Statt Pro Bowl – Das All-Pro Team 2012

In guter alter Tradition wird die Spaßveranstaltung heute abend hier geflissentlich ignoriert. Stattdessen kommt nach den Awards von Seminole und korsakoff heute mein All-Pro-Team mit den Spielern, die mir in der Saison 2012/13 am besten gefallen haben. (Das All-Pro Team 2011/12 gibts hier.)

Offense

QB – Tom Brady (Patriots): Brady hat 2012 noch einmal deutlich gemacht, warum man manchmal davon spricht, daß ein Quarterback seine Offense „orchestriert“. Der Golden Boy hat den Term „no-huddle Offense“ auf ein neues Niveau gehoben. Auch die vielen Verletzungen von Spielern wie Gronkowski, Hernandez, Edelman oder Woodhead konnten Brady nicht einbremsen.

RB – Adrian Peterson (Vikings): Es macht einfach Spaß, Purple Jesus laufen zu sehen. Am Ende hat er den Rekord zwar nicht gekriegt, aber mit seiner großen Saison nach einem Kreuzbandriß dafür gesorgt, daß RBs wieder Kandidaten für die MVP-Trophäe werden können.

LT – Trent Williams (Redskins): Williams war mal 4th overall pick. Und das ist erst drei Jahre her. Trotzdem ist er kaum bekannt. In seinen ersten beiden NFL-Jahren hatte er unter Verletzungen und Sperren zu leiden. Aber dieses Jahr konnte auch der gemeine Fernsehzuschauer sehen, was der Shanaclan in ihm gesehen hat, als sie ihn anno 2010 zu ihrem ersten Draftpick in Washington gemacht haben. Die Königsdisziplin für Offensive Tackles ist immer noch das pass blocking, aber wie Williams im Laufspiel mit so großer Sicherheit den richtigen Gegner zum blocken gefunden hat, schnell mit seinen Füßen da war und sein Opfer mal eben umgestellt hat wie ein paar Legosteine, läßt pass blocking-Maschinen wie Jake Long vergessen.

LG – Mike Iupati (49ers): Iupati bildet mit seinem Nebenmann Joe Staley die beste linke Seite der Liga. Einen derart athletischen Spieler mit seinen körperlichen Ausmaßen (1,97m, 150kg) findet man sonst nur in Baltimores Haloti Ngata.

C – N.N. Den Center in meinem Team muß ich weglassen, weil mir niemand besonders aufgefallen ist. Die meisten pundits sagen, daß Minnesota John Sullivan am stärksten war. Aber wer kann das bei einem Center schon ernsthaft vom Fernseher aus entscheiden? (Warum wird das All-Pro Team eigentlich nicht von den Coaches gewählt, sondern nur von Journalisten, deren Argumention zwischen „TebowOMFG“ und „AsomughaÍstDerBesteCornerbackDerWeltDasSchreibtSchließlichJederVonJedemAb“ oszilliert?)

RG – Alex Boone (49es): Ich hab keine Ahnung, wo dieser Boone plötzlich hergekommen ist. Aber er spielt, als hätte er nie etwas anderes getan als in einer sehr komplexen Laufoffense erfahrene Profis vom Kaliber eines Vince Wilfork oder 400kg-Typen wie B.J. Raji aus dem Weg zu räumen.

RT – Sebastian Vollmer (Patriots): Vollmer ist hier nicht, weil er Deutscher ist, sondern weil er tatsächlich der beste Right Tackle der Saison 2012. Er ist auch einer der wenigen Offensive Tackles, die sowohl im pass- als auch im run blocking überragend sind. Vollmer ist in diesem Sommer Free Agent und wird sich ein Konto suchen müssen, daß auch achtstellige Beträge zuläßt.

TE – Rob Gronkowski (Patriots): Über Gronkowski muß man nicht viel sagen. Er hat Tight End zur neuen „in“-Position gemacht. Nur werden die anderen Mannschaften merken, daß 2,00m-Typen, die blocken können wie ein Offensive Lineman und Pässe fangen können wie ein WR, nicht mal eben im Supermarkt zu kaufen sind.

WR – Calvin Johnson (Lions): No brainer. Mit Abstand das Beste, was man in Sachen Receiving im Football bewundern darf.

WR – Vincent Jackson (Buccaneers): Jackson hat in seiner ersten Saison in Tampa gezeigt, daß er einer der wenigen WRs, die mit jedem QB gut aussehen.

WR – Reggie Wayne (Colts): Reggie Wayne ist das Beste, was Andrew Luck jemals passieren konnte. Beeindrucken an Waynes Leistung 2012 war vor allem, daß er mit Mitte 30 nochmal eine ganz neue Rolle gelernt hat. Unter Peyton Manning war er immer an der Seitenlinie angekettet, nun wurde er von OC Bruce Arians über das gesamte Feld geschickt und sah rechts, links, im Slot und auch überall anders aus wie neugeboren.

