Neujahrs-Bowls 2014 Preview

Guten Morgen im neuen Jahr 2014. Heute steht folgendes Bowl-Programm an:

18h    Gator               Nebraska          Georgia
18h    Heart of Dallas     North Texas       UNLV
19h    Outback             Louisiana State   Iowa
19h    Capital One         Wisconsin         South Carolina
23h    Rose                Michigan State    Stanford
02h30  Fiesta              Baylor            Central Florida

SPORT1 US bringt heute die beiden BCS-Bowls Rose und Fiesta live. Der ESPN-Player hat alle sechs Bowls im Programm.

Gator Bowl

Nebraska Cornhuskers – #22 Georgia Bulldogs

Diese Ansetzung gab es schon letztes Jahr in der Capital One Bowl. Georgia (8-4, SEC) hat eine Seuchensaison inklusive extrem vieler Verletzter hinter sich. Wenn sich die halbe Starting-Offense wochenlang in den Krankenstand verabschiedet, ist nicht mehr drin. Heute wird man ohne QB Aaron Murray antreten, der sich das Kreuzband gerissen hat. Die Vorschau für Nebraska (8-4, Big Ten) auf dieses Spiel schrieb ich schon im August:

Seit Pelini in Lincoln am Werk ist, ist die Meute wieder zufrieden: Ein schreihalsiger Defensivkünstler, dem in der Offense alles recht ist, solange nicht mehr als zehn Pässe pro Spiel geworfen werden. Das ist dann auch alles im Sinne von Athletic-Director und Nebraska-Legende Tom Osborne, den wir ja bereits kennen. Nebraska spielt mittlerweile nicht mehr wie zuvor seit Äonen in der Big 8 oder Big 12 Conference, sondern in der Big Ten Conference, in die man kulturell – Hand aufs Herz – auch etwas besser passt. Dort stehen keine Passfeuerwerke an. Dort wird noch überwiegend traditionell RRPP (run-run-pass-punt) gespielt.

Bloß: Es hat noch nie einer dran gedacht, dass man mit diesen Vorstellungen im heutigen College-Football kaum mehr 11-1 Saison en suite zustande kriegt, sondern sich eben mit reihenweise 9-4 Jahren zufrieden geben muss. Zumal Nebraskas Highschool-System nicht die Wunderspieler wie in Texas oder Florida hergibt. Und so sprechen wir hier über eine Großmacht, die verzweifelt versucht, wieder alten Glanz zu versprühen ohne von ihren uralten Werten loslassen zu wollen.

Dem Publikum isses wurscht: Die Leute kommen eh. Kein Spiel seit über 50 Jahren, das nicht ausverkauft war. Kaum ein Spiel, bei dem sich nicht noch vor dem Stadion 20.000 Verzweifelte ohne Karten tummeln. Cornhuskers-Heimspiele haben Kultstatus in einem bodenständigen Staat, dem es abseits von Football und der Bibel an echter Unterhaltung mangelt.

Was soll ich sonst noch schreiben: Dass QB Taylor Martinez mobil wie eh und je ist, und mittlerweile sogar sowas wie ein echter Werfer? Dass die Defense, die bisher gebaut war, die wurfgewaltigen Big12-Konkurrenten zu stoppen, noch immer nicht ganz soweit ist, die laufspielorientierte Big Ten einzubremsen? Alles schon oft gesagt. Es wird so „laufen“ wie immer: Nebraska putzt den Bodensatz im Schedule, gewinnt gegen 1 oder 2 der 4 „echten“ Gegner, weil es nicht die Qualität hat, sie alle – UCLA, Michigan (auswärts), Michigan State, Penn State (auswärts) – hintereinander zu übertölpeln, und am Ende wird man mit acht bis zehn Siegen in der Regular Season in ein Bowl Typus „Capital One“ eingeladen (um diese dann zu gewinnen oder zu verlieren, je nachdem um mit 9-4 oder 10-4 abzuschließen).

