Groove to the Super Bowl 2013

[23h45] Lange genug gegroovt. Die Frühstückstische für morgen sind auch alle gedeckt. Was folgt, ist der Umzug ins Wohnzimmer. Ich werde gleich das Liveblogging zum Spiel eröffnen.

Ein Stern mit Namen Kaepernick

[22h41] Neben Ray Lewis und dem Bruderduell lässt sich die größte Stoyline um diesen Superbowl um den Quarterback der San Francisco 49ers stricken: Colin Kaepernick. Kaepernick hat eine filmreife Vita hinter sich, als Mischlingskind zweier Teenager geboren und zur Adoption frei gegeben, von einem Ehepaar aufgenommen, dessen zwei jüngste Kinder wegen eines Gendefekts gestorben waren, mit denen nach Kalifornien umgezogen, als superber „Multisport“-Athlet nur ein einziges Div-IA/FBS-Stipendium angeboten bekommen. Kaepernick, der sich einst auch bei Boise State (erfolglos) beworben hatte, wurde im Nevada Wolfpack von Head Coach Chris Ault zu einer Legende im College Football, der Mann, der die Pistol-Offense revolutionierte.

Das beste Footballspiel des Colin Kaepernick im College erlebte ich mit wildesten Zahnschmerzen in den Morgenstunden des „Black Friday“ 2010, als Kaepernicks Wolfpack gemeinsam mit RB Vai Taua das wohl beste Team der Saison 2010/11, Boise State, in der zweiten Halbzeit in seine Einzelteile zerlegte und nach Brotzmans schon legendären Fehlkicks noch gewann. Es war die erste große Sternstunde des Colin Kaepernick.

Trotzdem: Nie hätte ich gedacht, dass der Mann sich in der NFL so schnell durchsetzen kann. Nie hätte ich überhaupt gedacht, dass er in der zweiten Runde gedraftet werden würde. Und dann, nach eineinhalb Jahren Reifeprozess so schnell einzuschlagen… bisher ungesehen. Kaepernick personifiziert so vieles, was man bisher nicht mit Quarterbacks assoziiert hatte, dass man ihm nur Erfolg wünschen kann, Stichwort Vorurteile einreißen.

[22h33] Die Bierpreise bei der Superbowl sind kaum mehr zu verantworten. Laut Paolo Bandini/Guardian mittlerweile bei $12 für eine Flasche, die mir nicht nach mehr als 0,50l ausschaut. Das Oktoberfest erstarrt in Ehrfurcht.

[22h20] Gerade aus dem Livestream der Sofa-QBs aufgeschnappt: Jim Harbaughs Sohn Jay coacht im Trainerstab der Ravens. Mit seinem Onkel. Gegen seinen Vater.

Radio an: Sofa-QBs aus München

[21h31] Sendung ist an.

[21h25] In wenigen Minuten soll es losgehen: Die Sofa-Quarterbacks werden live aus der Münchner TonHalle von der Superbowl-Party der Munich Cowboys & ESPN America auftreten. Andreas Renner/SKY wird moderieren, und ebenso dabei sein sollen u.a. Nicolas Martin/GFL-TV und Manfred Groitl/fantasy-football.de.

Live zu hören ist das Ganze hier: GFL-Radio.de.

Oder als MP3-Stream hier.

[20h53] Completely useless fact: Obama ist Linkshänder.

[20h43] Unsere Leser kennen die Clips ja mittlerweile [s. 15h00], aber trotzdem:

[20h38] Zirka eine Stunde noch bis zum Livestream der Sofa-QBs aus München. Über @sportradio360 und Facebook können noch Fragen geschickt werden.

Predictions für Superbowl XLVII

[20h31] Herrmann hat die taktische Seite schon im Detail erklärt [1] [2]. Herrmann tippt auf die 49ers:

Ich sehe die 49ers klar im Vorteil. Es gibt zu viele match-ups, die sie ausnutzen können. Das Laufspiel sollte rollen wie eh und je und zwischendurch kann mit Kaepernicks Raketenarm und Moss/Crabtree/Davis Baltimores Base-D auch tief attackiert werden. Es gibt aber einen wichtigen Punkt, der gerne übersehen wird: Kaepernick hat erst neun NFL-Starts und damit kaum Erfahrung. Die Ravens sollte die Hölle aus ihm blitzen, versuchen ihn zu dummen Entscheidungen zu zwingen und hoffen, daß er nicht ganz trocken im Super Bowl mit Pässen macht, was er gegen Green Bay mit Läufen gemacht hat

Seminole sieht es kurz und knackig anders:

Ich laufe gewiss nie Gefahr, zu tief in die Analyse-Pipette zu gucken. San Francisco ist besser, aber was heißt das schon? Die Ravens sind im Formhoch und sie haben die Abgebrühtheit, den jungen Colin Kaepernick in die Falle tappen zu lassen. Die Ravens werden beißen, sie werden kratzen. Sie werden gewinnen. Und zwar mit vier Punkten.

Ich will mich auch nicht um eine Mini-Vorschau drum herum drücken. Das ganze Jahr schon schreibe ich von der mittelmäßigen Qualität der Ravens und wie gut die 49ers schon unter Alex Smith waren und wie viel besser sie mit Colin Kaepernick sind. Das Power-Ranking, das fast 70% seiner Tipps richtig hinkriegt (und in den Playoffs bisher 7:3 ist), sieht dann auch heute einen Vorteil von 65:35 pro San Francisco 49ers (also fast 2:1).

Die San Francisco 49ers hatte ich im Sommer nichtmal als Playoffteam gesetzt gehabt. Um das nochmal zu begründen: 2011 war San Francisco ein Ausreißer gewesen, der gegen einen schwachen Schedule mit schwacher Offense (inexistentes Passspiel, schlechte Offense Line, unterdurchschnittliches Laufspiel), viel Turnoverglück und einem guten Record in engen Spielen eine 13-3 Saison hingelegt hatte. Das Team roch, nein, es schrie nach „Regression zur Mitte“.

Und die kam: Statt +28 nur noch +9 bei den Turnovers, statt 6-2 in engen Spielen nur mehr 2-1-1, statt 13-3 Siege nur mehr 11-4-1.  Was aber auch geschah: Die Mannschaft war um Welten besser. Eine plötzlich überragende Offensive Line. Ein vor allem in den ersten Wochen sensationelles Laufspiel. Ein effizienter QB Alex Smith. Die 49ers waren schon seit Anfang Oktober stets an #1 oder #2 im Power-Ranking gereiht. Sie hielten in der Folge einem außergewöhnlich schweren Schedule stand.

Umso mutiger fand ich den QB-Wechsel. Die Intention dahinter war stets klar: Noch mehr Explosivität. Aber eben auch mehr Risiko. Risiko, das Teams der Qualität der 49ers von 2012 üblicherweise nicht eingehen müssen. Harbaugh tat es, und er wurde belohnt. Kaepernick spielte zwar anfangs wechselhaft, aber der Angriff war noch potenter, unausrechenbarer.

Und noch etwas half: Verletzungsglück. Praktisch null Wechsel in der Offensive Line und bis auf die Zipperlein bei DE Justin Smith so gut wie keine Ausfälle in der Defense.

Die Ravens mauserten sich mit waidwunder Verteidigung, einer gewohnt unkonstanten Offense, teilweise sensationeller Special Teams und vielen unwahrscheinlich knappen Siegen (4th und 29, Baby!) durch und waren auch in den Playoffs nicht die Killer früherer Tage. Aber sie hingen wie Parasiten drin, sie warteten und schlagen dann zu, wenn es der Gegner erlaubte. Erst in der zweiten Halbzeit in New England war das eine über Beharrungsvermögen hinaus überzeugende Ravens-Vorstellung. Insgesamt war die Ravens-Truppe in den drei Playoffspielen ein „playoff-würdiges“ Kaliber, ein Team, das nach monatelanger Formkrise zeigte: Wir gehören hierher.

Jetzt also Superbowl 47.

Ich habe es während des Sofa-Quarterback Podcasts schon angedeutet: Ich erwarte kein überaus enges Spiel. Der Spread von nur 4.5 Punkten pro San Francisco (Opening Line) überrascht mich, denn ich halte die 49ers für weit klarer favorisiert. San Francisco ist fast durch die Bank qualitativ besser besetzt und auch mehrere Schlüsselmatchups dürften gut auf die Stärken und Schwächen der 49ers zugeschnitten sein. Wenn Kaepernick nicht plötzlich einfällt, dass er nun unter dem Lichte der Superbowl nervös werden sollte und seine Mannschaft mit einer Latte an Fumbles und Interceptions in die Scheiße reitet, sehe ich (erneut) wenig Chancen für die Ravens, dieses Spiel, diesen Titel zu gewinnen.

Wie im CL-Finale favorisiertes, überlegenes Rot gegen überaltertes, mittelarmes Blau/Lila. Damals gewann Blau. Diesmal gewinnt Rot.

San Francisco mit 10.

Rückblende 2002: Superbowl XXXVI

[18h39] New Orleans war Heimat von bisher sieben Superbowls (sechs davon im Superdome). Die bisher letzte fand vor elf Jahren dort statt: Als erstes Endspiel nach 9/11 von außergewöhnlichem Flair umweht. Beobachter erzählen noch heute von einem sehr bizarren Ambiente: Hardcore-Sicherheitseinrichtungen rund ums Stadion und alle Events, eine hektargroße US-Flagge vor dem Kickoff, so viele Tränen zur US-Hymne, dass der Mississippi zum Bergbach verblassen würde, eine noch heute als episch beschriebene Halftime-Show von U2, und überhaupt U-S-A überall. Da war es nur passend, dass mit dem lieblichen Underdog New England Patriots auch ein entsprechender Nobody in den Landesfarben blau-weiß-rot qualifiziert war, und als erste Superbowlmannschaft ever geschlossen als Team ins Stadion einlief – etwas, das sich seither als Standard etablierte.

Superbowl XXXVI war auch mein erstes Footballspiel. Beiläufig im Sportteil nach einem Skitag gelesen, dass da eine Geschichte David vs. Goliath anstand. Beim Überfliegen blieb ich stecken. Da gab es einen Namenskollegen, Tom Brady. Noch viel besser: Der andere Quarterback hieß Kurt Warner. Kurt Warner. Ein Name wie ein Donnerhall. Ein Amerikaner konnte „Kurt“ heißen! Kurt war wohl der Hauptgrund, weswegen ich mir die Partie gab. Nicht live. Ich war zu jung und musste nächsten Tach zur Schule. Also zeichnete ich die Übertragung des ORF auf.

Superbowl 36 war ein kleines Schlüsselerlebnis für mich, fesselnde Kommentierung, enges, umkämpftes Spiel. Punch, Gegenpunch, entschieden in der Schlusssekunde, mit gutem Ausgang für den krassen Außenseiter. Mein erstes Footballspiel. Und wie es so ist mit dem ersten Mal: Man vergisst es nicht.

Superbowl 36 gilt immer noch als legendär und eine der spannendsten der Superbowl-Geschichte, die Geburtsstunde der großen Patriots-Dynastie des letzten Jahrzehnts, aber sie kam im Laufe der Jahre auch in Verruf, da sich Belichick wohl im Vorfeld umstrittener Methoden (Stichwort: Spy Gate) bedient hatte. Es war gleichzeitig das vielleicht letzte Zucken der Greatest Show on Turf der Rams, die eine der markantesten Offenses mit etlichen Superstars spielten, aber Warner nur eineinhalb Jahre später wie eine heiße Semmel fallen ließen und in der Folge jahrelang in ein tiefes sportliches Loch fielen, aus dem sie jetzt noch nicht vollends wieder raus sind.

