar sehr ordentlich mit; die Canes minimierten dabei ihre Fehler, und QB Stephen Morris mit zwei schönen TD-Pässen, aber nach der Pause drehten die Seminoles mächtig auf und fuhren über Miami drüber.

Die Adjustments von Jimbo Fisher müssen die bestmöglichen gewesen sein, denn FSU rasierte die Canes nach der Pause und ließ keinen Stich mehr zu. QB Jameis Winston hatte mit 21/29 für 325yds, 1 TD und 2 INTs keinen überragenden Tag, aber bitte: Ein Freshman, der im zweitgrößten Spiel des Jahres über 10yds/Pass fabriziert, den nimmste gerne.

Miami/FL ist sicher nicht die bestbesetzte Mannschaft im College-Football, aber Al Golden hat eine Truppe voller hoch gerateter Highschool-Talente unter seinen Fittichen; gegen FSU sah diese Canes-Mannschaft aber wie Schulbuben aus. Die Noles spielen derzeit in einer anderen Liga: Die Offense Line besteht aus völlig unbekannten Namen, aber sie pulverisierte Miamis hochgejazzte D-Line komplett. Das sind Alabama-Dimensionen bei FSU in der Offense Line.

Für FSU war der Sieg auch wichtig, weil die Uni ihre begehrtesten Highschool-Talente für die Recruiting-Klasse 2014 ins Stadion geladen hatte; die Jungs sahen eine insgesamt absolut dominante Mannschaft, in der eigentlich kein einziger FSU-Akteur (Spieler und Trainer) einen schlechten Eindruck hinterließ.

FSU gehört mit solchen Vorstellungen ins BCS-Finale. Die Noles sind momentan an #2 gerankt, werden aber am Saisonende mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter Oregon und Alabama zurückfallen, sollten diese beiden ungeschlagen durchkommen. Aber ich wage mich glaube ich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich FSU zur bislang beeindruckendsten Mannschaft des Jahres küre.

Miami landete dagegen in etwa dort, wo man die Canes verortet hatte: Eine bis eineinhalb Klassen unter FSU. Schlimm ist auch die Verletzung von RB Duke Johnson, dem wichtigsten Offensivspieler (Duke fällt für den Rest der Saison aus). Viele Spieler aus Miami würden derzeit bei FSU nicht starten; Johnson wäre vermutlich der einzige, obwohl auch FSU-RB Devonta Freeman einige prächtige Spielzüge hatte (u.a. einen großartigen TD-Lauf-nach-Catch).

Weil Virginia Tech (27-34 Pleite gegen Boston College) anscheinend doch zu schwach für eine ernsthafte Herausforderer-Rolle ist, könnte Miami aber auch mit dieser Niederlage trotzdem die Qualifikation für das ACC-Finale schaffen; dort würde man Anfang Dezember dann erneut auf FSU treffen.

Anderes nennenswertes Ergebnis: Michigan State würgte die Michigan Wolverines komplett ab, noch viel übler als man erwartet hatte; Michigan in der blamablen 6-29 Pleite mit -48yds (MINUS achtundvierzig Yards) Laufspiel (Sacks werden am College als Lauf-Yards gezählt)! Die Spartans mussten nicht viel bewegen und gewannen trotzdem locker; ich fiebere schon einem B1G-Finale Michigan State gegen Ohio State entgegen: Wenn eine B1G-Offense diese Defense knackt, dann traue ich das am ehesten den Buckeyes zu, die in den letzten Wochen gute Stats produzieren.

Die BCS-Rankings nach Woche 10

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             8-0    25.9
#2   Florida State       8-0    32.5
#3   Oregon              8-0    29.5
#4   Ohio State          9-0    20.4
#5   Stanford            7-1    18.9
#6   Baylor              7-0    30.1
#7   Clemson             8-1    18.3
#8   Missouri            8-1    20.5
#9   Auburn              8-1    14.5
#10  Oklahoma            7-1     9.7
#11  Miami/FL            7-1    12.0
#12  South Carolina      7-2    14.7
#13  Louisiana State     7-2    16.1
#14  Oklahoma State      7-1    16.9
#15  Texas A&M           7-2    16.0
#16  Fresno State        8-0     3.5
#17  Michigan State      8-1    11.1
#18  Northern Illinois   9-0     5.7
#19  UCLA                6-2    15.0
#20  Louisville          7-1    15.4
#21  Central Florida     6-1    11.1
#22  Arizona State       6-2    22.8
#23  Notre Dame          7-2     9.3
#24  Wisconsin           6-2    18.5
#25  Texas Tech          7-2     8.7

