Robert Griffin The Ram

Keine Woche ohne D’oh! in der NFL-Offseason. Erst Revis, dann DeSean Jackson und jetzt RG3: Gestern Abend gab es bei Twitter die ersten Gerüchte, und ehe man sich versah, flatterte die News zur Tür herein: Die Washington Redskins traden QB Robert Griffin III nach St Louis zu den Rams und erhalten im Gegenzug QB Sam Bradford und den #2-Draftpick overall im diesjährigen Draft. Damit wird Geschichte rückgängig gemacht: Genau dieser zweite Draftpick hätte eh den Redskins gehört, hätten sie ihn nicht schon vor zwei Jahren nach St Louis getradet – für die Rechte an RG3.

Damit haben wir den bis dato spektakulärsten Move der Offseason 2014. Es ist nur der Schlussstrich der Redskins unter das wilde Kapitel mit dem gefallenen Volkshelden RG3.

Schon im Lauf der letzten Woche drangen in den Redskins-Foren leise Gerüchte ob der angeblichen Missstimmung zwischen RG3 und dem neuen Head Coach und quasi-OffCoord Jay Gruden durch. Grudens Playbook soll mit seiner West-Coast artigen Offense nicht auf Griffins Talente zugeschnitten gewesen sein, und Griffin soll sich darüber laut bei Owner Dan Snyder ausgeheult haben. Gruden scheint den internen Machtkampf gewonnen zu haben.

Mit dem Trade bekommen die Redskins nun in Sam Bradford den Top-Draftpick 2010, der sich bisher nicht so recht in der NFL durchsetzen konnte. So ganz ohne Fähigkeiten wird Bradford aber nicht sein, und wenn Gruden eines kann, dann es ist das Coachen von mittelmäßig talentierten Quarterbacks (siehe: Dalton, Andy).

Die Redskins bekommen quasi gratis mitgeliefert den heiß ersehnten hohen Draftpick um die Defense zu verstärken. Was kommt da besser als die Chance, den nächsten potenziellen Heroen DE Jadeveon Clowney zu ziehen? Ein Clowney als das Monster in der Defensive Line, und Cousins gegen Bradford als Kampf um den Stamm-QB – die Skins sind schon wieder auf dem Weg nach oben.

Für die Rams ist der Move so logisch, dass man sich hinterher fragt: Warum nicht schon 2012? RG3 ist trotz aller Negativpresse der letzten 12 Monate noch immer ein entzückender Spieler, der feuchte Träume wahr werden lassen kann, und wenn nicht, dann ermöglicht er zumindest für die nächsten Monate feuchte Träume. Quarterback war die größte Lücke im Rams-Kader in diesem Jahr, und einen 1st-Rounder haben die Rams dieses Jahr noch immer.

Und das Allerbeste: St Louis spielt nicht auf einem Schlachtfeld, sondern in einer Halle – keine Gefahr mehr also für die Kreuzbänder bei RG3.

Griffin wird in St Louis die 1 tragen. Bradford in Washington die 4.

Washington Redskins in der Sezierstunde

Überblick 2013

Record         3-13
Enge Spiele    2-7
Pythagorean    4.6    30
Power Ranking  0.344  27
Pass-Offense   5.7    24
Pass-Defense   7.1    31
Turnovers      -8

Management

Salary Cap 2014.

Das nächste Team in der Sezierstunde ist der größte Totalschaden der NFL-Saison 2013/14: Die Washington Redskins, die nicht bloß vom Divisionssieg zu einer 3-13 Saison kollabierten, ihren hohen Draftpick aber längst schon an die Rams verkauft hatten, sondern auch noch einen ulkigen Streitfall „Coach vs Owner“ um das Gesicht der Franchise zu bewältigen hatten: QB Robert Griffin III. Die Resultate: Shanahan und Shanahan wurden gefeuert, aber der Rest des Trainerstabs durfte bleiben. Als neuer Head Coach fungiert ein Mann mit großem Nachnamen, aber kleinem Vornamen: Jay Gruden, der kleine Bruder des Superbowl-Champs Jon.

Jay Gruden, zuletzt OffCoord in Cincinnati, ist kein Mann, der dem gemeinen NFL-Zuschauer geläufig ist. Er fällt nicht durch große Sprüche auf und hat keine großen Errungenschaften in seiner Trainerkarriere vorzuweisen. Trotzdem gibt es interessante Momente in seiner Vita, die ihn einst als Quarterback in die Arena Football League führte, später als Head Coach in die UFL und Assistenzcoach in die NFL. Jay Gruden wurde in seinem Leben trotz des berühmten Bruders nicht viel geschenkt. Er rackerte abseits des großen Lichts. Er hat Cheftrainer-Erfahrung aus der UFL, und assistierte jahrelang den Trainerstab in Tampa Bay. Er fungierte zuletzt als West Coast-Offense orientierter Coordinator bei den Bengals, wo er um den wurfschwachen Andy Dalton herum basteln musste – mit wechselndem Erfolg.

Grudens Mission in Washington klingt ganz simpel: Bieg RG3 zurecht! Dafür beförderte er den blutjungen OffCoord Sean McVay (27 Lenze) hoch vom TE-Coach zum OffCoord. Gruden kennt McVay aus gemeinsamen Zeiten in der UFL. Gruden bringt ähnlich wie früher Shanahan konzeptionell eine West Coast Offense mit nach Washington, die aber in etlichen Punkten von den Vorstellungen Shanahans abweicht.

Die größte Abweichung könnte ausgerechnet dort passieren, wo Washington zuletzt am besten war: In der Offensive Line. Shanahan hatte dort sein berühmtes „Zone Blocking“-System implementiert, während Gruden bisher fast ausschließlich die Power-Version vom Vorblocken spielen ließ. Es wird ein entscheidendes Detail sein, wie Gruden seine Line aufzustellen gedenkt.

Zumal es für RG3 und dessen Entwicklung nicht unwichtig sein dürfte. Man kann read option auch aus einer Power-Version spielen – die 49ers beweisen es jeden Tag – aber es ist eher unüblich. Oder gedenkt Jay, RG3 ein komplett neues Korsett überzustülpen? Das darf man für eher unwahrscheinlich halten.

RG3 selbst erlebte 2013, wie man vom Hero zum Zero und Problemfall heruntergeschrieben werden kann. Fabriziert er mit seinem Auftreten 30 Touchdowns und führt die Redskins in die Playoffs, ist er „voll von Selbstbewusstsein“. Kommt allerdings etwas hinten raus wie in der abgelaufenen Saison, zögerliches, ängstliches Werfen ins Niemandsland, so bist du schnell der schlecht erzogene Junge, der sich auf dem Schoß des Owners über den ach so bösen Headcoach Michael ausweint. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen – hinter den Kulissen und auf dem Spiefeld.

Festzuhalten bleibt: RG3 ist weiterhin ein ganz famoses Einzeltalent. Chris Brown analysierte schon im Dezember bei Grantland.com, wie man Griffin spielerisch wieder in die Spur kriegen kann:

That kind of stare-down throw into coverage wasn’t Griffin’s biggest issue this season. Griffin’s footwork is what really got him off-kilter, though in fairness, this issue likely stemmed from his injuries and lost offseason. While much is rightfully made of a quarterback’s vision, a quarterback’s footwork is what tells him where his eyes should be in a well-designed passing attack. A quarterback’s every step should be tied to his receivers’ routes. “His feet are telling him when to move to no. 2 and no. 3” in his passing progression, explained current 49ers head coach Jim Harbaugh some years back. Mastering that has been a recurring problem for Griffin since his surgery.

Nicht vergessen: Es gibt Gründe, wieso nur der zum Jahrhunderttalent  hochstilisiterte Andrew Luck höher eingeschätzt wurde als Griffin. Gruden muss Griffin soweit kriegen, intelligenter zu spielen. Du kannst scrambeln, aber du sollst nicht jedesmal volle Pulle mit 180 Sachen in den Linebacker krachen. Du sollst als Quarterback nicht vorblocken. Du sollst dich auf deine Core Competences konzentrieren. Es wäre gelacht, wenn Gruden, der aus einem Dalton einen durchschnittlichen Quarterback zu formen imstande war, nicht mit dem ungleich begabteren Griffin mindestens Selbiges zu tun imstande ist.

Was den Redskins allerdings fehlt: Ein erstklassiger Corp an Wide Receivers. Garcon fungierte letzte Saison mit 187 Anspielen (30% aller Redskins-Pässe) und davon 113 Catches quasi als Alleinunterhalter. Hinter Garcon duckmäusern sich Leute wie der Oldie Santana Moss oder junge Grünschnäbel wie Robinson, Hankerson oder Paul um 20-40 Catches. Prächtige Einzelspieler sieht anders aus. Einzig der junge TE Jordan Reed, der aber fast nur kurz angespielt wird (ganze 6.8% seiner Anspiele gingen weiter als 15yds), soll Potenzial für einen Status als Pro Bowler gezeigt haben.

Die Frage ist aber: Wieviel investiert Gruden in die Offense, wenn Fragezeichen hast, aber auf der anderen Seite in der Defense fast ausschließlich Ausrufezeichen. Nämlich hinten dran gestellt an HILFE! HILFE!

DefCoord Haslett ist keiner der ganz großen Sympathen unserer Zeit, aber er musste mit einem Torso arbeiten, das schlicht und ergreifend nicht mehr abwehren konnte als 7.1 NY/A Passspiel (#31 der Liga) und 56% der Läufe (#20 der NFL). Mit Bowen und Cofield gibt es nur zwei adäquate Starter in der Defensive Line, und auf den wichtigen OLB-Positionen ist der junge Ryan Kerrigan noch da, während Passrusher Brian Orakpo erstmal die Franchise-Tag übergestülpt wurde; Orakpo ist einer meiner Lieblings-Passrusher, aber er ist immer noch relativ eindimensional, und angeblich sind sich nicht alle in der Organisation einig, wie wertvoll Orakpo überhaupt ist. Washington hat Platz unter der Salary-Cap; ich verstehe nicht, warum man riskiert, eine weitere wirkliche Lücke in einen eh schon dünn besiedelten Depth-Chart zu reißen.

Auf Linebacker gibt es gar nichts mehr mit Rang und Namen und in der Secondary ist bis auf den jungen CB David Amerson nicht viel Material da, dem man entweder Potenzial oder NFL-Reife nachsagt. Ein Safety wie Bacarri Rambo soll beispielsweise ein so schlechtes Rookie-Jahr hinter sich haben, dass er jegliches Selbstvertrauen verloren hat.

Die Redskins haben keinen Draftpick in der ersten Runde, müssen sich also mit den mittleren und späten Runden helfen. Für eine Secondary, die so jung ist, ist aber eh oft wichtiger, sich via Free-Agency zumindest den einen oder anderen Routinier zu greifen. Geld ist da in Washington: Die Cap-Strafen sind ausgesessen, und man soll angeblich um die 30 Millionen haben um Orakpo zu behalten (also: „richtig“ zu behalten, nicht bloß Franchise-Tag) und den einen oder anderen ansprechenden Mann vom Markt zu holen. Man sollte bloß nicht wieder in alte Muster verfallen und sie überbezahlen – das rächt sich in einer NFL oft spätestens in zwei Jahren.

Und man hat noch einen weiteren Trumpf, sich Draftpicks zu klauben: Ein Trade von Backup-QB Kirk Cousins, der in seinen Einsätzen als Griffin-Ersatz zumindest ansatzweise recht gut ausgesehen hat. Die Frage ist bloß, was NFL-Teams für einen Cousins, dem viele „nur“ eine Karriere á la Dalton zutrauen, zu bezahlen bereit sind? Einen 4th-Rounder? Ein Green Bay wäre sicher froh gewesen, mit einem Cousins den November zu bestreiten – dann wäre es nicht auf eine quasi-Hail Mary und einen Lions-Kollaps angekommen um die Playoffs zu erreichen.

Bleibt festzuhalten: Angenommen, Gruden biegt RG3 soweit zurecht, dass er wieder in Sphären wie 2012 agiert, so liegen die meisten der Prioritäten in der Defense:

  1. Cornerback mal drei
  2. Safety
  3. Linebacker mal zwei
  4. Wide Receiver
  5. Defense Line
  6. Edge Rusher (nach dem Orakpo-Zwischendeal nur noch sechstgrößte Lücke statt größte)

In dem unruhigen medialen Umfeld um die US-Hauptstadt brauchst du Siege um deine tägliche Arbeit störungsfrei durchzuziehen. Du weißt, dass dein Arbeitgeber ein ungeduldiger ist. Du weißt, dass die Zeitungen nur darauf warten, dich auseinanderzunehmen. Du weißt, dass du dein QB-Talent zu verheizen drohst, wenn du weiterhin nicht gewinnst.

