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NFL Power Ranking 2019/20 – Conference Championships

Ein paar Worte zum Championship-Wochenende. Weiterlesen

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NFL Power Ranking 2019 – Woche 14

Nächste Ausgabe des NFL Power-Rankings 2019 – heute beginnend mit einer Idee, wie man den Coach des Jahres bewerten könnte. Weiterlesen

NFL Power-Rankings, Week 16: Der nicht mehr ganz so heimliche Gigant

Die Seattle Seahawks, in diesem Power-Ranking schon seit vielen Wochen in den Top-5, mausern sich nun langsam auch in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Geheimfavoriten.

Seattles Stärken sind schwer auszumachen, da sie überall liegen: Die Offense ist prinzipiell eine Lauf-Offense, die hinter einer sehr, sehr soliden Offensive Line mit zwei fantastischen Running Backs aufwartet: RB #24 Marshawn Lynch gibt dabei das Arbeitstier, Rookie-RB #30 Robert Turbin so was wie den Speedster. Vor allem Lynch spielt eine MVP-würdige Rolle und so gut, wie ich es von ihm noch nie gesehen hatte. Als Lynch gegen San Francisco mal wieder drei Abwehrspieler aus dem Weg rammte, dachte ich heimlich „beast mode“; es vergeht keine halbe Sekunde und Al Michaels bei NBC: „somewhat beast mode by Marshawn Lynch“

Rookie-QB #3 Russell Wilson muss den Angriff nicht gänzlich allein tragen, aber seine Rolle ist im Laufe der Saison immer größer, wichtiger geworden. Wilson macht wenige Fehler, obwohl er kein Play aufgibt und sich weigert, den Ball bei der ersten Gelegenheit auf die Tribüne zu befördern. Diese Scrambles bei kollabierender Pocket warden zum letzten Mal anno 2004 von Donovan McNabb gesehen. Der Receiving-Corp ist nichts narrisch zu werden, aber die Leute sind solide und machen die Plays, wenn es sie braucht: WR #89 Doug Baldwin ist ein Mann, den man knuddeln könnte, und sogar WR #18 Sidney Rice hat seine Tendenzen, wichtige Bälle fallen zu lassen, offenbar aufgegeben.

Die Defense lebt von ihrer phänomenalen Secondary, die alles abräumt, was überhaupt an Bällen dorthin kommt. Was S #29 Earl Thomas zum Beispiel spielt, ist seit den Glanzzeiten von Polamalu und Reed ungesehen in der NFL (man gebe sich wirklich mal ein paar All-22 Tapes, das ist sensationell), und mit CB #25 Richard Sherman gibt es einen grundsoliden Manndecker, der für eineinhalb zählt.

Etwas mau finde ich zwar mittlerweile den Pass Rush der Defensive Line, weswegen viele Blitzes geschickt werden müssen; aber wenn du aus der zweiten Reihe einen OLB #51 Bruce Irvin schicken kannst, gibt es größere Probleme… und dass die Hawks kaum Verletzungssorgen haben, hilft natürlich auch.

Es hängt nun viel vom letzten Spieltag ab: Seattle kann bei entsprechenden Ergebnissen gar noch bis an #2 hoch springen und wäre dann ein monströser Superbowl-Kandidat. Aber selbst an Seed #5 würde ich die Jungs in Washington oder Dallas favorisieren, und wer weiß, was dann in Atlanta oder Green Bay drin ist…

Vielleicht wird die Saison in den Playoff von einem „Rookie-Tag“ des Russell Wilson beendet. Vielleicht ist die Diskrepanz Heim/auswärts bei den Hawks tatsächlich größer als bei anderen Teams und die Hawks werden fern ihres großartigen Heimstadions durch den fünften Seed entscheidend geschwächt.

Ist wurscht. Ich weiß auf alle Fälle, wem ich in den Playoffs dieses Jahr heimlich die Daumen drücken werde.

Die Power-Rankings.

NFL 2012/13 - Power Ranking Woche 16

NFL 2012/13 – Power Ranking Woche 16

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 16. Fettgedruckte Teams sind bereits für die Playoffs qualifiziert.


Comments

  • Die „Big-2“ Denver/San Francisco sind erstmals seit vielen Wochen aufgebrochen, weil die eh schon dominanten Seahawks reinschossen und um ein Haar fast die Spitzenposition übernommen hätten. Seattle und San Francisco haben zudem für Playoff-Teams unheimlich schwere Schedules gespielt.
  • Seattle ist nicht in den letzten Wochen explodiert, wie man uns weismachen will. Seattle rangiert seit vielen, vielen Wochen den Top-6 der NFL, according to dieses Model. In Woche 8 z.B. war Seattle 4-3 und in diesem Modell trotzdem an #5 gerankt. Seither sind die Hawks noch besser, noch dominanter geworden, aber es ist nicht so, dass sie im Oktober nicht auch schon eine Spitzenmannschaft gewesen wären.
  • Ein Team, das wohl zugleich überschätzt und unterschätzt ist: Die Atlanta Falcons, die vielleicht nicht 13-2 Kaliber sind, aber mal ehrlich: Solche Bilanzen erreichst du in der NFL ohne etwas Glück nicht. Die Mannschaft ist vom Potenzial ein grundsolides 11-5 Team mit einer herausragenden Pass-Offense und guter Defense, und sie sollte auf alle Fälle das Leistungsvermögen haben, ihr Playoff-Stigma abzulegen. Ob es zum Superbowl reicht? Nicht sicher, aber es wäre keine Schande, es in diesem NFC-Playofffeld nicht zu packen.
  • WR Calvin Johnson brach den ersten der beiden “großen” Yards-Rekorde (der nächste ware der Rushing-Rekord), aber es fühlte sich recht „leer“ an. Dass Johnson der beste von allen ist, war eh jedem klar gewesen, aber die dummen Fehler in dummen Zeitpunkten machten Detroit auch gegen den NFC-Seed Atlanta einen Strich durch die Rechnung. Besonders ärgerlich diesmal: Jim Schwartz lässt bei 21-13 Rückstand in der Schlussphase ein Field Goal von der 2yds-Line kicken! WFT? Vom angeblichen numbers guy Schwartz war diese Saison nichts zu sehen.
  • Bei den Arizona Cardinals hätte Tebow (2011 mit 4.7 NY/A) gute Chancen auf den Starter-Platz: Die Cards bringen 4.4 NY/A im Passspiel zustande, was Werte sind, über die die Lions von 2008 oder die Rams von 2009 lachen würden. Allerdings haben die Cards dabei auch gegen den schwersten Schedule der Liga spielen müssen – und am Sonntag geht es noch nach San Francisco…

