NFL Notizblock, Week 6: TNF New York Giants @ Chicago Bears

Es regnet, es stürmt und die abgefallenen Blätter liegen zum darauf Ausrutschen auf den glitschigen Bürgersteigen bereit: damit hat die Zeit begonnen, in der das uferlose Wissen Mike Mayocks über back up-safeties und street free agents nützlich wird. Die New York Giants (0-5) beispielsweise versuchen mit zwei lebenden Ersatzteillagern im Defensive Backfield und in der Offensive Line aus ihrem 0-5-Loch gerauszukraxeln. Auch wenn sich Big Blue teilweise anstellt wie ein dreifach dummer Esel, so sind es doch nur zwei Spiele Rückstand auf Platz Eins der NFC East. Bei den Chicago Bears (3-2) spielen zwei Leute von der Straße Defensive Tackle und Peanut Tillman konnte auch nur von der Seitenlinie aus zusehen. Aber auch ohne Tillman war die Frage vor dem Spiel: wo liegt das over/under für Turnovers der Giants-Offense? Fünf, sechs, sieben?

Und natürlich endet der erste Giants-Drive mit einer Interception. Und natürlich endet der zweite Drive der Giants mit einer zum Touchdown zurückgetragenen Interception. Danach lief es aber einigermaßen. Sogar das Laufspiel der Giants sah mal wieder NFL-tauglich aus (und ohne Fumbles!). Weil die jungen Running Backs entweder verletzt sind (David Wilson) oder aufgrund ihrer Fumbleitis kaum spielen dürfen (Da´relle Scott) war Brandon Jacobs der Nr. 1 RB. And guess what: das alte Schlachtroß holt mit 22 Läufen 106 Yards und 2 TDs. Auch sonst lief es eigentlich ganz gut für NY: die nächsten fünf drives führten dreimal in die Endzone.

Stats / Gamebook

Gamebook Giants/Bears

Fünf Minuten vor Schluß bekam Eli Manning beim Stand von 21-27 den Ball und damit die Chance, das Spiel zu gewinnen und die Saison irgendwie am Leben zu erhalten. Sie marschierten denn auch und marschierten – aber natürlich warf Eli in Chicagos Hälfte fünf Centimeter zu hoch für Tight End Brandon Myers und natürlich landetet der Ball direkt in den Händen von Chicagos Tim Jennings. Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh! Game Over. (Die ersten beiden Interceptions sahen – mal wieder – so aus, als hätten WRs und QB jeweils etwas anderes gedacht. Das passiert natürlich, wenn man so viele option routes läuft wie die Offense von Kevin Gilbride, aber die miscommunications haben viel zu sehr Überhand genommen und die skill players sollten sich mal ein Wochenende auf einer einsamen Berghütte einsperren und endlich mal auf den selben Nenner kommen.)

Problematisch für die Giants-D war, daß sie vor allem in der zweiten Hälfte den Angriff um Jay Cutler nicht vom Feld bekommen haben. Ihre ersten drei drives in Hälfte zwo produzierten zwar nur ein Field Goal, aber sie kamen immer in die gegnerische Hälfte und die vielen First Downs (neun in den drei Serien) haben sehr viel Zeit gefressen, die Big Blues Angriff zum Comeback gefehlt hat.

Schlimm ist vor allem das linebacking corps, in dem Jon Beason jetzt der Chef ist. Man kann deutlich sehen, warum Carolina ihn ohne Weiteres hat ziehen lassen. Der beste LB ist noch Spencer Paysinger, der in den fundamentals sehr solide ist und durch seine Athletik auch mit vielen RBs und TEs mithalten kann. Daneben besonders schlimm zu sehen war Jason-Pierre Paul. Er ist regelmäßig der langsamste off the snap, während die anderen 21 Spieler sich schon bewegen, versucht er noch seinen kaputten Rücken gerade zu machen. Entweder ist seine Rückenverletzung schlimmer als gedacht oder er hat ein ernsthaftes Motivationsproblem. Ein großer Lichtblick bleibt aber weiterhin CB Prince Amukamara, der in dieser Saison loud and proud seinen Status als ehemaliger 1st-rd pick verteidigt, der einen großen Vertrag haben will.

Chicago war so wie immer. Die Defense ist ziemlich schwach, kann das aber durch Turnovers sehr gut kaschieren. Wenn die Bälle mal anders springen, können sie einpacken. Der Angriff lebt von den beiden großen und kräftigen WRs Brandon Marshall und Alshon Jeffery. RB Matt Forte ist nicht mehr der focus point dieser Offense – und seine Leistungen sind auch nicht danach (auch wenn die OLine nicht die allergrößten Löcher reißt). Das ist aber auch kein Beinbruch, denn mit einem slant oder einem back shoulder throw zu den dicken und großhändigen Marshall und Jeffery kann regelmäßig ein Third Down verwandelt werden.

Super Bowl 46 – Würdigung New York Giants

In vielen Nachbetrachtungen ist jetzt zu lesen, daß die New York Giants besonders glücklich gewesen wären und von vielen Zufällen profitiert haben. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Eher ist es so, daß sie gerade zu Saisonbeginn sehr viel Pech hatten. Vor allem Verletzungspech. Aber sie haben an ihr Konzept und an sich selbst geglaubt und sind ein würdiger Super Bowl Champion.

Schon bevor der erste Snap der Regular Season gespielt wurde hat sich Terrell Thomas, der als No.2-CB eingeplant war, mit einem Kreuzbandriß auf IR verabschiedet. Unglücklicherweise brach sich zusätzlich auch noch der hochgehandelte Rookie Cornerback Prince Amukamara das Bein und fiel bis November aus. Die ohnehin schwache Offensive Line verlor mit Left Tackle Will Beatty im November ihren besten Mann; sein Ersatz Stacy Andrews mußte kurz darauf die Segel streichen. So mußte der schon als Guard überforderte David Diehl wieder den Left Tackle geben. Kurz vor dem ersten Saisonspiel riß auch das Kreuzband von MLB Jonathan Goff, für den die Rolle des defensiven QBs vorgesehen war. Weil auch Michael Boley einige Wochen verletzt aussetzen mußte, haben die G-Men einige Spiele mit drei Rookies im Linebacking-Corps gespielt. Matthias Kiwanuka konnte dort nicht spielen, denn er wurde als Defensive End gebraucht, da auch die essentiell wichtigen Justin Tuck und Osi Umenyiora von Verletzungen nicht verschont blieben. Um dem noch die Krone aufzusetzen, ist auch 2nd-rd pick Marvin Austin schon im August auf IR gelandet.

Auf der anderen Seite des Balles hat das für Big Blue so wichtige Laufspiel nicht nur unter den Verletzungen der O-Line gelitten, sondern auch unter der verletzungsbedingten Abwesenheit von Ahmad Bradshaw. Domenix Hixon, als Nr.3-WR vorgesehen hat sich in Woche 2 ins Lazarett verabschiedet. Das war nicht so gravierend, weil dann Victor Cruz in die Bresche sprang, aber gerade in seinen ersten Wochen hat er neben Big Plays auch teilweise hahnebüchene Genickbrecher produziert, die dann unter anderem zu dieser komischen Niederlage im Freak Unfall gegen die Seahawks geführt haben. Hixon hat dann schon mehr gefehlt, als auch Mario Manningham und Hakeem Nicks mehrere Spiele verpaßt haben.

Als New York dann immer mehr ihrer verletzten Spieler an Board hatte oder sich mit den Ersatzleuten eingespielt hatte, wurden auch die Leistungen deutlich besser. Nach drei November-Niederlagen in Folge (gegen die 49ers, Eagles und Saints – keine schlechten Teams) hat Big Blue in Woche 13 ein erstes lautes Ausrufezeichen gesetzt mit ihrem couragierten Auftreten in einer denkbar knappen Niederlage gegen die Packers. In der folgenden Woche, in der nach einem noch besseren Auftritt der Divisionsrivale Dallas niedergerungen wurde, stand hier am 14. Dezember Folgendes zu lesen:

Die Giants können jeden schlagen. Sie sind deutlich besser als ihr 7-6-record vermuten läßt. Wenn nicht nur JPP so spielt, sondern auch Tuck noch eine Schipee drauflegt, was er talentmäßig durchaus kann, und Osi Umenyiora wieder topfit ist, kann auch diese Defense wieder jedem Angriff Kopfschmerzen bereiten. In den letzten zwei, drei Spielen hat auch das Laufspiel endlich gezeigt, daß es gar nicht so unterirdisch ist. Mit Nicks, Manningham, Cruz und Ballard hat man dazu Paßempfänger, die immer für ein Big Play gut sind. Und ein Eli Manning in dieser Verfassung kann die Giants überall hin führen…

So ist es dann auch gekommen. Nach einem kurzen Rückschlag gegen die Redskins gewannen die G-Men bis zum vergangenen Sonntag sechs Do-or-Die-Spiel in Folge. Die ersten vier davon mit einem kumulierten Score von 121 zu 50. Nicht daß die jeweiligen Gegner Laufkundschaft gewesen wären, es handelte sich um den Stadtrivalen Jets, den Erzfeind Cowboys, den No.5 Seed Atlanta, den No.1 Seed Green Bay, den No.2 Seed San Francisco und den No.1 Seed der AFC – New England. So ganz ohne ein wenig Glück wäre vielleicht auch ein Spiel davon verloren gegangen. Aber der Respekt über einen der beeindruckendsten Streaks der letzten Jahre sollte deutlich überwiegen. Über keines dieser Spiele kann man das Urteil unverdient sprechen.