Der größte BCS-Busterkandidat Fresno State ist im SRS nur an #51 gerankt, nur 3.5 Punkte besser eingestuft als das durchschnittliche FBS-Team; ich sags mal so: Wenn die Bulldogs wirklich die MWC ungeschlagen gewinnen, werden sie in der entsprechenden BCS-Bowl abgeschossen. Fresno wird das Conference-Finale daheim bestreiten dürfen, aber sollte noch mal Boise State nach Fresno kommen müssen, wären die Broncos – die keine optimale Saison erleben – nach SRS momentan favorisiert, selbst auswärts, und zwar mit 1.5 Punkten.

Arizona State ist ein Freak-Team mit 22.8 Punkten im SRS (#5 in der FBS); die Sun Devils spielen eine hervorragende Offense und können an guten Tagen alles und jeden putzen, aber man traut ihnen so recht trotzdem nicht.

Ganz oben blutet mir das Herz: Wem soll ich die Daumen drücken? Oregon spielt den geilsten Football der Saison, spektakulärer als es jemals unter Chip Kelly war. Baylor spielt den noch geileren geilsten Football mit einer wahnsinnigen Offense; FSU ist das Team des Jahres; Alabama läuft völlig unterm Radar, ist aber Alabama, und hat möglicherweise jetzt noch drei richtig heftige Spiele an der Backe (LSU, Auburn, SEC-Finale). Und selbst Ohio State scheint nach den jüngsten Partien mittlerweile ein ernsthafter Contender zu sein.

Die kommende Woche bringt einen unglaublichen Slate an Topspielen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kommen zwei der besten Spiele der Saison: #6 Baylor gegen #10 Oklahoma Sooners (ab 1h30) und ab 3h #5 Stanford – #3 Oregon. SPORT1 US wird das NFL-Donnerstagsspiel Minnesota-Washington zeigen, aber darauf kannste im Angesicht solcher College-Partien getrost pfeifen.

Ich werde noch genauer auf die Dinger eingehen, aber vorab nur soviel: Das kleine Baylor ist nach SRS zuhause mit 23.5 Punkten (!) gegen den Giganten Oklahoma favorisiert. Trotzdem trauen viele den Bears nicht… natürlich ist man nur zu gerne paranoid, aber ich nach allem, was ich von den beiden Teams gesehen habe, droht hier eine echte Klatsche für die überschätzten Sooners. Das Spiel gibt’s aber leider sowieso nicht bei uns legal zu sehen.

StanfordOregon entscheidet den Ausgang in der Pac-12 North Division. Für FSU ist es die größte Hoffnung, Oregon stolpern zu sehen. Letztes Jahr gewann Stanford knapp. Stanford ist sogar daheim nach SRS mit 6.5 Punkten Außenseiter, aber in realiter dürfte die Partie enger zu bewerten sein, da das SRS das defensivstarke Stanford wohl leicht unterschätzt.

Am Samstag folgt mit #1 Alabama#13 LSU (ab 2h) der dritte große Kracher; Bama-LSU ist seit einigen Jahren das, was Real-Barca in der spanischen Liga ist, oder Bayern-Dortmund in der Bundesliga. Es ist Alabamas größter Test der Saison.

Mehr dazu aber, wenn es soweit ist.

College Football, Week 9 Preview

Das erste große Favoritenstolpern war letzte Woche. Dieses Mal sehen die Ansetzungen wie folgt aus (Ranking-Positionen ab sofort dem BCS-Ranking entnommen):

18h       South Florida - #20 Louisville
21h30     Maryland - #9 Clemson
01h       #3 Oregon - #12 UCLA
03h30 (*) #25 Oregon State - #6 Stanford

(*) Achtung: Heute Nacht wird in Europa die Uhr auf Winterzeit umgestellt; die Amerikaner sind damit eine Woche später dran, also werden alle Partien, die ab 3h (Sommerzeit) angepfiffen werden, für eine Woche nur mit 5h Zeitdifferenz in Europa gezeigt.

