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NFL Power Ranking 2019 – Woche 17

Ende der Regular Season – wie jedes Jahr die Chance zurückzublicken auf die Saison. Weiterlesen

Sunny gegen Koko, Pythagoras gegen Lebensgefährtin: Wer ist denn nun gescheiter als die Affen oder ist überhaupt jemand gescheiter als die Affen?

Sideline Reporter proudly presents den Sieger des Vierkampfs um den besten Saison-Tipp 2012/13: Leser SunnyB gegen Koko, das Äffchen gegen die Pythagoreische Erwartung gegen meine Freundin. Als Erinnerung: Ich hatte die Behauptung aufgestellt, dass es selbst mit fortgeschrittenen Statistiken kaum möglich sei, die NFL-Saison besser zu tippen als per dahingewürfeltem Zahlenwust. Ich hatte geschrieben:

Der König unter Blinden ist nicht mal einäugig. Wir haben keine Instrumente, die uns zuverlässige Prognosen für die kommende NFL-Saison liefern können. Ein Affe hat mehr oder minder die gleiche Chance, die Saison gut oder schlecht zu tippen, wie wir oder wie unsere Lebensabschnittsgefährtin, die unter „Eiern“ was anderes versteht und die ganz einfach alle Spiele auf 50/50 tippt.

SunnyB hatte wie verlinkt getippt; Äffchen Koko meinte, sechs Siege plus ein Viertel der letztjährigen Sieganzahl addieren zu müssen. Meine Freundin sagte: Alle Teams gewinnen acht Spiele. Und dazu werfe ich noch die Pythagoreische Erwartung mit rein, mit Hilfe derer Andy Goldschmidt von Football Is Sex, Baby seinen Saisontipp abgegeben hatte.

Wer hat gewonnen, und wer hat wie klar gewonnen? Das Resultat gibt es nach dem Sprung. Weiterlesen

Zahlen zum Tage: Close Game Index 2012, Week 13

Das Wiederaufleben des Close Game Index als Reminiszenz an die Tebow-artigen Comeback-Drives von Colts-Rookiequarterback Andrew Luck, der am Sonntag in Detroit mal wieder in der Schlusssekunde den Sieg-Touchdown einschenkte (und an die anderen 11 (!) knappen Spiele am letzten Wochenende).

Close Game Index – whudibidat? Weil sich Spiele mit maximal einem Score Differenz in ihrem Ausgang in der NFL sehr zufällig zu verhalten tendieren, gab der amerikanische Mathlet Jim Glass schon vor Jahren den Input, Spiele mit maximal 8 Punkten (ein Drive plus 2pts-Conversion) als „Tie“, also als Unentschieden, zu werten, und entsprechend zu listen.

Die Könige des Close Win Index sind die St Louis Rams von 1999/2000, die 13-3 gingen: 13 Blowout-Siege, 3 knappe Niederlagen, machte 14.5 Siege. Das „schafften“ selbst die legendären Patriots von 2007/08 nicht (12 Blowouts, 4 knappe Siege, machte einen Score von 14.0).

Wie Aaron Schatz/Footballoutsiders.com zu bedenken gibt, darf sich ein Team ruhig an der Tatsache, viele knappe Spiele gewonnen zu haben, hochziehen, Stichwort Eier in engen Momenten. Es sollte bloß nicht übermütig werden und seine „wahre Stärke“ überschätzen, denn eine Bilanz wie jene der Colts ist durch zahlreiche enge Spiele massiv geschönt. Ein Front Office, das sein Glück in engen Spielen in der Offseason überschätzt, wird mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr eine Enttäuschung erleben.

Nachfolgend die Tabelle (man vergleiche auch die (erwartet ähnliche) pythagoreische Erwartung):

Übersicht über Pythagoreische Erwartung und Close Win Index nach 13 Spielwochen 2012/13

Übersicht über Pythagoreische Erwartung und Close Win Index nach 13 Spielwochen 2012/13

Kurz als Legende: W = Wins, L = Losses, PF = gescorte Punkte, PA = kassierte Punkte, E13 = pythagoreische Siege nach 13 Spielen, E16 = Hochrechnung Pythagoreische Erwartung auf die generische volle Saison, Spread = Differenz (Siege – pythagoreische Erwartung), One Score = Bilanz von Teams in Spielen mit maximal 8 Punkten Differenz, CWI = Close Win Index (Spiele innerhalb 8pts werden als hypothetisches Remis gewertet), Spread = Differenz (Siege – CWI).

