Die zweite Chance

Sofa-Quarterbacks von Woche 13, und ich verweise vor allem auf Kapitel 3 mit der Diskussion über den Gerichtsbeschluss von Ray Rice und seiner Wiedereinstellung. Jürgen Schmieder von der SZ wirft seine Meinung dabei ein (sinngemäß):

Es gibt einen Unterschied zwischen zweiter Chance und es geht einfach so weiter wie bisher. Ray Rice hat eine Frau, die offensichtlich ein Gold-Digger ist, die ihn geheiratet hat weil er Footballer ist und will, dass er möglichst reich und bekannt bleibt. Er hat sie verprügelt, sagt, das war nur einmal, ich darf jetzt wieder spielen. Schüttet mich mit Kohle zu!

Es ist ein Unterschied ob jemand eine Rehabilitation durchgemacht hat oder im Gefängnis war wie ein Michael Vick und sich geläutert gibt, oder ob jemand sagt, das ist mir eigentlich wurscht und gebt mir den nächsten Vertrag. Das ist der Unterschied zwischen zweiter Chance und unter den Teppich kehren. Ray Rice ist unter den Teppich kehren.

Bingo. Besser kannst du die Situation nicht beschreiben.

Liveblogging am 13ten Spieltag 2014/15 | Es ist 19 Uhr

[22h27] Endstand Baltimore Ravens 33, San Diego Chargers 34.

Spannendes Spiel am Ende, bei dem CB #24 Flowers den Ravens-WR gerade noch im Spielfeld tackelte, ansonsten hätte K Tucker mit einer Sekunde auf der Uhr den finalen Kick setzen können. Massiver Auswärtssieg der Chargers, die nicht nur auf 8-4 wandern, sondern für alle Zweifelsfälle auch noch den Tie-Breaker gegen die Ravens (jetzt 7-5) holen.

So nebenbei betrachtet war es auch für Cincinnati ein guter Spieltag, trotz blamabler eigener Leistung: Alle drei AFC North Teams Pittsburgh, Cleveland und Baltimore verloren. Damit 1.5 Spiele Vorsprung für Cincinnati (8-3-1) auf die Konkurrenz.

San Diego bleibt als zwischenzeitlich fast vergessener Player in der AFC West am Leben.

[22h25] Der Eintrag für Patriots @ Packers ist online. Ich bleibe noch einen Moment hier drauf.

[22h20] Baltimore 33, San Diego 34 | Q4 0:38. 8-Plays, 80yds Drive für Rivers. Die DPI gegen die Defense war eher grenzwertig. #11 Royal trabt ein Play später zum TD rein.

[22h18] Krasser Spielzug im letzten Drive der Chargers: Baltimore steht plötzlich mit fünf Mann allein vor Rivers, aber keiner macht einen Mucks. Kein Pass Rush. Rivers ist so verdattert, dass er den Ball zur Sicherheit in den Boden wirft. Ansonsten aber ein sehr guter Drive von Rivers, der zwei Plays später wegen DPI an der 1yds Line der Ravens steht.

[22h14] Endstand Jacksonville Jaguars 25, New York Giants 24. Die Jaguars waren nach Power-Ranking mit dem minimalsten Vorsprung von 0.4 Punkten favorisiert. Sie gewannen mit dem minimalst möglichen Vorsprung von 1 Punkt, nach 21pts-Rückstand im ersten Viertel.

[22h12] Endstand Tampa Bay 13, Cincinnati 14. Von der Schippe gesprungen.

[22h10] Baltimore 33, San Diego 27 | Q4 2:22. Baltimore mit einem 4th-und-4 an der SD 13, eine Situation, in der auch Ausspielen eine Option gewesen wäre. Zuerst wurde ein Fieldgoal-Fake versucht, in dem man TE #81 Daniels an der Seitenlinie aufstellte. Weil die Chargers im letzten Moment Wind davon bekamen, lässt Harbaugh kicken.

[22h08] Marv Lewis versucht sich innerhalb der 2min-Warning an einer Challenge, weil die Buccs mit 12 Mann auf dem Platz standen.

[22h05] Kein Johnny Fumble in Buffalo.

[22h00] 3:40 vor Toreschluss in Baltimore bringt QB Rivers die Chargers erneut heran: Nur noch 30-27 pro Ravens.

[21h59] Buffalo 23, Cleveland 10 | Q4 3:32. Zwei 3rd-Down Conversions, fünf Minuten verbrannt.

[21h46] Buffalo 20, Cleveland 10 | Q4 8:47. Manziel mit einem smoothen Drive, abgeschlossen höchstpersönlich mit einem Scramble-TD in einen Linebacker in die Endzone hinein springend. Plötzlich ist Leben in der Browns-Offense, und sogar die riskanten Manziel-Pässe in gute Deckung klappen.

[21h41] Johnny Football in Buffalo.

[21h38] Buffalo 20, Cleveland 3 | Q4 12:01. Wieder kein Stich der Bills-Offense und kein 1st-Down. Dafür das nächste Fieldgoal, three score game und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gewonnene Partie für die Bills.

[21h36] Vermutliche Vorentscheidung in Buffalo: Hoyer mit der zweiten INT gegen #25 Searcy. Searcy täuscht Manndeckung an, bleibt dann aber in der Zone und hat ein Leichtes, den Ball zu fangen. Hoyers fünfte INT in den letzten zwei Partien. Die Kameras in Buffalo schwingen nicht etwa auf Searcy, sondern auf den unvermeindlichen Johnny Manziel.

[21h34] Baltimore 23, San Diego 20. Die Chargers bleiben dran und scoren unglaublicherweise einen Run-TD über den gesundeten RB #24 Mathews, der sehr spritzig aussah.

[21h32] Die Jacksonville Jaguars sind das dritte Team nach Buffalo und Indianapolis mit der Kombination „OffenseTD + FumbleReturnTD“, stellen innerhalb von wenigen Minuten zuhause gegen die Giants auf 22-21 Führung. Beide 2pts-Conversions scheitern, aber Coach Bradley war richtig, beide Male zu versuchen.

[21h30] Buffalo 17, Cleveland 3 | Q4 13:41. 49yds-FG Carpenter.

[21h21] Indianapolis 35, Washington 17. Es sah nach zwei langen TD-Drives der Redskins um die Halbzeit herum so aus, als könnte McCoy ein ausgeglichenes Spiel gestalten, aber Indy hat das Spiel nun im Sack: TD-Drive für Luck und dann ein Fumble-Return TD zur Entscheidung.

[21h17] Saints erhöhen in Pittsburgh auf 28-13, weil WR #84 Kenny Stills heute kein Matchup für CB #23 Taylor ist: Taylor wird gekillt. Beim Touchdown wartet Stills sekundenlang frei gen Endzone laufend, bis ihm Brees nun endlich den Ball zukommen lässt. Stills mit 4 Catches für 144yds, 2 TD, eben einem 60yds-TD.

[21h12] Völlig neue Emotionswellen in Buffalo nun: Die Bills-Defense hintereinander mit einer Fast-INT und einem -2yds Tackle gegen #34 Crowell, erzwingt einen Punt und hat desillusionierte Browns momentan komplett im Sack.

[21h10] Trotz aller Sacks und Interceptions hat Andy Dalton im dritten Viertel erstmal die Partie gedreht. TB 10, CIN 14 nach einem langen TD-Drive.

[21h06] Buffalo 14, Cleveland 3 | Q3 7:54. Während ich verzweifelt versuche meinen lahmenden Hotspot zu reanimieren, drehen die Bills mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Spielsekunden die Partie. Erst verteilt QB Orton bei einem 8-Play, 84yds Drive schön den Ball auf zirka all seine Receiver, abgeschlossen mit einem Kurzpass für WR #15 Hogan.

Dann reißt #55 Hughes dem Browns-RB #28 West den Ball aus der Hand und kriegt umzingelt von fünf Bills-Verteidigern auch noch die Zeit, den freien Ball seelenruhig zum TD zu returnieren.

[20h52] Die Bills-Defense kann den Schaden nicht bloß begrenzen, sondern sogar abwenden: Der famose DT #95 Kyle Williams im 3rd-Down mit einem 8yds-Sack gegen Hoyer, der Cleveland aus Fieldgoal-Reichweite bringt. Punt.