Ich sehe mir diese Superbowl 36 quasi als Einstimmung gerade im Archiv des NFL-Gamepass an, und es hätte Potenzial, mehrere Blogeinträge an Analyse zu füllen. Die U2-Halbzeitshow ist leider rausgeschnitten, aber ansonsten kommt die Atmosphäre gut rüber. In wenigen Minuten wird der legendäre Cokommentator John Madden einen seiner berühmtesten Sätze sagen:

And now with no timeouts I think that the Patriots with this field position you have to just run the clock out, you have to play for overtime now. I don’t think they wanna force anything here, you don’t want to do anything stupid because you have no timeouts and you are backed up.

Die Geschichte danach ist mir schon bekannt: Brady nimmt das Ei an der eigenen 17 mit 1:21 Minuten verbleibend auf, Spielstand 17-17, orchestriert ein Kurzpassgewichse über RB J.R. “blitz-Blocker” Redmond und WR Troy Brown, und Vinatieri kickt mit auslaufender (well, die letzten 2 Sekunden wurden den Rams gestohlen) das entscheidende Field Goal.

Retrospektiv muss man festhalten: Brady wurde MVP, aber ein waschechter MVP sieht anders aus. Brady warf zu 95% kurze Pässe, ließ die Receiver für die Yards arbeiten, machte nicht mehr als die sprichwörtliche Fehlervermeidung. Wenn schon aus dieser Mannschaft ein MVP, dann entweder in der Offense Troy Brown (6 Catches für 89yds ist aber keine MVP-verdächtige Stat-Line), oder, viel besser, ein Mann aus dem Defensive Backfield.

S #34 Tebucky Jones fällt raus, weil fürchterlich dilettantisch beim Ausgleichs-TD der Rams (und sein Fumble-TD wurde zurückgepfiffen). Der bekannte S #36 Lawyer Milloy fiel auch nicht auf. Bleiben CB #38 Otis Smith oder CB #24 Ty Law (Law returnierte eine INT zum TD) als richtige Kandidaten: Das WR-Duo Holt/Bruce mehr oder weniger komplett neutralisiert, Rams-Offense für weit über drei Viertel auf 3 Punkte gehalten.

Vielleicht werde ich mir das Spiel mal etwas genauer vornehmen. Heute ist nicht der Tag dafür.

NFL-Crush & Six Nations

[18h06] Auf Walter Reiterers neuester NFL-Seite „NFL-Crush“ gibt es eine Video-Preview: Crush-TV Volume 1, Superbowl Preview (Reiterer, Marko Markovic). Hatte Walter Reiterer Angst, dass es zu blendend wird, oder warum braucht man im Studio Sonnenbrillen? Ist aber auf alle Fälle gelungen.

[17h58] Die Italiener werden heute bei der Superbowl bestens gelaunt sein. Rugby-Italien gewinnt sein Auftaktspiel in den Six Nations 2013 gegen die Franzosen sensationell 23-18 trotz Unterzahl in den letzten Minuten. Man hielt den letzten Angriffen der Franzosen stand. Die Stimmung im italienischen TV und im Stadion ist überschwänglich. Soll erst der zweite Pflichtspielsieg ever über Frankreich gewesen sein.

[16h58] Jetzt wird auch an prominenterer Stelle gegroovt.

Sideline Reporter Drinking Game 2013

[16h52] Dieses Jahr also keine Uni-Klausur am Montag. Ergo kehrt das Drinking Game zu Sideline Reporter zurück. Die erforderlichen Zutaten sind:

  • Bier (Pils)
  • Weißbier
  • Schnaps in Form von Shots (Wahl des Getränks bleibt frei; Klarer ist erlaubt)

Nur in begründeten Ausnahmefällen sind Ausnahmen erlaubt (z.B. wer kein Weißbier lagernd hat darf sich am Pils probieren). Die Regeln, je nachdem auf welchem Kanal Sie die Partie gucken, sind folgende:

Ein Schluck Pils

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Superbowl 47“ (in Worten: Superbowl siebenundvierzig) sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Harbaugh“ sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „HarBowl“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Phil Simms „talked about“ sagt

Ein Schluck Weißbier

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator sagt, die 49ers haben noch keinen Superbowl verloren
  • Jedes Mal, wenn der Kameraschwenk auf Harbaughs Dad geht
  • Jedes Mal, wenn „Joe Flacco“ und „Elite“ im selben Atemzug genannt werden
  • Jedes Mal, wenn „Ray Lewis“ und „Hall of Fame“ im selben Atemzug genannt werden
  • Jedes Mal, wenn Joe Theisman „really nice play“ sagt

Ein Shot

  • Für Münzwurf HEADS
  • Für Münzwurf TAILS
  • Für jede Nennung des Rücktritts von Ray Lewis
  • Für jede Nennung der Motivationskünste von Ray Lewis
  • Für jeden Turnover
  • Für jeden Punt
  • Für jede Einblendung von Alex Smith am Seitenrand
  • Pro Overtime (für die erste einen, für die zweite zwei, usw.)
  • Jedes Mal, wenn Kaepernick bei der „read-option“ den Ball selbst behält
  • Für jeden Sack für oder gegen einen Spieler mit Nachnamen Smith
  • Für jedes verkickte Field Goal
  • Wenn die 49ers gewinnen.
  • Wenn ein QB MVP wird

Zwei Shots

  • Wenn die Hymne über 100 Sekunden dauert
  • Jedes Mal, wenn die Kamera auf die Bourbon Street gerichtet ist
  • Jedes Mal, wenn Jim Caldwell im Bild ist
  • Für jedes geglückte Field Goal von David Akers.
  • Wenn die Ravens gewinnen.
  • Wenn kein QB MVP wird

Drei Shots

  • Für jede unterlaubte Challenge (vulgo „für jeden Schwartz“)
  • Für jeden Harbaugh beim Siegerinterview

Vier Shots

  • Für jeden Textfehler in der Hymne von Alicia Keys
  • Für jeden Stromausfall in der Halftime Show

Pils auf Ex

  • Jedes Mal, wenn Sie grad vom Kotzen aus dem Klo kommen

Weißbier auf Ex

  • Wenn Colin Kaepernick vor dem letzten Drive für Alex Smith gebencht wird

Prost.

Jürgen Kalwa bei DRadio Wissen

[16h03] Der in New York lebende Journalist „King“ Jürgen Kalwa gilt als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des US-Sports. Kalwa hat in einem sechsminütigen Segment bei DRadio Wissen über die Superbowl und das Problem der Gehirnerschütterungen referiert. Mit dabei auch O-Töne der deutschen NFL-Hoffnungen Kuhn/Werner, die bedenklich wenig Empathie für ihre Hirnkästen aufbringen.

DRadio Wissen: Verstecktes Trauma.

Die Gesichter des Superbowls 2013

[15h43] Superbowl-Vorschau for people who don’t know football (2013 edition):

Flacco

Then again, despite his physical gifts, Joe has never appeared to be elite. His high school team never had a winning record. His college team, the Delaware Blue Hens, didn’t even make him a captain (and quarterbacks are almost always captains). In the practices for the 2008 Senior Bowl, he showed all the talent in the world, but in his NFL career he has the tendency to completely disappear. With the exception of week 14 against the Redskins, Joe’s road record in 2012 was like seven incontinent toddlers in a bounce house.

Ray Lewis

After his acquittal, he immediately helped lead his team to the Super Bowl in 2001, so being a suspect in a yet-unsolved (and still unsolved) murder didn’t slow him down much. Ray has also since found Jesus in a serious way, fathered six kids with four different women, starred in some surreal Right Guard commercials, played video games on TV with Paul Rudd, and been a famously emotive linebacker for the same team his entire career.

Justin Smith

He’s known in the NFL as “Cowboy,” and not because he likes country music or calls every pair of shoes “shitkickers” or says things like “Cowboy Up!” when he’s in the cereal aisle. He grew up on a 1400-acre cattle farm in rural Missouri, spent his entire life doing the hard work of raising Hereford truebred cattle, and when he wasn’t lifting hay bales, he was in the gym, lifting weights. It’s where he met his wife, then a varsity long-distance runner, in college.

Und weiter mit Kaepernick, dem Maler Vernon Davis und Brendon Ayandeb…. Ady… Ayandadejo („The Activist“). Kann man sich schon mal zu Gemüte führen.

Super Bowl Ads: Früher und heute

[15h00] (Achtung, die Superbowl-Ads von heute Nacht werden gespoilert!)

Die Superbowl-Werbeclips in den Staaten sind legendär kostspielig. CBS wird heute Nacht wohl zum ersten Mal die Schallmauer von $4 Mio. pro 30sek Werbezeit knacken. Viele der Clips aufgrund ihrer Originalität in die Popkultur ein. Ein paar sehr gute Momente gibt es nachfolgend im eingebetteten Video zu sehen.

Einer meiner ganz großen Favoriten ist bei allem Pathos-Gehabe immer noch der Budweiser-Tribut an 9/11:

Budweiser wird heute nach Forbes-Informationen folgenden Clip zeigen:

Überhaupt: Bei Youtube ist schon eine Videostrecke für die heutigen Superbowl-Werbungen geschaltet: Superbowl Commercials 2013.

Im NFL-Gamepass soll auf alle Fälle die CBS-übertragung laufen. Ich nehme an, mit Werbung.

Louisiana Superdome

Der abgedeckte Superdome wurde zum Symbol für New Orleans und Katrina

Der abgedeckte Superdome wurde zum Symbol für New Orleans und Katrina

[14h37] So sehr Football Freiluftsport ist und mir die Hallenatmosphäre widerstrebt, so sehr mag ich den „Mercedes-Benz“ Louisina Superdome als einzige NFL-Halle. Er ist eine architektonische Meisterleistung. Mitte der 70er Jahre in einem spektkulären Projekt auf Stelzen in die Sümpfe des Mississippi-Deltas gebaut, hatte er jahrzehntelang die weltweit größte Kuppel und das Stadion mit dem besten Namen weltweit.

Über die Landesgrenzen hinaus berühmt geworden ist die Halle durch den Hurrikan Katrina anno 2005, als sie als Unterkunft für tausende Obdachlose fungierte. Die halb abgedeckte weiße Kuppel des Superdomes wurde zum Symbol der Stadt und ihrem Katastrophenmanagement.

Im Sport ist die Halle seit fast 40 Jahren Heimat der New Orleans Saints und des Sugar Bowls um die Neujahrstage, und war auch mehrmals Austragungsorts für Super Bowls, meistens wie es der Zufall wollte, als die Patriots sich dafür qualifizierten. Der Bau gilt für heutige Verhältnisse nicht mehr als state of the art, dürfte aber aufgrund der Symbolik fürs Erste unangetastet bleiben.

Dixie zum Begräbnis

[13h28] Als Musikant war New Orleans für mich stets für seine Begräbniskultur und deren Verlinkung hinein in die Musikszene bekannt. Man muss sich das so vorstellen: Die Stadt liegt im Mississippi-Delta, teilweise unterhalb des Meeresspiegels in sumpfähnlichen Gebieten. Aufgrund der schieren Feuchtigkeit in den Böden können die Toten nicht in Friedhöfen begraben werden, da durch den Verwesungsprozess Seuchen drohen würden. Man schuf also im Lauf der Jahrhunderte sogenannte „Totenstädte“, Mausoleen zur Bestattung der Toten. Passend zu diesen eher unüblichen Orten der letzten Ruhe entstanden ganz eigene Begräbnis-Rituale.

Langsame, mollige Choräle auf dem Weg in die Totenstadt, aber nach der Verabschiedung der Gestorbenen geht es mit der „Second Line“ (z.B. Schaulustige) rund: Weltlicher Dixie, Tänze, s’Leben geht weiter. Bekannt dürfte diese sogenannte „Jazz-Beerdigung“ vielen Fans von James Bond aus dem Filmklassiker „Leben und sterben lassen“ sein:

Der gespielte Choral ist in diesem Falle Just A Closer Walk with Thee, das weltliche Stück danach der Second Line March (auch: Joe Avery’s Piece).