Über die Leistungen von Eli Manning habe ich oft genug geschrieben, das muß hier nicht wiederholt werden. Nur soviel: das beeindruckendste an Eli ist seine Entwicklung, die er durchlaufen hat. Von einem überforderten Jüngling, der in seinen erratischen Leistungen oft zwischen dämlich und ängstlich geschwankt hat, ist in einem langsamen, aber steten Prozeß ein hervorragender Quarterback und Leader geworden, der seine Mannschaft trägt, immer im Spiel hält und auch mal eines (und zwei und drei…) alleine gewinnen kann. Und das alles in New York. Das wohl schwierigste Umfeld, das man einem Quarterback antun kann.

Besonders gewürdigt werden muß auch das Management. Gerade bei diesem Druck, dem Mannschaft und Coach im Big Apple ausgesetzt sind, trotz manchmal ausbleibender Siege und Playoff-Teilnahmen an Coughlin und dem Konzept festzuhalten, hätten einige andere aufgeregte Besitzer und Manager wohl nicht durchgehalten. Die Giants beweisen, daß sich eine durchdachte langfristige Strategie auszahlt – manchmal zwar erst langfristig, aber zwei Lombardi Trophies sind es allemal wert.

Abseits der Giants noch ein anderer Gedanke: jedes Spiel der Regular Season ist wichtig, vielleicht ein banaler Gedanke, aber in den Stories über “heiß sein zu rechten Zeit” ein wenig untergegangen. Hätten die Saints sich nicht zwei unerklärliche Auszeit gegen die Bucs und Rams (!) gegönnt, hätten sie den Heimvorteil in den Playoffs gehabt – und wohl kaum in ihrem Dome gegen die 49ers verloren. Und wahrscheinlich auch nicht gegen irgendeine andere Mannschaft in einem Dome. Die beiden Spiele waren vielleicht das größte Glück für die Giants. (Die Head Coaches von Tampa und St. Louis wurden nach der Saison gefeuert. Ironischerweise ist Raheem Morris jetzt bei New Yorks Divisionsrivalen aus Washington untergekommen. Und noch ironischer: Ex-Rams HC Steve Spagnuolo, der als DC der Giants 2007/08 einen Ring gewann, ist in der kommenden Saison DC der Saints.)

Super Bowl 2012, T-minus 2: Taktische Analyse New England Patriots v New York Giants

Die unzähligen Storylines rund um diesen Super Bowl spielen in diesem Artikel keine Rolle. Dazu gibt es morgen und übermorgen mehr hier und auf den anderen bekannten Seiten die volle Dröhnung. Jetzt steht nur der taktische Aspekt im Fokus. In medias res.

Patriots Offense / Giants Defense

Das Herzstück der Giants-D ist ohne Frage der Pass Rush. Mit Justin Tuck, Osi Umenyiora und dem “Haitian Freak” Jason Pierre-Paul haben sie drei mehr sehr starke Pass Rusher. Zusätzlich haben sie in OLB/DE Matthias Kiwanuka und DT/DE Dave Tollefson zwei Leute, die auch auf den Quarterback gehen können und damit den Großen Drei so viele Pausen geben können, daß sie auch im vierten Viertel noch topfit sind.

Wie viel Angst New England vor dem Pass Rush hat, war sehr gut im Spiel der Woche 9 zu sehen, als die Patriots 23 Snaps mit sechs oder gar sieben Offensive Linemen gespielt haben. Der sechste O-Liner war dabei in der Regel Rookie Nate Solder. Sebastian Vollmer hat dabei auf seiner angestammten Right Tackle Position gespielt und soll höchstwahrscheinlich auch für den Super Bowl fit sein. Ob er startet und Solder nur den Big-TE/Extra-OL spielt oder Solder startet und Vollmer reinkommt, wenn Solder auf TE geht, kann man bei den Geheimniskrämern und Überraschungskünstlern Belichick/Dante Scarnecchia (OLine-Coach) nicht seriös vorhersagen.

Neben dem Mittel Personnel wird die zweite Variante, um den Pass Rush einzubremsen, wohl wieder TE Rob Gronkowski mit “Chips” gegen die DEs sein. Dabei gibt er dem gegenüberstehenden Verteidiger erst mal einen kräftigen Schubser mit, bevor er seine Route läuft. Das hat schon gegen Terrell Suggs im AFC Championship Game sehr gut funktioniert. Als Special kann Gronkowski auch bei einigen Spielzügen überhaupt keine Passroute laufen, sondern nur mit einem Offensive Tackle einen Defensive End doppeln, um dann ein paar Spielzüge später genau das anzutäuschen und nach längerer Zeit sich doch noch frei machen, in der Hoffnung, daß die Verteidiger sich um alle anderen kümmern, ihn aber außer acht lassen.

Die G-Men werden höchstwahrscheinlich durchgängig Nickel-D spielen. Je nach Down und Personnel meistens mit den drei Safeties Kenny Philipps (tief als Free Safety) und Deon Grant sowie Antrel Rolle als Strong Safety oder in einer Linebacker-Position. Wenn die Pats bei langen dritten Versuchen nicht mit ihrem gewohnten 2WR-set mit Wes Welker und Deion Branch spielen, könnte auch Rookie Prince Amukamara einige Snaps als Nickelback bekommen. Der hat zwar bisher alles andere als überzeugt, aber für einen schnellen Mann wie Chad Ochocinco, Matt Slater oder Hightop Underwood sind die Safeties zu langsam.

Der Gameplan der Giants-Defense sollte so aufgebaut sein, daß er die Outside-WR der Patriots zwingt, sie zu schlagen. Als Blaupause dient einerseits die Strategie von Rex Ryan und Jets-DC im letztjährigen Spiel und andererseits die Strategie von Cowboys und Steelers in dieser Saison. Das läuft darauf hinaus, daß der mittige Teil des Feldes hinter der Line of Scrimmage von mehr Verteidigern zugestellt wird als gewöhnlich. Kenny Philipps sollte der einzige Safety sein, der sich um die “Tiefe des Feldes” kümmert, Rolle und Grant dagegen relativ nah an der LOS agieren. Da die Patriots meistens in ihrem 2WR/2TE/1RB-Set spielen und weder der RB noch das dreiköpfige Monster Wes Gronkandez sich allzu weit von ihrem Quarterback entfernen, ist “die Mitte vollstellen” ein probates Mittel.

Zwei Dinge gibt es bei dieser Strategie zu beachten. Einerseits Tackling und andererseits tiefe Bälle. Wes Gronkandez dürften dieses Jahr die Rekorde für Broken Tackles und Yards after the Catch mindestens verdoppelt haben. Selbst wenn sie einen Ball nur zwei oder drei Yards hinter der Line of Scrimmage fangen, machen sie oft trotzdem noch 12 Yards draus. Nun sind die LBs und Safeties der G-Men gute Leute, aber lange kein so diszipliniertes und “technically sound” Kaliber wie Baltimore oder San Francisco. Einige Big Plays vom großen bösen Gronk und Aaron “YAC” Hernandez nach broken tackles sollten drin sein.

Der andere Punkt ist der tiefe Ball. Wenn man so massiv die Mitte zustellt und außen 1-gegen-1 spielt mit nur einem tiefen Safety spielt, gibt es immer wieder Möglichkeiten für die lange Bombe. Corey Webster, heimlich zu einem der besten Cover Corners der Liga avanciert, dürfte sich exklusiv um Wes Welker kümmern. Das heißt, die Herren Branch/Ochocinco/Underwood/Slater spielen gegen Aaron Ross. Auch ein fähiger Mann, aber niemand, nach dem man eine Insel benennen würde. Wenn ich wetten müßte, würde ich ein paar Taler auf einen TD von Mr. Ochocino setzen. Oder auf einen TD von Solder in der Redzone, wenn sich alles auf die drei üblichen Verdächtigen konzentriert.

Das Laufspiel wird auch eine Rolle spielen, aber keine besonders große, wenn die Giants die Box zustellen. Die größten Möglichkeiten wird es geben, wenn Big Blue mit ihrem Nascar-Package (3 oder 4 DEs in der Linie) aufläuft. Nur sollte sich New York nicht zu sehr auf das Paßspiel konzentrieren, denn dass die Patriots auch ganz patent laufen können, wenn überhall nur Defensive Backs rumstehen, haben sie immer wieder gezeigt.

Giants Offense / Patriots Defense

Die Giants brauchen sich gar keinen besonderen Gameplan zusammenbasteln. Für sie geht es nur um Execution, Execution, Execution. Mit ihren drei starken WRs Hakeem Nicks, Mario Manningham und Victor Cruz sollte sie gegen die Patchwork-Secondary der Patriots immer wieder gute Möglichkeiten bekommen. Nicks ist zu stark für jeden CB, den New England gegen ihn stellen könnte, sei es nun Kyle Arrington, Sterling Moore oder Devin McCourty.

Der beste unter den Dreien dürfte derzeit sogar noch Arrington sein. Das könnte ein spaßiger Abend für Manningham und Cruz werden, wenn sie als Gegner Moore oder gar Julian Edelman haben. Zumal gerade Cruz sich im Laufe der Saison von einem “ab-und-zu-mal-ein-big-play-WR” zu einem sehr konstanten und zuverlässigen Ballempfänger entwickelt hat. In den ersten Wochen der Saison hatte er immer wieder ganz furchtbare Drops und Fumbles, die seine guten Plays oftmals wettgemacht haben. Das passiert ihm jetzt kaum noch.

Neben den Großen Drei sind auch die Tight Ends Jake Ballard und Travis Beckum Männer mit sicheren Händen. Nur sollten die, noch mehr als die Tight Ends der Patriots, mit Hilfe in Pass Protection beschäftigt sein. Auch wenn Eli Manning einer der besten QBs under pressure ist, so sollte doch alles dafür getan werden, daß er nicht so böse vermöbelt wird wie gegen die 49ers im NFC Championship Game.