NFL-Schau 2012/13, Week 4

Auf die Play-by-Play-Statistiken werde ich vor nächster Woche nicht zu sprechen kommen (es gäbe einige Überraschungen, aber ich bin noch am Verfeinern der Regressionen und der Programmierschleifen), daher für diese Woche vorerst noch ein kurzer Blick auf die altbekannte Pythagoreische Erwartung, errechnet mit dem möglicherweise überangepassten Pythagorean-Koeffizienten. Ebenso reingenommen habe ich den Index der „One Score“-Spiele: Die Bilanz einer Mannschaft in Spielen mit maximal acht Punkten Differenz.

Kurz als Orientierung:

W   = Win
L   = Loss
PF  = Points for
PA  = Points against
E4  = Pythagoreische Erwartung nach 4 Spielen
E16 = P.E. nach 16 Spielen
Spread = Differenz E4 und W
One Score = Bilanz in Spielen mit max. 8pts Differenz.
Pythagorean-Week4

Pythagoreische Erwartung und One-Score-Games nach Spieltag 4

Paar Anmerkungen.

Arizona Cardinals. Die Cards dürften erstmal in sämtlichen Power-Polls im absoluten Spitzenfeld zu finden sein, und sie haben eine bärenstarke Defense, keine Frage. Ich erwarte aber einen baldigen Einbruch, und das aus mehreren Gründen: Die Offense ist trotz zweier Top-WRs horrend (#29 im Passspiel, #31 im Laufspiel), das Fumble-Glück war bisher zu groß (73.3% der Fumbles wurden erobert) und dann sind mir immer noch die extrem glücklichen Umstände in Erinnerung, unter denen gegen Seattle und in New England gewonnen wurde.

Seattle Seahawks. Die Seahawk-Bilanz ist nicht bloß aufgrund der Fehlentscheidung gegen Green Bay geschönt. Seattle wird durch eine sehr schwache Pass-Offense runtergezogen (4.8 NY/A ist Tebow-Region und #31), da hilft auch eine recht starke Pass-Defense (#3) nicht allzu viel.

Philadelphia Eagles. Die Eagles haben in ihren drei Siegen zusammen vier Punkte Differenz auf das Tablett gelegt und sind nach pythagoreischer Erwartung ein Kandidat für einen Rückfall. Die Eagles sind aber auch interessant, weil sie nach Play-by-Play Stats die #4 der Liga sind (Pass-Offense #12, Pass-Defense #5, extremes Turnoverpech, neuntschwerster Schedule bisher) und in QB Vick wie in RB McCoy die explosivsten Waffen der Liga auffahren können. Keine Frage: Drei Plays Differenz und diese Mannschaft ist 0-4. Aber auch drei Turnovers weniger und jeder sabbert sich über den nächsten Superbowl-Champ in spe die Lippen voll.

New Orleans Saints. Die anti-Eagles. Vier Niederlagen, und alle vier mit einem Score Differenz. Klingt nach positiver Zukunft? Vielleicht, denn bei allen Problemen mit der unterirdischen Pass-Defense (8.1 NY/A entspricht Rang 30) gibt es immer noch einen fantastischen Quarterback wie Drew Brees und eine insgesamt potenziell potente Offense, sodass auch mit diesem Start noch 7-9 oder 8-8 drin sein dürfte. Aber: Die Saints sind ohne Scheiß in meinem Ranking aktuell die #32 von 32 Mannschaften (#17 Pass-Offense, schlechte Lauf-Offense, schlechte Laufdefense, und nur der 28t-schwerste Schedule bisher).

Houston Texans. Die Texans spielten einen nur scheinbar völlig einfachen Schedule (Ranking-System spuckt dafür #12 aus), und dominierten diesen bisher komplett – nur gegen die unterschätzten Denver Broncos wurde es am Ende noch einmal knapp. Die Texans sind rundum eine ausgeglichene Mannschaft, haben kaum Schwachpunkte und bestätigen bisher ihren Favoritenstatus, ohne wirklich Spektakel veranstaltet zu haben.

