College Football 2019 Preview: Pac-12 Conference

Die Pac-12 Conference ist die am meisten übersehene Power-5 Conference im College Football: Weder versprüht sie den Glanz der SEC, noch kann sie mit Schwergewichten wie Clemson (ACC), Ohio State (Big Ten) oder Oklahoma (Big 12) aufwarten. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Westküste generell an der späten Zeitzone zu knabbern hat: Wenn am Pazifik Primetime ist, schlummert Max Mustermann im Osten schon längst in seinem Bett. Weiterlesen

Pac-12 Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Big Ten stellt den regierenden Landesmeister, die SEC gilt weiterhin als hochwertigste sportliche Liga im College Football, aber der heimliche Krösus ist die Pac-12 Conference aus dem Westen der Vereinigten Staaten. Die Pac-12 ist die Liga, die am stärksten nach oben strebt. Das liegt an den fetten TV-Verträgen, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden und dreistellige Millionensummen pro Jahr in die Programme pumpt. Das liegt aber auch an den vielen gelungenen Trainerverpflichtungen, die den Football an der Pazifik-Küste massiv vorangebracht hat. Du kannst alles Geld der Welt haben, aber du musst auch etwas daraus machen.

Pac-12 Football steht vor allem für schnellen, attraktiven Offensiv-Football. Kritiker aus den US-Südlanden bemängeln die fehlende Härte und verweisen darauf, dass selbst das Aushängeschild der Oregon Ducks mit ihrer einmaligen Offense an ihre Grenzen stößt, wenn sie gegen SEC-Defenses oder defacto-SEC Defenses wie Ohio State stößt.

Der Liga ist das wurscht. Ihre Stadien sind etwas kleiner als in der SEC, ihre Tradition etwas kürzer, ihre Defenses etwas schmächtiger und National-Title hat man seit einem Jahrzehnt keinen mehr gesehen, aber es besteht kein Zweifel, dass die Pac-12 nach oben strebt, und dass sie in absehbarer Zeit einen Landesmeistertitel holen wird – es geht gar nicht anders. Vielleicht dauert es drei Jahre, vielleicht noch fünf, vielleicht auch nur ein halbes, aber er wird kommen. Weiterlesen

Die Lupe auf das Trainerkarussell im College Football gerichtet

Der prominenteste zu besetzende Trainerposten der heurigen Offseason war zweifellos jener der University of Florida, wo der rabiate Schreihals Will Muschamp nach vier überwiegend enttäuschenden Jahren abgesägt wurde. Muschamp scheiterte in Gainesville letztlich an einer unterirdischen Offense, ohne die man sich mit viel Glück anno 2011 zu einer BCS-Bowl durchbeißen konnte, aber zuletzt zweimal en suite böse abschmierte. Weiterlesen

Pac-12 Conference | Vorschau 2014/15

Die Entwicklung der Pac-12 Conference über die letzten Jahre gilt in den Vereinigten Staaten als Erfolgsgeschichte, von der netten Conference entlang der Pazifikküste hin zum echten Player – manche meinen sogar, die Pac-12 sei die mittlerweile zweitstärkste Conference hinter der übermächtigen SEC. Ganz weit sind wir davon sicher nicht entfernt. Auf alle Fälle darf die Conference in Spitze und Breite als hochklassig gelten, und sie darf sich rühmen, den insgesamt attraktivsten Offensivfootball zu bieten.

Da sieht man, wohin sich eine Conference mit Millionen aus den Fernsehdeals entwickeln kann: Viel Geld = bessere Coaches = besseres Recruiting = bessere Ergebnisse. Eine einfache Erfolgsformel mit großer Wirkung. Weiterlesen

Hawai’i Bowl 2013: Boise State Broncos – Oregon State Beavers

Die Sonne geht unter in Hawai'i - Bild: korsakoff.

Die Sonne geht unter in Hawai’i – Bild: korsakoff.

Traditionell wird am Heiligen Abend auf Hawaii die Sheraton Hawaii Bowl ausgetragen. Diesmal ist es im Aloha Stadium von Honolulu um 02h mit den Boise State Broncos (8-4, MWC) und den Oregon State Beavers (6-6, Pac-12) eine namhafte Paarung, die sich das Veranstaltungskomitee ausgesucht hat.

Boise State marschiert in aufgewühltem Zustand ins Spiel: Erst spielte man die schwächste Saison seit 2007/08, dann verlor man den langjährigen Head Coach und Architekten hinter den großen Erfolgen, Chris Petersen, an die University of Washington. Mit dem Interimsstab ging es in den Pazifik, und die Tage vor Weihnachten sollen chaotisch abgelaufen sein. Am Sonntag wurde der Starting-QB Joe Southwick nach Hause geschickt; Southwick und der third stringer Nick Patti sollen vom Balkon geprunzt haben. Eigentlich nix ungewöhnliches für besoffene Studenten auf einem Auslandstrip, aber die Reaktionen waren erstaunlich: Der Senior Southwick vor seinem letzten Spiel musste gehen, der Grünschnabel Patti durfte bleiben.

Viele wundern sich, ob Interimscoach Bob Gregory den Laden unter Kontrolle hat, und ob die Mannschaft überhaupt so was wie „fokussiert“ auf den heutigen Gegner ist.

Dieser Gegner ist eine Offensivwalze bestehend aus dem extrem wechselhaften QB Sean Mannion und dem NFL-tauglichen WR-Zwerg Brandin Cooks, einem wieselflinken Mann, der fast 16yds/Catch macht. Der Problem dieser Offense ist, dass sie so unberechenbar ist; nicht nur für die Defense, sondern auch für die eigene Mannschaft. Hängt es daran, dass man so abhängig von zwei Einzelkönnern ist? Mannion sähe eigentlich profikompatibel aus, aber dann reißt er immer wieder ganze Spiele in die Scheiße, in dem er Interceptions und Fumbles á la Stafford fabriziert. Oregon State hatte heuer eine 6-Spiele Siegesserie mit einem fantastischen Mannion und eine 5-Spiele Pleitenserie mit einem Mannion mit durchschnittlich 2 INTs/Spiel.

Gegen eine potenziell wuchtige Defensive Line der Broncos um DE Lawrence und DT Tjong-a-Tjoe könnte Mannion auch relativ schnell unter Druck geraten, was ihm selten gut bekommt.

Bei Boise wird ein Auge auf den Backup-QB Grant Hedrick zu werfen sein, der anstelle von Southwick spielen soll. Hedrick ward früher meistens nur als Scramble-QB für Wildcat-artige Plays eingesetzt, machte dieses Jahr aber als zeitweiser Ersatz für den verletzten Southwick einen recht ordentlichen Eindruck. Der Damm der Biber ist nicht der dichteste unter der Sonne: Sogar FCS-Zwerge wie Eastern Washington schenkten den Beavs heuer 49 Punkte ein. Wenn die Mannschaft also Lust hat und der Trainerstab doch bessere Arbeit leistet als es die durchzechten Nächte in den Tagen vor der Hawaii Bowl befürchten ließen, dann könnte Boise hier etliche Punkte erzielen.

Oregon State ist nach SRS mit einem Punkt favorisiert. Aber Oregon State ist dieses Jahr eine Wundertüte, die du für ein einzelnes Spiel kaum in die richtigen Worte fassen kannst. Eine Wundertüte… das passt doch perfekt zum Christbaum beziehungsweise zu dem, was heute – vielleicht – da drunter liegen könnte. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten an die versammelte Leserschaft und einen netten Heiligabend wünsch ich Euch.

Black-Friday Preview 2013

Der Tag nach Thanksgiving wird in den Staaten “Black Friday” genannt und hat sich zu einer Art semi-offiziellem Nationalfeiertag entwickelt. Die Leute stürmen die Malls und beginnen ihre Weihnachtseinkäufe, und am Abend legt der College-Football mit dem Rivalry-Weekend so richtig los.

OK, „so richtig“ ist heuer relativ, denn die wirklich guten Matchups gibt es erst morgen, aber trotzdem: Es wird durchgespielt. SPORT1 US überträgt ab 2h nachts das „kleine“ Florida-Derby zwischen #19 Central Florida Knights aus Orlando und den South Florida Bulls aus Tampa, wo UCF den Conference-Gewinn der American Athletic Conference und damit auch die Fixqualifikation für eine BCS-Bowl klarmachen kann.

Der ESPN-Player hat folgendes Programm:

  • 18h: Nebraska-Iowa, Houston-SMU, Akron-Toledo
  • 19h: Ball State-Miami/OH
  • 19h30: Buffalo-Bowling Green
  • 20h: Ohio-UMass, Central Michigan-Eastern Michigan, Troy-Texas State
  • 21h30: Pitt-Miami/FL
  • 2h: #19 UCF-South Florida

Nebraska ist 8-3 und damit *pling, Überraschung!* noch einen Sieg und eine Niederlage von der patentierten 9-4 Saison entfernt. Huskers-Coach Bo Pelini könnte um seine Zukunft coachen.

Bei Buffalo Bulls vs Bowling Green Falcons geht es um den Einzug ins Conference-Finale der MAC, wo der Gegner #14 Northern Illinois sein wird – ein Gegner, dem man die perfect season und die Qualifikation für eine BCS-Bowl versauen könnte.

Miami/FL muss um 21h30 dringend gewinnen, will man im Falle einer Duke-Pleite morgen Abend noch die Chance auf das ACC-Finale erhalten. Der Gegner Pitt gilt trotz einer sehr guten Front-Seven als schlagbar.

NfT (Nur für Trüffelschweine)

Folgende Partien sind bei uns nur „irgendwo im Internet“ bekömmlich:

Battle for the Golden Boot (20h30) – #17 Louisiana State gegen Arkansas im Battle for the Golden Boot, eine Trophäe, die in ihrer Form dem Stiefel angeleht ist, den die Staatsgrenzen der beiden angrenzenden US-Bundesstaaten Louisiana und Arkansas bilden. Was erst vor zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt das Spitzenspiel #1 gegen #3 war, gilt heute als glasklare Angelegenheit: LSU trotz dreier Saison-Pleiten klarer Favorit gegen die Hogs, die nur noch im Mittelfeld der SEC herumkrebsen. Der neue Head Coach Bielema, für teures Geld aus Wisconsin geholt, scheint den Turnaround noch nicht geschafft zu haben; immerhin: Arkansas hat schon mal stilistisch den Wandel von der besten Pass-Offense der SEC zu einem 60er-Jahre Lauf-Team geschafft.

Apple Cup (21h30) – das Spiel der beiden Pac-12 Unis aus dem Bundesstaat Washington, Washington Huskies gegen Washington State Cougars. Erstere sind das bekanntere, erfolgreichere Programm, aber die feel good-Story 2013 sind eher die Coogs aus den Wäldern nahe Idaho: Der 2012 geholte Head Coach Mike Leach hat die Uni zum ersten Mal seit vielen Jahren in der Bowl-Season, nachdem der Vorgänger Paul Wulff nur neun Siege in vier Jahren zustande gebracht hatte. Washington State ist noch kein klassisches Air Raid-Team im Leach’chen Sinn, schaffte unterm Jahr sogar einen erstaunlichen 10-7 Sieg bei den USC Trojans… sagen wir so: Die Mannschaft ist in der Transformationsphase, mit überragenden Phasen, aber auch mit katastrophalen.

San Jose State vs #16 Fresno State (21h30) – Fresnos letzte Station vor dem MWC-Finale, für das man schon fix qualifiziert ist. Mission: Ungeschlagen bleiben. San Jose State sollte dieses Jahr keine unüberwindbare Hürde sein.

Civil War (1h) – Es gibt landesweit Aufsehen erregendere Rivalrys als den Civil War, das Derby zwischen den #11 Oregon Ducks und den Oregon State Beavers, aber es gibt wenige, die auf lokaler Ebene hitziger gelebt werden. Oregon State aus Corvallis und Oregon aus Eugene haben ihren Campus jeweils im bevölkerungsreichsten Tal des Bundesstaates, und kämpfen seit Äonen um die Vorherrschaft in einem Staat, in dem der College-Sport den Profisport meilen in den Schatten stellt. Mehr geschrieben hab ich schon vor Jahren. Nach den Ereignissen von letzter Woche ist es diesmal aber schwierig, sich Thrill in Form von schleimiger Soße aus der Nase zu ziehen: Oregon und Oregon State ließen sich jeweils willenlos von Pac-12 Mittelklasseteams wie Arizona oder Washington abschlachten und spielen heute nur noch um sowas wie einen versöhnlichen Abschluss der Regular Season. Krass, wie Oregon innerhalb weniger Wochen von besser denn ever zu Wir wollen Chip Kelly zurück! abstürzte. BCS-Bowl für Oregon ist wohl außer Reichweite.