Die größten Schwachstellen in der Protection sind LT David Diehl und RT Kareem McKenzie. Beide sind nur noch ein Schatten ihrer früheren selbst. Diehl war auch schon auf die LG-Position abgeschoben worden, nur musste er zurück, nachdem sich Will Beatty verletzt hat. Beide leiden vor allem unter ihrem Alter und ihrer nachlassenden Athletik. Glücklicherweise für die G-Men haben die Patriots nichts die besten Outside Rusher der Liga. Der mit Abstand beste, Andre Carter, hat sich vor einigen Wochen auf IR verabschiedet. Die beiden noch verbliebenen, Mark Anderson und Rob Ninkovich haben immer wieder gezeigt, vor allem in den letzten Woche, daß sie gegen Schwache Gegner zwar nicht dominieren, aber immer wieder Zeichen setzen können.

Wichtiger noch werden die Matchups in der Mitte der Linie. Dort spielen die drei schwachen Kevin Booth, David Baas und der geradeso durchschnittliche Chris Snee gegen New Englands 1-tönnige Havoc Crew Vince Wilfork, Kyle Love und Brandon Deaderick. Die haben seit Ende November ihr Spiel auf ein ganz neues Level gehoben und haben mit Gerrard Warren und Shaun Ellis auch erfahrene Backups. Wenn diese dicken Jungs so auftrumpfen wie gegen Baltimore, als vor allem Wilfork gespielt hat wie ein junger Gott, sollte Eli Manning in große Schwierigkeiten geraten. Denn pressure up the gut ist für einen QB viel unangenehmer als Druck von den Außen, dem man meistens mit ein, zwei Schritten nach vorne entgegenwirken kann.

Die Defensive Line in Verbindung mit dem starken Linebacking-Corps um Jerod Mayo, Brandon Spikes und Ninkovich sollte auch in der Lage sein, daß Laufspiel der Giants abzuwürgen. Big Blues Groundgame ist zwar schon seit Wochen nicht mehr so schwach, wie die Zahlen der Regular Season behaupten, aber wenn New Englands Front Seven das nicht in den Griff bekommt, siehts düster aus.

Am Ende wird es auf dieser Seite des Balles so oder so in Elis Händen liegen. Früher, im Super Bowl XLII, war es noch eine Überraschung, daß der “kleine Manning” so gut unter Druck gespielt hat. Heute erwartet man es schon fast von ihm. Er, der allein in dieser Saison sechs (!) 4th-Quarter-Comebacks angeführt hat; der den Rekord für die meisten TD-Pässe im vierten Viertel (15) aufgestellt hat; er, der die Giants in fünf aufeinanderfolgenden Do-or-die-Spielen zu fünf Siegen getrieben hat, vier davon mit zweistelligem Vorsprung, insgesamt mit einem kumulierten Score von 141-67. Wenn Eli das am Sonntag reißt, ist er ohne Frage in der Tom-Brady-Klasse angekommen.

Gewinnt New England, kann man diskutieren, ob Brady Joe Montana als besten Quarterback aller Zeiten überflügelt hat. Nicht mehr zu diskutieren braucht man dann, ob Belichick der beste Coach aller Zeiten ist. Die Giants haben leichte Vorteile, aber am Ende wird das Spiel wohl wie immer beim Aufeinandertreffen von zwei ähnlich starken Teams entschieden werden durch 1) Turnovers, 2) Penalties und 3) Special Teams.

NFC Divisional Playoffs 2011/12 – Vorschau Giants/Packers

NFC Divisional Playoffs 2011/12 – New York Giants (10-7) @ Green Bay Packers (15-1)

[Sonntag 22.30Uhr auf ESPN America, Sport1+ und PULS4; kommentiert (über FOX) von Joe Buck, Troy Aikman, Pam Oliver und Chris Myers]

Der Außenseiter New York Giants tritt an einem Sonntagabend im Januar gegen die Green Bay Packers in deren Lambeau Field an. Eli Manning hat mal wieder eine sehr, sagen wir mal “abwechslungsreiche” Saison hinter sich, mit vielen Höhen und Tiefen. Head Coach Tom Coughlin ist zwischenzeitlich von den New Yorker Medien und Fans abgesägt worden, nachdem es lange so aussah, als würden die G-Men die Playoffs verpassen. Am Ende hat Eli glücklicherweise doch noch seine Form gefunden und wurde dabei kräftigst von seinen beiden Top-RBs Ahmad Bradshaw und der Dampfwalze Brandon Jacobs unterstützt. Und auf der anderen Seite des Balles natürlich von der bärenstarken D-Line um Justin Tuck und Osi Umenyiora.

Die Giants können gegen den ligaweiten Quarterback-Liebling der Packers lange mithalten und Head Coach Mike McCarthy findet nicht so recht ein Mittel, um seinen Angriff mal so richtig ins Laufen zu bringen. Außer Donald Driver sind alle WR abgemeldet und RB Ryan Grant rennt mehr rück- und seitwärts als nach vorne. Das Spiel ist tough und eng und geht schließlich bei einem windchill von -33°C in die Overtime.

Dort wirft Green Bays Quarterback, der während der Saison viel weniger Interceptions als sonst geworfen hat, direkt in die Arme von CB Corey Webster. (Die viel kritisierte Secondary der Giants hat ein großartiges Spiel gemacht; wenn man den 90-Yard-Paß zu Driver abzieht, hat Green Bays Rekord-QB nur 146 Pass-Yards auf dem Tacho gehabt.) Kicker Lawrence Tynes verwandelt den FG-Versuch und Big Blue gewinnt.

Diese Interception im NFC Championship Game 2007 war der letzte Paß, den Brett Favre im Trikot der Green Bay Packers geworfen hat. Wenn man Favre durch Aaron Rodgers ersetzt und in der Giants D-Line Michael Strahen gegen Jason Pierre-Paul tauscht, kann man die ersten drei Absätze fast genauso stehen lassen für das Aufeinandertreffen von Cheeseheads und G-Men. Dieses Matchup ist wie ein Vergleich zwischen einem gut geölten schnittigen Sportwagen und einem großen, dreckigen und geländeerprobtem SUV.

Der schicke Sportwagen

Im Gegensatz zu den Patriots und Saints, die ihre explosiven Offenses auf kreativen Taktiken und auf jeden Gegner speziell zugeschnittenen Game Plan aufbauen, basiert der Erfolg des Packers-Angriff um Aaron Rodgers auf perfekter Execution. HC McCarthy bastelt nicht in stundenlanger Kleinarbeit etwas unglaublich Kreatives zusammen, sondern setzt darauf, daß Rodgers seine Lieblingsplays ein ums andere Mal perfekt ausführt und milimeter genaue Pässe wirft. Rodgers erinnert in dem Sinne an Peyton Manning. Bei Manning wissen auch immer alle, was kommt und trotzdem kann man es kaum verteidigen, weil es perfekt ausgeführt wird.

Bei Rodgers und auch Manning sind das vor allem zwei Pässe. Der eine ist der Paß, zwischen 10 und 20 Yards tief an die Seitenlinie, bei dem der WR in Zone Coverage am CB vorbei ist und der Ball in genau dem ganz kleinen Fenster landet, bevor der Safety zum Helfen rübergekommen ist. Ziemlich simpel, aber wenn der Paß perfekt ist, kann man das einfach nicht verteidigen. Der andere Paß ist der Ball über die Mitte zum TE oder Slot-WR, wenn dieser vertikal zwischen LB und S ist. Auch hier gilt: perfect pass beats perfect coverage. Daneben haben die Packers noch viele Drag- und Crossing-Routes im Angebot, bei denen die Wide Receivers auf verschiedenen Höhe parallel zur Line of Scrimmage laufen und Go- bzw. Post-Routes, bei denen die WR die Seitenlinie entlang laufen und dann entweder im 1-v-1 gegen den CB geradeaus weitermarschieren oder zur Spielfeldmitte hin abbiegen und sich den Safety vorknöpfen.

Im Gegensatz zu den einzig beiden anderen Offenses, die in Sachen Produktivität mit Green Bay mithalten können – New England und New Orleans – spielen die RBs und TEs keine besondere Rolle im Spiel der Packers. Mehr als Dumpoffs bekommen die RBs James Starks und Ryan Grant nicht und TE Jermichael Finley ist entgegen allen Erwartungen lange nicht auf dem Niveau eines Rob Gronkowski oder Jimmy Graham. Sondern eher sowas wie ein Vernon Davis light.

Auch das Laufspiel hat mehr die Funktion, Aaron Rodgers´ Arm zu schonen. Mit 3,9 Yards/Carry taugt es nur zum Feigenblatt und kann nicht helfen oder gar mal was rausreißen, wenn das Paßspiel aus welchen Gründen auch immer mal ins Stottern kommt. Es steht und fällt alles mit Rodgers´ execution der Passing Plays. Mit Greg Jennings und Jordy Nelson hat er aber dankenswerterweise eine erstklassige 1-2-Combo und mit James Jones und Donald Driver auch noch gute dritte und vierte Optionen.

Ebenso hübsch und attraktiv wie die Offense ist die Defense – auch wenn diese nicht mehr ganz so sexy ist, wie in den letzten beiden Jahren. Es ist alles schön anzusehen: DC Dom Capers hat tolle Zone Blitzes im Angebot, mit Clay Matthews hat man einen tollen langhaarigen und auffälligen Pass Rusher und mit Charles Woodson einen Playmaker, der überall beliebt ist wie früher Brett Favre. Aber diese Saison hat gezeigt, daß man an der funkelnden Karosse noch lange nicht erkennt, was unter der Motorhaube steckt.

