College Football 2019 Preview: Die Atlantic Coast Conference (ACC)

Die Atlantic Coast Conference (ACC) ist eine eigentlich wenig glamouröse Conference entlang der Atlantikküste. An Aufmerksamkeit wird sie deutlich von den westlich angrenzenden Big Ten Conference und der Southeastern Conference (SEC) in den Schatten gestellt. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers @ Denver Broncos

Abschluß der Divisional Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers (11-6, #6 Seed) @ Denver Broncos (12-4, AFC West Champions, #1 Seed). Kickoff um 22.40Uhr mit Jim Nantz und Phil Simms auf CBS; oder auch bei Sat.1/ran.de und PULS4.

Keine Spoilers hier, die gibt es alle in korsakoffs Liveblogs. Hier die spoilerfreie Vorschau auf Steelers @ Broncos nach dem Klick. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Stephanstag

Nachklapp zur Hawaii Bowl in der Christnacht: Das Spiel war zur Pause gegessen, weil die Oregon State Beavers schlicht die bessere Mannschaft stellten. Die Beavs scorten zwei Fumble-Return TDs durch ein und denselben Spieler, aber das allein erklärt keine zwischenzeitliche 38-6 Führung. Oregon State machte mehr Yards, mehr Yards-per-Play als Boise State. Erst in der „Gargabe-Time“ holte sich Boise State die Yards und Punkte zurück, sodass es am Ende im Gamebook den Gesamt-Raumgewinn von 538yds für Boise und nur 454yds für die Beavers ausweist. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, auch wenn die Zwischenführung doch 1-2 TDs zu hoch ausfiel.

Ein sehr bizarrer Moment kam im zweiten Viertel, als ESPN ein Interview mit dem künftigen Boise-Headcoach Byron Harsin schaltete. Harsin sprach gerade über seine Vorstellungen von Boise-2014, als der zweite Fumble-Return TD passierte. Harsin war ganz eindeutig nicht dabei, das Spiel zu verfolgen, oder aber er stand gerade mit dem Handy telefonierend auf dem Balkon und rauchte eine runter. Im TV wirkte es jedenfalls… eigenartig. Mal schauen, was Harsin mit Boise State anstellen wird. Dieses Programm hat die schwierigste Saison seit locker 10 Jahren hinter sich. Harsin muss das Trainergenie Chris Petersen ersetzen. Viel Glück.

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Big East Conference 2012/13 Preview

Die Big East Conference… was im College-Basketball mit Syracuse und March Madness eine ganz große Nummer ist, genießt im College Football mittlerweile keinen allzu hohen Status mehr. Nach etlichen Jahren der Misserfolge und hohen Schlappen der BCS-Vertreter in der Bowl Season und dem drohenden Kollaps nach Abgängen (West Virginia, baldig Pitt und Syracuse) und nicht erfolgten Additionen (TCU) wird in einem Jahr der blanke Wahnsinn ausbrechen, mitsamt Teams aus Texas, Idaho (!) und Südkalifornien (!!!).

Die Zusammensetzung der Football-Liga sieht 2012 so aus:

Cincinnati
Connecticut (UConn)
Louisville
Pittsburgh
Rutgers
South Florida (USF)
Syracuse
Temple

Und im nächsten Sommer – ein durchaus mögliches weiteres Beben mal außer Acht gelassen – werden folgende Universitäten die Footballmeisterschaft unter sich ausspielen (die Navy kommt erst 2015 und jetzt vergessen wir mal, dass Louisville durchaus Big12-würdig sein könnte):

Boise State
Central Florida (UCF)
Cincinnati
Connecticut (UConn)
Houston
Louisville
Memphis
Rutgers
San Diego State
South Florida (USF)
Southern Methodist (SMU)
Temple

Und wenn die Funktionäre dann lange genug zusammensitzen, kommt bestimmt wer auf die Idee, die beiden Divisionen dieser Conference nicht nach geographischen Gesichtspunkten zusammenzusetzen…

Die obere Hälfte des Tabellenplateaus

Eigentlich verbietet es sich, in der Big East Conference von “Favoriten” zu sprechen – zu wenig Konstanz ist da auf Jahr-zu-Jahr-Basis drin. Für dieses Jahr erwarte ich allerdings die Louisville Cardinals aus Kentucky obenauf. Der Chefcoach Charlie Strong war bis zum vergangenen Herbst nur als großer Motivator und Recruiter bekannt gewesen, zeigte dann aber Profil: Feuerte mitten in der Saison nach katastrophalem Saisonstart seinen OffCoord, wechselte QB Terry Bridgewater ein, und schon war die Offense plötzlich potent genug, dass es um ein Haar noch zum Conference-Gewinn gereicht hätte. Der schwarze Strong hat da einen sehr jungen Kader beisammen, der erst in 1-2 Jahren zur Hochform auflaufen dürfte.

Zweiter Kandidat ist ein langjähriges dark horse: Die South Florida Bulls aus Tampa. Ich erinnere mich an meine Worte Mitte/Ende September, vor der furchtbaren Schlappe bei Pitt, die alles Selbstvertrauen aus dem Team zu ziehen schien. Und dann kam auch noch Pech dazu: Ein 5-7 liest sich nie gut, aber wenn du in engen Spielen 1-4 gehst, kannst du das schon mal ein bissl Entschuldigung gelten lassen.

Die Offense ist eigentlich gar nicht übel: Es steht und fällt immer noch alles mit QB B.J. Daniels, der sich aber langsam zum soliden Verwalter entwickelt, und nun mit WR Andre Davis einen künftigen NFL-Star in the making zur Seite bekommen haben soll. Getragen wird USF eh wie immer von der flinken, aggressiven Defense – oder auch nicht: Weil die Abwehr sich halt auch immer den einen oder anderen Lapsus leistet, wird USF wieder zwei oder drei Spiele einfach wegen Konzentrationsschwierigkeiten wegschenken.

Vielleicht ist das die Chance der Rutgers Scarlet Knights, die nach dem überraschenden Abgang vom langjährigen, sehr umtriebigen Head Coach Greg Schiano gen Tampa den Kulturwandel vollzogen und mit dem ruhigen, bedachten Kyle Flood das komplette Gegenteil zum Schreihals Schiano installiert haben. Auch hier gilt: Star ist die Defense, während die Offense weitestgehend indisponiert ist (Laufspiel ist unzuverlässig genug für 0yds-Spiele).

Oder kommen gar noch die Cincinnati Bearcats zum Tragen? Letztes Jahr waren die gar nicht übel, aber es gibt etliche – und berechtigte – Fragezeichen: Wer ersetzt den angehenden Profi RB Isaiah Peed? Wer folgt auf die vier abgewanderten Offensive Liner? Wie soll QB Munchie Legaux (was für ein fassungslos geiler Name übrigens!) hinter solchem Blocking seine Completions Rate von 47% verbessern? Und was passiert mit der Laufdefense, nachdem die größte Stärke – die Defensive Tackles um Derek Wolfe – nach Zillionen Abgängen zum größten Mysterium in der Abwehr geworden ist? Ach ja: In der Historie gab es noch nicht viele Mannschaften (genau: eine), die zwei Jahre hintereinander wie Cincinnati 2011 genau 20 Fumbles freischlagen konnte…

Die untere Hälfte des Tabellenplateaus

Die Pittsburgh Panthers gehören zu den chaotischsten Läden in der FBS. Nach einem wiederholten Trainerwechsel – diesmal mit vielen, vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelen bösen Worten und mehr als latent an die Oberfläche gebrachtem Hass gegen Ex-Coach Todd Graham ist nun Paul Chryst, zuletzt höchst erfolgreicher OffCoord bei Wisconsin, der fünfte Head Coach von Pitt in den letzten 18 Monaten! Äh, Wisconsin? War da was? Riecht nach überragender Offensive Line von Tag an. Keine, wirklich keine Preview über Pitt kommt ohne Termini der Güteklasse soon-to-be enormous offensive line aus.

Die Fakten untermauern das schon mal. Also: Durchschnittsgröße 1,99m bei 318 Pfund (144kg). Der Benni unter denen ist 1,94m bei 305 Pfund (138kg). „Enormous“ mögen die Leistungen auch sein, denn QB Tino Sunseri ist nicht nur ein unkonventioneller Werfer, sondern auch fürchterlich unentschlossen: 13.5% der Passversuche enden in Sacks (5 Sacks im Schnitt pro Partie gegen Sunseri!!). Immerhin dürfte der famose RB Ray Graham nach Knieverletzung wieder zu großer Form auflaufen können. Komplett im Dunkeln tappt man nach all den Wechseln bei der Defensiv-Strategie der Panthers. Pornoschnäuzer Dave Wannstedt war 4-3-affin, Graham machte daraus eine 3-4; was wird Chryst da machen?

Schon besser Bescheid um die Defense weiß man bei den Connecticut Huskies: Die ist nämlich wirklich bärenstark, und aus der vergangenen Saison habe ich mir mit dem ungefähr zwanzig Mal pro Spiel gelobten DE Trevardo Williams noch eine wichtige Figur gemerkt. Die Offense liegt zwar zirka drei Meter unter der Erde und QB Chandler Whitmer wurde von HeadCoach Pasqualoni mit einer grundlos in die Länge gezogenen Entscheidung über den Starting-QB (es gab klar ersichtlich keine Alternative) schon sachte enteiert, aber du kannst wenn es gut läuft damit in einer Big East ganz vorne durchkommen…

Syracuse wird das nicht schaffen. Den Orangemen rutschen zwar immer wieder fantastische Spiele oder auch nur Spielviertel aus, aber der Kader hat nicht genügend Qualität, um damit über vier Monate schadlos zu bleiben.

An Qualität wird es auch den Temple Owls mangeln, den Neulingen 2012. Oder besser: Rückkehrern. Temple war vor sieben Jahren aufgrund von sportlichem Siechtum aus der Big East gekickt worden – jetzt sind sie wieder zurück, und kommen frisch von einer Bowl-Season-Teilnahme. Der HeadCoach ist mit Steve Addazio ein kauziger Mann, der humorlosen 60er-Jahre Football spielen lässt: Laufen am besten auch noch bei 3rd und 15 und das wenn möglich auch noch mit Schwarzweißübertragungen, ohne irgendwelchen neumodischen Schnickschnack. Eigentlich dürfte das dieses Jahr nicht reichen. Eigentlich. Aber wir reden hier von der Big East Conference, und deswegen dürfte diese Preview schon in drei Wochen völlig wertlose geworden sein. Die Rechnung für die verschwendete Zeit beim Lesen bitte in die Zentrale von Sideline Reporter schicken. Danke für die Aufmerksamkeit.

Die letzten Tage der Bowl Season 2011/12: Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern oder Kraut und Rüben in Pittsburghs Trainerstab

Traditionell wenig Beachtung finden die letzten College-Partien zwischen BCS-Bowls und National Championship Game. Hierzulande gibt es vom interessantesten dieser Spiele – der AT&T Cotton Bowl Classic keine TV-Bilder. „Cotton Bowl Classic“ wie „wirmöchtenunbedingteineBCSBowlwerden“, das Spiel, das sogar aus dem angestammten, gleichnamigen Uraltstation in Dallas ausgezogen und in die Cowboys-Arena ausgesiedelt ist, um BCS-Status zu bekommen, das seinen angestammten Platz am Neujahrstag aufgab um rund eine Woche später in der Prime Time spielen zu können – bisher erfolglose Versuche, Thrill in das Event zu bringen. Heuer hätte man mit #6 Arkansas und #8 Kansas State zwei würdige Kaliber, die die BCS aufgrund verzwickter Vertragslage (Hogs) und verkalkter Denke (Wildcats) außen vor ließ.

Da in den Staaten FOX die Partie überträgt, wird weder ESPN America noch der ESPN-Player übertragen. Wir werden auf Gus Johnson verzichten müssen, wie auch auf den interessanten Razorbacks-QB Tyler Wilson und die Trainerlegende der Wildcats, Bill Snyder.