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Week 17

Woche 16 war mit 10-6 richtigen Tipps für dieses Modell nicht mehr ganz der Brenner wie die Wochen vorher; Excel ist nun mit 131-60 bei 68.6% richtigen Tipps. Letzte Woche – und wenn nicht noch ein kolossaler Kollaps folgt, war es ein viel besseres Jahr für das Modell als ich es erträumt hatte.

HOME              %   AWAY              %
Atlanta          70   Tampa Bay        30
Buffalo          52   N.Y. Jets        48
Cincinnati       61   Baltimore        39
Detroit          55   Chicago          45
Tennessee        66   Jacksonville     34
Indianapolis     36   Houston          64
New Orleans      33   Carolina         67
N.Y. Giants      60   Philadelphia     40
Pittsburgh       69   Cleveland        31
San Diego        60   Oakland          40
San Francisco    91   Arizona           9
Seattle          72   St Louis         28
Minnesota        37   Green Bay        63
New England      60   Miami            40
Denver           92   Kansas City       8
Washington       62   Dallas           38

NFL-Power Rankings #15: Das Phänomen mit Namen „Momentum“

Ich werde morgen früh auf die noch möglichen Playoff-Szenarien eingehen; heute erstmal ein Blick zurück auf das Spiel, das die hohen Seeds in beiden Conferences massiv beeinflusst hat: Das Sunday Night Game New England PatriotsSan Francisco 49ers: Wild, aufregend, gegen die Skripten verstoßend. Und weiter: Playoffwürdige Konditionen im nasskalten Nieselregen von Foxboro, und ein durchaus mögliches Vorspiel für die Superbowl 47 in sechseinhalb Wochen.

San Francisco (10-3-1) bleibt dank Sieg der Vorreiter für den #2-Seed in der NFC und ein Freilos für die erste Playoffrunde. New England (10-4) verlor dagegen höchstwahrscheinlich genau dieses (an Denver), und zudem auch die Restchance auf den Top-Seed in der AFC.

Das Spiel selbst war fantastisch. San Francisco dominierte zu Beginn die Offensive Line der Patriots physisch, wurde aber mit zunehmendem Spielverlauf und dem Verlust des exzellenten DE Justin Smith immer seichter und seichter. Trotzdem bauten die mutigen (Punt-Fake, anyone?) 49ers die Führung schrittweise auf unglaubliche 31-3 aus – und es hätte ohne Fehlkicks und Turnovers (INT in der und Fumble nahe der EndZone) noch deutlicher sein können.

Auf der anderen Seite waren die Pats gefühlt nie aus dem Spiel. Die Offense groovte sich nach dem höllischen Beginn mit zig Turnovers (u.a. eine dreifach abgefälschte INT in die Hände von #99 Aldon Smith) langsam in die Partie zurück, aber es gab Rückschläge wie z.B. den wirklich schwachen Brady-Wurf in die Secondary (für CB #22 Carlos Rogers) oder den Fakt, dass San Francisco 7 der 8 herumkullernden Fumbles aufnehmen konnte (vier davon waren von Kaepernick gefumbelte Snaps, die allerdings meistens von der Offense aufgenommen werden).

Die zwischenzeitliche 28pts-Führung für die 49ers passte ins Bild der extrem vielen Blowouts diese Woche, aber sie fühlte sich nicht „echt“ an. Wir sollten sehen, warum.

Denn was die Patriots, orchestriert von QB Tom Brady, ab Mitte des dritten Viertels aufstellten, allererstes Sahne und ganz großes Footballkino. Natürlich war die 49er-Defense etwas passiver und natürlich traf sie der Verlust #94 Smiths ins Mark, aber wie die Patriots ihr komplettes verfügbares Arsenal einsetzen, welches Repertoire an bisher ungesehenen Plays New England auf das Spielfeld zauberte und wie viele 4th downs man (notgedrungen) ausspielte: Beeindruckend und große Klasse.

Die amerikanischen Mathleten beginnen schon wieder, „in game“-Momentum, das Pendel, infrage zu stellen: Nope. Ich halte dieses Phänomen für real, und es gehört zu den faszinierendsten Dingen im Sport. Im Fußball ist es vergleichbar mit einer Mannschaft, die sich in der 63. Minute plötzlich „findet“ und für ca. 20 Minuten schlagartig „Druck macht“. Man kennt dies: Plötzlich sind die einen voll konzentriert, während die anderen eine zeitlang nicht wissen, wie ihnen geschieht. Die einen sind aggressiv, emotionalisiert, im Rausch, gehen auf den Mann, bei den anderen schleichen sich Fehler ein, die 3m-Pässe gelingen nicht mehr, Befreiungsschläge über fuffzich Meter sind‘s höchste der Gefühle.