[20h49] Interception für Browns-CB #23 Haden, der sich in einem sehr physischen Duell mit WR #14 Watkins durchsetzt und den Slant abfängt. Starkes Play von Haden.

[20h47] An der Buccs-Defense ist schwierig zu erkennen ob ihre verbesserten Zahlen in den letzten Wochen mehr ihrem Fortschritt oder grottenschlechten Tagen von QBs wie Cutler oder heute Dalton zu verdanken sind. Auf alle Fälle heute wieder so ein Spiel, bei dem sich der Gegner brutal schwer tut.


[20h33] Halbzeit Buffalo Bills 0, Cleveland Browns 3

Die Partie geht mit einem geblockten Fieldgoal gegen #2 Dan Carpenter zu Ende. Die Partie ist insgesamt ausgeglichen mit leichten optischen Vorteilen für die Browns, die mehr Yards aus ihren Drives herausquetschten aber ein Fieldgoal verschossen, aber die Bills hatten im Gegenzug Pech mit einer Interception in der Endzone.

Erwähnenswert ist die gute Arbeit der Offense Line der Browns, die trotz zwei Holding-Strafen gegen LT #73 Thomas einen insgesamt sehr guten Job macht und Hoyer die mächtigste Defense Line der Liga vom Leib hält.

Hoyer hat insgesamt einen Tick mehr „Chemie“ mit seiner Ballfänger-Crew als es Orton bei den Bills hat. #12 Gordon macht trotz des INT-Spielzugs von eben einen ordentlichen Job bislang, ist gegen CB Gilmore mindestens auf Augenhöhe.

[20h28] Hoyer ist nun dreimal „geschlüpft“, aber beim vierten Mal passiert die Interception:Klassisches Missverständnis mit dem WR #12 Gordon, der keinen Cut nach innen macht. So wird S #25 Searcy direkt angespielt und kann nicht anders als den Ball abzufangen.

[20h23] New Orleans führt in Pittsburgh mittlerweile 14-6, und noch ärgerlicher für die Steelers ist das Timeout-Management von Head Coach Tomlin, das dazu geführt hat, dass Pittsburgh nun keinen Drive mehr vor der Pause bekommt. Saints kriegen nach der Halbzeit zuerst den Ball.

[20h19] Wieder Sack gegen Kyle Orton, und der nächste Stop gegen die mittlerweile schon enttäuschende Bills-Offense.

[20h12] Buffalo ist doch erst letzte Woche im Schnee komplett versunken. Bei den heutigen Blicken aus dem Stadion hinaus sieht man nur noch wenig Weiß.

[20h08] Nächster langer Drive der Colts, abgeschlossen mit TD. Colt McCoy dagegen mittlerweile bei negativen NY/A. IND 21, WAS 3.

[20h05] K #6 Cundiff semmelt ihn aus 37yds daneben! Davor wieder so ein Browns-Drive mit vielen Plays für jeweils wenig Raumgewinn. Es ist viel Krampf mit im Spiel, auch wegen etlicher Strafen.

[19h55] Interception gegen QB Andy Dalton in der Endzone. Ein schwacher Wurf von Dalton, der damit die 2-9 Buccaneers zurück ins Playoffrennen bringt (sic!). TB 10, CIN 0.

[19h51] Jetzt ist es Kyle Orton mit einem gefährlichen Ball in die Endzone, und Orton hat weniger Glück als vorhin Kollege Hoyer: S #30 Jim Leonhard tippt sich den Ball selbst an und fängt ihn im Nachfassen ab. Leaonhrd hatten wir auf diesem Blog schon einmal in der Rubrik „unterschätzte Spieler„.

[19h48] 49yds-Rush für Dan Herron, und die Colts erhöhen gegen Washington. IND 14, WAS 3.

[19h47] Ende Q1 in Buffalo. Intensives Spiel in Buffalo. Beide Offenses sind bisher noch nicht dazu gekommen, auch mal einen tieferen Ball zu versuchen, fighten sich durch die kurzen Plays.

[19h44] Rivers bringt die Chargers in Baltimore zurück ins Spiel, muss aber Play für Play die Angst vor dem großen Hit aushalten, weil die Ravens die Offense Line San Diegos zerbröseln. BAL 10, SD 7.

[19h42]

[19h33] Buffalo 0, Cleveland 3 | Q1 4:51. Ein langer Drive der Browns-Offense, der auf schnellen Kurzpässen aufgebaut ist, Receivern, die hinter blockenden Kollegen sich die Yards selbst erlaufen. Dazu ein mutiges Laufspiel über vor allem den Rookie #34 Crowell, der sich nach einigen Cuts durch die Defense kämpft. Am Ende muss man aber mit einem kurzen Fieldgoal vorlieb nehmen, weil QB Hoyer einen zu hohen, riskanten Ball für #19 Austin wirft.

Auffällig sind auch die Nickligkeiten in diesen ersten Minuten, in denen es schon zwei Personal-Fouls wegen Taunting (Verarsche des Gegners) gab, und mindestens zwei Rangeleien.

[19h29] Dritter Drive der Colts, und quick-Strike Luck mit 6-Plays, 83yds auf tiefen Routen. IND 7, WAS 3.

[19h25] Albtraum-Start für Andrew Luck gegen Washington: Zwei Drives, zwei Turnovers (Fumble, INT) in den ersten sechs Spielminuten. IND 0, WAS 3.

[19h18] Texans fräsen sich im ersten Drive für 14-Plays, 80yds durch die softe Titans-Defense und gehen in Führung. Es war ein Drive ohne Big-Plays, aber konstant die 6-8yds für Houston.

[19h08] Die ersten Beobachtungen bei Bills vs Browns beschränken sich auf die direkten Matchups in diesem Spiel: Cleveland muss ohne TE #80 Cameron spielen, für ihn läuft #82 Barnidge an. Das macht viel Druck für WR #12 Gordon als größte Waffe im Angriffsspiel. Gordon scheint in den ersten Plays von CB #24 Gilmore, einem Rohdiamanten, bewacht zu werden. Browns-Punt nach einem 1st-Down.


[18h43] Es gibt zwei große Themenblöcke vor dem heutigen Spieltag, die ich bislang unterschlagen habe:

  • Indianapolis Colts gegen Washington Redskins findet heute statt – nicht als Duell der beiden 2012er-WunderQBs im Draft, denn RG3 wurde in Washington auf die Bank gesetzt. Der andere Texaner im Kader, Colt McCoy wird starten, und der Schluss liegt nahe, dass es das für RG3 bei den Redskins war, zumindest solange Jay Gruden dort Headcoach ist. Wie schnell RG3 von der Sensation zu einem Problemfall wurde, überrascht. Ob er noch einmal woanders eine Chance kriegt, bleibt erstmal abzuwarten. Trade-Value gilt als bestenfalls 2.-3. Runde Draftpick, nach „logischen“ Bietern würden Philadelphia oder – harhar – St Louis klingen.
  • Ray Rice darf per Gerichtsbeschluss per sofort von einem NFL-Team eingestellt werden. Der Beschluss ist im Grunde der Todesstoß für Commissioner Roger Goodell, der Rice eigenmächtig seine Sperre verlängerte, aber erst, als die öffentliche Meinung sich voll gegen die NFL gewandelt hatte. Rice‘ Freundin/Frau Janay Palmer, die ihn trotzdem geheiratet hat, gab bei ESPN bemerkenswerte (um es neutral zu formulieren) Statements ab. Rice soll bei mehreren Teams auf dem Einkaufszettel stehen.

Gleich geht es los.

Date am Donnerstag, Week 2: Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers

Ray Rice ist ein Arschloch. Ray Rice knockte im Winter seine damalige Verlobte in einem Aufzug komplett aus und schleppte die Bewusstlose anschließend durch die Gänge. Sie hat ihn trotzdem geheiratet. Die NFL sperrte Ray Rice in der Folge für sagenhafte zwei Spiele. Am Montag veröffentlichte das Klatschmagazin TMZ das Video des K.O.-Schlags. Ray Rice ist seit Montag ehemaliger Baltimore Raven.