Defense

DE – Cameron Wake (Dolphins): Wake ist ein wenig untergangen, weil Miami keine großen Spiele hatte und auch keine Storylines produzierte. Aber Cameron Wake, der 2009 aus der CFL kam, muß sich spätestens nach dieser Saison vor keinem anderen Defensive End mehr verstecken.

DT – J.J. Watt (Texans): Spätestens wenn Watt, wie zu erwarten steht, nicht MVP der Saison 2012 wird, ist dieser MVP-Titel absolut wertlos. Watt hat eine dermaßen einzigartige Saison in einer unglaublichen Konstanz gespielt, daß er nicht nur DPOY und MVP werden sollte, sondern Sportler des Jahres. Weltweit. Ich habe noch nie einen Verteidiger in der NFL so dominieren sehen wie Watt 2012.

DT – Geno Atkins (Bengals): In den meisten anderen Spielzeiten wäre Atkins klarer Favorit auf den Title DPOY. Dieses Jahr reicht es nur für einen Platz im All-Pro Team. Atkins sieht aus wie ein typischer Defensive Tackle, hat aber eine quickness in den Füßen (und im Kopf), die sonst eher Slot Receivers an den Tag legen.

DE – Calais Campbell (Cardinals): Arizonas Campbell wird manchmal als J.J. Watt für Arme bezeichnet. Das ist Quatsch. Richtiger wär es zu sagen, Watt ist unbezahlbar und Campbell der Watt für die Warren Buffets. Oder so ähnlich. Was Campbell in dieser Saison mit seinen Mitleid verdienenden Gegenspielern gemacht hat, erinnerte an Puppentheater, wobei er die Fäden zog. Der Anker der Cardinals-Linie ist der Spieler, der mit seiner Kombination aus purer Kraft, tänzermäßigen Füßen und perfekter Technik am ehesten an Watt heranreicht.

OLB – Von Miller (Broncos): Miller wäre wie auch Campbell und Atkins locker DPOY geworden, wenn nicht Watt seine Saison von einem anderen Stern gespielt hätte (und natürlich Atkins und Campbell selber nicht so überragend gewesen wären). Was Miller neben der spielerischen Stärke an sich auszeichnet, ist seine Vielseitigkeit. Er gibt einen erstklassigen 43-OLB in Denvers Base-D und er gibt einen ebenso erstklassigen Pass Rusher als DE in Nickel- und Dime-Formationen.

MLB – Daryl Washington (Cardinals): Während anderswo noch darüber diskutiert wird, ob Bowman oder Willis der beste Linebacker der NFL ist, hat Arizonas 34-ILB Daryl Washington gespielt, als würde er vor jedem Spiel zwei Kilo Koks ziehen und meistens trotzdem kühlen Kopf bewahren. Falls das möglich ist. Zeitweise sieht er mit seiner Explosivität und seiner Aggressivität aus wie Ray Lewis zu seinen besten Zeiten. Manchmal sieht er auch einfach aus wie ein Irrer und rennt mit 200km/h in das falsche Loch. Aber wenn er wie in 95% aller Plays den richtigen Riecher hat, dann: Hals- und Beinbruch!

LB – NaVorro Bowman/Patrick Willis (49ers): Sie sind beide überragend. Ich könnte mich nicht für einen entscheiden, wenn ich es müßte. Was Bowman und Willis vor allem auszeichnet, sind ihre Fähigkeiten in pass coverage. Sie sind zwei der wenigen Verteidiger, die es auch mit den „neuen“ Tight Ends aufnehmen können.

CB – Antonio Cromartie (Jets): Der großmäulige Störenfried Antonio Cromartie stand fürchterlich unter Druck nachdem Darelle Revis auf IR gewandert ist. Zur großen Überraschung hat er dann aber tatsächlich gespielt wie ein waschechter franchise corner. Er ist auch ein Grund dafür, daß Trottelgesicht Owner Woody Johnson gerne Revis traden würde.

CB – Richard Sherman (Seahawks): Aus dem Nichts kam letztes Jahr der 5th-rd pick auf die Bühne und hat die etablierten WRs respektlos gegängelt.Der größte Trash Talker, den Stanford je hervorgebracht hat, ist mit seinem großen massigen Körper und seinem extrem physischen Stil ein Unikat in der NFL. Seit dieser Saison kann er es mit Jedem aufnehmen und auch sein selbst gewählter Spitzname Optimus Prime paßt wie die Faust aufs Auge, nachdem er Megatron bei drei Catches halten konnte.

S – Earl Thomas (Seahawks): Während Sherman und sein Gegenüber Brandon Browner immer eng am Mann sind und Verfolgungsarbeiten übernehmen, zieht Thomas in der Tiefe des Feldes seine Kreise und schlägt blitzschnell und instinktsicher zu, wenn mal ein Ball tief geworfen wird. Ein echter Seeadler eben. Wenn Thomas sich so weiter entwickelt, könnte er der legitime Erbe der aktuellen großen Safety-Generation sein. Er sollte sich dann aber bitte weniger häufig verletzen als Ed Reed, Troy Polamalu und Bob Sanders.