Zwischenstation New Orleans

[12h01] Ein Freund tourt gerade mit seiner Künftigen durch die Welt. Eine der Stationen war im Spätsommer New Orleans. Sein Fazit: Die Stadt ist immer noch heruntergekommen, halb verfallen, vor allem die Altstadt („French Quarter“); superbes Essen, aber nachts eher exklusives Volk auf den Straßen: Besoffene, Nutten und viele Junggesellenabschiede. Die Stripclubs („Barely Legal Hustler Club“) in der Bourbon Street sind wohl nicht zu übersehen… von den früher so üblichen Ausritten einiger Superbowl-Spieler in den Tagen vor dem Großen Spiel war diese Woche aber wenig zu hören.

Zu einem jüngeren Gewerbe: Der Fotographie. Impressionen aus New Orleans, original und ©Alexander Lechner.

Auf dem Weg nach New Orleans: Autobahn in gewohnter US-Qualität - ©Alexander Lechner

Auf dem Weg nach New Orleans: Autobahn in gewohnter US-Qualität – ©Alexander Lechner

Ze Sümpfe vor den Toren von New Orleans - ©Alexander Lechner

Ze Sümpfe vor den Toren von New Orleans – ©Alexander Lechner

Central Business District und unser Superdome im Sichtfeld - ©Alexander Lechner

Central Business District und unser Superdome im Sichtfeld – ©Alexander Lechner

Die Warnung voraus - ©Alexander Lechner

Die Warnung voraus – ©Alexander Lechner

French Quarter - ©Alexander Lechner

French Quarter – ©Alexander Lechner

Auch am berühmten Napoleon House in der Chartres Street sind die Spätfolgen von Katrina unübersehbar - ©Alexander Lechner

Auch am berühmten Napoleon House in der Chartres Street sind die Spätfolgen von Katrina unübersehbar – ©Alexander Lechner

Jackson Square an der Chartres Strees unweit des Mississippi - ©Alexander Lechner

Jackson Square an der Chartres Strees unweit des Mississippi – ©Alexander Lechner

Der Reiter - ©Alexander Lechner

Der Reiter – ©Alexander Lechner

Eine Straße von Bourbon entfernt - Hotel Chateau LeMoyne - ©Alexander Lechner

Eine Straße von Bourbon entfernt – Hotel Chateau LeMoyne – ©Alexander Lechner

Und schließlich: Lecker Futter - ©Alexander Lechner

Und schließlich: Lecker Futter – ©Alexander Lechner

Bissl mehr zu sehen gibt es im Original-Blogeintrag der Reisenden.  Geschrieben Wort auf Blatt „Grand Tour 2012“ wird dann im Eigenverlag erscheinen – maybe.

Katrina

[08h55] Bei diesem Superbowl 2013 kann man nicht am Hurrikan Katrina aus dem Sommer 2005 vorbeischauen. Die Bilder von mehreren komplett überfluteten Stadtteilen waren ebenso beeindruckend wie bedrückend und der Gedanke, dass ein Ort mit mehr als 400.000 Einwohnern quasi über Nacht zur Geisterstadt mutieren kann, ist immer noch gespenstisch.

Katrina war mehr als eine Naturkatastrophe. Katrina legte auch offen, wie unterdimensioniert die Schutzwalle für New Orleans waren (man bedenke, dass die Stadt zum Teil meterweit unter Meeresspiegel bzw. unter Spiegel des nahen Lake Pontchatrain liegt) und wie ineffektiv Teilprojekte ohne ein ausgefeiltes Gesamtsystem (wieder: es gab kein ganzheitliches Schutzwallsystem) sein können. Und Katrina war schließlich auch die Gelegenheit zu einem Diskurs über Rassen und soziale Klassen, nachdem New Orleans wie so viele amerikanische Städte massive Probleme mit Suburbanisierung hat, die während der Evakuation vor aller Welt zu Tage traten.

In jeder Katastrophe steckt die Möglichkeit, ohne tagtägliche politische Grabenkämpfe an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Katrina bot in New Orleans auch neue Möglichkeiten. Die technischen und logistischen Herausforderungen, die der Wiederaufbau eines Dammsystems stellte (aber auch bot), habe ich erst im Rahmen meines Studiums abzuschätzen gelernt. Anbei ein anschauliches Video, wie das in New Orleans von Statten ging und noch immer geht:

Diverse andere Probleme bleiben. Die Stadt sinkt im Sumpf des Mississippi-Deltas weiter leicht ab und weil viele, Obdachlose, aber auch „normale“ Familien, nicht mehr nach New Orleans zurückkehrten, liegen weite Teile brach. Gleich mehrere Stadtviertel sind immer noch trostlos und verfallen.

Die Superbowl XLVII wird heute im symbolträchtigen Superdome ausgespielt, der für mehrere hundert Millionen Dollar saniert wurde, und sie wird allein an diesem Wochenende eine geschätzte halbe Milliarde Umsatz in der Stadt generieren.

MVP-Wahlen 2013

[08h17] Neben der Hall of Fame wurden heute Nacht auch die NFL-Awards 2012/13 bekannt gegeben:

  • NFL MVP: RB Adrian Peterson/Vikings. Dass ich es für Unsinn halte, einen Running Back zum MVP zu wählen, muss ich nicht mehr wiederholen. Aber der größte Eckpunkt einer 10-6 Mannschaft scheint wichtiger zu sein als noch viel eckigere Eckpunkte von 13-3 oder 12-4 Teams. Das Wildcard-Playoffspiel war Beweis genug.
  • Offensivspielers des Jahres: Peterson. Gab dieses Jahr eine Serie an möglichen Kandidaten, aber Peterson mit seinem fast-Rekord kann man an dieser Stelle verteidigen.
  • Defensivspieler des Jahres: DE J.J. Watt/Texans. Stand nie zur Diskussion.
  • Offensivrookie des Jahres: RG3. RG3 > Luck > Wilson: Den Sieger würde ich dieses Jahr unterschreiben.
  • Defensivrookie des Jahres: LB Luke Kuechly/Panthers.
  • Comeback des Jahres: QB Peyton Manning/Broncos. Der andere Kandidat wäre Peterson gewesen. Scheint so was wie ein Ausgleich für die MVP-Ungerechtigkeit zu sein.
  • Coach des Jahres: Bruce Arians/Colts. War klar, dass Arians den Pokal kriegen würde, aber ich stimme trotzdem nicht zu. Eine Mannschaft mit Grotten-Record mittelmäßig zu machen ist eine kleinere Errungenschaft als ein mittelmäßiges Team zu einem Killer zu machen. Insofern wären Jim Harbaugh oder Carroll bessere Wahlen gewesen.

Die unsrigen Wahlen gab es schon vor einem Monat.

Hall of Fame Class 2013

[07h15] Die Hall-of-Fame-Class im Football ist dieses Jahr sieben Mann stark und damit sieben Mann stärker als jene im Baseball. Kurz die Gewählten, denen dann im Sommer in Canton/OH eine Büste aufgestellt wird:

  • Bill Parcells, Headcoach. Parcells war so was wie ein Obermufti, der von Franchise zu Franchise zog, aus Trümmern eine akzeptable Mannschaft bastelte, aber dann stets vor Vertragsende keine Lust mehr hatte und den Brocken hinwarf. In den 80ern holte er mit den Giants zwei Superbowls, ging dann nach New England, schnitzte dort aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb von drei Jahren einen Superbowl-Teilnehmer, ging zu den Jets, formte aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb von zwei Jahren einen AFC-Finalisten, schmiss alles hin, ging zu den kränkelnden Cowboys, führte diese in die Playoffs zurück, hörte auf, ging als Sanierer und GM nach Miami, machte aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb eines Jahres den vermutlich einzigen Divisionssieger in der AFC East dieses Jahrzehnt, der nicht New England hieß. Parcells’ bekanntestes Statement („you are what your record indicates“) zeigt bedenklich viel Ignoranz für die vielen Zufälle in der NFL. Auf der anderen Seite ist sein Trainer-Baum riesig, u.a. mit dem Lieblingsschüler Belichick.
  • Larry Allen, Guard. Von Allen zu „stärkster Mann unter der Sonne“ war der Sprung nie der größte. Allen ist in gleich zwei Teams des Jahrzehnts (90er und 2000er Jahre).
  • Jonathan Ogden, Left Tackle. Galt als bester Offense Tackle seiner Zeit (1996 bei den Ravens gedraftet, 2000/01 Superbowl-Champ). Man fragte sich bei der Qualität der Quarterbacks in Baltimore bloß, wen beschützte der Mann eigentlich?
  • Cris Carter, Wide Receiver. Wie viele Jahre war die Rage in den Medien nun groß, dass Carter mal wieder am Cut gescheitert war? Zehn Jahre? Fünfzehn? Carter ist einer der drei oder vier Leute mit den moisten Catches in der Geschichte, und es wurde überfällig, ihn in die Hall of Fame zu wählen, da in wenigen Jahren eine Flut an Receivern und Tight Ends mit großartigen Stats anklopfen wird.
  • Warren Sapp, Großmaul. Sapp war knapp vor meiner Zeit ein dominanter Defensive Tackle bei den Buccs, und mehr: Er war neben Derrick Brooks das Gesicht der Buccs. Das klingt erstmal nach wenig, aber die Buccs galten in den zwei Jahrzehnten vor Sapp und Brooks als eines der schlechtesten Teams der US-Sporthistorie. 2002/03 gewannen sie den Superbowl. Danach verdingte sich Sapp zum Karriereausklang bei den Raiders und mutierte in den letzten Jahren bis zu seinem finanziellen Ruin zum Studio-Pundit.
  • Curley Culp, Defensive Tackle und Dave Robinson, Linebacker sind die beiden „Senior Inductees“. Spielten, als das Farbfernsehen zu laufen begann.

Am finalen Cut gescheitert sind u.a. WR Andre Reed (Bills), RB Jerome Bettis („The Bus“, Colts/Steelers), DE Michael Strahan („Die Zahnlücke“, Giants) und DE Charley Haley („ein Ring für jeden Finger“, 49ers/Cowboys). Auch der Wandervogel DB Aeneas Williams und WR Tim „mein Coach ist ein Arschloch“ Brown sind nicht dabei. Zwei namhafte Owner – beide mit Verbindungen zu den heutigen Superbowl-Teilnehmern – sind auch durchgefallen, und man vermutet, dass bei beiden die „Skandale“ eine große Rolle gespielt haben: Art Modell (Browns/Ravens, der wie oft diskutiert die Browns aus Cleveland abzog) posthum, und Eddie DeBartolo (49ers, war in einen Schmiergeldskandal verwickelt).

Am Morgen vor der langen Nacht

[07h00] Diese Saison ging an die Grenzen. Ich sah dank Gamepass so viele Spiele wie noch nie, aber die condensed-Option raubte mir auch den Thrill der Nacht, die Seele des Spiels. Es war notwendig. Ich hatte wenig Zeit. Job und Vereinsleben fraßen mich auf. Qualität und Tiefe der Artikel auf diesem Blog litten. Ganze Themenbereiche musste ich komplett undiskutiert lassen. Eine Flut an eMail-Anfragen ignorieren. Manchmal antwortete ich wenigstens vertröstend. Häufig nicht. Das tut mir leid. Aber wenn die Seite wächst, wächst die Arbeit. Wenn sie über den Kopf wächst, muss einer dran glauben. In diesem Fall das Blog. Am heutigen Superbowl-Sunday steht bis auf ein paar Stunden auf der Skipiste aber nix zwischen uns und der Superbowl. Siebzehneinhalb Stunden bis zum Kickoff, Baby.