Und am 1. Jänner werde ich wieder die gleiche Story erzählen. Wie schon immer und immer wieder. Weil sie immer wieder sympathisch ist. Weil sie so… Nebraska ist.

Selten war eine Garantie so risikolos. Nebraska ist übrigens 8-4, braucht also den Sieg, um mit 9-4 abzuschließen. Laut SRS ist allerdings Georgia mit 9.5 Punkten zu favorisieren.

Heart of Dallas Bowl

UNLV Rebels – North Texas Mean Green

Zwei kleine Unis, die sich normalerweise nie für die Bowl-Season qualifizieren, aus Mid-Major Conferences, die sich in der Cotton Bowl treffen: North Texas (8-4, Sunbelt) gegen UNLV (7-5, MWC). Ich habe beide Teams seit Jahren nicht gesehen und kann ergo nur wenig Substanzielles beitragen.

Also: North Texas ist 6.5pts-Favorit nach dem SRS. Mean Green hat dieses Jahr einen für die Sunbelt Conference unüblich schweren Schedule gespielt, aber relativ tough standgehalten. Man hat ein gutes Laufspiel (RB Brandin Byrd mit 1023yds und 11 TD), das auf eine der zehn schlechtesten Run-Defenses in der FBS trifft. Auf der anderen Seite gilt UNLV als relativ schwierig über den Luftweg zu bezwingen.

Die Story des Jahres ist aber die UNLV-Offense, wo man nach einem verheerenden Saisonauftakt den WR Caleb Herring zum Quarterback umschulte. Nach dem Move begann die Offense zu punkten, auch wenn UNLV nach wie vor als ungefährliche „RedZone“-Offense eingestuft wird.

Ich bin gespannt, wie viele Fans kommen werden. Die Cotton Bowl ist mit 92000 Plätzen hoffnungslos überdimensioniert für diese Ansetzung, aber North Texas hat seinen Campus nur eine Autostunde entfernt.

Outback Bowl

#16 Louisiana State Tigers – Iowa Hawkeyes

Reizvolle Ansetzung für die Outback Bowl, die in Tampa ausgespielt wird: LSU (9-3, SEC) gegen die Iowa Hawkeyes (8-4, Big Ten). Louisiana State konnte letzten Endes meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, hatte keine Chance auf das BCS-Title Game, aber immerhin kann man sich rühmen, als einziges Team des Jahres bisher den BCS-Finalisten Auburn geschlagen zu haben.

Heute tritt man ohne den QB Mettenberger an, der sich am Kreuzband verletzt hat. Dafür gibt es das Debüt vom Backup-QB Anthony Jennings, der gegen Arkansas im letzten Viertel als Notnagel ins Getümmel geworfen wurde und zum Einstand gleich mal einen 99yds-Drive zum Sieg orchestrierte. Weil aber Mettenberger fehlt, geht man davon aus, dass LSU heute noch stärker als gewohnt auf seine Lauf-Offense rund um den nie um eine Straftat verlegenen RB Jeremy Hill (1185yds, 14 TD) setzen wird. Hill ist eine Knalltüte von Mensch, aber als Runningback mehr als gebräuchlich.

Iowa setzt dem eine Linebacker-Gruppe entgegen, die aus gleich mehreren NFL-Kalibern besteht: Hitchens, Morris und Kirksey sollen früher oder später Profi-Luft schnuppern können. Da muss Hill erstmal drüber oder drum herum laufen.

Iowa hat aber eine problematische Offense, mit einem Freshman-QB Jake Rudock, der erst in den letzten Wochen der Saison Sicherheit fand, nachdem er zuvor ein wandelndes Interception-Problem gewesen war.

LSU ist nach SRS mit 7 Punkten favorisiert – das ist ein Spread, der mir im ersten Moment relativ niedrig erschien.