Aber dieses Phänomen, das die Amerikaner eben momentum getauft haben (glaube ich wenigstens), muss nicht für ewig halten.

In Foxboro killte ein langer Kickreturn des irrwischsten aller Irrwische, RB LaMichael James, die Hochstimmung der Pats, und eine Blitz-verbrennende Touchdown-Rakete für WR #15 Michael Crabtree war das Football-Gegenstück zum perfekt abgeschlossenen Konter im Fußball.

Plötzlich hatten wir in den letzten sechs, sieben Minuten wieder ein echtes Spiel. Das ausgeschlagene Pendel fiel ins Gleichgewicht zurück. Die 49ers wussten wieder, wo sie waren. Dem surrealen Treiben war ein Ende gesetzt. Daraus aber dem Gefühlshoch („Momentum“) die Existenz absprechen zu wollen, halte ich für übertrieben. Glaube ich. Ich bin mir nicht sicher.

San Francisco gewann, und sie präsentierten sich mit ihrem explosiven, aber wegen zu vieler Fehler noch nicht über alle Zweifel erhabenen QB #7 Colin Kaepernick als extrem potente Mannschaft, Superbowl-Favoriten in der NFC.

New England muss sich seinerseits nicht grämen. Der Weg in den Playoffs wird nun zwar wegen der wahrscheinlichen Auswärtsspiele in Denver und vielleicht Houston steiniger, aber man hat Nerven und Charakter bewiesen, eine ausgezeichnete Defense für eine Stunde lang komplett an die Wand gespielt, so drückend, wie ich es in fast zwölf Jahren NFL noch selten gesehen habe.

New England bleibt einer der Big-3 in der kopflastigen AFC, und New England bleibt ein heißer Superbowl-Tipp.

Die Power-Rankings.

NFL-Power Rankings Week 15

NFL-Power Rankings Week 15

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 15. Fettgedruckte Teams sind bereits für die Playoffs qualifiziert.


Auffälligkeiten

  • Blowouts. Letzte Woche waren ganze vier Spiele innerhalb eines Scores, und ohne das fulminante Patriots-Comeback wären es noch weniger gewesen. Der durchschnittliche Sieg betrug 18.9 Punkte, also fast drei Touchdowns.
  • Minnesota Vikings. Minnesota eilt derzeit von Sieg zu Sieg, und fällt im Power-Ranking fast umgekehrt proportional nach unten. Der Hauptgrund dafür ist das anämische Passspiel um QB Christian Ponder, das an vorletzter Stelle (hinter Jacksonville!, hinter Kansas City!) rangiert, mit Tebow-artigen 5.2 NY/A (okay, ist noch ein halbes Yard besser als Tebow, aber Sie verstehen). Das ist ein so schlimmer Wert, dass Minnesotas Head Coach Les Frazier – wahrscheinlich eher aus Intuition – für die nächsten Jahre noch viel mehr (!) Laufspiel ankündigte: Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Vikes auf absehbare Zeit nicht aus dem Mittelmaß herauskommen werden.
    Und selbst dieses – in absoluten Zahlen erfolgreiche – Laufspiel wird vom Modell eher entwertet, rankt nur an #11. Grund dafür ist der boom-or-bustRB Adrian Peterson. Keine Frage, diese langen Läufe sind herausragend, aber dann kommen wieder viiiiiiele erfolglose Plays (am Sonntag eröffnete Peterson beispielweise mit 9 Carries für 9 Yards und damit waren bereits zwei Drives kaputtgemacht, ehe der 82yds-Lauf kam).
    Besser als erwartet sind die Vikes dagegen in Pass-Defense (#12, 6.0 NY/A) und vor allem bei den Strafen, wo man die fünftdisziplinierteste Mannschaft ist. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass die Vikes ein Team sind, dem das Turnoverglück dieses Jahr nicht besonders hold war; von daher sind die 8 Siege dann wieder noch beeindruckender.
  • Seattle Seahawks. Russell Wilsons Pass-Offense ist mit 6.8 NY/A über ein halbes Yard pro Versuch effizienter als Andrew Lucks Angriff. Das ist für mich überhaupt eine Statistik der Saison: Wenn wir die Defense standardisieren, ist Seattles Angriff eine Top-5 Unit! Laufspiel ist das fünftbeste, explosiv und konstant, und trotz Rookie-QB ist das Passspiel effizient und fehlerlos. Und es wäre nicht so, dass Seattle bloß ein Standbein hätte: Die Defense ist ebenso Top-5, angeführt vor allem von der zweitbesten Pass-Abwehr in der NFL. Man erinnere noch daran, wie unsanft QBs wie Rodgers oder Brady eingebremst wurden. Selbst wenn die Seahawks ihre Division nicht gewinnen, und selbst wenn sie in den Playoffs, wo sie wohl zuerst auswärts ranmüssen (vielleicht in Washington bei RG3), schnell scheitern: Das ist für mich eines der Teams der Saison.
  • Cincinnati Bengals. Absturz für die Bengals diese Woche, und ich kann verstehen, warum: Sie murksten bei den Eagles, einem Team aus der unteren Hälfte des Tableaus, schlimm genug rum, dass erst der Selbstzerstörungsbutton der Eagles die Partie zu einer klaren Angelegenheit werden ließ.
  • New York Jets. Fünftschlechtester Passangriff. Wer mehr Jets-Spiele verfolgt, würde das noch für überschätzt halten, und Fakt ist: Wenn die Jets bloß ein exakt durchschnittliches Passspiel im Angriff hätten, wäre das ein sicheres Playoff- und Top10-Team. Was mich an den Jets weiters überrascht: Die Disziplin: Drittwenigste Raumstrafen pro Spielzug.
  • New England Patriots. Die Offense steht weit über allen anderen, aber die Defense ist in Pass und Lauf jeweils im untersten Viertel klassiert und wird mittlerweile nur noch von den wirklich enttäuschenden Jacksonville Jaguars (!) unterboten.
  • St Louis Rams. Das besondere an den Rams: Sie sind nirgendwo besonders gut, aber sie hielten sich gegen den drittschwersten Schedule ordentlich. Das reicht in der NFL 2012/13 für Platz 10 im Power-Ranking. Klarster Stellhebel ist sicherlich die Pass-Offense (5.9 NY/A, #21), während eigentlich alle anderen Stats außer Penaltys überdurchschnittlich oder gar in den Top-10 rangieren (v.a. die Defense).
  • Arizona Cardinals. Letzter in Lauf-Offense und Lauf-Defense, fünftmeiste Interceptions pro Passversuch in der Offense (hinter Chiefs, Jets, Bears und Bills). Das ist alles so horrend, dass Ken Whisenhunt bedrohlich wackeln sollte. Größte Stärke der Cards: Sie fangen jeden zwanzigsten Pass ab! Das ist weit vor allen anderen Teams (Bears jeden vierundzwanzigsten, das ist #2).

