Pac-12 Conference Finale 2019 Preview: Utah Utes vs. Oregon Ducks

Heute Nacht beginnt das Championship-Wochenende im College Football. Das erste Spiel um 2h im ESPN-Player: #5 Utah Utes (11-1) vs. #13 Oregon Ducks (10-2). Auf dem Spiel steht der Gewinn der Pac-12 Conference, der mindestens zur Qualifikation für die prestigeträchtige Rose-Bowl steht – und im Falle eines Utah-Siegs könnte sogar noch eine Einladung ins College Football Playoff folgen. Weiterlesen

College Football 2019 Preview: Pac-12 Conference

Die Pac-12 Conference ist die am meisten übersehene Power-5 Conference im College Football: Weder versprüht sie den Glanz der SEC, noch kann sie mit Schwergewichten wie Clemson (ACC), Ohio State (Big Ten) oder Oklahoma (Big 12) aufwarten. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Westküste generell an der späten Zeitzone zu knabbern hat: Wenn am Pazifik Primetime ist, schlummert Max Mustermann im Osten schon längst in seinem Bett. Weiterlesen

College Football 2017 Preview: Pac-12 Conference

Die Pac-12 Conference galt jahrelang als Kronprinzessin unter den großen College-Football Ligen, stand mehrmals kurz davor, die mächtige SEC vom Thron der Big-Cows zu stoßen, wurde in den letzten ein, zwei Jahren aber etwas zurechtgestutzt. Weiterlesen

College Football 2016 – Conference Finals, Teil 1

Auftakt heute zum letzten Spieltag der Regular Season im College Football 2016, an dem noch die Conference-Finals und eine Handvoll letzter „Round Robin“ Punkterundenspiele ausgetragen werden. Die Playoff-Implikationen haben wir schon unter der Woche diskutiert. Heute der Auftakt mit den Endspielen in MAC und Pac-12. Weiterlesen

Spitzenspiel in der Pac-12: #10 Washington Huskies vs #7 Stanford Cardinal

Heute Nacht, 3h live bei SPORT1 US: Das Spitzenspiel das Pac-12 North Division, #10 Washington Huskies vs #7 Stanford Cardinal aus dem Husky Stadium in Seattle. Zwei ungeschlagene Teams, ein Ziel: Sich einen massiven Vorteil im Rennen um den Endspielplatz in der Pac-12 zu sichern. Weiterlesen

USC Trojans | 2016/17 Vorschau

Die University of Southern California stellt mit den Trojans eines der größten und geschichtsträchtigsten Programme im College Football. Gegenwärtig ist es auch eines der chaotischsten. Jetzt soll ein relativer Außenseiter Abhilfe schaffen. Weiterlesen

Stanford Cardinal | 2016/17 Vorschau

Stanford steht nach einer fulminanten Saison 2015 vor einer äußerst interessanten Saison 2016, in der man mit RB Christian McCaffrey nicht bloß einen der aufregendsten Spieler im College Football stellt, sondern auch einen neuen Quarterback, eine verbesserte Defense – und in der man gegen einen monströsen Schedule anspielen muss. Weiterlesen

Oregon Ducks | 2016/17 Vorschau

Die Oregon Ducks haben sich in den letzten sieben, acht Jahren zu einer der markantesten Mannschaften im College Football entwickelt. Sie sind landesweit bekannt geworden für ihre extrem schnelle, ästhetisch wunderschöne Spread-Offense, mit der sie seit zirka 2010 auch die größten Mannschaften im Lande überrollen. Einen Landesmeistertitel hat man noch nicht holen können, aber immerhin schaffte man es zweimal in das National Championship Game, zuletzt 2014/15. Weiterlesen

Pac-12 Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Big Ten stellt den regierenden Landesmeister, die SEC gilt weiterhin als hochwertigste sportliche Liga im College Football, aber der heimliche Krösus ist die Pac-12 Conference aus dem Westen der Vereinigten Staaten. Die Pac-12 ist die Liga, die am stärksten nach oben strebt. Das liegt an den fetten TV-Verträgen, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden und dreistellige Millionensummen pro Jahr in die Programme pumpt. Das liegt aber auch an den vielen gelungenen Trainerverpflichtungen, die den Football an der Pazifik-Küste massiv vorangebracht hat. Du kannst alles Geld der Welt haben, aber du musst auch etwas daraus machen.