Capital One Bowl

#9 South Carolina Gamecocks – #19 Wisconsin Badgers

BCS-würdiges Matchup in der Capital One Bowl: South Carolina (10-2, SEC) und die Wisconsin Badgers (9-3, Big Ten) waren beide diese Saison mal wieder nahe dran an einer BCS-Qualifikation – näher als man vielleicht meinen möchte. Beide verloren in der ersten Saisonhälfte ein unerwartetes Spiel, weswegen sie überhaupt nie in die BCS-Diskussion eintraten; Wisconsin wurde bei einer Auswärtspleite bei den starken Arizona State Sun Devils sogar richtig gehend von den Refs verpfiffen.

Laut SRS ist das das sechstbeste Matchup der Bowl-Season; das offensiv laufstarke Wisconsin ist dabei mit 1.5 Punkten favorisiert. Aber die Augen werden in diesem Spiel vor allem auf einem „Gamecock“ („Kampfhahn“) liegen: DE #7 Jadeveon Clowney, dem besten Passrusher des Jahrgangs.

Clowney gilt als once in a generation-Talent, ein Passrusher, so dominant, dass am College jede Offense von seiner Seite weg designt wird. Clowney hatte letztes Jahr sein Coming-Out und ging mit massivem Hype in die aktuelle Saison, aber dort enttäuschte er die Erwartungen dann ein wenig. Zum einen sind die offiziellen Stats mit nur 3 Sacks deutlich unter den Erwartungen, aber dann mischten sich noch Verletzungs- und Motivationsfragezeichen bei Clowney mit rein. Schon können die einschlägigen Draftseiten Artikel über Artikel inhaltlich mit der Frage „Ist Clowney den top-Pick überhaupt wert?“ füllen.

Die Frage beantwortet sich mit Anschauen von maximal einem South Carolina-Spiel von selbst: Ja. Clowney ist der beste, dominanteste Abwehrspieler, den ich am College bisher gesehen habe. Besser als Suh, der 2009/10 alles platt walzte, was sich ihm in den Weg stellte. Clowney kann mit einer exzellenten Performance heute gegen die Offense Line von WISCONSIN! WISCONSIN HAT NUR GRANDIOSE OFFENSIVE LINES! noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Aber im Ernst: Zweifelt irgend jemand dran, dass Clowney in den Top-3 vom Tablett gehen wird, sollte nicht noch eine mysteriöse angewachsene Knochenschaden gefunden werden.

Clowney-Watch. Zwei BCS-würdige Teams. Ein Badgers-Laufspiel mit RB Gordon (1466yds, 12 TD) und RB James White (1377yds, 13 TD). Das ist eines der besten Matchups der Bowl-Season, und beide Teams dürften motiviert sein, es allen noch einmal zu zeigen. Da würde ich zuschauen.

Die offiziellen und nominellen BCS-Bowls von heute, Rose (ab 23h) und Fiesta (ab 2h30), gibt es hoffentlich nachher noch in separaten Einträgen.

Bowl Season 2010/11, Tag 12: Die Schüsseln werden größer – Das Vorabendprogramm zu Neujahr

Neujahrstag ist Großkampftag im College Football. Nicht weniger als sechs Bowls werden veranstaltet. Vorab ein kleiner Überblick über das Geschehen:

TicketCity Bowl: Texas Tech – Northwestern, 18h
Outback Bowl: Penn State – Florida, 19h
Capital One Bowl: #9 Michigan State – #16 Alabama, 19h
Gator Bowl: #21 Mississippi State – Michigan, 19h30
Rose Bowl: #3 TCU – #5 Wisconsin, 23h live bei ESPN America
Fiesta Bowl: #7 Oklahoma – Connecticut, 02h30 live bei ESPN America

Sechs Bowls, und nur zwei sind live bei ESPN America?

Nun, ich habe dafür ausnahmsweise Verständnis: In der NHL findet um 19h die „Winter Classic“ statt. Das allein ist Grund genug für eine Live-Übertragung von Eishockey. Was es einen no brainer macht: Es ist Pittsburgh Penguins – Washington Capitals angesagt. Crosby vs. Ovechkin. Ich erinnere an das fantastische Spiel vom letztjährigen Superbowl-Aufwärmprogramm und an das ebenso sehenswerte Spiel vom vergangenen Donnerstag.