Die Defense war nach Yards tatsächlich noch schlechter als die New Englands, durch die vielen Turnovers – sagenhafte 31 Interceptions – ist man nach Punkten immerhin noch auf Rang 19. Aber wenn man böswillig ist, kann man auch behaupten, daß gerade Woodson seine Interceptions nur noch gegen Rookies oder schlechte Quarterbacks macht. Oder daß Matthews mittlerweile mehr durch seine Haare auffällt, als durch Sacks.

Besonders schwach ist die Front Seven der Packers. Besonders das Spiel gegen den zweiten Anzug der Bears bleibt hier in schlechter Erinnerung. Der Held der letzten Saison, B.J. Raji, zieht hier besonders große Kritik von professionellen Beobachtern wie ProFootballFocus auf sich. Wie dem auch sei, DC Capers weiß offenbar um die individuellen Schwächen seiner Spieler (und um die Stärke der Offense) und läßt daher wohl ganz bewußt eine Boom-or-Bust-Defense spielen. Will heißen: wir wollen den Turnovers und pfeifen auf die Yards. Wenn wir uns statt dem Turnover ein Big Play fangen – so be it. Rodgers kann schneller einen Touchdown machen, als die andere Offense zum Gatorade gegriffen hat. Bekommen wir aber den Turnover, ist das Spiel ganz schnell vorbei. Riskant, aber – noch – erfolgreich.

Der große, dreckige Jeep

Besonders mit der beeindruckenden Leistung der letzten Woche gegen Atlanta im Hinterkopf werden die Giants wohl versuchen, mit ihrem kräftigen Laufspiel die schwache Front Seven der Packers in Grund und Boden zu rammen. Wenn Brandon Jacobs – 1,92m, 120kg – in seinen alten Bulldozer-Modus schaltet, kann er über jeden Verteidiger der Packers hinwegtrampeln. Auch Ahmad Bradshaw kann mit der großen, dicken O-Line vor sich immer wieder Yards und 1st Downs herausholen. Das Ziel der G-Men sollte sein, ihr Laufspiel zu etablieren (3 Euro ins Phrasenschwein), lange Drives am Leben und Rodgers damit an der Seitenlinie zu halten.

Wenn das nicht klappt (oder als zusätzliche Stärke) kann Eli Manning, der spätestens seit dieser Saison jetzt wirklich den Nickname Elite verdient hat, auf zwei grundsolide WR mit Hakeem Nicks und Mario Manningham vertrauen, hat mit Victor Cruz jemanden, der immer für ein Big Play gut ist und in TE Jake Ballard so etwas wie einen Edeljoker – unbekannt, aber zuverlässig und wuchtig wie sonst nur der große, böse Gronk.

Auch die Defense New Yorks ist wenig spektakulär und kreativ, aber grundsolide sowie kratzbürstig, aggressiv und unnachgiebig. (Komischerweise immer nur in den wichtigen Spielen und in den Playoffs, aber die seltsam unmotivierten Novemberauftritte müssen uns ja jetzt nicht mehr kümmern. Bis zum nächsten November.) Die Defensive Line ist mit das Beste, was man in der NFL bestaunen kann. Jason Pierre-Paul, Justin Tuck und Osi Umenyiora können jedem Offensive Tackle im Paß- wie auch Laufspiel das Leben zur Hölle machen und bleiben durch das viele Rotieren auch frisch bis ins letzte Viertel. Die Defensive Tackles Chris Canty, Rocky Bernard und Allzweck-Backup Dave Tollefson komplettieren das Ganze und als Gruppe stehen sie zeitweise der gegnerischen Offensive Line gegenüber wie ein Hummer einem Käfer.

Hinter diesem Prunkstück sieht das LB-Corps etwas rostig aus, steht aber in Sachen Toughness in nichts nach. Spielerisch sind da einige Schwächen, aber außer Jermichael Finley, der nicht gerade Mr. Zuverlässig ist, haben die Packers nicht die Spielertypen (vor allem RBs), die daraus besonders viel Kapital schlagen sollten.

Sollte die D-Line gegen eine mäßige O-Line der Packers mit vier Mann Druck auf Rodgers ausüben können, hat auch die Secondary eine gute Chance, mit weniger als vier Touchdowns davonzukommen. CB Corey Webster hat sich heimlich, still und leise zu einem der besten Cover Guys der Liga gemausert; Aaron Ross (wieder fitt, nachdem er letzte Woche verletzt auf die Bank mußte) ist ein fähiger Nr.2-Corner. Gegen die Packers wird Big Blue wahrscheinlich sehr viel Nickel- und kaum Base-Defense spielen. Rookie Prince Amukamara, der viel schlechter spielt, als alle erwartet haben, wird einige Möglichkeiten als Nickelback bekommen. Und je nachdem, wie er sich da macht, wird Antrel Rolle entweder viel oder sehr viel als NB spielen. Rolle ist ein komischer Spieler, der sehr kräftig ist und stark an der Line of Scrimmage gegen den Lauf spielt. Weil er aber auch einigermaßen passabel im Paßspiel verteidigen kann ist er sowas wie ein Zwitter aus Nickelback, Linebacker und Safety in New Yorks sogenanntem Big-Nickel-Package. [edit 9:45Uhr: in der ersten Version dieses Artikels habe ich Antrell Rolle mit Deon Grant verwechselt. Grant wird die Safety-Position von Rolle im Big-Nickel-Package übernehmen.]

Dieses Spiel ist fraglos ein würdiger Abschluß der Divisional Round am Sonntag abend. Alles in allem treffen die Packers mit ihren starken, aufregenden Spielern, die alles besonders schön machen, auf Spieler, die alles besonder tough machen und durch Willen und Aggressivität ihre Spiele gewinnen. Im Grunde alles so wie damals 2007, an einem der kältesten Januartage aller Zeiten in der Frozen Tundra.

Notizblock NFL Woche 11: CIN/BAL & PHI/NYG

Cincinnati Bengals (6-3) @ Baltimore Ravens (6-3) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: Ray Lewis, Ray Lewis, Ray Lewis]

TD Drive CIN: zwei big plays + DPI

TD Drive BAL: blown coverage nach roll out Flacoo

– Q2/10:10: BAL wirft jetzt immer öfter aus I-Formation; WR Torrey Smith viel zu schnell für CB Clements und Flacco wirft perfekten Paß

– es geht nur über Big Plays; keine Offense bringt mal einen längeren Drive zustande

– furchtbare INT von Flacco gegen Nate Clements w/1:24 in CIN territority

– und dann nach zwei First Downs wirft Dalton einen schrecklichen Ball mitten in die Endzone, wo Ed Reed in natürlich findet (Hey Dalton, lerne bitte Ed Reed vor dem Spiel gegen Baltimore kennen!)

– beiden Verteidigungsreihen spielen das sehr gut und diszipliniert; vor allem von der Ravens-D ist immer einer da, wo der Ball ist und kein Tackle wird verpaßt; Laufspiel geht gar nicht bei beiden; 7 3&outs in der ersten Hälfte; 14-7 Ravens

Das war tatsächlich alles Wichtige aus der ersten Hälfte.

– Q3/13:12 dann aus dem Nichts rennt Ray Rice über 60 Yards, weil Safety Chris Crocker einen völlig falschen Winkel nimmt und den Tackle verpaßt; es wird aber doch nur ein FG; 17-7 BAL (Q3/10:50)

– Q3/6:51 nach einem starken Play, bei dem er zwei fast-Sacks entkommt und seinen FB tief ganz offen findet und einer blown coverage gegen TE Gresham ist Ciny plötzlich in der EZ und es steht 14-17

Ravens D spielt fast aussschließlich Base-D gegen CIN; CIN ohne deep threat, weil A.J. Green verletzt draußen sitzt, versucht im 3ten Viertel mal einen Flea Flicker und RB Benson schafft nicht mal den Paß zu Dalton

– Q3/0:40: Dalton mit fürchterlicher INT bei einem Slant; Jimmy Smith fumblet den Ball, der fliegt durch die gesamte Redzone und die Ravens sichern den Ball an der 2-Yd-Linie, next play TD Rice 24-14

– Dalton dann wieder mit schlechtem Paß und INT von CB Webb; Q4/ 14:02; nächster Spielzug Playaction Flacco tief auf WR Smith; 31-14

– Jimmy Smith läßt Andre Caldwell einfach so vorbeilaufen; 10:59, starker Paß von Dalton, Cincy gibt nicht auf 21-31

– über die Mitte wirft Dalton richtig gut; aber bei Pässen an die Seitenlinie und bei Slants hat er immer wieder accuracy Probleme; kaum hab ich das aufgeschrieben, wirft er eine out-route zum TD (Gresham) nach anständigem hurry-up-drive 28-31; 5:35, der dann aber doch nicht zählt nach Calvin-Johnson-Catch-Rule-Overturning; FG zum 24-31; Cin jetzt fast ständig mi 7 Mann in Protection und nur 3 Recivers auf Routen, um es einfacher für Dalton (und die OLine) zu machen

– kurz vor der 2-min-warning stoppen die Bengals die Ravens bei 3rd&1 und bekommen nochmal einen Drive

– Dalton starts on own 13 w/ 2:27; WR Jerome Simpson macht das Spiel seines Lebens; Dalton mit starker 45yd-Bombe und Riesencatch von Simpson

– in der RZ dann wieder der schlechte Dalton: schlechter Paß on kurzer Out-route und intentional grounding (der horse-collar tackle von Suggs wird komischerweise einfach ignoriert); 3rd&goal from BAL17; die O-Line bricht total zusammen bei den vier Downs and Goal to go gegen 3-Man-Rush

– CIN hat wirklich tough gegen BAL und PIT gespielt, aber verloren; die Bengals haben ein gutes, junges Team, sind aber noch nicht da wo die anderen beiden Hausnummern der AFC North sind

– Flacco und Dalton haben beiden wie Rookies gespielt: mal gute Pässe, mal schlechte, aber insgesamt enttäuschend inkonsistent, wobei aber auch beide Defenses ziemlich stark gespielt haben; es gab keine guten, langen Drives, sondern alle Punkte basierten auf Big Plays, wobei die Ravens einfach mehr (vor allem in der Defense) davon gemacht haben und am Ende die drei INTs von Rookie Dalton der Unterschied waren. Baltimore ist jetzt mit 7-3 und Tiebreakers gegen Pittsburgh und Cincinnati in guter Position in der AFC North.