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Week 16

Die Power-Rankings von letzter Woche tippten die letzte Spielwoche wieder fantastisch (13-3); mittlerweile liegt Excel bei 121-54, was einer Tipp-Quote von 69.1% entspricht – bester Wert, seit ich vor dreieinhalb Jahren mit einem erst groben, dann immer mehr verfeinerten Programm begonnen hatte. Noch 32 Spiele, und wenn die Rankings am Ende die 70% kratzen, bin ich schon sehr zufrieden. Denn: Wenn wir davon ausgehen, dass irgendwo zwischen 40 und 50 Prozent Zufall im Spiel ist, kann ein optimiertes Modell in etwa 75%-80% der Spiele richtig tippen (50/50 schafft ein Affe, plus 50/2 bis 60/2 Skill = 75 bis 80%).

HOME              %   AWAY              %
Detroit          47   Atlanta          53
Dallas           57   New Orleans      43
Green Bay        73   Tennessee        27
Kansas City      49   Indianapolis     51
Miami            59   Buffalo          41
Tampa Bay        46   St Louis         54
Carolina         83   Oakland          17
Jacksonville     16   New England      84
Baltimore        48   N.Y. Giants      52
Houston          76   Minnesota        24
Philadelphia     40   Washington       60
Pittsburgh       57   Cincinnati       43
Denver           87   Cleveland        13
Arizona          36   Chicago          64
N.Y. Jets        62   San Diego        38
Seattle          47   San Francisco    53

Die vierte Nachkommastelle entscheidet Chiefs vs. Colts.

Power Rankings, Woche 12: Führungswechsel

Die idiotischen Overtime-Entscheidungen der Head Coaches Schwartz und Kubiak im Thanksgiving-Spiel zu Detroit wollen mir nicht recht aus dem Kopf gehen. Eine kurze Recherche im „Play-Finder“ von Pro Football Reference zeigt uns die Trefferquoten der NFL-Kicker von 2011 und 2012, vom 40yds-Fieldgoal aufsteigend bis zum 50yds-Fieldgoal.

ENTF    GOOD  FG    %
40yds   47    57    82
41yds   47    60    78
42yds   44    53    83
43yds   52    64    81
44yds   31    44    70
45yds   37    47    79
46yds   33    42    79
47yds   41    55    75
48yds   45    59    76
49yds   32    50    64
50yds   26    45    58

Ich will nicht verschweigen, dass es über 50yds Distanz zwei Ausreißer gibt (51+53yds Kicks waren in den letzten beiden Jahren äußerst präzise mit ca. 80% Quote), aber generell treffen Kicker über 50yds keine zwei Drittel (63%).

Die Trefferquote bei Kicks zwischen 30 und 39yds ist fast 90%, jene darunter noch höher (über 97%).

Aus der Region, aus der Schwartz kicken ließ, gehen dagegen nur zirka 75% der Kicks rein.

Und Schwartz kickte freiwillig (!) im dritten Down (!!!) einen 47-Yarder, der prompt an die Stange ging – war sicher auch Pech, aber wenn ein number’s guy unter den NFL-Coaches solche schlechten Entscheidungen trifft, freut sich der Mathlet ganz leicht innerlich, dass der Kick nicht reinging.

Und er war mit ein Grund, dass die Detroit Lions trotz Top-10-Platzierung in den Power-Rankings von Sideline Reporter zu 99% aus dem Playoffrennen sind.

Die Rankings.