Die beiden Live-Bowls sind auch gleich die ersten BCS Bowls. Dazu in einem eigenen Blogeintrag mehr. Vorab der erste Viererpack an Bowls in der Vorstellung, beginnend wieder mit Seminole, die über die Outback-Bowl schreibt – mit Florida States großem Rivalen Florida.

Outback Bowl

Sa., 1.1.2011 um 19h. Als Tape bei ESPN America am Sonntag, 2.1. um 10h30

Florida Gators – Penn State Nittany Lions

Gestern gings um gefüllte Hühner. Heute wechseln wir von der Hühnerfabrik ins Steakhaus. Welcome to the Outback Bowl! Outback ist eine Imbiss-Kette, serviert in gekünstelt urig gehaltenen Restaurants auf. Und Outback kommt aus Tampa. Dort wird der Outback Bowl auch ausgespielt. Heuer garniert mit ganz großen Namen. Auf der einen Seite die Pennsylvania State University mit Coach Joe Paterno. Auf der anderen Seite die University of Florida, wo ein anderer ganz großer Trainer seinen letzten Weg geht: Urban Meyer.

Florida ist nicht gleich Florida State. Die Übersetzer der Simpsons sind nicht imstande, Florida State und Florida zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um zwei sehr rivalisierte Unis. Die Florida Gators sind auf dem FSU-Campus *hust* nicht die beliebteste Footballmannschaft, wenn ich das so sagen darf.

Tschüss, Urban! In den letzten Jahren waren sie uns deutlich überlegen, eben auch dank Urban Meyer, dem jungen Mann im Bild. Und dank Tim Tebow. Ich erinnere mich mit Grauen an das Heimdebakel vor zwei Jahren gegen die Gators. Tebow ist weg, und schon sind die Gators nur noch die Hälfte wert. Jetzt ist auch noch Meyer zurückgetreten, aus einem Mix aus gesundheitlichen Problemen und Burnout. Meyer coacht die Outback Bowl, sagt dann aber Tschüss und auf Nimmerwiedersehen. Es ist nur Meyer und seiner Bescheidenheit zu verdanken, dass ich einen Funzen Zuneigung für Florida empfinde. Der Neue wird dann Will Muschamp sein, Defensivcoach in Texas. Muschamp ist einer der besten Kumpels vom Seminoles-Coach Jimbo Fisher. Die Welt ist klein.

Keep on, Joe! Auf der anderen Seite läuft der steinalte Joe Paterno an der Seitenlinie entlang. Als Paterno jung war, hat Fred Feuerstein noch seine Wilma durch die Gegend gekarrt, haben Spechte einen auf Disc Jockey gemacht und statt Hausfrauen Mammuts die Wohnung gesaugt. Paterno ist seit Dienstag 84. Dieses Spiel ist sein 37. Bowl. 24 hat er bisher gewonnen, mehr als jeder andere Coach. Wer mehr wissen will: korsakoff hat ihn vor Zeiten mal durchleuchtet.

JoePa und seine Frau mit dem klingenden Nick SuePa sind sowas wie die grauen Eminenzen, die lebendem Beweise, dass auch in der Urzeit bereits Football gespielt wurde und es auch mal ohne Totalvermarktung Sport gegeben hat. Ein ganz, ganz großer Trainer, den man für seine Energie einfach nur bewundern kann. Und ein Trainer, der im Gegensatz zu Meyer viel, sehr viel Wert darauf legt, dass seine Jungs sich gebildet verhalten und dass seine Jungs sich schulisch bilden.

Für die kulturell Interessierten. Während meines Highschool-Auslandssemesters hat mich der Host Daddy mal auf den Campus der Penn State mitgenommen. Ein schönes, weitläufiges Gelände. Florida State und Florida können da nicht mithalten. Wer mal in die Nähe von University Park kommt und wem was an amerikanische Uni-Campi (?) liegt, der darf sich das schon mal anschauen.