S – Ryan Clark (Steelers): Während Troy Polamalu mal wieder ständig verletzt war, hat sein Nebenmann Clark die Führung der secondary übernommen. Der unscheinbare Safety macht Sonntag für Sonntag das, was ein Safety eben so machen sollte: für Sicherheit sorgen. Die Pass-D Pittsburgh war nach NY/A die Nr. 2 im Land und ein großer Grund dafür war Clark.

Es sind sicherlich einige Spieler rausgefallen, einfach weil ich sie nicht oft genug gesehen hab. Es kann durchaus sein, daß beispielsweise Clevelands CB Joe Haden, Buffalos Safety Jairus Byrd oder irgendwer von Kansas City auch herausragend gespielt hat. Das hab ich aber leider nicht oft genug gesehen, weil – wer guckt schon Spiele von Cleveland, Kansas City oder Buffalo?

NFL Notizblock Woche 15 – Colts@Texans

Die Spielplanmacher der NFL haben die beiden matchups zwischen den Indianapolis Colts und den Houston Texans dieses Jahr in die letzten drei Wochen der Saison gelegt. Damit konnten die Überraschungs-Colts (9-4), die bisher in mehr als einem Sinne vom Luck profitierten, mit einem Sieg gegen die Texans (11-2), die Montag nacht von den Patriots grün und blaub geprügelt wurden, weiter im Rennen um die Krone der AFC South bleiben. Was daraus wurde:  Weiterlesen

Glaskugel 2012: Indianapolis Colts

Hier wird gerade umgebaut. Gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts zu sehen! Die Colts sind zur Zeit eine einzige Baustelle, auf der zwar noch einige erfahrene Handwerksmeister zugegen sind, aber dies hauptsächlich um die vielen talentierten Stifte anzulernen.

Noch bis 2010 war diese Baustelle das Haus von Peyton Manning. Mit dem Wegbrechen des Fundamentes Manning ist das ganze Haus 2011 einfach eingestürzt. Und was für ein Haus das war! Neun Jahre in Folge mindestens 10 Siege pro Regular Season, neun Mal in Folge in den Playoffs – eine unglaubliche Konstanz, die nicht mal von Belichicks Patriots getoppt werden kann. Daneben hat Peyton noch einige Rekorde aufgestellt, eines der größten Spiele aller Zeiten gemacht (2006 AFC Championship Game) und auch eine Lombardy Trophy in seinen Keller geholt.

Da haben auch immer noch ein paar andere mitgeholfen – Tony Dungy, Marvin Harrison, Reggie Wayne, Tarik Glenn, Dwight Freeney, Bob Sanders, Bill Polian – aber man tut keinem dieser Herren unrecht, wenn man sagt: Peyton Manning war die Colts.

Jetzt ist er es nicht mehr. Nach seiner wieder aufgebrochenen Nacken-/Nervenverletzung und einer ganzen verpaßten Saison mußten die Colts sich entscheiden, ob sie dem 36 Jahre alten Risikopatienten einen $28 Millionen Roster Bonus zahlen oder ob sie nicht lieber das größte Quarterback-Talent seit Peyton Manning (oder wahlweise auch John Elway) draften und um diesen Andrew Luck herum einen neues Haus bauen.

Indy entschied sich für Luck. Auf den Sperrmüll kamen mit dieser Entscheidungen neben Manning auch gleich noch GM Bill Polian, der gesamt Coaching Staff um Jim Caldwell und einige Spieler von Jeff Saturday bis Pierre Garcon. Geblieben von den „großen“ Namen sind nur die DEs Freeney und Robert Mathis sowie WR Wayne.

Neuer Head Coach ist der ehemalige DC der Ravens, Chuck Pagano. Als Coordinators an seine Seite hat sich Pagano Greg Manusky und Bruce Arians geholt. Manusky, ehemals DC der 49ers und Chargers, hat als Linebacker selber noch gegen Peyton Manning gespielt. Arians, stil- und erklärungslos entlassen von den Steelers, hat so seine Erfahrungen mit jungen, talentierten Quarterbacks.

Colts Offense

Der kauzige Mr. Arians began Mitte der 70er Jahre für zwei Dekaden durch die große Assistant-Coaches-Welt in NCAA und NFL zu tingeln. Mississippi State, Temple, Kansas City Chiefs, New Orleans Saints und schließlich 1997 Offensive Coordinator der großen Alabama Crimson Tide. Just 1998 hat dann Jim Mora, HC der Indianapolis Colts, einen guten Mann gesucht, der seinem Rookie-QB eine NFL-Offense näherbringt. Dieser QB, Nr.1 pick selbstverständlich, galt als das größte Talent seit John Elway – Peyton Manning.