Gruden wird die Offense ohne allzu große personelle Verbesserungen zurecht biegen müssen. Von Spielerseite her muss er den Fokus wohl der Defense überlassen, die fast jeden Draftpick und jeden verfügbaren Free Agent gebrauchen kann um zumindest auf relativ gutem NFL-Terrain agieren zu können. Die Zukunft in Washington und damit zum Teil auch der Ruf eines Gruden und eines RG3 hängen zum nicht zu verachtenden Teil von der Performance der Abwehr zustande – jener Abwehr, die zuletzt nicht mehr verstärkt werden konnte, weil RG3 so viele Draftpicks kostete.

Washington Redskins in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record        10-6    WC
Enge Spiele    6-5 
Pythagorean    9.2   (12)
Power Ranking   .565  (8)
Pass-Offense   7.2    (2)
Pass-Defense   6.8   (24)
Turnover       +17

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Die Saison 2012/13 der Washington Redskins war eigentlich mit die beste dieser Franchise seit gut und gerne zwei Jahrzehnten. Der Trainerstab „Shanaclan“ ließ den schwarzen Volkshelden QB Robert Griffin III von der Leine und RG3 antwortete mit einer Rookiesaison für die Ewigkeit, führte die Redskins über den Divisionssieg bis in die Playoffs. Dort wurde Washington allerdings aus sämtlichen Träumen gerissen.

Ein Kreuzbandriss kann immer passieren, aber ich bin immer noch der Meinung, dass Mike Shanahan den völlig lädierten RG3 im Wildcard-Spiel gegen Seattle hätte schützen und runternehmen müssen. Es war abzusehen, dass ein zähnefletschender Griffin in der zweiten Halbzeit noch nicht das größte Übel gesehen hatte, und entsprechend folgerichtig knickte RG3 ein und es rissen mehrere Bänder.

Für RG3 folgten Operationen und nun die Reha mit der Hoffnung auf möglichst schnelle, vollständige Genesung. Gerissene Bänder im Knie sind heute medizinisch soweit unter Kontrolle, dass sie nicht mehr jede Karriere in Gefahr bringen, aber bei einem laufstarken QB wie Griffin (der schon vor drei Jahren Kreuzbänder kaputt hatte) kein Klacks. Dass RG3 als Megainvestment (u.a. drei Erstrundendraftpicks) der zentrale Baustein der Hauptstadtfranchise ist, macht die Sache nur noch schlimmer, selbst wenn man den offenbr „sensationell“ verlaufenden Heilungsprozess bei RG3 berücksichtigt.

Die Offense

Washingtons „East Coast Offense“ gehörte zu den ästhetischsten dieser Saison und wurde von den Shanahans komplett auf die einzigartigen Talente von RG3 zugeschnitten und gründete, wie ich schon im Jänner schrieb, auf vier Grundideen:

  • Inside Zone-Read Option – nicht wie z.B. Houston eine lateral angelegte Offense, sondern Zonenblocking straight geradeaus, auf die Landschaft im Spielfeld scheißend.
  • „Bluff“. Fullback blockt einen Linebacker, nicht den Defensive End und gibt seinem QB damit Zeit zum Lesen der Defense. Der Spielzug, der RG3s Gefahr als Scrambler am besten nutzt.
  • Pistol-Offense, Fullback blockt den Defensive End, simpler Laufspielzug kann abgehandelt werden.
  • Outside Zone – datt ist die Houston-Offense (bzw. einst in Denver entwickelt), wie ich das gestern beschrieben hatte.

RG3 war nicht bloß Spektakel, sondern auch extrem effizient. Er warf u.a. so wenige Interceptions, dass man künftig fast sicher vom Zuschlagen des Phänomens „Regression zur Mitte“ ausgehen muss. Auch Backup-QB Kirk Cousins, wie RG3 ein Rookie, zeigte helllichte Momente. Cousins könnte zum Saisonstart durchaus gefragt sein, sollte RG3 nicht schnell genug fit werden.

Ein dritter Offense-Rookie brachte so manchen Fantasy-Owner auf Touren: RB Alfred Morris, ein komplett unbekanntes Gesicht von Florida Atlantic, erwies sich mit seiner Geduld als optimaler Mann für die zonenorientierten Laufschemata der Redskins. Es bleibt abzuwarten, ob und wie weit sich diese großartige Maschine in Zukunft lässt weiterführen. Morris wurde auf 335 Carries geschickt und ist kein guter Ballfänger bei 3rd downs – weil die Backups Royster und Helu Verletzungsprobleme haben, könnte Shanahan hier auf die Suche nach einem Ergänzungsspieler sein.

Umso erstaunlicher ist die Produktivität der Offense, wenn man sich vor Augen führt, über welches Receiving-Material Washington verfügte: Gorden, Garcon, Robinson und wie sie heißen – allesamt Nonames ohne nennenswerte Vergangenheit oder physische Tools der Extraklasse. Sie fingen trotzdem ihre Bälle – alle. Man mag sich nicht ausdenken, was dieser Angriff mit einem veritablen Wide Receiver machen könnte.

Die Offense Line blieb in der abgelaufenen Saison für viele überraschend von Verletzungen verschont; das musste sie auch, denn die Tiefe ist unterirdisch.

Die Defense

Eine unterschätzte Storyline der Redskins 2012/13: DefCoord Jim Haslett bekam eine dezimierte Unit in der zweiten Saisonhälfte mit wirklich interessanten Plays in den Griff und war ein wichtiger Grund für den Sieglauf (7 Siege en suite). Gab die Abwehr in der ersten Saisonhälfte noch 7.3 NY/A im Passspiel auf, steigerte sich die Unit auf 6.2 NY/A über die zweite Hälfte. Das ist bemerkenswert, und angesichts der verbliebenen Spieler kann man auch Hasletts wilde Blitz-Strategien nachvollziehen.

Spieler, die weite oder komplette Teile der Saison verpassten, waren nicht rar: Mit OLB Brian Orakpo fehlte der wichtigste Baustein der kompletten Defense seit September, dazu war der Starke Lauf-Ankermann DE Carriker langzeitverletzt, FS Meriweather kam kaum zum Einsatz und S Tanard Jackson war noch in der Kiffersperre. Jede Defense hat extreme Probleme, wenn dein bester Passrusher und gleich beide Safetys fehlen.

Klar aufgezeigt wurde, dass DE/OLB Ryan Kerrigan noch nicht in der Lage ist, einen Orakpo-losen Laden zu führen – ein dritter guter Passrusher wäre demnach schon gefragt. Sollte der zeitlose LB London Fletcher doch irgendwann zurücktreten, wird auch ein Inside Linebacker gefragt sein.

Das größte Loch gibt es im Defensive Backfield, obwohl der boom or bustCB Hall für relativ billiges Geld blieb; weitere Ergänzung wird über den Draft kommen müssen. Da ist es ungeschickt, dass man dieses und nächstes Jahr keine Erstrundenpicks mehr hat (RG3-Trade). Relativ gut dürfte im Verhältnis dazu die Defense Line um die Herren Bowen, Cofield und Jenkins aufgestellt werden.

Ausblick

Gibt durchaus einiges zu tun in Washington, trotz der für Redskins-Verhältnisse bärenstarken Saison 2012/13. Die Prioritätenliste liest sich in etwa so:

  • Secondary (extrem wichtig)
  • Tiefe im Passrush (wichtig)
  • Wide Receiver (mittel)
  • Backup-Runningback (mittel)
  • Junger Nachfolger London Fletchers (mittel)

Seblst wenn RG3 fristgerecht fit wird, kann man nicht zwingend davon ausgehen, dass er erneut ein Feuerwerk wie letztes Jahr abbrennt, sicher nicht in Sachen Turnover-Quote und vielleicht auch nicht in Sachen Werfen und Scrambeln. Und da wäre die Offense schon entscheidend geschwächt, als dass man in der NFC East ohne starke Verbesserung der Defense ganz oben bleibt.

NFL-Week 14 und der Advent: Von RG3 bis Luck alles am Start

[22h54] Das Debüt von LaMichael James macht die Beobachter und Fans übrigens alle geiler als ich es angenommen hatte. Jeder will sehen, wie sich dieser kleine Irrwisch in der NFL macht. Erste zwei Läufe gingen für 14yds.

[22h49] Wenn die Texans morgen verlieren, hat Indianapolis es sogar noch in der Hand, mit zwei weiteren 1pts-Siegen gegen Houston die AFC South zu gewinnen.

[22h29] Fassungsloses Ende bei Tampa Bay – Philadelphia: Eagles-QB Nick Foles mit Bombe auf Bombe in die Coverage hinein, und nicht nur einer hätte abgefangen werden müssen. 14sek auf der Uhr, null Timeouts, 4th down, Foles auf WR Avant an die 1yds Line. 22 Mann sprinten an die Anspiellinie, Spike mit 2sek.

Letztes Play: Ein schöner Wurf Foles‘ an die Sideline, wo WR Maclin einen haaaaaarscharfen TD mit Knien auffm Boden scort. Philly gewinnt 23-21 in der letzten Sekunde. Freudenexplosionen an der Eagle-Sideline.

Tampa ist damit 6-7. Eine bittere, bittere Pleite für die Buccs. Die Siege von Cowboys und Redskins gewinnen dadurch nochmal an Wert, weil ein Wildcard-Konkurrenz wohl rausfällt.

[22h23] Endstand Washington 31, Baltimore 28/OT.

K Kai Forbaith versenkt aus 34yds und Washington ist wie Dallas auf 7-6 gekraxelt. Es war ein tolles Spiel, das viele Geschichten geschrieben hat, aber die knisternde Frage wird sich nun um die Gesundheit von Robert Griffin III drehen: Die Bewegung des Knies sah fürchterlich aus, aber RG3 konnte am Spielfeldrand zuletzt schon wieder lächeln.

[22h20] Eine INT gegen Joe Flacco bringt die Redskins automatisch in Fieldgoal-Range.

[22h18] Endstand Cincinnati 19, Dallas 20.

[22h16] CIN-DAL. Dallas muss in der Schlussphase auf die Nerven seines Kickers hoffen. Für die Bengals wäre eine Niederlage umso verheerender, weil das GameLog ein verschenkter Spiel vermuten lässt (Dominanz, aber zig Chancen nicht genutzt, z.B. nicht gemachte TDs, Drops).

[22h09] OT in Landover. Ravens kriegen zuerst den Ball.

[22h08] Endstand Indianapolis 27, Tennessee 23. Colts sind 9-4 und fast sicher in den Playoffs.

[22h06] WAS 28, BAL 28/Q4, 0:29. Während die medizinische Abteilung draußen um RG3 und sein Knie bangt, macht Backup-Rookie-QB Kirk Cousins aus einem 2nd-und-20 in zwei Plays erst den TD und scrambelt dann die RG3-Gedächtnis-Conversion. Ausgleich, Overtime in Sicht.

[22h00] Dramatik in Washington: Eine PI gibt WAS eine neue Angriffsserie. RG3 humpelt wieder rein. 1:29 vor Schluss ein Pass in die gegnerische Hälfte, und dann für #88 Garcon in die RedZone. RG3 kann kaum aufrecht gehen.

[21h59] Scramble von RG3, DT Ngata fliegt so unglücklich daher, dass die Bänder in RG3s Knie da schon gewaltige Kräfte aushalten müssen. Nicht sicher, dass da alles heil geblieben ist.

[21h55] Generell laufen gerade viele Spiele auf eine hochspannende Schlussphase hinaus (Orte deS Geschehens: BUF, CIN, IND, WAS, JAX, TB).

[21h53] Fumble-Glück-Alarm: Washingtons Returner #84 Niles Paul verliert den Ball, aber die Ravens recovern im einen Tick zu weit im Aus. Washington gehört zu den Teams mit dem besten Fumble-Recovery Glück ligaweit (über 70%).

[21h47] WAS 20, BAL 28/Q4. Diesmal blocken die Ravens die beiden Skins-Blitzer, WR Boldin macht den Catch und gegen den halbherzigen CB #23 Hall noch die Extrayards nach dem Catch, und dann vollendet Ray Rice gegen ein Riesenloch. Knapp fünf Minuten bleiben.

[21h44] IND-TEN. 53yds-Field Goal für Vinatieri. Indianapolis führt damit sechseinhalb Minuten vor Schluss 24-23 gegen Tennessee.