Carolina Panthers. Eine 1-3 Bilanz für eine Mannschaft, die sich mit Eigenfehlern und schlechten Trainerentscheidungen selbst in Bedrängnis brachte. Die Panthers und Head Coach Ron Rivera werden in den Staaten zurecht für ihre Entscheidung, im Schlussviertel aus der gegnerischen Platzhälfte gegen Atlanta beim 4th-and-1 zu punten, geprügelt. Denn Carolina hätte Potenzial, mehr, als es ihnen die pythagoreische Erwartung zugestehen würde: 8.4 NY/A ist die beste Passoffense der Liga, und sie wird von QB Cameron Newton angeführt. Das Laufspiel ist adäquat, wie auch die überraschend mittelmäßige (das ist ein Kompliment!) Pass-Defense (#18). Turnovers waren Carolina bisher auch nicht wohl gesonnen. Diese Mannschaft schaut statistisch aus wie ein echter Sleeper.

Nächste oder spätestens übernächste Woche dann mit Datenmaterial aus einem fertigen Modell, dass Play-by-Play berücksichtigt, wie auch Heimvorteil und Spielplanstärke.

Overfitting

Sehr gute Arbeit von Andy Goldschmidt auf seinem Blog „Footballissexbaby“ beim Auseinandernehmen der Methodiken zur Ermittlung der Pythagoreischen Erwartung. Ein Problem, das ich hier zwar kurz andiskutiert, aber nie ernsthaft unter die Lupe genommen hatte: Möglicherweise unterliegt die Pythagenport-Verkleidung der Pythagoreischen Erwartung also doch dem Phänomen der Überanpassung (engl. Overfitting). Footballissexbaby schreibt:

Es fällt auf, dass die Exponenten bei Pythagenport etwa symmetrisch verteilt sind. Das erinnert an eine Gauss-Verteilung. […] Die Anzahl von Punkten in einem Teamspiel entspricht ebenfalls einer solchen Verteilung. Der Exponent einer “guten” pythagoräischen Erwartung sollte demzufolge ebenfalls ein Poisson-artiges Verhalten zeigen.

Das führt mich zu der Vermutung (!!!), dass die gaussverteilte Pythagenport-Methode “überangepasst” ist.

Da lang.

[Teil 1 ist übrigens hier zu finden.]

NFL-Schau 2011/12, Woche 15

Die Bilder werden klarer.

W = Siege, L = Niederlagen, PF = erzielte Punkte, PA = kassierte Punkte, % = relative Siegerwartung, E16 = Siegerwartung nach 16 Spielen, E14 = Siegerwartung nach Woche 15, +/- = Soll/Ist Vergleich nach Woche 15

W = Siege, L = Niederlagen, PF = erzielte Punkte, PA = kassierte Punkte, % = relative Siegerwartung, E16 = Siegerwartung nach 16 Spielen, E14 = Siegerwartung nach Woche 15, +/- = Soll/Ist Vergleich nach Woche 15

Kansas City groovt sich zu einem absoluten dark horse, ist nach dem Sensationssieg über Green Bay potenziell zu einem Faktor im Playoffrennen geworden – aktiv (noch mit Chancen) oder passiv (kann Oakland und Denver noch runterschießen, s.u.): Die 6-8 Bilanz ist unglaubliche 2,73 Siege über der Erwartung, ein so großer Spread wie Indianapolis 2009 nicht mehr. Ansonsten gilt weiterhin: Die AFC West hat anarchische Tendenzen, bis auf die Chargers liegen alle weit über ihrer Erwartung.

Ein Team, das langsam zum Canossa-Gang bittet: Seattle. Die so verpönten Seahawks liegen mittlerweile über .500 und haben eine durchaus realistische Chance, das letzte Playoffticket der NFC zu ergattern. Sind die ’Hawks nur mehr einen ernsthaften Quarterback von der Relevanz entfernt?

Bei den Chicago Bears kann man über eine Huldigung für den ungeliebten Franchise-QB Jay Cutler nachdenken. Seit Cutler weg ist, sind die Bears zahnlos und in sämtlichen Rankings durchgereicht worden. Cutler, nicht Forté oder Hester, ist der MVP-Kandidat aus Windy City.