Rk  (LW)  TEAM              WP    E16   SOS   Rs   W-L
1    (2)  San Francisco    .72   11.6   .50   14   8-2-1
2    (1)  Denver           .72   11.5   .50   16   8-3
3    (3)  Houston          .65   10.4   .47   27  10-1
4    (4)  Seattle          .63   10.0   .53    3   6-5
5    (5)  Carolina         .63   10.0   .53    5   3-8
6    (6)  Atlanta          .58    9.2   .47   28  10-1
7   (10)  New England      .57    9.2   .49   22   8-3
8    (7)  Detroit          .57    9.1   .51   13   4-7
9   (11)  Cincinnati       .56    8.9   .46   31   6-5
10   (9)  N.Y. Giants      .55    8.8   .52    7   7-4
11  (12)  Washington       .53    8.8   .51   12   5-6
12   (8)  Green Bay        .53    8.8   .51   10   7-4
13  (13)  St Louis         .52    8.5   .53    4   4-6-1
14  (21)  Miami            .53    8.4   .49   24   5-6
15  (16)  Chicago          .52    8.3   .52    9   8-3
16  (15)  Pittsburgh       .49    7.9   .48   25   6-5
17  (14)  Dallas           .49    7.8   .52    8   5-6
18  (17)  Tampa Bay        .48    7.7   .49   20   6-5
19  (20)  Buffalo          .47    7.6   .49   21   4-7
20  (23)  Baltimore        .47    7.5   .47   30   9-2
21  (19)  N.Y. Jets        .46    7.4   .56    1   4-7
22  (18)  Minnesota        .46    7.4   .50   15   6-5
23  (24)  Indianapolis     .46    7.4   .44   32   7-4
24  (22)  San Diego        .46    7.4   .47   29   4-7
25  (25)  Philadelphia     .41    6.5   .50   17   3-8
26  (27)  Cleveland        .41    6.5   .49   23   3-8
27  (26)  New Orleans      .40    6.5   .53    6   5-6
28  (28)  Oakland          .39    6.2   .48   26   3-8
29  (29)  Tennessee        .37    6.0   .50   19   4-7
30  (30)  Arizona          .36    5.7   .54    2   4-7
31  (31)  Kansas City      .30    4.9   .50   18   1-10
32  (32)  Jacksonville     .27    4.3   .51   11   2-9

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 12.


Die Broncos fallen hinter San Francisco zurück, und ich vermute, primär aus Gründen vom Schedule: Kansas City als Gegner ist einfach zu schwach, als dass eine überdurchschnittliche Leistung ausreicht, um nicht trotzdem runtergezogen zu werden. In der NFC fallen die Packers nach der Demontage zu New York knapp zurück. In der AFC steigen vor allem New England, Miami und Cincinnati auf, aber den ersten Wildcardplatz im Playoffrennen hält eine andere Mannschaft:

Indianapolis Colts

Es gibt fast jedes Jahr ein, zwei Teams, die im Playoffrennen mitmischen, obwohl die reinen Statistiken eher ein Team vermuten ließen, das im kommenden NFL-Draft an fünfter Position picken wird. Dieses Team 2012 sind die Indianapolis Colts, nach 12 Wochen mit einer 7-4 Bilanz aktuell auf dem Playoffseed #5 (erster Wildcard-Platz), obwohl sie noch letztes Jahr um diese Zeit überhaupt um den ersten Saisonsieg spielten.

Die einfachsten Erklärungen in den US-Talkstudios: Rookie-QB Andrew Luck und das Feuer der „on mission“ Colts nach der Krebserkrankung von Head Coach Chuck Pagano. In Wirklichkeit ist die Sache komplizierter.

Erste Auffälligkeit: Indianapolis hat eine Bilanz von 6-1 in Spielen mit einem Score Differenz – eine kaum zu erhaltende Strähne, gell Arizona, Philly und Co? Die pythagoreische Erwartung von 4.3 Siegen (2.7 Spiele unter den sieben bisher erreichten Siegen) lässt zudem ein schwaches Punkteverhältnis vermuten – und selbst dieses berücksichtigt noch nicht, dass Indianapolis gegen den bis dato einfachsten Schedule gespielt hat. Splitten wir die Qualität der Colts-Gegner, bekommen wir folgendes Ergebnis:

Gegner aus dem oberen Viertel (Top-8):

New England        L 24-59

Gegner aus dem zweiten Leistungsviertel (9-16):

Green Bay          W 30-27
Chicago            L 21-41
Miami              W 23-20

Gegner aus dem dritten Leistungsviertel (17-24):

Buffalo            W 20-13
NY Jets            L  9-35
Minnesota          W 23-20

Graupen (25-32):

Jacksonville       L 17-22
Cleveland          W 17-13
Tennessee          W 19-13
Jacksonville       W 27-10

Der Bodensatz wird knapp geschlagen, gegen mittelmäßige und gute Mannschaften wird teilweise haushoch verloren – untrügliches Zeichen von unterdurchschnittlichen Teams. Einzig der Sieg über Green Bay sticht heraus: Das war wirklich ein tolles, feuriges Colts-Spiel, allerdings hatten selbst da die Packers in der letzten Sekunde die Chance, per Field Goal eine Overtime zu erzwingen.

Die Spielzugstatistiken lassen trotz der schwachen Qualität bei den Gegnern eher lauwarm: 15t-beste Passoffense (6.4 NY/A), siebteffektivste Lauf-Offense, 21t-beste Passdefense (obwohl schon zweimal Gabbert, einmal Tennessee, einmal Buffalo im Schedule war). Im Vergleich zu DVOA überschätzt dieses Modell die Colts sogar noch: DVOA sieht Indy an #28, mit der schwächsten Defense und ähnlich schwachen Special Teams.

Im verbleibenden Colts-Schedule verbleiben noch zwei Graupentruppen (Tennessee, Chiefs), weswegen es am Saisonende tatsächlich zu einem Playoffeinzug kommen könnte, auch unter Berücksichtigung der Probleme bei der direkten Konkurrenz in Pittsburgh, Cincinnati und Miami. Die Colts sollten aber dringend nicht den Fehler machen, sich in der Offseason vom Hype dieser Tage blenden zu lassen.

Die Saison ist gemessen an den Erwartungen im Frühjahr und Sommer gut, keine Frage, aber solche Serien in engen Spielen und solche unterdurchschnittlichen Play-by-Play Stats riechen verdächtig nach regression towards the mean in naher Zukunft – die Beispiele in der jüngeren Vergangenheit warnen (insbesondere Tampa 2010 vs. 2011!).