Potenzielle ESPN-Player Kandidaten wären:

  • 18h: #23 Central Florida-UConn, #7 Miami/FL-Wake Forest, Akron-Ball State, #16 Texas A&M-Vanderbilt, Minnesota – #24 Nebraska, South Florida-#20 Louisville, Rutgers-Houston
  • 18h30: Virginia-Georgia Tech
  • 20h: Ohio-Miami/OH
  • 20h30: Bowling Green-Toledo
  • 21h: Massachussetts-Western Michigan, SMU-Temple
  • 21h30: UNC-Boston College, Kent State-Buffalo, #18 Northern Illinois-Eastern Michigan, Maryland-#9 Clemson, #14 Virginia Tech-Duke, #2 Florida State-NC State, Illinois-Michigan State
  • 22h: Western Kentucky-Troy
  • 0h: Nevada-UNLV
  • 1h: #3 Oregon-#12 UCLA, #5 Missouri-#21 South Carolina, Kansas-Baylor, ULM-Georgia State, Texas State-South Alabama, LSU-Furman
  • 1h30: Ole Miss-Idaho, #11 Auburn-Florida Atlantic
  • 2h: #4 Ohio State-Penn State, New Mexico State-ACU

Vorsicht, der nachfolgende Block ist schon in MEZ (also Winterzeit!) angegeben:

  • 3h30: #25 Oregon State-#6 Stanford, San Diego State-Fresno State

Um 21h30 und offiziell in Europa nicht bekömmlich: #1 Alabama gegen die Tennessee Volunteers. Letztere beenden damit ihre Wochen der Wahrheit mit Gegnern wie Oregon, Georgia oder South Carolina im Schedule. Alabama ist haushoch favorisiert.

Um mal einen Blick auf ein paar “neue” Teams zu richten, ein bissl genauere Einführung in die Nachtspiele.

#3 Oregon Ducks – #12 UCLA Bruins

1h

Das 1h-Spiel bei SPORT1 US ist #3 Oregon Ducks (7-0) gegen die #12 UCLA Bruins (6-1) aus der Pac-12 Conference. Ich möchte nicht behaupten, dass Oregon dieses Jahr auf diesem Blog unter dem Radar fliegt, aber gemessen an anderen Jahren, yup, war ich vielleicht etwas weniger Oregon-lastig. Das liegt daran, dass ich die Ducks in der post-Kelly Ära noch nicht oft gesehen habe.

Dabei scheint der Übergang von Chip auf den neuen Head Coach Mark Helfrich recht reibungslos von statten gegangen zu sein: Die Offense hat noch immer dasselbe Gesicht, ist höchstens eine Spur „zentrierter“ geworden. Etwas wortreicher soll das heißen, dass der Angriff QB-lastiger geworden ist, auf Marcus Mariota, den hawaiianischen Wurfkünstler, der schon letztes Jahr massiv aufgeigte und heuer in seinem zweiten Jahr als Starter Heisman-artige Stats auf den Boden bringt. Mariota soll dem Vernehmen nach auch schon in der NFL Interesse geweckt haben. NFL-kompatibel ist auch der Quarterback beim Gegner: Brett Hundley, ein Jungspund, der allerdings auch schon das dritte Jahr aus der Highschool ist und bei Lust und Laune auch 2014 in die NFL gehen könnte.

#5 Missouri Tigers – #21 Couth Carolina Gamecocks

1h

Parallel dazu dürfte es im ESPN-Player #5 Missouri Tigers (7-0) gegen #21 South Carolina Gamecocks (5-2) zu sehen geben (Kickoffzeit 1h MESZ). South Carolina ist auf diesem Blog mittlerweile ein alter Bekannter, einer konstanten, sehr ordentlichen sportlichen Leistung und Charakterköpfen wie Head Coach Steve Spurrier, (ex-)QB Stephen Garcia oder Spielern wie Jeffery, Lattimore oder Clowney sei Dank. Wenige Teams boten in den letzten Jahren bessere Gelegenheit, über sie zu schreiben.

Anders Mizzou, das zwar auch seine Geschichte geboten hätte, z.B. dank Conference-Wechsel von der Big 12 in die SEC, aber: Mizzou umgibt ein bissl das Image der grauen Maus, bei der man schon letztes Jahr nicht ganz kapierte, warum die SEC ausgerechnet sie als 14tes Team einladen wollte. Der letzte Fetzen Sexyness geht der University of Missouri auf alle Fälle ab, und ich gebe zu, mir geht es nicht anders: Im Sommer überlegte ich Uni für Uni im College-Football Countdown, ob ich ihr einen Blogeintrag spendieren wollte; bei Mizzou fiel die Antwort negativ aus.