Prognose: Am 1. Jänner – Penn State Nittany Lions gegen Florida Gators. Berglöwen gegen Krokodile. Es dürfte klar sein, wo meine Präferenzen liegen. Aber auch ohne Daumendrücken sollte Penn State das Spiel eigentlich gewinnen.

Ich lasse das mal so stehen. Zu den anderen drei Bowls, die alle auf die Tage nach Neujahr verteilt bei ESPN America aufgezeichnet werden.

TicketCity Bowl

4.1. um 10h30 als Tape bei ESPN America

Texas Tech Red Raiders – Northwestern Wildcats

Eine neu geschaffene Bowl und das aus einem Grund: Die Cotton Bowl Classic ist aus Dallas nach Arlington in das monströse Cowboys-Stadium abgewandert. Die altehrwürdge Cotton Bowl (WM-Stadion 94, u.a. Deutschland-Südkorea) hat sich nach Ersatz umgesehen und die TicketCity Bowl eingeführt. Sie findet um 11h Ortszeit statt.

Die Texas Tech Red Raiders (Big 12) treffen auf die Northwestern Wildcats (Big Ten). Die Northwestern ist eine der akademisch am höchsten angesehenen Unis. Das Footballprogramm dümpelt seit Jahrzehnten vor sich hin. Seit dem Rose-Bowl-Sieg von 1949 hat man nur mehr selten Bowls gespielt und keine einzige davon gewonnen. Heuer war es eigentlich eine ganz ansprechende Saison, bis sich QB Dan Persa verletzte. Die Ersatzmänner sind sehr unerfahren und die Offense Line nicht prall. Das Laufspiel wird komplett dezimiert sein: Verletzungen und Spielerabgänge führen dazu, dass 1227 von 1798 rushing yards nicht einsatzfähig sein werden.

Texas Tech hat andere Sorgen. Nach dem elegant gelösten Theater um Mike Leach vor einem Jahr stand Nachfolge-Coach Tom Tuberville lange Zeit vor dem Absprung Richtung Miami. Tuberville bleibt, aber die Defense ist extrem löchrig und fängt sich extrem viele Yards und Punkte ein. Zum Glück ist die Wildcats- Offense sehr ausgedünnt. Offensiv sind die Red Raiders passgewaltig (QB Taylor Potts 3357yds, 31 TDs, 9 INTs). Ich tippe auf einen klaren Sieg von Texas Tech im „Heim-Bowl“ (der Campus ist 6 Autostunden vom Stadion entfernt).

Capital One Bowl

2.1. um 8h als Tape bei ESPN America

#9 Michigan State Spartans – #16 Alabama Crimson Tide

Die Nachfolgerin der Citrus Bowl – und ausgespielt in der Citrus Bowl in Orlando (remember: Champ Sports Bowl vor einer Woche). Sportlich ist es ein hochwertiges Duell. Alabama hat „nur“ eine 9-3 Saison in der SEC gespielt und über weite Strecken nicht sooooo überzeugend. Niederlagen gegen South Carolina und Lousiana State machten die BCS-Hoffnungen zunichts. Aber nichts war bitterer als die fassungslose 27-28 Schlappe gegen Auburn in der gehypten „Iron Bowl“ – eine unglaubliche Niederlage vor allem wegen der 24pt-Führung und der erdrückenden Dominanz.

Alabama ist für mich besser als #16. Das Laufspiel um die RBs Mark Ingram (Heisman Trophy 2009) und Trent Richardson ist durchaus stark, das Passspiel ist dazu nur die Ergänzung. QB Greg McElroy ist einer, von dem ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Mal spielt er sehr blass, mal wieder recht souverän, aber insgesamt halte ich nicht allzu große Stücke auf McElroy. Auf jeden Fall ist er einer, der lieber den riskanten Pass scheut als eine INT zu werfen. Top-WR ist Superstar Julio Jones (75 Catches, 1084yds, 7 TDs), den wir unter Garantie ganz weit vorne im NFL Draft sehen werden, vielleicht in den Top 10. Eine große Stärke der Offense: Sie gibt den Ball nur selten her. Es sei denn, sie spielt gegen Auburn. Die Defense der Crimson Tide ist knackig, angeführt vom DT Marcel Dareus, auch so ein zukünftiger hoher Draftpick. Stärke der Defense: Sie macht viele INTs und ist eine einzige Mauer gegen den Lauf. Es sei denn, sie spielt gegen Auburn.