Hart, aber fair: Die Baltimore Ravens am Ende einer Epoche

Superbowl 47 ist auch ein Kampf der Kulturen. Das von Kriminalität und Gentrifizierung gebeutelte Baltimore gegen das weltoffene San Francisco, mit den Eliteschulen Stanford und Cal und Silicon Valley in unmittelbarer oder mittelbarer Nähe. Die sehr lauten, aggressiven Ravens gegen die eleganten, charmanten 49ers – ein Aufeinandertreffen zweier Welten. Ein Zweiteiler, der sich mit den Eigenheiten der beiden Superbowl-Teilnehmer 2012/13 auseinander setzt. Heute: Die Ravens.

Wer erst seit ein paar Jahren Football verfolgt, möchte kaum glauben, dass es sich bei den Baltimore Ravens um die drittjüngste NFL-Franchise handelt, noch keine 20 Jahre alt. Aber während andere Neulinge wie Jacksonville oder Houston noch am Erstellen von Identifikationspunkten werkeln, weiß bei den Baltimore Ravens jeder per sofort, worum es geht.

Physische Defense. Laut. Testosterongeladen. Harte Hits.

Niemand verkörpert diese Baltimore Ravens besser als der Mann mit der #52, Linebacker Ray Lewis. Lewis, in den 90ern von der University of Miami („The U“) kommend gedraftet worden, passt wie die Faust aufs Auge auf beschriebene Attribute. Besser umgekehrt: Lewis dürfte der wichtigste Grund sein, dass wir heute über jene Attribute schreiben. Lewis war alles: Superbowl-MVP, Defensiv-MVP, Motivator, Mordverdächtiger. Es gibt kaum einen Spieler in der NFL-Geschichte, der enger mit dem Image seiner Mannschaft verknüpft ist als Ray Lewis.

Lewis wurde rein zufällig auch im ersten Jahr des Bestehens der Ravens gedraftet. Das war 1996. Und wie es zu einer zwielichtigen Stadt mit so eigenen Charakteren so passt, war die Teamgründung nicht ohne Kontroversen abgelaufen. Wir haben schon mehrmals abgehandelt, wie es genau ablief, deswegen nur noch die Kurzfassung.

Baltimore hatte in der Urzeit des Football mit seinen heiß geliebten Colts, Superbowlsieger 1970, und dem mystischen QB Johnny Unitas, ein gefürchtetes und landesweit bekanntes Team gehabt, das Mitte der 80er über Nacht an das seelenlose Indianapolis verloren wurde („Mayflower-Transit“). Trotz vieler Versprechen der NFL dauerte es über ein Jahrzehnt, bis die Schweinehaut nach Baltimore zurückkehrte.

Ende 1995 sorgte der Owner der Cleveland Browns, auch so ein geschichtsträchtiges Team, Art Modell, für einen Skandal, als er mitten in der Saison ankündigte, mit seiner Franchise nach Baltimore umzuziehen. Nach Protesten und Klagen musste Modell den Franchise-Namen „Browns“ in Cleveland lassen, durfte aber mitsamt der kompletten Angestelltenschaft schließlich übersiedeln.

Es entstand ein „neues“ Team, eine neue Franchise mit neuer Geschichte: Die Ravens, benannt nach einer poetischen Figur des Dichters Edgar Allen Poe, der in Baltimore begraben liegt („und es sprach der Rabe Nimmermehr“).

Die Ravens schienen die Pechmarie in Cleveland gelassen zu haben, und Modell beförderte schnell einen ehemaligen NFL-Profi, den schwarzen Ozzie Newsome, zum GM. Newsome machte sich einen Namen als exzellenter Draft-Stratege, und punktete gleich im besagten ersten Versuch (1996) doppelt, holte mit Lewis und OT Jonathan Ogden zwei fast sichere künftige Hall of Famer.

Nach wechselhaften Anfangsjahren verpflichtete Newsome im Jänner 1999 schließlich den Offensive Coordinator der rekordträchtigen Minnesota Vikings, Brian Billick, und weil man alles so schön planen kann, mutierten die Ravens fast über Nacht zur Defensivmaschine galore.

Die NFL-Saison 2000/01 hat bis heute und darüber hinaus etwas Freakiges, etwas, das es kaum jemals wieder geben wird. Der eine Satz wurde auf die Grausamste bestätigt: Defense wins Championships. An alle Pundits: Der Satz ist verbraucht. Er ist auf ewig reserviert für die Ravens 2000/01, die es tatsächlich schafften, nahezu ohne Offense die Superbowl zu gewinnen (bzw. mit nicht mehr als parasitärer, „effizienter“ Offense).

Über ein Monat Durchlavieren ohne Touchdown durch die Offense. 165 zugelassene Punkte in der kompletten Regular Season. Am Ende ein Kantersieg in einem Puntfestival (nicht Punktfestival), das sich selbst mit US-Hypemaschine nur schwer als „Superbowl 35“ verkaufen ließ. MVP wurde, natürlich, Ray Lewis, kein Jahr, nachdem er in einem bizarren Doppelmordfall nur wegen unsicherer Beweislage freigesprochen worden war.

So ging es unter Billick weiter, Herbst für Herbst. Spektakuläre Tackles, blaue Flecken, aber kein Quarterback und keine Offense. Man war gut genug, um mit 9-7 oder 10-6 in die Playoffs zu kommen, flog dort aber meistens schnell wieder raus. Bis Billick schließlich Anfang 2008 gefeuert wurde und durch John Harbaugh, ein unbeschriebenes Blatt aus den Tiefen des Trainerstabs der Philadelphia Eagles, ersetzt wurde.

Harbaugh griff gleich im ersten Draft, 2008, nach einem Quarterback, der einst in der Stadt des größten Rivalen, Pittsburgh, am College gescheitert war, und sich dann in der Niederungen der Div-IAA/FCS ein paar Meilen weiter nördlich in Delaware seine Sporen verdient hatte: Joe Flacco.

Flacco war nie der beständigste, aber mit ihm war die Offense gut genug, um die Ravens vom Level des reinen Wildcard-Teams zu einem alljährlichen Superbowl-Anwärter zu heben. Prachtstück blieb die Defense um ihre nichts anderes als fantastischen Einzelspieler: Lewis. DT Haloti Ngata. OLB Terrell Suggs. Und der allerbeste von allen, Free Safety Ed Reed, ein Freelancer, der die Anforderungen an seine Position neu schrieb.

Im Kern sind die Ravens 2012/13 noch immer defensivorientiert, aber dank Flacco gibt es einen zumindest akzeptablen Angriff, der die langsam zerbröckelnde Defense auffangen kann. Dort sind die Herren alt geworden. Mit Ray Lewis wird sich der erste am Sonntag verabschieden. Reed kokettierte auch schon des Öfteren mit der Footballrente.

Superbowl 47 könnte das letzte Halali der Baltimore Ravens, wie man sie kennen und fürchten gelernt hat, werden.

Conference Championships 2013 – Nachklapp

Mit den Baltimore Ravens ist also tatsächlich der vermeintlich größte Außenseiter in die Superbowl eingezogen. Die Ravens, im Power-Ranking immer noch in der unteren Hälfte der Liga klassiert, profitierten diesmal nicht von einem gurkigen Gegner (wie in den Wildcard Playoffs) oder einem Freakspiel (Denver), sondern stellten tatsächlich die beste NFL-Offense komplett kalt. Okay, vielleicht nicht „komplett“, aber es reichte, um mit ein paar glücklichen Turnovers und gegnerischen Drops im rechten Moment (Welker), und vor allem einer richtig, richtig guten zweiten Halbzeit in Foxboro zu bestehen. Weiterlesen

Preview AFC Championship Game: Ravens@Patriots

Wie gestern auch: Fokus auf drei match ups von mir. Morgen dann das big picture von korsakoff zum AFC Championship Game zwischen den New England Patriots und den Baltimore Ravens.

Pats No-Huddle-O vs Ravens Veteranen

Ray Lewis, Ed Reed, Terrell Suggs und Haloti Ngata haben zusammen schon 56 Playoff-Spiele auf dem Buckel. Diese vier leadersbtw: gibt es eine andere Defense auf dieser Welt, die vier Anführer dieser Kategorie hat? – haben alles schon gesehen. Ja, sie sind alt und angeschlagen und keiner der Vier hat mehr (oder auch: noch nicht wieder) das Niveau, das sie auf den Höhepunkten ihrer Karriere hatten. Schonmal gar nicht athletisch.

Aber das genickbrechende Element der warp speed Patriots-Offense ist nicht die Geschwindigkeit an sich, sondern die Geschwindigkeit im Kopf. Das war letzte Woche gegen Houston sehr schön zu beobachten. Kein Linienspieler der Patrios war schneller als J.J. Watt; ein TE Hoomanawanui ist eine Schildkröte gegen die Texans-LBs; ein Solder, Vollmer oder Mankins sind nicht schneller als Connor Barwin oder Whitney Mercilus.

Nur: während Houstons Defense noch Hühnerhaufen gespielt und wild rumgegackert hat, wer denn jetzt was machen sollen, kam der Snap und bevor Houston wußte, was gerade passiert, war alles auch schon wieder vorbei. Besonders eklatant war das in der redzone. Dreimal ist ein Patriot untouched in die Endzone gelaufen. Brady hat es geschafft, jedesmal, wenn die Patriots die redzone erreicht haben, noch schneller den Spielzug anzusagen und den Snap zu bekommen. Houstons D war einfach zu jung und unerfahren.

Den Ravens mit so viel Erfahrung sollte das zumindest nicht so oft passieren, sie können durch ihre Erfahrung und Abgewichstheit auch bei chaotischer Lichtgeschwindigkeit kühlen Kopf bewahren und bei schnellen Snaps eine funktionierende Defense spielen. Ganz verhindern kann man einzelne breakdowns gegen Tom Bradys no-huddle nicht. Aber sie sollten es zumindest schaffen, sich nicht überfahren zu lassen wie die Texans letzte Woche.

Boldin/Smith vs Talib/Dennard

Für die meisten Mannschaften ist Torrey Smith der Nr.1 WR der Ravens. So war es auch letzte Woche als Champ Bailey ihn das gesamte Spiel über in Manndeckung hatte. Bei den Patriots verteidigt für gewöhnlich Aquib Talib die Nr.1 Das sollte auch kein allzu großes Problem sein. Smith wird auch gegen Talib seine Bälle fangen, aber es ist ein Duell auf Augenhöhe. Das würde aber bedeuten, daß sich Alfonzo Dennard um Anquan Boldin kümmern müßte. Das ist kein fürchterlich krasses mismatch, aber immerhin ist Dennard 10cm kleiner und 10kg leichter als Boldin. Boldin kann seinen kräftigen Körper auch geschickt einsetzen und mit seinen starken Händen auch schwierigste Bälle fangen.

Kann. Macht er aber nicht immer. Ich glaube, daß Boldin der x factor in diesem Spiel sein wird. Vielleicht werden die Pats auch den ebenso großen Talib gegen ihn stellen. Wie auch immer: wenn New England Smith wie den Nr.1 wideout verteidigt, muß Boldin in schwierigen Situationen für seinen QB da sein.

Patriots pass rush vs Ravens O-Line

Wer auch immer da wen verteidigen wird, wenn New Englands pass rush keinen großen Schritt nach vorne macht wird das ein ganz langer Abend für die secondary der Patriots. DE Chandler Jones, der nach seinen ersten zwei Monaten in der NFL aussah wie der sicher DROY, ist seit zwei Monaten mehr oder weniger verletzt und kann nur mit 80% spielen. Um das noch schlimmer zu machen, hat er sich letzte Woche wieder am Knöchel verletzt und wird – wenn überhaupt – morgen keine tragende Rolle spielen können. Rob Ninkovich ist als pass rusher nur Mittelmaß und die Offensive Tackles der Ravens, Bryant McKinnie und Michael Oher sahen letzte Woche ganz gut aus – gegen Elvis Dumervil und Von Miller. (Wobei ich korsakoff zustimmen würde bei der Behauptung, daß gerade Oher mit einigen ungeahndetetn holdings davongekommen ist.)