Friday Night Football, #10: Oregon State Beavers – USC Trojans

Ein Verweis auf das Nachtspiel heute ab 2h20 LIVE bei SPORT1 US und ab 2h im ESPN-Player: Oregon State Beavers gegen USC Trojans aus der Pac-12 Conference. Die Beavers haben wie auch USC noch Außenseiterchancen auf den Conference-Finalplatz der Northern Division, trotz der (erwarteten) Pleite letzte Woche gegen Stanford (12-20 Niederlage).

Oregon State steht nach neun Spieltagen bei 6-2 Siegen, 4-1 in der Pac-12. Die Beavers gruben sich gleich am ersten Spieltag mit einer Overtime-Pleite gegen den FCS-Zwerg Eastern Washington ein tiefes Loch, dem sie jedoch mit zunehmendem Spielverlauf immer besser entsteigen konnten, sodass es vor dem Stanford-Spiel zwischenzeitlich gar auf #25 im BCS-Ranking hoch gegangen war. Genauere Details zu Spielern und dem Headcoach Mike Riley hat Flo Zielbauer vom Hardcount-Blog zusammengetragen. Flo studiert derzeit in Corvallis/OR an der Oregon State University.

Den Gegner Southern California (5-3, 2-2 Conf) kann nix mehr schocken: Bei den Trojans tagt aktuell jede Woche die Trainersondierungskommission unter der Leitung von Kaiser Franz und siebzehn weiteren ehemaligen Weltmeistern aus den 60er, die sich an der Uni auskennen, und man ist in erster Linie froh, Lane Kiffin loszusein. Steil aufwärts ging es seit Kiffins Rauswurf Anfang Oktober freilich nicht, aber das ist egal, denn: FIRE KIFFIN hat sich durchgesetzt, und immerhin verirren sich nun wieder mehr als 30.000 in das riesige Coliseum.

College Football, Week 9 Preview

Das erste große Favoritenstolpern war letzte Woche. Dieses Mal sehen die Ansetzungen wie folgt aus (Ranking-Positionen ab sofort dem BCS-Ranking entnommen):

18h       South Florida - #20 Louisville
21h30     Maryland - #9 Clemson
01h       #3 Oregon - #12 UCLA
03h30 (*) #25 Oregon State - #6 Stanford

(*) Achtung: Heute Nacht wird in Europa die Uhr auf Winterzeit umgestellt; die Amerikaner sind damit eine Woche später dran, also werden alle Partien, die ab 3h (Sommerzeit) angepfiffen werden, für eine Woche nur mit 5h Zeitdifferenz in Europa gezeigt.

Potenzielle ESPN-Player Kandidaten wären:

  • 18h: #23 Central Florida-UConn, #7 Miami/FL-Wake Forest, Akron-Ball State, #16 Texas A&M-Vanderbilt, Minnesota – #24 Nebraska, South Florida-#20 Louisville, Rutgers-Houston
  • 18h30: Virginia-Georgia Tech
  • 20h: Ohio-Miami/OH
  • 20h30: Bowling Green-Toledo
  • 21h: Massachussetts-Western Michigan, SMU-Temple
  • 21h30: UNC-Boston College, Kent State-Buffalo, #18 Northern Illinois-Eastern Michigan, Maryland-#9 Clemson, #14 Virginia Tech-Duke, #2 Florida State-NC State, Illinois-Michigan State
  • 22h: Western Kentucky-Troy
  • 0h: Nevada-UNLV
  • 1h: #3 Oregon-#12 UCLA, #5 Missouri-#21 South Carolina, Kansas-Baylor, ULM-Georgia State, Texas State-South Alabama, LSU-Furman
  • 1h30: Ole Miss-Idaho, #11 Auburn-Florida Atlantic
  • 2h: #4 Ohio State-Penn State, New Mexico State-ACU

Vorsicht, der nachfolgende Block ist schon in MEZ (also Winterzeit!) angegeben:

  • 3h30: #25 Oregon State-#6 Stanford, San Diego State-Fresno State

Um 21h30 und offiziell in Europa nicht bekömmlich: #1 Alabama gegen die Tennessee Volunteers. Letztere beenden damit ihre Wochen der Wahrheit mit Gegnern wie Oregon, Georgia oder South Carolina im Schedule. Alabama ist haushoch favorisiert.

Um mal einen Blick auf ein paar “neue” Teams zu richten, ein bissl genauere Einführung in die Nachtspiele.

#3 Oregon Ducks – #12 UCLA Bruins

1h

Das 1h-Spiel bei SPORT1 US ist #3 Oregon Ducks (7-0) gegen die #12 UCLA Bruins (6-1) aus der Pac-12 Conference. Ich möchte nicht behaupten, dass Oregon dieses Jahr auf diesem Blog unter dem Radar fliegt, aber gemessen an anderen Jahren, yup, war ich vielleicht etwas weniger Oregon-lastig. Das liegt daran, dass ich die Ducks in der post-Kelly Ära noch nicht oft gesehen habe.

Dabei scheint der Übergang von Chip auf den neuen Head Coach Mark Helfrich recht reibungslos von statten gegangen zu sein: Die Offense hat noch immer dasselbe Gesicht, ist höchstens eine Spur „zentrierter“ geworden. Etwas wortreicher soll das heißen, dass der Angriff QB-lastiger geworden ist, auf Marcus Mariota, den hawaiianischen Wurfkünstler, der schon letztes Jahr massiv aufgeigte und heuer in seinem zweiten Jahr als Starter Heisman-artige Stats auf den Boden bringt. Mariota soll dem Vernehmen nach auch schon in der NFL Interesse geweckt haben. NFL-kompatibel ist auch der Quarterback beim Gegner: Brett Hundley, ein Jungspund, der allerdings auch schon das dritte Jahr aus der Highschool ist und bei Lust und Laune auch 2014 in die NFL gehen könnte.

#5 Missouri Tigers – #21 Couth Carolina Gamecocks

1h

Parallel dazu dürfte es im ESPN-Player #5 Missouri Tigers (7-0) gegen #21 South Carolina Gamecocks (5-2) zu sehen geben (Kickoffzeit 1h MESZ). South Carolina ist auf diesem Blog mittlerweile ein alter Bekannter, einer konstanten, sehr ordentlichen sportlichen Leistung und Charakterköpfen wie Head Coach Steve Spurrier, (ex-)QB Stephen Garcia oder Spielern wie Jeffery, Lattimore oder Clowney sei Dank. Wenige Teams boten in den letzten Jahren bessere Gelegenheit, über sie zu schreiben.

Anders Mizzou, das zwar auch seine Geschichte geboten hätte, z.B. dank Conference-Wechsel von der Big 12 in die SEC, aber: Mizzou umgibt ein bissl das Image der grauen Maus, bei der man schon letztes Jahr nicht ganz kapierte, warum die SEC ausgerechnet sie als 14tes Team einladen wollte. Der letzte Fetzen Sexyness geht der University of Missouri auf alle Fälle ab, und ich gebe zu, mir geht es nicht anders: Im Sommer überlegte ich Uni für Uni im College-Football Countdown, ob ich ihr einen Blogeintrag spendieren wollte; bei Mizzou fiel die Antwort negativ aus.

Vor einigen Wochen entdeckte ich im Simple Ranking System die Tigers ganz weit oben; es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Außenseiter in den ersten Wochen in einem SRS nach oben gespült wird, aber Mizzou blieb nicht nur oben; Mizzou verbesserte sich jede Woche. Vor zwei Wochen wurde schließlich trotz Verletzung von QB James Franklin der BCS-Contender Georgia auswärts geschlagen und ein damit ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Letzte Woche würgte Mizzou die Florida Gators komplett ab; Georgia und Florida, die beiden Topfavoriten der SEC-East 2013, wurden von den großteils ohne Starting-QB und ohne besten CB E.J. Gaines spielenden Missouri Tigers mit insgesamt 34 Punkten geschlagen!

Die Tigers hatten im Laufe der letzten Jahre immer wieder Superspieler im Kader; Head Coach Gary Pinkel gilt auch als relativ guter Recruiter, der die Midlands entlang des Mississippi nach Rohdiamanten abgrast und immer wieder eine Granate aus dem Ärmel schüttelt. Seit Mizzou 2007 um ein Haar ins BCS-Title Game eingezogen wäre, spielten Granaten wie Aldon Smith, Brad Smith (der Wildcat-Smith der Jets und Bills, ein sagenhafter College-QB), Sean Weatherspoon, Ziggy Hood, Sheldon Richardson oder Blaine Gabbert (vergiss dabei mal seine NFL-Entwicklung) an dieser Uni.

Diesmal ist der Skill Player-Corp die bestbesetzte Uni. WR #15 Dorial Green-Beckham war in der Recruiting-Saison 2011/12 der am höchsten bewertete Highschool-Footballer landesweit. Seiner Pressekonferenz zur Verkündung der glücklichen Uni spendierte ich einst einen eigenen kurzen Blogeintrag. In den eineinhalb Spielzeiten seither entwickelte sich „DGB“ gut, aber nicht überragend; andere Leute im WR-Corp gelten als noch besser.

QB bei Mizzou ist seit einigen Jahren der etwas blässliche James Franklin Quarterback; nach dessen Verletzung wurde einfach der nächste Scrambler eingewechselt, Maty Mauk, eine komplette Unbekannte, und Mauk lieferte seither sensationelle Performances gegen die Abwehrbollwerke von Georgia und Florida ab. Pinkel hat da eine großartig besetzte Offense beisammen.

Wie wird sie gegen die nicht minder großartige Gamecocks-Defense aussehen? Wie wird die Offense gegen den ultimativen gegnerischen DE #7 Jadeveon Clowney eingestellt werden? Haut Pinkel die Eier, mehr als eine Handvoll Plays über Clowneys Seite laufen zu lassen, oder folgt er der Blaupause anderer Coaches, die schlicht und einfach die Mehrzahl der Plays in die Clowney-freie Zone ansagten?

Kansas Jayhawks – #8 Baylor Bears

1h

Bei Kansas Jayhawks gegen #8 Baylor Bears (auch 1h MESZ) gibt es die letzte Chance für Baylor, sich gegen einen „eineinhalbt-klassigen“ Gegner einzuspielen auf die höheren Aufgaben aus der Big 12 Conference, die im November in Form von Oklahoma, Texas, Texas Tech oder TCU kommen werden. Wenn Baylor Bears 6-0 sind, ist man immer gerne skeptisch und schielt verstohlen auf den Schedule, und man sieht dann für dieses Jahr noch keinen echten ernst zu nehmenden Gegner.

Aber, meien Herren: Was die Jungs von Head Coach Art Briles da an Offense-Zahlen auf das Parkett zaubern, habe ich in den letzten Jahren noch nichtmal von Oregon, Oklahoma State oder West Virginia gesehen; das ist selbst gemessen für diesen Schedule nichts anderes als atemberaubend. Dass Baylor die krasseste Spread-Offense ever spielt, habe ich schon im Sommer geschrieben. Dass Baylor aber in einer Beständigkeit das Yardage-Duell mit roundabout 700 zu 150 Yards Offense gewinnt: Alle Achtung.

#25 Oregon State Beavers – #6 Stanford Cardinal

3h30 (Winterzeit!)

Ab 4h15 gibt es noch ein wichtiges Divisionsduell aus der Pac-12 Conference: #25 Oregon State Beavers gegen #7 Stanford Cardinal. Oregon State kam mit einer Pleite gegen ein FCS-Team (Eastern Washington?) desaströs in die Saison, aber seither sind die Jungs von HC Mike Riley durchaus beachtlich in Fahrt gekommen. Stanford auf der anderen Seite muss nach der Pleite bei Utah vor zwei Wochen unbedingt eine weitere Niederlage vermeiden, um sich die Chance zu erhalten, im November die Oregon Ducks eventuell doch noch per Auswärtssieg abzufangen.

The Countdown, T-minus 36: Oregon State Beavers

The Countdown

#36 Oregon State Beavers

Die Oregon State Beavers aus Corvallis/OR waren eine der positiven Überraschungen letztes Jahr: Ein Jahr nach dem Komplettkollaps auf 3-9 fuhren die Jungs von Head Coach Mike Riley hoch auf ein 9-4, und zwar auf ein grundsolides 9-4: Man hatte zwar etwas Glück mit Turnovers, war aber 3-3 in engen Spielen, hätte also unter Umständen noch besser aus der Saison gehen können – und das alles, obwohl sich der hoch gelobte QB Sean Mannion Mitte des Herbstes schwer verletzte.

Oregon State hat ein sympathisches Team, das zu sich selbst sehr „ehrlich“ ist: Man versucht keinen Schnickschnack, indem man andere kopiert, sondern legt die komplette Offense und Defense darauf aus, ihre besten Spieler in Szene zu setzen. Im Angriff war das vor allem WR Markus Wheaton, aber der ist nun weg. Extrem positiv ist mir auchder kleine WR Brandin Cooks aufgefallen, der quasi alles in persona erledigt: Fangen und Returnen, und zwischendurch mal ein end around als Trickspielzug. Sofern Cooks fit bleibt, wird der Mann unendlich viele Ballberührungen erhalten.