Pac-12 Football steht vor allem für schnellen, attraktiven Offensiv-Football. Kritiker aus den US-Südlanden bemängeln die fehlende Härte und verweisen darauf, dass selbst das Aushängeschild der Oregon Ducks mit ihrer einmaligen Offense an ihre Grenzen stößt, wenn sie gegen SEC-Defenses oder defacto-SEC Defenses wie Ohio State stößt.

Der Liga ist das wurscht. Ihre Stadien sind etwas kleiner als in der SEC, ihre Tradition etwas kürzer, ihre Defenses etwas schmächtiger und National-Title hat man seit einem Jahrzehnt keinen mehr gesehen, aber es besteht kein Zweifel, dass die Pac-12 nach oben strebt, und dass sie in absehbarer Zeit einen Landesmeistertitel holen wird – es geht gar nicht anders. Vielleicht dauert es drei Jahre, vielleicht noch fünf, vielleicht auch nur ein halbes, aber er wird kommen. Weiterlesen

Tonight

Um 3h MEZ wird im Levi’s Stadium von Santa Clara das Pac-12 Finale zwischen #2 Oregon Ducks (11-1) und den #7 Arizona Wildcats (10-2) angepfiffen – übertragen in den Vereinigten Staaten von FOX und daher bei uns über konventionelle Wege nicht live empfangbar. Die Partie wird mitentscheidend sein für die Vergabe der Playoff-Plätze im College-Football, die spätestens in der aktuellen Version allerhöchsten Freak-Faktor genießen: Weiterlesen

Pac-12 Conference | Vorschau 2014/15

Die Entwicklung der Pac-12 Conference über die letzten Jahre gilt in den Vereinigten Staaten als Erfolgsgeschichte, von der netten Conference entlang der Pazifikküste hin zum echten Player – manche meinen sogar, die Pac-12 sei die mittlerweile zweitstärkste Conference hinter der übermächtigen SEC. Ganz weit sind wir davon sicher nicht entfernt. Auf alle Fälle darf die Conference in Spitze und Breite als hochklassig gelten, und sie darf sich rühmen, den insgesamt attraktivsten Offensivfootball zu bieten.

Da sieht man, wohin sich eine Conference mit Millionen aus den Fernsehdeals entwickeln kann: Viel Geld = bessere Coaches = besseres Recruiting = bessere Ergebnisse. Eine einfache Erfolgsformel mit großer Wirkung. Weiterlesen

Friday Night Football, #10: Oregon State Beavers – USC Trojans

Ein Verweis auf das Nachtspiel heute ab 2h20 LIVE bei SPORT1 US und ab 2h im ESPN-Player: Oregon State Beavers gegen USC Trojans aus der Pac-12 Conference. Die Beavers haben wie auch USC noch Außenseiterchancen auf den Conference-Finalplatz der Northern Division, trotz der (erwarteten) Pleite letzte Woche gegen Stanford (12-20 Niederlage).

Oregon State steht nach neun Spieltagen bei 6-2 Siegen, 4-1 in der Pac-12. Die Beavers gruben sich gleich am ersten Spieltag mit einer Overtime-Pleite gegen den FCS-Zwerg Eastern Washington ein tiefes Loch, dem sie jedoch mit zunehmendem Spielverlauf immer besser entsteigen konnten, sodass es vor dem Stanford-Spiel zwischenzeitlich gar auf #25 im BCS-Ranking hoch gegangen war. Genauere Details zu Spielern und dem Headcoach Mike Riley hat Flo Zielbauer vom Hardcount-Blog zusammengetragen. Flo studiert derzeit in Corvallis/OR an der Oregon State University.