[21h40] Ist schonmal eine Erwähnung wert: Beide Defenses haben sich mittlerweile exzellent auf die Offenses eingestellt. Die zweite Halbzeit ist im Dreckswetter von Landover längt nicht mehr das Offensivfeuerwerk.

[21h27] Rückwärtsgang für Washington. Punt. Gute Feldposition für Baltimore.

[21h23] Baltimore kassiert wieder einen Sack, weil diesmal gleich zwei Leute ungeblockt von der linken Seite durchkommen – ich stimme Rich Gannon zu, dass es Flaccos „presnap“-Fehler war, diese vielen Skins-Blitzer nicht erkannt zu haben. Washington kriegt wieder den Ball, diesmal an der eigenen 13.

[21h17] Für Baltimore wäre mittlerweile eine Niederlage nichtmal mehr soooooo schmerzhaft: CIN würgt sich zwar gegen DAL gerade Richtung Heimsieg, aber PIT wird daheim von San Diego abgeschossen.

[21h16] IND-TEN. Comeback schon erfolgreich. Indy führt mittlerweile 21-20. (Score war nun ein 3yds-INT Return!)

[21h15] Wieder ist ein beherzter RG3-Scramble im dritten Down etwas zu kurz, wieder muss Washington mit einem FG aus 49yds zufrieden sein.

[21h12] MIN-CHI. Die Vikes schmarotzen im Metrodome eiskalt von den Fehlern der Bears: 14 Punkte aus zwei Cutler-Interceptions, und sie mussten dafür insgesamt 5 Yards Offense zurücklegen! Minnesota führt 21-7, trotz eines inexistenten Passspiels (wie lange wird man sich Ponder noch ansehen?), aber mit einem funktionierenden Laufspiel über RB Adrian Peterson, der die uhr aufisst.

[21h04] Nächster Turnover der Ravens. Diesmal ist es OLB #91 Ryan Kerrigan, der auf der rechten Seite der Offensive Line ungeblockt durchkommt. Flacco wird mit dem Hit in der Fresse nervös und wirft das Ei ins Getümmel. Abgefälscht, und fällt LB London Fletcher in die Arme. Statt wenigstens Field Goal für Baltimore nun ein Ballverlust.

[21h02] BUF-STL. Chan Gailey lernt dazu: Buffalo ging eben gegen Ende des dritten Viertels 12-7 in Führung, und anstelle des Extrapunkts versuchte Gailey die zwei Punkte zu holen (ein FG-Fake). Der Ball ist zwar inkomplett, aber Gailey endlich mal mit einer Entscheidung, die so etwas wie Gefühl für das Spiel erahnen lässt.

[20h54] WAS 17, BAL 21. Weil die Ravens-Defense die Schlagzahl erhöht, muss Washington mit einem 48yds-FG Vorlieb nehmen.

[20h50] Turnover in Washington: OLB #50 Rob Jackson kommt von der Blindside, und während der TV-Zuschauer das Unheil schon ahnt, ist Joe Flacco noch völlig ahnungslos, dass ihm da gleich der Ball aus der Hand geschlagen wird. Da wird der LT Oher wieder auf die Fresse kriegen.

[20h42] CAR-ATL. Sensationeller TD-Lauf von Cameron Newton, 72 Yards zum Touchdown. Es war ein Zone-Read-Play, der ein Riesenloch in die Abwehr riss, und dann eine Newton-like Beschleunigung inklusive Luftrolle in die EndZone hinein. Atlanta wird also sein zweites Saisonspiel verlieren, und zwar gegen die heimliche beste Mannschaft seiner Division.

[20h37] CAR-ATL. Die Falcons-Offense ist völlig aus dem Tritt, bringt beim kleinsten Anzeichen von Druck kein Timing zustande und die Bälle von Matt Ryan landen im freien Raum.

[20h33] IND-TEN. Etwas Pech hatten sie mit einer Injury Timeout ganz am Ende der Halbzeit (deswegen war man gezwungen, eine Hail Mary zu werfen, die abgefangen wurde), aber Luck und die Colts haben sich schonmal in Stellung für das nächste Comeback gebracht: TEN führt zur Pause 20-7 im Lucas Oil Stadium.

[20h29] Halbzeit WAS 14, BAL 21. Die Ravens lassen die Uhr runntertickern. Ausgerechnet die letzten paar Minuten, seit ich wieder voll dabei sind, waren die schwächsten der Halbzeit – viele Strafen, viele Incompletions, null Rhythmus auf beiden Seiten.

[20h25] JAX-NYJ. Nächste Halbzeit ohne Punkte für Mark Sanchez und die Jets. Heute ist McElroy inactive. Die Alternative ist Tebow.

[20h21] CAR-ATL. Die Atlanta Falcons werden in Charlotte an die Wand gespielt: Carolina führt „nur“ 16-0, weil sie schon zwei Field Goals innerhalb der 15yds-Line schießen mussten. Atlanta mit 35yds Offense in der kompletten ersten Halbzeit. Zum Vergleich: Carolina hat 270. 45 zu 13 Plays pro Panthers.

[20h20] Strafe gegen die Ravens killt den Drive. Ravens werden mit 2:00 gleich punten.

[20h15] Leichter Nieselregen in Landover, und so wird ein eigentlich normaler Option-Pitch für #46 Morris zum Hochrisikoplay: RG3 entgleitet das Ei aus der Fingern, Drive gestoppt. 3:44 verbleiben vor der Pause für die Ravens.

[20h11] IND-TEN. Gerade eine INT, die von Will Witherspoon zum TD für Tennessee in Indianapolis returniert wird. TEN führt 17-7 gegen Indy. Die Colts müssen aufpassen: 8-4, aber mit Niederlage und noch zwei Spielen gegen Houston… Da ist der fünfte Seed noch lange nicht eingetütet.

[20h09] Washington – Baltimore ist ein schönes Spiel, bei dem es auf und ab geht – at least ist das mein Eindruck vom Zuschauen mit dem linken Auge. Dank eines zum TD verwerteten Morris-Fumble führt Baltimore mittlerweile 21-14, aber so böse wie die Offenses hier die Defenses auseinandernehmen, ist da noch alles offen.

[19h12] WAS 7, BAL 0/Q1. Die Run-Defense der Ravens sieht gegen diese Option-Plays horrend aus, überreagiert auf RG3, während sich Alfred Morris und Pierre Garcon durch riesige Löcher fräsen können. Kurzpass für #15 Morgan vollendet.

[19h03] Baltimore gewann den Münzwurf und deferrte. Erste Serie wird also von Robert Griffin III gespielt, der seit heute Nacht seinen Heisman-Nachfolger kennt: Johnny Manziel von Texas A&M.

[18h54] Es braucht nicht all den Schnee, die Lichter und die Christkindlmärkte. Dass Advent ist, merke ich auch daran, dass ab sofort sonntags um 19h wieder volle Pulle Arbeit angesagt ist und ich in NFL-Spielen meistens voll erst zur zweiten Halbzeit einsteigen kann. Also wird es erstmal hier drin eher ruhig bleiben – vielleicht sind die ersten ein, zwei Angriffsserien drin.

Recap – Redskins vs. Giants, Week 13

Oder: Warum Playoffs mit RG3 kein unerreichbarer Traum mehr sind.

Die Washington Redskins sind nach einem spannenden, vor allem in der ersten Halbzeit gutklassigen Monday Night Game zurück in der Wildcard-Verlosung, und haben mit 6-6 nur noch ein Spiel hinter den divisionsführenden New York Giants (7-5) zurück – bei ausgeglichenem direkten Duell und Führung im zweiten Tie-Breaker (WAS ist 3-1 in der Division, NYG 2-3). Weiterlesen

Thanksgiving-Preview 2012

Das amerikanische Erntedankfest „Thanksgiving“ gehört zu den drei landesweit größten Feiertagen und zum Fest gehört seit Jahrzehnten auch American Football aus der NFL, respektive aus Detroit um die Mittagszeit und aus Dallas am frühen oder späten Nachmittag, je nach Ortslage. Seit einigen Jahren gehört ein drittes Spiel zur Primetime mit dazu, und in diesem Jahr erstmals auf einem großen Network, bei NBC.

Detroit Lions – Houston Texans

Ab 18h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 10h.

Der sportliche Wert eines interconference games ist für gewöhnlich mit „beschränkt“ einzuordnen, aber weil CBS (überträgt die Auswärtsspiele von AFC-Teams) per Vertrag eines der beiden Erntedankspiele bekommen muss, braucht es jedes Jahr wenigstens ein AFC-Auswärtsteam. Diesmal also die Houston Texans (9-1), die Mannschaft mit dem besten Record in der AFC, und nur ein weiterer Trupp in einem beinharten Spielplan, den die Detroit Lions in dieser Saison spielen müssen.

Die Detroit Lions (4-6) wirken auf Beobachter wie eine massive Enttäuschung, und es wäre gelogen, wenn ich nicht auch ein klein wenig mehr erhofft gehabt hätte. Stattdessen erlebt man als liebender und leidender Anhänger dieser Mannschaft eine Saison wie im Fegefeuer. Nicht Himmel, nicht Hölle. Aber du weißt nicht, was du erwarten kannst.

Die Lions 2012 sind eine Mannschaft, die in der Lage ist, Giganten wie Green Bay zu kontrollieren (wie am Sonntag, ich widerspreche dabei Kai Pahl vehement) und gleichzeitig beherrschte Spiele doch wieder herzuschenken imstande sind (wie am Sonntag).

Die Mannschaft ist nicht viel besser oder schlechter als in der vergangenen Saison, als sie ebenso monströse Comebacks und glückliche Fügungen brauchte, um Truppen wie Minnesota, Dallas oder Oakland noch einzufangen. In diesem Jahr wenden sich die Fügungen eher gegen Detroit. Die Freak-Show in Tennessee. Die Turnover gegen Chicago. Der Schiedsrichterfehlentscheid vom Sonntag. Fünf von acht Spielen innerhalb eines Scores verloren.

Es ginge trotzdem besser, aber u.a. Verletzungsprobleme sorgen seit Wochen dafür, dass die Kadertiefe nicht bloß bedenklich ausgedünnt wurde: Weil mit RB Best, WR Burleson, LT Backus oder S Delmas erfahrene Eckpunkte in wichtigen Mannschaftsteilen angeschlagen sind oder längere Zeit schon ausfallen, müssen die Youngsters ran – und die Youngsters sind noch nicht alle bereit (gell, Mr. Young sr.?).

Das soll QB Matthew Stafford nicht völlig in Schutz nehmen. Stafford spielt bei eigentlich guter Protection eine Achterbahnsaison mit zu großer Unkonstanz und zu vielen Würfen ins Leere, als dass man ihm eine wirklich gute Saison nachsagen könnte.

So hängt der Angriff – ich wiederhole mich – allein am Tropf des WRs Calvin Johnson, der erneut eine starke Saison spielt (65 Catches, 1117yds in 10 Spielen, Madden-Fluch harhar), aber der nicht alles im Alleingang zu tragen imstande sein kann. Die Jungspunde WR Young, WR Broyles und vor allem TE Pettigrew zeigen Ansätze, aber nicht mehr; man darf gespannt sein, wie lange sich das Front-Office dies anschauen wird. Young wird nach wiederholten disziplinären Problemen heute fehlen, und gilt als sportlich nicht allzu herber Verlust.

Für die schnellen 130kg-Bolzen in der Front Seven der Texans dürfte die Lions-Offense konzeptionell ein gefundenes Fressen sein: Man entsende dem DE J.J. Watt noch einen oder zwei Blitzer aus der zweiten Reihe hinterher, und Stafford muss schneller werfen, als dass Johnson 30m tief gelaufen sein kann oder einer der vielen Rohdiamanten um Broyles oder Pettigrew sich von seinem Gegenspieler gelöst haben kann.

Auf der anderen Seite bieten die Houston Texans eine Offense auf, die ästhetisch nicht mit Stafford/Johnson mithalten kann, aber dank des fehlerarmen QBs Matt Schaub und der seit Jahren hochgelobten Offensive Line methodisch wie der schleichende Tod über eine Defense drüberzufahren imstande ist.

Man sagt den Blockern im System von Head Coach Gary Kubiak nach, sehr intelligent zu spielen, was gegen die häufig stupiden Naturgewalten Suh, Fairley oder Avril nach etlichen ins Leere laufenden Pass Rushern und zwei, drei 20yds-Läufen für RB Arian Foster riecht. Und dann musst du im Backfield immer noch den „anderen“ WR Johnson, Andre Johnson, abdecken.

Klingt alles nicht gut für Detroit – aber: Die Defense ist diese Saison ein eher kleines Problem, hielt Detroit selbst gegen starke Angriffe meistens lange im Spiel.