[Update] In den Kommentaren wird zurecht darauf verwiesen, dass Eurosport 2 am Samstag von 11h45 bis 13h15 eine eineinhalbstündige Aufzeichnung des Spiel bringen wird. Allerdings überträgt der Sender vorher ein Tennisspiel, das sich bekanntlich ziehen kann – und ich kann mir schwer vorstellen, dass im Fall der Fälle ES2 Football Tennis vorziehen wird… [/Update]


Am Samstag, 19h MEZ findet in Frisco im Stadion des FC Dallas (“Pizza Hut Park”) das Finale der Football Championship Series (FCS) statt, der “Unterstufe” zur FBS – dort, wo der Meister in einem Playoff ausgetragen wird. Es treffen aufeinander: Die #1 Sam Houston State Bearkats gegen die #2 North Dakota State Bisons. Beide waren zu Hause in den Playoffs eine Macht, wobei North Dakota State noch eine Spur dominantere Ergebnisse einfahren konnte, beide putzten im Verlauf der Saison je einen FBS-Gegner: S.H.S.U. gewann gegen New Mexico in der Overtime, N.D.S.U. gewann auswärts bei den Minnesota Golden Gophers aus der Big Ten Conference 37-24!

Was man so hört, sind alle Beteiligten ziemlich sprachlos über das große Interesse; die Tickets von Sam Houston State gingen weg wie die warmen Semmeln und waren am ersten Tag ausverkauft. Im Stadion von Frisco sollen noch kurzfristig ein paar Hausmütter anrücken und provisorisch mit Schraube und Mutter Sitzschalen anbringen, da die Kapazität angeblich gesprengt wird.

Das Spiel selbst dürfte ein Lauf-Festival werden. Sam Houston State war im Halbfinale vor drei Wochen vor allem über seinen RB Tim Flanders (287yds, wenn ich richtig notiert habe) gefährlich, während bei North Dakota State so ziemlich jeder in der Offense – Quarterback inklusive – um die Wette scrambelten und weit über 300yds im Semifinale erliefen. Die Bisons wirkten im Halbfinale für mein Empfinden mächtiger, ausgeglichener, besser als Sam Houston State – sollte daher auch trotz des niedrigeren Rankings favorisiert sein.

X-Faktor könnte das Wetter im unguten Dallas sein. North Dakota State spielt zuhause in einem Dome (eine übrigens wunderschöne, kleine Halle für 20.000 mit furiosen Fans, die lauter sein sollen als jene der New Orleans Saints), aber viel Laufspiel und die dicke Haut der „Nordstaatler“ sollten helfen. ESPN America bringt am Sonntag, 8.1. um 7h eine Aufzeichnung.


BBVA Compass Bowl

SMU Mustangs – Pittsburgh Panthers

Di, 10.1. um 11h30 Tape bei ESPN America

Die Connections liefern die Cheftrainer – ein flotter Dreier mit der Arizona State University. Aaaalso: Die Arizona State Sun Devils suchten nach dem Rauswurf von Dennis Erickson einen neuen Chefcoach und fragten bei June Jones an, der dann auch bereitwillig schnell rüber nach Tempe zum Vorstellungsgespräch flog. Arizona State war so begeistert, dass man Jones sofort zur Unterzeichnung bringen wollte, aber just in dem Moment, als Jones der Füller in die Hand gedrückt wurde, kaum das „Stop!“ von den Boostern der Universität und Jones musste bedröppelt wieder nach Hause fliegen – an die Southern Methodist University, wo Jones seit vier Jahren auf dem Cheftrainersessel sitzt und sich einige unangenehme Fragen über sein Committment zum Programm anhören musste.

Arizona State drehte seinen Scheinwerfer ein paar Kilometer weiter gen Norden und wurde beim Cheftrainer der Pittsburgh Panthers, Todd Graham, fündig. Problem: Graham war dort erst seit einem Jahr Cheftrainer gewesen und hatte als oberstes Credo seine Verbundenheit zu seinen Spielern ausgegeben. Weil man aber nur das, was man schwarz auf weiß besitzt, getrost nach Hause tragen kann und Graham sich an sein dummes Geschwätz von gestern nicht mehr erinnern wollte, autographierte der Mann die taufrische Vertragsvorlage bei Arizona State – dem Job, der eigentlich June Jones gehören hätte sollen – und verärgerte seine Mannschaft bei Pitt massiv. Die Tweets der Pitt-Spieler als Reaktion auf Grahams Move waren am Rande zur Justiziabilität und deckten von Lügner bis Vollidiot die ganze Bandbreite ab.

So werden die Pittsburgh Panthers verständlicherweise nicht mehr von Graham, sondern vom Interim Keith Patterson gecoacht. Patterson ist damit der fünfte (!!) verschiedene Panthers-Coach seit Dezember 2010. Die Vorgänger: Dave Wannstedt (gefeuert nach 2010/11), Phil Bennett (Interimscoach in der Bowl Season 2010/11), Mike Haywood (angedachter Nachfolger Wannstedts und nach 13 Tagen gefeuert, wg. Randalierens im besoffenen Zustand gegen seine Ehefrau), und Graham. Der HeadCoach für die nächste Saison wird dann übrigens der Offensive Coordinator von Wisconsin, Paul Chryst, sein. (Sehen wir bei Pitt in Zukunft P-U-N-K-T-E?)

Noch was? Jo: Die University of Pittsburgh war einen Schnaps davon entfernt, die Bowl Season zu boykottieren, weil man nicht wie im Vorjahr im baufälligen Legion Field zu von Birmingham/AL die BBVA Compass Bowl bestreiten wollte, musste sich aber letzten Endes der Hausmacht ESPN beugen, deren regionaler Ableger diese Bowl veranstaltet. Wohl bekomm’s, da ist man gespannt, was da unterm Strich für ein Spiel rauskommt.

GoDaddy.com Bowl

Northern Illinois Huskies – Arkansas State Red Wolves

So/Mo 8./9.1. um 3h LIVE bei ESPN America
Tape am 9.1. um 17h bei ESPN America

Das Spiel findet in der Nacht auf Montag, nach Ende der Wildcard-Playoffs in der NFL, statt und bietet die Meister von zwei kleinen Conferences auf: Die Northern Illinois Huskies aus der Mid-American Conference (MAC) und die Arkansas State Red Wolves aus der Sun Belt Conference. Die Eckdaten zum Spiel: NIU ist im Angriff lauforientiert (247.6yds Lauf, 234.2yds Pass) und verlässt sich extrem auf seinen MVP, Quarterback Chandler Harnish (2942yds Passspiel, 26 TD, 5 INT bei zusätzlichen 1382yds Scrambling mit 11 TD), während Arkansas State dann doch eher gepflegt seine Spread Offense einsetzt, um die Schwächen des ebenso auf flotten Beinen stehenden QB Ryan Aplin zu minimieren (Aplin: 18 TD zu 13 INT, aber neun Lauf-TD bei 605yds Scrambling). Arkansas State wird bei mir mit sagenhaften 0.1pts favorisiert.

Eine Geschichte am Spielfeldrand: Die Red Wolves verloren ihren HeadCoach Hugh Freeze schon nach einem Jahr (Freeze ging zu Ole Miss), schafften aber den nicht für möglich gehaltenen Coup und lotsten das Offensivgenie Gus Malzahn von Auburn in die Steppen von Arkansas. Malzahn wird am Sonntag noch nicht coachen, aber bereits seine wachen Augen von der Tribüne auf die Partie richten. Damit haben Arkansas State und die komplette Sunbelt Conference schon mal eines sicher: Presse.

Black-Friday Preview 2011

Der „Black Friday“ 2010 ist bis heute die großartigste Football-Nacht in meiner Erinnerung: Unterstützt vom brutalsten Zahnschmerz ever bis Samstagnachmittag keine Chance, auch nur das entzündete linke Auge zuzubringen, und sämtliche schmerzlindernden Gesüffe aus Muttis Schrank verpufften wirkungslos, aber die Glotze bot adäquates Programm: Nacheinander das unglaubliche Auburn-Comeback in der Iron Bowl, die Super-Offense der Oregon Ducks gegen Arizona und am frühen Morgen die Fehlkicks des Kyle Brotzman in der Boise-Niederlage zu Reno/Nevada. Zweimal Herzschmerz, aber was liebt man mehr als tragische Helden und Augenblicke, die sämtliche Skripts über Bord schmeißen? Sport kann so wunderbar irrational sein. Manchmal regnet es Klaviertastaturen. Gäule kotzen im Kleiderschrank. Und ehe du dich versiehst, hast du einen Zwanzigpunktevorsprung gegen ein geschlagenes Team verschenkt.

Heute ist Black Friday 2011.

BCS-Watch/Woche 13

Das vergangene Wochenende hat die BCS erschüttert, Probleme gelöst und neue Probleme geschaffen. Beginnend mit der überraschenden oder doch nicht so überraschenden Niederlage der Oklahoma State „Gunners“ bei Iowa State, über das ruinierte Comeback der heimstarken Oregon Ducks bis hin zu „RG3“ und seinen Baylor Bears war alles dabei, was College Football so einzigartig macht. Zwerge, die sich auflehnen und die Großen von den Rängen schießen. Und plötzlich stehen wir da und erleben das „kleine“ Spiel des Jahrhunderts: #1 LSU Tigers gegen #3 Arkansas Razorbacks. Die BCS vor dem heutigen Abend:

#1 Louisiana State (11-0)
#2 Alabama (10-1)
#3 Arkansas (10-1)
#4 Oklahoma State (10-1)
#5 Virginia Tech (10-1)
#6 Stanford (10-1)
#7 Boise State (9-1)
#8 Houston (11-0)
#9 Oklahoma (8-2)
#10 Oregon (9-2)

Der Landesmeister 2011/12 wird ausgewürfelt. Es gibt unwiderlegbare Argumente für diejenige Finalpaarung, die sich im selben Moment von allein verbietet. Dreimal SEC-West in den Top-3. Virginia Tech an #5, obwohl man vom einzigen nennenswerten Gegner im Schedule, Clemson, haushoch abgeschossen wurde. Oregon fünf Plätze hinter der Mannschaft, die man wenige Tage zuvor in Grund und Boden gespielt hatte. Mittendrin die beiden Zwerge Boise und Houston und die Frage, was wohl passiert wäre, hätten die Broncos das Field Goal gegen TCU versenkt.

Louisiana State Tigers – Arkansas Razorbacks

21h30 LIVE bei ESPN America (Achtung: Kickoff ist um 20h30!)

Da braucht man das Informations-Sieb, um aus den zahlreichen Storylines zu diesem Spiel die richtigen Kanäle aufzumachen. #1 LSU gegen #3 Arkansas. Drei Wochen nach dem „Spiel des Jahres“ bei Alabama der nächste Kracher für die Tigers gegen einen Rivalen („Battle for the Golden Boot“) – und es ist eine Partie mit je nach Ausgang unter Umständen bizarrsten Konstellationen für danach.

Nehmen wir die SEC-West, die „Powerhouse“-Division des College Football dank der drei Top-Kräfte:

  1. Louisiana State (SEC-Bilanz: 7-0)
  2. Alabama (6-1)
  3. Arkansas (6-1)

LSU hat bei Alabama gewonnen. Alabama hat Arkansas abgeschossen. Wenn LSU heute gewinnt, gibt es keine Diskussionen. Wenn aber LSU heute verliert und Alabama wie gemeinhin erwartet in Auburn gewinnt, bricht Anarchie aus, müsste der achte (!) Tie-Breaker zur Entscheidungsfindung herhalten. Ein Tie-Breaker, der nur und ausnahmslos im College Football jemals ausgedacht werden konnte und selbst FIFA-Strategen erblassen lässt:

The tied team with the highest ranking in the Bowl Championship Series Standings following the last weekend of regular-season games shall be the divisional representative in the SEC Championship Game, unless the second of the tied teams is ranked within five-or-fewer places of the highest ranked tied team. In this case, the head-to-head results of the top two ranked tied teams shall determine the representative in the SEC Championship Game.