Das hat Arians ganz gut gemacht. Nach kurzem Umweg über Cleveland (als OC) landete er dann in Pittsburgh, wo er wieder einen jungen, talentierten QB unter seine Fittiche bekam – Ben Roethlisberger. Das hat auch ganz gut geklappt. Über die Jahre haben Arians/Roethlisberger sich eine sehr schöne Offense installiert, die als eine der wenigen in der NFL noch ein starkes vertikales Element hat. Big Ben war dann auch entsprechend sauer, als er erfuhr, daß er von nun an seinen Weg ohne Arians weitergehen muß, der ihn seine gesamte Karriere über begleitet hat.

Dieser Werdegang prädestiniert Arians dafür, nun auch Andrew Luck den Weg ins NFL-Niveau zu führen. Das witzige an dieser Arians/Luck-Combo ist, daß der heiße College-QB und Fast-Heisman-Gewinner bisher in einem lahmen, euphemistisch „Pro-Style-Offense“ genannten System mit sehr viel 2- und 3-TE-sets gespielt hat, während der ehemalige OC der Pittsburgh Steelers seinen dickarmigen QB am liebsten aus der Shotgun mit 4 WRs quer über das ganze Feld werfen ließ. Man darf gespannt sein, wie die Offense der Colts 2012 aussehen wird.

Schedule

Wk1 @ CHI
Wk2 v MIN
Wk3 v JAX
Wk4 BYE
Wk5 v GB
Wk6 @ NYJ
Wk7 v CLE
Wk8 @ TEN
Wk9 v MIA
Wk10 @ JAX (TNF)
Wk11 @ NE
Wk12 v BUF
Wk13 @ DET
Wk14 v TEN
Wk15 @ HOU
Wk16 @ KC
Wk17 v HOU

Über Luck müssen wir hier nicht mehr viele Worte verlieren. Er ist tatsächlich der „erwachsenste“ College-Quarterback denn ich je gesehen habe. Er hatte alles, aber auch wirklich alles in der Stanford-Offense so souverän unter Kontrolle, daß es wirkte, als hätte der Profi Peyton Manning sich in die Rose Bowl verirrt. Mit einer einmaligen Ruhe und Gelassenheit hat er aus den verschnöselten Cardinal-Jungs einen Bulldozer gemacht.

Talent ist Talent, aber nun ist er in der NFL. Das ist eine andere Welt. Und viel Hilfe wird er neben Arians nicht bekommen. WR Reggie Wayne ist noch da, aber sonst lagen da ab April nur noch Schrott und Ersatzteile rum. Als Ballfänger wären da noch Donnie Avery, ehemals großes Slot-Talent mit drei Catches 2011; die Mensch gewordene Gehirnerschütterung Austin Collie; Blair White, 2011 mit null Catches; und die beiden Rookies T.Y. Hilton und LaVon Brazill.

Der neue GM Ryan Grigson hat sich erstmal dran gemacht, zwei gute Tight Ends für seinen QB zu draften (Dallas Clark und Jacob Tamme sind nicht mehr da). In Runde zwei Lucks alten Stanford-Buddy Coby Fleener und in Runde drei Clemsons Dwayne Allen. Im Backfield lauern noch noch die vom alten Regime hoch gedrafteten RBs Delone Carter und Donald Brown, die beide bis jetzt aber nicht viel reißen konnte.

Offensive Line ist noch schlimmer. Peytons Alter Ego, Center Jeff Saturday ist weg und die anderen vier waren eh unterste Kanone. Die O-Line wurde in den letzten Jahren von Polian sträflich vernachlässigt. Im letzten Jahr immerhin hat man in den ersten beiden Runden zwei Tackles verpflichtet. Anthony Castonzo hatte die ganze Saison über mit einigen Wehwechen zu kämpfen, während Ben Ijalana sich das Kreuzbandriß, sich durch die Reha quälte um sich dann im Trainings Camp erneut das Kreuzband zu zerstören. Daraufhin wurde er entlassen. Sad story.

Als Center wurde Samson Satele verpflichtet, aber wenn man sich die restlichen Namen so anguckt – Winston Justice, Jeff Linkenbach, Joe Reitz, Seth Olsen – da kann sich Luck schon mal ein Schmerztabletten-Abo bestellen.

Colts Defense

Die größte Story in der Defense ist die Umstellung von 4-3 auf das Pagano´sche 3-4, was allenthalben für Kopfschütteln gesorgt hat, weil die beiden besten Spieler, Freeney und Mathis, da scheinbar gar nicht reinpassen. Um das noch mal klarzustellen: für Freeney wird sich nicht viel ändern, er wird einfach die Terrell-Suggs-Rolle spielen, also fast einen klassischen Defensive End. Für Mathis wird es etwas schwieriger. Er muß wohl zumindest in der Base-D die Jarett-Johnson-Rolle übernehmen und den edge setter geben, der keine Läufe über außen zuläßt. Aber da Indys Gegner bei dem horrenden Defensive Backfield wahrscheinlich eh 60 Pässe pro Spiel werfen werden, können die Colts gleich in Nickel- oder Dime-D bleiben und da ist Mathis ein reiner Pass Rusher wie auch zuvor.