Der Fall bleibt auch im Rückspiegel undurchsichtig. Deadspin covert ganz gut die zwielichtige Rolle, die die Liga und ihre Hausreporter, allen voran Obermufti Peter King und Komparsen, darin spielten. Der Fall bleibt auch deswegen spektakulär, weil er mit einer Strafe jenseits von Gut und Böse endete, und erst in zweiter Konsequenz verschärfte Sanktionen für häusliche Gewalt hervor rief. Mit Ruhm bekleckert hat sich niemand. Nicht Rice. Nicht die NFL. Nicht die Baltimore Ravens.

Die könnten aber noch am besten aussteigen: Ray Rice war einer der ineffizientesten Running Backs des letzten Jahres. Ihn und seinen Vertrag ist man nun los. Sie hat ihn trotzdem geheiratet.  Weiterlesen

Super Bowl preview – match-ups Ravens-O v 49ers-D

Korsakoff hat gestern und vorgestern schon das große Bild für die Baltimore Ravens beziehungsweise die San Francisco 49ers gezeichnet. Heute und morgen kommt das kleinere Karo in Form der interessantesten match-ups der beiden Super-Bowl-Kontrahenten. Weiterlesen

NFL Woche 4: Notizblock Browns@Ravens

Gene Steratore ist back! Gestern gab es den ersten Auftritt der regulären Referees nach ihrem Streik. Dabei hatten sie in Baltimore einen ganz ruhigen Abend. Genau das Gegenteil von dem Hexenkessel, den die replacements da am letzten Sonntag angefeuert haben. Was spielerisch so passiert ist, gibt es nach dem Klick.

Stats & more

Gamebook

Am Ende war es wie so oft bei den Ravens, wenn sie gegen eine deutlich schwächere Mannschaft spielen: es wurde unnötig knapp. Kurz vor Schluß hatten die Browns aus 18 Yards Entfernung die Chance, per Touchdown den Ausgleich zu schaffen.

Vor allem in der ersten Halbzeit war es vor allem wieder das seltsame Playcalling von Cam Cameron, daß nicht so aufging, wie er sich das wohl vorgestellt hatte. Ja, die Secondary der Browns ist nicht die beste, vor allem weil CB Joe Haden immer noch gesperrt gefehlt hat. Aber warum 28 Paßversuchen nur sechs Läufe von Ray Rice gegenüberstehen, ist nur schwer nachvollziehbar. Wenn Cleveland an diesem Abend einen herausragenden Pass Rusher gehabt hätte, wär das Spiel tatsächlich so eng gewesen, wie es der Endstand von 23-16 suggeriert.

Ab und zu kam QB Flacco auch mal unter Druck – und sah dabei einige Male recht schlecht aus. Aber wenn er Zeit in der Pocket hatte oder sich einige Zehntelsekunden mit seiner in diesem Spiel wirklich starken pocket awareness erkauft hat, dann hat er Clevelands Secondary seziert. Am Ende standen für ihn, der mittlerweile tatsächlich den Eindruck eines Top-10-Quarterbacks erweckt, mehr als 350 Yards auf der Uhr. Nachdem WR Torrey Smith in der ersten Halbzeit acht Mal sein anvisiertes Ziel gewesen ist (vorzugsweise tief, aber nur einmal erfolgreich), hat in der zweiten Hälfte WR Anquan Boldin die harte Arbeit übernommen und ein ums andere Mal über Mitteldistanzrouten Bälle (acht in Hälfte zwo für mehr als 100 Yards) und harte Hits (unzählige) eingesteckt.

Auf der anderen Seite war es ähnlich. RB Trent Richardson hat nur 14 Carries bekommen, während Brandon Weeden 52 Pässe geworfen hat. Baltimore hat es nicht geschafft, mit der Front Four Druck auf Weeden zu machen und ist darum schnell dazu übergegangen, viele Blitzes auf ihn loszulassen. Was gegen Rookies für gewöhnlich auch immer ein probates Mittel ist. Erst zum Ende der ersten Halbzeit kamen Weeden und seine Offensive Line damit etwas besser klar und nach einigen Big Plays zu WR Greg Litte und Travis Benjamin konnte Richardson dann kurz vor dem Pausenpfiff auch zum 7-9 in die Endzone marschieren. Stand Weeden mal nicht unter Druck, sah er sogar aus wie ein richtiger NFL-Quarterback.

Auch das dritte Viertel über konnten die Browns noch mithalten, aber eine Interception bei einer kurzen out route auf die links Seite war Weeden überrascht von der Schnelligkeit Cary Williams, der entspannt über 60 Yards in die Endzone traben konnte. Neben dieser Interception, die ein klassischer Rookiefehler war, hat vor allem WR Little seine Coaches und seinen Quarterback zur Verzweiflung gebracht. Wie auch schon im letzten Jahr kann er einfachste Bälle einfach nicht festhalten. Ein starkes big play wechselt sich bei ihm immer mit einem fallengelassenen Touchdown ab.

Insgesamt war Baltimore wenig konsequent und hat von den Fehlern Clevelands profitiert. Wobei die Ravens aber die deutlich bessere Mannschaft waren und der Sieg eigentlich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war.

Überragend war mal wieder Haloti Ngata, der jeden OLiner der Browns mindestens einmal vernascht hat. Auch stark war OLB Paul Kruger, der seinen Stammplatz bombensicher hat. Während Rookie Courtney Upshaw meistens nur in der Nickel-D spielt und sonst hinter Albert McClellan zurücktreten muß.

Glaskugel 2012: Baltimore Ravens

Die Baltimore Ravens sind ein überschätztes Team, das mindestens im letzten Jahr völlig über seine Verhältnisse gespielt hat. Joe Flacco kratzt nicht mal am Top-10-QB-Status. Offensive Coordinator ist ein älterer Brian Schottenheimer, der sich für das klügste Mastermind der Liga hält, aber oft einfach nur albernern Quatsch macht. Die Defense wird getragen von von einem 37 Jahre alten Linebacker, der schon lange seine physischen Verfallserscheinungen nicht mehr mit Feuer und Wille wettmachen kann. Der zweite Eckpfeiler, Safety Ed Reed, hat zum wiederholten Male ernsthaft überlegt zurückzutreten, weil seine Knochen nur noch eine Packung Cornflakes sind. Der wahre MVP und Defensive Player of the Year, Terrell Suggs, hat sich die Achillessehne gerissen und ist vielleicht 2013 wieder auf seinem alten Niveau. Einen erstklassigen WR kennt man in Baltimore nur aus dem Fernsehen. “Superstar” Michael Oher ist auch nur ein Fernseh- oder Kinostar. Ray Rice, der beste Angreifer, schert sich nur um seine Kohle und nicht um den um ihn herum verfallenden Haufen, in dem ein 200kg schwerer Rentner die Blind Side verteidigt. Schließlich ist auch noch der Defensive Coordinator abgehauen.

Damit geben wir nun ab zu Alters Ego, der sich mit tatsächlichen Ergebnissen und Zahlen beschäftigt. Die Ravens haben unter John Harbaugh, seit 2008, 44 Spiele in der Regular Season gewonnen; fünf Playoffsiege eingefahren, davon vier auswärts; und standen zwei Mal im AFC Championship Game. Alle Playoff-Teams, gegen die Baltimore letzte Saison gespielt hat, wurden geschlagen: 2x Steelers, 2x Texans, 2x Bengals plus die 49ers. Nur gegen die Patriots haben sie verloren, im Championship Game – aber auch das erst, nachdem sie den Game-Winning-TD eigentlich schon hatten und nachdem ihr Idiot Kicker ein 23-Yard-FG in die Rabatten gejagt hat.

