Championship-Saturday Preview 2018

Championship-Samstag im College Football! Weiterlesen

Die Akademische Viertelstunde, Woche 7: Das Vorbeben

Woche sieben im College Football ist gespielt, und passenderweise gingen am Wochenende sieben Top-25 Teams aus dem Poll der Associated Press baden: Georgia, Florida, Washington, Oklahoma, Michigan, Northwestern und Stanford. Ersteres Trio verlor zugegebenermaßen gegen jeweils ebenso gerankte Teams, aber das Quartett am Ende ging gegen jeweils nicht gerankte Teams baden.

Mit Georgia und Stanford sind dann auch gleich zwei der größten Titelfavoriten im Rennen um die National Championship betroffen, und somit haben wir eine Woche vor den ersten B.C.S. Rankings 2013 (letzte Woche hatte ich sie eine Woche zu früh angekündigt) schon mal ein kleines Vorbeben auf das, was vielleicht noch kommt.

Spiele der Woche

Auch spielerisch war es die bisher vielleicht hochklassigste Woche. Ein sehr spannendes Spiel gab es zum Beispiel in Athens, GA, wo die Heimmannschaft der Georgia Bulldogs ihren vielen Verletzungen Tribut zollen musste und gegen die Missouri Tigers überraschend mit 26:41 verlor. „Mizzou“ war nicht die bessere Mannschaft, aber wohl die tiefer besetzte, während bei den Bulldogs mehrere Starter in der Offense und Defense fehlten. Man merkte das.

Die „Red River Rivalry“ zwischen Texas und Oklahoma war zwar kein überragendes Spiel von der Qualität, aber es ist erstens immer eine der größten Ansetzungen, die der College-Sport hergibt, und zweitens endete sie in einer großen Überraschung: Texas gewann 36:20. Es war nicht einmal ein glücklicher Sieg, sondern die Mannen von Head Coach Mack Brown waren einfach besser. Sie machten nicht nur die schlechten Leistungen dieses Jahr wett, sondern polierten auch ihren Ruf mit einer mannschaftlich blitzsauberen Leistung auf. Mack Brown wird wohl trotzdem nicht zu halten sein und sein Abgang scheint trotz des Sieges unausweichlich, aber immerhin verabschiedet sich einer der erfolgreichsten Coaches des letzten Jahrzehnts mit einem Highlight von der University of Texas.

Ein Klassespiel gab es auch in Salt Lake City, wo die Utah Utes die in den Top-5 gerankten Stanford Cardinal mit 27:21 schlugen. Das Spiel war im ersten und vierten Quarter sehr wild. Nachdem Stanford mit einem sehr glücklichen Referee-Call den Anschluss-TD geschafft hatte, führte QB Kevin Hogan den allerletzten Drive mit Seelenruhe aus, verwertete alle schwierigen Third und Fourth Downs, ehe es 47 Sekunden vor dem Ende dann doch einer zuviel war: Der allerletzte Pass Hogans segelte knapp zu hoch durch die Endzone, und Stanford holte sich seine obligatorisch-überflüssige Pleite ab. Es ist noch nicht alles verloren für „The Farm“, denn man kann immer noch die Pac-12 North mit einem Heimsieg gegen Oregon im November gewinnen, aber die B.C.S.-Chancen werden durch diese Niederlage herb geschwächt. Für den einstigen B.C.S.-Buster Utah war es hingegen einer der größten Siege in der Uni-Geschichte.

Die Legende besagt, dass der Mythos des Johnny Manziel vor ziemlich genau einem Jahr gegen die Ole Miss Rebels geboren wurde, als Manziel ein Comeback im vierten Viertel zurücklegte. Genau gegen diese Rebels spielte Manziel mit den Texas A&M Aggies am Samstag erneut – auswärts. Manziel verdrehte sich gleich zu Spielbeginn eh schon angeschlagen das Knie, humpelte ein wenig an der Seitenlinie herum und kehrte dann ins Spielgeschehen zurück, um Ole Miss das Fürchten zu lehren.

Das Spiel entwickelte sich zum Schlagabtausch zwischen zwei genialen Offenses, und Manziel sammelte wieder weit über 350 Passing-Yards und über 100 Rushing-Yards. Trotzdem lagen die Aggies wenige Minuten vor dem Ende wieder 38:31, also einen TD, zurück. Manziel orchestrierte, Manziel improvisierte, und er drehte die Partie noch zum 41:38 Sieg. Der kleine Schmierfink machte auch auf sich aufmerksam, weil er bei seinen Scrambles ungefähr 40 Kilogramm schwerere Brocken abprallen ließ. Den entscheidenden Kick versenkte mit auslaufender Uhr übrigens Josh Lambo, ein ehemaliger Torwart beim F.C. Dallas (ein Team aus der Major League Soccer).