Möglicherweise haben die Beavers eine QB-Controversy an der Backe: Backup Cody Vaz spielte 2012 in der zweiten Saisonhälfte für den verletzten Mannion, und er machte seine Sache nicht schlecht. Vaz ist vor allem weniger turnoveranfällig als Mannion, auch wenn er viel mehr Incompletions wirft, weniger NY/A hat und viiiiiiiiiiel zu viele Sacks kassiert (1 Sack pro zehn Passversuche!). Dafür ist Mannion viel zu unvorsichtig und wirft seit seinem Karrierebeginn am College regelmäßig zu viele INTs (1 INT pro 25 Pässe).

In der Defense geht der absolut beste Verteidiger in CB Jordan Poyer (zweite siebte Runde NFL-Draft 2013) abhanden, aber in DE Scott Crichton bleibt der zweitbeste – auch ein Mann für die NFL. Der Passrush ist trotz Crichton ein kleines Fragezeichen, aber man hofft, dass eine sehr erfahrene Secondary selbst nach Poyers Abgang gut genug halten wird, dass man in der wurfgewaltigen Pac-12 eine Chance hat.

Wird spannend. Solche Teams, die innerhalb von nullkommanix aus dem Bodenlosen in die obere Sphäre Pac-12 schießen, erleben oft einen Rückschlag, vor allem, wenn die Turnovers beginnen zuzuschlagen. Auf der anderen Seite bleibt das Mannschaftsgefüge bis auf WR Wheaton und CB Poyer intakt, und gilt der Trainerstab als klug und erfahren genug, um OSU auf Zack zu halten.

Bowl-Großkampftag III, 29.12. Preview

Disclaimer: Ja, diese Preview ist laaaaaang. Passend zu einem Spieltag mit gleich fünf Spielen (eines davon morgen als Tape). Aber mal ganz ehrlich: Solche Tage wie heute sind vielleicht der Hauptgrund, weswegen ich dieses Blog einst überhaupt aufmachte: Ich kann mich selbst durch den Zahlenwald graben und mich mental in nicht alltägliche Matchups reingrooven – auch wenn nicht immer alles 100%ig zutreffen wird..

Auch neu heute: Ich habe zu jedem Spiel eine kleine Übersicht über die gängisten Draft-Kandidaten gebastelt (Team, Position, Rückennummer, Name). Anmerkungen oder Änderungs- oder Verbesserungsvorschläge sind gern erwünscht; der Arbeitsaufwand scheint allerdings groß genug zu sein, dass ich mir mittelfristig auf alle Fälle werde ein Makro dafür programmieren müssen.

Zu den Spielen: Die beiden Kracher, die ich unbedingt empfehlen würde, sind schlafraubend, aber auch das Aufwärm- und Frühstücksbegleitprogramm ist durchaus nett und kann man sich schon mal geben.

Armed Forces Bowl

Rice Owls – Air Force Falcons

17h30 LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

Rice

TE #88 Vance McDonald

Zwei 6-6 Teams im Stadion von TCU: Für die Air Force aus der MWC ist es die sechste Bowl-Qualifikation in Serie unter Head Coach Troy Calhoun, und das kommt nach dem extremen personellen Aderlass nach 2011/12 schon einer kleinen Überraschung gleich. Air Force übertüncht dieses Problem schematisch: Als möchte man vor allem sich selbst und seinen Namen verspotten, wird hier gelaufen, gelaufen, gelaufen, und das in der klassischen triple-option Version (wenn auch meiner Erinnerung von letzten Jahr nicht aus der Flexbone-Formation. Auf alle Fälle aber ein absoluter Hingucker, und etwas unterschiedlich von dem, was zum Beispiel Navy und Georgia Tech spielen.

Bei den Rice Owls von der Elite-Raumfahrtuni aus Houston bin ich selbst gespannt: Das Team war zuletzt 2008/09 in Hochform und damals mit 10-3 unter Coach David Bailiff; deren Bowlspiel war damals nicht bei NASN, ergo sehe ich Rice heute tatsächlich zum allerersten Mal.

Die Mannschaft soll bevorzugt eine Pistol-Offense spielen und, auch wenn mehr geworfen wird als bei der Air Force, primär lauforientiert sein. Die Athleten in der Offense lesen sich ziemlich monströs (WR mit fast 2,00m Körpergröße, Tight Ends mit 2,05m und 120kg), was bei jedem, der die Air-Force-Defense schon mal gesehen hat, sofort das Alarmglöckchen schrillen lässt, denn deren Defense gilt als bestenfalls undersized, und anderen würden von einem Leichtathletik-Club sprechen, wo ein paar Sprinter mal eben für ein Footballspiel ausgeliehen wurden. Man sieht mich gespannt wie ein Regenschirm.

Excel/SRS sieht Rice mit einem Punkt vorne (Rice ist in diesem Simple Rating System aber auch nur an #87 gerankt). Gefühlt würde ich die Vorteile eher bei der Air Force sehen (Vertrautheit, ich weiß), aber man weiß auch, wie es den Falcons gehen kann, wenn die gegnerische Defense im 1st down Erfolge einfahren kann: 2nd-und-lang, und eine fast reine Option-Offense ist häufig schnell zum Punten verdammt.

Pinstripe Bowl

West Virginia Mountaineers – Syracuse Orangemen

21h LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

West Virginia

QB #10 Geno Smith 
WR #1  Tavon Austin 
WR #3  Stedman Bailey (jr.)

Syracuse

QB #12 Ryan Nassib
S  #21 Shamarko Thomas

Die Pinstripe Bowl im neuen Yankee-Stadium ist nicht bloß ein Spiel mit ungewöhnlicher Kulisse (Yankee Stadium ist ein Baseballstadion), sondern auch ein Spiel mit Potenzial auf 1500 Offense-Yards und 100 Punkte, was daran liegt, dass a) beide einen gepflegten Ball in der Offense spielen und b) beide mit tackleresistenten Defenses aufwarten. Und es ist ein Spiel alter Bekannter, nachdem WVU und Syracuse vor WVUs Wechsel in die Big 12 jahrelange Konkurrenten aus der Big East Conference gewesen waren (2011 z.B. ein 49-23 Kantersieg von Syracuse über WVU).

Die West Virginia Mountaineers (7-5) von 2012 sind eine Freakshow: Die Offense scort 41.6 Punkte pro Spiel, die Defense kassiert 38.1 Punkte. Damit rangiert man in beiden Kategorien ca. 12 Punkte/Spiel über Syracuse (7-5), auch keine Angriffsmaschinen von Traurigkeit.

Die Offense der Mountaineers ist wie Offenses von Head Coach Dana Holgorsen eben so sind: Zirka fuffzich verschiedene Anspielstationen und ein Quarterback, der den Ball nur per Kurzpass zu verteilen braucht. Dieser Quarterback ist im WVU-Falle Geno Smith, ein großgewachsener und beweglicher schwarzer Schlaks, der rein zufällig auch als Top-Draftpick 2013 gehandelt wird. Dabei besteht die WVU-Offense im Kern aus extrem quicken Kurzpässen, die die gelben Blitze wie die WRs Stedman Bailey (Draft-Kandidat) oder JD Woods zu großen Raumgewinnen mutieren.

Der Superstar im Angriff ist aber der kleine WR/HB Tavon Austin, der wie ein verirrtes Licht durch die Abwehrreihen zischt und eine Art Percy Harvin 2.0 (minus Migräne) gibt – Austin ist der Mann, der diesen Angriff definiert, Beispiel:

Austin ist noch mehr Schlüsselfigur als Geno Smith, bei dem ich noch einmal die tiefen Bälle sehen möchte, bevor ich mich überzeugen lasse, dass ich den Mann in der ersten Runde vom Tablett gehen lasse.

Fraglich ist allerdings, ob West Virginia überhaupt tief gehen muss, denn die Qualität der Syracuse-Defense lässt befürchten, dass die Bälle hier nur per Screenpass verteilt werden müssen, und schon haben wir dank 10 YAC ein neues 1st down. Neben den vielen Shootouts dieses Jahres taugt auch die fassungslose Demontage von Clemson letztes Jahr in der Orange Bowl als Beweisstück.

Syracuse hat seinerseits eine gute Offense, die man Head Coach Doug Marrone (ehemaliger QB-Coach von Drew Brees in New Orleans) nicht zugetraut hätte. Schlüsselspieler ist QB Ryan Nassib, ein sehr guter Mann, das wusste man, aber Nassib hat sich dieses Jahr in die Reihe der möglichen hohen QB-Draftpicks geschossen (gilt als minimum Zweitrundenpick). Der Mann ist vielleicht nicht der NFL-kompatibelste Werfer unter der Sonne, aber er kann eines: Den Blitz verbraten. Das ist das Mittel, das gegen West Virginia todsicher für 300yds reicht, denn die Mountaineers bringen kaum Druck ohne Blitz-Verstärkung zustande (20 Sacks über die Saison), obwohl man fast ausschließlich Passspiel gegen sich ausgespielt sah.

Ich „fürchte“ hier ein weiteres Shootout, in dem ein, zwei Big Plays der Defenses die richtigen Swings hergeben; ist nicht ganz mein Fall, aber wer drei der spannenderen NFL-Draftkandidaten 2013 (Geno Smith, Nassib, Austin) sehen will, kann sich hier mal einen Eindruck verschaffen, was die Jungs gegen no-contact Defense zu liefern imstande sind.

Excel/SRS favorisieren die West Virginia Mountaineers mit 4.5 Punkten.

Alamo Bowl

Texas Longhorns – Oregon State Beavers

0h30 LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

Texas

DE #80 Alex Okafor
S  #4  Kenny Vaccaro
DE #44 Jackson Jeffcoact
       (heute inactive)
WR #84 Marquise Goodwin

Oregon St

CB #14 Jordan Poyer
WR #2  Markus Wheaton

Das Spiel des Abends findet in San Antonio/TX statt, wenn die #23 Texas Longhorns (8-4) in einem Klassenkampf auf die #13 Oregon State Beavers (9-3) gematcht werden. Beide Teams sind interessant.

Oregon State gehört zu den positiveren Erscheinungen dieses Jahr, eine kleine Uni aus Corvallis/OR mit ihrem hoch geschätzten Head Coach Mike Riley, die aus limitierten Budgets erstaunlich viel rauspresst. Ich habe das Team heuer nie gesehen, deswegen muss ich die Preview mit etwas Angelesenem anreichern, aber generell kann man sagen: Rileys Teams sind als ehrlich zu sich selbst bekannt, d.h. sie wissen, was sie können, und was sie nicht können, lassen sie.

Im Falle der Beavers heißt das: Kurzpass-Feuerwerk in der Offense, die um ihre beiden Wide-Receiver-Zwerge Brandin Cooks und Markus Wheaton (ok, der Mann ist 1,85m) gebaut ist, die fröhlich yards after catch produzieren, egal ob denn nun QB Sean Mannion oder QB Cody Vaz die Eierschlacht führen. Heute wird übrigens Vaz starten, nachdem Mannion nach einer Verletzungspause gegen Saisonende seine zwischendurch immer typischen schwachen Vorstellungen mit vier INTs eingestreut hatte.

Bei den vielen Körnern wird der texanische Pass Rush in den Fokus geraten, der nach der Verletzung vom potenziellen NFL-Star Jeffcoat nun vom ebenso potenziellen NFL-Star DE Alex Okafor angeführt wird (es ist Okafors letztes College-Spiel) und zünden muss, um den Linebackers um den exzellenten LB Steve Edmond in den Zweikämpfen mit Wide Receivers und RB Storm Woods zu helfen.

Die Longhorns-Defense vom mir als Pragmatiker in Erinnerung geblieben DefCoord Manny Diaz gefiel in den letzten Wochen besser, wenigstens besser im Vergleich zur absolut horrenden Vorstellung gegen Oklahoma (63 Gegenpunkte plus Gnadenschuss), und vor allem das Tackling ist besser geworden – wichtig gegen solch flinke Wide Receivers.

Größter Vorteil für Texas in dem Spiel liegt in der Lauf-Offense, wo es exzellente Running Backs um den Freshman Johnathan Gray und den Sophomore Malcolm Brown gibt, die auf eine schwache Front-Seven treffen. Schlüssel im Duell Texas-Offense gegen Beavers-Defense sind aber die Quarterbacks, wo man sich nicht entscheiden kann zwischen QB David Ash und QB Case „hallo ich bin Colts kleiner Bruder“ McCoy: Beides Jungs mit Hang zum self destruction button, und beiden können die Flauseln seit Jahren nicht ausgetrieben werden. Riecht also nach lauflastiger Offense für Texas, v.a. auch, weil OffCoord Bryan Harsin (ex-Boise) mittlerweile bei Arkansas State angeheuert hat und nix mehr zum Spiel beisteuern wird.

Fragezeichen steht hinter dem Einmann-Passrush von Oregon State, DE Scott Crichton: Ist der Mann erstmal ausgeschaltet, gibt es keinen, der für ihn einspringen kann.