Hieße: Das BCS-Ranking entscheidet. Der am schlechtesten Platzierte aus dem Trio fiele automatisch raus. Der Zweitplatzierte gewinnt den Tie-Breaker mit dem Erstplatzierten, wenn er nicht weiter als fünf Plätze dahinter im BCS-Ranking klassiert ist und das direkte Duell gewonnen hat! Man kann davon ausgehen, dass im Falle eines Hogs-Sieges die drei SEC-Mächte alle in den Top 5 bleiben. Es entscheidet also die Reihenfolge, immer gesetzt den Fall, dass heute Arkansas und Alabama gewinnen:

Möglichkeit A: LSU > Alabama > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit B: LSU > Arkansas > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit C: Alabama > LSU > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit D: Alabama > Arkansas > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit E: Arkansas > Alabama > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit F: Arkansas > LSU > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Sämtliche Polls und BCS-Rankings dürften zum jetztigen Zeitpunkt unberechenbar sein. Jeder hat seine Argumente. LSU hätte einen ultraschweren Schedule und auswärts bei Alabama gewonnen, aber unter Druck zuhause verloren. Alabama war eigentlich besser als LSU und hat Arkansas hoch geschlagen, hatte aber zweimal Heimvorteil. Arkansas war in Tuscaloosa chancenlos, putzte aber unter Druck die #1 und musste zudem zweimal auswärts antreten. Noch Fragen?

Verlassen wir die hypothetische Zone und wagen wir den Sprung zurück in die Realität: Die Louisiana State Tigers sind in diesem Spiel die klaren Favoriten. Die Mannschaft ist zwar eigenartig gesichtslos und hat trotz Dominanz keinen einzigen Spieler, der im Heisman-Rennen auftaucht, aber gerade das scheint die Tigers auszumachen: Sie sind multidimensional gefährlich. Die Defense ist vorne und hinten diszipliniert, kann großen Zug zum Quarterback entwickeln, Top-Receiver abdecken oder Turnover erzwingen und lässt sich von keinem Running Back der Welt verarschen. Und sie macht kaum Fehler. Die Offense macht auch kaum Fehler, spielt unspektakulär ihren Stiefel runter und würgt trotzdem ihre 35-40 Punkte/Spiel heraus, wenn es nicht gerade gegen die Alabama Crimson Tide geht. Es gibt kaum Schlüsselfiguren, kaum Hebel, an denen man ansetzen könnte, um der Mannschaft den Zahn zu ziehen.

Das ist bei den Arkansas Razorbacks anders. Die Hogs gehören unter dem windigen Head Coach Bobby Petrino zu den wenigen passlastigen Teams in der SEC, haben es aber entgegen aller Unkenrufe geschafft, mit Spread-Passspiel gegen die athletischen Abwehrformationen des Südens über Jahre zu bestehen. Sämtliche Running Backs im Lazarett? Check. Top-QB und Eckpunkt Ryan Mallett in die NFL? Haken dran. Übergibt man das Zepter eben einfach an den Grünschnabel-QB Tyler Wilson und sieht trotz nicht rundum überzeugender Defense eine der besten Spielzeiten der Universitätsgeschichte. Eine Spielzeit, die bis dato in der Anonymität stattfindet, denn eigenartigerweise kriegen die Hogs immer noch kaum Presse, was auch an den regelmäßigen Implosionen in wichtigen Spielen liegen mag.

Letztes Jahr gewann man allerdings im direkten Duell um eine BCS-Bowleinladung gegen LSU. Heuer kann Arkansas mit einem Sieg sogar möglicherweise ins SEC- und BCS-Finale durchmarschieren, muss nun aber mit der mentalen Belastung eines vor wenigen Tagen verstorbenen Teamkollegen (TE Garrett Uekman) umgehen.

So richtig an ein Upset glauben mag ich nicht. Gegen Alabamas Defense wurde schnell klar, dass man mit einseitigem Passspiel nicht lange bestehen kann. Und auch wenn LSU gegen die wurfstarken West Virginia Mountaineers durchaus Pass-Yards zuließ, werden in entscheidenden Momenten die Schotten dicht gemacht und maximal Field Goal zugelassen.

Was würde ich geben für die bizarrsten Konstellationen und die dran anknüpfenden Diskussionen. Es ist unwahrscheinlich. Aber es ist möglich. Black Friday 2010 hat’s vorgemacht.

West Virginia Mountaineers – Pittsburgh Panthers

01h LIVE bei ESPN America

Die größte Rivalität des Nordostens, genannt The Backyard Brawl (zu dt. das „Gemetzel im Hinterhof“). Geschichtliches und ein sehr kuhles Foto gab es bereits letztes Jahr. Für beide wird es eine der letzten conferenceinternen Auseinandersetzungen sein, da WVU in die Big 12 geht und Pitt ab 2014 in der ACC mitspielen soll. Ich gehe mal davon aus, dass die Rivalität trotzdem weiterhin Bestand haben wird.

Noch sind beide aber Big East, und beide erleben mit neuen Head Coaches eine enttäuschende Saison. West Virginia sah eine Weile wie der Topfavorit in der Conference aus, verlor dann aber gegen Syracuse und ist mittlerweile trotz starkem Passspiel mit 3-2 Siegen irgendwo im grauen Mittelmaß zu verorten. Pitt baut mehr auf das Laufspiel um RB Ray Graham, weil man sich auf den schlechten Werfer QB Tino Sunseri nicht verlassen kann, kriegt aber meist zu wenige Punkte aufs Tablett. Schade, weil die Defense Potenzial hätte.

Arizona State Sun Devils – California Golden Bears

04h15 LIVE bei ESPN America
Aufzeichnung: Samstag, 12h bei ESPN America

Zum Abschluss der langen Nacht ein Livespiel aus der Pac-12 Conference, wo die Cal Golden Bears nicht erst seit der knappen Niederlage in Stanford aus dem Rennen sind, aber den Spoiler für die Arizona State Sun Devils geben könnten.

Arizona State ist eigentlich mit höheren Ambitionen gestartet als es eine 6-5 Bilanz (4-4 in der Pac-12) vermuten ließe, galt durchaus als vertiabler Anwärter auf die Top-25. Aber die jüngste Kollaps-Serie war verheerend und könnte Headcoach Dennis Erickson den Kopf kosten. Werfen wir einen Blick auf die Süd-Division der Pac-12, wo USC vorneweg marschiert, aber gesperrt sein wird (für die Gesamtbilanz aber doch mitgezählt wird!):

UCLA (5-3)
Arizona State (4-4)
Utah (4-4)

Utah gewann gegen UCLA. UCLA gewann gegen Arizona State. Arizona State putzte Utah.

UCLA hat sein Schicksal in der eigenen Hand, muss aber gegen den haushohen Favoriten USC spielen. Sieg und die Bruins wären durch. Arizona State ist mit eigenem Sieg und Niederlage für UCLA durch (weil man den zweiten Tie-Breaker gewinnen würde). Utah braucht einen eigenen Sieg über Colorado und Niederlagen von UCLA und Arizona State. Keines dieser Szenarien ist auszuschließen, so schwach sich dieses Trio heuer präsentierte (UCLA und Arizona State stehen kurz davor, ihre Cheftrainer zu feuern!).

Aufzeichnungen

Bereits um 14h30 gibt es bei ESPNA das Tape von heute Nacht: Texas A&M Aggies gegen Texas Longhorns – der „Lone Star Showdown“. Nicht unbrisant, gelten die Longhorns mit ihren Zicken doch für den Hauptgrund, dass die Aggies ab 2012/13 in die SEC abwandern werden – es gilt als hausgemacht, dass diese traditionelle Rivalität aussterben wird. Sportlich halte ich Unverbesserlicher weiterhin die Aggies trotz der mickrigen 5-5 Bilanz für favorisiert, obwohl beide Mannschaften sich als jung und fragil gezeigt haben.

Um 9h30 gibt es aus den unteren Kategorien des College Football ein Spiel: „Turkey Day Classic“ zwischen Alabama State (FCS) und Tuskegee (Division II), zwei „schwarze Unis“. Das Markante an diesem Spiel: Beide Unis tragen es traditionell zu Thanksgiving aus, womit sie mit dem jeweiligen Playoffstart in FCS und Division II kollidieren. In anderen Worten: Durch das sture Weiterspielen dieser über 85jährigen Rivalität verzichten beide willkürlich auf eine mögliche Teilnahme an den Playoffs für die Meisterschaft – jedes Jahr.

Pitt Panthers vs. USF Bulls – die big eastliche Standortbestimmung

Do/Fr 29./30.9. 02h LIVE bei ESPN America
Fr 30.9.
16h30 als Tape bei ESPN America

Heute Nacht um 02h matchen sich die Pittsburgh Panthers und die #16 South Florida Bulls, ein wichtiges Spiel, in dem womöglich eine BCS-Bowleinladung zu gewinnen ist. Pitt und USF sind neben West Virginia die drei favorisierten Unis in der Big East Conference. Vermutlich bleibt nur der Sieger im Rennen um den Conference-Titel in einer Conference, die Pitt in naher Zukunft verlassen wird und damit ganz nebenbei auch den heutigen Gegner USF in arge Nöte bringt. USF ist noch keine Marke und könnte bei einem Kollaps der Big East Conference in die Bedeutungslosigkeit versinken. Umso wichtiger ist dieses Spiel.

Pitt und USF, das ist auch das Duell zweier Coaches, die sich einst mehrfach in der Conference-USA gematcht haben und seither in größere BCS-Conferences gegangen sind: Pittsburghs Todd Graham und der etwas renommiertere USF-Coach Skip Holtz, Sohnemann der Legende Lou.

Todd Graham hat bei Pitt eine in Spurenelementen schnellere Offense installiert, die aber nur selten über mehr als drei Plays in Schwung kommt. Probleme, die bei der schwachen Offensive Line beginnen, die gegen die Fighting Irish zuletzt arge Probleme hatte und mit USF keinen einfacheren Gegner sehen wird. Dazu kommt, dass QB Tino Sunseri kein guter Werfer ist und dazu noch außerordentlich unzuverlässig, aber die einzige Alternative im Kader sitzt derzeit eine teaminterne Sperre ab. Sunseri verfügt aber über eine Waffe: WR Devin Street, ein schneller, fangstarker Mann, der auch mit Doppeldeckungen zu leben weiß.

Trotzdem bleibt das Laufspiel notgedrungen die Basis dieses Angriffs. Namentlich: Der richtig gute, variabel einsetzbare RB Ray Graham, der auch gegen Iowa stark aufspielte.

Da kommt den Panthers gerade recht, dass die eigentlich ultraaggressive Defense der Bulls im Moment etwas mit sich selbst beschäftigt ist und sich aufgrund diverser Abstimmungsprobleme auf vereinzelte Big Plays ihrer Schlüsselspieler verlassen muss.

Ich habe USFs Offense nur in Ausschnitten gegen Notre Dame gesehen. Die Offense scheint im Vergleich zum vergangenen Herbst etwas besser in Schwung gekommen zu sein, mit dem etwas unkonventionell wirkenden QB B.J. Daniels, der deutlich souveräner als früher wirkt, bisher erstaunlich fehlerfrei geworfen hat (erst eine INT) und auch flott bei Fuß ist. Es macht Spaß, Daniels zuzuschauen, wenn die Offense mal für einen oder zwei Drives Rhythmus bekommt. Dazu hat sich RB Darrell Scott mittlerweile zum Arbeitstier im Angriff entwickelt.

Pitts größte Abwehrschwäche ist die Deckung der Spielfeldmitte. Bei USF ist mir allerdings kein besonders ausgeprägter Wille, über die Mitte zu werfen, in Erinnerung, und richtig gute Tight Ends oder auch nur einen Top-Slot Receiver für die Slant-Routen gibt es im Kader nicht, nur die Waffe außen, WR Sterling Griffin.

So bleibt dies ein Spiel, das letzten Endes locker durch ein, zwei Big Plays entschieden werden kann, Turnovers, Special Teams oder auch nur ein langer Lauf oder Pass. Für mich ist es ein offenes Spiel. Ich halte South Florida für die bessere Mannschaft, aber Pitt hat den Heimvorteil und bei Nacht vermutlich auch ordentliche Unterstützung auf den Rängen im Heinz Field.

College Football 2011/12 – Roundup Woche 4, die Kurzversion (Update: Die Rankings sind da)

Heute nur ein klitzekleines Round-Up nach der Durchsicht der Bewegtbilder.

#1 Oklahoma – keimfreie Leistung beim 38-28 gegen Mizzou, das nicht so knapp gewesen sein soll wie es ausschaut (merke: „knapp“ = 10 Punkte-Sieg).

#2 Lousiana State – ein dominanter Auswärtssieg in West Virginia. Möglicherweise lassen sich etliche Voter finden, die LSU nun an #1 setzen, nachdem sogar QB Jarrett Lee mal eine fehlerfreie Partie spielte und die Laufdefense einfach furchterregend aussieht.