Zur Secondary. Antoine Bethea ist ein sehr guter Safety, er bekommt nur leider überhaupt keine Presse. Als Peyton noch da war hat das von vornherein niemanden interessiert und letztes Jahr war Bethea dann verloren zwischen den ganzen Krücken. Neben Bethea wird wahrscheinlich Tom Zbikowski spielen, der jahrelang bei den Ravens von Ed Reed, Rex Ryan und Pagano gelernt hat. Safeties also gut.

Aber die Cornerbacks sind absolut nicht NFL-tauglich. Jerraud Powers ist noch der einzige, der zumindest simple Aufgaben in zone coverage einigermaßen ausfüllen kann. Daneben stehen so Größen wie Justin King, Terrence Johnson, DJ Johnson und Brandon King. Das ist fast schon eine dreiste Frechheit, mit so einer Secondary gegen die Patriots oder Packers antreten zu wollen.

Bei den Linebackers stehen mit Pat Angerer und Kavell Conner zwei junge Typen, die zumindest durchschnittlich gut sind und auch noch besser werden können. Daneben kennt man noch Neuzugang Moise Fokou aus Philadelphia vom „Oh-war-das-schon-wieder-dieser-Fokou-der-da-gerade-gar-nicht-durchgesehen-hat“-sagen. Der Rest sind Rookies und letztjährige Rookies.

Um die Defensive Line komplett zu machen, seien auch noch Fili Moala und Drake Nevis zu erwähnen, beide sehr jung, aber gar nicht sehr gut. Aus Baltimore hat sich Pagano zur Verstärkung die beiden Riesen Brandon McKinney und Cory Redding geholt. Immerhin kennen die das System.

Ausblick Colts

Insgesamt ist das nix in der Defense. Jeweils ein sehr guten Pass Rusher und Saftey umgeben von einem weiteren guten Pass Rusher und zwei, drei anderen mittelmäßigen Spielern, während der Rest deutlich unterdurchschnittlich ist – was soll das werden? Andrew Luck wird wohl den Rekord für die meisten Paßversuche als Rookie aufstellen, weil die Colts so oft großen Rückständen hinterherlaufen müssen. Ganz in Ruhe um- und aufbauen ist angesagt. Die AFC South ist wohl die schwächste Division mit ebenfalls umbauenden Jaguars, mittelmäßigen Titans und geschwächten Texans. Aber trotzdem gibt es nicht die kleinste Hoffnung auf die Playoffs.

Die zweite Reihe: Jeff Saturday

[In der Serie „Die zweite Reihe“ werden Spieler, Trainer und Taktiken vorgestellt, die für den Erfolg einer Mannschaft essentiell sind, aber nicht im Rampenlicht stehen. In Teil 1 war Jets´ Safety Jim Leonhard dran, in Teil 2 New York Giants´ Offensive Coordinator Kevin Gilbride. Für Teil 3 tritt heute Jeff Saturday, Center der Indianapolis Colts, aus der zweiten Reihe ins erste Glied.]

Jeff Saturday ist so etwas wie der Poster Boy für die Stars aus der zweiten Reihe. Kaum jemand wird von Spielern anderer Mannschaften, Liga-Offiziellen und sogar Management-Verantwortlichen anderer Teams derart respektiert wie der Vorzeigeprofi der Indianapolis Colts. Immer mal wieder wird er kurz ins Rampenlicht gezerrt; entweder, wenn es um die einzigartige Karriere von Peyton Manning geht oder wenn es um die Rolle geht, die er im Verhandlungsmarathon zur Beendigung des letztjährigen Lockouts gespielt hat.

Elektriker statt NFL

Jeff Saturday stammt aus einem der amerikanischen Football-Zentren: Georgia. In Atlanta wurde er 1975 geboren, in Atlanta besuchte er auch die High School. Im benachbarten North Carolina besuchter er das College und war drei Jahre lang Starting Center der Tar Heels. Obwohl er in mehrere All-ACC-Teams gewählt wurde, blieb er bei der NFL Draft 1998 unberücksichtigt. Wie so oft beim Übergang guter College-Spieler zu den Profis machen die physischen Voraussetzungen den spielerischen Qualitäten einen Strich durch die Rechnung – zumindest in den Augen vieler Scouts -; Saturday war einfach zu klein mit seinen 1,87m. Die Baltimore Ravens gaben ihm eine Chance, aber nach nur sieben Wochen im Frühling war er schon wieder raus aus der NFL. Das nächste halbe Jahr, bis zum Januar 1999, verdingte er sich in Raleigh, North Carolina, in einem Elektronikfachmarkt.