Michigan State hat die Big Ten punktegleich mit Ohio State und Wisconsin gewonnen, spielt aber als einzige Uni des Trios nicht in einer BCS Bowl. Grund: BCS #9 war zu wenig! Die Spartans werden angeführt von QB Kirk Cousins, eigentlich ein solider Mann, aber gegen Saisonende doch eher fehleranfällig. Gegen die hungrige Bama-Defense sollte der Mann aufpassen, zumal der Top-Receiver ausfällt. Für Michigan gilt Ähnliches wie für Alabama: Gutes Laufspiel, gute Defense, angeführt vom MLB Greg Jones.

Viele Gregs und Jones’ laufen da by the way herum…

Interessante Komponente: Alabamas Coach Nick Saban war vor 15 Jahren Head Coach an der Michigan State University. Sabans Assistent damals: Mark Dantonio. Heutiger Head Coach der Spartans: Mark Dantonio. Dantonio hatte anfangs der Saison einen Herzinfarkt. Die Spartans haben sich davon nicht abschrecken lassen und danach Vollgas gegeben, u.a. mit Siegen über Wisconsin, Michigan und Penn State. Einzig die ärgerliche Niederlage gegen Iowa machte alle Rosebowl-Hoffnungen zunichte.

#9 gegen #16. Ich sehe Alabama trotzdem als Sieger aus dem Spiel hervorgehen, und zwar nicht mal besonders knapp.

Gator Bowl

3.1. um 11h als Tape bei ESPN America

#21 Mississippi State Bulldogs – Michigan Wolverines

Nach Michigan State auch noch Michigan. Die Wolverines sind ein traditionelles und sehr populäres Team. In den letzten Jahren aber auch zu erfolglos und verstrickt in interne Zwistigkeiten und Affären rund um Head Coach Rich Rodriguez (Stichwort: knallharte Trainings und Überschreitungen der maximalen Trainingszeit). Auf mich wirkt es, als ob Michigan Rodriguez lieber heute als morgen los wäre. Rodriguez ist bei den Spielern allem Anschein nach auch nicht der Beliebteste und es ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Spiel Einfluss auf die Jobaussichten von Rich Rodriguez hat…

Auf der anderen Seiten haben die Bulldogs einen Coach, der überall begehrt ist: Dan Mullen, der jüngst auch bei den Florida Gators als HC im Gespräch war.

Die Bulldogs werden in dem Spiel Acht geben müssen auf den explosiven QB der Wolverines, Denard Robinson. Robinson spielte zu Saisonbeginn gewaltig auf, ist ein Sprinter mit Wurfarm, aber insgesamt ist Robinson (noch) zu unkonstant und lauf-fokussiert. Robinson ist vor allem unglaublich wendig und stolpert nur selten, obwohl der Mann stets mit offenen Schuhlitzen spielt.

Mississippi State hat schon gegen Cam Newton gespielt – und Newton damals im September halbwegs ordentlich unter Kontrolle gehalten. Aber Robinson ist athletisch noch einmal eine Kategorie höher anzusiedeln, wenn auch nicht ganz so souverän im Einsetzen seiner Lauf-Fähigkeiten.

Ich bin mir ob des Spielausgangs nicht sicher. Michigan ist offensiv nur Denard Robinson und hat in der Defense arge Probleme offenbart. Die Bulldogs kenne ich viel zu wenig. Ich würde eher auf einen Bulldogs-Sieg tippen.