Wie letztes Jahr mit Sterling Moore könnte auch dieses Jahr ein undrafted rookie auf der defensiven Seite den Unterschied machen. DE Justin Francis hat sich in den letzten Wochen immer mehr Spielzeit erarbeitet und dabei teilweise ordentlich Radau gemacht. Ein anderes Mittel wären blitzes der Linebackers. Seit HC Bill Belichick und DC Matt Patricia Talib in ihren Reihen wissen, lassen sie viel mehr man coverage spielen und auch deutlich häufiger blitzen. Alle drei LBs der Patriots, Brandon Spikes, Dont´a Hightower und Jerod Mayo sind sehr gute blitzer. Spikes und Hightower vor allem, weil sie immer auf hundertachtzig laufen; Mayo eher, weil er ein sehr gutes timing hat. So oder so: New England muß Joe Flacco einige blaue Flecken verpassen. Ohne Druck spielt Flacco erstklassig. Unter Druck aber gibt es einen Leistungsabfall, den es in dieser Größenordnung bei kaum einem anderen Top-QB gibt.

Bonus: Bernard Pollard vs New Englands Gesundheit

Bernard Pollard hat eine ganz besondere Verbindung zu den Patriots. Er war der tieffliegende Safety, der anno 2008 als Kansas City Chief Tom Bradys Kreuzbandriß herbeigeführt hat. Er war 2010 als Houston Texan verantwortlich für Wes Welkers Kreuzbandriß. Und er war es auch, der letztes Jahr im AFC Championship Game Rob Gronkowski Knöchel zerstört hat, der diesem dann im Super Bowl so große Probleme bereitet hat. Wen wird er dieses Mal verletzen?

Wildcard Weekend 2013 am Sonntag: Baltimore Ravens – Indianapolis Colts Preview

Eigentlich kann man über dieses Spiel nicht beginnen zu schreiben, bevor man nicht kurz in die Historie geblickt hat. Es war in einer grauen Nacht in den 80ern, als die Baltimore Colts mit Owner Robert Irsay (Vater des Jim Irsay) mitten im Nebel in den Wagen der Transitfirma „Mayflower“ seine komplette Belegschaft und bis zu den verschwitzten Socken alles was ihm lieb war mitnahm und ein paar hundert Meilen gen Westen zog, nach Indianapolis wo gerade ein neues Stadion eröffnet wurde, um das Irsay in Baltimore so lange gekämpft hatte. Weiterlesen

NFL 2012/13, Woche 7 in der Vor- und Rückschau

Was bleibt vom Donnerstagsspiel San Francisco – Seattle übrig, was wir nicht schon wussten? Vielleicht, dass die 49ers ihrem QB Alex Smith sogar noch weniger das Zepter in die Hand drücken wollen als bisher geahnt? Da waren einige merkwürdige PlayCalling dabei (QB-Scramble in der gegnerischen RedZone bei 10-6 und 3rd und 7? Really?).

Davon ab bot das Spiel adäquate Unterhaltung trotz fehlender Passrekorde. Seattles Offense bestand mal wieder zu größten Teilen aus RB Marshawn Lynch, dessen wuchtige Schritte diesmal wieder den entsprechenden Output brachten; wenn die Seahawks die nächsten zwei, drei Spiele gewinnen, wird Lynch früher oder später in den ESPN-Shows als möglicher MVP-Kandidat rauf und runterdiskutiert werden.

Dabei war es noch mehr das 49er-Laufspiel, das der Partie den Stempel aufdrückte. Die Kombination einer plötzlich (seit dieser Saison) auf großartigem Niveau blockenden 49er-Offense Line und eines wiederbelebten RB Frank Gore macht diese Mannschaft auch im Angriff sehenswert und locker eine Klasse stärker als noch letztes Jahr.

Was ebenso diskutiert wird: Ist die NFC West nach Jahren in der Misere auf einmal eine der Power-Divisionen? Wir werden sehen. San Francisco gehört zur Liga-Elite. Seattle ist oberes NFL-Drittel. Aber die aufkeimenden Diskussionen dürften schnell wieder beruhigt werden, wenn heute die Rams (vs Green Bay) und Cardinals (@Minnesota) schlecht aussehen.

Abendessenbegleitprogramm

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 19h00 HOU - BAL
So, 22h00 NE  - NYJ
Mo, 02h30 CHI - DET

ESPN America Tape

Mo, 12h30 MIN - ARI
Mo, 15h00 NE  - NYJ
Mo, 17h30 CIN - PIT
Di, 13h00 NYG - WAS
Di, 15h30 CHI - DET

SPORT1+ LIVE

So, 19h00 HOU - BAL
So, 22h20 NE  - NYJ
So, 02h30 CIN - PIT
Mo, 02h30 CHI - DET

PULS4 LIVE

So, 22h30 NE  - NYG

Das ESPN-Livespiel Houston Texans gegen Baltimore Ravens ist das Duell der beiden einzigen 5-1 Teams in der dieses Jahr in Breite und Spitze schwachen AFC. Die Texans wurden am Sonntag von Green Bay geerdet. Offense und vor allem Defense wirkten irdisch, was nicht bloß am ausgefallenen MLB Cushing liegen dürfte. Die Partie gegen die Ravens dürfte Aufschluss geben, wohin die Reise für Houston gehen wird, nachdem man die AFC South problemlos gewinnen sollte.

Baltimore dagegen ist ein eher glückliches 5-1 Team, muss sich in der Defense neu erfinden, nachdem die eh schon schwache Passabwehr durch den Ausfall des Einser-Cornerbacks #21 Webb noch weiter geschwächt wird. Rauf und runter diskutiert wird auch Leib, Herz und Seele der Ravens-Defense, MLB #52 Ray Lewis, der sich am letzten Sonntag schwer verletzte, und dessen Karriere möglicherweise beendet sein wird. Man sagte Lewis zuletzt nach, nur noch emotionaler Leader gewesen zu sein – und als solcher dürfte Lewis dem Team durchaus noch erhalten bleiben. Vielleicht kehrt sogar DE/OLB Terrell Suggs nach einem erstaunlich schnell auskurierten Achillessehnenriss in die Formation zurück.

Immer sehenswert ist die NFC East, diesmal mit New York GiantsWashington Redskins, wo sich die Scheinwerfer – traraaaaaaa – auf QB Robert Griffin III richten. Wie wird der mobile Griffin gegen den geballten Pass Rush der Giants zurecht kommen? Werden die Shanahans wieder keine Scheu zeigen, Griffin 10x/Partie in das Getümmel scrambeln zu lassen?

Bei Tampa BayNew Orleans haben die Saints die Gelegenheit, gegen einen suspekten Divisionsrivalen ihre Saison am Leben zu erhalten. Störfeuer werden derzeit vor allem von außen reingetragen, weil der Kopfgeldskandal nicht zum Verstummen kommt – letzter Stand ist, dass der ehemalige NFL-Commissioner Paul Tagliabue als Vermittler eingeschaltet wird.

Bei MinnesotaArizona sind zwei Quarterbacks und ein Irrwisch im Blickpunkt. Fangen wir mit Letzterem an: Ich betone es oft genug, aber WR/RB/PR #12 Percy Harvin mausert sich immer mehr vom Geheimtipp zum vertiablen Offensivspieler des Jahres – was Harvin dies’ Jahr an Einsatzzeit in der nun zwei Jahre lang so lahmen Vikes-Offense bekommt, grenzt schon fast an Wahnsinn, und Harvin macht beständig seine Plays.

Harvin hat auch das Glück, dass sich QB Christian Ponder in seinem zweiten Jahr hinter einer merklich verbesserten Offensive Line viel wohler zu fühlen scheint. „Wohlfühlen“ dürfte sich Ponder auch mit seiner neuen Lebensabschnittsgefährtin, der Sideline Reporterin von ESPN, Samantha Steele. Ponder, von der FSU als recht blasser QB in Erinnerung, dürfte sein Profil damit auf und abseits des Feldes gestärkt haben.

Quarterback ist auch das große Thema in Arizona, wo das Hin und Her zwischen Skelton und Kolb und Skelton eine Fortsetzung nimmt. Nachdem Kolb durch eine Verletzung Skeltons die #1-Rolle übernommen hatte, wurde Kolb letzte Woche ausgeknockt und wird nun vorerst wieder durch John Skelton ersetzt. Skeltons gebotenen Eindrücken von letzter Woche nach dürfte Kolb sobald fit sofort wieder zurückkehren. Kolbs Eindrücken nach dürften die Cards nächstes Jahr zwei neue Quarterbacks aufbieten.

Die Spätspiele

Das AFC-East-Duell New England PatriotsNew York Jets stellt alles in den Schatten, und dabei konzentriert sich der Mainstream sogar ausnahmsweise nicht auf Tebow, der nicht zur Ruhe kommt und unter der Woche seinen Tebow-Kniefall patentieren ließ. Patriots – Jets, das war die letzten Jahre eine der härtesten Rivalitäten in der NFL, erst wegen Parcells, dann wegen Belichick, dann Mangini, dann Spygate, dann Rex Ryan, dann, dann, dann. Gibt immer was Nettes abseits des Spielfels, und auf dem Spielfeld waren viele Spiele spannend bis zuletzt.

Zwei Knackpunkte: Wie werden die Jets auf das enorme Tempo der Patriots-Offense reagieren, nachdem sich die Pats heuer einen Dreck um gefinkelte Aufstellungen der Gegner scheißen? Und inwiefern kann der angezählte QB Sanchez die zuletzt horrende Patriots-Secondary austesten? Ich tippe auf einen Patriots-Sieg, aber nicht mit drei Touchdowns.

Nur ein Parallelspiel, und überraschenderweise ist es OaklandJacksonville, was bedeutet, dass in den Staaten zwei CBS-Spiele parallel übertragen werden. Jacksonvilles bereits weithin als Megabust bezichtigter QB Blaine Gabbert sieht mal wieder eine schwache Passdefense gegen sich, und kann vielleicht ein paar Pluspunkte holen.

Das Nachtspiel

CincinnatiPittsburgh klingt eigentlich ganz gut als Ansetzung. Bei den Bengals fiel mir zuletzt die verstärkte Passlastigkeit auf: Man scheint QB Dalton nun mehr zu vertrauen, nachdem das Laufspiel überhaupt keine Impulse setzen kann. Daltons große Waffe ist neben den üblichen Verdächtigen WR #18 A. J. Green und TE #84 Gresham eine Unbekannte: WR #12 Andrew Hawkins, ein kleiner Percy Harvin – und gegen eine druckvolle Linebacker-Unit wie jene der Steelers vielleicht eine besonders wichtige Waffe, weil sie die Blitzfreudigkeit der Steelers einschränken könnte.

Tipps

Ich sehe nicht diese Orgie an Heimsiegen kommen wie das am Freitag vorgestellte Modell, und tippe diese Woche wie folgt:

BUFFALO – Tennessee
NY GIANTS – Washington
Tampa Bay – NEW ORLEANS
Carolina – DALLAS
HOUSTON – Baltimore
Indianapolis – CLEVELAND
St Louis – GREEN BAY
MINNESOTA – Arizona
NEW ENGLAND – NY Jets
OAKLAND – Jacksonville
Cincinnati – PITTSBURGH
CHICAGO – Detroit

Glaskugel 2012: Baltimore Ravens

Die Baltimore Ravens sind ein überschätztes Team, das mindestens im letzten Jahr völlig über seine Verhältnisse gespielt hat. Joe Flacco kratzt nicht mal am Top-10-QB-Status. Offensive Coordinator ist ein älterer Brian Schottenheimer, der sich für das klügste Mastermind der Liga hält, aber oft einfach nur albernern Quatsch macht. Die Defense wird getragen von von einem 37 Jahre alten Linebacker, der schon lange seine physischen Verfallserscheinungen nicht mehr mit Feuer und Wille wettmachen kann. Der zweite Eckpfeiler, Safety Ed Reed, hat zum wiederholten Male ernsthaft überlegt zurückzutreten, weil seine Knochen nur noch eine Packung Cornflakes sind. Der wahre MVP und Defensive Player of the Year, Terrell Suggs, hat sich die Achillessehne gerissen und ist vielleicht 2013 wieder auf seinem alten Niveau. Einen erstklassigen WR kennt man in Baltimore nur aus dem Fernsehen. “Superstar” Michael Oher ist auch nur ein Fernseh- oder Kinostar. Ray Rice, der beste Angreifer, schert sich nur um seine Kohle und nicht um den um ihn herum verfallenden Haufen, in dem ein 200kg schwerer Rentner die Blind Side verteidigt. Schließlich ist auch noch der Defensive Coordinator abgehauen.