Vor einigen Wochen entdeckte ich im Simple Ranking System die Tigers ganz weit oben; es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Außenseiter in den ersten Wochen in einem SRS nach oben gespült wird, aber Mizzou blieb nicht nur oben; Mizzou verbesserte sich jede Woche. Vor zwei Wochen wurde schließlich trotz Verletzung von QB James Franklin der BCS-Contender Georgia auswärts geschlagen und ein damit ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Letzte Woche würgte Mizzou die Florida Gators komplett ab; Georgia und Florida, die beiden Topfavoriten der SEC-East 2013, wurden von den großteils ohne Starting-QB und ohne besten CB E.J. Gaines spielenden Missouri Tigers mit insgesamt 34 Punkten geschlagen!

Die Tigers hatten im Laufe der letzten Jahre immer wieder Superspieler im Kader; Head Coach Gary Pinkel gilt auch als relativ guter Recruiter, der die Midlands entlang des Mississippi nach Rohdiamanten abgrast und immer wieder eine Granate aus dem Ärmel schüttelt. Seit Mizzou 2007 um ein Haar ins BCS-Title Game eingezogen wäre, spielten Granaten wie Aldon Smith, Brad Smith (der Wildcat-Smith der Jets und Bills, ein sagenhafter College-QB), Sean Weatherspoon, Ziggy Hood, Sheldon Richardson oder Blaine Gabbert (vergiss dabei mal seine NFL-Entwicklung) an dieser Uni.

Diesmal ist der Skill Player-Corp die bestbesetzte Uni. WR #15 Dorial Green-Beckham war in der Recruiting-Saison 2011/12 der am höchsten bewertete Highschool-Footballer landesweit. Seiner Pressekonferenz zur Verkündung der glücklichen Uni spendierte ich einst einen eigenen kurzen Blogeintrag. In den eineinhalb Spielzeiten seither entwickelte sich „DGB“ gut, aber nicht überragend; andere Leute im WR-Corp gelten als noch besser.

QB bei Mizzou ist seit einigen Jahren der etwas blässliche James Franklin Quarterback; nach dessen Verletzung wurde einfach der nächste Scrambler eingewechselt, Maty Mauk, eine komplette Unbekannte, und Mauk lieferte seither sensationelle Performances gegen die Abwehrbollwerke von Georgia und Florida ab. Pinkel hat da eine großartig besetzte Offense beisammen.

Wie wird sie gegen die nicht minder großartige Gamecocks-Defense aussehen? Wie wird die Offense gegen den ultimativen gegnerischen DE #7 Jadeveon Clowney eingestellt werden? Haut Pinkel die Eier, mehr als eine Handvoll Plays über Clowneys Seite laufen zu lassen, oder folgt er der Blaupause anderer Coaches, die schlicht und einfach die Mehrzahl der Plays in die Clowney-freie Zone ansagten?

Kansas Jayhawks – #8 Baylor Bears

1h

Bei Kansas Jayhawks gegen #8 Baylor Bears (auch 1h MESZ) gibt es die letzte Chance für Baylor, sich gegen einen „eineinhalbt-klassigen“ Gegner einzuspielen auf die höheren Aufgaben aus der Big 12 Conference, die im November in Form von Oklahoma, Texas, Texas Tech oder TCU kommen werden. Wenn Baylor Bears 6-0 sind, ist man immer gerne skeptisch und schielt verstohlen auf den Schedule, und man sieht dann für dieses Jahr noch keinen echten ernst zu nehmenden Gegner.

Aber, meien Herren: Was die Jungs von Head Coach Art Briles da an Offense-Zahlen auf das Parkett zaubern, habe ich in den letzten Jahren noch nichtmal von Oregon, Oklahoma State oder West Virginia gesehen; das ist selbst gemessen für diesen Schedule nichts anderes als atemberaubend. Dass Baylor die krasseste Spread-Offense ever spielt, habe ich schon im Sommer geschrieben. Dass Baylor aber in einer Beständigkeit das Yardage-Duell mit roundabout 700 zu 150 Yards Offense gewinnt: Alle Achtung.

#25 Oregon State Beavers – #6 Stanford Cardinal

3h30 (Winterzeit!)

Ab 4h15 gibt es noch ein wichtiges Divisionsduell aus der Pac-12 Conference: #25 Oregon State Beavers gegen #7 Stanford Cardinal. Oregon State kam mit einer Pleite gegen ein FCS-Team (Eastern Washington?) desaströs in die Saison, aber seither sind die Jungs von HC Mike Riley durchaus beachtlich in Fahrt gekommen. Stanford auf der anderen Seite muss nach der Pleite bei Utah vor zwei Wochen unbedingt eine weitere Niederlage vermeiden, um sich die Chance zu erhalten, im November die Oregon Ducks eventuell doch noch per Auswärtssieg abzufangen.