Dennoch: Ich bin etwas besorgt. Nicht wegen einer potenziell weiteren Niederlage – die Playoffs hatte ich dieses Jahr von den Lions ebenso wenig „erwartet“ wie eine 11-5 Bilanz. Aber die Stimmung in Mannschaft, Trainerstab und auf den Rängen müffelt bereits dezent angefäult; die merkwürdigen, unpragmatischen Moves von Jim Schwartz in den letzten Wochen haben mich aufhorchen lassen. Irgendwo durch die riesigen Gläser des Ford Fields dämmert schon fin de siécle-Atmosphäre.

Ich hänge an Mannschaft wie Trainer genug, dass ich lieber ein weiteres Jahr mit Schwartz in den Abgrund fahre, als bereits diesen Winter eine erneute Generalüberholung in dieser Franchise zu sehen.

Also. In den letzten Wochen war die Halbwertszeit zwischen Opening Kickoff und ersten Buhrufen im Ford Field keine drei Spielminuten. Eine weitere Pleite wird in dieser eh schon verfallenden Stadt Detroit kein gutes Gegengift sein…

Houston mit 10.

Dallas Cowboys – Washington Redskins

Über die Rivalität

Cowboys-Redskins.
Redskins.

Ab 21h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 12h30.

Im zweiten Spiel des Abends sind zwei Franchises aus der traditionsreichen NFC East schon im Verzweiflungsmodus: Dallas (5-5) und Washington (4-6) kämpfen um den Abschluss in einer wie fast jedes Jahr engen Division – und beide sind nicht gerade Muster an Beständigkeit.

Bei den Dallas Cowboys nix Neues, mischt sich doch bei QB Tony Romo seit Jahren auf drei spektakuläre Augenausreißer ein hirntoter Moment – häufig genug in knappen Spielen, sodass Romo für die Massen bereits unverrückbar stigmatisiert bleiben wird. In dieser Saison hatte Romo auch schon seine „Romo“-Momente, allein: Es sind schon verdammt viele gedroppte Pässe und falsch gelaufene Routen von Seiten der Herrschaften WR Dez Bryant, WR Ogletree oder WR Austin mit im Spiel, die zu unnötigen Incompletions und Interceptions führen.

Die großartige Entlastung durch die Running Backs scheint Romo auch nicht zu bekommen, und selbst die in der Vergangenheit ordentlich Protection wackelte heuer mehrfach gehörig. Wird spannend, was Redskins-DefCoord Haslett an Druck Richtung Romo schicken wird – Haslett tendierte heuer häufig dazu, richtige Unwetter zu veranstalten. Verbrannt hat er dabei häufig bloß das eigene Scheunentor (a.k.a. Secondary).

Auf der anderen Seite gruben sich die Redskins nach einem verletzungsbedingten Zwischentief zuletzt wieder gut genug aus der Affäre, um sich in den Power-Rankings mittlerweile in der oberen Hälfte eingenistet zu haben (WAS war eine zeitlang #32 gewesen). Hauptverantwortlich dafür ist vor allem die stabilisierte Defense. Die Offense war immer schon gut.

Es ist jede Woche interessant mit anzuschauen, wie die Shanahans ihre hellste Freude daran haben, jede Woche ein paar neue atypische Plays für ihr Spielzeug, QB Robert Griffin III, zu auszuprobieren. Diese immer noch sehr college-affine Offense ist nicht bloß die hellste Freude zum Anschauen (ich kann mich am Pass für Santana Moss einfach nicht satt sehen), sie ist auch effektiv. Und die Redskins erleben dieser Tage auch das Phänomen „scrambelnder Quarterback macht die Running Backs effektiver“: RB Alfred Morris kann sich phasenweise durch wirklich große Löcher fräsen.

Ich habe am Montag mit einem Cowboys-Fan gesprochen, der überzeugt war, dass die OLBs Ware/Spencer gegen die Offensive Tackles der Skins bestehen können und gleichzeitig das Laufspiel abzuwürgen imstande sind. Voraussetzung: Einer der Inside Linebackers müssen RG3 vom Scrambeln abhalten.

Die Sache hat einen Haken: Mit „Inside Linebacker“ war Ernie Sims gemeint, was Geister der Vergangenheit ruft. Ernie Sims ist ein phantastischer Athlet, aber auch einer, der instinktiv sehr aggressiv auf simple Moves reagiert… missed tackle, ick hör da was trappsen.

Schließlich wird über das Duell Griffin vs. Dallas-Secondary zu reden sein; Dallas’ Defense spielt eine IMHO nicht so üble Saison, aber wenn Ware und Konsorten zu spät durchkommen oder Griffin zu schnell aus der Pocket entfleuchen kann, rieche ich die eine oder andere tiefe Bombe, die aus dieser Partie eine Wundertüte machen könnte.

Dallas trotzdem mit 3.

New York Jets – New England Patriots

Über die Rivalität

Jets – Patriots.

Ab 02h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen 15h.

Das in der Vergangenheit dem NFL-Network gehörende Thanksgiving-Nachtspiel wird diesmal erstmals von NBC übertragen, und es soll tatsächlich der olle John Madden im Intro die Teams einführen, sowie eine Madden-Trophy für den Spieler des Spiels reaktiviert werden.

Der sportliche Thrill zieht sich bei diesen beiden Teams diesmal insbesondere aus der Tatsache, dass die Jets mit ihren sehr lauten Head Coach Rex Ryan in der Vergangenheit fast immer in der Lage waren, gegen New England über ihre Verhältnisse zu spielen und das Derby eng zu halten.

So auch vor fünf oder sechs Wochen, als die Gang Green ihr womöglich bestes Saisonspiel lieferte und um ein Haar ein kolossales Upset aus Foxboro mitgenommen hätten. Rezept damals: QB Mark Sanchez (!) mal machen lassen – gegen die altbekannten Abwehrprobleme der Pats ein probates Mittel.

Nun haben die Patriots seither den Hünen CB Aqib Talib aus Tampa eingekauft, um mit dessen Manndeckerqualitäten eine aggressivere Defense inklusive Blitzeinschlägen aus der zweiten Reihe spielen zu können – und wenn Sanchez eines nicht leiden kann, ist es eine unruhige Pocket. Sanchez neigt dann schnell dazu, jeden Pass zu überwerfen, respektive seine Tight Ends zu suchen, egal wie gut die Herren Keller und Co. gedeckt sind.

New Englands Angriff ist primär deswegen im Fokus, weil er ohne die beiden Tight Ends Gronkowski/Hernandez antreten muss (Gronkowski verletzte sich am Sonntag beim Blocken für einen Extrapoint – Sachen gibt’s!). Insofern für die Patriots ein Problem, weil sie zwar den Ausfall eines der beiden kennen, aber ewig nicht mehr ohne beide angetreten sind.

Da wird viel Kurzpass-Stuff auf die Herrschaften Welker/Woodhead/Edelmann zukommen, plus eine wenigstens halbwegs adäquate Vorstellung von WR Brandon Lloyd auf den Abwegen ins Herz der Secondary hinein gefragt sein.

Das ganze spielt den Jets natürlich in die Karten, und bei allen Sorgen, die man in New York derzeit hat, so waren Ryan und seine Coordinators doch häufig in der Lage, QB Tom Brady mit wilden Aufstellungen mehr unter Druck zu bringen, als ihm lieb war.

Für New England kommt es also darauf an, die schnellen Pässe früh im Spiel an den Mann zu bringen, um ihre jungen Running Backs ins Spiel zu bringen, und somit noch im ersten Viertel eine glaubwürdige, methodische Offense aufbieten zu können, um die Jets vorsichtiger werden zu lassen.

New England mit 7.

NFL 2012/13 Week 9 am Sonntag – Preview

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 19h   CIN - DEN
So, 22h25 SEA - MIN
So, 02h20 ATL - DAL
Mo, 02h30 NO  - PHI

ESPN America Tape

Mo, 11h30 PHI - ATL
Mo, 13h30 GB  - ARI
Mo, 16h   NYG - PIT
Mo, 18h30 ATL - DAL
Di, 18h30 NO  - PHI

SPORT1+ LIVE

So, 19h   GB  - ARI
So, 22h25 NYG - PIT
So, 02h20 ATL - DAL
Mo, 02h30 NO  - PHI

PULS4 LIVE

So, 22h30 NYG - PIT

Zum Auftakt bekamen wir am Donnerstag ein nur bedingt spannendes Divisionsspiel San Diego – Kansas City zu sehen. Heute Abend startet ESPN America gleich mit dem nächsten Team aus der AFC West, und es sind die Denver Broncos von QB Peyton Manning, die sich derzeit zu everybody’s darling entwickeln, nachdem in den vergangenen Wochen überzeugende Siege gegen große Namen eingefahren wurden: San Diego und New Orleans.

Bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass Denver seit Saisonbeginn auf hohem Niveau spielt, und einen 4-3 Record sieht, der größtenteils durch einen knüppelharten Schedule erklärt werden kann.

Heute also geht es gegen die Cincinnati Bengals, auch so ein Liebling vieler im Sommer, aber bis dato schwer in die Gänge gekommen. Die Bengals kranken in der Offense an Eindimensionalität, man ist stark vom Sensations-WR #18 A.J. Green abhängig und konnte trotz des wuseligen WR #12 Hawkins noch nicht genügend Schultern finden, um die Last besser zu verteilen.

Aus Bengals-Sicht das größere Problem könnte in diesem Spiel allerdings die Secondary werden, die immer noch nicht vollzählig auftritt und trotz eines mächtigen Pass Rushes immer wieder blank steht.

Die anderen 19h-Spiele

SPORT1+ ist mit Green BayArizona dabei, ein Spiel, in dem ich null Upset-Chancen für die Cardinals sehe, deren unterirdisches Passspiel zum Hindernis werden dürfte. Der Dolchstoß dürfte dann die Defense sein, wenn sie nicht deutlich besser tackelt und auf den Mann geht als zuletzt in einer hohen MNF-Niederlage zuhause gegen San Francisco.

ClevelandBaltimore bietet kleine Upset-Chancen: Die Ravens führen mal wieder medial einen Krieg gegen die Hausreporter, die das PlayCalling von OffCoord Cam Cameron ins Kreuzfeuer genommen haben. Danke an Brian Burke dafür, diese Bedenken als unbegründet zu entlarven: Baltimore gehört zu den Teams mit dem spieltheoretisch besten PlayCalling (was, auf der anderen Seite, schon wieder entmutigend sein sollte, da das Potenzial der Ravens-Offense zumindest in Sachen PlayCalling ausgeschöpft scheint).

Die Browns sind zwar nur 2-6 und verfügen über eine unterdurchschnittliche Offense rund um die völlig unbeständigen Rookies QB Weeden/RB Richardson/WR Gordon, aber die Abwehr gefällt und hielt Cleveland schon im „Hinspiel“ vor einigen Wochen lange im Spiel.

Im FedEx Field treffen sich zwei der meistdiskutierten Jungstar-QBs in der NFL, zwei schwarze Leute, zwei Scrambler: QB Robert Griffin III ist dieses Jahr das, was letztes Jahr QB Cameron Newton war. Mittlerweile ist der geschmeidige Newton trotz ordentlicher Vorstellungen schwer in der Kritik, während RG3 zu den legitimen Rookie-des-Jahres-Kandidaten zählt, zweifellos einer der spektakulärsten Spieler ist und demnächst von den ESPN-Pundits in den Kreis der MVP-Anwärter gehypt werden dürfte.

In Jacksonville erwarten die Jaguars die Detroit Lions, was qua Letzterer ein weiterer Krimi innerhalb eines Scores werden muss (Detroit gewann und verlor diese Saison nie mit mehr als acht Punkten).

Houston – Buffalo ist die Rückkehr des DE Mario Williams, in der Offseason aus der Stadt geekelt, und diese Woche mit ein paar Aufsehen erregenden Kommentaren zum Abschied aus der Stadt, die ihn einst als #1-Draftpick einberufen hatte.

Die 22h-Ansetzungen

Nur begrenzt erfreuliche Ansetzungen um 22h: ESPNA bringt völlig überraschend Seattle SeahawksMinnesota Vikings, eine Ansetzung, die durchaus Interesse wecken sollte: Beide mit bisher überzeugenden Defenses, beide mit starken Running Backs (Lynch vs. Peterson), beide mit unerfahrenen, teilweise unzuverlässigen Quarterbacks (Wilson vs. Ponder). Gemessen an den vergangenen Wochen dürfte Seattle favorisiert sein.