Offense

Schedule

Wk1 v CIN (MNF)
Wk2 @ PHI
Wk3 v NE (SNF)
Wk4 v CLE (TNF)
Wk5 @ KC
Wk6 v DAL
Wk7 @ HOU
Wk8 BYE
Wk9 @ CLE
Wk10 v OAK
Wk11 @ PIT (SNF)
Wk12 @ SD
Wk13 v PIT
Wk14 @ WAS
Wk15 v DEN
Wk16 v NYG
Wk17 @ CIN

Alter guckt sich auf diesen Absatz Egos hin die Offense genauer an und meint, ich bleib dabei: überschätzt. Joe Flacco bringt nicht mal 58% seiner Pässe an den Mann, schafft keine 7 Yards/Paßversuch und sein QB-Rating ist auf Mark-Sanchez-Niveau. Und ja, Rumbling RB Ray Rice from Rutgers ist ein Guter, aber: 1364 Yards, von denen 400 (!) in zwei Spielen gegen Browns und Bengals kamen? 11 Spiele mit weniger als 90 Rushing Yards? In den Playoffs 42 Läufe für 127 Yards – 3,0 Yds/Carry?!? Und wer spielt da nochmal WR? Anquan Boldin, der in seinem Leben noch nicht einen wichtigen Ball festhalten konnte? Torrey Smith, der nichts kann außer gerdeauslaufen – und das auch nur, wenn niemand im Weg steht?

Das läßt Ego natürlich nicht auf sich sitzen und kontert: wir reden hier von dem Angriff, der als einziger mehr als 350 Yards Raumgewinn gegen die Steelers erzielt hat – und das zwei Mal! Die Ravens, die der guten Bengals-D in zwei Spielen mehr 700 abgetrotzt hat, den Browns 800. Die ach-so-starke AFC North mit sechs Siegen in sechs Spielen in Grund und Boden getrampelt hat?

Alter meint darauf trocken: ich meine die Ravens, die gegen Tennessee, San Diego, Seattle und Jacksonville verloren haben, die alle nicht in die Playoffs gekommen sind. Sieben Punkte gegen Jacksonville! Und gegen die Patriots im Championship Game war auch nur das Ergebnis knapp. New England hat Baltimore so sehr auf die leichte Schulter genommen, daß Julian Edelman im alles entscheidende Drive Anquan Boldin verteidigt hat! Daß sogar eine gute Aktion von Sterling Moore (wer?) gereicht hat, um den Touchdown zu verhindern.

Defense

Laß uns über die Defense reden, lenkt Ego ab. Neunmal 14 oder weniger Punkte zugelassen, nach Yards die Nr. 3 der Liga, nach Punkten die Nr. 3; verdammt nochmal: in drei Spielen weniger als 100 Passing-Yards zugelassen! Das ist ungesehen in der heutigen NFL! T-Sizzle, Ed Reed und Ray Lewis, dazu die starken junge CBs Ladarius Webb und Jimmy Smith. Durch gute Drafts kommen dazu noch viele junge Talente in der Front Seven: Pernell McPhee, Mount Cody, Sergio Kindle, Paul Kruger, Cortney Upsahw. Und ach ja, schon mal was von Haloti Ngata gehört? Das ich nicht ein hervorragender Kern einer Defense, sondern ein Fundament, auf dem ein Wolkenkratzer stehen könnte.

Daß zu kontern ist fast zu einfach, lächelt Alter. Ray Lewis spielt seit gefühlt 50 Jahren in der NFL, spätesten jetzt wird man ihm das auch ansehen. Suggs wird gar nicht spielen. Ed Reed wird wie immer die Hälfte der Saison verletzt sein, bei einer Verletzung vielleicht auch einfach hinwerfen, weil sein späteres Leben ihm viel mehr Wert ist, als eine NFL-Saison mehr oder weniger. Cody, Kindle, Upshaw, Kruger, McPhee: große Namen. Gute Presse. Sicherlich auch Talent, nur: gezeigt haben sie bis jetzt nichts besonderes. Beinahe jedes Team hat einige solcher talentierter Jungspunde, die nach Ansicht der eigenen Fans dieses Jahr ganz bestimmt voll durchstarten. LB und edge setter par excellence Jarret Johnson ist übrigens auch nicht mehr da.

Hinzu kommt noch die Sache mit dem Defensive Coordinator, setzt Alter gleich nach. Chuck Pagano war der letzte in einer langen Reihe von DCs, die das spezielle System der Ravens-D über viele Jahre als Assistant aufgesogen hat und fortführen konnte. Dean Pees ist ein gesichtsloser Handlanger, der ganz sicher nicht in einer Riege mit Marvin Lewis, Mike Nolan, Rex Ryan und eben Pagano stehen wird.

Egos Gesicht rötet sich. Nur weil Pees nicht bekannt ist, heißt das noch lange nicht, daß er nichts taugt. Er hat immerhin sechs Jahre lang für Bill Belichick gearbeitet. Und daß Baltimore ihn jetzt in eine Reihe mit Lewis, Nolan und Ryan stellt, spricht eindeutig für ihn. Und, lieber Alter, zu Ngata hast du vorsorglich auch kein Wort verloren. Denn auch Du weißt, daß dieser 150kg-Koloß, der beweglich und quick ist wie ein Linebacker, absolut einzigartig ist.Wie Darrelle Revis für die Jets oder Patrick Willis für die 49ers, so zählt auch Ngata eigentlich für zwei, so unfaßbar gut und so unglaublich viel besser als alle anderen auf seiner Position ist er.

Ausblick

Alter wirft dann schnell noch das nicht wiederholbare Turnover-Glück in den Raum, worauf Ego entgegnet, daß dann aber auch wirklich mal über die tollen Cornerbacks geredet werden müsse. Aber Alter und Ego müssen los – zum Taligaiting für das Hall of Fame Game (ja, das ist schon übermorgen!). Ihre Prognosen hört man noch, während sie verschwinden.

Ego ist überzeugt: Baltimore war nicht zufällig vier Jahre in Folge in den Playoffs. Baltimore hat auch in dieser Saison viel, viel individuelles Talent, starkes Coaching und durch die erstklassige Arbeit von GM Ozzie Newsome mehr Tiefe im Kader, als die meisten anderen Mannschaften. Playoffs sind locker drin und wenn Flacco noch ein kleines Schippchen draufpackt und Ray Rice einfach so weitermacht wie bisher, dann trifft der Kicker im nächsten Championship Game auch.

Alter wirft zum Abschluß die 2008er Tampa Bay Buccaneers in den Raum. Weißt Du noch, Ego, damals? Einige Besserwisser haben schon 2007 gesagt, daß die Bucs deutlich über ihre Verhältnissen spielen. Die Defense war von hervorragend auf gut abgerutscht, hatte aber komischerweise trotzdem noch sehr gute Statistiken. Der QB, Jeff Garcia, war damals nicht schlechter als heute Flacco. Der junge Head Coach hatte immer noch sein Wunderkind-Image. Und als Tampa 2008 neun der ersten 12 Spiele gewann, haben alle über die Besserwisser gelacht. Die restlichen vier Spiele gingen alle in die Hose und plötzlich wußten alle, daß ein Neuanfang nötig ist. Man kann seine Schwächen nicht für immer verstecken und wenn die Schwächen allzu deutlich werden, hat auch keiner mehr Angst vor ihnen. You can fool some people some time, but you can´t fool all the people all the time.

So gehen Alter und Ego von dannen und freuen sich beide auf das, was die Glaskugel dann schließlich im Herbst ausschütten wird.

Baltimore Ravens in der Frischzellenkur 2012

  • #35 (2) OLB Courtney Upshaw (Alabama)
  • #60 (2) G Kelechi Osemele (Iowa State)
  • #84 (3) RB Bernard Pierce (Temple)
  • #98 (4) G/C Gino Gradkowski (Delaware)
  • #130 (4) S Christian Thompson (South Carolina State)
  • #169 (5) CB Asa Jackson (Cal Poly)
  • #198 (6) WR Tommy Streeter (Miami, Fl.)
  • #236 (7) DE Deangelo Tyson (Georgia)
…und dann kam auch noch ein wenig Glück dazu: Weil die meisten nicht so Recht wußten, wie Alabamas Courtney Upshaw in der NFL am besten einzusetzen wäre, ist er bis in die zweite Runde abgerutscht. Obwohl er ganz klar ein 1st-round Talent ist. Upshaw ist ein ungemein aggressiver Edge Rusher wie auch Edge Setter – die letztere Position wurde vom abgewanderten Jarrett Johnson ausgefüllt, die erstere vom nun verletzten Terrell Suggs (Achillessehnenriß, mehrere Monate Pause). Bei der Crimson Tide hat Upshaw rechts wie links, DE wie OLB und im 2-point stance wie auch mit Händen im Dreck gespielt. Mit seinem sehr kräftigen Körperbau – 123kg auf 1,88m -, seiner Aggressivität, seiner Sicherheit als Tackler und nicht zuletzt seiner Ausbildung bei der Defensiv-Schmiede schlechthin machen ihn in Runde Zwei zum Steal und perfect fit für die Ravens.