Das irrste Spiel mit der besten Stimmung im Stadion war aber wohl Penn State Nittany Lions gegen Michigan Wolverines, das die Lions 43:40 gewannen. Es war das erste Spiel in dieser Saison, das in die vierte Overtime ging. Gekennzeichnet war es, wie so viele Overtime-Spiele, von einem fehlerhaften Spielverlauf auf beiden Seiten, mit verkickten Field Goals und verpassten Chancen für die Kontrahenten. Erst ein „QB Sneak“ von Christian Hackenberg 27 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit brachte Penn State überhaupt in die Verlängerung, und dort gab es nur in zwei der vier Overtimes Punkte. Dabei schlug sogar das „Bad Karma“ vom auf diesem Blog bereits bekannten Kicker der Nittany Lions, Sam Ficken, wieder zu, aber es reichte am Ende trotzdem für Penn State.

Wer das Spiel und die Minuten direkt danach gesehen hat, der wird es nicht so schnell vergessen. 107.000 im Stadion sorgten für mehr als bloß Gänsehaut-Atmosphäre. Für Penn State war es der größte Höhepunkt der letzten Jahre, für Michigan die erste Saison-Pleite, eine Niederlage, die überfällig war, nachdem die Wolverines in den letzten Wochen mehrere wenig überzeugende Spiele nur mit Glück gewinnen konnten.

College-Football goes out of Bounds

  • Ab nächster Saison wird es in der Bowl-Season ein Spiel auf den Bahamas geben: Die kleinen Ligen M.A.C., The American, Sunbelt, C-U.S.A. sowie Mountain West haben sich darauf geeinigt, in die Karibik auszuziehen. Die gleichen Ligen wollen untereinander auch rotierend Bowls in Miami und Boca Raton (nahe Miami) austragen.
  • Wisconsin und Louisiana State vereinbarten für die 2016er Saison ein Spiel im legendären Lambeau Field der Green Bay Packers, das als eines der letzten Profi-Stadien noch so aussieht wie die klassischen College-Schüsseln.
  • Die krasseste Idee verkündeten unter der Woche aber die Tennessee Volunteers und die Virginia Tech Hokies, die ebenso im nicht mehr so fernen Jahre 2016 tatsächlich eine Partie am 10. September ein Spiel im NASCAR-Speedway von Bristol (Tennessee) austragen. Das Oval bringt in der Spitze bis zu 160.000 Menschen unter – das wird ein einmaliges Ereignis und könnte den Rekord an Zuschauern brechen. Der wurde dieses Jahr aufgestellt, als bei Michigan gegen Notre Dame über 115.000 Stück im Stadion zusahen. Der Speedway sieht übrigens furchteinflößend eng aus.

Damit sei es für diese Woche belassen. Die Autorin zittert ohnehin schon dem Samstag entgegen, wenn der Schlager in der Atlantic Coast Conference ansteht: Die #3 Clemson Tigers empfangen in der Primetime im eigenen Stadion die #5 Florida State Seminoles. Beide sind ungeschlagen. Nur der Sieger hat wahrscheinlich noch Meisterschaftschancen in der A.C.C. sowie der Bowl Championship Series.

Die Könige der Rednecks haben uns wieder!

Cotton Bowl während der Red River Rivalry - Bild: Französische Wikipedia.

Cotton Bowl während der Red River Rivalry – Bild: Französische Wikipedia.

Das zweite Oktoberwochenende ist jedes Jahr ein guter Test, wie locker die Zunge noch sitzt (probiere bitte zehnmal schnell hintereinander „Red Rivalry Rivalry“ auszusprechen!). Das liegt daran, dass in Texas „State Fair“ abgehalten wird, und als Part dieser gigantischen Messe findet in der alten Cotton Bowl in Dallas eine der großen Rivalitäten des College-Football statt: Texas LonghornsOklahoma Sooners (Red River Rivalry).

Texas und Oklahoma sind nicht bloß Nachbarstaaten, sondern ewige Konkurrenten. Das ländliche Oklahoma mit seinen hinterwäldlerischen Holzfällern gegen den selbstbewussten texanischen Cowboy, der auf alles und jeden herunterschaut. Zufällig sind die University of Texas und die University of Oklahoma dann auch noch die beiden „Flagship“-Footballteams der Rednecks im ruralen mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Die beiden Mannschaften sind herzhaft miteinander verfeindet, schon zu Zeiten, als sie noch nicht gemeinsam in derselben Conference spielten. Ein Kennzeichen ist, dass Oklahoma viele texanische Talente im Kader hält, weil der eigene Staat zu wenig an Nachwuchs hergibt. Das führt natürlich auch dazu, dass viele Highschool-Schulkollegen in diesem Duell plötzlich gegeneinander aufmarschieren.