Prinzipiell sind die Longhorns immer in der Lage, jeden Gegner zu schlagen, wenn dem Quarterback, sei es wer es auch immer sei, ein Weltklassespiel ausrutscht; die Frage ist halt, ob das passiert. Wenn nicht, droht die Truppe, in den Improvisationsmodus zu verfallen, und das ist gegen disziplinierte Mannschaften wie Oregon State häufig kein probates Mittel.

Und: Oregon State ist laut Simple Ranking System mit 3 Punkten favorisiert, obwohl man angesichts der Nähe von Austin (Heimat der University of Texas) zu San Antonio von einem halben Heimspiel für die Longhorns ausgehen kann.

Buffalo Wild Wings Bowl

TCU Horned Frogs – Michigan State Spartans

4h LIVE bei ESPN America; Tape morgen 12h bei ESPNA.

Draft 2013

Who to watch

Michigan St

DE #2  William Gholston
RB #24 Le’Veon Bell
CB #5  Johnny Adams

Wer auf knackige Defenses steht, ist hier genau richtig: Die Texas Christian University (TCU) (7-5) wird seit der Amtsübernahme von Head Coach Gary Patterson vor über zehn Jahren mit seiner extrem schnellen, dynamischen 4-2-5 Abwehr assoziiert, und die der Michigan State Spartans (6-6) gilt dieses Jahr ebenso trotz der schwachen Saisonbilanz als superbe Unit, kaum am Boden zu bezwingen und mit einer exzellenten Secondary ausgestattet.

Ich habe Michigan State nur einmal spielen sehen (Opener gegen Boise State), und ich kann mir aufgrund dieser Partie vorstellen, warum man 6-6 ging, obwohl man laut Simple Ranking System und anderen fortgeschrittenen Rankings zu den besseren Mannschaften hätte gehören müssen: Man dominierte damals eine nicht schwache Boise-Elf komplett, fuhr mit RB Le’Veon Bell über die Broncos drüber, nur um am Ende trotzdem bloß knapp 17-13 zu gewinnen. Michigan State in den 12 Saisonspielen: 8x innerhalb eines Scores (3-5 Bilanz), und das, obwohl die Defense bloß 16.3 Punkte pro Spiel zuließ und etliche Turnovers produzierte.

Man merze die Schwachstellen in der RedZone aus und lasse den jungen QB Maxwell reifen, und wir sprechen hier über einen Big-Ten-Favoriten. Freilich haben die TCU Horned Frogs ähnliche Probleme, die aber hausgemachter sind: QB Casey Pachall, ein eigentlich exzellenter Mann, wurde nach mehreren positiven Drogentests in die Reha geschickt und der junge Freshman Trevon Boykin übernahm und machte mir im letzten Saisonviertel einen guten Eindruck. Allein: Man ist in Scoring-Range aus welchen Gründen auch immer verdammt dazu, mit Field Goals Vorlieb zu nehmen.

Prinzipiell halte ich beide Teams mit ihren Saison-Records für unterbewertet. SRS favorisiert TCU mit 2 Punkten, aber das kann auch an den eklatanten Problemen der Spartans zu tun haben, den Sack zuzumachen. Ich traue mir keine Prognose zu, auch weil ein Spiel mit wenigen Punkten auf ein, zwei gut exekutierte Big Plays hinauslaufen kann, und freue mich einfach, TCUs fantastische Hochgeschwindigkeitsdefense ein letztes Mal für die nächsten paar Monate zu sehen.

Kraft Fight Hunger Bowl

Navy Midshipmen – Arizona State Sun Devils

Tape morgen 9h30 bei ESPN America
(dürfte LIVE heute, 22h im ESPN-Player aufschlagen)

Draft 2013

Who to watch

Arizona St

OLB #8 Brandon Magee

Schließlich noch die „richtige“ Flexbone-Triple Option Offense, die die Navy (8-4) seit den Zeiten unter Paul johnson (jetzt Georgia Tech) spielt, und die auch unter Johnsons Nachfolger, dem Hawaiianer Ken Niumatalolo noch in mehr als Spurenelementen vorhanden ist. Es ist aber nicht mehr so extrem wie früher, und das war schon zum Saisonauftakt gegen Notre Dame in Irland erkennbar; seit der Einwechslung vom Freshman-QB Keenan Reynolds (für den altgedienten Recken Trey Miller) sieht die Pass-Offense sogar recht akzeptabel aus und ist mit 8 TD und 1 INT sogar effizient. Neben Reynolds sind die Schlüsselspieler natürlich der Slotback mit dem unvergesslichen Namen Gee Gee Greene und noch mehr FB Noah Copeland, der verzweifelt versucht, das texanische Monster Alexander Teich (Karriereende 2011) vergessen zu machen.

Arizona State (7-5) spielte eine durchwachsene Debütsaison unter seinem neuen, unter etwas bizarren Umständen gekommenen Head Coach Todd Graham: Die Spread-Offense unter dem spaßigen QB-Gunslinger Taylor Kelly funktioniert so gut, dass man gegen mittelmäßige Teams um die 40 Punkte auf das Tablett legen kann, aber Kelly hat in Shootouts häufig Probleme, das Tempo mit dem Gegner mitzugehen und baut dann Würfe ein, für die jeder QB in der siebten bayrischen Liga auf die Bank gesetzt würde. Im Laufspiel entlastet eine Horde an in etwa gleichwertigen Running Backs, aus denen der brutal bewegliche RB DJ Foster IMHO herausragt.

Arizona State ist im SRS mit 13.5 Punkten favorisiert, und ich würde den Spread voll unterschreiben. Die Navy hat nicht die Qualität in der Defense, um mehr als 25, 30 Punkte zu verhindern, und umgekehrt dürfte die Navy-Offense nur dann Land sehen, wenn das Passspiel früh im Spiel ein paar große Raumgewinne schafft. Auf der anderen Seite: Arizona States Chef-DT Will Sutton scheint mir ein Typ Suh zu sein, der nicht gerne seine Assignments einhält und gerne aggressiver als notwendig zu Werke geht – tödlich gegen eine Flexbone-Triple Option Offense

Weiterer Grund einzuschalten: Wir haben es wieder mit einem Baseball-Stadion (AT&T Park der SF Giants) zu tun; im Gegensatz zum Yankee-Stadium gibt das AT&T Stadion aber eine schöne Kulisse mit dem Meer der San Francisco-Bay im Hintergrund ab.

Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Northern Division

Nach dem sonnigen Süden nun in den nasskalten Norden der Pac-12 Conference, an die Bucht um San Francisco, und in die regnerischen Wälder Oregons und Washingtons. Es ist die Division des Nordwestens der Vereinigten Staaten, dort, wo die Stadien zwar keine 100.000 fassen, aber das Publikum in den zumeist schnuckeligen Arenen frenetisch wie in nicht jeder SEC-Arena aufgeigt.

Den Divisionsfavoriten kennen wird bereits: Oregon hatte ich einen eigenen Eintrag spendiert. Wenden wir uns der Konkurrenz zu. Den Stanford Cardinal zum Beispiel, die nach dem Abgang von QB Andrew Luck kein Trübsal blasen, weil man – ungewöhnlich für diese akademische Elite-Uni – plötzlich gut aufgestellt ist: Head Coach David Shaw hat für Stanford-Verhältnisse (exzellente Athleten sind schwer zu bekommen, weil Stanford noch Wert auf den „Student“ in Student Athlete legt) sensationell rekrutiert und die landesweit fünftbeste Klasse 2012 eingefahren. Shaw wirbt mit der Herausforderung: Spielen und pauken – nur die absolut Besten kommen da durch und sind gemacht fürs Leben.

Die Fragezeichen gibt es in der Offense, wo der RB Stepfan Taylor (kein Schreibfehler) den jungen QB Brett Nottingham (edit: Luck-Nachfolger scheint Josh Nunes geworden zu sein) tragen muss. Die Defense baut auf Physis und ihre herausragende Front-Seven, die zu den druckvollsten gehört, was Sacks angeht und Laufspiel meist komplett abwürgt. Könnte trotzdem eine happige Saison werden, mit USC, @Notre Dame und @Oregon im Spielplan.

Die Chance für die California Golden Bears (auch: Cal)? Nach Jahren der Stagnation ist in Berkeley plötzlich so was wie Euphorie zu spüren, was an der Combo QB Zac Maynard/WR Keenan Allen liegen mag. Oder am sanierten Heimstadion. Oder am sehr, sehr starken Defensive Backfield. Man hält sogar 9-3 für nicht ausgeschlossen.

Auch die Washington Huskies sind recht enthusiastisch, trotz der verheerenden Defense. Head Coach Steve Sarkisian hat nach Jahren am Boden (u.a. 0-12 im Jahr 2008) ansehnliche Aufbauarbeit geleistet und kann auf eine starke Offense vertrauen: QB Keith Price besitzt einen NFL-kompatiblen Arm, besser als es Jake Locker je war, und obwohl mit RB Polk und WR Kearse die besten Skill Player in die NFL gegangen sind, gibt es dahinter gute Nachrücker. Sehr gespannt bin ich auf die Defense, die kaum Druck zustande bringt (welch Wunder, wenn ein Defensive End wie Shirley keine 100kg auf die Waage bringt!), aber in der Secondary große Talente besitzt. Der Safety Shaq Thompson ist z.B. ein unglaublich gehypter Freshman. Washington wird sich dennoch schwer tun, in den Top-25 zu bleiben, weil der Schedule sich gewaschen hat: @LSU (8.9.), Stanford (27.9.), @Oregon (6.10.), USC (13.10.) in der ersten Saisonhälfte!

Die Huskies sind aber weiter als der innerstaatliche Rivale Washington State. Die Coogs kommen dafür mit viel Boohay um ihren neuen Head Coach Mike Leach daher, der vor zweieinhalb Jahren unter mysteriösen Umständen bei Texas Tech gefeuert worden war. Mike Leach, das ist nicht irgendwer. Mike Leach, das ist der vielleicht wichtigste Vordenker der unglaublich passlastigen „Air Raid“-Offense – die Texas-Tech-QBs pulverisierten unter Leach die Passrekorde gleich serienweise.

Die Zauberformel lautet: Creating space, using space. Die zirka einhundertdreiundfünfzig Wide Receivers an der Anspiellinie kreuzen sofort ihre Routen, und innerhalb von nullkommasieben Sekunden (oder so) muss der Quarterback geworfen haben. Es braucht keinen QB mit Staffords Raketenarm. Es braucht nur einen kurzentschlossenen, blassen Werfer. Einen wie QB Connor Halliday, der bei Washington State heuer starten soll. Es braucht aber auch eine halbwegs vorzeigbare Offensive Line – und genau daran wird der Angriff in Leachs erstem Jahr scheitern. Von der Defense ist nicht viel zu erwarten, höchstens, dass die erneuerte Front Seven ein bisschen Terz machen kann.

Bleibt das Mauerblümchen, die Oregon State Beavers vom beliebten, aber langsam unter Druck geratenden Head Coach Mike Riley. Oregon State war zu Beginn „meiner“ College-Football-Zeit (iss nicht soooo lange her) ein mit Ehrfurcht vernommenes Programm, kommt aber seit drei Jahren nicht mehr aus dem Loch. Verletzungsprobleme. Auswärtsschwäche. Ein QB Sean Mannion, der hinter einer wackeligen Protection immer wieder kurz vor dem Durchbruch ein Spiel mit 4 INTs einstreut. 2011 verlor man glatt auch noch gegen ein Team aus der FCS, was heuer nicht passieren darf, außer Riley will unbedingt in Rente gehen.

Summa summarum: Eine durchaus bärenstarke Division, die die Pac-12 da im Norden mittlerweile aufgestellt hat. Kein Vergleich zu dem, was wir heute Vormittag aus dem Süden kennen gelernt haben. Durchaus nicht ausgeschlossen, dass fünf Teams aus dem Norden die Bowl Season erreichen.

College Football 2011/12, Week #2 live

Guten Abend. Vorschau gibt es hier.

 

21h30: Penn State Nittany Lions – Alabama Crimson Tide

[00h35] Penn State 3, Alabama 27. Dolchstoß. Ein weiterer Turnover der Nittany Lions, Alabama läuft mit #42 Lacy und #3 Richardson locker durch. Und over.

[00h03] Seufz. Penn State zum x-ten Mal mit dem Schema F: Snap, Bolden mit halbherziger Play-Action, schwacher Bogenlampenwurf über die linke Seite rund 25yds das Feld runter, unterworfen… abgefangen, und diesmal zählt die Interception sogar! Sehr, sehr unkreativ, was OffCoord Jay Paterno hier veranstaltet, oder aber ein Produkt der beiden suboptimalen Quarterbacks für Penn State. Das Spiel schaut nun sehr gegessen aus, 16min vor Schluss.