Den Gegner Southern California (5-3, 2-2 Conf) kann nix mehr schocken: Bei den Trojans tagt aktuell jede Woche die Trainersondierungskommission unter der Leitung von Kaiser Franz und siebzehn weiteren ehemaligen Weltmeistern aus den 60er, die sich an der Uni auskennen, und man ist in erster Linie froh, Lane Kiffin loszusein. Steil aufwärts ging es seit Kiffins Rauswurf Anfang Oktober freilich nicht, aber das ist egal, denn: FIRE KIFFIN hat sich durchgesetzt, und immerhin verirren sich nun wieder mehr als 30.000 in das riesige Coliseum.

The Countdown, T-minus 2: Stanford Cardinal

Footballbegeisterung: Stanfords Studentinnen

Footballbegeisterung: Stanfords Studentinnen

The Countdown

#2 Stanford Cardinal.
Pac-12 Conference, North.
2012: 12-2.

Das Titelbild hat Symbolcharakter: In Palo Alto, der Heimat der Stanford University, interessiert man sich für viele Dinge. Für Football nur nebensächlich. Der Schnappschuss stammt aus einer Liveübertragung eines Cardinal-Heimspiels. Wahnsinnig am Spiel interessierte Studentinnen, oder sind es Mathletinnen, die für den Head Coach David Shaw die Erfolgswahrscheinlichkeiten des nächsten PlayCalls ausrechnen? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur: Stanford ist ein Freak-Team, und es ist ein Freak-Team im Myerberg-Countdown, da an #2 gerankt.

Die Stanford University hat zwar eines der älteren Footballprogramme in den Vereinigten Staaten, aber viele Jahrzehnte lang interessierte man sich nicht dafür. Stanford stand in erster Linie für erstklassige Ausbildung seiner Studenten und ständigen Forschungstrieb. Erst mit der Ankunft von Head Coach Jim Harbaugh und QB Andrew Luck vor wenigen Jahren änderte sich dies.

Man muss wissen, dass Stanford viele Jahre lang gehandicapt in Sachen Sport war, denn trotz massiven Budgets verlangt der Ethos der Uni nicht bloß Athleten, sondern immer noch den klassischen „Student Athlete“. Ein guter Footballer ist aller Ehren wert, aber wenn er aufm Prüfungsbogen nicht eins und eins zusammenzählen kann, biste trotzdem nicht erwünscht. Der Student in Student Athlete lebt in Stanford noch.

Harbaugh und seinem Coaching-Staff war es wurscht. Sie kamen mit der Einstellung „wenn du gewinnst, kriegst du immer gute Leute, die Biss haben“. Und so drehte Harbaugh innerhalb weniger Jahre eine 1-11 Mannschaft zu einer 12-1 Mannschaft. Harbaugh und Luck sind mittlerweile Geschichte, aber das Werk wird vom Superhirn Head Coach David Shaw weitergeführt, einem unscheinbaren Farbigen, der nicht viel sagt, aber wenn er redet, hat es meistens Hand und Fuß. Shaw fuhr in den letzten zwei Jahren sensationelle Recruiting-Klassen ein, holte Athleten, die man sich an der Bucht bis vor wenigen Jahren noch nicht mal erträumt hatte.

Einer der Treppenwitze der Geschichte ist auch: Erst als Harbaugh und Luck beide weg waren, marschierte Stanford zum Pac-12 Titel und Rose Bowl-Gewinn durch – das war im letzten Herbst. Stanford schloss das Jahr mit 12-2 ab, und auch wenn einige sehr glückliche Siege drunter waren, hatte die Saison Substanz: Die einzigen beiden Niederlagen waren jeweils mit nur einem Score, einmal davon wurde man sogar beschissen (gegen Notre Dame).