#3 Alabama – Arkansas war nicht unterirdisch, aber die Crimson Tide waren mit RB Trent Richardson voraus richtig gut, verbrannten die Hogs immer wieder durch schnelle Pässe; die Defense walzte sämtliches Laufspiel nieder und zerbröselte immer wieder mit massivem Pass Rush die Pocket der Hogs.

#4 Boise State – lockerer, recht fehlerarmer 41-21 Heimsieg über die offensivstarken Tulsa Golden Hurricane. Einzig das träge Laufspiel der Broncos macht leichte Kopfzerbrechen (2.9yds/Carry).

#5 Stanford – war spielfrei.

#6 Wisconsin – Russell Wilson wird in der Heisman-Liste nur weiter nach oben rücken. Erneute fehlerarme Vorstellung gegen einen inferioren Gegner.

#7 Oklahoma State – wird mit einem großartigen Comeback im Kyle Field langsam ernst genommen werden müssen: Die Cowboys holten 17pts auf und gewannen nach einer lahmen ersten Halbzeit 30-29 gegen Texas A&M.

#8 Texas A&M – wird aus dem BCS-Titelrennen ausscheiden. Man muss sich Sorgen um das Nervenkostüm dieser Mannschaft machen, die mit dem erstaunlich beweglichen QB Ryan Tannehill einen furiosen Start hinlegte, dann aber in Halbzeit zwei zusammenklappte. Mike Sherman hat da eine gefährliche Mannschaft beisammen – trotz allem – die um voll genommen zu werden mal einen überzeugenden Sieg gegen einen wirklich starken Gegner brauchen wird.

#9 Nebraska – lockerer Auswärtssieg in Wyoming.

#10 Oregon – die Ducks schießen sich gerade den Frust von der Seele und punkten nach Belieben gegen alles, was ihnen in die Quere kommt. RB LaMichael James mit 288yds Rushing (!) gegen die Arizona Wildcats, Oregon mit sechs Lauf-TD und zwei Pass-TD, machte weit über 450yds rushing und siegte 56-31.

#11 Florida State – so schnell kann eine Saison den Bach runtergehen. Eine Woche nach der hart umkämpften Heimniederlage gegen Oklahoma ein 30-35 gegen Clemson und das vermutliche Runterpurzeln in den Rankings. Hauptproblempunkt (wie unter der Woche skizziert): Das Laufspiel, das hinter dieser Offensive Line nicht in Gang kam. Immerhin machte DE Björn Werner eine kuriose INT, als QB Tajh Boyd ausrutschte und die Kontrolle über den Ball verlor, der in hohem Bogen direkt in Werners verdutzte Arme flog.

#12 South Carolina – Vanderbilt 21-3 geschlagen.

#13 Virginia Tech – bleibt ungeschlagen, aber kein WOW-Faktor weiterhin. Nächste Woche: Clemson.

#14 Arkansas – Tyler Wilson brauchte meistens zu lange, um unter diesem Druck werfen zu können. Als Wilson schnell warf, lief die Offense phasenweise. Allerdings konnte ohne permanente Entlastung durch das Laufspiel der Rhythmus nicht allzu lange gehalten werden. Die Defense zeigte sich überraschend solide, 38 kassierte Punkte sind eigentlich nicht verdient.

#15 Florida – es war „nur“ Kentucky, aber ein 48-10 mit einem derart gleichmäßig starken Laufspiel (über 400yds) wird dafür sorgen, dass man die Gators schneller als gedacht wieder wird ernst nehmen. Dürfte in den heute erscheinenden Rankings bereits vor Florida State sein und damit wieder die #1 im Sonnenscheinstaat.

#16 West Virginia – kassierte besagte Niederlage gegen LSU und muss sich nun darauf konzentrieren, die Big East zu gewinnen. Für das BCS-Titelrennen wird man nicht mehr in Frage kommen.

#17 Baylor – QB Robert Griffin jr. scort sich derzeit einen ab: Mal wieder fünf Touchdowns, diesmal gegen Rice. Griffin nach drei Spielen: 13 TD, 0 INT. Baylor wird eher steigen, denn fallen in den kommenden Rankings.

#18 South Florida – trieb beim 52-24 gegen UTEP den Score hoch. Überzeugend war vor allem QB BJ Daniels (202yds passing, 130yds rushing), während auch der viel diskutierte RB Scott (87yds rushing) langsam in Schwung zu kommen scheint.

#20 TCU – 55-13 gegen FCS-Konkurrenz. Für Boise State ist es enorm wichtig, dass sich die Horned Frogs in den kommenden Wochen Respekt verschaffen.

#22 Michigan – beim Brady-Hoke-Spiel gegen dessen alte Uni San Diego State war QB Denard Robinson mit gewohnt offenen Schuhlitzen zu über 200yds am Boden unterwegs. Lockeres 28-7 gegen SDSU.

#23 USC – ganz böse Auswärtsniederlage für die Trojans in Tempe: Arizona State gewann 43-22, u.a. dank einer hanebüchenen INT von QB Barkley, die über das ganze Spielfeld zum TD zurückgetragen wurde.

#24 Illinois – mühte sich redlich, aber am Ende ein wenig überzeugendes 23-20 gegen Western Michigan. Das Passspiel sah furchtbar aus, die Offense unrhythmisch und Ron Zook wird Probleme haben, die Fighting Illini dauerhaft in den Rankings zu halten.

#25 Georgia Tech – beim Spiel zweier Unis, die sich einst den National Title teilten, war Georgia Techs Option-Offense die bessere und überlieg UNC gnadenlos. GT könnte in der Coastal Division durchaus eine nicht zu unterschätzende Komponente für Virginia Tech sein.

Sonst so: Notre Dame ist nach dem 15-12 gegen Pitt 2-2 und könnte mit dem verbleibenden Schedule durchaus 8-4 bis 10-2 gehen, aber das Spiel war keine Offenbarung. Nur ein einziger Drive zeigte so was wie stimmiges Timing zwischen QB Tommy Rees und seinen Anspielstationen, der Rest war inakzeptabel, auch dank vieler Strafen. Pitt dagegen hat ein Offensivproblem, aber dass QB Tino Sunseri nicht die Lösung auf Jahre hinaus sein würde, wussten wir bereits.

Speaking of the Rankings…

Update: Die Rankings sind da. Stellvertretend quick hits zum AP Poll:

LSU wird wie oben leise vermutet an #1 gerankt. Oklahoma fällt trotz Heimsieg über die vor nicht allzu langer Zeit noch gerankten Mizzou Tigers. Oklahoma State an #5. Oregon ist schon wieder an #9, mit einem allerdings weiten (unmöglichen?) Weg in die Top-2.

Floridaist schon #12,South Florida#16. Florida State der große Verlierer nur noch an #23.

Weiters abgefallen: Texas A&M von #7 an #14, Arkansas von #14 an #18 (überraschend wenig weit runter), West Virginia von #16 an #22.

Das Coaches Poll sieht etwas anders aus: #1 Oklahoma, #2 Alabama, #3 LSU, #4 Stanford, #5 Boise State.

College Football 2011/12, Week #4 am Samstagabend

 

[08h27] Stat zum Aufwachen: In Hawaii sind erst 37 Minuten gespielt und die Bilanz von QB Bryant Moniz liest sich gegen UC Davis so: 30/44 Pässe komplettiert, 424yds, 7 (!) Touchdowns, 0 INT, 5 Läufe für 50yds.

[01h18] Ein Upset in Champaign, wo sich Illinois am Ende knapp 23-20 gegen Western Michigan durchsetzt. (Achtung, es folgt Spoiler Oklahoma State/Texas A&M)

Texas A&M verschenkt seine Siegchance mit einer INT im letzten Drive (1:31 vor Schluss), verliert daheim 27-30. Es war eine zweifach abgefälschte INT. Eigentlich eine unglaubliche Niederlage nach einer 20-3 Halbzeitführung. OSU mit einer furiosen zweiten Halbzeit, insgesamt 91 (!!) Offensiv-Spielzüge und hätte sogar einen weiteren TD gescort, hätte WR Blackmon (121yds, TD) nicht einen sichere TD in die Endzone zum Touchdown gefumbelt. OSUs QB Weeden mit 60 Passversuchen, 47 Completions, ziemlich krasse Zahlen. Damit wird A&M aus dem BCS-Meisterrennen ausscheiden, ich bin gespannt, wie lange Oklahoma State da drin bleiben wird. Ihre eigentlich schwache Defense hatte in der zweiten Halbzeit gute Zahlen.

[01h03] UPSET in Clemson: QB Clint Trickett wird beim 4th down gesackt. Clemson Tigers 35, Florida State Seminoles 30. Hmmm. Was hatte ich unter der Woche über die Offensive Line der Seminoles geschrieben? (Laufspiel, Fumbles, Sacks?)

FSU wird die Rankings hinunterpurzeln und braucht nun Schützenhilfe, um inder ACC eine Finalchance zu haben. So kann man innerhalb von zwei Wochen von BCS-Titelkandidat zu nichtmalsicher-ACC-Finalist werden. Clemson dagegen ist 4-0 und erzielt mit einer totgesagten Offense VIA PASSSPIEL mehr als 30 Punkte/Spiel!

[00h56] Das 4th down scheitert. Florida State braucht immer noch einen Touchdown zum Sieg.

[00h54] Dramatik in Clemson: Die Tigers sind in RedZone-Nähe, stehen bei 35-30 und 4th and 1  vor der Entscheidung auszuspielen oder Field Goal. 2:53 to go. (Clemson hat bereits ein Field Goal verkickt)

[00h45] Illinois 23, Western Michigan 20, 8:14 to go. Sie haben die Endzone tapfer verteidigt.

[00h40] Ich bin jetzt rübergewechselt zu Illinois – Western Michigan. Illinois steckt bei 20-20 in der RedZone. Unglaublich, was für kleine Brocken da in der Front Seven der Broncos arbeiten. Das sind 1,50m kleine 180kg-Bolzen, die sich mit Händen und Füßen wehren.

[00h31] Während in Tuscaloosa die Messen längst gelesen sind, ein Blick auf andere Felder: In Clemson führen die Tigers nun 35-23, nachdem die FSU mal wieder ein langes Big Play via Luftweg aufgegeben haben. In Champaign schenken sich Illinois und Zwerg Western Michigan nichts: 20-20. UPSET-Alert!!

[00h20] Florida State verkürzt in Clemson auf 23-28 und der Touchdown-Fänger WR Rahaun Green soll lt. Twitter mit einem Brummschädel bezahlt haben. Scheint mit voller Wucht Helm voraus in die Backsteinmauern hinter den Endzonen gekrach zu sein.

[00h11] „Drüben“ bei Eurosport 2 hat #Illinois (AP #24) alle Mühe, sich gegen Zwerg Western Michigan zu behaupten, ging eben Mitte drittes Viertel 17-13 in Führung. Illinois hat Probleme mit Turnovers, verwertet kaum 3rd downs und auch Nathan Scheelhaase habe ich schon bedeutend lokerer gesehen.

[00h05] Alabama 38, Arkansas 14. Sargnagel. Alabama hat eine variable, wenn nötig in Ansätzen explosive Offense.

[00h02] Hightower mit dem zirka fünfunddreißigsten Tackle des Tages rammt beim 4th and 1 den gegnerischen Fullback um. Das Momentum war nicht lange gen Hogs gedreht.

[23h51] Alabama 31, Arkansas 14. Ich kann keine Anzeichen erkennen, dass dieser Score das Spiel nochmal spannend machen wird, aber er war trotzdem bemerkenswert. Während QB Tyler Wilson nach dem wiederholten grenzwertigen Hit seine Knochen im Gras zusammenklaubt, pflückt WR #11 Cobi Hamilton einen trotz aller Widrigkeiten exzellent geworfenen Ball aus der Luft.

Viele der Hits gegen Wilson an der Grenze zu late hits. Allerdings könnten die Hogs diese vermeiden, indem sie endlich mal schneller werfen würden. Wilson bekommt heute viele Spielzüge vorgeworfen, die lange in ihrer Entwicklung brauchen und entsprechend nicht schmerzfrei bleiben.