Damit geben wir nun ab zu Alters Ego, der sich mit tatsächlichen Ergebnissen und Zahlen beschäftigt. Die Ravens haben unter John Harbaugh, seit 2008, 44 Spiele in der Regular Season gewonnen; fünf Playoffsiege eingefahren, davon vier auswärts; und standen zwei Mal im AFC Championship Game. Alle Playoff-Teams, gegen die Baltimore letzte Saison gespielt hat, wurden geschlagen: 2x Steelers, 2x Texans, 2x Bengals plus die 49ers. Nur gegen die Patriots haben sie verloren, im Championship Game – aber auch das erst, nachdem sie den Game-Winning-TD eigentlich schon hatten und nachdem ihr Idiot Kicker ein 23-Yard-FG in die Rabatten gejagt hat.

Offense

Schedule

Wk1 v CIN (MNF)
Wk2 @ PHI
Wk3 v NE (SNF)
Wk4 v CLE (TNF)
Wk5 @ KC
Wk6 v DAL
Wk7 @ HOU
Wk8 BYE
Wk9 @ CLE
Wk10 v OAK
Wk11 @ PIT (SNF)
Wk12 @ SD
Wk13 v PIT
Wk14 @ WAS
Wk15 v DEN
Wk16 v NYG
Wk17 @ CIN

Alter guckt sich auf diesen Absatz Egos hin die Offense genauer an und meint, ich bleib dabei: überschätzt. Joe Flacco bringt nicht mal 58% seiner Pässe an den Mann, schafft keine 7 Yards/Paßversuch und sein QB-Rating ist auf Mark-Sanchez-Niveau. Und ja, Rumbling RB Ray Rice from Rutgers ist ein Guter, aber: 1364 Yards, von denen 400 (!) in zwei Spielen gegen Browns und Bengals kamen? 11 Spiele mit weniger als 90 Rushing Yards? In den Playoffs 42 Läufe für 127 Yards – 3,0 Yds/Carry?!? Und wer spielt da nochmal WR? Anquan Boldin, der in seinem Leben noch nicht einen wichtigen Ball festhalten konnte? Torrey Smith, der nichts kann außer gerdeauslaufen – und das auch nur, wenn niemand im Weg steht?

Das läßt Ego natürlich nicht auf sich sitzen und kontert: wir reden hier von dem Angriff, der als einziger mehr als 350 Yards Raumgewinn gegen die Steelers erzielt hat – und das zwei Mal! Die Ravens, die der guten Bengals-D in zwei Spielen mehr 700 abgetrotzt hat, den Browns 800. Die ach-so-starke AFC North mit sechs Siegen in sechs Spielen in Grund und Boden getrampelt hat?

Alter meint darauf trocken: ich meine die Ravens, die gegen Tennessee, San Diego, Seattle und Jacksonville verloren haben, die alle nicht in die Playoffs gekommen sind. Sieben Punkte gegen Jacksonville! Und gegen die Patriots im Championship Game war auch nur das Ergebnis knapp. New England hat Baltimore so sehr auf die leichte Schulter genommen, daß Julian Edelman im alles entscheidende Drive Anquan Boldin verteidigt hat! Daß sogar eine gute Aktion von Sterling Moore (wer?) gereicht hat, um den Touchdown zu verhindern.

Defense

Laß uns über die Defense reden, lenkt Ego ab. Neunmal 14 oder weniger Punkte zugelassen, nach Yards die Nr. 3 der Liga, nach Punkten die Nr. 3; verdammt nochmal: in drei Spielen weniger als 100 Passing-Yards zugelassen! Das ist ungesehen in der heutigen NFL! T-Sizzle, Ed Reed und Ray Lewis, dazu die starken junge CBs Ladarius Webb und Jimmy Smith. Durch gute Drafts kommen dazu noch viele junge Talente in der Front Seven: Pernell McPhee, Mount Cody, Sergio Kindle, Paul Kruger, Cortney Upsahw. Und ach ja, schon mal was von Haloti Ngata gehört? Das ich nicht ein hervorragender Kern einer Defense, sondern ein Fundament, auf dem ein Wolkenkratzer stehen könnte.

Daß zu kontern ist fast zu einfach, lächelt Alter. Ray Lewis spielt seit gefühlt 50 Jahren in der NFL, spätesten jetzt wird man ihm das auch ansehen. Suggs wird gar nicht spielen. Ed Reed wird wie immer die Hälfte der Saison verletzt sein, bei einer Verletzung vielleicht auch einfach hinwerfen, weil sein späteres Leben ihm viel mehr Wert ist, als eine NFL-Saison mehr oder weniger. Cody, Kindle, Upshaw, Kruger, McPhee: große Namen. Gute Presse. Sicherlich auch Talent, nur: gezeigt haben sie bis jetzt nichts besonderes. Beinahe jedes Team hat einige solcher talentierter Jungspunde, die nach Ansicht der eigenen Fans dieses Jahr ganz bestimmt voll durchstarten. LB und edge setter par excellence Jarret Johnson ist übrigens auch nicht mehr da.

Hinzu kommt noch die Sache mit dem Defensive Coordinator, setzt Alter gleich nach. Chuck Pagano war der letzte in einer langen Reihe von DCs, die das spezielle System der Ravens-D über viele Jahre als Assistant aufgesogen hat und fortführen konnte. Dean Pees ist ein gesichtsloser Handlanger, der ganz sicher nicht in einer Riege mit Marvin Lewis, Mike Nolan, Rex Ryan und eben Pagano stehen wird.

Egos Gesicht rötet sich. Nur weil Pees nicht bekannt ist, heißt das noch lange nicht, daß er nichts taugt. Er hat immerhin sechs Jahre lang für Bill Belichick gearbeitet. Und daß Baltimore ihn jetzt in eine Reihe mit Lewis, Nolan und Ryan stellt, spricht eindeutig für ihn. Und, lieber Alter, zu Ngata hast du vorsorglich auch kein Wort verloren. Denn auch Du weißt, daß dieser 150kg-Koloß, der beweglich und quick ist wie ein Linebacker, absolut einzigartig ist.Wie Darrelle Revis für die Jets oder Patrick Willis für die 49ers, so zählt auch Ngata eigentlich für zwei, so unfaßbar gut und so unglaublich viel besser als alle anderen auf seiner Position ist er.

Ausblick

Alter wirft dann schnell noch das nicht wiederholbare Turnover-Glück in den Raum, worauf Ego entgegnet, daß dann aber auch wirklich mal über die tollen Cornerbacks geredet werden müsse. Aber Alter und Ego müssen los – zum Taligaiting für das Hall of Fame Game (ja, das ist schon übermorgen!). Ihre Prognosen hört man noch, während sie verschwinden.

Ego ist überzeugt: Baltimore war nicht zufällig vier Jahre in Folge in den Playoffs. Baltimore hat auch in dieser Saison viel, viel individuelles Talent, starkes Coaching und durch die erstklassige Arbeit von GM Ozzie Newsome mehr Tiefe im Kader, als die meisten anderen Mannschaften. Playoffs sind locker drin und wenn Flacco noch ein kleines Schippchen draufpackt und Ray Rice einfach so weitermacht wie bisher, dann trifft der Kicker im nächsten Championship Game auch.

Alter wirft zum Abschluß die 2008er Tampa Bay Buccaneers in den Raum. Weißt Du noch, Ego, damals? Einige Besserwisser haben schon 2007 gesagt, daß die Bucs deutlich über ihre Verhältnissen spielen. Die Defense war von hervorragend auf gut abgerutscht, hatte aber komischerweise trotzdem noch sehr gute Statistiken. Der QB, Jeff Garcia, war damals nicht schlechter als heute Flacco. Der junge Head Coach hatte immer noch sein Wunderkind-Image. Und als Tampa 2008 neun der ersten 12 Spiele gewann, haben alle über die Besserwisser gelacht. Die restlichen vier Spiele gingen alle in die Hose und plötzlich wußten alle, daß ein Neuanfang nötig ist. Man kann seine Schwächen nicht für immer verstecken und wenn die Schwächen allzu deutlich werden, hat auch keiner mehr Angst vor ihnen. You can fool some people some time, but you can´t fool all the people all the time.

So gehen Alter und Ego von dannen und freuen sich beide auf das, was die Glaskugel dann schließlich im Herbst ausschütten wird.

Mit den Baltimore Ravens in den Sonnenaufgang

Die Baltimore Ravens sind seit zwei Jahren Superbowl-Kandidat, seit GM Ozzie Newsome und sein Front Office den ursprünglich ungut aussehenden Move wagten, den Superbowl-Coach Brian Billick zu feuern und mit John Harbaugh einen neuen, unverbrauchten Kopf an die Spitze der Mannschaft zu stellen.

Harbaugh kam aus Philadelphia und brachte neben seinem Optimismus auch die lange vermisste Schleifer-Mentalität mit – und baute mithilfe großartiger Drafts blitzschnell einen Titelkandidaten auf, der sich zusammensetzt aus alternden Stars und einer neuen Generation.

Die grundsolide Offense

Jahrelang war Baltimores Offense der ganz große Schwachpunkt in dieser Mannschaft, mit Billicks Unfähigkeit, einen auch nur in Ansätzen brauchbaren Quarterback zu installieren. Harbaughs erster Pick von 2008 war dann der neue Franchise-QB: Joe Flacco von einer absurd kleinen Uni. Flacco ist ein grundsolider, unspektakulärer Mann und mit Abstand der beste Quarterback, auf den die Ravens in ihrer noch jungen Historie bauen konnten. Kein Mann, der dir in zwei Minuten zwei Touchdowns aufholen wird, aber auch nicht jemand, der deinem OffCoord die Schweißperlen übers Gesicht treibt.

Flacco muss in dieser Saison ohne seinen QB-Coach Jim Zorn auskommen, der überraschend gefeuert wurde, und vor allem auch ohne eine Reihe an bekannten Anspielstationen: Die alten Recken Houshmanzadeh, Mason, Heap oder Stallworth wurden allesamt entsorgt. Bleiben durfte einzig der Star der Gruppe: WR Anquan Boldin, ein eisenharter Mann, der zwar nicht zwei Kilometer das Spielfeld runter anspielbar ist, dafür aber überall dort seine Catches macht, wo es weh tut: Links draußen, rechts draußen, in der Mitte, an der Line of Scrimmage. Quarterbacks lieben solche Spieler, vor allem Flacco, als dessen größte Stärke die Out-Routen gelten.

Abseits von Flacco wird es um die Luftwaffe aber schnell jung. Rookie Tandon Doss gilt als Slot-Receiver, Rookie Torrey Smith als Experte für die tiefen Bälle, aber beide sind noch gänzlich unerfahren. Interessanter Mann könnte Tyrod Taylor werden, der an der nahen Virginia Tech University als Quarterback der große Scrambler vor dem Herrn war, aber für die NFL als potenzieller Wide Receiver gilt. Die restlichen Wide Receiver und Tight Ends im Kader haben 2010/11 ganze 12 Catches für 153yds gemacht.