Damit zu den Playoff-Bildern, die heuer wirklich interessant sind, und ich gelobe, diesmal kein Detail zu übersehen.

AFC

Fix durch sind die Houston Texans (10-4), die aufgrund ihrer Schlappe gegen Carolina sich jedoch schwer tun werden, noch das Freilos für die erste Playoffrunde zu ergattern. New England (11-3) hat zwei Matchbälle für eben jenes Ticket und hat es mittlerweile sogar in der eigenen Hand, erneut den #1-Seed zu holen. Baltimore ist mit 10-4 aussichtsreichster Anwärter auf den #2-Seed, während die Steelers (10-4) aktuell nur den #5-Seed halten, bei entsprechenden Ergebnissen aber noch nach vorne an die #1 rutschen können.

Der #4-Seed wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an die AFC West gehen – und das Rennen hat nach dem vergangenen Wochenende wieder mächtig an Thrill gewonnen. Denvers Geerdete (8-6) führen die Division noch an, aber sowohl Oakland als auch San Diego (beide 7-7) sitzen im Nacken und auch die Chiefs (6-8) sind plötzlich wieder in der Lostrommel. Weil noch drei divisionsinterne Duell anstehen (KC-OAK/DEN-KC/OAK-SD) und der Spielplan entsprechend gestaltet ist, ist sogar das Szenario mit vier 8-8 Teams noch möglich. Beste Karten haben die Broncos, die als einzige ihr Schicksal in eigenen Händen halten und zwei „machbare“ Gegner bekommen (@BUF, KC).

Hammer-Szenario wäre natürlich am letzten Spieltag Denver vs. Kansas City aus Mile High, wenn es vielleicht im direkten Duell um bizarrste Konstellationen für den Gruppensieg geht. Tebow gegen Orton. Orton gegen die Fans.

Das Wildcard-Rennen um den Seed #6 wird noch eng. Die New York Jets (8-6) halten derzeit eine enge Führung über die Bengals (8-6).  Beide haben noch einen hinterhältigen verbleibenden Schedule mit NYG/@MIA (Jets) und ARI/BAL (Bengals). Aufgrund des einfacheren AFC-Gegners für die Jets dürfte Gang Green einen leichten Vorteil genießen.

Noch dazwischenfunken könnten die Tennessee Titans (7-7), selbst nach dem Knieschuss gegen Indianapolis. Es gibt auch noch gewagtere Szenarien, in denen ein Team aus der AFC West den sechsten Seed einfahren könnte. Nur über den – unwahrscheinlichen – Divisonssieg wird Kansas City durchrutschen.

NFC

Die Perfect Season der Packers ist zerschossen, doch mit 13-1 sind die Packers nur einen Erfolg vom #1-Seed entfernt, den ansonsten nur mehr San Francisco (11-3) holen kann. New Orleans (11-3) ist ebenso durch, hat noch Chancen auf das Freilos, kann aber auch noch den Divisionssieg verlieren.

Auch hier ist Seed #4 noch in der Luft respektive in der NFC East, und wir werden ein deutlich klareres Bild nach diesem Wochenende haben: Die Ergebnisse vom Woche 15 waren haargenau maßgeschneidert, dass die Eagles noch zucken. In der eigenen Hand hat es Philadelphia nicht mehr, aber wenn sie Dallas am Samstag schlagen und die Giants das Big Apple-Derby verlieren, herrscht Anarchie (in dem Fall würde ein eigener Sieg über WAS und ein NYG-Heimsieg über DAL zum Weiterkommen reichen). Das ist eines von vielen, vielen Szenarien. Bitte am Wochenende mit dem Sieb anrücken.

Die Wildcards sind gehen im Moment an Atlanta (9-5, noch @NO/TB) und Detroit (9-5, SD/@GB), wobei man davon ausgehen kann, dass die Falcons sich den einen notwendigen Sieg holen werden. Detroit hat sehr gute Karten, selbst mit zwei Niederlagen durchzurutschen: Man gewänne Tie-Breaker gegen Dallas und wohl Chicago und NY Giants. Den direkten Tie-Breaker gegen Arizona würde man wohl gewinnen, jenen gegen Seattle allerdings verlieren (NFC-Bilanz). Chicago zuckt nur noch, wenn es das Sunday Night Game in Green Bay gewinnen sollte. „Dreiköpfige“ Szenarien liefen auf kompliziertere Tie-Breaker hinaus.