[23h58] Penn State 3, Alabama 20. Ein Goal Line Stand hält die Nittany Lions im Spiel, mit der Einschränkung „wenn sie sofort ihre Offense in Gang bekommen“. Das Passspiel ist ziemlich unterirdisch, zuletzt war wieder QB McGloin im Spiel, der drei Incompletions in Serie warf, zwei davon haarscharf an Interceptions.

[23h43] Ein drittes Viertel bislang, das nahtlos an die defensivlastige erste Halbzeit anknüpft. Immer, wenn eine der beiden Abwehrreihen mit ihrer Defensive Line allein Druck genug zustande bekommt, sind die Offenses in ärgeren Problemen. Penn States Rob Bolden warf zwei Interceptions in zwei aufeinanderfolgenden Spielzügen, beide nur knapp wegen Bodenberührung zurückgepfiffen.

[23h08] Halbzeit Penn State 3, Alabama 17. Beeindruckende Vorstellung von Bama, deren Defense nach einem ordentlichen Eröffnungsdrive Penn State seither gnadenlos niedermacht und den Lions das Laufspiel komplett wegnimmt. Penn States RB Silas Redd wird immer und immer wieder über die Mitte geschickt – und abgewürgt. QB Bolden ist ein zu unpräziser Werfer, als dass Alabama dadurch kontinuierlich ernsthaft gefährdet wäre.

In der Offense macht Bama-QB McCarron einen sehr, sehr überlegten Eindruck. McCarron mag ein Grünschnabel sein, aber da waren einige sehr große Würfe dabei, die ein Greg McElroy niemals machte. Besonders beeindruckend, weil das Laufspiel noch nicht wirklich in die Gänge gekommen wirkt. Und Penn State, so wenig die Offense zustande bringt, hat eine extrem aggressive Defense, die allenfalls in der RedZone etwas mehr Pass Rush bringen könnte.

Kudos für Alabamas Special Teams: Penn State wird bei jedem Punt tief hinten drin reingenagelt.

[22h39] Penn State hat nun erstmal QB Matt McGloin eingewechselt – keine Enteierung für Bolden, sondern zum Plan gehörend, weil man das Alabama-Spiel primär als Testspiel angehen kann. McGloin führte sich gleich mal mit Abstimmungsproblemen bei der Ballübergabe an die Running Backs ein.

[22h18] Penn State 3, Alabama 7. Auf halbem Weg in die Endzone brauchte es einen Punt-Fake samt ultraknapper 4th down conversion (ca. 0,02mm würde ich mal behaupten). Das reichte, QB A.J. McBarron danach on fire, mit rattenscharfen Bällen selbst bei kollabierender Pocket, und unterstützt von einem fantastischen Catch der #4 WR Marquise Maze, einem Catch, der nicht viele machen.

[22h08] Beide Defenses recht pumped up, würde ich sagen. Fast nach jedem Spielzug ein Menschenknäuel. Als seien wir die paar tausend Meilen weiter südwestlich, in Neuseeland.

[22h01] Penn State 3, Alabama 0, nach je einem Drive. Es deutet sich bereits an, wie brutal es dieses Jahr wird, gegen Alabama über die Mitte zu laufen. Penn State vertraut einen Tick zu sehr darauf, muss sich bei langen 3rd downs sehr des beweglichen QB Rob Bolden bedienen. Die Defense der Nittany Lions mit recht viel Druck durch die Defensive Line, zerbröselte die drei Spielzüge von Alabama im Ansatz.

[21h31] Aus dem schönsten Stadion der Welt: Penn State gegen Alabama. Penn States Trainerlegende Joe Paterno wird wie vergangenes Wochenende nicht an der Seitenlinie, sondern im Booth sitzen.

18h: Wisconsin Badgers – Oregon State Ducks

[21h00] Endstand Wisconsin 35, Oregon State 0. Flotte Partie in nur 3h03 beendet. Wisconsin mit einer grundsoliden Vorstellung, aber eine richtige Einordnung ist nicht möglich, weil Oregon State unterirdischer als erwartet spielte. Mike Riley dürfte früher oder später doch in Bedrängnis kommen, wenn es so weiter geht. Ob Ryan Katz auch weiterhin draußen bleiben muss?

Die Alarmglocken in Morgantown sind derweil mit einem 66yds-Drive in 3 Spielzügen etwas abgeklungen: West Virginia ist gegen Norfolk State aus der FCS eingangs der zweiten Halbzeit 17-12 in Führung gegangen.

[20h42] Blick auf die anderen Spielfelder: In Columbus gibt es tatsächlich doch Upset-Alarm, auch wenn Ohio State Mitte des dritten Viertels nun wieder 27-22 führt (2pts-Conversion scheiterte). Ohio State dominiert sämtliche Kategorien, inklusive des disziplinierteren Spiels (nur 2 Strafen gegen Toledos 13). Aber Toledo hat die Allzweckaffe WR Eric Page.

Bei Auburn – Mississippi State hat eben das dritte Viertel begonnen. Bei Halbzeit gab es bereits 57 (!) Punkte. Auburn führt knapp 31-24.

[20h21] Ich denke, die Messen in Wisconsin sind schön langsam gelesen, das Spiel wird nun immer lauflastiger von Seiten der Badgers und die Running Backs beginnen, auch mit sub-parem Blocking auf eigene Faust, Yards herauszuschinden. Es war überraschend, wie lange die Offensive Line brauchte, um das Spiel in den Griff zu bekommen. In der Defense würde ich bei Wisconsin einen Aufwärtstrend gegenüber vergangener Woche sehen. Die Front Seven hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, ist aber im Spielverlauf sehr solide geworden gegen eine zugegeben ultraharmlose Beavers-Offense, die nur einen einzigen langen Passspielzug hinbekam (einen sehenswerten Catch in Doppeldeckung über die Mitte allerdings) und – noch wichtiger – null Laufspiel.

Sollte QB Russell Wilson weiterhin Stats wie diese und letzte Woche produzieren, wird man früher oder später tatsächlich über die Heisman Trophy sprechen. Das ist nicht mehr der Wilson, der bei NC State um sein Leben scrambeln musste. Mit einer besseren Line macht Wilson Play auf Play und gibt Wisconsin IMHO tatsächlich eine gute Chance, erneut die Big Ten zu holen.

[19h27] Wisconsin 21, Oregon State 0. Wie vor einer halben Stunde abgezeichnet: Wisconsin kriegt nun physisch die Überhand und drückt sein Laufspiel durch, sogar auch um die Line herum. QB Wilson mit dem dritten Pass-Touchdown zum Abschluss des Drives 27sek vor Halbzeit, und einer, der nicht besser zu Wisconsin hätte passen können: Auf einen Tight End.

Oregon State dagegen enttäuscht in der Offense bisher völlig, und irgendwie habe ich noch nicht mitbekommen, warum man denn nun mit einem Freshman und nicht mit dem soliden QB Ryan Katz spielt.

[19h00] Wisconsin 14, Oregon State 0. Die Geschichte ist auch Mitte des zweiten Viertels etwas zäh, sieht mit einer starken Front Seven der Beavers eine nette Herausforderung für Wisconsin, die nun aber körperlich langsam Vorteile gewinnen zu scheinen und mit Play-Action die aggressiv reagierende Defense verarschen.

Der Touchdown war ein schön geworfener Ball von QB Russell Wilson in das linke Eck der Endzone auf WR #1 Toon. Vor dem Snap übrigens der neue Co-Kommentator von ESPN, Urban Meyer (ex-Coach von Florida), mit einer interessanten Beobachtung, sah die Single Coverage gegen Toon richtig kommen.

[18h38] Wisconsin 7, Oregon State 0. Dank eines kuriosen Punts für MINUS VIER YARDS führen die Badgers, aber das war’s auch. Die Offense kriegt das Laufspiel nicht wirklich in die Gänge, nicht über RB Montee Ball, nicht über RB Jamal White. Entsprechend unrhythmisch sieht es dann auch aus, weil Oregon State die Box mit 8 Mann vollstopfen kann.

So wie auf der anderen Seite die Beavers den Ball tragen, riecht da förmlich nach noch kommenden drei, vier Fumbles.

[18h05] Wisconsin vs Oregon State. Mal schauen, inwiefern Wisconsin diesmal eine etwas enthusiastischere Defense aufstellt. Oregon State steht nach einer furchtbaren Heimniederlage letzte Woche bereits unter Druck.

College Football 2011/12 Preview: Pac-12 Conference

Drittletzter Teil der langen Vorschauserie. Diesmal geht es um eine Conference, die sich im massiven Aufbruch befindet: Die Pac-12 Conference, die mit dieser Saison mit Utah und Colorado zwei neue Programme willkommen heißt und sogar eine zeitlang mit einer richtigen „Super-Conference“ geliebäugelt hatte. Der Hauptpreis namens „University of Texas“ wurde am Ende aber doch nicht gezogen, wer weiß, vielleicht „noch“ nicht.

Denn: Im neuen, sensationellen TV-Vertrag mit ABC/ESPN und Fox (12 Jahre, 2,7 Milliarden US-Dollar) wurden schon vorsorglich Klauseln für massive Steigerungen eingebaut, sollten Texas und/oder Oklahoma in die Pac-12 wechseln (wenn Texas kommt, kommt wohl auch Texas Tech als staatliche Hochschulen gleich mit). Auf alle Fälle hat Commissioner Larry Scott schon mal eines erreicht: Man spricht über die Pac-12. Und das wird noch mehr gelten, wenn sie in Zukunft anstelle von halb elf Uhr abends in der Primetime (Atlantikküste) spielen werden – auf ABC anstelle von Versus.

Sportlich gesehen hat sich die Pac-10/12 in den letzten Jahren immer mehr gen Osten geöffnet, nachdem man vor Jahren den Ruf hatte, inzestuös unter sich zu bleiben und die out of conference games maximal gegen die MWC anzusetzen.

Northern Division

„Gen Osten geöffnet“, wie das großartige Eröffnungsspiel Oregon vs. LSU, das heute Nacht stattfinden wird. Die Oregon Ducks gelten auch heuer wieder als einer der großen Titelkandidaten, in der Pac-12 Conference sowieso, aber auch im Rennen um den BCS-Titel. Oregon zeichnet unter dem Head Coach Chip Kelly eine fantastisch schnell spielende Offense aus, eine Augenweide, wenn sie ins Rollen kommt, voll mit Option-Laufspielzügen und quicken Pässen.

Kernspieler des Angriffs ist der nicht koschere, aber unglaublich wendige RB LaMichael James, mit seiner Zierlichkeit nicht gerade NFL-Gardemaß, aber für das College ein idealer Running Back mit einem idealen Komplementärspieler in RB Kenyon Barner, der ein paar Kilos mehr wiegt. Dazu gesellt sich mit Darron Thomas ein laufstarker Quarterback, sodass Oregon über 300yds/Spiel erläuft – und Thomas legt dann noch mal über 250yds/Pass drauf!

Die Offense erfordert mit ihrer atemberaubenden Geschwindigkeit (oft keine 20sek zwischen den Spielzugende und Snap des nächsten Spielzugs) aber ein hohes Maß an Konzentration und ist gegen physisch starke Gegner anfällig – und dann kommt noch die Befürchtung dazu, dass nach zwei Jahren irgendwann die Defensive Coordinators dieser Erde wirksame Gegenmittel finden dürften, nachdem simulierte Verletzungen im vergangenen Herbst nur zeitweise halfen.

Oregon muss heuer allerdings weite Teile seiner Offensive Line und Wide Receivers ersetzen. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass die Offense immer ein paar Pünktchen mehr scort als die überdurchschnittlich gute Defense zulässt – und dann gibt es noch den großartigen CB/PR Cliff Harris, ein Mann, der allerdings heute Nacht gegen LSU wegen interner Sperre fehlen wird.

Manche sehen in den Stanford Cardinal den großen Gegenspieler Oregons. Das hat trotz des Abgangs von Head Coach Jim Harbaugh einen veritablen Grund, der sich da nennt: QB Andrew Luck. Ich sehe erst die fünfte volle Saison College Football, aber trotz Ryan, Stafford, Tebow oder Bradford gab es dabei keinen Quarterback, über den sich unisono alle Experten und Möchtegernexperten so einig waren. Luck gilt als Superstar und sicherer #1-Draftpick und allein seine Präsenz in dieser Mannschaft macht Stanford zum BCS-Titelanwärter.

Wir sprechen hier in der Tat von einem QB, dem man sein Standings anmerkt, ein extrem cooler Mann auch unter Druck, und ein Mann mit Hirn: Luck verzichtete auf den NFL-Draft, um seinen Architektur-Abschluss machen zu können. Theoretisch ist Luck heuer erst Junior, aber nach dem bereits abgeschlossenen Studium zweifelt niemand mehr daran, dass in diesem Herbst manche NFL-Fans (Buffalo, Washington, Seattle, I’m looking @ you!) auf Niederlagenserien ihrer Teams hoffen, um 2012 Luck an #1 draften zu können.