Ein paar Catches mehr hat RB Ray Rice auf dem Buckel, 141 in den letzten beiden Saisons nämlich. Das und Rices schiere Wucht als Ballträger machen den Mann zu einem absoluten persönlichen Favoriten – ein Mann, dem man problemlos 330 Carries und 60 Catches über eine Saison anvertrauen kann und dessen Spiel nach der Verpflichtung des Fullbacks Vontae Leach aus Houston eine zusätzliche neue Erleichterung erfahren sollte. Leach gilt als wichtiger Faktor für das zuletzt bei den Texans explodierte Laufspiel und könnte ein unterschätzter Einkauf sein, nachdem die bisherigen Fullbacks McKie und McClain ziehen gelassen wurden. Als Backup soll die ehemalige Dreadlocke Ricky Williams fungieren.

Die Offensive Line gehört auch zu den besseren, mit den beiden jungen Tackles Michael Oher/Oniel Cousins und dem starken Guard Marshal Yanda sowie dem ewig jungen, aber immer bänderverletzungsanfälligeren Center Matt Birk – der (nun doch sicher scheinende) Abgang des talentierten, aber faulen Tackles Jared Gaither sollte insofern verschmerzbar sein. Junger, ungedrafteter Guard mit großem Kämpferherz, den ich im Auge behalten würde: Justin Boren von Ohio State. Junger Tackle aus dem Draft: Jah Reid.

Sehr ordentliche Offense mit sehr vertrauenswürdigem OffCoord Cam Cameron, allerdings habe ich nach den doch vielen Entlassungen ein bisschen Angst um die Tiefe des Kaders. Die meisten Backups sind doch sehr unerfahren und nach Bulgers Rücktritt fehlt ein halbwegs annehmbarer Ersatz-QB gänzlich.

Die blue’n’green-Defense

Baltimore Ravens, das bedeutet seit eineinhalb Jahrzehnten drei Dinge: In erster Linie Defense, in zweiter Linie Defense und in dritter Linie Defense. Hier wird nicht wild geblitzt oder anderweitig gewaltiger Druck auf die Quarterbacks ausgeübt, sondern mit Hits der knallharten Sorte Rabatz gemacht, dass sämtlichen Offenses Hören und Sehen vergeht.

Herz, Niere, Seele und Kopf der Unit ist immer noch MLB Ray Lewis, der Mann, der wie kein Zweiter in der NFL seit 15 Jahren seine Abwehr prägt und obwohl nicht mehr ganz so explosiv immer noch essenzieller Bestandteil ist, und sei es nur als Mentor für die jungen Spieler, die Lewis jede Aussage, jeden Tipp aufs Wort glauben. Es gibt Stimmen, die die seit Jahren konstant starken Ravens-Defenses mehr auf das Knowhow Lewis’ schieben, denn auf die ständig wechselnden Coordinators.

Die Defensive Line wird um NT Haloti Ngata gebaut, der sämtlichen Linebackers den Rücken freihält und meistens zwei Blocker auf sich zieht. Daneben gibt es mit DE Sergio Kindle und DT Terrance Cody zwei Youngsters, die bisher enttäuscht haben, aber auf die nach zahlreichen Abgängen in den letzten beiden Jahren fast zwangsläufig irgendwann gebaut werden muss.

Bester Outside Linebacker ist Terrell Suggs, ein erstaunlich vielseitiger Spieler, der häufig eine Art vierten Defensive End gibt, aber auch in der Deckung brilliert und ligaweit zu den absolut besten seines Fachs gehört. Der zweite OLB Jarret Johnson gilt als intelligent genug, die sich bietenden Freiräume neben Lewis/Suggs zu nutzen, hatte aber keine besonders gute Saison 2010/11.

Knackpunkt könnte die Secondary werden. Zwar spielt mit FS Ed Reed für mich der Abwehrspieler schlechthin dort (Reed genießt bei mir Heldenstatus), aber der Rest wurde arg ausgedünnt – S Landry, CBs Washington und Wilson verteidigen nun für die Konkurrenz, allein CB Chris Carr und Ladarius Webb als Gegengift gegen deep threats bleiben. Die beiden Rookies Jimmy Wilson und Chykie Brown gelten beide als höchst talentiert, aber riskante Optionen – verbrannt wurden die beiden am College vor allem von physischen Receivern recht regelmäßig.

Auf der SS-Position balgen sich der streitbare Neuzugang Bernard Pollard, der verletzungsanfällig Boxer Tom Zbikowski und Haruki Nakamura um den Platz neben Reed.

Ausblick

Die Baltimore Ravens haben immer noch einen sehr ausgewogenen Kader, einen guten OffCoord und viel Knowhow in der Defense, aber die Starter müssen möglichst alle gesund bleiben bzw. die bisher wenig zum Zug gekommenen jungen Draftpicks der letzten Jahre müssen einschlagen. Die Hypothek der verheerenden Playoffniederlage gegen Pittsburgh wird immer noch nachwirken und der Schedule wirkt nicht einfach (obwohl nur #31):

Wk #1 vs Steelers
Wk #2 @Titans
Wk #3 @Rams
Wk #4 vs Jets (SNF)
Wk #5 BYE
Wk #6 vs Texans
Wk #7 @Jaguars (MNF)
Wk #8 vs Cardinals
Wk #9 @Steelers (SNF)
Wk #10 @Seahawks
Wk #11 vs Bengals
Wk #12 vs 49ers (Thanksgiving)
Wk #13 @Browns
Wk #14 vs Colts
Wk #15 @Chargers (SNF)
Wk #16 vs Browns
Wk #17 @Bengals

Man halte mich für unverbesserlich, aber die Ravens bleiben mein AFC-North-Favorit Nummer 1. Das Superbowl-Rennen in der AFC ist fassungslos eng, aber durchaus nicht ausgeschlossen, dass die Ravens – die schließlich schon des Öfteren ihre Auswärtsstärke bewiesen haben – auch mit einem niedrigen Seed in die Superbowl durchmarschieren.

Das Zeiteisen verrät: 844 Minuten verbleiben. WordCount nach sechs Teams: 5859.

Too many people live through us.

“What we’re going through right now, we’re affecting way more than us,” he said. “Too many people live through us. People live through us. Walk in the streets the way I walk in the streets.”

And according to Lewis, one of the major results of lockout would be an increase of evil, which he says will come in the form of more crime.

“Do this research if we don’t have a season — watch how much evil, which we call crime — watch how much crime picks up if you take away our game.”

Quelle: hotair.com

Ausgerechnet Ray Lewis.

Ausgerechnet ein NFL-Profi.

Baltimore Ravens in der Sezierstunde

Die testosterongeschwängerten Ravens sollten IMHO enttäuscht sein mit ihrer Saison. Potenziell hat John Harbaugh da einen Superbowl-Champ beisammen, der seit drei Jahren stets anklopft, aber nie reingelassen wird. So auch heuer. 14-Punkte-Führung IN Pittsburgh, nur um am Ende völlig uncharakteristisch einzugehen und das Spiel noch abzuschenken.

Joe Cool

Baltimore Ravens Joe Flacco

Joe Flacco - ©Flickr

Alle Ingredienzien für einen Durchmarsch in die Super Bowl sind gegeben: Bomben-Defense, ausbalancierte Offense, ein Quarterback, der hohen Ansprüchen genügt, ein geduldiges Umfeld und loyale Fans und ein junger, brillanter Head Coach.

Schlüsselstelle für die, die genau lesen: Das Attribut für den Quarterback wird nur im Positiv benutzt. Joe Flacco. Ich bin noch nicht restlos von Flacco überzeugt. Ich meine, Flacco ist ein vortrefflicher QB, macht fast keine Fehler und gehört schon nach dem dritten Jahr (!!) zu den erfolgreichsten Quarterbacks in der Playoffgeschichte, wenn es um Auswärtsspiele geht.

Aber das allerletzte Quäntchen Überzeugungskraft fehlt bei Flacco – noch. Flacco ist noch ausgesprochen jung und hat noch Zeit zum Reifen. Allerdings könnte es bis dahin zu spät sein, da die Defense altert und die Mannschaft zu den teureren der Liga gehören sollte.

Für Unruhe sorgte auch der Fakt, dass die Ravens QB-Coach Jim Zorn rausgeschmissen haben. Flacco selbst kritisierte öffentlich den überraschenden Move des Managements. Zorn mag ein verheerender Head Coach gewesen sein. Als Positionstrainer genießt der Mann prinzipiell einen exzellenten Ruf – Matt Cassell und die Chiefs wird es freuen.

Die Offense

Flacco hatte in den Playoffs aber auch wenig Hilfe von seinen Wide Receivers – zumindest im Pittsburgh-Spiel. Dabei hatte man extra Anquan Boldin und T.J. Houshmanzadeh eingekauft, um Flacco noch mehr Waffen zu geben. Nach dem Steelers-Spiel meinte ein Analyst, Baltimore könnte dringend einen blitzschnellen Receiver gebrauchen, um eine Defense im Notfall auseinanderziehen zu können. Macht Sinn. Houshmanzadeh und der alte Stallworth sind Free Agents.

Baltimores Offenses ist vieles, aber sie ist nicht explosiv. Irgendwo ein Sprinter für die tiefen Routen zu finden? Sidney Rice, anyone?

Die Offensive Line könnte auf der rechten Seite Abgänge verzeichnen: Wenn ich das recht überblicke, sind RG Chris Chester und RT Marshal Yanda Free Agents. Yanda war mehrfach Objekt von Kritik.

Die Defense

Eine potenzielle Sollbruchstelle tut sich in der Secondary auf. Die CBs Chris Carr, Fabian Washington und Josh Wilson haben auslaufende Verträge. Jeder für sich ist kein schlimmer Verlust, aber die drei Top-CBs (neben Ladarius Webb) auf einmal womöglich zu verlieren, könnte heftig sein. Wenig hilfreich ist auch, dass Superstar-Safety Ed Reed seit Jahren verletzungsanfälliger wird und schon mehrfach mit Rücktritt kokettiert hat.

Der Rest der Defense gehört zum Feinsten (bzw. Heftigsten), was die NFL aufzubieten hat – wäre da nicht das Alter. MLB Ray Lewis wird heuer 36 und schön langsam sollte man daran denken, einen Nachfolger für die scheinbar zeitlose Legende Lewis aufzubauen. Irgendwann wird aber auch Lewis das Alter merken. Für Baltimore ein doppelter Verlust: Top-Spieler und über alles erhabener Leadertyp.

In der Defensive Line hat NT Haloti Ngata die Franchise Tag bekommen. Die Ends sind während der Übertragungen immer mal wieder kritisiert worden. Ich hätte dazu nicht viel Grund gesehen. Notfalls kann man den dicklichen NT Terrance Cody in die Mitte stellen und Ngata zum End mutieren lassen.

Was tun?

Offense und Defense bereiten in Baltimore eine bärenstarke Basis. Am Ende hängt es an Joe Flacco, die Mannschaft von „bärenstark“ zu „Champion“ zu machen. Baltimore gehört für mich auf alle Fälle zu den 2-3 engsten Titelfavoriten. Schon jetzt. Bevor mit Ozzie Newsome einer der anerkannt besten Draft-Strategen Hand anlegt beim Verbessern des Kaders.

Baltimore Ravens – early favourite to win (at least) the division, würden die Amerikaner sagen.

Zu weiteren Sezierstunde-Ausgabern geht es an dieser Stelle, oder unter dem Tag Sezierstunde.

NFL-Franchises im Kurzporträt, #2: Baltimore Ravens

Zweiter Teil der Vorstellungsreihe „NFL-Teams“ bei Sideline Reporter. Ich habe für die Präsentation der Baltimore Ravens einen eingefleischten Fan gewinnen können: Blogger huddle*, der seit seinem Auslandssemester vor einigen Jahren Anhänger von Ray Lewis und Kumpanen ist. Dankeschön!

* „Huddle“ scheint mittlerweile als „David52“ in unseren Breitengraden unterwegs zu sein und auf Football-Stammtisch zu bloggen.