NFL-Schau 2011/12, Week 13

Im Anschluss an die Rankings von Andy Goldschmidt der vergangenen Woche heute eine hausgemachte Schau auf die NFL nach Woche 13, mit Schwerpunkt auf die nicht standardisierte Berechnung der pythagoreischen Erwartung. Ich habe weitere, vor Jahren gebastelte, aber seit längerem nicht weiterentwickelte Kennzahlen im Haus, die ich für eine eigene Bewertung der NFL-Teams verwende.

Pythagoreische Bewertung nach Woche 13

W = Siege, PF = erzielte Punkte, PA = kassierte Punkte, % = relative Siegerwartung, E16 = Siegerwartung nach 16 Spielen, E12 = Siegerwartung nach Woche 13, +/- = Soll/Ist Vergleich nach Woche 13

W = Siege, PF = erzielte Punkte, PA = kassierte Punkte, % = relative Siegerwartung, E16 = Siegerwartung nach 16 Spielen, E12 = Siegerwartung nach Woche 13, +/- = Soll/Ist Vergleich nach Woche 13

Errechnet wurde die Tabelle mit dem Defense-freundlichen Wert von 2,637.

Die Pechvögel

Der Pechfisch. Die Miami Dolphins haben die Performance einer Mannschaft, die im Schnitt am Saisonende eine 9-7 Bilanz hinknallt. Aufgrund zahlreicher knapper und knappster Niederlagen aktuell aber nur eine verhältnismäßig mickrige 4-8 Bilanz und praktisch aus dem Playoffrennen eliminiert.

Die Minnesota Vikings liegen 1,8 Spiele hinter ihrer erwarteten Leistung zurück, die Philadelphia Eaglesein Team, dessen missratene Saison Bill Barnwell bei Grantland letztens analysiert hatte – sind 1,7 Spiele aktuell hinter ihrer Performance.

Dass Indianapolis (-1,5) und Carolina (-1,1) nicht vom Glück verfolgt sind, wussten wir bereits. Die Panthers schönen ihre Saisonbilanz mittlerweile mit Siegen über den Bodensatz (zuletzt gegen die Freeman-losen Buccs), während sich Indy munter gen Luck loost.

Die Glücksritter

Die Green Bay Packers sind 2,88 Siege über ihrer Erwartung. Klingt nach puren Glückskindern, aber wer ungeschlagen bleiben will, braucht „Glück“. Weil Green Bay nicht über die beste Abwehr verfügt, zieht es die Gesamtbilanz runter. Man muss dazu wissen, dass die pythagoreische Erwartung mit dem Faktor 2,637 die Wertigkeit einer starken Defense über die Wertigkeit einer starken Offense stellt – nach dem Motto „Defense wins nicht nur Championships, sondern auch mehr Games“ (deswegen haben die 49ers trotz schlechterem Spread die höhere Erwartung).

Mit bislang fünf Saisonsiegen sind die Chiefs massiv über ihrer Erwartung (+2,5) – der Hail Mary-Sieg über Chicago ist nur ein weiterer glücklicher Moment, der die Schwäche der Chiefs 2011/12 kaschiert.

Die Denver Broncos (+2,0) mit ihren Comeback-Erfolgen sind ebenso ein Kandidat, auf lange Sicht dem Phänomen „regression to the mean“ zu erliegen, zumal ich weiterhin nicht davon ausgehe, dass sich die Tebow-Offense auf lange Sicht durchlavieren kann. Was die Broncos besitzen: Eine starke Defense mit einem sehr guten Pass Rush.

Auch Oakland ist mit aktuell 7-5 besser da als es die Performance annehmen ließe (+1,9). Dreimal AFC West „overrated“ – ein Trend?

Divisionsschau Soll

Gemessen wird hier die Performance jeder der 32 Mannschaften nach drei Vierteln der Regular Season (die Diskrepanz von 255 Siegen in der Simulation zu 256 tatsächlich absolvierten kommt durch Auf- und Abrunden zustande). Wohl gemerkt: Performance. Keine Ist-Bilanz. Miami (zu weit drunter) und Kansas City (bereits drüber) können ihren Soll/Ist-Vergleich nur noch mit massiven Kantersiegen oder hohen Niederlagen erreichen.