[23h47] In Clemson hat übrigens DE Björn Werner, unser deutscher, verheirateter Freund, eine Interception gemacht und über 25yds ind die Endzone gemacht. Noch mal zum Notieren: Defensive End Werner mit einem INT-Return zum Touchdown! FSU liegt nur noch 17-21 zurück.

[23h40]  Das Spiel ist nach einem langen Lauf in die Endzone des fantastischen RB Trent Richardson nach quickem gelupften Pass über die linke Seite gegessen. Arkansas lässt sich auch von PR #4 Marquis Maze an der Nase herumführen, kassierte einen Punt-Returntouchdown über 83yds und danach einen weiteren langen Return. Alabama führt 31-7.

[23h09] Halbzeit Alabama 17, Arkansas 7. Ein INT-Return nach einer Fehlverständigung zwischen QB Wilson und seinen Receivern hat das Spiel erstmal weit geöffnet. Die Hogs haben – wie vermutet – mittlerweile große Probleme, längere Drives hinzulegen, da alle Bemühungen, das Laufspiel in Gang zu bekommen, zertrümmert wurden (inklusive Versuche, mit End Arounds ein Überraschungsmoment einzubauen). Alabama wirkt souverän, noch nicht bis an die Limits ausgetestet.

[22h50] Florida State in Nöten, liegt in Clemson 10-21 zurück. Clemson mit drei TD-Drives dieser Güteklasse:

7 plays, 80 yds in 2:36
8 plays, 77 yds in 3:35
9 plays, 79 yds in 3:43

Sieht nicht gut aus für die Seminoles.

[22h45] Alabama 10, Arkansas 7. Viel Stoff zur Beobachtung: Instant Replay wird immer mal wieder lächerlich gemacht, indem klar ersichtliche Dinge folgenlos bleiben. Ein Beispiel: Richardson hatte 2yds vor der Endzone das Knie am Boden, streckte seinen Arm in Endzone und fiel hinein. Die Refs gaben keinen TD, platzierten das Ei aber an der 0,5yds-Line. Review. „Ruling stands“, was heißt: Kein Touchdown. Aber kein Mensch kommt auf die Idee, den Ball vom falschen 0,5yds-Platz zurückzuplatzieren auf die (mindestens) 1,5yds-Line. Bleibt letztlich folgenlos, weil Arkansas’ Defense einen Goal Line Stand hinlegt, den ich ihnen nicht zugetraut hätte.

Was weiters auffällt ist, wie aggressiv die Defense der Hogs zu Werke geht, meistens sieben, acht Mann an die Line of Scrimmage postiert und auch im Pass Rush enorm viel Druck gen McCarron zustande bekommt.

[22h30] Stichwort „360°-Footballer“. Um mal von „Blitz Pickup“ zu sprechen: 12:51 im zweiten Viertel, RB #3 Trent Richardson lässt einen Linebacker in vollem Lauf abtropfen (und macht unmittelbar danach einen 20+yds-Lauf). Zwei Plays später bewacht Richardson McCarrons Pocket, erkennt die Probleme, macht einen Schritt rechts raus, nimmt einen kurzen Pass auf und macht daraus einen 15yds-Pass zum 1st down. Kompletter Running Back einer einzigen Minute erklärt.

[22h28] Meine Glaskugel sagt ärgere Probleme für Arkansas voraus: Gegen Alabama wird man nicht ewig so eindimensional spielen können, aber das Laufspiel der Hogs sieht bislang hoffnungslos aus, wird ausnahmslos im Backfield abgewürgt und bringt null Entlastung. Derweil läuft der unglaublich gebaute LB Dont’a Hightower (1,93m, 118kg und pfeilschnell) langsam warm, prügelt Wilson auf einem Blitz zwei kleine Erinnerungsflecken in die Rippen und wrestelt im Anschluss einen Running Back von hinten um, um das 1st down zu verhindern.

[22h23] In Clemson scheint Florida State alle Mühe der Welt mit den beiden Top-WR der Tigers zu haben: Hopkins/Watkins haben alle 6 Bälle für 111yds bisher gefangen, 14-10 Führung für Clemson nach einem Viertel.

[22h17] Alabama 7, Arkansas 7. Die Super-Aktion Adams’ bleibt nicht unbelohnt, obwohl die Hogs die Angewohnheit zu besitzen scheinen, QB Tyler Wilson erstmal 15yds hinter die Anspiellinie scrambeln zu lassen, ehe ein komplizierter Ball geworfen wird. #8 Wilson zeigt sich recht überlegt und besitzt – typisch für Petrinos Quarterbacks – eine Kanone von Arm, feuert rattenscharfe, tiefe Bälle, die schwer zu verteidigen sind, selbst von 6-Mann-Defensive Backfields der Crimson Tide, die in der Abwehr bereits verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen haben (LB C.J. Moseley out for the game)

[22h09] Zeit, WR #3 Joe Adams zu huldigen. Arkansas’ Receiver wird links draußen angespielt, zurückgedrängt, läuft ca. 10yds hinter der Line of Scrimmage quer übers Feld und holt ein unglaubliches 1st down. Eine wirklich spektakuläre, großartige Aktion von Joe Adams.

[21h52] Jetzt zeigt ESPN America das Alabama/Arkansas-Spiel, in dem Alabama eben 7-0 in Führung gegangen ist. Tyler Wilson ist nun dran.

[21h48] Ich bin gerade etwas verwirrt, weil bei ESPNA das Big-12-Duell Texas A&M vs. Oklahoma State flimmert. Aber ein geiler Beginn: Ein Option-Spielzug, QB Ryan Tannehill behält das Ei und sprintet in erstaunlich athletischer Manier vertikal das Feld runter und hängt sämtliche Defensive Backs ab. Touchdown, Kyle Field explodiert, Texas A&M 7, Oklahoma State 0.

Pittsburgh Panthers – Notre Dame Fighting Irish

[21h29] Notre Dame gewinnt das Spiel mit einem QB-Sneak bei 4th down, der um zirka 3cm lang genug ist. Die Entscheidung hat den bitteren Nachgeschmack, dass absolut nicht erkennbar war, wo der Ball gelegen war. Egal. Endstand ND 15, Pitt 12.

Es war ein insgesamt unansehnliches Spiel. Beide Angriffsreihen kassierten immer wieder hanebüchene Strafen und hatten kaum Rhythmus. Pitt versuchte, zwischen Shotgun und traditioneller Aufstellung zu switchen, war aber meistens nur dann effizient, wenn man RB Ray Graham mit schnellen Pässen bediente.

Bei den Goldhelmen überzeugte dagegen mal wieder nur die Defense, während der Angriff auch unter QB Tommy Rees nicht in Schwung kommt. Löbliche Ausnahme war der Drive zum Sieg-Touchdown, wo plötzlich mit schnellen Pässen auf TE Tyler Eifert zwischen die Zonen von Linebackers und Safetys ein überlegenes Matchup gefunden wurde und Rees Ball um Ball an den Mann brachte.

Für Notre Dame wartet nun mit Purdue ein Durchschnaufer, dann kommen mit Air Force und USC zwei happige Gegner, ehe der Schedule nur noch Stanford zum Abschluss der Saison bereithält. Riecht nach mindestens 8-4, vielleicht 10-2 für Notre Dame, die aber dringend eine überzeugendere Offense brauchen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

[21h18] Pitts QB Tino Sunseri antwortet mit einem recht smoothen Drive, ehe er den Rückwärtsgang einlegt und einen leicht vermeidbaren Sack kassiert. Pitts Offense erholt sich von dem Schock nicht mehr und wird 2:24 vor Schluss in Nähe der Mittellinie gestoppt. Ein Timeout für Pitt, ein 1st down reicht Notre Dame.

[21h03] Plötzlich…

…schaltet Notre Dame in einen pass-only-Modus.

…stimmt das Timing zwischen QB Tommy Rees und den Anspielstationen.

…komplettiert Rees JEDEN Ball (7/7)

…macht TE Eifert Touchdown und 2pts-Conversions

…führt Notre Dame 15-12

…hörst du von Urban Meyer kein Wort mehr, wie idiotisch der Einsatz von Eifert denn ist.

Okay, Meyer lechzt immer noch vor und nach jedem Passspielzug nach WR Michael Floyd, der seit dem ersten Drive vor drei Stunden keinen Ball mehr gesehen hat. Aber genau Eifert, der noch vor einer dreiviertel Stunde Gegenstand von Meyers Kritik am Offensivsystem der Fighting Irish war, macht sämtliche wichtigen Catches plus Conversions in diesem Drive.

[20h55] Ist mir über die Jahre nie so aufgefallen: Das Parkplatzareal am Stadion in Pittsburgh ist in etwa so groß wie an der kleinen Talstation unseres Skigebiets.

[20h45] Kuriose Szene in Pittsburgh: RB #1 Ray Graham macht mit einem geschickten Cut nach Screen-Pass ein 1st down, wird gestoppt und stapft halb gezwungen, halb forciert zwei Schritte zurück, ÜBER die gelbe Linie. Unter Buhrufen des Publikums wird Graham das 1st down aberkannt – korrekte Ref-Entscheidung. Im nächsten Play wird Graham ziemlich klar ersichtlich vor der gelben Linie gestoppt, die Refs legen den Ball aber rund ein Yard weiter vorne ins Gras und vergeben das Konzessions-1st down.

[20h30] Dayne Crist blickt an der Seitenlinie verzweifelt aus der Wäsche. Wäre das ein Heimspiel für Notre Dame, Crist wäre längst zu unngunsten Rees’ reinrotiert worden.

[20h23] Ein Beispiel für die Handwerker auf diesem Spielfeld: Pitts WR #15 Street ist bei 3rd down auf einen tiefen Ball trotz Deckung in der Situation, einen einfachen 40yds-Raumgewinn zu machen. Street lässt den Ball recht ungelenk durch die Handschuhe flutschen, der Drive ist zu Ende.

[20h15] Pitt 12, Notre Dame 7. Begeisterungsfähig war der Drive nicht, der einen Roughing the punter-Strafe brauchte, um am Leben zu bleiben. Am Ende riskieren die Panthers mal was, spielen per QB-Sneak ein 4th-and-1 nahe der Goal Line aus, dann ist der ewige, 19 Spielzüge lange Drive drin.

[20h03] Pitt 6, Notre Dame 7. Das Spiel ist eingangs des dritten Viertels immer noch ästhetisch fragwürdig, aber die Defenses gefallen über weite Strecken mit Disziplin, dosierter Aggressivität und gutem Tackling, sind am ineffektivsten, wenn die Offenses diverse Formen von Option-Spielzügen ausführen.

[19h16] An der RedZone ist es passiert. Rees unter Druck mit einem Ball, der locker vom Defensive Back per Reinrennen in die Route gefangen werden kann. An der Seitenlinie fletscht der entmachtete Ex-Starter Dayne Crist die Zähne.

[19h11] Pitt schickt immer mal wieder einen blitzenden Linebacker gen Tommy Rees. Rees wirkt dadurch verunsichert und wirft gerne hochriskante Bälle in die Deckung hinein. Bisher wurden sämtliche Interceptions fallen gelassen.

[18h53] Zeitgleich zu einem ziemlich einzigartigen Freistoßtreffer in München bricht im Heinz Field Notre Dames RB Jonas Gray (unser Fumble-Gray aus Woche 1) rechts durch, lässt einen Safety mit einem simplen Move aussteigen, kriegt einen guten Block und bringt Notre Dame die Führung: 7-3.

[18h32] Guten Abend. Nach einema langen Tag wartet noch ein paar Stunden College Football auf uns. Derzeit bei ESPN America: Pittsburgh Panthers – Notre Dame Fighting Irish, mit dem unkonventionellen, nicht überzeugenden ND-QB Tommy Rees.

College Football 2011/12, Woche 4 TV-Guideline (Update)

(Update: Eurosport 2 sendet nicht wie aufgelistet Minnesota – North Dakota State, sondern Illinois – Western Michigan/danke an die Kommentatoren Little Piccolo & Maurizio)

Im College Football hat sich dieser Tage einiges beruhigt, was den Sturm um Conference-Wechsel angeht: Die Pac-12 hat verkündet, mit dem Status Quo nun doch zufrieden zu sein, was wiederum das Fortbestehen der Big 12 erstmal sichert und auch die Köpfe in der Big East rauchen damit bissl weniger (Zuschauermagnet East Carolina aus der C-USA soll um Aufnahme angefragt haben). Ganz sind die Szenarien, die hier im Blog von Seminole und Gamecock diskutiert wurden, aber noch nicht vom Tisch, Stichwort SEC-Suche nach dem 14. Team und Egomanie der University of Texas, die für ein Fortbestehen in der Big 12 auf Geld und Privilegien zum Teil womöglich wird verzichten müssen.