Vorgeschichte

1995 entschied der Besitzer der Cleveland Browns, seine Franchise nach Baltimore im Bundesstaat Maryland (bei Washington DC) zu verfrachten. Das „neue“ Team sollte ursprünglich Baltimore Colts genannt werden. Doch weil es die Baltimore Colts, ein  Vorgänger-Team der Indianapolis Colts, bereits in den 1950er Jahren gegeben hatte, wollte man einen anderen Namen suchen. Fans und Einwohner Baltimores hatten wochenlang Zeit, Vorschläge für einen geeigneten Namen einzureichen. Letztendlich entschied man sich für den Namen Baltimore Ravens. „The Raven“ ist ein bedeutendes Werk des in Baltimore  gestorbenen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Die Wahl des Namens spaltete Football-Fans in ganz Amerika in zwei Lager: jene, die den Namen aufgrund des unattraktiven Erscheinungsbilds eines Rabens unglücklich fanden und jene, die gerade das Unübliche an diesem Namen so schätzten.

Die Anfänge

In ihren ersten drei Saisons von 1996 bis 1998 spielten die Ravens unter Coach Ted Marchibroda eher schlecht als recht. 16 Siege, 31 Niederlagen und 1 Unentschieden war die ernüchternde Bilanz. Die Ravens spielten zu der Zeit eine Art Football, die wenig Begeisterung bei den Zuschauern auslöste. Mit einer ideenlosen Offense verließ man sich meist auf die relativ solide Defense und bewegte sich mit dieser Spielweise knapp oberhalb des NFL-Abgrunds.

Doch nicht alles war schlecht: Im Draft von 1996 sicherten sich die Ravens mit dem #26 Overall-Pick einen gewissen Ray Lewis, der Herz, Hirn, Milz, Niere, Leber, Magen, Darm und Seele der Ravens werden sollte. Aber dazu später mehr.

Der Beginn der Billick-Ära

1999 übernahm Brian Billick bei den Ravens. Und der neue Coach brachte ordentlich Schwung in den Laden. Er war verantwortlich für die Verpflichtung des zuvor bei den Rams spielenden Quarterbacks Tony Banks, der bei Baltimore gut mit Wide Receiver Qadry Ismail harmonierte und der Offense Frische verlieh. Die Ravens absolvierten ihre erste nicht negative Saison (8-8).

Year 2000

Es gibt wohl kein Jahr, welches die Baltimore Ravens besser beschreibt, als das Jahr 2000, auch wenn das Ende sicherlich ein bisschen zu viel Hollywood ist.

Vor der Saison drafteten die Ravens einen Raketen-RB mit Jamal Lewis, der im Jahr 2003 einer von bis zum damaligen Zeitpunkt fünf Running Backs werden sollte, der die 2000-yd-Marke innerhalb einer Saison geknackt haben. (CJ2K stolperte damals schließlich noch über High-School-Plätze.) In seiner Rookie-Saison kam Jamal Lewis auf eindrucksvolle 1364 Rushing Yards.

Wesentlich angsteinflößender für gegnerische Teams war jedoch die Ravens-Defense. Was Defensive Coordinator Marvin Lewis damals auf die Beine stellte, war wohl eine der stärksten Defensive Units, die je dieses Spiel gespielt haben. Die Ravens-D stellte einen NFL-Rekord auf, bezüglich zugelassener Punkte in der Regular Season. Mit 165 Punkten unterboten sie den bisher geltenden Rekord der 1986er Chicago Bears, die 186 Punkte zuließen.

Die Ravens begannen die Saison 5-1. Doch in den darauf folgenden fünf Spielen erlebte Baltimore eine Durststrecke und erzielte in keinem dieser fünf Spiele einen Offensive Touchdown (!). Noch beeindruckender ist jedoch, dass das Team trotzdem zwei dieser Spiele wegen überragender Leistungen der Defense gewann. Nach dieser Durststrecke übernahm Trent Dilfer als Quarterback und die Ravens gewannen jedes der verbleibenden sieben Spiele. Mit einem Record von 12-4 erreichte Baltimore erstmals die Playoffs. Im Wildcard-Game gegen die Denver Broncos gewannen die Ravens problemlos 21-3. Dann ging es zu den Tennessee Titans. Nach dem vierten Quarter stand es 10-10. Ein Interception-Return-TD von Ray Lewis entschied die Partie. Im AFC Championship Game gegen die Oakland Raiders war relativ früh klar, wer in den Super Bowl einziehen würde. Ein spektakulärer 96-Yard-TD-Catch von Shannon Sharpe, eine Verletzung von Raider-QB Rich Gannon sowie eine gewohnt eisenharte Ravens-Defense führten zu einem 16-3 Sieg.

Im Super Bowl waren die Ravens gegen die New York Giants krasser Außenseiter, gewannen aber 34-7. Kurios: In diesem Spiel entstanden innerhalb von drei direkt aufeinander folgenden Plays drei Touchdowns. Ravens-CB Duane Starks punktete mit einem Interception-Return-TD. Den darauf folgenden Kick brachte Giants-Returner Ron Dixon in die Endzone. Und gleiches gelang Ravens-Returner Jermaine Lewis beim anschließenden Kick der Giants.

Ray Lewis wurde zum Super-Bowl-MVP sowie zum Defensive Player of the Year ernannt und spielte mit seinen Teamkollegen Rod Woodson (SS) und Sam Adams (DT) im Pro Bowl.

2001-2007

In den Jahren nach dem Super-Bowl-Sieg blieb den Ravens die starke Defense zum größten Teil erhalten. Doch auch die eindimensionale Offense änderte sich nicht. Der 2003 gedraftete QB Kyle Boller hielt nie, was man sich von ihm versprach und so war es einzig RB Jamal Lewis, der Yardage produzierte, unterstützt vom überragenden LT Jonathan Ogden. Die Ravens wurden wie in den Jahren vor dem Super Bowl wieder Liga-Mittelmaß und retteten sich 2001 und 2003 dank ihrer guten Defense jeweils mit 10-6 ins Wild Card Game, wo sie kläglich scheiterten. 2006 spielte Baltimore dank QB Steve McNair eine solide Runde (13-3) und schied in einem denkwürdigen Playoff-Spiel aus. Das 6:15 bei den Indianapolis Colts war das bisher einzige Playoff-Spiel der NFL-Geschichte, in dem keine Touchdowns, sondern nur Field Goals erzielt wurden. Nach einer katastrophalen Saison 2007 (5-11) trennten sich die Ravens von Brian Billick.

Die neue Ära

2008: Das große Jahr der Veränderungen bei den Ravens. Brian Billick ging, Jamal Lewis ging, und einige Neue kamen. Hier die wichtigsten personellen Veränderungen: Headcoach John Harbaugh, Offensive Coordinator „Cam“ Cameron, Rookie-QB Joe Flacco, Rookie-RB Ray Rice.

Diese vier Personen haben großen Anteil an dem sich nach wie vor vollziehenden Veränderungs-Prozess der Ravens. Zwar zählt die Defense immer noch zu den stärksten der Liga. Doch in Baltimore hat man nun das Passspiel für sich entdeckt. Flacco warf in seiner ersten Saison für 3000 Yards sowie 14 TDs und brachte 60% seiner Pässe an den Mann. Die Ravens spielten eine starke Saison, und kamen mit ihren Rookie-Coach und QB bis ins AFC Championship Game und scheiterten dort mit 14-23 bei den Pittsburgh Steelers, was die ohnehin schon große Rivalität der beiden AFC North Division Rivals um ein vielfaches anheitzte. In der Saison 2009 zog Baltimore erneut in die Playoffs ein. Im Wild Card Game fegten die Ravens die New England Patriots aus dem Gillette Stadium. Nach dem ersten Quarter stand es bereits 24-0. Doch in der nächsten Runde scheiterte das Team von Harbaugh am späteren Super-Bowl-Teilnehmer Indianapolis. Ray Rice spielte in diesem Jahr überragend und produzierte mehr als 2000 Yards from Scrimmage. Mit seinen 700 Receiving Yards zeigte der kleine Wirbelwind, wie vielseitig er ist.

Die diesjährige Mannschaft

Head-Coach John Harbaugh: Er ist für mich der Jürgen Klopp der NFL: Jung, dynamisch und immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Er begeistert die Menschen in der sonst so unattraktiven Industriestadt Baltimore, die die vierthöchste Kriminalitätsrate unter amerikanischen Großstädten aufweist. Seit Harbaugh die Ravens trainiert, ist das 70.000 Menschen fassende M&T-Bank-Stadium stets ausverkauft.

Offensive-Coordinator Cam Cameron: Cameron ist ein absolutes Schlitzohr. Trick Plays sind bei ihm keine Seltenheit. Daher hat man als Ravens-Fan in den vergangenen Jahren oft Flea Flicker, Wild Cats und dergleichen gesehen.

Defense: Auch wenn die Defense sicherlich nicht mehr so dominant ist, wie sie es vor knapp zehn Jahren war, gehört sie immer noch zu den stärksten in der NFL. DE Haloti Ngata räumt alles aus dem Weg, was ihm in die Quere kommt. Mit CB Ladarius Webb hat Baltimore einen der am meisten unterschätzten Spieler der Liga. Safety Ed Reed liest das Spiel so gut wie kaum ein anderer auf seiner Position. Und neben der OLB-Maschine Terrell Suggs (dem am höchsten bezahlten Linebacker der NFL) gibt es da noch MLB Ray Lewis. Ray Lewis IST Baltimore und Baltimore ist Ray Lewis. Und jedes Mal, wenn Leute munkeln, Lewis könne jetzt langsam zu alt werden, bestätigt er durch Mega-Hits, dass er immer noch dazu gehören muss. Bei der Wahl der besten Spieler aller Zeiten von Experten auf NFL.com landete Lewis auf Platz 18. Legendär ist sein Einmarsch samt Tänzchen im heimischen Stadion.

Offense: Bis vor drei Jahren hätten hier nur zwei Wörter gestanden: „Jamal Lewis“. Doch die Zeiten sind vorbei. Neben den starken RBs Ray Rice und Willis McGahee sowie Pro-Bowl-FB LeRon McClain verfügen die Ravens über einen der besten WR-Corps der Liga. Anquan Boldin, Derrick Mason, TJ Houshmandzadeh, Donte Stallorth, TE Todd Heap und im Grunde auch Ray Rice – das kann sich sehen lassen. Ein solches Arsenal an Receivern ist ein Traum für jeden Quarterback. Und da wären wir auch schon beim Zünglein an der Waage. Bei den Ravens steht und fällt alles mit QB Joe Flacco. Nach seiner für Rookie-Verhältnisse fantastischen Premieren-Saison 2008 rechnete jeder in Baltimore damit, dass sich Flacco zu einem der absoluten Top-QBs der Liga entwickeln würde. Diese Entwicklung blieb bisher aus. Flacco spielt solide, mehr aber nicht. Noch zu oft fehlt ihm einfach das Auge für den offenen Receiver oder die Genauigkeit im Pass. Vielleicht braucht Flacco noch dieses eine Jahr, um sich an die neuen Receiver und die Rolle eines Quarterbacks zu gewöhnen in einem Team, das immer mehr auf den Pass setzt und dank einer eisenharten Defense in diesem und sicher auch im kommenden Jahr ein Kandidat für den ganz großen Wurf ist.

Das Stadion

M&T Bank Stadium

©Flattr/Iswicicki

Seit 1998 spielen die Ravens im M&T Bank Stadium, das für Footballspiele 71.000 Zuschauer fasst und im klassischen Outdoor-Stil gebaut wurde.

Eckdaten

Gegründet: 1996
Besitzer: Steve Bisciotti (Aerotek/Allegis)
Division: AFC North
Erfolge: Superbowl-Sieger 2000 und 2012, 9x Playoffs (14-7)