AFC East
New England 12-4
NY Jets 9-7
Miami 9-7
Buffalo 7-9

Miami ist weniger weit davon entfernt, playoffwürdig zu sein als man es angesichts eines 0-7 Starts in die Saison und einer 4-8 Bilanz erwarten würde. Buffalo, das derzeit so waidwund wirkt, bringt über die Saison immer noch die Performance eines 7-9 Teams. Wie schrieb ich im Sommer? Miami = Playoff-Team, Buffalo = gut, aber nicht tief genug besetzt für die Post Season-Qualifikation.

AFC North
Baltimore 12-4
Pittsburgh 11-5
Cincinnati 9-7
Cleveland 5-11

Im Verhältnis zur aktuellen Saisonbilanz recht überraschungsfrei, oder?

AFC South
Houston 13-3
Tennessee 9-7
Jacksonville 4-12
Indianapolis 2-14

Die Indianapolis Colts sind bei aller Schlechtigkeit immer noch unter Wert geschlagen und nach Punkte-Erwartung sogar nur das zweitschlechteste Team in der NFL. Houston ist ein statistisches Phänomen, sah gegen Atlanta aber auch auf dem Spielfeld phasenweise hervorragend aus, und der junge QB T.J. Yates sah nicht aus wie ein verschreckter Gockel.

AFC West
San Diego 8-8
Oakland 7-9
Denver 7-9
Kansas City 3-13

Wie im Sommer vermutet, sind die Chiefs die mit Abstand schlechteste Mannschaft der AFC West. Denver freakt sich von knappem Comeback-Sieg zu knappem Comeback-Sieg, könnte sich in die Playoffs tebowtieren, wird die Saison höchstwahrscheinlich über der Erwartung abschließen. Alles in allem eine schwache Division, die Chargers bringen die einzige .500-würdige Leitung (point spread -2).

NFC East
Dallas 9-7
Philadelphia 8-8
NY Giants 7-9
Washington 6-10

Dallas wie im Sommer vermutet die beste Mannschaft einer durchschnittlichen NFC East. Philadelphia performt wie die zweitbeste Mannschaft, die Giants kollabieren mal wieder, Washington schlecht, aber nicht schlecht genug, um einen Top-5 Draftpick zu bekommen.

NFC North
Green Bay 12-4
Chicago 10-6
Detroit 10-6
Minnesota 5-11

Kleines Kuriosum in Sachen Packers: Die aktuelle Saison ist 12,4 Siege „wert“. Man rate mal, wie es in den letzten beiden Jahren ausgesehen hat? 2009/10 war man 11-5, aber mit Siegerwartung 12,2. Letztes Jahr gab es „nur“ 10-6, aber eine Sieg-Erwartung von leicht besseren 12,5 Siegen. Das nenne ich mal Konstanz! (Letztes Jahr verlor man alle sechs Spiele mit maximal 3 Punkten).

Die pythagoreische Erwartung ist trotz aller Probleme immer noch in Detroit und Chicago verknallt. Für beide dürfte es mit 10 Siegen in realiter eng werden – Lions schedulebedingt, Bears, weil ohne Passspiel und mit einem nicht fitten RB Forté.

NFC South
New Orleans 12-4
Atlanta 9-7
Carolina 7-9
Tampa Bay 4-12

Carolina liegt bei sieben Siegen ziemlich genau dort, wo ich sie im Sommer erwartet hatte. Allein, ich hatte die Defense deutlich besser und die Offense um QB Cam Newton klar schwächer eingestuft gehabt. Tampa hatte ich bei Spox ein 5-11 prophezeiht, da sind wir ebenso nicht weit von entfernt.

NFC West
San Francisco 13-3
Seattle 7-9
Arizona 7-9
St Louis 2-14

Man nehme den Ausreißer San Francisco raus (S.F. dank schwachem Schedule die #1 der Erwartung, ligaweit!) und die Division gleicht frappierend der „anderen“ West-Division. St Louis ist ein negativer Ausreißer, laut pythagoreischer Erwartung die schwächste Mannschaft in der gesamten NFL – die Rams hatten zu Saisonbeginn einen Mörder-Schedule, aber das erwartete „2-14“ ist damit allein nicht erklärt, zumal man nach zwei Siegen in 12 Partien sogar einen halben Sieg über der Erwartung liegt.