In den Meadowlands „müssen“ die NY Giants eigener Aussage nach spielen, um der Bevölkerung nach dem Hurrikan Sandy Ablenkung von der Alltagstristesse bieten zu können. New York kam zuletzt in Dallas mit einem fetten blauen Auge davon, trifft nun auf die Steelers, die seit Wochen immer besser in Schwung kommen. Wenn QB Roethlisberger auf die WRs Brown/Sanders wirft und diese gegen CB Webster gestellt sind, drohen aus Giants-Sicht 180 Passyards und drei Touchdowns allein auf dieser Seite des Spielfelds.

OaklandTampa Bay ist vielleicht nicht so sehr Katastrophentourismus, wie es sich anhört. Grund sind die Buccs, eine Mannschaft, die, wenn sie wie diese Saison die Turnovers im Griff haben, durchaus Potenzial auf die Playoffs haben. Tampa hat eine schwache Pass-Defense, die gegen Oakland getestet werden wird. Tampa hat aber seinerseits einen potenziell starken Angriff, der die Raider-Defense deutlich ärger in Bedrängnis bringen sollte als zuletzt die Chiefs.

Sunday Night Game

Die ungeschlagenen Atlanta Falcons werden gegen Tony Romo und seine Cowboys einen weiteren Test erfahren – einen der letzten richtig harten in dieser Regular Season, nachdem Atlanta danach einen relativ bescheidenen Schedule spielen darf, der eigentlich den Weg zum #1-Seed frei gemacht hat.

Die Falcons sind noch schwer zu greifen. Wenigstens drei ihrer sieben Spiele kamen eher glücklich zustande (Denver, Carolina, Oakland) und die Offense wirkt immer noch nicht überragend explosiv. QB Matt Ryan muss immer noch nur eher den blässlichen Verwalter geben.

Nicht ausgeschlossen, dass die Cowboys das gewinnen, sofern sie wenigstens in Ansätzen diszipliniert auftreten.

Tipps

Schließlich die Tipps (Siegertipps in Kapitälchen). Stand nach bisher 119 Spielen: 73-46.

Cincinnati – DENVER
Cleveland – BALTIMORE
GREEN BAY – Arizona
Tennessee – CHICAGO
Indianapolis – MIAMI
Washington – CAROLINA
Jacksonville – DETROIT
HOUSTON – Buffalo
SEATTLE – Minnesota
Oakland – TAMPA BAY
NY Giants – PITTSBURGH
Atlanta – DALLAS
New Orleans – PHILADELPHIA

Notizblock Woche 7 – Redskins@Giants

Robert Griffin The Third, der Mann, den sie in New York „Bob Griffin“ nennen, hatte am Sonntag das erste Divisionsspiel seiner Karriere. Seine Washington Redskins besuchten Eli Manning und seine New York Giants in den Meadowlands. Am Ende gab es einen überraschenden Mann des Spiels. Gewonnen hat der aber trotzdem nicht. Alles weitere nach dem Klick.

Wir hacken wir ja gerne und oft auf Washingtons Defensive Coordinator Jim Haslett rum. Haslett hat es sich zur Aufgabe gemacht, selbst in den unmöglichsten Situationen auf Teufel komm raus zu blitzen und seine bestenfalls zweitklassigen Defensive Backs Mannverteidigung spielen zu lassen. Blitzen mit man coverage dahinter ist schon keine gute Idee gegen Quarterbacks wie Eli Manning. Und völlig plump ständig dasselbe (blitz & man) zu machen ist eine noch viel weniger gute Idee.

Gegen die Giants hat Haslett nun aber ein Kaninchen aus seinem Hut gezaubert. Für alle Beteiligten völlig überraschend gab es kaum Blitzes und sehr viel Zonenverteidung. Daher standen dann zweimal Verteidiger in Regionen, in denen Eli Manning sie niemals erwartet hätte und konnte ganz simpel die Bälle abfangen. Auch sonst schien Eli öfter mal irritiert zu sein und hat einen Moment zu lange gezögert. Hier also ganz klar Mann des Spiels: Jim Haslett.

Am Ende konnte er die Niederlage trotzdem nicht verhindern –  weil seine DBs einfach zu schlecht sind. Eine Minute vor Schluß, die G-Men liegen drei Punkte hinten, rechnet Safety Madieu Williams tatsächlich nicht damit, daß Victor „Salsa“ Cruz einfach mal tief geht und hat schon drei Schritte Rückstand als er sich dann endlich mal umgedreht hat und mitläuft (also: versucht, mitzulaufen). Eli muß sich kurz das Lachen verkneifen, wirft dann – endlich mal – einen perfekten Paß und NY gewinnt.

Die andere starke und stark überraschende Leistung hat Head Coach Mike Shanahan abgeliefert. Gleich drei vierte Versuche hat Shanahan im vierten Viertel ausspielen lassen. Der statistisch äußerst versierte Kollege von footballissexbaby hat jede dieser Entscheidungen in einem eigenen Eintrag auseinandergenommen. Shanahan, der sonst nicht dafür bekannt ist, in Sachen playcalling so aggressiv zu sein wie eine in die Ecke gedrängte Löwenmutter, hat mit aller Macht versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Während die meisten anderen Coaches in der Regel nur hasenfüßig versuchen, ein Spiel nicht zu verlieren. Und wenn sie dann doch verlieren, wenigstens alles dafür getan haben, die Schuld für die Niederlage auf ihren Spielern abladen zu können.

Das war stark von Shanahan – aber am Ende nicht genug. Ziemlich gut war auch Bob Griffin wieder. Allerdings hat er sich in der zweiten Halbzeit zu viele (Rookie-)Fehler geleistet. Die Interception zu Stevie Brown war katastrophal und der Fumble nach Sack von Jason-Pierre Paul sollte so auch nicht passieren. Daß dann Alfred Morris und Santana Moss auch noch zwei Fumbles in der zweiten Halbzeit beigesteuert haben, hat den Redskins beinahe jede Chance geraubt. Aber am Ende sah man gut aus gegen den Super Bowl Champion und das macht Freude auf mehr.

Bei den Giants stach vor allem in der ersten Halbzeit die schlechte Laufverteidigung raus. Beim live-gucken schien es vor allem zwei Schwächen zu geben. 1) „setting the edge„: die RBs konnten nicht „innen“ gehalten werden, was in der 4-3-D die Aufgabe der DEs ist; 2) wenn es doch mal einen Lauf zwischen den Offensive Tackles gab, waren die Linebacker immer zu aggressiv in eine Richtung, was ständig cut back lanes eröffnet hat, die RB Morris zuverlässig genutzt hat. (Mir ist gegen die ganzen kleinen Wuseler Washingtons übrigens das erste Mal so richtig aufgefallen, wie groß eigentlich die LBs der Giants sind. Matthias Kiwanuka ist 6’5; Chase Blackburn und Michael Boley jeweils 6’4; wenn 6’2 Keith Rivers mal daneben spielt, denkt man er wär ein Safety.)

In der zweiten Hälfte war auch der pass rush New Yorks viel besser. Allerdings zeigten sich dabei auch wieder Schwächen Griffins in Sachen pocket awareness. Manchmal läuft er schnurstracks in Sacks hinein, weil er den Überblick verliert und zu schnell versucht er, sich Zeit mit seinen Beinen zu erkaufen. Bei seiner herausragenden Athletik kann er dabei aber trotzdem immer wieder einige Yards aus scheinbar aussichtslosen Situationen herausholen.

Bei der Giants Offense fiel noch auf, daß die beiden Tight Ends Martellus Bennett und Bear Pascoe eine immer größere Rolle zu spielen scheinen. Also im Grunde, wie das in den letzten Jahren mit Typen von Kevin Boss bis Jake Ballard auch war. Coaching Staff und Eli fassen immer mehr Vertrauen zu den Typen und in Dallas wird man sich wundern, warum Bennett bei ihnen nicht so gut aussah.

Recap – Woche 7, die East Coast Offense

Recap zu den ersten vier NFL-Spielen, die ich gestern gesehen habe.

New York Giants – Washington Redskins

Die Giants gewannen nach einer spektakulären Schlussphase mit etlichen spannenden 4th downs der Redskins, aber die Geschichte des Spiels ist trotzdem (mal wieder) Washingtons QB Robert Griffin III, respektive diese Form der „East Coast Offense“ mit jeder Woche neuen Option-Spielzügen, die in der NFL eigentlich gar nicht funktionieren dürften. Wenn man glaubt, die Redskins hätten alles an Pistol-Plays ausgepackt und alle Bubble-Screens aus dem Playbook entfernt, wird eben nun eine Art „31“-Personal aufgestellt, mit dem brachialen RB #46 Morris, Griffin und zwei TE/H-Backs an Griffins Seite. Die Plays funktionieren, nach links, über die Mitte, nach rechts. Bleibt abzuwarten, was Griffin künftig ohne den schwer am Knie verletzten TE Fred Davis aufstecken wird. Und abzuwarten, ob und wie lange die Option-Offense funktionieren wird und was Shanahan danach als nächstes einfallen wird – die Würfe für eine kompliziertere Offense hat Griffin auf alle Fälle drauf.

In den Meadowlands spielten die Skins jedenfalls gut genug, um den hohen Favoriten New York am Rande einer Niederlage zu haben. Eigentlich hätten sie die Partie sogar gewinnen müssen, aber gleich fünf Turnovers (fünf hatten sie bisher in der kompletten Saison gehabt) machten eine insgesamt bärenstarke Leistung zunichte.

New England Patriots – New York Jets

Die Passdefense der Pats gehört seit zirka Anfang 2010 zu den schwächsten in der NFL, konnte dies nun jahrelang mit extrem vielen Turnovers kaschieren. So unzuverlässig wie in den vergangenen Wochen war datt aber noch nie, und gestern kam sogar die anämische Jets-Offense rund um den fast abgesägten QB Mark Sanchez gut genug auf, um ein verloren geglaubtes Spiel in der Schlussphase fast noch zu drehen. Gebt Sanchez 16x pro Jahr die Pats, und der Mann spielt im Jänner in der Pro Bowl.

Ein weiteres Charakteristikum der Pats zeigte sich auch noch: Sie schaffen es nicht mehr, klare Führungen nach Hause zu bringen. Vor sechs, sieben Jahren war klar: Pats führen in der zweiten Halbzeit mit 10 – Game over. Jetzt funktionieren Brady und sogar das Laufspiel 55 Minuten brillant und fahren über jeden Gegner drüber (bis auf WR #85 Lloyd), aber dann kommt die Zeit des Uhr runtertickerns, und schwupps, ist es um die Pats-Dominanz geschehen. Diesmal ein laaanger Drive, der am Ende aus der FG-Reichweite gedrängt wird, weil einmal Lauf und zwei Kurzpässe für Raumverlust. Sanchez kommt aufs Feld, verkürzt auf -3 Punkte, und ein längst eingetütetes Spiel ist plötzlich wieder völlig offen.

Houston Texans – Baltimore Ravens

Baltimores Defense hatte einen rabenschwarzen (höhö) Tag. Das begann mit der Defense Line, die auf keinen Block Zugriff bekam, selbst bei belanglosen Lauf-Plays drei, vier Yards kassierte und somit der wichtigste Grund für mehrere stundenlange Texans-Drives war. Selten, ganz selten habe ich eine Ravens-Defense so shot gesehen wie ab dem dritten Viertel gegen eine Texan-Offense, die wirklich nichts weltbewegend Kreatives aufbieten musste.

Auf der anderen Seite wird unter Garantie derzeit QB Flacco in Grund und Boden geschrieben. Flacco hatte keinen guten Tag, aber wenn dein Laufspiel so abschmiert, deine Receiver so spät offen sind und deine Offense Line von einem sensationellen Duo #99 Watt/#98 Reed so derart pulverisiert wird, darf man auch mal auf Flaccos Eier hinweisen, bei Protection in Auflösungserscheinung immer noch cool in der Pocket seinen Mann zu stehen und den Ball noch irgendwie downfield zu bringen.

Alles in allem ein Scheißtag für die Ravens – ich bin mir aber angesichts der bisherigen Saison nicht so sicher, ob die Ravens zu den Top-10, Top-12 gezählt werden dürfen.

St Louis Rams – Green Bay Packers

Ein Spiel, das die Packers weitestgehend dominierten, angefangen natürlich vom einmal mehr sagenhaften QB Aaron Rodgers, dessen dritter TD-Pass zum allerfeinsten gehörte, was man in der NFL so zu sehen bekommt. Rodgers, wissend, ein „Free-Play“ spielen zu können, rollt links raus und wird mit rechts einen wunderschön sich durch die Hallenluft fräsenden Ball in die EndZone – Augenschmaus-Zeit.