Philadelphia Eagles (3-6) @ New York Giants (6-3) [Gamcenter] [Gamebook]

[inactives: QB Vick, WR Maclin, CB Rodgers- Cromartie; LB Michael Boley – Herzlich starts]

– LT Will Beatty bekommt von Anfang an TE/RB-Hilfe gegen DE Trent Cole

– im zweiten Drive wirft QB Vince Young einen furchtbaren Paß zu Jackson, der schon an Amukamara vorbei war und schenkt dem Rookie im ersten Spiel seine erste INT

– anschließend wirft Eli Manning eine INT wie in seinen schlechtesten Tagen; danach gibts auch gleich gute alte Rivalry-Kloppe und mehrere personal-foul-flags, nach der INT gibts aber auch keine Punkte, weil der oft so hochgelobte LG Evan Mathis schläft und bei 3rd-&1 an NYG 38 einfach so DT Chris Canty nicht blockt

– schon im ersten Viertel gibts ständig mehr oder weniger ernsthafte Rudelbildung; es gibt aber auch nicht schöneres, als Rivalry-Games im November

– die Eagles sind schon seit einigen Wochen dazu übergegangen, nicht mehr beide DE so ganz weit außen an der LOS zu plazieren (die so berühmt gewordene 9 technique), sondern nur noch einen, und der andere ist meistens in recht traditioneller DE-Aufstellung, das klappt auch viel besser

Vince Young wirft den Ball wie eine schlechte Mischung aus Tim Tebow und Philip Rivers

– die Giants D-Line spielt mit vielen „seltenen“ Aufstellungen: 3DE und 1DT; 3 DLiner sogar on 1st Down; on 3rd Down auch ihre Nascar-Defense (4DEs); und sehr oft spielt Deon Grant den dritten LB neben Herzlich und Kiwanuka, weil nach den ganzen Verletzungen nur noch der andere Rookie-LB Spencer Paysinger spielen kann

– die beiden Eagles-Offensive-Tackles Jason Peters und Todd Herremanns sehen ganz gut aus, aber die drei in der Mitte (LG Mathis, C Kelce, RG Watkins) haben immer wieder Probleme, vor allem im Laufspiel

– Q2/11:36: FG Eagles, die ersten Punkte zum 3-0

– Q2/8:49 nach abgefälschtem, schlechtem Paß holt sich S Phillips die INT; Giants spielen nach der Verletzung von WR Jackson mit 8 „Man in the box“ und wollen einzig RB McCoy aus dem Spiel nehmen und Young kann nicht mal daraus Kapital schlagen

– die Eagles-D spielt ziemlich gut; auch die (auch von mir immer böse gescholtenen) LB Akeem Jordan und Brian Rolle; Giants leiden vor allem darunter, daß sie überhaupt kein bißchen Laufspiel auf die Reihe kriegen

Jackson kommt schon Mitte des 2ten Viertels zurück und macht ein Big Play über 50 yards nach 1st Down from PHI2; der dann aber nach unfaßbar dummer Taunting-Strafe gegen Jackson overturned wird, wow….

– nachdem Philly dann tatsächlich von der eigenen 2-Yd-Linie bis in New Yorks Hälfte kommt, fehlen CB Webster nur Millimeter, um Youngs dritte INT komplett zu machen

– die Eagles haben keine Offense, weil Young ihr QB ist und die Giants mit 8 Mann McCoy aus dem Spiel nehmen; und die Giants haben keine Offense, weil sie überhaupt nicht laufen könnnen und Eli gegen viel Pressure und gute Coverage alleine auch nicht viel machen kann:

– nach dem vierten 3&out, diesesmal in der eigenen Redzone, läuft Jackson mit dem gefangenen Punt mal wieder durch die halben Meadowlands und kann erst an der NYG14 gestoppt werden und im nächsten Spielzug möchte keiner der alten Teamkollegen Steve Smith verteidigen, TD Eagles 10-0; Q2/1:22

– neben der wirklich guten Defense haben TE Jake Ballard und WR Victor Cruz mit schlimmen Drops die Giants behindert

K Lawrence Tynes hat in dieser Saison erst zwei Field Goal Versuche von mehr als 30 Yards gehabt (?!) und die beiden wurden auch noch geblockt (!?!); den 49-Yd-Versuch zum Schluß der ersten Hälfte macht er aber sicher rein, 10-3

– Drives erste Hälfte: Eagles: Punt, INT, Punt, 3&out, FG, INT, Punt, TD; Giants: 3&out, INT, Punt, 3&out, Punt, 3 &out, Punt, 3&out, FG

2nd half:

– Kevin Booth startet die zweite Hälfte an Stelle Chris Snees (Verletzung)

– das Laufspiel der Giants ist so furchtbar, daß sogar CB Samuel den RB tacklet; NYG RB D.J. Ware ist jetzt auch draußen mit Concussion

OT Peters und Herremanns nehmen den Giants Pass Rush völlig aus dem Spiel und trotzdem hätten die Eagles ohne den Punt Return gerade mal 3 Punkte

– im dritten Viertel werfen die Eagles nur noch und sagen: mit 8 Mann „in the box“ kann sogar Young Spiele gewinnen, und New York sagt: glaub ich nicht, soll Young erstmal zeigen; und nachdem Philly in die Redzone gekommen ist, wirft Young natürlich die INT zu Aaron Ross (Q3/5:00)

– Snee is back

– die Giants versuchen es einfach weiter mit dem Lauf, was nicht funktioniert und die Crowd buht

– dann macht Manning mal nene langen Paß zu Nicks – weil er nicht von Asomugha oder Samuel verteidigt wird, sondern vom jungen Safety Nate Allen. So wie letzte Woche, als Fitzgerald von irgendeinem Safety verteidigt wurde, ich versteh das nicht; und im nächsten Play schlägt Victor Cruz Asomugha zum TD, Asomugha sah dabei aus wie einer der undrafted Rookies, die bei den Patriots versuchen CB zu spielen, 10-10 Q4/11:36

– die Giants haben große Probleme mit ihren jungen LBs Herzlich, Paysinger und Williams; aber Kiwanuka macht im vierten Viertel play after play

– McCoy sitzt im vierten Viertel verletzt auf der Bank und Ronnie Williams spielt

– irgendwie bekommen die Eagles im vierten Viertel einen langen Drive auf die Reihe mit Läufen von RBs und Young und Screen Passes; nachdem sie auf unerklärliche Weise 18 Plays über 80Yards in 9 Minuten übers Feld marschiert sind, wirft Young auch noch einen TD zu Riley Cooper; ich kann gar nicht erklären, wie Philly das gemacht hat, aber irgendwie waren es immer 3 und dann 3 und dann 4 yards und immer wieder 1st Downs, 17-10 Philly Q4/2:45

– nach Holding beim KO-Return starten Eli und die Giants an der eigenen 9 mit 2:39 Minuten auf der Uhr (und mit RG Snee wieder auf der Bank)

– beim letzten drive schläft wieder irgendwer der Eagles (wahrhscheinlich LB Chaney ) und Victor Curz läuft bis an die 22

– im nächsten Play sackt Jason Babin Eli Manning von hinten und DT Landri holt sich den Fumble; Q4/1:17; Giants mit letzter Chance, aber niemand kann Shady McCoy tacklen – 1st down, game over

Insgesamt ein komisches Spiel, in dem vor allem die D-Line der Eagles und die furchtbaren LBs der Giants den Ausschlag gegeben haben. Jeder halbwegs vernünftige Quarterback hätte die Giants von vorne bis hinten zerlegt, aber weil New York überhaupt kein Laufspiel hatte und Manning ständig under pressure war, haben 17 irgendwie ergaunerte Punkte zum Sieg gereicht.

New York Giants in der Frischzellenkur

Die Offensive Line der Giants ist kein Prunkstück. Jede Wette, dass die Giants an der #19 einen Offensive Tackle einberufen.

Quelle: Sezierstunden/Sideline Reporter

ÜBERBLICK

#19 CB Prince Amukamara (Nebraska)
#52 DT Marv Austin (UNC)
#83 WR Jerrel Jernigan (Troy)
#117 OT James Brewer (Indiana)
#185 LB Greg Jones (Michigan State)
#198 S Tyler Sash (Iowa)
#202 LB Jacquian Williams (USF)
#221 RB Da’Rel Scott (Maryland)

Die Wette ist verloren, weil die Giants in diesem Draft die verlachte Strategie best player available eiskalt durchgezogen haben. An #19 wurde CB Prince Amukamara einberufen, der als kommender Superstar galt, aber aus Gründen des Runs in die Schützengräben und des irrsinnigen Verlangens nach Quarterbacks durchgereicht wurde. In Runde 2 – noch krasser – wurde der durchgeknallte DT Marvin Austin von North Carolina einberufen. Die Defense Line… die absolute Stärke der Giants.