Aus den drei folgenden Picks läßt sich ziemlich deutlich herauslesen, was für eine Offensive die Raben haben wollen. Offensichtlich ist es keine, die auf Joe Flaccos Schultern lastet. Mit den Guards Kelechi Osemele und Gino Gradkowski hat sich Baltimore mächtig Beef für die Mitte der O-Line geangelt. Die wichtigste Aufgabe der inside guys (Guards und Center) ist das Reißen von großen Löchern für die Running Backs. Bei Delawares Gradkowski müssen die Herren um Ozzie Newsome sehr viel Talent gesehen haben. In den meisten pre-draft Berichten ist mir sein Name nicht einmal über den Weg gelaufen und von den meisten Auguren wurde er auch nur Free Agent eingestuft. Er kann sowohl Guard als auch Center spielen und wird damit wohl als Nachfolger für den alten Matt Birk aufgebaut.

Als Komplementärstück zu Ray Rice kommt in der dritten Runde Temples Bernard Pierce neu in den Angriff. Auch diesen wollten die Ravens unbedingt haben. So sehr, daß sie ihren 3rd-rd pick (#91) und einen 5th-rd rounder (#164) nach Atlanta geschickt haben, um sieben Plätze nach vorne zu rücken. Der Angriff wird um die Running Backs und das Laufspiel herum aufgebaut. QB Flacco soll nicht zu viel Last tragen müssen, sondern vor allem nichts kaputt machen und ab und zu mal ein Big Play raushauen.

In den Runden vier und fünf verstärkt Baltimore die Tiefe Im Defensive Backfield. Auffällig ist hier, daß nach Gradkowski auch S Christian Thompson und CB Asa Jackson von FCS- (Div-II) Schools kommen. Traditionell bekommen die mid- und late-round picks bei den Ravens immer viel Zeit sich zu entwickeln und müssen nicht als Rookies schon Aufgaben übernehmen, die noch eine Nummer zu groß für sie sind.

Überblick

So richtig große Löcher hatten die Baltimore Ravens mal wieder nicht. Den Verlust von OLB Johnson (geplant) und DE Suggs (nicht geplant) konnte mit Upshaw zumindest teilweise wettgemacht werden. RB Pierce und die beiden O-Liner Osemele und Gradkowski machen deutlich, daß das Power Game der Fokus ist und nicht der endgültig als mittelmäßig entlarvte Quarterback Flacco. Obwohl das Receiving-Corps sehr dünn ist, hat er erst zum Ende der sechsten Runde ein neues Spielzeug bekommen. Weil Tommy Streeter aber 1,93m groß ist und eine 4.4 läuft, ist es zumindest ein interessantes Spielzeug. Dazu noch Kadertiefe für Secondary und Special Teams sowie ein vielseitiger D-Liner in Runde sieben und fertig ist eine typische solide Draft von Ozzie Newsome.

2011/12 Championship Games – 49ers, Giants, Patriots, Ravens

San Francisco lebte von den Special Teams – und sie starben mit den Special Teams. Auch wenn die Punt- und Field-Goal-Units gerne unterschätzt werden, letztlich machen sie doch nur ein Drittel einer Footballmannschaft aus. Mit so einer lächerlichen Offense, die nur einen von dreizehn Third Downs verwandeln kann und abgesehen von zwei Dummheiten der Giants-Safeties im Wert von 112 Yards und zwei Touchdowns gar nichts auf die Reihe bekommt, hat man es bei aller Liebe auch nicht verdient, im letzten Spiel des Jahres noch mit dabei zu sein.

Die Defense dagegen, vor allem die Smiths Justin und Aldon, DE Ray McDonald und LB Patrick Willis haben am Sonntag in einer anderen Liga gespielt und Eli Manning derart vermöbelt, daß die beiden Offensive Tackles David Diehl und Karrem McKenzie spätestens ab jetzt Mannings Krankenversicherungsbeiträge zahlen sollten. Nichtsdestotrotz hat Eli nicht nur sechs Sacks und mehr als 20 weitere Hits eingesteckt, sondern auch 316 Yards ausgeteilt. Glücklicherweise spielt er im Super Bowl gegen die Defense der Patriots, den härtesten Job hat er jetzt hinter sich. Die Pats-D hat sich zwar in den letzten Wochen gesteigert, aber die Herren Arrington, Moore, Molden, McCourty und Edelman werden mit dem WR-Trio Manningham/Nicks/Cruuuuuuuuuz schwer zu schaffen haben.

Dafür war die Front Seven wie schon gegen Denver in den Divisionals on fire. Vince Wilfork hat das Spiel seines Lebens gemacht und auch die anderen drei D-Liner Kyle Love, Brandon Deaderick und Gerrard Warren haben so gespielt, wie es eigentlich Albert Haynesworth und der ehemalige 2nd-rd Pick Ron Brace hätten tun sollen. Jerod Mayo und Brandon Spikes entwickeln sich langsam, aber sicher zu einem der besten ILB-Duos der Liga, das scheint auch der Grund für 3-4-Renaissance zu sein.

Joe Flacco hat gegen die Verteidigung, die sich auf Ray Rice konzentriert hat, ganz anständig gespielt. Man kann ja sagen, das waren nur die Patriots und er hat einige offene Leute überworfen, aber in einem Championship Game mit dem ganzen Druck, der auf ihm lastete, Tom Brady in den Schatten zu stellen, verdient Respekt. Und wenn Lee Evans den letzten Ball in der Endzone festhält, ist er der große Gamewinner und niemand würde ihm mehr Winner- und Leaderqualitäten absprechen. Übrigens hatten wie im letzten Jahr die in der Offseason als Verstärkung geholten WR die spielentscheidenen Bälle in der Hand – und ließen sie fallen.

Offensive Coordinator Cam Cameron hat mal wieder mit konservativem Playcalling geglänzt, was keine Überraschung war. Die Patriots dagegen haben mit ihrem Playcalling überrascht – negativ. Das erste Mal seit 364 Jahren haben sie einen 4th-and-1 in der gegnerischen Redzone nicht ausgespielt. Und haben Tom Brady am Ende der ersten Halbzeit keine Chance gegeben, mit einer Minuten auf der Uhr und zwei Auszeiten in der Tasche wenigstens noch in FG-Range zu kommen. Nicht mal mehr Bill Belichick und OC Bill O`Brien scheinen noch besonders viel Vertrauen in ihren Posterboy zu haben. Brady hat teilweise eine Cam-Newton´sche Accuracy an den Tag gelegt und hanebüchene Entscheidungen getroffen, für die sich sogar Brett Favre geschämt hätte. Tiefer Ball zu Matt Slater, der drei Defensive Backs bis zur Endzone mitgenommen hat, im vierten Viertel – ernsthaft? Hoffentlich kommt am Ende der Saison raus, daß Brady seit Oktober mit ausgekugelter Schulter spielt oder seine Wurfhand gegen eine Prothese ausgetauscht wurde. Falls nicht, muß man sich ernsthaft Sorgen um seine Zukunft machen.

Divisional Playoffs am Sonntag

Auch heute gilt wieder: Der Blogeintrag ist vor den Samstagnachtspielen entstanden – also keine Spoilergefahr bis wenigstens zum Artikelende.

Baltimore Ravens – Houston Texans

19h LIVE bei ESPN America und SPORT1+
ESPNA-Tapes: 16.1. um 10h und 17.1. um 15h
SPORT1+ Tape: 16.1. um 22h05

Die Auftaktpartie am heutigen Abend verspricht, ein eher defensivlastiges Duell zu werden – denn beide Teams sind im Kern ähnlich gebaut.