Bei den Rams ruhen die Hoffnungen auf die gar nicht üble Defense um den fürchterlich tätowierten DE #91 Chris Long, nachdem mein Vertrauen in die Offense um den immer noch extrem blassen QB Sam Bradford rapide in den Süden fliegt.

NFL Woche 3, Notizblock Bengals@Redskins

Die Washington Redskins (1-1) empfingen zu ihrer Heimspielpremiere 2012 die Cincinnati Bengals (1-1). Warum das wirklich sehenswert war, gibts after the jump.

Bei diesem Spiel sind zwei Philosophien aufeinandergetroffen. Auf der einen Seite die vergleichsweise langweiligen Bengals, die vor allem in der Defense sehr diszipliniert sind; und auf der anderen Seite die Redskins, die im Angriff aussehen wie eine College-Mannschaft und in der Defense unter DC Jim Haslett wilde Sau spielen und mehr blitzen als jedes Sommergewitter.

Die Defense der `Skins ging schon enorm geschwächt ins Spiel, nachdem OLB Brian Orakpo und DE Adam Carriker sich letzte Woche auf IR verabschiedet haben. In dieser Woche fehlte auch noch Safety Brandon Meriweather verletzt. Cincys OC Jay Gruden wollte gleich mit dem ersten Play mal versuchen, Hasletts Aggressivität gegen ihn zu wenden – und war sehr erfolgreich: WR Mohamed Sanu steht als QB in der wildcat, Washington spielt ohne tiefe Absicherung; WR A.J. Green hat ein 1-on-1 gegen einen Backup-Safety, läßt diesen natürlich locker hinter sich und Sanu, der zu Highschoolzeiten QB gespielt hat und auch im College einige Pässe geworfen, schleudert den Ball einfach so weit wie er kann und Green erläuft ihn sich – 73-Yard-TD. Nach 17 Sekunden steht es 7-0.

Später im ersten Viertel macht Haslett das, was Haslett eben so macht: all out blitz on 2nd&20. Ich werde nie verstehen, warum man so etwas macht. Will er unbedingt ein 3rd&30? In der Regel ist das eine Einladung für jeden einigermaßen fähigen QB. So ein Himmelfahrtskommando funktioniert vielleicht, wenn man einen Darelle Revis hat. Aber ganz sicher nicht mit Leuten wie DeAngelo Hall. Nach 11 Minuten also gibts den zweiten langen Touchdown-Paß der Bengals: Andy Dalton über 48 Yards zu Rookie Armon Binns.

Washingtons-D hatte dazwischen auch ein Big Play, was aber mehr ein Geschenk von Dalton war, der völlig blind eine Interception in der eigenen Endzone zu Back-up OLB Rob Jackson geworfen hat.

Das war aber noch nicht genug Action für den Geschmack aller Beteiligten. Mitte des zweiten Viertels, nachdem Dalton wie fast gesamte Spiel über seine Mannen zu einem 1st Down nach dem anderen dirigiert hat, entscheidet sich HC Marvin Lewis für ein fake field goal attempt von Washingtons 6-Yard-Linie aus – und scheitert. Ein Field Goal später, es steht nun 17-7 Cincinnati, erlebt Washingtons Laufspiel seinen absoluten Tiefpunkt des Tages, als QB Robert Griffin bei einem read option play den Ball saudämmlich fumblet. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff steht es 24-7 Bengals.

Überhaupt war Griffin den ganzen Nachmittag lang völlig überfordert. Die Bengals haben einfach das alte Rezept gegen Option-Offenses angewendet: alle Spieler, besonders die der Front-7, haben diszipliniert ihre jeweilige Aufgabe erledigt und niemand hat versucht, total spektakulär den Helden zu markieren und Griffin einen Denkzettel zu verpassen. So kamen die Redskins in der ersten Hälfte nur auf sechs passing Yards (6!) bei vier Sacks; 62 rushing yards nur sechs First Downs und drei Punkte. Die Offensive Line (die gleich im ersten Drive LT Trent Williams verloren hat) hatte dabei die größten Schwierigkeiten, gerade gegen die DEs Michael Johnson und Carlos Dunlap.

Hälfte zwei begann Washington dann wie verwandelt. OC Kyle Shanahan verlegte sich viel mehr aufs „richtige“ Laufspiel, vor allem um Griffin aus der Schußlinie zu nehmen, und zwei Drives später, einmal über 9 Plays und einmal über 10, steht es plötzlich 24-24. Das Spiel steht völlig Kopf, als Ben-Jarvus Green-Ellis das erste Mal in seiner NFL-Karriere fumblet. Das war Ende des dritten Viertels und da entschieden sich die Bengals, mal wieder vernünftigen, disziplinierten Football zu spielen.

Dalton steht das ganze Spiel über sehr selbstbewußt in der Pocket, einige Male auch zu selbstbewußt bei den wilden Blitzes und mußte das lange Ballfesthalten mit einigen blauen Flecken bezahlen. A.J. Green zerstört CB Hall in Mannverteidigung ein ums andere mal, aber weil Washingtons DC Haslett ein „my-way-or-the-highway“-Typ zu sein scheint, bleibt es bei man coverages und blitzes und es bleibt dann schließlich auch bei den selben Ergebnissen wie in der ersten Hälfte. TE Gresham macht den TD zum 31-24 und den Schlußpunkt setzt WR Andrew Hawkins mit einem 59-Yard-TD, bei dem er erst seinen Verteidiger schlägt und schließlich im Playstadion-Modus zickzack zwischen einigen anderen Veteidigern hindurch zum 38-24 wuselt. Überhaupt dieser Hawkins! Zuweilen erinnert der kleine Irrwisch an einen Percy Harvin. Er könnte die zweite, dringend benötigte Waffe neben Green sein.

Gegen ganz softe Zonenverteidigung, fast schon prevent defense, kommt Washington zwar nochmal auf einen TD heran, aber weil auch HC Mike Shanahan von den Blödsinnigkeiten seines DCs genug hat (zu seiner Verteidigung sei gesagt, daß sein Personal im Defensive Backfield auch nur Regionalliganiveau hat), versuchen die `Skins mit noch 3:35 Minuten (!) einen Onside Kick. Game Over. Zum Schluß hat Kyle Shanahan dann noch die Referees verfolgt und sie aufs Übelste beleidigt, aber das gehört ja mittlerweile zum guten Ton.

Spieler des Spiels sind die DEs Dunlap und Johnson auf der defensiven Seite. Und der kleine Andy Dalton auf der anderen Seite, der mit der aggressiven Defense umgegangen ist wie ein Großer.

Schlussphase 19h

[22h50] It’s online.

[22h46] Brees bringt die Saints tatsächlich an die 40yds-Line vom Gegner, inklusive Spike gerade noch 2sek vor Spielende. Die Hail Mary schaut dann überhaspelt aus, u.a. unter viel zu viel Druck für Brees, der zu früh in die EndZone werfen muss. Pass wird an der Goal Line abgefangen. Das ist eine große Sensation, über die ich erst dann mehr schreiben werde, wenn ich zumindest die 30min-Version durchgespult habe. Und ab nach Green Bay.

[22h44] 22sek und 80yds plus 2pts-Conversion für Brees zum Ausgleich. Und keine Timeouts.

[22h38] Nochmal zurück nach Washington, wo die Saints nicht aufstecken wollen, und auf 32-40 verkürzt haben. Washington mit einem mutigen PlayCall zum 1st down vor der 2min-Warning. Saints ohne Timeouts.

[22h36] Achte Interception im Spiel. Weeden mit einem Pass ins Niemandsland, wo nur noch ein vereinsamter Eagle-Safety stand. Zirka fünf Meter zu hoch für den eigenen Wide Receiver, der in der Wurfbahn stand. Weedens Debüt-Stats: 12 von 35 (!) für 118yds, 0 TD, 4 INT. QB-Rating 5,1.

[22h31] 1:13 vor Schluss bringt Vick den Touchdown für #82 Harbor zum 17-16 für die Eagles an. Das Spiel in Cleveland ist den Statistiken nach absolut faszinierend gewesen (u.a. sieben INT!). Persönlicher Superbowl-Mitfavorit Eagles wankt. Könnte aber halten.

[22h27] Zweieinhalb Minuten vor Schluss verwertet RB McCoy ein 4th-and-inches in die gegnerische RedZone hinein, bei Stand CLE 16, PHI 10.

[22h25] In diesen Minuten gehen die 22h25-Spiele los. Ich werde gleich rüberwechseln, aber zuerst noch die Schlussphase in Cleveland, wo sich auch eine Sensation anbahnt.

[22h21] Erstes Play im Drive, Freundin schreit „scheiße!“, und der Safety #24 Gomez fängt den Ball ab. Ein Play später der Touchdown vom hoch gehypten Rookie RB Alfred Morris zum 40-25 der Redskins. Spiel mehr oder weniger entschieden.

[22h18] 3:18 vor Schluss kriegt Drew Brees zirka an der 30yds-Line den Ball, mit Achtpunkterückstand 25-33. Griffin erst mit einem Fehler beim Sack, dann athletisch, aber nicht athletisch genug für das 1st down beim dritten Down und 16.

[22h15] Langweiliges Ende sehen auch die Twin Cities nicht. Beim dritten Down schlägt Rookie-Safety Harrison Smith den Ball mit großer Athletik zu Boden. Beim vierten Down ist Gabberts langer Ball.. well, zu lang. Und zwar 3-5 Meter zu lang. Minnesota mit dem ersten Saisonsieg. Zurück in den Superdome, wo es wieder spannend wird.

[22h14] Detroit gewinnt, weil Bradford vor der Hail Mary gesackt wird.

[22h13] Minnesota ist mit 26-23 in der Overtime in Front gegangen, während die Rams noch eine Spielsekunde Zeit bekommen, das Schicksal zu drehen.

[22h09] Spektaktel in Detroit: Stafford findet 10 Sekunden vor Spielschluss RB #30 Kevin Smith für den kurzen TD-Pass zum 27-23. Ein sauberer Drive der Lions nach drei Stafford-Turnovers. Lions mit 15sek auf der Uhr, ohne Timeouts mit dem Versuch zum TD (nicht zum Ausgleich). Schwartz-Football at his best.

[22h06] Die neuen Lions-Trikots sind horrend. Als ob jeder Lions-Spieler literweise Schweiß unter den Achseln hätte. Meine Designerin dreht sich gerade schüttelnd weg.

[22h03] 115 Sekunden für die Detroit Lions, um der Heimniederlage gegen St Louis aus dem Weg zu gehen.

[22h01] Schlechtere Erfindungen als Split Screen habe ich auch schon gesehen (Jacksonville @ Vikings läuft nun nebenbei). Und wo man reinklickt, läuft der Sound. Sehr praktisch.

[21h56] (ich wechsel mal grad rüber zu Rams @ Lions, zweieinhalb Minuten to go, Gleichstand. Fisher gegen Musterschüler Schwartz)

[21h50] Elf Minuten vor Spielende versenkt der Redskins-Kicker zum 33-17, nachdem Griffin III aus der Pocket eine Spur zu panisch den Ball ins Niemandsland gefeuert hat (ein WR im Slot war just in dem Moment meterweit offen geworden).

[21h43] Die Stats von Robert Griffin III sehen nach drei Vierteln sagenhaft aus: 15/21 completed, 258yds (12.3yds/Pass), 2 TD, 9 Scrambles für 30yds.

[21h36] Während Griffin III fast eine INT in die Hände von DB #21 Patrick Robinson wirft, weiß ich nicht, ob ich den Gamepass verfluchen oder lieben soll. Ich tue mir – wie in der Vergangenheit – schwer, den Spoilern anderer Spiele aus dem Weg zu gehen.

[21h34] Eher unverständlich, warum New Orleans mit 1:59 verbleibend im dritten Viertel ein FG zum 17-30 kicken lässt.

[21h25] Die Bilder vom Tulane-Spiel von gestern haben mich heute den kompletten Tag verfolgt. Die Nachrichten lesen sich noch immer schaurig („Genickbruch“). Hoffentlich geht es Devon Walker wieder bald so gut wie medizinisch möglich.

[21h18] „Redskins“ have scored on six of their seven“ = drei Touchdowns und drei Field Goals. Was haben die Saints bis dato getrieben?

[21h15] Als allerstes fällt mir sämtliche Nahrung dieses Tages aus der Kinnlade, weil Washington just in diesem Moment, in dem ich ESPN America einschalte,  mit 16 Punkten in Führung geht. Man darf mich als „fassungslos“ bezeichnen.

[21h12] N’Abend.