Shaws Philosophie knüpft nahtlos an jene Harbaughs an: Tougher, harter Football ohne viel Schnickschnack. Man spielt das, was man kann. Man vermeidet die größten Bolzen und schaut zu, ja keine Verlust-Spielzüge mit der Offense zu produzieren (Sacks und Laufspielzüge für weniger als 0yds sind tabu). Damit gewinnt man keine Schönheitspreise, aber man gewinnt bei entsprechender Ausführungsqualität viele Spiele mit einem Personal, das gut, aber längst keine Alabama-Niveau hat.

Stanford geht mit einem relativ coolen Quarterback in den Herbst 2013: Kevin Hogan rutschte letztes Jahr mehr durch Glück als durch Können in die Starter-Position, spielte aber danach einen erstaunlich ruhigen, souveränen Ball. Hogan macht kein Spektakel, aber er vermeidet Fehler wie Sacks und Interceptions und nimmt lieber den sicheren 3yds-Pass als den potenziellen 40yder. Wie es mit Hogan dieses Jahr aussieht, ist zu beobachten, denn es bricht der Großteil seiner Ballfänger weg, die Offensive Line ist weiterhin ein kleines Fragezeichen und der beste Running Back in Stepfan Taylor ging in die NFL. Schlägt die Stunde des Sohnemanns vom besten ever, RB Barry Sanders jr?

Dafür ist die Defense in diesem Jahr enorm tief besetzt, voller Seniors oder NFL-Prospects. Der absolute Superstar, der in fast jedem Spiel auffällig wird, ist der OLB Trent Murphy, ein Riese von Mensch, bei dem du eigentlich eher einen Defensive Tackle vor dir siehst… bis du Murphy in der Pass-Deckung beobachtest. Dann ist dir klar, wo der Hammer hängt. Super-Spieler.

Und weil Murphy nur der beste unter vielen Sehr Guten ist, kann man von Stanford auch dieses Jahr einigen Lärm erwarten. Verstärkt wird die Saison durch einen günstigen Schedule (Oregon und Notre Dame kommen nach Palo Alto, die schwersten Auswärtsspiele sind @USC und @Oregon State) und vorläufige „Endzeitstimmung“: Dass die Defense so erfahren ist, ist auch ein Zeichen dafür, dass nach Saisonende ein Make-Over einsetzen wird – es ist also das letzte Halali einer extrem guten Stanford-Generation. Ein letzter Kraft-Akt für eine erfolgreiche Generation – wird es nochmal in die Rose Bowl führen, oder… vielleicht… vielleicht… sogar ins BCS-Finale?

The Countdown, T-minus 4: Oregon Ducks

The Countdown

#4 Oregon Ducks.
Pac-12 Conference, North.
2012: 12-1.

Disclaimer: Ich habe den Eintrag schon heute morgen online gestellt und bin mir nicht 100%ig sicher, dass es Oregon sein wird. Aber Myerbergs Frage beantwortet sich so: Oregon mit 8 Seniors, 11 Juniors und 3 Sophomores. Ich denke, Myerberg hat nur die ersten beiden Zahlen verwechselt, nachdem die drei anderen verbleibenden Teams weiter von der Frage entfernt sind.


Manchmal braucht es ein Weilchen, bis man eine Entscheidung zu verstehen beginnt. Bei den Oregon Ducks aus der Pac-12 Conference dauerte es in etwa ein halbes Jahr, bis klar war, warum der superbe Head Coach Chip Kelly letztendlich doch so überstürzt den Weg in die NFL suchte und seine Ducks, sein Lebenswerk, hinter sich ließ: Kelly hatte ziemlich üble Recruiting-Verletzungen begangen, und sah sich einer Bestrafung durch die NCAA ausgesetzt, die ihn wahrscheinlich spätestens diesen Sommer eh den Job gekostet hätte: Kelly wäre vermutlich entlassen worden. Aber weil Kelly noch Ende Jänner den Weg zu den Philadelphia Eagles fand, blieben die (letztlich windelweichen) NCAA-Sanktionen gegen ihn gänzlich folgenlos und gegen die University of Oregon nahezu folgenlos.