Woche 3 Recap

Die Florida State Seminoles sind nach einer hart umkämpften Heimniederlage gegen die Oklahoma Sooners (meine Beobachtungen zu jenem 13-23 habe ich gestern dargelegt) aus dem BCS-Titelrennen ausgeschieden, können sich aber auf den Hut schreiben, auf dem richtigen Weg zu sein. Oklahoma dagegen hat endlich mal ein richtig überzeugendes Statement-Spiel abgeliefert, auch wenn mir bei QB Landry Jones immer noch die gewisse Aura abgeht.

Beide Universitäten müssen nach dem spannenden, intensiven Duell in Tallahassee nun gegen nicht ungefährliche Konkurrenz nachlegen: #11 Florida State bei den #21 Clemson Tigers, die dem ewig anmutenden Erfolgsrun der Auburn Tigers mit einem ebenso klaren wie verdienten 38-24 VIA LUFTWEG ein Ende bereitet haben, #1 Oklahoma daheim gegen die Missouri Tigers, die ihnen in der vergangenen Saison eine deftige Abreibung verpasst hatten. Beide Spiele werden wir leider bei ESPN America nicht zu sehen bekommen. Ebenso maximal im ESPN Player: Das Duell der Offensivmaschinen #4 Boise State und Tulsa, und #22 Michigan gegen San Diego State, wo Wolverines-Headcoach Brady Hoke auf seine alte Mannschaft trifft.

Zu dem, was ESPNA und Eurosport 2 am Wochenende so zeigen.

Freitag, 23. September 2011

Cincinnati – North Carolina State (17h30 bei ESPN America)

Das Spiel, das unter dem Motto “Homecoming” von Wolfpack-Headcoach Tom O’Brien in seine Heimtstadt Cincinnati ausgetragen wird. Beide Teams stehen bei 2-1 Siegen, wenn auch die N.C. State Wolfpack ihr wichtigstes, das ACC-Spiel gegen Wake Forest, verloren haben. NC State muss diese Saison nach dem Rausmobben von QB Russell Wilson (nun Wisconsin) mit recht rundumerneuerter Offense spielen und wirkte bisher nicht sonderlich „rund“, war sehr lauflastig (98/94 Lauf/Pass).

NC State vertraut bisher vor allem auf seine knüppelharte Defense, die viele Turnovers macht, und das sagenhafte Fumble-Glück: Neun von elf in drei Spielen herumhüpfenden Eiern wurden von den Wolfpack aufgenommen – eine Bilanz, die über kurz oder lang gen .500 tendieren wird.

Samstag, 24. September 2011

BYU – Central Florida (12h30 bei ESPN America)
College GameDay (15h LIVE bei ESPN America)
Pittsburgh – Notre Dame (18h LIVE bei ESPN America)
Alabama – Arkansas (21h30 LIVE bei ESPN America)
Illinois – Western Michigan (21h30 LIVE/25.9. 9h Tape bei Eurosport 2)
West Virginia – Louisiana State (02h LIVE/25.9. um 13h Tape bei ESPN America)
Arizona State – USC (05h30 LIVE/30.9. als Tape bei ESPN America)

BYU wurde vergangenes Wochenende im sog. „Holy War“ böse, böse, böse abgeschlachtet und verlor im eigenen Stadion 10-54. Zehn zu vierundfünfzig. Die schlimmste Heimpleite ever. Und das ausgerechnet gegen den Erzfeind, ausgerechnet zu Beginn des hochgejubelten Gangs in die Unabhängigkeit. Dabei waren die Coogs eine Halbzeit lang recht solide, ehe sie im dritten Viertel den in den self destroy mode schalteten und sich immer müder wirkend wehrlos abschlachten ließen. Mit UCF kommt nun eine weitere fiese Defense nach Provo, die vor zwei Wochen bereits Boston College nach allen Regeln der Kunst ausschaltete. UCF ist allerdings noch etwas unbeständig, verlor unglaublicherweise letzten Samstag gegen die kleinen Florida International Golden Panthers. Die Partie riecht nach einem trägen Spiel, in dem beide Teams versuchen werden, ihr Laufspiel in Gang zu kriegen. Over/under zirka 18 Punkte. Oder so.

Die Livespielserie hat es in sich. Um 18h aus dem Heinz Field: Pittsburgh Panthers gegen Notre Dame Fighting Irish. Notre Dame verlor dank unzuverlässiger Offenses bereits zwei Spiele, aber Verneigung vor deren Defense: Die Goldhelme verfügen über eine Front Seven, die sich sehen lassen kann und Laufspiel für gegnerische Angriffsreihen ziemlich obsolet werden lässt. Pitt ist in den Tagen, in denen die Uni den Abgang gen ACC verkündet hat, nun ausgerechnet eine Mannschaft, die unter dem neuen Coach Todd Graham primär mit Laufspiel daherkommt (RB Ray Graham macht 5,3yds/Carry).

#3 Alabama vs. #14 Arkansas ist ein wichtiges SEC-West-Duell. Vor einem Jahr hatten die Crimson Tide ihre liebe Not mit Arkansas, nachdem sich die Hogs erst nach dummen Interceptions des damaligen QB Ryan Mallett im Schlussviertel geschlagen geben mussten. Großes Mismatch, das mir von diesem Spiel in Erinnerung geblieben ist: Bamas Laufspiel rannte nach Belieben über die Hogs drüber (RB Trent Richardson machte über 10yds/Carry, Bama insgesamt 227yds Rushing). Nun bringt man mit Richardson und Eddie Lacy ein brandgefährliches RB-Duo daher.

Neu sind auch die Quarterbacks auf beiden Seiten: Währendman über Arkansas’ Tyler Wilson bisher nur vom Hörensagen Positives vernimmt, durfte man Bamas A.J. McCarron bereits gegen Penn State beobachten: Ein Mann, der durchaus Ingredienzien besitzt, mehr als nur der Buchhalter aus dem Hinterzimmer zu sein. Auf Wilson lastet erheblicher Druck, da das Laufspiel der Razorbacks in dieser Saison verletzungsgeschwächt ist – und wie gut Bamas Defense ist, sah man bereits gegen Penn State.

Interessant ist auch die Kommentatorenpaarung von CBS: Verne Lundqvist/Gary Danielson haben die SEC sosehr im Blut, dass sie auch über die Strumpfhosenfarbe der Spielerfreundinnen zu erzählen wüssten.

Das Nachtspiel #16 West Virginia#2 Louisiana State – Hut ab vor LSU, bei so einem SEC-Spielplan Oregon und WVU zusätzlich in den Schedule aufzunehmen! – ist ein Kampf der Kulturen: Die Mountaineers haben sich unter dem neuen Head Coach Dana Holgorsen rasch daran gemacht, eine Identität als offensivgewaltige Pass-Mannschaft aufzubauen: Zuletzt beim 37-31 Spektakel gegen Maryland warf man fast 400yds und spielte konsequent mit großem Erfolg eine schnelle Hurry-Up-Offense durch.

Was die neue Angriffsstärke wert ist, wird sich in diesem Spiel zeigen, denn die LSU Tigers sind der ultimative Test. Meine Fresse, es scheint, als müsse ich Abbitte leisten, nachdem ich LSUs Abwehr als „stark“ bezeichnet habe. Diese Defense war in den Auftaktwochen mehr, sie war meisterwürdig, würgte nach der Sensations-Offense der Oregon Ducks (deren Negativ-Leistung in diesem Spiel mit der schieren Macht von LSU im Nachhinein in ein besseres Licht gerückt wird) auch den starken Option-Laufangriff von Mississippi State ohne Erbarmen ab und das Eindrucksvollste: Obwohl nicht die allerspektakulärste Unit, spielt sie Down für Down konsequent, leistet sich keine Fehler und zwickt damit jeden Angriff und seinen Rhythmus ab. Bisher waren es primär laufbasierte Angriffe, mit West Virginia kommt die erste pass first-Mannschaft – den Eindrücken zur Folge wird das LSU wurscht sein.

Selbst ist man offensiv ein durch und durch mittelmäßiges Team, das drei Viertel braucht um in Gang zu kommen, aber wer braucht mit so einer Defense mehr als eine Offense, die Turnovers vermeidet?

Das Frühstücksspiel (Kickoff 5h30 MESZ) ist ein Pac-12-Spiel, Arizona State Sun Devils vs. #23 Southern California Trojans. Für USC ist es das erste Auswärtsspiel der Saison, nach drei mehr oder minder schaumgebremsten Heimsiegen. Bisher lautete die Erfolgsformel QB #7 Matt Barkley zu WR #2 Rashaun Woods, Catch, Touchdown. Was anderes brauchte USC noch nicht und ich bin mir nicht sicher, wie es aussehen wird, wenn man stärker auf das Laufspiel setzen muss. Da hilft es zu wissen, dass man gegen die Sun Devils die letzten zwölf Spiele samt und sonders gewonnen hat. Für ASU ist das Spiel vor allem deswegen wichtig, weil man sich als zumindest zweitbeste Mannschaft der Süd-Division (hinter USC) sieht – weil USC nicht im Pac-12 Endspiel antreten darf, jedoch bereits die vermeintliche dritte Kraft Utah bereits besiegt hat, bietet sich hier vor eigenem Publikum eine ganz besondere Chance.

Sonntag, 25. September 2011

Georgia Tech – North Carolina (8h bei ESPN America)
Minnesota – North Dakota State (9h bei Eurosport 2)
Texas A&M – Oklahoma State (10h30 bei ESPN America)

(Update: Achtung, Minnesota – NDS wird NICHT als Tape gezeigt!) Bei Minnesota steht Head Coach Jerry Kill im Zentrum des Interesses. Kill war vor zwei Wochen während eines Heimspiels zusammengeklappt: Epileptischer Anfall. Unter Mucksmäuschenstille und begleitet von Scharen betender Spieler wurde Kill ins Spital gebracht, wo er drei Tage später erneut einen Anfall hatte – Minnesota war sich seiner Krankheitssituation bewusst gewesen, hatte dies in Kauf genommen. Scary, aber Kill ist schon wieder zurück, mitten im Stress des Coachens – bei Eurosport 2 am Sonntagvormittag gegen den FCS-Zwerg North Dakota State.

Was soll man zu #25 Georgia Tech vs UNC, beide 3-0, sagen? Viele Pässe wird es nicht geben: Die Tar Heels scheuen sich so gut es geht, den unerfahrenen Grünling QB Bryn Renner das Spiel in die Hand zu drücken (70 Passversuche). Da können die Gelbjacken von Georgia Tech nur müde lächeln: Unter Paul Johnsons fabulöser flexbone triple option offense wird hier gelaufen, bis sämtliche Grashalme durchgetreten sind: 163 Läufe zu 33 (!!) Pässen in drei Spielen. 427yds rushing PRO SPIEL. QB Tevin Washington ist einer, der mir aus der vergangenen Saison nicht in bester Erinnerung geblieben ist, scheint heuer aber wenigstens auf Fehlerminimierung getrimmt worden zu sein: 60,4% Completions, 7 TD, zero INT. Washington läuft nicht so elegant wie Vorgänger Josh Nesbitt, doch bisher reichte es gegen inferiore Konkurrenz zu 59.3 Punkten/Spiel. Mit UNC kommt nun eine der besten Defenses der FBS daher.

Top-Duell um 10h30 ist aber die Partie #8 Texas A&M Aggies vs. #7 Oklahoma State Cowboys, ein Offensiv-Freudenfest aus dem verrückten Kyle Field und ein Spiel, das in der Vergangenheit oft viele Punkte und enge Entscheidungen in den letzten Minuten brachte. Die Aggies sind als Team noch etwas profillos, wollen in ihrem vermeintlich letzten Jahr Big 12 in eine BCS-Bowl, die Cowboys gehören zu den Top-Offenses (408yds Pass/Spiel, 193yds Lauf/Spiel) und haben sich vergangenes Wochenende auch nicht von einer mitternächtlichen Partie in Tulsa abschrecken lassen: Wetterbedingt musste dieses Spiel drei Stunden zurückverlegt werden. Kickoff-Zeit: 0h16 Ortszeit. Null Uhr sechzehn. Die Fotos gibt es bei ESPN.com.