Glaskugel 2012: Washington Redskins

Der Messias ist da! Wenn eine Franchise drei 1st- und einen 2nd-rd pick abgibt, um einen kleinen QB zu draften, der nur eine gute Saison am College gespielt hat, weiß man, wie es um sie bestellt ist. Zumal dieser QB, Robert Griffin von Baylor, eigentlich viel besser laufen als werfen kann und seine WRs oft einfach Ziele waren, weil alle Verteidiger vor lauter Angst um seine Scrambles ins Backfield geguckt haben.

Der Shanaclan hat 2010 eine mittelmäßige Mannschaft vorgefunden, bei der das größte Problem war, daß Owner Dan „Chainsaw“ Snyder und einige Spieler auf Head Coach Jim Zorn gepfiffen haben und handelten, wie es ihn gerade beliebte. In den letzten zwei Jahren hat der Staff um Mika Shanahan diese mittelmäßige Mannschaft mit großem Erfolg in blanker Mittelmäßigkeit gehalten. 11 Siege in zwei Spielzeiten und einen riesigen Graben zu den drei Großen in der NFC East – Giants, Cowboys, Eagles – später, soll nun der massivst gehypte RGIII die Mannschaft ganz alleine tragen, hat man den Eindruck.

Redskins Offense

Die Überlegung dahinter ist nicht die dümmste. Wenn man eine nur mäßige Mannschaft hat, kann man in jahrelanger Kleinarbeit über die Draft aufbauen und detailverliebt ein System basteln, das aus allen Spielern das Bestmögliche herausholt, um wieder ganz nach vorne zu kommen. Oder man draftet einfach einen Quarterback und lädt allen Druck auf ihm ab. In einer Liga, in der nur Ws zählen und mit einem Knalli wie Synder als Besitzer, entscheidet man sich für Variante zwei, wenn einem seine Reputation lieb ist.

Das Shanaclan´sche System, das Papa Mike Sohn Kyle schon mit der Muttermilch aufsaugen ließ, soll dem überaus athletischen Griffin angeblich sehr zu gute kommen. Es gibt viele rollouts, moving pockets und jede Menge play action. Gerade auf den play-action-Pässe ruhen große Hoffnungen, soll doch das Laufspiel sehr stark sein. Hofft man. Aber obwohl sich Unschlagbarkeits-Legenden um das zone blocking scheme ranken, waren die ´Skins letztes Jahr doch nur im unteren Drittel zu finden, sieht man sich Yards insgesamt und Yards per Carry an. Da sich nicht viel geändert hat, erschließt sich nur schwer, woher plötzlich dieser Optimismus kommt.

In der Offensive Line spielt mit dem ehemaligen Nr. 4 overall pick Trent Williams ein Riesentalent, das aber immer wieder mit Verletzugen zu kämpfen hat. Daneben spielen nur Leute, deren Namen man sich nicht merken muß. Das ist eine der schwächeren Units der NFL. Besonders doof, da Washington allein sechs Spiele gegen die D-Line Monster aus New York, Philadelphia und Dallas hat. Die Running Backs sind in guter alter Zone-Blocking-Tradition nahezu austauschbar: Ob da jetzt Roy Helu, Tim Hightower, Evan Royster oder der hochgelobte Rookie Alfred Morris spielen ist gleich. Immerhin ist man tief aufgestellt im Backfield.

Nicht so gut aufgestellt ist dagegen das Receiving Corps. Der ewige Santana Moss geht in seine zwölfte Saison und nachdem er letztes Jahr gerade so die 500-Yard-Marke gerissen hat, sollte man auch nicht mehr viel erwarten. Die neue Nr. 1 ist Pierre Garcon. Wenn der aus Indianapolis für mehr als 20 garantierte Millionen Dollar gekommene Garcon nicht Hände aus Stein hätte, wäre er das viele Geld fast wert. Er ist ein körperlich sehr starker und sehr hart an sich arbeitender Mann, der es immerhin von irgendeiner obskuren Minischule zu einem heißbegehrten Free Agent gebracht hat. Neben Garcon und Moss ist aber essig. Neuzugang Josh Morgan war angeblich mal sehr talentiert, hat aber meistens schlecht gespielt oder sich verletzt (letzte Saison war es ein gebrochenes Bein). Der letztjährige Rookie Leonard Hankerson hat 2011 nur vier Spiele gemacht.

Robert Griffin hat also die fast einmalige Gelegenheit, zu beweisen, daß er drei 1st-rd picks wert ist. Nach seinen Leistungen in der Preseason könnte man aber schon daran zweifeln, daß er überhaupt einen 1st-rd pick wert gewesen ist. Gerade gegen die Bears schien er heillos mit pressure überfordert zu sein, floh ständig aus der pocket und wollte es einfach so machen, wie im College. Aber im College hat er nicht gegen Julius Peppers gespielt. Der fand das ganz witzig, was Griffin immer wieder versucht hat; hat ihn aber dann ganz humorlos mit vielen blauen Flecken in der NFL willkommengeheißen.

Ich habe keine Ahnung wie gut RGIII wirklich sein kann. Aber hinter dieser Offensive Line, mit diesen WRs und mit der riesigen Umstellung vom College auf die NFL sollte man da nicht viel erwarten. Zumal er mit TE Fred Davis auch nur eine einigermaßen fähige Notfalloption hat.

Redskins Defense

Die Defense ist im Grunde nicht viel besser. Hier ist alles um die beiden starken Pass Rusher Brain Orakpo und Ryan Kerrigan designt. Dazwischen spielt der immer noch sehr fähige London Fletcher und der überraschend fähige Perry Riley.

Auch die Frontlinie ist ganz gut aufgestellt. NT Barry Cofield steht meistens wie ein Fels. Und als 34-DEs sind Stephen Bowen und Adam Carriker auch überdurchschnittlich. Mit dem letztjährigen 2nd-rd pick Jarvis Jenkins, Kentwan Balmer und Kedric Gholston ist sogar depthim Kader.

Nur leider ist das alles total für die Katz´, da es keine Secondary gibt und der Defensive Coordinator Jim Haslett gerne mal die Nerven verliert. Haslett hat es zu seinem Markenzeichen gemacht, bei 3rd&longs mit acht Mann zu blitzen, worauf sich QBs wie Eli Manning oder Tony Romo so sehr den Bauch halten müssen vor lachen, daß sie manchmal tatsächlich kein 1st Down erreichen. Mit dieser Harakiri-Taktik hat Haslett letztes Jahr mehrere Spiel verloren.

Harakiri ist das vor allem, weil die Defensive Backs nicht viel von Disziplin halten und am liebsten wilde Sau spielen. DeAngelo Hall spielt immer mit unglaublichem Risiko. So kommt er zwar immer wieder zu einigen Interceptions, aber auch zu noch mehr abgegebenen Big Plays. Die anderen CBs sind Cedric Griffin, der zu schlecht für Minnesota Secondary war, Josh Wilson, der immerhin durchschnittlich ist und ansonsten noch ein paar Rookies, die in der siebten Runde oder gleich gar nicht gedraftet wurden.

Passenderweise spielt Brandon Meriweather Safety, der bei den Patriots und Bears gezeigt hat, das allergisch auf taktische Disziplin ist. Neben ihm sollte Tanard Jackson spielen, der wurde aber wegen zu vieler Drogen auf unbestimmte Zeit gesperrt. Nun zieht dort der harte Reed Doughty seine Kreise. Backup ist Ex-Viking Madieu Williams. Den Redskins scheint Minnesotas Secondary ziemlich gut gefallen zu haben.

Ausblick Redskins

Die Offense ist mäßig und spielt mit einem Rookie-QB. Die Defense könnte ganz gut sein, wenn nicht die Secondary ein einziges Minenfeld wäre.

So können die Washington Redskins für die nächste Draft sicher einen Top-10 pick einplanen und sich einen richtig guten Mann für die Secondary draften. Ach nee, können sie ja gar nicht. Tja, dann holt Dan Snyder nächstes Jahr eben Jon Gruden oder Bill Cowher für einen neuen Neuanfang.

Das Stadion, das RGIII baute

Die Baylor University und ihre Community sind in diesen Zeiten so enthusiastisch wie nie zuvor. Das hat noch immer einen Grund, und dieser nennt sich Robert Griffin III, genannt „RGIII“. Dieser Robert Griffin III unterschrieb vor kurzem seinen ersten Profivertrag mit den Washington Redskins aus der US-Hauptstadt und ist dort schon vor seinem ersten Profieinsatz auf dem besten Weg zur Kultfigur. Er kommt von der Baylor University.

Baylor ist eine private Universität, gelegen in Waco im Herzen von Texas, mit Nähe zur Baptistenkirche. Die Universität ist zwar Teil der großen Big 12 Conference, aber innerhalb dieses Bündnisses der wohl kleinste Player zwischen den Giganten von Texas und Oklahoma. Und auch im Sport blieb das Team von Baylor, die Bears, über Jahrzehnte im Hintergrund, trotz des einen oder anderen Stars wie zum Beispiel dem Leichtathleten Michael Johnson Ende der Achtzigerjahre.

Erst mit dem kometenhaften Aufstieg des charismatischen Quarterbacks RGIII, der vor zwei Jahren begann und im abgelaufenen Herbst sogar zum unglaublichen Gewinn der Heisman Trophy führte, setzte ein richtiger Stimmungsaufschwung ein. Heute ist er soweit, dass Baylor in Kürze damit beginnen könnte, sein neues Stadion für rund 45.000 Zuschauer zu bauen – ein Projekt, das erst im November 2011 lanciert wurde und nur in der momentan vorhandenen speziellen Aura, die dieses Programm umgibt, Aussicht auf Erfolg hatte.

In der vergangenen Woche hat der Aufsichtsrat der Universität den Weg freigemacht und den Bau der 250 Millionen Dollar teuren neuen Arena genehmigt. Nur noch ein kleiner Stolperstein steht im Weg: Die Heimatstadt Waco muss am 7. August einen Zuschuss von 35 Millionen Dollar genehmigen, aber niemand zweifelt mehr daran, dass Waco nach all dem Hype um Griffin und des begeisterten Studentenkörpers noch absagen könnte. Außerdem wird rund die Hälfte der Arena von privaten Boostern finanziert und die Fundraising-Aktivitäten laufen bisher voll nach Plan. Fast 100 Millionen wurden bereits gesammelt.

Das Stadion selbst wird im Norden des Campus errichtet, direkt gegenüber der Interstate 35, die zu den meistbefahrenen Highways in den Vereinigten Staaten gehört. Es wird umgeben von einem Fluss und kleineren Gewässern. Die Zuläufe werden über Brücken erfolgen. Und für alles, was sich nicht in Worten ausdrücken lässt, können fürs Erste die Renderings auf der offiziellen Universitäts-Homepage sprechen.

Baubeginn soll noch im August sein, damit zum Start der Saison 2014/15 die ersten Bälle fliegen können und das alte, baufällige Floyd Casey Stadium abgerissen werden kann. Die Zeichen stehen gut, dass das Gesamtprojekt Signalwirkung für das Image nicht nur der Universität Baylor und der Stadt Waco, sondern für die komplette Region Central Texas haben wird. Und zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil ist dafür Robert Griffin III zuständig, der kleine Hürdensprinter, der Quarterback, der die Heisman Trophy ins Football-Niemandsland brachte.

NFL-Draft 2012 – 1. Runde LIVE

[05h15] Ende einer sehr schnell durchgelaufenen ersten Runde NFL-Draft 2012 (knapp 3h). Eine erste Runde ohne viel Drama und Dominoeffekte abseits der allgemein erwarteten vielen Trades zu Beginn und am Ende. Keine Spieler, die stundenlang senkrecht durch die Boards fielen. Nur 1-2 wirkliche Sensationen. Interessante Nuancierung: Schnelles Agieren in den War Rooms. Kaum ein Team nutzte bei so vielen Trades seine 10min Bedenkzeit aus.

Darüber hinaus kam über den NFLN-Stream im GamePass nur wenig Stimmung rüber, nachdem sogar die Buhrufe der New Yorker für die Patriots-Picks enttäuschend zurückhaltend waren.