Dallas liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Austin/TX (Heimat von UT) und Norman/OK (Heimat von OU). Den Namen hat die Rivalry vom Red River, der die natürliche Grenze zwischen Texas und Oklahoma bildet. Die Rivalry ist immer wichtig, auch wenn es nicht für beide sportlich um was geht; die Cotton Bowl zur einen Hälfte in dunkelorange, zur anderen in weinrot gefärbt, gibt dabei immer eine gewaltige Kulisse ab. Etwas detaillierter habe ich über die Rivalität schon vor zwei Jahren geschrieben: Könige der Heartlands.

Texas-Oklahoma war in den letzten Jahren auch immer die Gelegenheit, über den Texas-Headcoach Mack Brown zu schreiben, dessen wackeliger Stuhl sich ganz gut an der Performance seiner Longhorns in diesem großen Duell ablesen lässt: Was in den 2000ern die vielleicht großartigste Rivalität im College-Football war (u.a. gewannen Texas mit Brown und Oklahoma mit Headcoach Bob Stoops je einen National Title), leidet seit 2010 an ein absoluter Einseitigkeit. In den letzten Jahren hagelte es jeweils hohe Pleiten (letztes Jahr: 62 Punkte für die Sooners!), und Brown konnte sich nur noch im Amt halten, weil seine Vorgesetzten auch seine besten Kumpels sind.

Mittlerweile gilt Brown als quasi lame duck, während Kollege Stoops noch immer der große Mann beim großen Rivalen Oklahoma ist. Stoops schafft nach jedem Ende einer Zyklus das, woran Brown seit Jahren scheitert: Einen neuen Quarterback zu integrieren. Stoops schaffte den Übergang von Jason White auf Rhett Bomar auf Sam Bradford auf Landry Jones auf Blake Bell, während Brown auch nach vier Jahren immer noch Colt McCoy hinterher weint. Heute dürfte ein McCoy als Texas-QB auflaufen, aber nicht Colt, sondern dessen kleiner Bruder Case.

Oklahoma geht als klarer Favorit ins Spiel.

Das sonstige Footballprogramm heute

Ab 18h gibt es live bei EUROSPORT (HD) die German Bowl XXXV zwischen den NewYorker Lions (ehemals: Braunschweig Lions) und Dresden Monarchs. Die Sofa-QBs haben dazu unter der Woche eine Extraausgabe als Vorschau geschoben. EUROSPORT2 bringt ab 18h30 College-Football mit NebraskaPurdue.

SPORT1 US hat folgendes Programm im Petto:

18h    #11 Oklahoma - Texas
21h30  Wisconsin - #19 Northwestern
02h30  Ole Miss - #9 Texas A&M

Ansonsten: Für ESPN-Player kommen folgende Spiele mit FBS-Teams in Frage:

  • 18h: #7 Georgia-#25 Mizzou, #12 Oklahoma-Texas, #24 Virginia Tech-Pitt, UConn-South Florida, Michigan St-Indiana, Houston-Memphis
  • 18h21: Arkansas-#14 South Carolina
  • 18h30: Duke-Navy
  • 20h: Auburn-Western Carolina, Ohio-Central Michigan, Western Michigan-Buffalo, Massachussetts-Miami/OH, Ball St-Kent St, #3 Clemson-Boston College, Wisconsin-#19 Northwestern, Maryland-Virginia, NC State-Syracuse, Georgia St-Troy
  • 1h: Penn St-#18 Michigan, #23 Northern Illinois-Akron, Kentucky-#1 Alabama, BYU-Georgia Tech, Texas St-ULM, Arkansas St-Idaho
  • 1h30: Mississippi St-Bowling Green
  • 2h30: Ole Miss-#9 Texas A&M
  • 4h30: #11 UCLA-Cal, Washington St-Oregon St.

Die Top-Paarung des Tages ist offiziell nicht empfangbar: Ab 21h30 #10 Louisiana State Tigers – #17 Florida Gators. Das zweite Spitzenspiel könnte #16 Washington#2 Oregon sein, das auch nicht offiziell empfangbar ist.