Die Baltimore Ravens definieren sich seit ich denken kann über knackige, physische Defense. 2011/12 liest sich das in Zahlen so:

Zugelassene Punkte/Spiel          16.6     #3
Yards pro zugelassenem Punkt      17.4     #7
Zugelassene Yards/Spielzug         4.8     #2
Zugelassene Passyards/Spielzug     5.9     #1
Zugelassene Laufyards/Spielzug     3.5     #1
Third-Down Effizienz              32.1%    #2

Philosophisch sind die Ravens dafür gebaut, mit testosterongeschwängerten Hits Rabatz zu veranstalten und dabei diszipliniert genug zu sein, um keine Fehler zu machen. Das Defensive Backfield ist dabei noch die größte „Schwäche“, aber weil mit FS #20 Ed Reed der am meisten gefürchtete Freelancer in der NFL dort aufläuft, kann sich Baltimore trauen, ein Spurenelement aggressiver mit seiner Front Seven vorzugehen: Die Defensive Line ist gebaut um die monströs gebauten DT Haloti Ngata (1,93m/150kg) und NT Terrance Cody (1,93m/158kg), die beide noch junge Spieler sind und den gefürchteten Linebackers um meinen Defensivspieler des Jahres, Terrell Suggs, den Rücken freihalten.

Nun kommt mit den Houston Texans eine Offense daher, die nach den Ausfällen der besten Quarterbacks recht limitiert im Angriff sein wird: QB T.J. Yates wird zwar auf den schwer abzudeckenden WR Andre Johnson bauen können, aber man scheint Grünschnabel Yates nicht wirklich zu vertrauen und setzt bevorzugt auf Laufspiel um RB Arian Foster und RB Ben Tate – ein Laufspiel, das hinter einer athletischen Offensive Line („Zone Blocking“) 4.5yds/Play (#7) macht. „Zone Blocking“ bedeutet allerdings eine Herangehensweise eher an ein „laterales Laufspiel“, in dem der Back nicht die Schultern runternimmt und sofort losläuft, sondern erstmal wartet, bis sich die Lücke geöffnet hat. Dummerweise sind ausgerechnet die Outside Linebackers der Ravens (Suggs/Johnson) athletisch genug, um sich nicht über die Außen verarschen zu lassen.

Schauen wir uns im Umkehrschluss die Abwehr der Houston Texans an – eine Defense, die gefühlt recht ordinär auftritt, wo aber seit Wade Phillips und „3-4“ gilt: Es wird mit Disziplin exekutiert, wenig Raumgewinn aufgegeben, aber halt auch nicht die Masse an Turnovers kreiert:

Zugelassene Punkte/Spiel          17.4     #4
Yards pro zugelassenem Punkt      16.4     #11
Zugelassene Yards/Spielzug         5.0     #3
Zugelassene Passyards/Spielzug     5.6     #2
Zugelassene Laufyards/Spielzug     4.1     #11
Third-Down Effizienz              36.6%    #15

Zugegebenerweise hat man nur gegen wenige wirklich starke Offenses antreten müssen, aber verglichen mit dem Hühnerhaufen aus der letzten Saison sind das phänomenale Zahlen, zumal mit OLB Mario Williams auch noch der beste Passrusher seit Woche 5 auf der IR sitzt. Houston ist in der Lage, Druck mit seiner Front Seven zu veranstalten und genießt im Defensive Backfield den Luxus, mit CB Jonathan Joseph einen vertrauenswürdigen Deckungsspieler zu besitzen, der in den letzten Jahren abgegangen war. Dummerweise ließ sich genau jener Joseph im direkten Duell in der Regular Season von WR Anquan Boldin arg verbrennen (8 Pässe/132yds) – und noch dümmererweise ist exakt jener Boldin pünktlich für die Playoffs wieder fit geworden.

Boldin ist eine wertvolle Präsenz für die Ravens, die dadurch wieder eine ernsthafte Pass-Bedrohung aufbauen können, die sie ohne nicht hätten: QB Joe Flacco stagniert in seiner Entwicklung und ist vor allem mit seiner geringen Completion-Rate (57.6%) ein Ärgernis, weswegen sich die Ravens im Angriff bevorzugt auf den großartigen RB Ray Rice (1364yds/12 TD, 76 Catches/704yds, 3 TD) verlassen – jener Rice, der durchaus ein paar Stimmen in der Wahl zum Offensivspieler des Jahres verdient hätte. Rice wird ein paar Dankesgrüße in den Himmel geschickt haben, dass dank Boldins Rückkehr mehr Raum für das Laufspiel kommt. Apropos „Räume“: Die werden auch durch einen der besten Vorblocker, FB Vonta Leach, frei – jenem Mann, der in der vergangenen Saison noch in Houston groß aufspielte.

Ich glaube, dass Baltimore das Spiel gewinnen wird und dass es ein klarer Sieg werden wird. Houston ist nicht weit vom Prädikat „Top-Team“ entfernt, aber wer gegen die Ravens so stark auf sein Laufspiel angewiesen ist, wird sich per se schwer tun. 14pts-Sieg für Baltimore in einer flotten (weil viel Laufspiel) Partie mit wenig erbaulichem Luftangriff auf beiden Seiten.

Green Bay Packers – New York Giants

22h30 LIVE bei ESPN America, SPORT1+ und PULS4
ESPNA-Tape: 16.1. um 17h

Eine Partie, zu der Herrmann am Freitag fast alles schrieb, was zum Sagen war. Hüben wie drüben sieht die Medienlandschaft ein Matchup schier auf Augenhöhe – die NFL hat die Geister von 2007/08 als gerufen, als die Giants wie diesmal nach wechselhafter Regular Season plötzlich ein Formhoch erlebten und reihenweise Favoriten stürzten.

Möglicherweise sind die New York Giants die „kompletteste“ verbliebene Mannschaft im NFL-Titelrennen 2011/12, das von Teams mit einer herausragenden Stärke und eher mäßigem Rest-Kader dominiert zu werden scheint. Aber die Giants sind auch eine Wundertüte, statistisch über die Saison fast überall im Mittelfeld klassiert, aber wochenweise mit großen Ausreißern nach oben und unten. Die Konstanten sind die Combo Manning/Cruz und der Pass Rush, in welchem auch der Schlüssel von Big Blue liegen dürfte: Kann man auf eine wackelige Offensive Line der Käsköpp genügend Druck ausüben, um das phänomenale Timing zwischen QB Aaron Rodgers und seinen Wide Receivers (WR Jennings mit seinem Comeback) zu brechen und möglicherweise den einen oder anderen Turnover zu kreieren?

Für Green Bay wird der Schlüssel neben der Offensive Line vor allem darin liegen, einen oder zwei Bälle abzufangen. Die Defense – eigentlich über Jahre eine Stärke – ist zu einem Torso verfallen und lässt sagenhafte 6.5yds/Spielzug – Rote Laterne unter den 32 NFL-Teams, und man ist gleichermaßen schlecht gegen Laufspiel (#26) wie Passspiel (#27). Dass man trotzdem zu den effizientesten Teams gehört, liegt an den 31 Interceptions – Spitzenwert mit meilenweitem Abstand (#2 S.F. mit 23 INTs). Allein: Im Dezember kamen die Kansas City Chiefs für einmal ohne Ballverlust durch – prompt folgte die einzige Saisonniederlage für Green Bay.

Das Spiel ist schwer zu tippen. Beide Kontrahenten haben ihre Flauseln, und wenn eine auf Big Plays ausgerichtete Offense (Giants) gegen eine allein über Turnover operierende Defense (Packers) angesetzt wird, können oft kleine Fehler große Auswirkungen haben. Sieg Packers.

NFL Woche 17 – Rückblick: Bills/Patriots, Ravens/Bengals

Buffalo Bills (6-9) @ New England Patriots (12-3)
Wer kennt das nicht: man guckt ein Spiel der New England Patriots, die Defense ist ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, die Offense sieht aus wie die Colts ohne Peyton Manning und der Gegner, in diesem Falle die Buffalo Bills, führen schon im ersten Viertel mit 21-0. Ist ja nicht das erste Mal, daß New England in dieser Saison so aussieht, also wundert man sich nicht.

Und dann, auch wie immer, schaltet der Angriff auf No-Huddle-Offense um, marschiert mit neun Plays über 77 Yards in die Endzone und gibt ein Lebenszeichen von sich. Anschließend stoppt die Defense bei einem 3rd Down die Bills und Brady orchestriert mit seinen Lieblingswaffen Aaron “YAC” Hernandez und dem großen, bösen Gronk nochmal eine schöne Serie und es steht 14-21. Damit es nicht zu langweilig wird, wirft der schlechte Brady – der sich jedes Spiel mit dem guten Brady teilt wie in einer schlechten “Good Cop, Bad Cop” Klamotte – kurz vor der Halbzeit in des Gegners Hälfte noch eine Interception.