Der erwartete Offense Tackle kam erst in Runde 4, James Brewer von den Hoosiers. Wohl mehr als Aufbauprodukt gedacht. Man hat offenbar mehr Vertrauen in LT Dave Diehl als angenommen.

Zwei Skill Players für die Offense: WR Jernel Jernigan, ein weiterer dieser Dutzend-Receiver, die New York zu einem unberechenbaren Angriff machen, weil alle gut sind, aber keiner überragend. „Unberechenbarkeit“ könnte allerdings auch an QB Eli Manning festgemacht werden. Dazu ein RB De’rel Scott in der letzten Runde, wohl der neue #3-Back.

Alle Giants-Picks sind interessant, auch der LB Greg Jones, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass die halbe Linebackerschaft schön langsam greise wird oder Rentnerverträge möchte. S Tyler Sash wird mit Sicherheit einen Platz im Kader bekommen, da man etwas Druck auf den nach Flop riechenden Antrel Rolle ausüben will. Ich frage mich aber, ob das Prädikat 6th round pick Rolle nervös werden lässt.

Summa summarum

Wie kurz angeklungen: Ein Draft zum Mitdenken. Am Anfang wurden nicht unbedingt eklatante Schwachstellen angegangen, später ein Haufen an Spielern, denen Tom Coughlin das symbolische Messer mit auf den Trainingsplatz gibt, um den Startern Feuer unterm Arsch zu machen. Besseren Schutz für den unkonstanten QB Manning hat man allerdings nicht gesucht, weil man lieber CB Amukamara von den Eagles fernhalten wollte.

NFL Draft 2011 Countdown T-minus 2 – Das Defensive Backfield

Nur noch zwei Tage?

Heute dran: Safetys und Cornerbacks, das „Rückgrat“ einer jeden Defense. Wir leben in einer Zeit, in der vereinzelte Teams damit beginnen, Defenses „von hinten“ aufzubauen, sprich: Nicht klassisch eine mächtige Defensive Line und zwei Pass Rusher einzubauen, sondern zuerst nach flexiblen Safetys suchen, dem Beispiel in Pittsburgh und Baltimore folgend. Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Safetys ganz hoch gedraftet worden – früher eine Seltenheit.

Die Safetys

Der Jahrgang 2011 gilt als nicht hochkarätig besetzt. Aber: Häufig, sehr häufig lassen sich Safetys in den mittleren Runden finden und nach 1-2 Jahren Schulung zu Top-Kräften entwickeln. Häufig müssen Coaches einen Safety zwischen Free Safety, Strong Safety und Hilfs-Cornerback hin- und herschieben, bis die „richtige“ Position gefunden ist.

Der einzige höher eingeschätzte Mann ist Rahim Moore von der UCLA, der noch als etwas ungeschliffen gilt und kein guter Abwehrspieler gegen den Lauf ist. In anderen Worten: Moore wird vorerst Free Safety spielen.

Oklahomas Quinton Carter dagegen ist eher der brachiale Typ, der Mitspieler zusammenstaucht und Gegner gerne mal eine übers Ohr haut. Mangelhafte Noten in Sachen Intelligenz.

Clemsons DeAndre McDaniel verdient sich dagegen Lob bezüglich persönlicher Entwicklung: Frisch von der Highschool machte man sich Sorgen um den geistigen Zustand des jungen Mannes. Als Senior war er Team Captain.

Ahmad Black von der University of Florida sollte in der SEC gelernt haben, wie man gegen gute Gegner spielt. Problem beim Blick auf die Körpermaße: 83kg schwer? Tight Ends dürften angesichts dessen schon mal in der Kabine den Sekt kaltstellen.

North Carolina Tar Heel des Tages: Deunta Williams, als Abschreiber am College ein Weilchen gesperrt, dafür sehr erfahren und gierig nach Interceptions. Aber nicht die härtesten Knochen und Bänder im Draft. Sprich: Anfällig gegen jede Art von Verletzungen.

Cornerbacks

Über allen steht in der öffentlichen Meinung Lousiana States CB Patrick Peterson, in dem man nicht nur einen höchst athletischen und pfeilschnellen Deckungsspieler sieht, sondern auch eine Waffe als Returner. Peterson soll irgendwo zwischen #2 (Denver) und #7 (San Francisco) weggehen und wird von nicht wenigen als der beste Spieler des Jahrgangs angesehen, wobei mir die Herren McShay und Konsorten seit Jahren die Erklärung schuldig sind, wie man Quarterbacks mit Defensive Ends und Offensive Guards mit Cornerbacks vergleichen will, aber: Watt soll’s. Es muss ja was geschrieben werden.

#2 bei den CBs ist Prince Amukamara von den Nebraska Cornhuskers. Nach Ndamukong Suh also wieder so ein unorthodoxer Name aus dem Land der Getreideeintreiber. Amukamara gilt als kompletter Spieler, dem nur der allerletzte Zapfen Geschwindigkeit abgeht. Ihm wird auch zugetraut, irgendwann in Zukunft mal Safety zu spielen. Beim fröhlichen NFL@Spox-Mock ist mir Amukamara direkt in den Detroit-Lions-Schoß gefallen. Kein unerwünschtes Szenario auch in realiter, aber eher unwahrscheinlich, da spätestens Dallas nach Amukamara greifen sollte.

Danach ist man sich nicht mehr einig. Colorados Jimmy Smith ist ein kräftiger Bursche, der aber gerne mal einen über den Durst trinkt und schon wegen Grasrauchen im Bau übernachtete. Er soll jetzt clean sein – mal schauen. Wenn es als Cornerback nicht klappt, soll er auch Safety spielen können.

Der ehemalige Texas Longhorn Aaron Williams ist ein laxer Vogel und soll trainingsfauler als Mario Basler in seiner Blütezeit sein. Riecht irgendwie… nicht nach 1. Runde. New Mexicos States Davon House gilt als ungestüm, kann aber mit dem Rücken zum Ball riechen, wohin das Ei gleich fliegen wird.

Brandon Harris von der großen U (Miami) ist sehr wendig, aber gemessen an NFL-Verhältnissen ein Winzling und gilt als Weichei, der unangenehmen Tacklings ausweicht. Ist in der Sun Bowl von Michael Floyd ganz schwer verbraten worden. Es dürfen aber aufgrund der Reputation der Uni und seiner Athletik Wetten angenommen werden, dass er trotzdem in der 1. Runde geht.

Chimdi Chewka verfügt über den besten Namen und über die Erfahrung an einer großen Uni (Ohio State). Nur – die Wide Receivers in der Big Ten sind jetzt auch nicht die ganz großen Prüfsteine. Chekwa gilt als mutiger Junge, der sich auch mal einem bulligen Running Back entgegenwirft.

NFL Combine: Notizzettel zum Abschluss

Die NFL Combine ist zu Ende. Ein paar Notizen zum Abschluss. [Notizen vom Wochenende]

Quarterbacks

Ich werde den Eindruck nicht los, dass Cam Newton medial ganz langsam zum Top-QB gehypt wird. Meine Kinnlade ist bei Newtons Workouts nicht grad in Mitleidenschaft gezogen worden und Newton hat diverse ungute Kommentare (Iwanttobeanentertainerslashicon) abgelassen… und trotzdem ist die Betrachtung rundum positiv? Nicht mehr ausgeschlossen, dass die Buffalo Bills an #3 Cam Newton einkaufen. Die Bills gelten zwar als unberechenbar im Draft, aber der greise Owner Ralph Wilson hat jüngst mehrfach seinen Wunsch nach einem Top-QB geäußert.

Der in den Kommentaren gelobte Joshua Portis ist ein QB von einem aberwitzig kleinen College: Der California University of Pennsylvania. Nicht etwa in Kalifornien gelegen, sondern in California, Pennsylvania. Ein Team der Division II, also nicht mal FCS-Niveau. Portis ist kein prototypischer QB, hat einst an der University of Florida als Tebow-Backup begonnen – und sich wenigstens neben dem Spielfeld einiges NICHT von Tebow abgeschaut.

Ryan Mallett ist auch auf diesem Blog diskutiert worden. Zu all den Spekulationen um Malletts Drogensucht und seinem merkwürdigen Umgang mit den Medien in der Combine kommt ein weiterer Faktor: Malletts College-Coach war Bobby Petrino, dessen QBs nicht gerade im Ruf stehen, in der NFL brilliert zu haben (Ragone, Redman, jüngst Brian Brohm).

Einer meiner Lieblings-QBs im Draft 2011 ist Greg McElroy. Ein ruhiger Mann, ein interessanter QB, dem ich aber an der University of Alabama Unsouveränität in kritischen Momenten vorgeworfen habe. Und: McElroy ist ein intelligenter Bursche: 48 im Wonderlic Test. Achtundvierzig. Ich kann mir vorstellen, dass ein Team wie San Francisco mit einem Coach wie Jim Harbaugh und der Idee einer West Coast Offense sich in Richtung McElroy bewegen könnte. Viel Glück, Mr. McElroy!

Julio Jones

McElroys Top-Receiver an der Uni war Julio Jones, ein physischer, groß gewachsener Mann, über den ich im Jänner geschrieben hatte:

Am Ende des Tages in der Highlight-Show, aber auch drei Drops und fünfmal die Route falsch gelaufen. Schlüsselwort für Scouts: Fokus. Was ihm helfen wird: Jones ist als harter Knochen bekannt, der auch lieber drei Pillen zu viel schluckt und die ganze Woche schlecht schläft, als mal ein Spiel wegen Wehwehchen zu verpassen.