Ein bisschen Bedenken hätte ich ob der plötzlichen Fehleranfälligkeit von QB Brandon Weeden (6 INTs in drei Spielen), solange jedoch WR Justin Blackmon über 100yds/Spiel und seinen tagtäglichen Touchdown und RB Joseph Randle 6.1yds/Carry und zwei TD/Spiel machen, dürfte die optisch wunderschöne Offense der Cowboys nicht allzu weit vom Kurs abkommen. Wobei… Sarkasten sähen Blackmon auf dem absteigenden Ast nach dem schlechtesten Spiel seiner Karriere in den sonntäglichen Morgenstunden von Tulsa: 7 Catches, 57yds, 1 Touchdown. Noch Fragen?

Dienstag, 27. September 2011

Arizona – Oregon (11h30/28.9. um 16h30 bei ESPN America)

Die #10 Oregon Ducks sind nach der verheerenden Auftakt-Vorstellung gegen LSU wieder auf dem Weg der Besserung und haben bereits wieder einen Schnitt von mehr als 50 Punkten/Spiel. Der option-lastige, sehr schnelle Angriff ist auch in Spurenelementen wieder zurück und zuletzt machte auch RB LaMichael James wieder seine obligatorischen 204yds in einer einzigen Partie. Als recht überzeugende Alternative hat sich auch der Freshman RB DeAnthony Thomas angeboten, der gleichermaßen als Ballträger, wie als Returner und Ballfänger überzeugt. Dazu scheint im Passspiel zwischen QB Darron Thomas und den vielen neuen Wide Receivers das Band immer enger zu werden.

Die Arizona Wildcats treffen auf die dritte Top-10 Mannschaft in Serie und haben zwar ihrerseits einen überzeugenden Quarterback (Nick Foles), aber ein desaströses Laufspiel und eine poröse Defense. Erinnert alles ein wenig an das Spiel in der letzten Saison zu Thanksgiving, als Arizona eine Halbzeit lang ordentlich mithalten konnte, ehe man am Ende 34 Punkte in der zweiten Halbzeit und eine deftige 29-48 Klatsche abkassierte.

Mittwoch, 28. September 2011

Kentucky – Florida (14h bei ESPN America)

#15 Florida scheint auf dem aufsteigenden Ast zu sein, QB John Brantley wirkt vergleichsweise richtig souverän in der Pocket, der Star der Mannschaft ist aber der charakterlich etwas unkoschere RB Chris Rainey, der sowohl im Lauf-, als auch im Passspiel doppelt so viele Yards wie der teamintern Nächstbeste aufweisen kann. Es gibt durchaus Anzeichen zu glauben, dass die Gators sich ein enges Duell mit South Carolina liefern werden, wenn es um den Einzug in das Endspiel der SEC geht.

College Football 2011/12 Preview: Big East Conference

Teil 6 der großen Saisonvorschau im College Football features: Big East Conference, die erste der BCS-Conferences, d.h. der Conference-Champ bekommt auf alle Fälle einen Platz in einer der lukrativen BCS-Bowls, unabhängig von seinem Ranking in den Polls. Beheimatet im Nordosten der USA, mit einem ganz großen Ausreißer, der University of South Florida, die ein paar tausend Meilen weiter südlich im Tampa spielt, sieht man die Big East seit Jahren auf dem absteigenden Ast, nachdem Miami, Virginia Tech und Boston College gen ACC abgewandert sind. In anderen Worten: Nicht wenige sind der Meinung, dieser Conference müsste der automatische Startplatz in der BCS-Bowl entzogen werden.

Gegenreaktion: Ab 2012 werden die TCU Horned Frogs dort mitspielen. TCU liegt im fernen Forth Worth (nahe Dallas), dessen Werbeslogan „Where The West Begins“ dann eigentlich in „Where The East Ends“ umgetauft werden müsste.

Ohne TCU wird sich in diesem Herbst ein Trio um den BCS-Bowlplatz balgen. Top-Favorit sind dabei die West Virginia Mountaineers, trotz ihrer turbulenten Offseason inklusive Intrigen und Selbstbereinigung im Trainerstab. Den merkwürdigen Umständen rund um das Mobbing gegen OffCoord Dana Holgorsen habe ich bereits im Juni einen eigenen Blogeintrag spendiert – Dochnichtalki Holgorsen ist nun ein Jahr früher als gedacht Cheftrainer.

Und Holgorsen steht für Offense, bedingungs- und gnadenlos. Wer vor zwei Jahren Houston (College-Variante namens „Cougars“) und letzen Herbst die Oklahoma State Cowboys gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist. Hier wird die famose „Air Raid“-Offense rauf und runter gespielt, ein Erbe des zwielichtigen Mike Leach.

„Air Raid“ bedeutet: Konsequentes Spiel aus der Shotgun-Formation, mit 4 WR und 1 RB, zigtausende schnelle, kurze Pässe über die Mitte und noch mehr Yards after Catch. Holgorsen hatte zuletzt in Oklahoma State mit Kendall Hunter einen famosen Running Back, der in West Virginia abgehen wird, wie auch ein monströser Wide Receiver á la Justin Blackmon. Man darf also erwarten, dass hier die Freunde vom Weswelker-Spiel feuchte Höschen bekommen werden – und die Mitte des Spielfeldes besonders liebevoller Platzwart-Pflege bedürfen wird.

Ich bin gespannt, wie sich Offensivgenie Holgorsen als Cheftrainer machen wird, ein Job, der dann doch mehr Qualitäten als simples Play Designing erfordert. Allerdings scheint Holgorsen im ultra-enthusiastischen Morgantown aktuell kritikfreies Objekt zu sein – wir erleben hier den BigEast-Favoriten 2011/12.

Unterhaltsam in Sachen „Trainersessel“ war es auch bei den Pittsburgh Panthers, allerdings noch in der Winterzeit. Der langjährige Coach Dave „Schnäuzer“ Wannstedt wurde trotz ordentlicher Bilanzen wegen zu einschläferndem Spielstil gefeuert und gegen den ambitionierten, aber unkoscheren Mike Haywood ausgetauscht. Haywood war dann ganze 16 Tage Chef, bis er zu Sylvester wegen häuslicher Gewalt (ergo: die Mutter seines Sohnes im Würgegriff gehalten) und zu negativer Presse wieder rausgeworfen wurde. Notnagel, aber immer noch zufriedenstellende Lösung: Todd Graham, der aus Tulsa kommt und nun die ultralangweilige Wannstedt-Offense gegen eine No-Huddle/Spread-Offense eintauschen soll. Welch Überraschung: Sämtliche Vorbereitungsbeobachter sprechen von massiven Timing-Problemen. Als Kollateralschaden der winterlichen Trainerposse könnte sich in einigen Jahren die ausgedünnte Recruiting-Klasse erweisen.

Dritter im Bunde der Favoriten: Die South Florida Bulls mit ihrer leidenschaftlichen black’n’blue-Defense, die keine Knochen verschont lässt. Der Hund liegt in der Offense begraben, wo der inakkurate Scrambler QB B.J. Daniels ein Unsicherheitsfaktor ist und immer wieder Spiele mit zwei oder drei Turnovers einstreut. Persönlich gefiel mir Daniels in der Meineke Car Care Bowl gegen Clemson so übel allerdings nicht (31-26 Sieg). Mit RB Darrell Scott kommt übrigens ein einst brutal gehypter Back frisch aus Colorado. Dort war Scott eine große Enttäuschung.

Star auf der Uni in Tampa ist Head Coach Skip Holtz, der Sohn der Legende Lou, und seit eineinhalb Jahren am Steuer. Holtz könnte die Schlüsselfigur für dieses aufstrebende Programm werden und hat schon bei East Carolina gezeigt, wie man eine Offense innerhalb weniger Jahre titelfähig macht. Einmal Holtz auffm Trainersessel und einmal Notre Dame als Saison-Opener: Gebt mir ESPN mit Lou Holtz in der Pregame-Show!

Abseits der Top 3

In Schlagdistanz könnten sich die Cincinnati Bearcats befinden, deren Ansprüche nach dem sensationellen Aufenthalt von Head Coach Brian Kelly (2007-09, jetzt Notre Dame) in die Höhe geschnellt sind – kuschelige sieben Siege werden nun nicht länger akzeptiert. Butch Jones hatte schon bei Central Michigan Erfahrungen als Kellys Nachfolger gemacht und dort für neue Höhenflüge gesorgt. In Cincinnati gab es eher einen auf’s Maul: 4-8 in der Debütsaison, vor allem dank katastrophaler Defense. Diese sollte heuer erfahrener sein, wie auch QB Zach Collaros, der mit der konservativeren Offense von Davis nicht recht zurechtkommen wollte. Diese Saison gilt noch einmal als Aufbausaison, aber 2012 wird es mit brutalem Schedule Zeit, dass die Bearcats wieder zur Hochform auflaufen.

Wie Cincy hatten auch die Louisville Cardinals vor wenigen Jahren mal eine Blütezeit unter einem großen Coach („groß“ wirklich nur im Sinne von „Coach“, es handelt sich um Windhund Bobby Petrino) und seitdem nur Enttäuschungen. Seit eineinhalb Jahren coacht nun der schwarze Charlie Strong, der so manchem Unipräsidenten bereits öffentlich Rassismus unterstellte, nun aber endlich den verdienten Chefsessel bekam, nachdem er masisiv an Floridas Titelgewinnen beteiligt war. Strongs Mannschaften spielen wie selbiger: knüppelhart. Passend dazu der QB Will Stein, ein ehemaliger Walk-on, ohne auffallende physische Attribute, aber der einnehmende Leadertyp. Strong muss ansonsten auf zig Abgänger verzichten und sich mit einem chaotisch zusammengestellten Kader plagen. Nicht die allerbesten Voraussetzungen.

Titelverteidiger in der Big East ist das Sensationsteam der Connecticut Huskies. UConn, ebenso NCAA-Basketballchamp zur Zeit, erlebte aber im Anschluss an die Fiesta Bowl eine herbe Enttäuschung: Head Coach und Vaterfigur Randy Edsall floh gen Virginia. Wer gedacht hatte, hier sei eine Dynastie am Horizont erkennbar, fühlte sich getäuscht. Der neue Coach ist Paul Pasqualoni, ein Urgestein und einstiger McNabb-Entdecker, und er muss eine tote Offense beleben, deren Top-RB Jordan Todman in die NFL ging.

Pasqualonis Ex-Uni: Syracuse, wo die Orange in ihrer Halle eine Dekade des Siechtums hinter sich haben, zufällig genau seit Pasqualonis Abgang. Unter Offensivgenie Doug Marrone geht es zuletzt wieder aufwärts, aber bizarrerweise genau wegen der DEFENSE, die ganze 164yds/Spiel zulässt. Las man, nur um dann einen Kollaps in der Pinstripe Bowl zu erleben. Quarterback ist mit Ryan Nassib einer, der lieber den Ball in den dritten Rang schmeißt als irgendwo in die Nähe eines Abwehrspielers – wichtige Essenzien für Syracuse, aber ungebräuchlich für eventuelle NFL-Ambitionen.

Und damit zum vermeintlichen Bodensatz der Big East: Rutgers. Vor zwei Jahren hätte das lachhaft gewirkt, die Scarlet Knights aus New Jersey waren unter dem omnipräsenten Greg Schiano schnurgerade auf dem Weg nach oben – und das auch noch mit den zweitbesten Noten im Prüfungssaal landesweit! – aber Abgänge und interne Reibereien haben für sehr niedrige Erwartungen in dieser Saison gesorgt.

Teil 7 morgen: Die letzte non-BCS Conference. Mit zwei mittlerweile sportlichen Schwergewichten und zwei gefährlichen Außenseitern.

College-Football: Das Thanksgiving-Wochenende (2)

Die kurze Einführung zum sportlich wichtigsten Duell an diesem Wochenende habe ich schon gestern gegeben. Heute folgen zwei Auseinandersetzungen, die sportlich diesmal eher von durchschnittlichem Wert sind.