Sideline-Ranking

#1 Green Bay. Wackelt mit einer nicht überzeugenden Defense, aber QB Rodgers ist weiterhin auf Rekordkurs. Eine #1 mit Sternchen, denen ich noch nicht voll traue.

#2 Baltimore. Ich bin nahe dran, die Ravens an die Eins zu stufen, da ich die Defense für die mit Abstand beste in der Liga halte.

#3 New Orleans. Überzeugenster Pass-Angriff der NFL, der eine zeitweise suspekte Defense überdeckt.

#4 Houston. Da hält der Kubiak-Faktor dagegen, aber die Texans scheinen trotz Verletzungsmisere endlich der Ligaspitze anzugehören.

#5 Pittsburgh. Irgendetwas stimmt mit der Defense nicht, und auch die Offense um Roethlisberger ist wechselhafter als gewohnt: Verbrennt WR Wallace die Defense nicht mit 40yds-Catches, stottert Pittsburgh.

#6 New England. Die blasse Defense gefällt mir überhaupt nicht und hat im Gegensatz zu einer Unit wie New Orleans auch kaum potenzielle Playmaker.

#7 San Francisco. Die Stats sind da, aber durch den schwachen Schedule wird man den Wert der 49er-Bilanz nicht vor den Playoffs abschätzen können. QB Smith sorgt für zusätzliche Skepsis.

#8 N.Y. Jets. Alles deutet darauf hin, dass die Jets-Abwehr die zweitbeste der NFL ist. Aber solange der Angriff im kritischen Moment auf QB Sanchez angewiesen ist, bleibt Skepsis.

#9 Atlanta. Die Offensivvorstellung gegen Houston war dann doch eher enttäuschend, aber über die letzten Wochen schaute das Gesamtpaket bei den Falcons immer runder aus, die Offense begann, zu schnappen.

#10 N.Y. Giants. Die Trendkurve zeigt nach unten, aber die Mannschaft zuckt noch. Die Defensive Line bot dem variantenreichen Angriff Green Bays einen langen Grabenkampf, hielt aber

#11 Dallas. Hinreichend Fragezeichen bei den Cowboys, wobei mir die Secondary die meisten Sorgenfalten bereiten würde.

#12 Miami. Wenn ich die Dolphins-Defense dieser Tage mit jener vom September vergleiche: Das ist eine andere Unit geworden. Dazu kommt: Sie ist blutjung. Wenn der Angriff wenigstens ein bisschen kreativer wäre…

#13 Detroit. Der Angriff wird aufgrund der ewigen Shotgun-Formationen immer ausrechenbarer und die vielen Strafen steuern das Ihrige zum Misslingen bei. Der Schedule ist recht happig, aber das Wildcardrennen und Seed #6 könnten aufgrund der erbärmlichen Bears-Offense und, der schwachen NFC-Bilanz der Giants und des gewonnenen direkten Duells gegen die Cowboys aber trotzdem auf Seiten der Lions stehen.

#14 Cincinnati. Die Bengals zahlen gerade Lehrgeld, werden für kleinste Fehler gnadenlos abgestraft, sind aber voll im Playoffrennen: Mit St Louis und Arizona warten zwei schlagbare Gegner, aber dazu kommen mit Houston und Baltimore noch Hammer-Gegner.

#15 Tennessee. Ich traue mir noch kein endgültiges Urteil zu, aber am Sonntag werden wir schlauer sein. Dann spielen die Titans bei ESPNA gegen New Orleans. Und Tennessees Defense war heuer verdammt anfällig gegen Defenses mit mehr als zwei Playmakers, da sie in der Front Seven nicht genügend Druck gen Quarterback hinkriegt und gleichzeitig mehr als zwei Topspieler abdecken kann. (Achja, und Johnson…)

#16 San Diego. Die Eagles bleiben knapp außen vor. San Diegos QB Rivers hat abseits der vielen INTs großartige Zahlen.