Tipps

Letzte Woche war Excel 12-4 (overall damit in dieser Saison 86-41, also 0.677), ich tippte dagegen nur 10-6 (damit im gleichen Zeitraum 84-43).

HOME              %   AWAY
Atlanta          75   New Orleans      25
Buffalo          77   Jacksonville     23
Chicago          40   Seattle          60
St Louis         24   San Francisco    76
Miami            49   New England      51
NY Jets          67   Arizona          33
Detroit          68   Indianapolis     32
Green Bay        66   Minnesota        34
Tennessee        21   Houston          79
Kansas City      19   Carolina         81
Denver           85   Tampa Bay        15
Oakland          53   Cleveland        47
San Diego        43   Cincinnati       57
Baltimore        52   Pittsburgh       48
Dallas           65   Philadelphia     35
Washington       55   NY Giants        45

Week 11 Rankings: Der Starcoach zu Carolina

Ron Rivera genießt unter den Mathleten mittlerweile einen legendären Ruf, verschenkte am Wochenende erneut einen praktisch eingetüteten Sieg, was nicht nur Keith Goldner in verlinktem Artikel bemerkte; in Bill Barnwells Montagskolumne ist Rivera Woche ein, Woche aus Stargast in der Rubrik „Thank You For Not Coaching“ – in bester Gesellschaften mit Strategen wie Pat Shurmur/CLE oder Chan Gailey/BUF.

Die Panthers verloren am Wochenende also wieder ein dominant geführtes Heimspiel, trotz 11pts-Führung fünf Minuten vor Schluss. Carolina ist weiterhin die massivste Ausreißertruppe. Das unten angeführte Power Ranking berücksichtigt nicht die schwachen Special Teams der Panthers, aber: Selbst dann ist Carolinas 2-8 Bilanz ein Witz.

Bis auf die beiden Spiele gegen die Mannings lieferten die Panthers anständigen Footballtruppen wie 2x TB, NO, ATL, SEA, DAL, CHI und WAS harte Kämpfe (alle Spiele innerhalb eines einzigen Scores, Punkteverhältnis 163:171) – und ist damit mitten im Rennen um den Top-Draftpick!

Die Rankings. Diesmal mit einer neuen Spalte (LW) für die Positionierung der Mannschaften letzte Woche, und nur noch zwei Nachkommastellen (aus Übersichtsgründen, war ein guter Lesertipp).

Rk  (LW)  TEAM              WP    E16   SOS   Rs   W-L
1    (1)  Denver           .73   11.7   .52   10   7-3
2    (2)  San Francisco    .73   11.7   .52   11   7-2-1
3    (3)  Houston          .67   10.7   .45   31   9-1
4    (4)  Seattle          .66   10.5   .54    5   6-4
5    (5)  Carolina         .62   10.0   .55    1   2-8
6   (11)  Atlanta          .58    9.2   .48   24   9-1
7    (6)  Detroit          .57    9.2   .50   17   4-6
8    (7)  Green Bay        .56    9.0   .51   13   7-3
9   (10)  N.Y. Giants      .54    8.7   .53    6   6-4
10  (14)  New England      .54    8.6   .50   18   7-3
11  (13)  Cincinnati       .53    8.6   .46   30   5-5
12  (21)  Washington       .53    8.5   .51   12   4-6
13  (12)  St Louis         .52    8.3   .54    4   3-6-1
14   (9)  Dallas           .52    8.2   .52    9   5-5
15  (19)  Pittsburgh       .51    8.2   .48   23   6-4
16   (8)  Chicago          .50    7.9   .53    7   7-3
17  (15)  Tampa Bay        .49    7.8   .49   20   6-4
18  (18)  Minnesota        .49    7.8   .50   16   6-4
19  (24)  N.Y. Jets        .48    7.7   .55    2   4-6
20  (25)  Buffalo          .46    7.4   .49   21   4-6
21  (16)  Miami            .46    7.4   .47   26   4-6
22  (22)  San Diego        .46    7.4   .47   27   4-6
23  (20)  Baltimore        .45    7.3   .47   28   8-2
24  (23)  Indianapolis     .45    7.1   .43   32   6-4
25  (17)  Philadelphia     .44    7.0   .49   19   3-7
26  (28)  New Orleans      .43    6.9   .51   15   5-5
27  (27)  Cleveland        .41    6.6   .48   22   2-8
28  (29)  Oakland          .38    6.2   .46   29   3-7
29  (30)  Tennessee        .38    6.1   .51   14   4-6
30  (26)  Arizona          .38    6.1   .54    3   4-6
31  (31)  Kansas City      .28    4.4   .48   25   1-9
32  (32)  Jacksonville     .25    3.9   .53    8   1-9

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 11.


Ein paar Anmerkungen zum Power Ranking:

  • Chicago wurde massiv von den 49ers gestutzt: nur 2.6 NY/A mit der eigenen Passoffense fabriziert, dafür 10.1 NY/A von 49ers-Backup Colin Kaepernick kassiert. Resultat: Die Bears fallen von 8 auf 16.
  • San Franciscos Offense sah mit Kaepernick in der zweiten Woche in Serie gut aus; diesmal lief Kaepernick auch nicht sofort los, wenn es brenzlig wurde – ein gutes Zeichen in Sachen Langzeitentwicklung. San Francisco ist nur noch 0.5% Siegchance hinter Denver zurück.
  • Jacksonville tritt überraschend trotz des tollen Auftritts in Houston auf der Stelle; hauptschuldig dafür ist die Pass-Defense, die QB Matt Schaub und WR Andre Johnson nichts entgegenzusetzen hatte.
  • Washington klettert nach einer fast perfekten Passvorstellung von Rookie-QB Griffin III weit nach oben; hervorzuheben ist vor allem der TD-Pass für Santana Moss – wie ich schon im Liveblog geschrieben hatte: gut und gerne 60yds in der Luft.
  • Atlanta klettert! Ich kann verstehen, warum. Die Zahlen von QB Ryan waren abseits der 5 INT (die werden nicht wieder vorkommen) durchschnittlich; dagegen würgte man indisponierte Quarterbacks der Arizona Cardinals nach Strich und Faden ab (1.5 NY/A).
  • Selbige Cardinals, die kurzsichtige Pundits nach deren 4-0 Start bereits hatten in die Top-5 hypen wollen, sind mit ihrer immer schon schwachen und immer schwächeren Pass-Offense mittlerweile in der Tebow-Zone angekommen: 4.7 NY/A.
  • Indianapolis wenig überraschend vom nächsten brauchbaren Gegner gestutzt (aber 4 Turnovers und 3 Return-TD machten daraus eine am Ende zu hohe Niederlage) – nach pythagoreischer Erwartung sind die Colts mit ihrer 6-3 Bilanz mittlerweile schon 2.3 Siege über ihrer Erwartung! In den Kommentaren vor zehn Tagen schrieb ein Leser, Buffalo, Kansas City, Tennessee seien Colts-Gegner auf oder leicht unter Colts-Niveau. Das Modell kann das bestätigen (alle bis auf Buffalo im untersten Viertel).
  • Heimliche Aufsteiger: Cincinnati, Washington, NY Jets, New Orleans (mittlerweile ziehen die horrenden Pass-Defense Zahlen von Saisonbeginn die Saints möglicherweise sogar zu weit nach unten)
  • Heimliche Absteiger: Chicago, Baltimore (!), Cardinals

Kalkulierte Prozentsätze

Letzte Woche war Excel 9-5 (insgesamt in dieser Saison 74-37, exakt 2/3). Im selben Zeitraum tippte ich exakt ebenso 74-37. Diese woche sind die Zahlen wie folgt:

HOME              %     AWAY               %
Detroit          40     Houston           60
Dallas           53     Washington        47
NY Jets          48     New England       52
Chicago          56     Minnesota         44
Cincinnati       72     Oakland           28
Cleveland        43     Pittsburgh        57
Indianapolis     53     Buffalo           47
Kansas City       8     Denver            92
Miami            29     Seattle           71
Tampa Bay        44     Atlanta           56
Jacksonville     38     Tennessee         62
San Diego        56     Baltimore         44
Arizona          39     St Louis          61
New Orleans      16     San Francisco     84
NY Giants        53     Green Bay         47
Philadelphia     31     Carolina          69

NFL Power Rankings nach Week 9

Das Playoff-Rennen in der NFC wird langsam klarer. In der Eastern Division führen die Giants bereits mit drei Spielen Vorsprung, im Süden marschieren die Falcons (8-0) vorneweg und haben vier Spiele Vorsprung auf die zweitplatzierten Buccs. In der Western Division führen die 49ers gefühlt mit drei Spielen Vorsprung (tatsächlich sind es 1.5 Spiele plus ein bereits halb gewonnener Tie-Breaker gegen Seattle), während sich im Norden noch die spannendste Situation anbahnt: Chicago (7-1) vor Green Bay (6-3) vor Minnesota (5-4) vor Detroit (4-4)… wobei die Vikes zuletzt einen gefährlichen Abwärtstrend befürchten ließen.

In der deutlich schwächer besetzten AFC ist die East Division ein Treppenwitz: New England (5-3) ist nur ein Spiel vor Miami, aber gefühlt ist es sehr viel deutlicher. In der Northern Division führen die Ravens (6-2) vor Pittsburgh (5-3), aber die Ravens laufen seit Wochen schwer angeschlagen auf.

Im Süden sind die Texans quasi qualifiziert (7-1), weil der nächstplatzierte Gegner Indianapolis 5-3 ist und diese Pace mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht andeutungsweise wird halten können. Im Westen sind die Broncos „nur“ 5-3, stehen aber vor einem relativ einfachen Rest-Schedule und dürften als das aktuell beste Team der Liga erstmal keine Probleme haben.

Die zweite Saisonhälfte wird natürlich einiges durcheinander wirbeln. Teams wie Baltimore, San Diego oder Indianapolis profitierten bisher von extrem laxen Schedules und konnten diese nur mit teilweise sehr knappen Siegen überhaupt bewältigen, während Truppen wie Dallas, Denver oder Miami eine relativ gute Ausgangsposition für einen Run in der zweiten Saisonhälfte besitzen.

Zu den Rankings.

Nr.  TEAM              WP     E16    SOS   RK   W-L
#1   Denver           .723   11.6   .505   14   5-3
#2   San Francisco    .718   11.5   .519    9   6-2
#3   Houston          .677   10.8   .468   28   7-1
#4   Seattle          .657   10.5   .566    1   5-4
#5   Carolina         .646   10.3   .529    7   2-6
#6   Detroit          .593    9.5   .501   15   4-4
#7   Atlanta          .582    9.3   .498   17   8-0
#8   Dallas           .571    9.1   .561    2   3-5
#9   Green Bay        .570    9.1   .511   12   6-3
#10  N.Y. Giants      .565    9.0   .540    6   6-3
#11  Miami            .562    9.0   .486   21   4-4
#12  New England      .552    8.8   .496   18   5-3
#13  Chicago          .545    8.7   .491   19   7-1
#14  St Louis         .529    8.5   .547    5   3-5
#15  Pittsburgh       .527    8.4   .498   16   5-3
#16  Tampa Bay        .488    7.8   .469   26   4-4
#17  Minnesota        .487    7.8   .486   20   5-4
#18  Philadelphia     .483    7.7   .485   22   3-5
#19  Cincinnati       .479    7.7   .469   27   3-5
#20  Washington       .469    7.5   .517   10   3-6
#21  N.Y. Jets        .455    7.3   .553    3   3-5
#22  Baltimore        .442    7.1   .470   25   6-2
#23  Oakland          .434    6.9   .475   23   3-5
#24  San Diego        .431    6.9   .409   32   4-4
#25  Indianapolis     .429    6.9   .450   30   5-3
#26  Arizona          .428    6.8   .551    4   4-5
#27  Buffalo          .398    6.4   .472   24   3-5
#28  Cleveland        .386    6.4   .472   29   2-7
#29  New Orleans      .356    5.7   .505   13   3-5
#30  Tennessee        .334    5.3   .515   11   3-6
#31  Jacksonville     .258    4.1   .527    8   1-7
#32  Kansas City      .228    3.7   .445   31   1-7