Backyard Brawl

Zwei Universitäten, die knappe 100km voneinander entfernt liegen, sich also quasi im Hinterhof prügeln können, und seit Urzeiten gegeneinander spielen? Gestatten: Pittsburgh Panthers und West Virginia Mountaineers. 1895 gabs das erste Duell, am Freitag um 18h europäischer Zeit das mittlerweile 103te. Beides sind sehr traditionsgeladene Football-Programme, die sich aufgrund der geographischen Nähe auch beim Recruiting gerne mal fetzen. Die Panthers waren in der Zwischenkriegszeit eine dominante Mannschaft und mehrfach National Champion. Die Mountaineers waren nie Meister, aber gelegentlich in den Top-10 und zuletzt erfolgreicher als die Panthers.

Ich finde das Bild von 1908 ja sehr geil. Schnauzbärte in Lederkappen, Schlapphosen und Stiefeln – die Urzeit des Football. In der Anfangszeit waren es meistens Defensivschlachten, dominiert von den Panthers. Erst seit ca. 30 Jahren haben die Mountaineers die Oberhand gewonnen. Das folgenschwerste Duell fand vor drei Jahren statt, pünktlich zur 100. Ausgabe des Backyard Brawl, als West Virginia mit dem aktuellen Wolverines-Coach Rich Rodriguez und QB Pat White (ja, der Wildcat-White) eine Bombensaison spielte, an #2 gerankt ins letzte Spiel ging. Die Panthers spielten eine schwache Saison (4-7). West Virginia ging als 28,5-Punkte-Favorit ins Spiel, verlor aber sensationell 9-13, u.a. aufgrund zweier verschossener Field Goals und eines White in suboptimaler Form. Kein BCS-Finale für West Virginia.

Die beiden Teams spielen in der Big East Conference, und kommen sich daher auch immer wieder im Kampf um die Einladungen in die großen Bowls in die Quere. So auch diesmal. Pittsburgh (4-1) auf Platz eins, West Virginia (3-2) in Lauerstellung. Die Mountaineers besitzen eine gute Defense und dürften als Favorit in das Spiel gehen. Trotzdem hat West Virginia nur geringe Chancen auf den Gewinn der Big East, da Connecticut (3-2) das Zünglein an der Waage gibt und WVM schon geputzt hat. Sportlich ist es eh eine Farce, dass irgendeine Big-East-Mannschaft in die attraktiven BCS-Bowls einziehen wird: Keine Uni ist in den Top 25 gerankt. Am Freitag werden Pitt und WVM im Retro-Look auftreten. Pittsburgh, um seine Verbundenheit zur Stahl-Stadt zu demonstrieren. West Virginia, um die Opfer des Grubenunglücks vom April zu ehren.

Sunshine Showdown

Tallahassee ist am Samstagabend, 21h30 Schauplatz des florida-internen Showdowns Florida State Seminoles – Florida Gators (als Tape bei ESPN America am Sonntag um 13h). Es ist nicht das traditionellste Derby, nicht mal das Haupt-Derby beider Unis. Aber UF-FSU war dank großer Coaches und großer Mannschaften in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten ein stets sehr gehyptes Spiel. In den 90ern coachten Bobby Bowden an der FSU und Steve „Fun’n’Gun“ Spurrier an der UF alljährliche Titelaspiranten. Nicht selten war das Derby zum Saisonabschluss ausschlaggebend für Titel oder nicht Titel.

Heißes auf den Rängen

American Football FSU Cowgirls
© Taylor McKnight

Ebenfalls ein Faktor: Die beiden Stadien. Sowohl das „Doak“ an der FSU, als auch das „Swamp“ in Gainesville gelten mit ihren mehr als 80.000 Plätzen als furchteinflößende Plätze – und die Fans laufen gerade zu dem Spiel zur Hochform auf. Ich finde die FSU Cowgirls – nicht nur in Dallas gibt es Cowgirls 😉 – ja schon sehr nett… BTW war auch Favre-Freundin Jenn Sterger einst ein FSU-Cowgirl.

Heißes auf dem Spielfeld

1993 putzte die #2 FSU #7 Florida im Swamp 33-21, zog in die Orange Bowl ein und wurde erstmals National Champion.

1994 drehten die Seminoles im Schlussviertel ein 3-31 um, erzielten zu einer Zeit, als Unentschieden noch erlaubt waren, noch den Ausgleich. Das Spiel ist bekannt geworden als „Choke @ The Doak“. Ein paar Wochen später trafen sich die beiden in der Sugar Bowl wieder. Die FSU siegte.

1996 in Tallahassee. #1 Florida @ #2 FSU. Die Noles prügelten Gators-QB Danny Wuerffel aus dem Stadion und siegten 24-21. Ein paar Wochen danach das Re-Match in der Sugar Bowl. #1 FSU vs. #3 Florida. Gators-Coach Spurrier stellte seine Offense um, die Noles konnten Wuerffel nicht mehr niederschlagen und verloren den Titel ausgerechnet an die Gators.

1997 war die FSU erneut an #1 gerankt, verlor aber ein hoch dramatisches Spiel u.a. aufgrund RB Fred Taylors großartiger Leistung mit 29-32 in Gainesville.

1998 in Tallahassee. Schon beim Aufwärmen versammelten sich Gators und Seminoles zu einer Massenschlägerei und Gators-QB Doug Johnson versuchte, Noles-Coach Bowden auszuknocken! Viel böses Blut auch während der Defensivschlacht, mit 23-12-Sieg FSU.

Späte Genugtuung für die Gators 2004. An diesem Abend wurde das FSU-Stadion zu Ehren Bobby Bowdens in Bobby Bowden Field at Doak Campbell Stadium umbenannt. Die Gators kamen mit Spurrier-Nachfolger Ron Zook zum Spiel. Zook war gerade im Begriff, das komplette Gators-Footballprogramm in Grund und Boden zu coachen. Ein süßer Abend also für die FSU? Nope. 20-13-Sensationssieg der Alligatoren. Die Gators-Fan riefen in Anlehnung an die Stadion-Umbenennung „Ron Zook Field!“

In den letzten Jahren hat Florida wieder die Nase vorn, v.a. dank QB Tim Tebow. 2009 wurde Tebow nach vier sensationellen Jahren im Swamp verabschiedet. Es triefte nur so vor Schmalz, als Tebow in der Dämmerung seine letzten Downs spielte und die Kameras über die Tribünen fuhren, wo sich weinende Mädchen in den Armen lagen, wissend um das Ende von Tebows College-Karriere.

Seminoles – Gators 2010

Heuer sind die Seminoles favorisiert. Erstmals seit langer Zeit. Sie sind an #22 gerankt, Florida spielt in der Post-Tebow-Ära unkonstant und ist in der SEC schon lange ohne Titelchance. Die Seminoles werden bei diesem Spiel QB Christian Ponder verabschieden, der in die NFL wechseln wird und als einer der Top-QBs im Draft gilt. Ponder, der Schnösel, der sich von Bodyguards bewachen lässt. Von dem ich persönlich noch nie ein großes Spiel gesehen habe. Ein weiterer FSU-Topmann für den Draft: Offense Liner Rod Hudson, der als dominantester Laufblocker gilt.

Sportlich ist es ziemlich wurscht, was passiert. Die ACC-Finalchancen der Seminoles hängen am Spielausgang von Maryland-NC State. Aber nach sechs Jahren mal wieder gegen Florida zu gewinnen, dürfte Motivation genug sein.

NFL Week #10 Preview: Donnerstag Nacht

Mitte November beginnt die Zeit der Donnerstagsspiele in der NFL. In den USA werden diese Partien im ligaeigenen NFL-Network übertragen. Dank ESPN America gibt es die Partien auch bei uns. Das Donnerstagsspiel ist bei Coaches nur mäßig beliebt, hat man schließlich nur vier Tage Vorbereitung darauf.

Atlanta Falcons – Baltimore Ravens

Do./Fr. 02h30 live bei ESPN America

An diesem Donnerstag, 11. November, treffen die Atlanta Falcons und die Baltimore Ravens im Georgia Dome aufeinander. Für mich ein absolutes Topspiel: Ich sehe Atlanta und Baltimore der NFL-Ligaspitze zugehörig. Beide zeigten zuletzt beeindruckende Leistungen.

Die Falcons dominierten die Emporkömmlinge aus Tampa am Sonntag nach Strich und Faden. Das Markenzeichen der Falcons ist eine wunderbar ausgeglichene Offense, die schön rhythmische Drives das Feld hinuntertreibt. QB Matt Ryan spielt für mich ein bisher außerordentlich gutes Jahr. Selbst in nicht so brillanten Spielen vermeidet er die ganz großen Bolzen und strahlt eine Gelassenheit aus, die ich lange nicht von jedem QB gewohnt bin.

Ryans Go-To-Guy ist WR Roddy White, einst als Hilfe für Michael Vick gedraftet und erst seit ein-zwei Jahren wirklich gereift. White spielt auch heuer bisher eine sehr gute Saison, humpelte aber am Sonntag während der ersten Halbzeit mit schmerzendem Knie in die Kabine. Whites Einsatz soll aber nicht gefährdet sein. Zweites Top-Ziel für Ryan: TE Tony Gonzalez. Da Gonzalez in den letzten Jahren in Kansas City spielte, die aufgrund ihrer sportlichen Misere selten gezeigt wurden, sehe ich eigentlich erst jetzt, wie gut Gonzalez ist – und da muss er noch gelegentliche Kritik für angeblich maue Leistungen einstecken!

Zweites Standbein der Falcons ist das Laufspiel mit RB Michael Turner und RB Jason Snelling.

Mit Baltimore kommt eine Art Falcons-Kopie nach Atlanta: Ebenso solide, ausbalancierte Offense mit einem QB Joe Flacco, der mir immer besser gefällt. Flacco kann sich auf eine ganze Latte an Passempfängern verlassen: WR Boldin, WR Mason, WR Houshmanzadeh und TE Heap, und für den Notfall immer auch noch RB Ray Rice, der zuletzt wieder aufgeblüht ist.

Baltimore gefiel am Sonntag durch seine Effzienz. Die Defense spielt hart und lässt kaum Big Plays zu. Dazu kommt, dass für gegnerische Quarterbacks weiterhin gilt: Nur ja nie den Ball in die Nähe von FS Ed Reed werfen Das macht diese Mannschaft außerordentlich schwer zu spielen.

„Effizient“ waren die Falcons gegen Tampa nicht: Die Special Teams ließen erstaunlich viele lange Returns zu und brachten die Buccaneers mehr als nur einmal wieder ins Spiel zurück. Und die Defense ließ zwei, drei sehr lange Pässe zu, was ausreichte, um die Bucs bis zum Ende im Spiel zu halten.

Eine Prise Brisanz kann man sich zusätzlich aus den Fingern saugen, weil hier mit Ryan und Flacco die beiden hoch gedrafteten Quarterbacks des NFL Drafts von 2008 aufeinandertreffen. Ryan wurde an #3 von den Falcons gezogen, Flacco an #18 von den Ravens. Beide haben mitgeholfen, ihre Franchises wieder auf den Weg der Besserung zu bringen, wobei das fast noch eine Untertreibung sein könnte: Für mich ist das durchaus ein Aufeinandertreffen, das im Februar in Dallas bei Superbowl XLV eine Wiederholung finden kann.

Pittsburgh Panthers – Connecticut Huskies

Aufzeichnung am Freitag um 12h auf ESPN America

Parallel zum NFL-Spiel findet in der Nacht auch ein Big-East-Duell im College Football statt: Die Uni Pittsburgh (5-3 overall, 3-0 in der Big East) trifft auf Connectitut (4-4, 1-2). Die Pittsburgh Panthers spielen eine balancierte Offense, die Huskies haben ihren Fokus eher auf dem Laufspiel. Beide gelten als eher durchschnittliches Material, sind in keinem Top 25 Ranking.

Die Panthers können mit einem Sieg ihre Teilnahme an einer BCS-Bowl mehr oder weniger sichern, da ihnen für den Fall der Big-East-Titel nicht mehr zu nehmen sein dürfte. Connecticut muss dagegen gewinnen, um noch einmal etwas Spannung in die laue Big East zu bringen.

Das Spiel wird am Freitag um 12h auf ESPN America aufgezeichnet.