Jones hat die Scouts ob seiner Combine staunend hinterlassen. Fassungslos gemacht hat nun aber der Umstand, dass Jones auch noch mit einer Fraktur im Fuß (!) angetreten ist und absolute Top-Werte erreicht hat. Die Verletzung ist nicht gravierend, aber in NFL-Kreisen dürfte Jones ab sofort als Synonym für toughness eingesetzt werden. Ob das WR-Rennen doch noch einmal eröffnet wird, obwohl ich A.J. Green weiterhin für den explosiveren Mann an der Anspiellinie halte?

Defensive Line

Die Defensive Line gilt nach wie vor als stärkste Position im Draft 2011. Obwohl mit DT Nick Fairley der meist gehypte Mann nicht nur kleiner und leichter als erwartet war, sondern auch noch ziemlich „graue“ Workouts hinlegte, haben laut Mike Mayock satte neun Defensive Ends Erstrundenpotenzial (im Schnitt über die Jahre werden 3 bis 4 Des gezogen). Und der vermeintlich beste Line-Spieler hat noch nicht mitgemacht: Da’quan Bowers.

Wer #1-Defensive Tackle wird, könnte interessant werden: Fairley hatte die beeindruckendere Saison, ist aber aus genannten Gründen vielleicht leicht in Ungnade gefallen. Marcel Dareus ist athletischer gebaut und hatte die bessere Combine, war aber am College etwas weniger dominant und konstant. Auburn (Fairley) gegen Alabama (Dareus) – Iron Bowl im Mini-Format.

Linebackers

Dontay Moch von der University of Nevada (Reno) hat die erwartet überragende 40 Time hingeknallt: 4.44. Moch war angereist mit einer angeblichen 4.19, was für Running Backs sensationell wäre, für einen Defensive End (im College) schlicht exorbitant. Dazu gesellen sich ein paar andere starke athletische Tests. Oakland Raiders, ick hör dir trapsen…

Sicher kein Raider werden wird OLB Von Miller. Über Miller habe ich im Lauf der College-Saison zwar Zweifel an seiner NFL-Kompatibilität gehört. Aber der Mann hat eindrucksvolle Statur und seine Athletik ist beeindruckend. Ich gehe davon aus, dass ein Team ganz oben drin sich an Miller vergreifen wird. Zu einer Zeit, zu der Oakland noch lange keinen Draftpick gesehen hat.

Mark Herzlich, der Mann, der den Krebs besiegte, war weniger Thema als ich gedacht habe. Herzlich hat ordentliche Workouts gemacht, aber nichts Überragendes. Bei ihm bleibt die Aussicht auf einen Leadertypen und die Erwartung, sich weiterhin kontinuierlich an seine körperliche Bestverfassung zurück zu arbeiten. Herzlich gilt als Kandidat für die späteren Runden.

Defensive Backs

Der Mann mit dem klingendsten Namen, Prince Amukamara (Nebraska), hat Top-Sprintzeiten hingeknallt und in den Augen der Scouts seine Voraussetzungen für die langen Routen bewiesen. Amukamara gilt nun als sicherer Top-10 Pick, der spätestens von Dallas (#9) gezogen wird, wenn nicht noch lila Kühe auf dem Campus der Cornhuskers aufkreuzen.

Kleine Brüder

Zwei Spieler sind in der Verlosung 2011, deren Brüder schon am Ziel sind, bzw. fast. Casey Matthews (University of Oregon) läuft ebenso wie Bruder Clay (Superbowl-Champ mit den Packers) mit wehendem Haar durch die Gegend – und spielt ebenso Linebacker. Mike Pouncey ist der kleine Bruder von Steelers-Center Maurkice – und wie dieser Offense Liner. Nicht ausgeschlossen, dass die beiden Brüder im Draft von den jüngsten Erfolgen der großen Brüder profitieren und höher als erwartet genommen werden. Beide gelten aber als nicht so gut wie diese – aber die waren einst auch nicht so hoch angesehen gewesen.

Spiel GM

NFL@Spox veranstaltet einen „Mock Draft“ von Fans für Fans. Die Idee: Jeder kann sich ein verfügbares Team aussuchen und in wie im NFL Draft dafür seinen Favoriten für seine Mannschaft draften, sofern der noch verfügbar ist. Da ich mich für besser als Matt Millen – ich weiß: Kein Qualitätsnachweis – habe ich mich für die Detroit Lions beworben. Es sind noch Mannschaften frei. Wer will, ist herzlich eingeladen, für einen Tag General Manager und Draft-Stratege zu spielen: Hier entlang.

Der NFL-2011-Draftvorschauer drei Tage nach dem Stichtag

Die Bowl Season ist vorbei, NFL Playoffs sind noch mitten im Gange. Im College stehen aktuell die Recruitings sehr stark im Vordergrund. In der NFL werden bei den ausgeschiedenen Teams die Wunden geleckt und die Trainer aussortiert. Zeit, einen kurzen Blick auf einen interessanten Offseason-Aspekt zu werfen: Den NFL-Draft. College-Spieler können vier Jahre an der Uni spielen: Das heißt dann im ersten Jahr Freshman, im zweiten Sophomore, im dritten Junior und im vierten Senior. Danach endet die Karriere an der Uni und nur den Besten steht der Weg in die NFL offen. Die Allerbesten gehen oft schon ein Jahr zu früh, nach dem Junior-Jahr, weil sie sich bessere Chancen ausrechnen, hoch gedraftet zu werden und mehr Kohle einzusacken.

Ein paar der heißeren Namen in der Kurzvorstellung – und der heißeste Namen ist nicht dabei: Bzgl. Andrew Luck kann ich mir meine so schön ausgedachten Franchisegesicht-Floskeln sparen und zumindest ein Jahr in die Schublade stecken. Luck bleibt am College.

Die Offense

Quarterbacks

Nach der Absage von Luck fehlt dem Draft ein herausragender QB. Die Jungs sind allesamt nicht schlecht, aber der Frontmann ist nicht mehr gegeben. Dark horse: Cam Newton.

Cam Newton

Cam Newton - ©Getty

Cameron Newton, Auburn. Athletisch ist der Mann genug und dass er eine Mannschaft notfalls im Alleingang zum Sieg führen kann, hat er auch bewiesen. Die Frage ist, ob sich jemand traut, einen hohen Draftpick in einen Spieler mit der Erfahrung von nur einem Jahr College zu investieren. Die Erfahrung sagt: Ein Team wird verrückt (oder genial?) genug dafür sein. Auf jeden Fall wird Newton Zeitungen und TV-Sendungen füllen – das Dark Horse des Drafts.

Jake Locker, Washington. Locker war letztes Jahr hoch eingeschätzt, blieb dann aber nochmal an der Uni. Keine gute Entscheidung für ihn, denn sein Jahr war suboptimal, um es noch beschönigend auszudrücken. Locker ist zwar beweglich und antrittsschnell, aber seine Würfe… Nope, überzeugen mich nicht.

Blaine Gabbert, Missouri, Junior. Für einige die neue #1 unter den QBs. Mit 1,96m ein Hüne, starker, aber ein Arm, ungenauer als die Mock Drafts im amerikanischen TV. Hat bei Mizzou viel, sehr viel in der Spread-Offense und Shotgun gespielt, aber auch mangels guter Nebenleute keine Bäume ausgerissen. Furchtloser Bursche und mit seinen 107kg ganz schwer zu fällen.

Ryan Mallett, Arkansas. Unbeweglicher als ein Fladen Schüttelbrot, aber ein Wurfarm vor dem Herrn.

Chris Ponder, Florida State. Präziser Werfer und Leadertyp. Helles Köpfchen, das für allerhand akademische Top-Leistungen verantwortlich war. Gilt als Typ für NFL-reif, als QB… Hm, auch wenn Seminole widersprechen würde: So ganz von Ponder bin ich nicht überzeugt.

Andy Dalton, TCU. Ein Scout hätte Dalton an dieser Stelle nicht genannt. Dalton wird eher nicht in Runde 1 oder 2 weggehen. Sieht sehr „schottisch“ aus und hat sich mit einer begeisternden Rose Bowl in meinen Fokus gespielt.

Pat Devlin, Delaware. Spielte in der FCS, daher auch für mich Neuland. Soll in den FCS-Playoffs sensationell aufgegeigt haben.

Running Backs

Trotz eines ehemaligen Heisman-Trophy-Gewinners wird die aktuelle RB-Klasse wie im letzten Jahr als eher mittelmäßig angesehen – und das liegt nicht mal an der Draft-Absage von Oregon-Superstar LaMichael James.

Mark Ingram jr., Alabama. Ganz harte Nuss. Ingram hat eigentlich keine Schwächen, läuft, fängt, bulliger Bursche und es ist leichter, Bill Belichick zum Lachen zu Bringen als ihm den Ball aus der Hand zu schlagen. Heisman Trophy Sieger von 2009, heuer aber einige Zeit verletzt gewesen. Ingrams Problem: Er ist kein Sprinter und eher klein gewachsen. Habe ich bei Maurice Jones-Drew auch mal gehört, das alles.

Ryan Williams, Virginia Tech. Auch so ein kleiner RB, aber brutal kräftig gebaut und schwer zu tackeln.

Jordan Todman, Connecticut. Für NFL-Verhältnisse mit 1,75m ein Kampfgnom. So ganz klar ist mir nicht, warum er nicht sein letztes Jahr im College geblieben ist. RBs mit seiner Statur werden eher selten ganz hoch einberufen.