NFL-Power Ranking 2011/12 nach Woche 12

Gleichermaßen zum Wochenausklang wie zum Einbiegen in die Saisonzielgerade hat der bloggende Physikstudent Andy Goldschmidt (footballissexbaby) sein NFL-Ranking nach Woche 13 für Sideline Reporter erstellt und kommentiert.


Einige Leser dieses Blogs sind ja auch schon über meinen Blog gestolpert und haben daher sicher schonmal was von Sagarin-Ratings und der pythagoreischen Erwartung gehört. Den anderen Neugierigen seien diese vier Artikel ans Herz gelegt:

Genug der Vorrede, auf zu den Ratings! Schauen wir uns doch mal die Situation an, die sich uns vor den letzten fünf Spieltagen präsentiert, einmal stärkemäßig und einmal alphabetisch sortiert:

Sortiert nach Mannschaftsstärke

Sortiert nach Mannschaftsstärke

Sortiert nach Alphabet

Sortiert nach Alphabet

Wie nicht anders zu erwarten sind die Green Bay Packers die ganz klaren Spitzenreiter. Die pythagoräische Erwartung von einem 13-3 Record lässt sich damit erklären, dass die Defense nicht besonders standhaft ist und einem Team mit einer weniger potenten Offense sicher einiges an Kopfschmerzen bereiten würde.

Auch am anderen Ende der Tabelle ist das Ergebnis wenig überraschend, die Indianapolis Colts sind ohne Peyton Manning schlecht und es würde wohl niemanden mehr überraschen, wenn sie die Saison sieglos beenden, auch wenn die pythagoreische Erwartung ihnen zwei Siege zutraut.

Die Colts sind immerhin nochmal ein ganzes Stück schlechter als ihre „Verfolger“. Die St. Louis Rams und die Kanas City Chiefs haben – obwohl beide selbst weit abgeschlagen – immerhin noch 5 Punkte Vorsprung auf die Colts. Das heißt in einem direkten Duell würde man einen Sieg mit 5 Punkten Plus-Minus Heimvorteil erwarten.

Im Verfolgerfeld der Packers gibt es keine ganz großen Überraschungen. Es fällt jedoch auf, dass die beiden North-Divisions sehr stark sind. Nach den Sagarin-Rankings würden die Baltimore Ravens die AFC North gewinnen und die Pittsburgh Steelers sowie die Cincinnati Bengals würden sich beide AFC-Wildcards krallen. In der NFC North sieht es ähnlich aus, die Packers gewännen die Division und die Detroit Lions und die Chicago Bears holen sich die Wildcard ab.

Es ist schon erstaunlich, wie stark die NFC North geworden ist, selbst das drittbeste Team hat ein besseres Rating als das Topteam der NFC East, die Dallas Cowboys. Das ist schon erstaunlich, wenn man berücksichtigt, dass die NFC East vor wenigen Jahren sicher die beste Division der Liga war. So schnell kann es in der NFL gehen!

Platz 2 bis 8 sind alle weniger als 3 Punkte voneinander getrennt, berücksichtigt man den Heimvorteil von 2,3 Punkten, so muss man sagen, dass sie fast gleich stark sind und man auch nach den Ratings keine sichere Aussage darüber treffen kann, wer sich denn nun einen Playoff-Platz wird sichern können. Sowohl in AFC als auch in der NFC wird es ein ganz heißes Rennen um die Wildcards geben, dass wohl wieder erst am letzten Spieltag entschieden wird.

Die Ratings sind leider wohl nicht genau genug, um jeden Playoff-Teilnehmer korrekt vorherzusagen, zumal am Ende viele Faktoren in die Playoffplatzvergabe reinspielen, nicht nur ein simpler Wert. Bei gleicher Siegbilanz entscheiden beispielsweise direkte Vergleiche etc. Das ist alles sehr schwer voll und ganz zu berücksichtigen, daher habe ich mich in meiner Betrachtung auf das Rating konzentriert und alle weiteren Erwägung außen vor gelassen.

Man darf auf alle Fälle gespannt sein, wie sich das Rennen in den nächsten 5 Wochen entwickelt. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt! Und manchmal ist es ja auch schön, wenn man mit der ein oder anderen Prognose mal daneben liegt.