College Football 2012/13, Week 7 Preview – Zungenbrecher in Dallas

Die Analyse zum Status quo im College Football inklusive Blick auf die Rankings habe ich gestern abgeliefert. Heute folgt die Vorschau auf den Samstag am siebten Spieltag, der aufgrund der Baseball-Playoffs erneut etwas knapper ausfällt. Beginnen wir mit einer Sprechübung.

Bitte zehnmal en suite „Red River Rivalry“ aussprechen. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Na?

Heute findet die 107. Auflage des Klassikers der Heartlands statt, in der Cotton Bowl zu Dallas: #13 Oklahoma Sooners vs. #15 Texas Longhorns. Über die Historie und Bedeutung des Spieles über den Sport hinaus habe ich letztes Jahr ein Segment geschrieben (erste zwei Abschnitte) – und auch diesmal gibt es Ingredienzien für einen großen Footballabend.

Denn beide Teams stehen nach mehr oder weniger enttäuschenden Heimniederlagen bereits mit dem Rücken zur Wand. Bei den Oklahoma Sooners ist man sowieso gewohnt, dass 1-2 Spiele pro Jahr abgeschenkt werden und man frägt sich allenfalls noch, wie man zum Teufel schon wieder einen BCS-Champion Sooners hatte riechen können (my fault). Bedenklicher ist aber die Situation bei Texas: Trotz des besten Recruitings quer durch alle Programme, durch alle Staaten ist 2012 anscheinend das dritte Jahr graues Mittelmaß hintereinander.

Die Probleme liegen dabei eher in der Defense, was völlig überraschend kommt angesichts der viiielen Sternchen, die die Athleten einst im Recruiting-Prozess zugeordnet bekommen hatten, und angesichts des DefCoords Manny Diaz, der für Pragmatismus aus dem Bilderbuch stand. Die Offense passt halbwegs: QB David Ash spielt erstaunlich effizient, die Running Backs… sind auch ganz okay.

Möglich, dass eine Niederlage gegen Oklahoma – und dabei braucht es nichtmal ein Debakel wie letztes Jahr – das Ende der Ära Mack Browns einläutet. Wir werden es sehen, ab 18h, aus der wunderbaren Schüssel in Dallas.

Der Abend wird „komplettiert“ von MizzouAlabama, was eine klare Angelegenheit zu werden verspricht angesichts der Dominanz der Crimsons bisher. Bei Mizzou habe ich leider keine Informationen, ob der gewaltig gehypte WR Dorial Green-Beckham nach einem Marihuana-Zwischenfall wird spielberechtigt sein.

Das eigentliche Spitzenspiel an diesem Wochenende wird aber erst am Dienstag als Tape bei ESPN America zu sehen sein: #9 LSU vs. #3 South Carolina, wie ich gestern schrieb: Das Duell des echten LSU gegen die bessere LSU-Kopie. Irgendwo vermutet man tief im Innersten seines Herzens immer noch einen Tigers-Sieg, weil man es einfach nicht wahrhaben will, dass die ewig Übersehene, die University of South Carolina, die Abgewichstheit besitzt, um den BCS-Mitfavoriten LSU zu stürzen.

Aber jetzt mal allein gemessen an den Vorstellungen am letzten Wochenende ist den Gamecocks der Sieg nicht bloß zuzutrauen. Er wäre nicht mal eine Überraschung.

Ohne explizit nachgeschaut zu haben, dürfte irgendwann im Verlauf des Wochenendes bei EUROSPORT2 auch #7 Notre Dame vs. #17 Stanford zu sehen sein (Update: Jo, ab 21h30 live). Bei Notre Dame bin ich immer noch baff, dass sie „nur“ an #7 gerankt sind, trotz Ungeschlagenheit, trotz des großen Namens, trotz zweier Zöglinge wie WVU oder Kansas State, trotz der insgesamt wenig gefürchteten Florida Gators. Möglicherweise kann das Spiel für Notre Dame noch wichtig werden, Sprichtwort Quervergleiche Stanford/Oregon/Fighting Irish.

Möglicherweise. Notre Dame spielt nämlich noch einen beinharten Schedule (u.a. USC und Oklahoma).

Programm bei ESPN America

LIVE bei ESPN America

    13.10.2012  15h00  College GameDay (South Bend)
    13.10.2012  18h00  Oklahoma - Texas
    13.10.2012  21h30  Missouri - Alabama

TAPES bei ESPN America

13./14.10.2012  05h30  Colorado - Arizona State
    16.10.2012  10h30  Louisiana State - South Carolina
    17.10.2012  12h30  Texas Tech - West Virginia
    18.10.2012  11h30  Michigan State - Iowa

Zur German Bowl wird noch ein kurzer Verweis folgen.