Wide Receivers

Keine schwache WR-Klasse in meinen Augen, obwohl Michael Floyd und vor allem Justin Blackmon nun doch im College bleiben. Generell fällt bei den Underclassmen auf: Viele Typen, die gebaut sind wie die Säulen vor dem Altar, monströs groß und super-athletisch. Wenn sie nun auch alle die Hände besäßen…

A.J. Green, Georgia. War heuer eine zeitlang gesperrt, weil er ein Trikot an einen Agenten verkaufte. Aber auf dem Feld ein gewaltiger Mann: 1,93m groß, schnell und fängt alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Wird mit einiger Sicherheit als erster WR gedraftet. Ein paar Impressionen:

Julio Jones, Alabama. 1,93m groß, schnell wie eine Rakete, aber unkonstant wie ein Eljero Elia. Am Ende des Tages in der Highlight-Show, aber auch drei Drops und fünfmal die Route falsch gelaufen. Schlüsselwort für Scouts: Fokus. Was ihm helfen wird: Jones ist als harter Knochen bekannt, der auch lieber drei Pillen zu viel schluckt und die ganze Woche schlecht schläft, als mal ein Spiel wegen Wehwehchen zu verpassen.

Jonathan Baldwin, Pitt. Baldwin hat keine Bäume ausgerissen, aber wenn ich mir seine Maße so ansehe, glaube ich kaum, dass er länger als eine oder eineinhalb Runden warten muss: 1,96m, 102kg, kräftig wie der Espresso in der Toskana und guter Blocker, aber nicht der Allerschnellste.

Titus Young, Boise State. Ohne Bronco kann ich kein Draft-Preview gestalten. Young war die beste Offensivwaffe der Broncos. Senior – und schon gleich einen ganzen Kopf kleiner als die Underclassmen. Für die NFL vermutlich zu klein (1,80m), aber das waren Deion Branch und Steve Smith ja auch. Glaubten sie. Go Titus!

Tight Ends

Ein Tight End ragt heraus: Kyle Rudolph von Notre Dame. Ansonsten womöglich kein allzu großer Jahrgang für TEs, aber die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass man dafür erst in die Basketballhalle gehen sollte oder sein Glück in den späten Runden versuchen sollte. Tony Moeaki kannte auch keine Sau.

Offensive Line

Mein Football-Auge ist noch nicht auf Bewertung von Offense Linern geschult, von daher keine Einschätzungen von meiner Seite. Die meist genannten Namen sind: Der Koloss OT Nate Solder mit seinen 2,06m und schlanken 143kg, OT Gabe Carimi, OT Tyron Smith, OT Derrick Sherod, OT Tony Castonzo, OG Rod Hudson, C Mike Pouncey. Mal sehen, inwiefern Pouncey von seinem Bruder profitiert, der sich heuer als Volltreffer in der NFL erwiesen hat.

Die Defense

Die Offense-Liste ist schon draußen. Heute folgt, wieder ganz subjektiv und unvollständig, meine Draft-Liste für die Defense. Was auffällt: Ganz vorne in der Front Seven muss aussortiert werden. So viel Top-Jungs sind da unterwegs. Je weiter wir nach hinten gehen, desto dünner wird das Material für die ersten Runden. Safeties gibt es keine für die Top-Picks – was nicht heißen will, dass da noch ein paar Juwelen in den späteren Runden gepickt werden.

Defensive Line

Wenn ich mir die Liste so anschaue… Da sind massiv viele Ends dabei, die früh weggehen könnten. Starker Jahrgang für die Defensive Lines. Und ein J.J. Watt oder Cam Jordan tauchen da noch gar nicht auf.

Nick Fairley, DT Auburn. Im Prinzip sollte der Mann Nick Unfairley heißen. Aber: Wer seine Lauf-Defense verstärken will, wird bei Fairley zugreifen. Kein Mann wie DT Suh, aber zumindest optisch ähnlich dominant gewesen. Sollte ähnlich Seymour und Dareus auch 3-4 End spielen können. Ein paar halten ihn für mächtig überschätzt. Na denn, riecht trotzdem nach Top-3 bis Top-5. Und nach ein paar gepflegten Keilereien in der NFL…

Robert Quinn, DE North Carolina. Gleiche Uni wie Peppers. Starker Pass Rusher, hat aber wenig gespielt, weil gesperrt. Bekam allerhand Vergütungen und wechselte seine Gesichtsfarbe auch nicht, als er die NCAA-Detektive eiskalt über diese Zustände Märchen erzählte. 1,96m, 122kg und ein Monster von einem Defensive End.

Adrian Clayborn, DE Iowa. Bringt 129kg auf die Waage, ist aber nicht der Explosivste. Ansonsten ein Typ für die Bengals: Hat einen Taxifahrer windelweich geprügelt und dafür schon im Knast übernachten dürfen.

Da’Quan Bowers, DE Clemson. Der Mann mit dem Peppers-Problem: Alle Talente der Welt in einer Person vereint, aber gerne mal einen auf Basler machen und deswegen nicht in der Lage, durchwegs die Offense Lines zu zerbröseln. Aber ein spektakulärer End, der auch einem Laien sofort auffällt.

Ryan Kerrigan, DE Purdue. Weißer Defensive End und unfassbar explosiv. Löwe und Mathe-Student, so was gefällt korsakoff natürlich. Spielt gerne an der Playstation und feiert genau dann Geburtstag, wenn korsakoff seine alljährliche Siesta hält.

Marcel Dareus, DT/DE Alabama. Ein 139kg-Mann für die Mitte der D-Line. Heuer schwächer als erwartet. Ein gutes Zeichen: Dareus hat mich so schon schwer beeindruckt, sollte wie Seymour auch als End in der 3-4 Defense spielen können.

Stephen Paea, DT Oregon State. Hab ihn nur zweimal gesehen, da war er nur mäßig auffällig. Wird aber von allen Experten als 1st-Rundenpick angesehen, weil nicht viele Running Backs über ihn drüberlaufen werden.

Linebackers

Auffällig: Es gibt kaum klassische Inside und Outside LBs. Wir haben es mit einem Pulk an Jungs zu tun, die „allgemeingebildete“ Spielertypen sind und z.T. auch Defensive End draufhaben. Der beste Mann fehlt: Travis Lewis bleibt in Oklahoma. Dafür haben wir eine großartige Geschichte dabei.

Mark Herzlich, MLB Boston College. #94. Herzlich hat seinen Kampf schon gewonnen – den gegen einen seltenen und sehr unguten Knochenkrebs. Kämpferqualitäten sind etwas, was die NFL schätzt. Sehr sogar. Wird in jedem Umkleideraum ein emotionaler Leader sein. Mark, Herzlich willkommen in der NFL!

Einen Fan auf dieser Seite des Atlantiks hat der Mann schon. Der sitzt gerade in Südtirol.

Von Miller, OLB Texas. Hat sich schon den Ruf als harter Knochen erarbeitet, weil er häufig trotz Verletzungen spielt. Das beeindruckt NFL-Scouts. Starker Pass-Rusher, der auch schon DE gespielt hat. Kreativer Choreograf für Sack-Tänzchen. Irgendwo in Top-10-Nähe, aber vielleicht ein Riesenflop.

Akeem Ayers, OLB UCLA. Sehr kompletter Spieler, der noch lieber in die Deckung geht, als auf Blitzes. Gilt als unkonstant.

Greg Jones, OLB/MLB Michigan State. Ein Spieler, der schneller am Ort des Geschehens ist als du seinen Namen aussprechen kannst, und einer, der dir 10 Tackles pro Spiel macht. Spielte in der Capital One Bowl zuletzt voll durch, obwohl seine Spartans hoffnungslos – und ich meine hoffnungslos – in Rückstand waren.

Defensive Backs

Die NFL ist im Begriff, Defenses „von hinten“ bauen müssen zu glauben. Will heißen: Statt dominante Defensive Lines zusammenzuzimmern, tendiert man mehr dazu, zuerst dominante Safeties und Cornerbacks einzukaufen. Spieler wie Polamalu, Reed oder Revis dürften da nicht ganz unschuldig an der Meinung sein – für sie werden mittlerweile eigene Gameplans entwickelt.

Patrick Peterson, CB LSU. Brutal schneller Mann, der als neuer Devin Hester gilt. Sensationeller Punt Returner, keine Frage. Deckt in der Seconodary alles ab, was abzudecken ist. Sicherer Top-10 Pick, mit Option auf mehr.

Prince Amukamara, CB Nebraska. Nach „Ndamukong“ wieder so ein unaussprechlicher Name von der University of Nebraska. Diesmal nichts mit Indianern zu tun, sondern Wurzeln in Nigeria. Amukamara ist ein Athlet vor dem Herrn, aber ein unkonstanter und zuweilen laxer Knabe und keiner.

Brandon Harris, CB Miami. Log noch vor ein paar Tagen schamlos, als er ankündigte, im College zu bleiben. Geht jetzt doch in die NFL, weil CB Janoris Jenkins im College bleibt und für Harris eine höhere Draftposition herausschaut. Wurde in der Sun Bowl böse von Malcolm Floyd verbraten.

Rahim Moore, S UCLA. Gilt als Top-Safety, wird aber wohl nicht in Runde #1 gedraftet werden, obwohl ein Abfangjäger wie Ed Reed.

Jeron Johnson, S Boise State. Johnson hat mir in der Las Vegas Bowl extrem gut gefallen. Kleiner, kräftiger Mann mit Nehmerqualitäten. Wird aber kaum in den ersten 2-3 Runden weggehen.

Ras-I Dowling, CB Virginia. Letzter Mann in dieser Vorschau. Okay, ich hab den Mann nie spielen sehen. Aber der Name… schlicht und ergreifend köstlich.