Der neue Head Coach David Shaw geht in dem Trubel um den QB ganz unter, ist ein recht junger Coach und gilt als sehr gewissenhafter Tüftler in der Spielvorbereitung. In der Defense liegen aber die größeren Probleme, wo mit DefCoord Vic Fangio der Stratege hinter der eigentlichen Erfolgsstory der Cardinal mit Harbaugh ein paar Kilometer weiter zu den 49ers gegangen ist und in der 3-4 Defensive Line nach wichtigen Abgängen nur Leichtgewichte spielen. Stärke ist das Defensive Backfield mit einem sehr guten Duo an Safetys.

Bei Stanford wird der Schedule insbesondere ab Mitte Oktober knackig: Die letzten sechs Spiele gegen gegen Washington, @USC, @Oregon State, Oregon, California und als Abschluss out of conference gegen Notre Dame. So eine Spanne muss eine Mannschaft erst einmal unbeschadet überstehen.

Stanfords traditioneller Erzrivale ist die University of California/Berkley, kurz Cal. Das Programm nennt sich Golden Bears und spielt seit Menschengedenken im Memorial Stadium, wo man auf dem dahinterliegenden Hang sitzend einen Gratisblick auf das Spielgeschehen werfen kann. Beziehungsweise konnte. Cals Stadion wird heuer renoviert, weswegen sie diesen Herbst auswärts in San Franciscos neuem Baseballpark AT&T spielen werden.

Head Coach ist der QB-Entwickler Jeff Tedford, der nach ein paar durchwachsenen Jahren vor der Entlassung steht. Die Offense war zuletzt der Schwachpunkt, u.a. gingen mit Jahvid Best (Detroit) und Shaun Vereen (New England) nacheinander die besten Running Backs flöten. Neuester Trumpf: Der fassungslos explosive WR Keenan Allen. Allein: Wer die Bälle werfen soll, weiß noch kein Mensch. Die Defense wird von einem bekannten Gesicht gecoacht: Clancy Pendergast. In Erinnerung bleibt die gigantische Leistung gegen Oregon, als deren Sensationsoffense gänzlich abgewürgt wurde.

Trotz schwacher, verletzungsgeplagter 2010er-Saison gilt Mike Riley bei den Oregon State Beavers als brillanter Head Coach, ein Name, der bei fast jedem frei gewordenen Trainerposten bei jedem großen Collegeprogramm im Gespräch ist. Riley steht im Ruf, immer dann zu brillieren, wenn alles gegen ihn spricht, und er hat sich in Corvallis ein so schickes Leben aufgebaut, dass er bislang allen Verlockungen standhielt. Krass dazu im Gegensatz steht Rileys NFL-Episode in San Diego. Dazu nur ein Stichwort: Ryan Leaf.

Bei „Ryan Leaf“ ist auch „Washington State“ nicht weit entfernt. Dort erlebte man die besten Jahre eben unter dem Mann, der sich heute mit Jamarcus Russell um… ach, Sie wissen schon. Mittlerweile liest sich eine 2-10 Bilanz im Herbst 2010 als Fortschritt und man riskiert, selbst von den lächerlichen Idaho Vandals ums Eck nass gemacht zu werden. Paul Wulff hat in drei Jahren fünf von 37 Spielen gewonnen und kriegt nun die allerletzte Chance. Trotzdem gilt es als fast hausgemacht, dass Robb Akey im Winter übernehmen wird. „Akey“ wie „Head Coach bei Idaho“.

Dabei hätte Wulff einen herausragenden Quarterback in Jeff Tuel (junior), gepaart mit einem sensationellen Wide Receiver in Marquess Wilson, der als Freshman jüngst über 1000yds machte. Problemzonen wie unterirdisches Laufspiel, Schweizerkäseoffensiveline und Vergammelteschweizerkäsedefensiveline übertünchen die wenigen Stärken.

Den großen Rivalen, die Washington Huskies aus Seattle, freut’s. Die haben zwar mit QB Jake Locker Herz, Seele und Gesicht des Teams verloren, aber der wichtigste Mann ist geblieben: Head Coach Steve Sarkisian, der innerhalb kürzester Zeit einen Trümmerhaufen konkurrenzfähig gemacht hat. Der neue QB Keith Price gefällt als Werfer sogar besser als Locker, ist dafür fußsteif wie Holzkohle. Das Laufen übernimmt dafür Super-Running Back Chris Polk, dessen 177yds in der Bowl gegen Nebraska noch nicht vergessen sind. Gemeinsam mit dem WR Jermaine Kearse hat Sarkisian da womöglich eine Nordwest-Version der Triplets beisammen.

Die Defense Line der Huskies liest sich sehr „hawaiisch“: Ankermann DT Alameda Ta’amu wird flankiert von Namen wie Sione Potoa’e, Semisi Tokolahi, Lawrence Lagafuaina, Hau’oli Jamora. Irgendwelche Fragen, wo hier rekrutiert wurde?

Für Washington wird das dritte Aufeinandertreffen innerhalb eines Jahres gegen Nebraska am 19. September zum Stimmungsbarometer. Obwohl out of conference, kann mit einem Sieg ein ganz wichtiger Schritt zurück zum alten Glanz gemacht werden.

Southern Division

Die Süd-Division gilt als gänzlich offen, was soweit geht, dass manche den Neuling, die Utah Utes, für den Favoriten halten. Die Utes haben sich in den letzten Jahren einen Ruf als BCS-Spoiler gemacht und neun der letzten 11 Spiele gegen BCS-Gegner gewonnen. Nun ist man selbst „BCS“, ein Move, der womöglich unter anderem auch den Verbleib von Head Coach Kyle Wittingham gesichert hat.

Der neue Offensive Coordinator ist der allseits bekannte Norm Chow, und immer wenn Norm Chow am College die Mannschaft wechselt, bedeutet dies Diskussionen über die Abkehr von der Spread Offense hin zu einer „pro style“-Offense, wie man auch immer „pro style“ auffassen will. Auf alle Fälle in Salt Lake City ein neues System für den bisher wenig herausragenden QB Jordan Wynn.

Die Mannschaft besitzt keine herausragenden Stärken und trägt die Last des Newcomers mit sich. Kollateralschaden einer möglicherweise schwachen Saison (sagen wir: 6-6 oder so) könnten Universitäten wie BYU oder Boise State sein, deren wahre Stärken wieder in Frage gestellt würde…

Utah muss beim möglicherweise entscheidenden Divisionsspiel um den Einzug ins Pac-12 Finale auswärts antreten. Gegen die University of Southern California. Die Trojans sind noch in dieser Saison von der Bowl Season ausgeschlossen – eine Spätfolge der unsäglichen Zeit unter Pete Carroll mit massivem ESPN-Hype, gefaketen und nicht gefaketen Landesmeistertiteln, die im Nachhinein wieder aberkannt wurden. Offensive Coordinator damals: Lane Kiffin. Und eben jener Lane Kiffin, auch bekannt geworden als Großmaul bei den Oakland Raiders, ist seit eineinhalb Jahren in Los Angeles am Werkeln. Der Mann, der so leicht zu verabscheuen ist, scheint auch bei USC keinen allzu leichten Stand zu haben und könnte bei entsprechend schwachem Saisonverlauf im kommenden Herbst schon vor dem Rauswurf stehen.

Und Kiffins Trojans riskieren eine ungemütliche Saison. Der Kader ist nicht gerade sonderlich tief besetzt (eine Folge der reduzierten Stipendien?), der RB Mark Tyler ein Stinkstiefel, der #1-WR Robert Woods leidet unter Stimmungsschwankungen (als Spieler) und die Defense war in der vergangenen Saison grottenschlecht, vor allem in der Secondary – eine Monty-Kiffin-Defense!

Der große Superstar ist QB Matt Barkley, der jüngste in einer Reihe an hochkarätigen USC-Quarterbacks in der letzten Dekade. Barkley ist ein Posterboy vor dem Herrn, ein Mann, der für arme Kinder in Mexiko und Südafrika Häuser baute und entsprechende Parallelen zu Tim Tebow aufkommen lässt. Diese beschränken sich aber auf das Leben neben dem Spiefeld. Barkley ist ein Gunslinger-Typ, ein typischer NFL-Quarterback, und fast alle glauben, dass Barkley 2012, ein Jahr zu früh, in die NFL wechseln und ein Top-Pick sein wird.

Die sportliche Variante von „nicht bowl-eligible“ bietet USCs Stadtrivale, die UCLA Bruins, die unter dem – wir bleiben diplomatisch – zweifelhaften „Slick“ Rick Neuheisl Jahr für Jahr schlechter werden und sich per Saisonbilanz selbst aus dem Rennen nehmen werden. Zumindest gehen alle Saisonprognosen dahin. UCLA hat zwar eine recht starke Lauf-Offense und keine zu verachtende Defensive Line, aber ansonsten zwicken mehrere Sorgen, angefangen bei der Grundstimmung im Footballprogramm bis hin zum extrem verletzungsanfälligen QB Kevin Prince Boateng.

Ähnlich schlecht ist die Stimmung beim neben Utah zweiten Neuzugang der Pac-12, den Colorado Buffaloes. Nach Jahren der Kontroversen wurde Head Coach Dan Hawkins abgesägt und mit Jon Embree nun ein neuer Mann – ein Colorado Man – eingestellt. Täuscht es, oder ist die Qualifikation „kennt die Uni und das Umfeld“ immer mehr ein Qualifikationsmerkmal für Head Coaches? Embree hat nicht einmal Erfahrung als Coordinator, trotzdem gilt der Mann als Messias. Es soll eine neue, bodenständige Offense eingeführt werden, ganz klassisch mit Fullback und Quarterback mit Händen am Arsch des Centers, anstelle von Shotgun Spread. Der Angriff soll getragen werden vom Winzling RB Rod Stewart (1,67m, 79kg), der ungeachtet seiner physischen Limits 2010/11 mal eben 1318yds und 10 Touchdowns hinknallte. Da passt auch die Defense ins Bild, die allerorts als undersized angesehen wird und im wahrsten Sinne des Wortes „wachsen“ muss, vor allem wenn ich an die Passgewalt der Gegnerschaft im Schedule denke (QBs wie Barkley, Luck, Foles, Moniz warten).

Von der Einsamkeit der Rocky Mountains in die Wüste von Arizona, dort wo in Tucson die Arizona Wildcats versuchen, den katastrophalen Kollaps von 2010/11 vergessen zu machen (aus 7-1 zum Start wurde 7-6 am Ende). Kein Spiel spiegelte den Saisonverlauf besser wieder als jenes in Oregon, als man eine Halbzeit lang mit spektakulärer Defense und Big Plays in der Offense führte, um in Halbzeit #2 32 Punkte zu kassieren und noch haushoch zu verlieren.

Head Coach ist Mike Stoops, Bruder von Oklahomas Bob, und Quarterback ist Zottelbock Nick Foles, ein Topmann, kein Scrambler, aber extrem agil in der Pocket und wurfgewaltig. Foles und seine Passarmada blasen ihr letztes Halali (allesamt Seniors), und sie müssen es hinter einer zu 100% erneuerten Offensive Line machen.

Arizonas schmerzhaftestes Spiel war jenes zum Abschluss der Regular Season, ein durch unfassbare Special-Teams-Fehler verlorenes Lokalderby gegen die Arizona State Sun Devils aus Tempe. Eben jenes Spiel gab den Sun Devils die Initialzündung zu einem kaum nachvollziehbaren Hype: 2010/11 würgte man sich dank zweier Siege gegen FCS-Gegnerschaft zu einer 6-6 Bilanz. Es sind Bestandteile vorhanden: Die Laufdefense gehört zu den allerbesten – im Vorjahr wurde Washington State folgendermaßen abgewürgt: 65 Carries, -47 (minus siebenundvierzig) Yards. Ein Schnitt von -0,7yds/Carry. Auch wenn am College Sacks als Laufspiel gewertet werden, bleibt dies eindrucksvoll. Anker der Defense ist der monströse LB Vontaze Burfict, ein Bulle und zukünftiger NFL-Profi.

Das bekannteste Gesicht in Tempe ist aber noch Head Coach Dennis Erickson, der seit Ewigkeiten coacht und alles gesehen hat, von College-Höhen (2x National Champ mit Miami) bis hin zu NFL-Tiefen (Seattle, San Francisco) und Ericksons Zeit bei den Sun Devils spiegelt diese Achterbahnfahrt wieder: 10-3 im ersten Jahr, danach auf dem absteigenden Ast und nun wird wieder ein Ausbruch nach oben erwartet.

Gespannt darf man vor allem auf den riesigen, neuen Quarterback Brock Osweiler sein (2,03m), dessen Arme krakeelenartig sind und selbst jene der freakischsten Offense Liner in den Schatten stellen. Arme, die wunderbar in die Spread offense von Arizona State passen. Fragezeichen bleiben hinter RB Deantre Lewis, der in der Offseason niedergeschossen wurde und nicht sicher fit für die Saison werden wird.