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rk die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 9.


Chicago Bears

Die Bears scheinen in der öffentlichen Meinung mit ihrem 7-1 Record ganz weit oben angesiedelt zu sein und sind auch die Könige von Rankings wie der Pythagoreischen Erwartung (13.5 erwartete Saisonsiege, #1 der Liga) oder SRS (9.7, #4 der Liga).

Und die Bears gehören zweifellos zu den besseren Teams in dieser Saison, vor allem aufgrund ihrer fantastischen Defense, die so stark dominiert wie außer vereinzelten Steelers-Defenses und den Jets 2009 keine andere in den letzten acht, neun Jahren NFL.

5.4 NY/Passversuch sind #5 der Liga, die Laufabwehr ist #6, aber das absolute Prunkstück ist was anderes: Turnovers und Turnover-Returns. Und genau diese extrem vielen Turnovers (5.3 INTs in 100 Passversuchen sind ligaweit die zweitmeisten) und Return-TDs (sieben Interceptions plus einen geblockten Punt zum Touchdown zurückgetragen) sind der Grund für die punktemäßige Dominanz der Bears.

Die Interceptions und Return-TDs waren bis auf das Panthers-Spiel nicht spielentscheidend, aber sie halfen (u.a. vor allem gegen die Cowboys), das Spiel früh außer Reichweite zu bringen oder aus einem „normalen“ Ergebnis ein Blowout werden zu lassen. Ich würde nicht drauf wetten, dass die Bears mit 1 Return-TD pro Spiel weitermachen werden.

Dagegen hat die Offense von Chicago ernsthafte Probleme: Gegen einen Schwall an schlechten Defenses konnte Chicago bis dato nur enttäuschend wenig ausrichten (5.8 NY/Passversuch ist #25, die Laufoffense ist #30). Die Pass-Protection schmerzt schon beim Zuschauen, und sofern nicht WR Marshall und WR Jeffery gemeinsam auf dem Feld stehen, bringen die Bears im Angriff nicht viel voran.

Und genau diese Play-by-Play Schwäche ist der Hauptgrund dafür, dass die Chicago Bears in diesem Power Ranking nur an Position 13 ausgespuckt werden, trotz der extrem hohen Siege und der zweitbesten Bilanz der NFL mit 7-1.

Philadelphia Eagles

Die Eagles stürzen in den letzten Wochen brutal ab, was nicht mehr nur bloß an den vielen Turnovers rund um QB Vick liegt. Die Eagles sind mittlerweile mit 5.8 Yards pro Passversuch im unteren NFL-Drittel angekommen und spielen eine horrend schlechte RedZone-Offense. Vick ist nicht der Alleinschuldige. Vick muss hinter einer Woche für Woche komplett pulverisierten Offensive Line mehr zaubern als jedem Eagle lieb sein sollte – und entsprechend haben wir eine völlig aus dem Rhythmus gekommene Offense.

Zuletzt gegen New Orleans verlor man mit 15 Punkten. Die Eagles spielten schlecht, aber die Differenz waren – mal wieder – die Turnovers. Viel brutalere Spielzüge als einen 99yds-Touchdown-Return dürfte es nicht mehr gegen, zumal wir hier über einen vermeintlichen 14-Punkte-Umschwung sprechen. 14pts-Swing? 15pts Differenz? So eng liegen Sieg und Niederlage oder Konkurrenzfähigkeit und 3-5 Bilanz in der NFL beisammen. Ein zweiter Turnover in Punktereichweite half später in dem Spiel freilich auch nicht.

Wer eine dezidierte Analyse lesen möchte, dem sei auf Bill Barnwell verwiesen.


Die Favoriten errechnet

Letzte Woche tippte ich 11 von 14 Spielen richtig, das Modell war 10-4. Gesamtstand nach sechs „gemeinsamen“ Tippwochen: Ich stehe bei 57-27, Excel bei 56-28. Damit tippt Excel in der bisherigen Saison 2/3 der Spiele richtig – ein bisher sehr guter Wert.

Hier die errechneten Siegwahrscheinlichkeiten des Modells für Woche 10:

HOME              %     AWAY               %
Jacksonville     34     Indianapolis      66
Cincinnati       44     N.Y. Giants       56
Miami            79     Tennessee         21
Minnesota        41     Detroit           59
New England      73     Buffalo           27
New Orleans      28     Atlanta           72
Tampa Bay        62     San Diego         38
Carolina         39     Denver            61
Baltimore        56     Oakland           44
Seattle          79     N.Y. Jets         21
Philadelphia     44     Dallas            56
San Francisco    82     St Louis          18
Chicago          35     Houston           65
Pittsburgh       85     Kansas City       15