Der große Obercop Belichick macht seinem Team dann in der Umkleide während der Halbzeit richtig Angst und Beine und eh man sich versieht, steht es nach tollem Return nach noch besserer Interception von Rookie DB Sterling Moore 28-21. Wenn man schon mal bei unbekannten Verteidigern aus Bellys Zauberkiste ist, kann man noch erwähnen, daß Devon McCourty dieses Mal neben dem wiedergenesenen Pat Chung Safety gespielt hat; Kyle Arrington und Antwaun Molden die CBs an der Außenlinie geben und ein gewisser Nate Jones sich mit Mr. Everything Julian Edelman als Nickelback abwechselt. Zum Abschluß fangen McCourty, Arrington und nochmal Moore drei Fitzpatrick Bälle ab und auf dem Scoreboard steht: Pats 49, Bills 21.

Baltimore Ravens (11-4) @ Cincinnati Bengals (9-6)
Die Offense der Ravens ist von Ray Rice so abhängig wie der Käse von der Milch. Weil die aggressive Bowlingkugel das auch weiß und das Spiel nicht in Joe Flaccos Hände legen will, rumpelt er sich schon in der ersten Serie über 70 Yards in die Endzone. Cincinnati spielt nicht schlecht, aber stellt sich ein wenig dämlich an: Rookie Andy Dalton überwirft einen offenen WR in der Endzone und es springt nur ein FG heraus; beim nächsten Besuch in Baltimores Hälfte vergeigt Kicker Mike Nugent auch noch den FG-Versuch.

Noch mehr Dummheiten und auch (Schiedsrichter-)Pech verhageln den Bengals das Ende der ersten Halbzeit. Erst gibt es einen perfekten Punt bis an die 1-Yd-Linie, den aber ein Special Teamer der Bengals zum Touchback macht, weil er auf die Endzonenlinie rutscht. Dann gurkt Baltimore das Feld hinunter mit Hilfe einer Holding-Strafe der Bengals bei einem dritten Versuch; einer mehr als fragwürdigen Unnecessary Roughness Strafe gegen Cincy; noch einer Holding Flag gegen die Defense und kurz vor dem Pausenpfiff fängt TE Dennis Pitta einen Paß in der Endzone. Die Bengals haben die meiste Zeit gut verteidigt, aber: 1 Big Play Rice + kleine Dummheiten + Strafen (überflüssige und fragwürdige) – ein AJ Green, der gar nicht im Spiel ist = 17-3 Ravens.

Aufopferungsvoll kämpft Cincinnati in der zweiten Hälfte und schafft auch den momentum change. 3&out Ravens, TD Bernard Scott, 3&out Ravens mit anschließendem schlechten Punt von Sam Koch und eingenetzem FG und die Bengals sind 12:35 Minuten vor Spielende auf 13-17 rangekommen. Ärgerlicherweise für die Nr. 3 der AFC North zeigt Terrell Suggs, der die meiste Zeit beeindruckend von LT Andre Whitworth in Schach gehalten wurde, doch noch, warum er Defensive Player of the Year werden sollte: er provoziert einen Fumble von Jerome Simpson an Baltimores 40 und wenige Spielzüge später hat Ray Rice sein zweites Big Play, dieses Mal über 51 Yards zum 24-13. Auch zu diesem Zeitpunkt gibt Cincy nicht auf, aber in Folge furchtbar rookiemäßigen Clock Managements von Dalton braucht Baltimore nach dem 16-24 mit 2:39 Minuten zu spielen nur ein First Down um den Sack zuzumachen und macht das auch. Cincinnati geht nach dieser couragierten Leistung als Favorit in das Wild-Card-Spiel gegen die Houston Texans nächste Woche und Baltimore kann – nach dem folgenden spielfreien Wochenende – nur hoffen, daß Ray Rice auch im nächsten Spiel mindestens zwei Big Plays macht, sonst sieht es düster aus.

Notizblock NFL Woche 11: CIN/BAL & PHI/NYG

Cincinnati Bengals (6-3) @ Baltimore Ravens (6-3) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: Ray Lewis, Ray Lewis, Ray Lewis]

TD Drive CIN: zwei big plays + DPI

TD Drive BAL: blown coverage nach roll out Flacoo

– Q2/10:10: BAL wirft jetzt immer öfter aus I-Formation; WR Torrey Smith viel zu schnell für CB Clements und Flacco wirft perfekten Paß

– es geht nur über Big Plays; keine Offense bringt mal einen längeren Drive zustande

– furchtbare INT von Flacco gegen Nate Clements w/1:24 in CIN territority

– und dann nach zwei First Downs wirft Dalton einen schrecklichen Ball mitten in die Endzone, wo Ed Reed in natürlich findet (Hey Dalton, lerne bitte Ed Reed vor dem Spiel gegen Baltimore kennen!)

– beiden Verteidigungsreihen spielen das sehr gut und diszipliniert; vor allem von der Ravens-D ist immer einer da, wo der Ball ist und kein Tackle wird verpaßt; Laufspiel geht gar nicht bei beiden; 7 3&outs in der ersten Hälfte; 14-7 Ravens

Das war tatsächlich alles Wichtige aus der ersten Hälfte.

– Q3/13:12 dann aus dem Nichts rennt Ray Rice über 60 Yards, weil Safety Chris Crocker einen völlig falschen Winkel nimmt und den Tackle verpaßt; es wird aber doch nur ein FG; 17-7 BAL (Q3/10:50)

– Q3/6:51 nach einem starken Play, bei dem er zwei fast-Sacks entkommt und seinen FB tief ganz offen findet und einer blown coverage gegen TE Gresham ist Ciny plötzlich in der EZ und es steht 14-17

Ravens D spielt fast aussschließlich Base-D gegen CIN; CIN ohne deep threat, weil A.J. Green verletzt draußen sitzt, versucht im 3ten Viertel mal einen Flea Flicker und RB Benson schafft nicht mal den Paß zu Dalton

– Q3/0:40: Dalton mit fürchterlicher INT bei einem Slant; Jimmy Smith fumblet den Ball, der fliegt durch die gesamte Redzone und die Ravens sichern den Ball an der 2-Yd-Linie, next play TD Rice 24-14

– Dalton dann wieder mit schlechtem Paß und INT von CB Webb; Q4/ 14:02; nächster Spielzug Playaction Flacco tief auf WR Smith; 31-14

– Jimmy Smith läßt Andre Caldwell einfach so vorbeilaufen; 10:59, starker Paß von Dalton, Cincy gibt nicht auf 21-31

– über die Mitte wirft Dalton richtig gut; aber bei Pässen an die Seitenlinie und bei Slants hat er immer wieder accuracy Probleme; kaum hab ich das aufgeschrieben, wirft er eine out-route zum TD (Gresham) nach anständigem hurry-up-drive 28-31; 5:35, der dann aber doch nicht zählt nach Calvin-Johnson-Catch-Rule-Overturning; FG zum 24-31; Cin jetzt fast ständig mi 7 Mann in Protection und nur 3 Recivers auf Routen, um es einfacher für Dalton (und die OLine) zu machen

– kurz vor der 2-min-warning stoppen die Bengals die Ravens bei 3rd&1 und bekommen nochmal einen Drive

– Dalton starts on own 13 w/ 2:27; WR Jerome Simpson macht das Spiel seines Lebens; Dalton mit starker 45yd-Bombe und Riesencatch von Simpson

– in der RZ dann wieder der schlechte Dalton: schlechter Paß on kurzer Out-route und intentional grounding (der horse-collar tackle von Suggs wird komischerweise einfach ignoriert); 3rd&goal from BAL17; die O-Line bricht total zusammen bei den vier Downs and Goal to go gegen 3-Man-Rush

– CIN hat wirklich tough gegen BAL und PIT gespielt, aber verloren; die Bengals haben ein gutes, junges Team, sind aber noch nicht da wo die anderen beiden Hausnummern der AFC North sind

– Flacco und Dalton haben beiden wie Rookies gespielt: mal gute Pässe, mal schlechte, aber insgesamt enttäuschend inkonsistent, wobei aber auch beide Defenses ziemlich stark gespielt haben; es gab keine guten, langen Drives, sondern alle Punkte basierten auf Big Plays, wobei die Ravens einfach mehr (vor allem in der Defense) davon gemacht haben und am Ende die drei INTs von Rookie Dalton der Unterschied waren. Baltimore ist jetzt mit 7-3 und Tiebreakers gegen Pittsburgh und Cincinnati in guter Position in der AFC North.