Saturday wurde während seiner College-Zeit von den Colts gescoutet. Was sie mochten waren seine Intangibles und Technik, was sie nicht mochten – seine Physis. Anfang 1999 aber gab Indys legendärer Offensive Line Coach Howard Mudd Saturday eine Chance und er sollte sie nutzen. Nach zwei Starts in seiner ersten Colts-Saison 1999 wurde er zu Beginn der Saison 2000 Starting Center und blieb dies bis heute. Schnell hat sich zwischen ihm und Peyton Manning eine Beziehung entwickelt wie zwischen Golfer und Caddy. Sie stehen auf dem Spielfeld hintereinander, im Huddle nebeneinander, in der Umkleide sitzen sie nebeneinander und im Flugzeug auch. Sie haben sich gesucht und gefunden.

Jeff und Peyton

Auf dem Feld sind sie so eingespielt wie Michael Jordan und Scottie Pippen. Während Peyton seine Rumhampeleien veranstaltet, die Defense ausguckt und seinen potentiellen Paßempfängern erklärt, was sie zu tun haben, macht Saturday die Protection Calls. Er koordiniert die Offensive Line, bestimmt, wer wen blockt und wer für was verantwortlich ist, damit sein QB sich in Ruhe um seine Dinge kümmern kann.

Dieses Zusammenspiel haben die beiden bis zur Perfektion getrieben. Jahr für Jahr geben die Colts mit die wenigsten Sacks aller NFL-Teams ab. Zwischen 2004 und ´06 sogar die allerwenigsten. Das hat kaum mit der Qualität der vier Nebenleute von Saturday zu tun, denn bis auf den hochkarätigen Left Tacke Tarik Glenn haben dort nur Lückenfüller gespielt. Ein Erfolgsfaktor ist die herausragende Pocket Awareness von Manning und der andere die lehrbuchmäßige Arbeit, die Saturday Sonntag für Sonntag abgeliefert hat. Dabei stand er kaum je im Spotlight, sondern immer im riesigen Schatten Mannings und auch im typischen Center-Schatten – wer interessiert sich schon für Center?

Den Auguren und Experten war er immer schon ein Begriff. Bei ProFootballFocus (die sich auch und gerade für OLiner interessieren) ist er seit jeher eine Hausnummer. Nach PFF war er 2011 der fünfbeste Center der Liga. Auch in den Jahren zuvor wurde er immer als Vorbild für gutes Center-Spiel angepriesen. Gregg Easterbrook, der die immer noch lesenswerte Tuesday-Morning-Quarterback-Kolumne auf ESPN´s Page 2 schreibt, hat ihn 2006 zu seinem MVP ernannt. Und das vor dem wohl legendärsten Spiel in der Geschichte der Indianapolis Colts – dem 2006 AFC Championship Game.

An diesem 21. Januar konnten Peyton Manning, Jeff Saturday, Head Coach Tony Dungy und der Rest der Colts ihr Brady/Belichick/Patriots-Trauma überwinden, nachdem sie in den Playoffs 2003 und 2004 sowie einige Male in der Regular Season gegen die Mannschaft verloren haben, mit der zusammen sie die großartigste NFL-Rivalität des neuen Jahrtausend begründeten. Saturday spielte dabei – wie immer – eine wichtige Rolle, aber dieses mal konnte man sie sogar auf dem Spielberichtsbogen sehen. In diesem AFC Championship Game 2006, bei 21-28-Rückstand zu Beginn der vierten Viertels fumblet Running Back Dominic Rhodes den Ball an New Englands 1-Yard-Linie, aber Saturday erobert den Ball in der Endzone zum Ausgleich. Dann im letzten Drive, Indy liegt mit drei Punkten hinten, schleudert Saturday Patriots Nose Tackle Vince Wilfork dermaßen zu Boden, daß RB Joseph Addai problemlos zum siegbringenden Touchdown in die Endzone spazieren kann. Manning wird diese Aktion später als „The Block“ bezeichnen und ihn damit in eine Reihe mit The Drive und The Catch stellen. Am Ende der Saison 2006 steht Saturdays erster und einziger Super Bowl Triumph.

Die späten Jahre und NFLPA

Auch in den Jahren 2007 bis 2010 gehören die Colts auch dank Saturday mit zum Besten, was die Liga zu bieten hat. 2009 hat man nach 14 Siegen zu Saisonbeginn sogar die Chance auf eine Perfect Season, die den neuen Head Coach Jim Caldwell aber nicht im Geringsten interessiert. So verliert man mit der B-Mannschaft in Woche 16 gegen die Jets unter deren neuen HC Rex Ryan. Ebenjene Jets schlägt man dann zwar im kommenden AFC Championship Game, aber die New Orleans Saints verwehren den Colts den zweiten Ring. 2010 hat Rex Ryan dann in den Playoffs das erste Mal in seinem Leben ein Mittel gegen Peyton gefunden, nachdem dieser ihm während seiner Jahre in Baltimore und dann auch in New York so große Kopfzerbrechen bereitete, daß Ryan ein ums andere Mal für ihn völlig uncharakteristisch jemanden voller Respekt in den Himmel hob. Dieses Spiel in der Wild-Card-Runde, eine 16-17-Niederlage, war bis zum heutigen Tage das letzte, daß Peyton Manning und Jeff Saturday zusammen beschritten.