Die nächste Conference kommt morgen früh und ist eine Conference, von der man nicht behaupten könnte, dass sie nach außen geschlossen auftritt.

College Football: Regular Season Finale 2010

[01h13] SEC-Finale… Ende drittes Viertel und die Auburn-Spieler feiern schon alle den BCS-Finaleinzug. Das Schlussviertel schenke ich mir. Und over.

[00h54] SEC-Finale… aber ein großartiger Tag für die BCS. Cam Newton wälzt sich aus 1yd in die Endzone. 35-14, das ist endgültig gegessen. Und Minuten später serviert QB Garcia Auburn einen INT-Return-TD aus 8yds! 42-14.

Oregon hat 37-20 gegen Oregon State gewonnen. Zweischlechteste Punkteausbeute für Oregon in dieser Saison!

BCS Finale: Oregon vs. Auburn – was erwartet uns?

a) Ein Duell zweier überragender Offenses. Oregon ist dabei als Team spektakulärer, aber Auburn hat mit Newton den auffälligsten Einzelspieler.
b) Gegen Auburn kann man sehr gut werfen. Und auch Oregon hat nicht grad die Secondary.
c) Zwei ungeschlagene Teams.
d) Zwei Neulinge im BCS Championship Game. Auburn war vor Urzeiten mal Landesmeister.
e) Womöglich ein Spiel mit mehr als 100 Punkten.

Auburn spielt seit Wochen in der Stresssituation um QB Newton und hat einen Ruf als Comeback-Team eingeheimst. Oregon dagegen hatte nur ein kritisches Spiel (in Berkeley) und überfuhr ansonsten jede Defense gnadenlos.

Einen Monat vor dem Spiel würde ich Oregon leichte Vorteile geben.

[00h40] SEC-Finale. Kein guter Tag für Kicker. Diesmal ein gescheiterter Versuch von South Carolinas Spencer Lanning. Weiterhin 28-14 und ein wild durch die Abwehrreihen laufender Cam Newton. Oregon führt mittlerweile 37-13…

[00h34] Boise State. Die Broncos spielten mit Backup-QB zu Ende: 50-14, womit der eine oder andere Platz gut gemacht werden dürfte.

[00h16] Civil War. Das war’s dann. Die Ducks kommen nach einer Pass Interference mächtig ins Rollen, Pässe auf WR Maehl und Läufe über RB Barner zu 30-13.

[00h06] SEC-Finale. Es läuft alles gegen South Carolina. Erst ein perfekter TD-Drive 16 Sekunden vor Halbzeit zum 14-21 abgeschlossen. Und mit auslaufender Uhr wirft Newton von der Mittellinie einen Hail Mary Pass in die Endzone, der von einem Gamecock direkt in die Hände von WR Adams abgefälscht wird. Damit 28-14, und Adams hat 217 (!) Receving Yards zur Pause.

Civil War. Die Beavers kommen langsam, langsam ran. Erneut ganz nah an der Endzone gestoppt, und wieder nur ein Field Goal bekommen. Immerhin mittlerweile 23-13.

[23h43] Die Sargnägel liegen bereit. Oregon nach quickem Drive und Fake Punt (64yds-Lauf, als ein Punt angetäuscht wurde) zum 23-7 eingeschenkt, Auburn steht wenige Yards vor weiteren Punkten (aktuell 21-7) gegen South Carolina. Sie stellen sogar bereits Offense Liner als Receivers auf.

Die Gamecocks sind enttäuschend. Sie opfern pro Play einen Spy für Cam Newton. Nur, um den Spy ein ums andere Mal für zu wenig athletisch für Newton zu sehen.

[23h41] Boise State. Ende des dritten Viertels und die Broncos führen bereits 43-7. Und Brotzman versenkt P.A.T. auf P.A.T.

[23h35] Arizona State ist nach all den geblockten Kicks am Donnerstag gegen Arizona 6-6. Wer sich wundert, warum die Sun Devils trotzdem in keiner Bowl spielen dürfen: Sie haben zweimal gegen FCS-Teams gespielt, was zu einer 7-5 Bilanz verpflichtet hätte, um Bowl-eligible zu werden.

[23h19] SEC-Finale. Anfang des zweiten Viertels und der erste Drive der Tigers, der nicht mit Touchdown endet. QB Newton passt für einen Moment nicht auf und ihm wird der Ball aus der Hand geschlagen. Zwei Plays später überläuft DT Fairley QB Garcia, und der abgelenkte Ball wird von den Tigers „zurück-intercepted„. Newton hat eine Handverletzung – er streift zum wiederholten Mal seinen Arm an der weißen kurzen Hose ab und man sieht deutliche Blutspuren.

[23h08] Heute Nacht findet das Big-12-Finale Oklahoma vs. Nebraska statt. Bei den Sooners sorgt OffCoord Kevin Wilson mit Abwanderungsgedanken für Unruhe. Wilson soll neuer Head Coach an der Indiana University werden.

[23h01] Civil War. Die Ducks verschießen mit auslaufender Uhr noch ein Field Goal (nach Holding-Problemen beim P.A.T.), gehen somit „nur“ mit16-7 in die Halbzeit. Trotzdem sieht das sehr gegessen aus.

SEC-Finale. Cam Newton – man kann sagen, was man will. Aber der Mann hat erneut einen Sahnetag. Viele Playfakes, läuft immer zum richtigen Zeitpunkt selbst und für alle drei Touchdowns im ersten Viertel verantwortlich. Sehr präzise im Übrigen bei den ganz tiefen Pässen in den vollen Lauf der Receivers.

[22h42] Civil War. Die Beavers im Selbstzerstörungsmodus. 3 INTs und mittlerweile führen die Ducks mit 16-7, nachdem sie das Laufspiel in die Gänge bekommen haben. OSU macht das Spiel… und die Fehler.

Ich erkläre die Ducks somit frühzeitig zum ersten BCS-Finalisten.

[22h36] Boise State. Die Broncos führen zur Halbzeit 29-7 gegen Utah State. QB Kellen Moore mit 3 TDs, und mittlerweile trauen sie Brotzman wieder die P.A.T.s zu.

[22h26] SEC-Finale. Antwort der Gamecocks: Touchdown. Massenhaft Pässe einfach vertikal das Feld runter in die Secondary. Viel WR Alshon Jeffery, der alles fängt, was ihn in 5m Umkreis anzielt. Beim TD wird FB DiMarco das Feld runtergeschickt.

[22h16] SEC-Finale. Das ging schnell. Auburn marschiert im ersten Drive das Feld runter, dass einem Angst und Bange werden muss. Erst nach einem Trick Play ein laaaaanger Pass zu WR , beim Touchdown hat QB Cam Newton stundenlang Zeit, sich den freien RB McCalebb ausgucken.

Civil War. Oregon mit einem perfekten Drive. Nur der Extrapunkt wird geblockt. Beavers 7, Ducks 6.

[22h08] SEC-Finale. Gene Chizik meint im Interview an der Seitenlinie, Auburn müsse früh in Führung gehen. Warum eigentlich? Die Tigers haben sich heuer eher einen Namen als Comeback-Kids gemacht und viele Spiele erst gegen Spielende gedreht.

[22h03] Civil War. Oregon State mit dem ersten Touchdown. Ein Drive mit vielen 3rd downs. Am Ende ein Pass auf die rechte Seite zu RB Rodgers, der in die Endzone spaziert. Schlüssel war ein toller Catch der Ducks bei 3rd down – ein abgefälschter Ball Sekunden vorher.

[21h53] Civil War. Zweiter Drive, zweiter Turnover. Missverständnis bei der Ballübergabe zwischen QB Thomas und RB James.

Boise State. Probleme bei Boise in der Laufdefense – wie vor einer Woche. Die Aggies mit 64 rush yds Mitte des ersten Viertels. Nur noch 15-7.

[21h45] Civil War. Ein Beavers-Pass wird in der gegnerischen RedZone angetippt und abgefangen. Vielversprechender Start sieht anders aus…

[21h42] Civil War. Oregon State – Oregon ist angekickt. Oregons einzige Schwäche in dieser Saison: Außerhalb des sehr lauten Autzen Stadiums sind sie nicht so dominant wie zu Hause. Liest sich immer noch beeindruckend: Über 40 Punkte, nur knapp 20 Punkte pro Spiel eingefahren.

[21h31] Boise State. Boise State rammt die Aggies in Grund und Boden und beginnt schon im ersten Viertel, 2pt-Conversions auszuspielen. Der Sieg muss möglichst hoch sein, um noch Plätze in den Top 10 gutzumachen.

[21h13] Boise State. Erster Spielzug in Boise: Utah States Pass wird abgefangen und zum Touchdownzurückgetragn. Der Extrapunkt von Kicker Kyle Brotzman ist erfolgreich.

[21h06] #11 Boise State gegen Utah State wird in diesen Minuten angepfiffen. Um halb zehn folgt Civil War Oregon State – Oregon, eine halbe Stunde später das SEC-Finale #2 Auburn gegen #19 South Carolina.

„Leider“ gibt es kein stürmisches Wetter in Corvallis: Ca. 2°C, kein Wind und klarer Himmel. Siehe auch die Vorschau.



College Football #14 Preview: Tierisches Spektakel

Letztes Wochenende Regular Season im College Football, wenn wir das traditionsreiche Duell zwischen US Army und US Navy am 11. Dezember mal ausklammern. An diesem Samstag entscheidet sich die Besetzung des BCS National Championships Games.

Road to Glendale

Ich habe kein schlechtes Gewissen, das vergangene Wochenende gehypt zu haben. Die Nacht von Freitag auf Samstag war lang (bis 9h) und schmerzhaft, aber vom Spannungsbogen großartiges Kino. Boise State ist aus dem Rennen für das Finale in Glendale, Arizona nach dem sehenswerten 31-34 (OT) in Nevada raus. #3 TCU hat seine zwölf Saisonspiele allesamt gewonnen, muss nun auf eine Niederlage der beiden Top-Gesetzten hoffen. #2 Oregon hat nach wackeliger erster Halbzeit seine ganze Klasse in Halbzeit zwei gegen Arizona aufblitzen lassen. #1 Auburn hat den Abend mit dem größten Comeback seit Led Zeppelin in Iron Bowl Nr. 75 eingeleitet. Der Hype für Samstag wird sich auf Auburn und Oregon begrenzen, auch wenn (leider) schon die ersten Experten dem Worst Case (Niederlage von einem der beiden oder beiden) schon vorbeugen, und Szenarien durchspielen, wie Wisconsin oder Stanford an TCU vorbeirutschen könnten – obwohl alle drei nicht mehr spielen.

Reser Stadium

Der Biberenten-Club

Samstag um 21h30 bricht in Corvallis der Bürgerkrieg aus. Und das sogar mit Grund: Die Oregon Ducks halten Einzug im Reser Stadium (Bild). Zeit für die siebtälteste Rivalität im US-College-Football: Oregon State Beavers gegen Oregon Ducks. Biber gegen Enten. Im Volksmund auch Civil War genannt, ganz einfach aufgrund der großen innerstaatlichen Konkurrenz. Seit 1894 spielen die beiden Unis gegeneinander, abwechselnd in Eugene (Ducks) und Corvallis (Beavers) und früher auch in Portland.

Oregon State und Oregon sind die bei den einzigen FBS-Mannschaften in Oregon und daher ist dieses Spiel auch so etwas wie die Football-Meisterschaft von Oregon. Der Sieger erhält die Platypus Trophy. Eine sehr geile Idee: In unserer schönen deutschen Sprache ist „Platypus“ nix anderes als das Schnabeltier, eine Kreatur mit Entenschnabel und Biberschwanz. Dass das Schnabeltier nur in Australien vorkommt, da kann man schon mal ein Auge zudrücken.

Reizvoll an der Auseinandersetzung ist auch die geringe Distanz zwischen den beiden Unis: Nicht mal eine Autostunde liegen Corvallis und Eugene auseinander. Die beiden Städte liegen im Willamatte Valley, der bevölkerungsreichsten Region im ganzen Staat Oregon. Die Spannung zwischen Ducks- und Beavers-Zuneigung zieht sich quer durch die Familien, wie auch anders bei zwei so großen Unis (je ca. 24.000 Studenten)?

Hooligans und Kloschüsseln

Auseinandersetzungen gab es schon in den Anfangszeiten. Die Rückkehr von einem siegreichen Auswärtstrip beim Rivalen wurde gerne exzessiv gefeiert. 1972 dachten sich die Ducks-Fans, die Feier könnte man doch vorverlegen, und rissen die Torstangen aus der Verankerung. Der Versuch, auch die andere Endzone zu erobern, endete in einer gepflegten Massenschlägerei.

Das anerkannt schlechteste Footballspiel zwischen den beiden fand 1983 statt. Sauwetter im nasskalten Nordwesten der USA, und eine Orgie an Fumbles, Turnovers und verschossenen Field Goals waren für ein 0-0 verantwortlich. Das letzte punktelose Spiel in der Division I – mittlerweile wurden die Remis abgeschafft. Das Spiel wird in den Annalen nur mehr Toilet Bowl genannt. Die Kloschüssel. Da kann man es dann auch runterspülen.