Kelly bestimmte noch kurz vor Abgang schnell seinen Nachfolger, OffCoord Mark Helfrich, und verschwand. Helfrich übernimmt als neuer Head Coach den vielleicht besten Kader, den Oregon jemals hatte. Helfrich kennt die Kultur, die Denke an der Universität, und Helfrich schaffte es, den von vielen fürchterlich unterschätzten DefCoord Nick Aliotti im Trainerstab zu behalten. Denn das vergisst man im Angesicht der blendenden Oregon-Offense ganz gern: Die Defense ist mittlerweile auch eine der besten im Lande.

Zuerst aber zur Offense

Muss ich noch einmal meiner Begeisterung über die sensationellste, atemberaubendste Offense im American Football kundtun? Nein? Dann eben nur mehr so viel: Dieses Spread-Option-Laufspiel der Ducks, quasi ohne Huddle und ohne Verschnaufpause, ist meine Lieblings-Offense. Ever. Auch wenn sie noch keinen National Title auf dem Konto hat. Das muss sie auch nicht, denn Oregons Offense ist mehr, sie ist stilbildend und ein ästhetischer Hochgenuss. Wer über die Details lernen will, der sollte öfters mal bei FishDuck vorbeischauen oder in deren Archiv stöbern. Dort werden die Feinheiten auf adäquat amüsante Weise erklärt. Wer sich ganz ohne Lesen einfach nur unterhalten möchte: Bitte einschalten und Oregon zuschauen.

Der Angriff ist um die Hochgeschwindigkeits-Wusler im Backfield gebaut. Die Star-RBs der letzten Jahre, Lamichael James und Kenjon Barner, sind mittlerweile weg, was nicht weiter auffällt, da Jungs wie Byron Marshall, Ayele Forde oder Thomas Tyner nachrücken, alles Jungs, die unter 6 Fuß und 200 Pfund gelistet sind. Ach, und The Black Mamba ist da auch noch: Offensiv-Allrounder De’Anthony Thomas, der zirka ein Meter einunddreißig (glaubwürdige Körpermaße gibt es nicht) und zweiundvierzig Kilo leichte Super-Zwerg, eine unglaubliche Waffe, die alles kann: Sprinten wie der Weltmeister (7.5yds/Lauf), Fangen (mit 15% Anspielen der meistinvolvierte Ballfänger trotz weniger Snaps) und Returnen (bester Kick- und Puntreturner im Land). Einzige Frage bei der Black Mamba: Verkraftet Thomas eine deutlich heftigere Workload, nun, wo er nicht mehr bloß 92 Läufe und 55 Anspiele sehen wird?

Ein Charakteristikum der Ducks-Offense ist neben den kleinen Backs und 1-2 untersetzten Receivern eine massiv gebaute Offensive Line sowie ein Hüne auf Tight End. Bei Oregon 2013/14 wird dies der fast 2m große Colt Lyerla sein, der wie eine Schachfigur zwischen WR, TE und Fullback herumgeschoben wird und eine Art Aaron Hernandez minus Tattos und Knarren für diesen Angriff ist. Ein Name zum Vormerken.

Und weil wir grad noch die typischen Eigenschaften einer Ducks-Offense herunter rattern, wollen wir nicht außer Acht lassen, dass Oregon in den letzten Jahren etliche verschiedene Quarterbacks einsetzte, die alle a) mobil waren und b) funktionierten. Jeder einzelne. Der aktuelle QB ist der Sophomore Marcus Mariota, der bisher beste Quarterback, der diese Spread-Offense das Feld hinunter jagt, weil er nicht bloß ein erstklassiger Scrambler ist, sondern in erster Linie ein präziser, explosiver Werfer. Schwer zu sagen, ob Mariota NFL-Material ist, aber auf alle Fälle gibt er dank seiner Klasse als Werfer eine weitere gefährliche Dimension, die die Kollegen Dixon, Masoli und Darron Thomas vor ihm nicht soooo anzubieten hatten.