Auch außerhalb des Platzes hat Saturday in den letzten Jahren von sich reden gemacht. Seit 2008 ist Saturday gewähltes Mitglied des Executive Committees der Spielergewerkschaft NFLPA. Im Frühjahr und Sommer 2011, als ob des Lockouts in der NFL der Ausnahmezustand herrschte, hat Saturday bei den Verhandlungen eine herausragendende Stellung eingenommen. Wie wichtig er dabei war, zeigte sich vor allem nach der Einigung, als er mit – ausgerechnet – Patriots-Owner Robert Kraft vor die Kameras trat und die beiden sich gegenseitig für ihren Anteil an dem neuen CBA lobten. Nur wenige Tage vorher verstarb Krafts langjährige Ehefrau Myra und der tiefgläubige Saturday fand dabei die richtigen Worten, woraufhin dieses berühmte Photo entstand.

Zur Zeit wird allerorten darüber spekuliert, ob Peyton Manning WR Reggie Wayne im Schlepptau haben wird, wenn seinen nächsten Arbeitsplatz antreten wird. Komischerweise wird kaum darüber gemunkelt, ob er nicht auch den wichtigsten Mann aus seiner Offensive Line mitnehmen wird, zumindest für ein oder zwei Jahre. Dem Vernehmen nach trainiert Saturday, der Free Agent ist, derzeit irgendwo und trifft seine Entscheidung, ob er sich aus dem aktiven Sport zurückzieht oder ob er auf seine 197 NFL-Spiele noch einige draufpackt. Die Chancen stehen wohl 50/50. Fest steht aber, daß sich einige Teams, allen voran die Colts, sehr gut vorstellen können, Saturday einen Job in ihrem Front Office zu geben. So oder so wird er der NFL auf jeden Fall erhalten bleiben.

Indianapolis Colts in der Sezierstunde

2010/11 war ein ungewöhnlich zähes Jahr für die Colts. Dafür gibt es eine ganze Latte an Gründen: Die Verletzungen. Die unkonstante Defense. Die unbalancierte Offense.

Die Verletzungsserie, die Indianapolis heuer heimgesucht hat, ist schon heftig: In der Offense verletzten sich WR Antonio Gonzalez, WR Austin Collie, WR Pierre Garcon, RB Joseph Addai und TE Dallas Clark alle für Teile der Saison oder mehr. Reggie Wayne war wochenlang nicht richtig fit. Dass eine Offense angesichts der Umstände nicht in Gang kommen kann, muss klar sein.

Noch schlimmer sind die Verletzungen in der Defense, denn dort gibt es keinen Peyton Manning, der die Kohlen aus dem Feuer holt: Die Strong Safetys fehlten die komplette Saison, die Cornerbacks um Hayden waren ab November auch regelmäßig außer Gefecht, die Front Seven durch schwach getimte Verletzungspausen ebenso kaum gleichzeitig am Feld. Problem dabei: Die Colts hatten kaum Möglichkeiten, sich einzuspielen.

Peyton Manning QB Colts

Peyton Manning - ©Flickr

Indianapolis‘ Offense ist weiterhin: Peyton Manning. Die #18 ist ein staubtrockener Vertreter seiner Zunft, aber für mich ist Manning weiterhin die #1 unter den Quarterbacks. Die Offense Line gilt seit Jahren als Schwachpunkt, aber Manning kassiert prozentual die wenigsten Sacks, wenn ihm zwei Pass Rusher in der Fresse herumfummeln. Manning hatte Ende November eine ganz fürchterliche Phase mit 11 INTs in 3 Spielen. Als es gegen Saisonende um die Wurst (sprich: Playoffs) ging, war der Mann wieder voll da und sattelte Indy grade so gut, dass es in einer durchwachsenen AFC South reichte.

Wer könnte gehen?

Peyton Manning. Okay, keine Scherze, aber Manning ist aktuell vertragslos. Entweder die Colts geben ihm einen Vertrag über 4-5 Jahre mit Zahlen wie jener von Tom Brady. Oder sie hängen ihm die Franchise Tag, das Preisschild, um (ca. 23M Dollar). Es gibt keine andere Alternative. Ansonsten ist man offensiv relativ gut aufgestellt: RB Addai ist kein Unverzichtbarer, könnte also für halbwegs billiges Geld weiterverpflichtet werden. OT Charlie Johnson würde kaum vermisst werden.

In der Defense sind drei Defensive Backs (Bullitt, Francisco, Hamlin) vertragslos – und dann ist da noch der Kicker: Adam Vinatieri.