Oregon State und Oregon sind keine landesweiten Footballmächte wie die Pac-10-Mitstreiter USC, Stanford oder Washington. Oftmals spielten da mittelmäßige Footballmannschaften gegeneinander. So auch 1998, als der Bürgerkrieg erstmals verlängert werden musste, zweimal sogar. Letzter Spielzug der ersten OT, das Feld wird gestürmt. Nach gut einer Viertelstunde ist es erst geräumt, um den letzten Play nach Strafe zu wiederholen. Zuletzt ging es aufwärts mit beiden Programmen: Mehrmals wurde um die Pac-10 Meisterschaft gespielt. 2008 stürmten die Ducks in Corvallis zu einem 65-38 und verwehrten den Beavers den Rose-Bowl-Einzug. 2009 gelang den Bibern nicht zu Revanche: Oregon gewann daheim und fuhr nach Pasadena.

Speed-Offense und Charakterköpfe

Am Samstag wird Oregon State im eigenen Stadion versuchen, den Ducks den erstmaligen Einzug ins BCS National Championship Game zu vermasseln. Um so viel ging es noch nie: Nicht nur staatliche, sondern nationale Meisterschaft!

Oregon ist seit einiger Zeit aus diversen Gründen in den Schlagzeilen: Sensationellem Offensiv-Football stehen kriminelle Studenten gegenüber. Der Reihe nach: Chip Kelly ist seit 2009 nicht mehr OffCoord, sondern Head Coach in Eugene. Kellys erstes Spiel fand im September 2009 in Boise statt. Am Spielende prügelte Star-RB Legarrette Blount einem Gegenspieler gegen das Kinn. Blount wurde intern suspendiert. In Kellys Mailordner landete eine Zahlungsaufforderung eines wütenden Fans: Mit Bitte, die vergeudeten $649 für den beschämenden Auswärtstrip zurückzuerhalten. Kelly verlangte vom Fan die Adresse. Tief beeindruckt nahm der Fan seine Zahlungsaufforderung zurück. Kelly hat Klasse. QB Jeremiah Masoli nicht. Masoli wurde beim Diebstahl auf dem Campus erwischt. Kelly schmiss Masoli raus und machte QB Darron Thomas zu dessen Nachfolger. Masoli spielt mittlerweile mäßig erfolgreich für Ole Miss. Dritter Star, drittes Vergehen: RB Lamichael James (Heisman-Kandidat, im Bild) stellte sich im vergangenen Winter als Frauenschläger heraus. James wurde aber nur ein Spiel gesperrt. Zu wichtig ist der Mann für diese Offense.

Chip Kellys OffenseUnd es ist nicht einfach nur eine Offense. Es ist die Offense. Kelly lässt ein Hurry-Up spielen, das siehst du kein zweites Mal. Selten, dass die Playclock auf unter 20 Sekunden tickt. Und das nicht gegen Halbzeitende, sondern konstant. Das Bild ist eine Anspielung auf Kellys Offense: SIX POINTS! Und die halbe Defense ist noch nicht mal an der Line of Scrimmage. Die Ducks laufen mit James und seiner Armada im Schnitt 300yds pro Spiel. Dazu kommen 241,7yds von QB Thomas. Macht sensationelle 541,7yds Offense PRO SPIEL. Oder 50,5 Punkte im Schnitt. Dem gegenüber steht eine ordentliche Defense.

Oregon State erlebt heuer ein Auf und Ab. Mit 5-6 ist man noch nicht bowl-eligible. Da kommt der Rivale grad recht. Am vergangenen Samstag schenkten die Beavers ihr Spiel in Stanford ab (0-38), waren mit den Gedanken wohl schon in Corvallis. Größte defensive Waffe der Beavers ist DT Stephen Paea, der die Triple-Option-Plays um QB Thomas und RB James (ich sage nur: Huffs Touchdown-Lauf) stoppen soll. Statistisch hat OSU keine Chance: Die Lauf-Defense ist trotz Paea unterirdisch und die Offense bestenfalls unterdurchschnittlich.

Trotzdem: Es ist Bürgerkrieg, da werden Kräfte frei. Eigenes Stadion. Vermutliches Scheiß-Wetter. Enges Reser Stadium. Es ist angerichtet.

Gockel und gestreifte Kätzchen

In Oregon herrscht wegen Bibern und Enten also Ausnahmezustand, und zeitlich fast parallel (22h00) und LIVE bei ESPN America matchen sich im Georgia Dome von Atlanta die nächsten zahmen Viecher um eine Trophäe. Nicht um ein bronzenes Schnabeltier, sondern um die SEC-Trophäe. Aufeinandertreffen die #1 Auburn Tigers und die #19 South Carolina Gamecocks. Tiger gegen Kampfhähne.

Über Auburn ist viel geschrieben und gesagt worden. Mit einem Sieg stehen die Tigers sicher im BCS-Finale. Mit einer knappen Niederlage, glaubt man den Experten, wohl auch. Die Tigers werden natürlich weiterhin auf den zwielichtigen QB Cam Newton setzen, dessen spektakuläre Spielweise ebenso Schlagzeilen produziert wie die undurchsichtige Geschichte dahinter. Am heutigen 1. Dezember ist Newton von der NCAA für spielberechtigt erklärt worden.

Auburn ist spätestens seit dem riesigen Iron-Bowl-Comeback der klare Favorit für dieses Spiel. Auch wenn Alabama über weite Strecken die Blaupause dafür geliefert hat, wie man Newtons Big Plays halbwegs eindämmt.

Steve Spurrier - Footballcoach der South Carolina GamecocksSouth Carolina wird seit einigen Jahren von Steve Spurrier (Bild) gecoacht. Spurrier, dessen Fun’n’Gun-Offense die SEC revolutioniert hat, aber in der NFL gescheitert ist. Man rieb sich nach Spurriers Debakel bei den Washington Redskins verwundert die Augen, dass der Star-Coach an die kleine University of South Carolina wechselte. In einer Division mit den Größen Florida (Spurriers Ex-Team), Tennessee und Georgia setzten sich heuer nach einigen durchwachsenen Jahren ausgerechnet Spurriers Kampfhähne durch – dank eines Kantersiegs in Gainesville vor ein paar Wochen.

South Carolina bietet mit QB Stephen Garcia einen Mann auf, der heuer einen Entwicklungssprung gemacht hat. Garcia ist großgewachsen und ein relativ sicherer Pass-Spieler im dritten Uni-Jahr. Ihm zur Seite stehen mit Freshman RB Marcus Lattimore (1114yds, 17 TDs) und WR Alshon Jeffery (zweites Jahr, 1351yds, 8 TDs) zwei hochtalentierte junge Offensivwaffen. Dazu besitzen die Gamecocks einen ganzen Haufen an Ergänzungsspielern auf den RB- und WR-Positionen, sodass die Last schön verteilt wird.

Die Defense ist recht solide, lässt wenige Yards zu und 20,2 Punkte im Schnitt. Nix Überragendes, aber durchaus die Stärke der Gamecocks.

Für South Carolina geht es in dem Spiel nicht nur darum, dem SEC-Rivalen Auburn die BCS-Finalträume zu zerstören, sondern vor allem darum, erstmals den SEC-Titel zu gewinnen. Dann wäre ein Platz in der Sugar Bowl garantiert. Für South Carolina der größte Erfolg ever. Aber Auburn ist eine große Hürde, eine, der die Gamecocks in der Regular Season nicht gewachsen waren: Knappes 27-35 Ende September.

Spektakel ja. Aber kein tierisches

Big-12-Finale zwischen den #9 Oklahoma Sooners und den #13 Nebraska Cornhuskers. Gespielt wird im monströsest möglichen Stadion: Cowboys Arena in Arlington zwischen Fort Worth und Dallas.

Die Oklahoma Sooners sind eines der drei, vier erfolgreichsten Footballprogramme der letzten Jahrzehnte und eine ständige Macht in der Big 12. Dank eines wilden 47-41 über die Oklahoma State University am letzten Samstag rutschten die Sooners im letzten Zacken noch ins Endspiel der Big 12. Ins vorerst letzte Endspiel. Später mehr.

Coach Bob Stoops schafft es seit Jahren, seine Sooners ganz oben zu halten, trotz Abgängen von Spielern wie QB Sam Bradford oder RB Adrian Peterson. Allein: Der ganz große Durchbruch gelang Oklahoma nicht, und auch heuer landete man „nur“ auf Rang neun, nach zwischenzeitlichem Platz 1 im Ranking. Die Sooners sind eine passgewaltige Mannschaft, angeführt von QB Landry Jones, der schon als Freshman sehr, sehr viele Yards und Touchdowns produziert. RB DeMarco Murray ist in seinem letzten Jahr und gilt als möglicher Draftpick für die mittleren Runden.

Nebraska wird zum letzten Mal ein Big-12-Spiel bestreiten. Die Cornhuskers wechseln zur kommende Saison in die Big Ten, die dann eigentlich eine Big Twelve sein sollte. Im Gegensatz dazu wird die Big 12 eher eine Big 10 sein. Wie auch immer, mit den Cornhuskers verlässt die Big 12 eines seiner Zugpferde. Die Maisschäler sind mehrfacher National Champion und Conference-Sieger.

Das Team 2010 spielt sehr defensiven Football. Es werden nicht viele Punkte erzielt, aber eben auch nicht viele zugelassen. „Vorne“ geht die Post am Boden ab: RB Helu und QB Martinez sind sehr laufstark, dafür wird in Nebraska nur sehr wenig gepasst. Die Huskers haben heuer nur zweimal verloren, beide Male gegen texanische Teams, und hätten sie nicht vor zwei Wochen gegen die Aggies 6-9 verloren, sie wären vielleicht in der Position, auch ohne Big-12-Titel eine BCS-Bowleinladung zu bekommen.

Der Sieger spielt in der Fiesta Bowl. Der Verlierer darf in ein paar Wochen wieder nach Arlington fahren, zur Cotton Bowl Classic, die nicht mehr in der Cotton Bowl zu Dallas ausgespielt wird, sondern ebenso im aufgeplusterten Monster der Dallas Cowboys.

Big-12-Championship. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, um 2h. Live bei ESPN America.

Der letzte Schrei: Von Indianern und Orangen

ACC-Championship in Charlotte, North Carolina. Die #21 Florida State Seminoles treffen auf die #15 Virginia Tech Hokies (das Spiel wird am Sonntag um 13h auf ESPN America aufgezeichnet). Seminoles (ein Indianerstamm), Hokies (ein Schlachtruf) und der Hauptpreis: Der Platz in der Orange Bowl (Miami).

Die Florida State Seminoles mussten bis zuletzt zittern und auf eine Niederlage von North Carolina State in Maryland hoffen. Das ist „gelungen“, wodurch die FSU im Jahr eins nach Bobby Bowden erstmals seit Jahren wieder im ACC-Finale mitspielt. Der neue Head Coach ist Jimbo Fisher, während Bowden dieser Tage eine US-Truppe im Nahen Osten für ein „Spaß“-Spiel coacht.

Unter Fisher ist vor allem die Defense der Seminoles besser geworden. Richtig viele Punkte wurden nur zweimal abgegeben, und das eher zu Saisonbeginn. Seither sind es meist zwischen 14 und 19 Punkten, ein sehr guter Wert. In der Offense verlässt man sich sehr auf das Laufspiel, das hinter dem dominanten Blocker Rod Hudson mit einer Handvoll guten Running Backs recht erfolgreich ist. Zudem wird QB Christian Ponder sein vorletztes Spiel für Florida State absolvieren. Ponder ist Senior und gilt als NFL-kompatibel, verschob seinen College-Abschied im vergangenen Jahr aber noch einmal. Anfang Jänner ist für Ponder Schluss – und was gäbe es für den Student, der sich von Bodyguards bewachen lässt, Schöneres als einen Abschluss in der Orange Bowl im eigenen Staat Florida, noch dazu im Stadion des Erzfeindes Miami Hurricanes?

Die Hokies haben eine merkwürdige Saison erlebt. Zu Saisonbeginn eine Last-Minute-Niederlage gegen Boise State kassiert und eine Woche später der GAU: Heimniederlage gegen James Madison? Nie gehört? Nicht schlimm: James Madison ist ein FCS-Team (Division I-AA) und selbst dort nur Bodensatz. Die Hokies haben sich von dem Fiasko aber schnell erholt und seitdem nicht mehr verloren. Basis auch hier: Starkes Laufspiel und eine Verteidigung, die wenige Punkte zulässt.

Eigentlich ist Virginia Tech Favorit. Aber wer will ausschließen, dass die durchaus eher mittelmäßigen Seminoles am Ende die von Kopf bis Fuß durch und durch mittelmäßige Atlantic Coast Conference in der Orange Bowl repräsentieren werden?