Oregons Offense steht etwas im Ruf, zuviel „Gimmick“ zu sein, weil sie gegen die erstklassigen Defenses manchmal Probleme hat. Ich halte das für selektive Wahrnehmung. Auch Alabamas Defense wird manchmal überrollt. Hätte Oregons Kicker nicht in den letzten beiden Jahren jeweils spielentscheidende Kicks in den letzten Sekunden versemmelt, die Ducks hätten drei BCS-Titelendspiele en suite bestritten, und niemand würde was Verdächtiges bemerken.

Es bleibt zu konstatieren, dass die einzige echte Schwäche dieser Offense dann zum Tragen kommt, wenn es der Gegner wirklich konsequent schafft, die ersten beiden Downs abzuwürgen. Dritter-und-lang, das schmeckt den Ducks nicht, obwohl Mariota ein guter Werfer ist, aber in diesen Situationen ist Oregon nicht „superb“, sondern schlicht „überdurchschnittlich“.

Defense

Ein oft unterschätzter Mannschaftsteil bei Oregon ist die Defense von DefCoord Aliotti. Sie gibt viele Punkte ab, u.a. weil sie wegen der schnellen Offense extrem viele Drives gegen sich ausgespielt sieht, aber sie ist konzeptionell genau an die Stärke der Offense angelehnt: Der Angriff gibt die Pace vor, die Defense ist in erster Linie darauf ausgerichtet, aggressiv das Big Play zu suchen. Obwohl „vorne“ nicht der größte Wirbel veranstaltet wird und obwohl die Linebacker ganz gerne mal einen Tackle versäumen: Die Secondary reißt alles wieder raus.

Turnovers kommen zum großen Teil in zufälligen Momenten, aber eine Defense kann darauf ausgerichtet sein, besonders viele Turnovers zu forcieren. Oregons „Back-Five“ spielt einen hopp-oder-topp-Stil, und was weiß ich, wie viele INTs die Jungs um den unglaublichen CB Ifo Ekpre-Olomu abfingen: Das hat System.

Großer Vorteil für die Ducks: Die neun besten Defensive Backs bleiben im Team. Schwerwiegendste Abgänge sind bei den Linebackers OLB Dion Jordan und Kiko Alonso. Es bleiben aber die nächstbesten sechs Front-7 Spieler im Kader, und sie alle sind Hünen wie Jordan: 2m Körpergröße und mehr. Kelly-Style at his best.

Ausblick

Diese meine ständige Kelly-Fokussierung ist kein Zufall. In dieser Ducks-Mannschaft schwebt weiterhin der Geist, die Philosophie Chip Kellys, der aus die vielen Millionen des Nike-Gründers Phil Knight und die Geduld im Biberstaat ausnutzte, um ein Powerhouse der ganz speziellen Sorte zu bauen: Nicht bloß alljährlicher Titelkandidat, sondern Vorreiter einer völlig neuen Footballkultur. Das NCAA-Damoklesschwert hilft mit zu erklären, weshalb Kelly seinen Lebensendejob in Eugene/OR aufgab um ins Haifischbecken NFL zu gehen, und dieser Abgang des großen Visionärs ist es auch, weswegen man etwas skeptisch ob Oregons BCS-Aussichten 2013/14 sein sollte.

Möglich, dass Helfrich den Laden zusammenhalten kann und sogar neue Impulse geben kann. Aber die Person Helfrich mixt auch eine Portion Unsicherheit in den Mischmasch Oregon. Nicht immer sind solche Trainerwechsel erfolgreich, schon gar nicht, wenn der Abgelöst die definierende Persönlichkeit des kompletten Programms war.

Möglich, dass die Ducks zur perfect season durchmaschieren. Der Schedule ist nicht der allerschwerste, aber der gefährlichste Gegner ist mit Stanford ein Auswärtsspiel… we’ll see.