Philadelphia Eagles (3-6) @ New York Giants (6-3) [Gamcenter] [Gamebook]

[inactives: QB Vick, WR Maclin, CB Rodgers- Cromartie; LB Michael Boley – Herzlich starts]

– LT Will Beatty bekommt von Anfang an TE/RB-Hilfe gegen DE Trent Cole

– im zweiten Drive wirft QB Vince Young einen furchtbaren Paß zu Jackson, der schon an Amukamara vorbei war und schenkt dem Rookie im ersten Spiel seine erste INT

– anschließend wirft Eli Manning eine INT wie in seinen schlechtesten Tagen; danach gibts auch gleich gute alte Rivalry-Kloppe und mehrere personal-foul-flags, nach der INT gibts aber auch keine Punkte, weil der oft so hochgelobte LG Evan Mathis schläft und bei 3rd-&1 an NYG 38 einfach so DT Chris Canty nicht blockt

– schon im ersten Viertel gibts ständig mehr oder weniger ernsthafte Rudelbildung; es gibt aber auch nicht schöneres, als Rivalry-Games im November

– die Eagles sind schon seit einigen Wochen dazu übergegangen, nicht mehr beide DE so ganz weit außen an der LOS zu plazieren (die so berühmt gewordene 9 technique), sondern nur noch einen, und der andere ist meistens in recht traditioneller DE-Aufstellung, das klappt auch viel besser

Vince Young wirft den Ball wie eine schlechte Mischung aus Tim Tebow und Philip Rivers

– die Giants D-Line spielt mit vielen „seltenen“ Aufstellungen: 3DE und 1DT; 3 DLiner sogar on 1st Down; on 3rd Down auch ihre Nascar-Defense (4DEs); und sehr oft spielt Deon Grant den dritten LB neben Herzlich und Kiwanuka, weil nach den ganzen Verletzungen nur noch der andere Rookie-LB Spencer Paysinger spielen kann

– die beiden Eagles-Offensive-Tackles Jason Peters und Todd Herremanns sehen ganz gut aus, aber die drei in der Mitte (LG Mathis, C Kelce, RG Watkins) haben immer wieder Probleme, vor allem im Laufspiel

– Q2/11:36: FG Eagles, die ersten Punkte zum 3-0

– Q2/8:49 nach abgefälschtem, schlechtem Paß holt sich S Phillips die INT; Giants spielen nach der Verletzung von WR Jackson mit 8 „Man in the box“ und wollen einzig RB McCoy aus dem Spiel nehmen und Young kann nicht mal daraus Kapital schlagen

– die Eagles-D spielt ziemlich gut; auch die (auch von mir immer böse gescholtenen) LB Akeem Jordan und Brian Rolle; Giants leiden vor allem darunter, daß sie überhaupt kein bißchen Laufspiel auf die Reihe kriegen

Jackson kommt schon Mitte des 2ten Viertels zurück und macht ein Big Play über 50 yards nach 1st Down from PHI2; der dann aber nach unfaßbar dummer Taunting-Strafe gegen Jackson overturned wird, wow….

– nachdem Philly dann tatsächlich von der eigenen 2-Yd-Linie bis in New Yorks Hälfte kommt, fehlen CB Webster nur Millimeter, um Youngs dritte INT komplett zu machen

– die Eagles haben keine Offense, weil Young ihr QB ist und die Giants mit 8 Mann McCoy aus dem Spiel nehmen; und die Giants haben keine Offense, weil sie überhaupt nicht laufen könnnen und Eli gegen viel Pressure und gute Coverage alleine auch nicht viel machen kann:

– nach dem vierten 3&out, diesesmal in der eigenen Redzone, läuft Jackson mit dem gefangenen Punt mal wieder durch die halben Meadowlands und kann erst an der NYG14 gestoppt werden und im nächsten Spielzug möchte keiner der alten Teamkollegen Steve Smith verteidigen, TD Eagles 10-0; Q2/1:22

– neben der wirklich guten Defense haben TE Jake Ballard und WR Victor Cruz mit schlimmen Drops die Giants behindert

K Lawrence Tynes hat in dieser Saison erst zwei Field Goal Versuche von mehr als 30 Yards gehabt (?!) und die beiden wurden auch noch geblockt (!?!); den 49-Yd-Versuch zum Schluß der ersten Hälfte macht er aber sicher rein, 10-3

– Drives erste Hälfte: Eagles: Punt, INT, Punt, 3&out, FG, INT, Punt, TD; Giants: 3&out, INT, Punt, 3&out, Punt, 3 &out, Punt, 3&out, FG

2nd half:

– Kevin Booth startet die zweite Hälfte an Stelle Chris Snees (Verletzung)

– das Laufspiel der Giants ist so furchtbar, daß sogar CB Samuel den RB tacklet; NYG RB D.J. Ware ist jetzt auch draußen mit Concussion

OT Peters und Herremanns nehmen den Giants Pass Rush völlig aus dem Spiel und trotzdem hätten die Eagles ohne den Punt Return gerade mal 3 Punkte

– im dritten Viertel werfen die Eagles nur noch und sagen: mit 8 Mann „in the box“ kann sogar Young Spiele gewinnen, und New York sagt: glaub ich nicht, soll Young erstmal zeigen; und nachdem Philly in die Redzone gekommen ist, wirft Young natürlich die INT zu Aaron Ross (Q3/5:00)

– Snee is back

– die Giants versuchen es einfach weiter mit dem Lauf, was nicht funktioniert und die Crowd buht

– dann macht Manning mal nene langen Paß zu Nicks – weil er nicht von Asomugha oder Samuel verteidigt wird, sondern vom jungen Safety Nate Allen. So wie letzte Woche, als Fitzgerald von irgendeinem Safety verteidigt wurde, ich versteh das nicht; und im nächsten Play schlägt Victor Cruz Asomugha zum TD, Asomugha sah dabei aus wie einer der undrafted Rookies, die bei den Patriots versuchen CB zu spielen, 10-10 Q4/11:36

– die Giants haben große Probleme mit ihren jungen LBs Herzlich, Paysinger und Williams; aber Kiwanuka macht im vierten Viertel play after play

– McCoy sitzt im vierten Viertel verletzt auf der Bank und Ronnie Williams spielt

– irgendwie bekommen die Eagles im vierten Viertel einen langen Drive auf die Reihe mit Läufen von RBs und Young und Screen Passes; nachdem sie auf unerklärliche Weise 18 Plays über 80Yards in 9 Minuten übers Feld marschiert sind, wirft Young auch noch einen TD zu Riley Cooper; ich kann gar nicht erklären, wie Philly das gemacht hat, aber irgendwie waren es immer 3 und dann 3 und dann 4 yards und immer wieder 1st Downs, 17-10 Philly Q4/2:45

– nach Holding beim KO-Return starten Eli und die Giants an der eigenen 9 mit 2:39 Minuten auf der Uhr (und mit RG Snee wieder auf der Bank)

– beim letzten drive schläft wieder irgendwer der Eagles (wahrhscheinlich LB Chaney ) und Victor Curz läuft bis an die 22

– im nächsten Play sackt Jason Babin Eli Manning von hinten und DT Landri holt sich den Fumble; Q4/1:17; Giants mit letzter Chance, aber niemand kann Shady McCoy tacklen – 1st down, game over

Insgesamt ein komisches Spiel, in dem vor allem die D-Line der Eagles und die furchtbaren LBs der Giants den Ausschlag gegeben haben. Jeder halbwegs vernünftige Quarterback hätte die Giants von vorne bis hinten zerlegt, aber weil New York überhaupt kein Laufspiel hatte und Manning ständig under pressure war, haben 17 irgendwie ergaunerte Punkte zum Sieg gereicht.