Heikel wird die Diskussion bei SS Bob Sanders. Sanders gehört zu denjenigen Spielern, bei denen du sofort merkst, ob sie auf dem Feld stehen oder nicht. Beim Superbowl-Sieg vor ein paar Jahren galt Sanders’ Genesung zu den Playoffs als Hauptgrund für den Titelgewinn der Colts, ein Jahr später war Sanders Verteidigungsspieler der Saison. Sanders ist nun 7 Jahre in der NFL. Seine Anzahl der Regular-Season-Spiele pro Saison: 6-14-4-15-6-4-1. 50 von 112 Spielen. Allerdings: Jedes Mal, wenn Sanders über 6 Spiele bestritt, war er All-Pro und Pro Bowler. Sanders hat noch Vertrag, aber womöglich wird er wegen Verletzungsanfälligkeit trotzdem entlassen.

Wo hakt’s?

Beginnen möchte ich mit einem Fakt, den ich vor einigen Wochen glaube, irgendwo gelesen oder gehört zu haben: Die Colts-Offense ist mit den Jahren immer ineffektiver geworden. Schnell via der unerschöpflichen Sidelinereporter-Excel-Datenbank nachgeprüft: Das DVOA-Rating von Footballoutsiders, das die absoluten Offense-Werte in Relation zur Stärke der jeweiligen Defenses setzt:

2004 33,2% (#1)
2005 23,6% (#3)
2006 29,0% (#1)
2007 24,3% (#2)
2008 17,2% (#6)
2009 20,3% (#6)
2010 16,6% (#6)

Bildlich sieht das so aus:

DVOA Indianapolis Colts NFL 2010/11

©Sideline Reporter

Ich sehe nach 2007 einen signifikanten Absturz. Eine Anmerkung: Marvin Harrison. Harrison war ein absoluter Ausnahme-WR der Colts. Bis 2006 mit herausragenden Zahlen. Danach alternd und verletzungsanfällig. Auch Reggie Wayne wird nicht jünger…

Die große Frage: Ist es in Indianapolis schnurz, ob sie Laufspiel haben? Braucht die Offense trotz ihrer jetzt schon krassen Pass-Lastigkeit einen weiteren großartigen WIDE RECEIVER? Zum Vergleich: Der letzte Franchise-RB der Colts war Edgerrin James. Nach dessen Abgang (2005) gibt es keinen Effizienzverlust zu verorten.

Der Ruf der Zahlen nach einem Top-WR deckt sich auch mit dem Gesehenen: Indys Receiver sind gutes Mittelmaß. Aber im entscheidenden Moment werden häufig die schweren Catches nicht gemacht. Die Catches, die du nicht machen musst, aber solltest, wenn du wie die Colts auf Offensive angewiesen bist.

Denn in der Defense hakt es. Die Secondary und der Pass Rush sind trotz Verletzungsproblemen nicht so sehr das Problem. Vielmehr ist Indy seit Äonen eine Mannschaft, über die Gegner einfach drüberlaufen. Verantwortlich dafür: Ein fehlender dominanter Defensive Tackle. Eine uneingespielte und untersetzte Linebacker-Crew. Ein dauerverletzter Sanders.

Ich habe mir jüngst Superbowl XXXVII angeschaut. Die flinke Buccs-Defense (kreiert von Tony Dungy), die trotz untersetzter Männer den Lauf abwürgte. Die aktuelle Colts-Defense ist immer noch Tony-Dungy-Werk. Die Buccs hatten damals vorne drinnen mit DT Warren Sapp den ultimativen Brocken. Vielleicht könnte ein DT Shaun Rogers trotz all seiner Flauseln neben dem Spielfeld in Indy Abhilfe schaffen.

Wohin galoppieren sie?

Zusammenfassend komme ich zum Schluss, dass die drei Top-Prioritäten lauten müssten:

a) Wide Receiver
b) Defensive Tackle
c) Offensive Tackle

Blick auf das Zeiteisen: Die Colts werden nicht jünger. Peyton Manning wird nicht jünger. Womöglich schließt sich das Fenster für die Colts in absehbarer Zeit, sprich: 3-4 Jahren. Ich bin zwar skeptisch, ob Bill Polian jetzt plötzlich von seiner Strategie abgehen würde und das Team mit ein paar Star-Free Agents aufladen wird. Aber angesichts der vermutlich noch nur wenigen Chancen auf einen Titel ist das vielleicht kein ganz depperter Gedanke.

Indianapolis hatte 2009 keine überragende Mannschaft und ist trotzdem 14-0 gestartet, weil sie enge Spiele am Fließband holten. 2010 ist das nicht mehr gelungen und schwupps war man nur noch dank schwacher Divisionskonkurrenz in der Post Season.

Ich glaube zwar, dass man mit Manning immer Divisionsfavorit bleiben wird. Aber die Colts wollen mehr. Sie brauchen Titel.

Unter der Lupe waren auch andere Mannschaften – Zum „Sezierstunde“-Archiv geht es hier entlang.