Die interessantesten Moves

  • Acht Trades. Die ersten waren erwartet. Am Ende kaufte sich der NFL-Bodensatz zurück in die erste Runde ein (MIN/TB).
  • Haufenweise Underclassmen zu Beginn des Drafts.
  • Die Trades nach oben der Patriots für DE Jones/LB Hightower.
  • Das Verhalten der Browns: 4/13 Draftpicks aufgegeben für einen Spot und einen Running Back und später einen 28jährigen QB einberufen. Sideline Reporter-Leser und Browns-Fan alexander wird kotzen.
  • Pass Rusher/Abwehrspieler für Bears und Texans.
  • Die NFC East mit drei Trades nach oben: WAS für Griffin, DAL für Claiborne, PHI für Cox. Nur die Giants blieben erneut cool.
  • Das lange Warten der Defensive Ends, die erst ab #15 ins Spiel kamen. Der Run auf die Tackles blieb aus.
  • 15x Offense zu 17x Defense: 4 QB, 3 RB, 4 WR, 2 OT, 2 OG, 7 DE/OLB, 3 DT, 2 MLB, 3 CB, 2 S. Keine Tight Ends.

Überblick – die erste Runde

#1  QB Andrew Luck       Indianapolis
#2  QB RG3               Washington
#3  RB Trent Richardson  Cleveland
#4  OT Matt Kalil        USC
#5  WR Justin Blackmon   Jacksonville
#6  CB Morris Claiborne  Dallas
#7  S  Mark Barron       Tampa Bay
#8  QB Ryan Tannehill    Miami
#9  LB Luke Kuechly      Carolina
#10 CB Stephon Gilmore   Buffalo
#11 DT Dontari Poe       Kansas City
#12 DT Fletcher Cox      Philadelphia
#13 WR Michael Floyd     Arizona
#14 DT Michael Brockers  St Louis
#15 DE Bruce Irvin       Seattle
#16 DL Quinton Coples    N.Y. Jets
#17 CB Dre Kirkpatrick   Cincinnati
#18 DE Melvin Ingram     San Diego
#19 DE Shea McClellin    Chicago
#20 WR Kendall Wright    Tennessee
#21 DE Chandler Jones    New England
#22 QB Brandon Weeden    Cleveland
#23 OT Riley Reiff       Detroit
#24 OG David DeCastro    Pittsburgh
#25 LB Dont’a Hightower  New England
#26 DE Whitney Mercilus  Houston
#27 OG Kevin Zeitler     Cincinnati
#28 LB Nick Perry        Green Bay
#29 S  Harrison Smith    Minnesota
#30 WR A.J. Jenkins      San Francisco
#31 RB Doug Martin       Tampa Bay
#32 RB David Wilson      N.Y. Giants

[05h05] Letzter Pick der heutigen Nacht: RB David Wilson an #32 zu den Giants. Die Kamera schwingt in die Ränge, da stehen zwei Mittzwanziger im Giants-Shirt, gucken sich an, wissen nicht recht wie reagieren, ehe mit high-five der Pick doch abgenickt wird.

[04h56] Wenig Überraschendes dagegen an #31 nach dem Trade: Tampa Bay mit RB Doug Martin von Boise State. Das kalte Messer in den Rücken für LeGarrette Blount, der drei Jahre nach der rechten Gerade zu Boise einen Bronco zum Teamkollegen und Konkurrenten bekommt. In Doug Martin sieht der NFLN-Tisch einen neuen Ray Rice – darauf wäre ich in drei Jahren Boise-Watching allerdings nie gekommen. Gilt als kompletter Back, brachial, kräftig gebaut, niedriger Körperschwerpunkt.

[04h50] San Francisco an #30: WR A.J. Jenkins. Habe ich jetzt nie gehört und im kompletten Vorfeld des Drafts überlesen. Einer von den 15 nächstbesten nach dem goldenen Trio Blackmon/Floyd/Wright. Und ein Pick der Marke: Gib Smith jede erdenkliche Hilfe, damit wir halbwegs akzeptable QB-Zahlen kriegen.

[04h45] Kein Upshaw, dafür S Harrison Smith für die Vikings an #29. Nach Mayock ein idealer Typus Spieler für die Vikings-Defense. NEED.

[04h40] Während die Vikings (#35/#98 für den Ravens-Pick #29 und damit wahrscheinlich Courtney Upshaw) sich in die erste Runde hochtauschen, draften die Green Bay Packers an #28 den OLB Nick Perry/USC, der ganz tief durchschluckt und dann mit Tränen in den Augen den angenehmen Marsch auf die Bühne angehen kann. Green Bay ist für Footballer immer ein gutes Los in diesen Jahren. Die Packers damit mit dem Trojan-Du0 Matthews/Perry auf den OLBs.

[04h35] Pick #27: G Kevin Zeitler/Wisconsin (Wisconsin!). Mayock: Wisconsin offensive linemen are always extremely well-coached. Ach ja: Wisconsins Offensive Liner geht zu den Cincinnati Bengals. Zwei erwartete Picks der Bengals: CB und G. Und ein zusätzlicher Draftpick dank Trade. Neue Zeiten in Cincinnati.

[04h28] Pick #26: DE/LB Whitney Mercilus für die Houston Texans und der NFLN-Tisch ist überrascht. Mayock fragt sich: one-year wonder?, während die private Draft-Party bei Mercilus im Wohnzimmer explodiert. Unerwarteter Pick, weil man davon ausgehen hatte können, dass Houston WR oder TE draften würde.

[04h23] Jackpot für Alabamas LB Dont’a Hightower, der an #25 zu den New England Patriots geht. Hightower, ich hab’s oft geschrieben, war der auffälligste Abwehrspieler im College Football in den letzten Jahren: Brutal schnell, explosiv und ein aggressiver Tackler. Soll allerdings zu viel Instinktfootballer für die NFL sein – aber von Saban zu Belichick zu gehen, kann einem solchen Athleten nicht schaden. New England hat nur mehr zwei Draftpicks morgen und am Samstag frei.

[04h20] Zweimal Offensive Line. Der Madden-Boy Calvin Johnson darf den Lions-Pick (#23) verkünden. Es ist OT Reilly Reiff/Iowa. Ich bin etwas überrascht, da Schwartz‘ bisherige Historie nicht im Entfernten einen Blocker hatte erwarten lassen. Vermutlich ein Pick mit Blick in die Zukunft: LT Backus ist 35, RT Cherilus hat auslaufenden Vertrag.

An #24 geht der Mann mit dem aggressiven Gesicht, G David DeCastro, nach Pittsburgh (#24).

[04h17] New England hat erneut nach oben getradet: An #25 mit den Broncos.

[04h13] D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh! D’oh!

Die Cleveland Browns an #22 unter Einmarsch der Army mit QB Brandon Weeden! Größte Sensation des Drafts bisher und ein Schlag in die Fresse von Colt McCoy. Ganz ehrlich: Damit hatte niemand gerechnet.

[04h10] Mike Mayock bekommt seinen Wunsch erfüllt und sieht die Patriots an #21 Syracuses DE Chandler Jones draften. Der Mann mit den Krakenarmen und von der Statur viel besser in eine 4-3 Defense zu passen – aber Belichick hat mit Sicherheit bereits eigene Vorstellungen. (Derweil sind bereits die Steelers dran)

[04h08] Während bereits die Lions (#23) dran sind, verkündet Goodell den etwas überraschenden Draftpick der Titans/#20: Kraftpaket WR Kendall Wright, den Slot-WR mit angeflanschter Speed-Option. Und dazu ein mobiler QB in Locker, ähnlich Griffin in Baylor.

Die zweiten zehn dauerten ein paar Minuten länger (68min) und wären da:

#11 DE Dontari Poe       Kansas City
#12 DT Fletcher Cox      Philadelphia
#13 WR Michael Floyd     Arizona
#14 DT Michael Brockers  St Louis
#15 DE Bruce Irvin       Seattle
#16 DL Quinton Coples    N.Y. Jets
#17 CB Dre Kirkpatrick   Cincinnati
#18 DE Melvin Ingram     San Diego
#19 DE Shea McClellin    Chicago
#20 WR Kendall Wright    Tennessee

[04h01] Cincinnati (#21) hat mit New England (#27) getradet für einen zusätzlichen Drittrundenpick (#93), Sekunden nach dem noch unbekannten Titans-Pick. Man merke sich: NEW ENGLAND hat nach oben getradet.

[04h00] Hui. DE/OLB Shea McClellin geht an der #19 an die Chicago Bears. Keine Offense für die Bears! McClellin galt als bessere Option für eine 3-4 Defense (Bears spielen 4-3), soll aber ein kompletter Spieler sein. Etwas befremdliche Wahl: McClellin von den schreienden Boise State Broncos zu den konservativen Bears. Dürfte Boises höchster Draftpick ever sein.

[03h53] DE/OLB Melvin Ingram, überraschend weit an #18 runtergefallen, wird von den San Diego Chargers aufgenommen. Kein Offensive Tackle für San Diego. Ingram soll Freeney-ähnlich spielen, womit wir den geforderten „Playmaker“ für die normalerweise sterile Chargers-Defense bekommen hätten.

[03h46] Dritter Crimson-Tide an #17 für die Cincinnati Bengals: CB Dre Kirkpatrick. Die beiden besten Bama-Verteidiger am College, Hightower und Upshaw, sind noch erhältlich. Die Bengals werden indes in wenigen Minuten erneut draften und Mayock geht davon aus, dass es ein Guard (DeCastro) sein wird.

[03h42] Zur Hälfte der ersten Runde ist Mayocks Tipp-Bilanz besser bei den Trades denn bei den Spielern. Die Gehaltsbegrenzung für Rookies könnte bei so vielen Trades für künftige Mock-Drafts überhaupt bedeuten, dass sie noch sinnloser werden (falls datt möglich ist).

[03h41] Kleine Überraschung von den New York Jets, die den als besonderes Risiko geltenden DL Quinton Coples nehmen. Selbst jetzt ist die Halle eher ruhig. Coples ist erst der zweite Pass Rusher, die zum Großteil noch auf dem Tablett sind.

[03h30] Da ist die Sensation: DE Bruce Irvin/West Virginia ist Seattles Wahl an #15! Ein reiner Pass Rusher mit seinen 111kg, der eher ein Partylöwe sein soll. Irvin war bei den meisten Teams für die zweite oder dritte Runde gelistet.

[03h27] DT Michael Brockers mit seinem Flaum am Kinn ist die Wahl der St Louis Rams an #14. Brockers schaut glücklich aus.

[03h18] Er bekommt ihn: WR Michael Floyd von Notre Dame für die Arizona Cardinals an #13. Womit QB Kolb die Entschuldigungen damit ausgehen. Floyd soll zudem enorm physisch sein und gerne blocken. Und für ein allzu akives Nachtleben ist Phoenix dann auch nicht bekannt…

[03h13] DT Fletcher Cox für die wuchtige Defensive Line („Wide 9“) der Eagles: Babin/Cole/Jenkins/Cox. Die nächsten sind die Arizona Cardinals. Mal schauen, ob Larry Fitzgerald seinen Wunsch erfüllt bekommt.

[03h05] Der für Risiko-Picks gefürchtete Scott Pioli schnappt sich an #11 für Kansas City den durchaus nicht von allen angepriesenen DT Dontari Poe für die seit Jahren vakante Position des Nose Tackles. Im Hintergrund bereiten die Eagles einen Trade vor, wohl um an den DT Cox heranzukommen: #15 plus vierte (#114) und sechste (#172) Runde für Seattle gegen den Pick #12 der Seattle Seahawks. New England, von denen man heute Abend noch einen Trade nach oben (sic!) erwartet hatte, bleiben bisher inaktiv.

[03h01] Überhaupt scheint die Stimmung in der Radio City Music Hall bisher eher mau zu sein. Die Jets dürften dann in ca. einer halben Stunde dran sein…

[03h00] Pick #10 für Buffalo: CB Stephon Gilmore. In Gilmores „Green Room“ sieht es eher nach Beerdigung denn nach Feierlichkeiten aus. Gequältes Lächeln beim Halten des Trikots. Für die Bills ist es derweil kein unlogischer Pick in einer Division, in der Brady noch ein paar Jahre spielen wird. Die Top-10 sehen demnach wie folgt aus:

#1 QB Andrew Luck       Indianapolis
#2 QB RG3               Washington
#3 RB Trent Richardson  Cleveland
#4 OT Matt Kalil        USC
#5 WR Justin Blackmon   Jacksonville
#6 CB Morris Claiborne  Dallas
#7 S  Mark Barron       Tampa Bay
#8 QB Ryan Tannehill    Miami
#9 LB Luke Kuechly      Carolina
10 CB Stephon Gilmore   Buffalo

Flotte erste zehn Picks: 59 Minuten.

[02h55] Nada. LB Luke Kuechly ist die Wahl. Das bringt uns zum Schluss, dass das NFL Network doch etwas schneller als andere erfährt, wer die Wahl sein wird, nachdem Mayock just vor Verkündigung des Picks noch schnell von dessen „fixer“ Einberufung auf Kuechly geswitcht war.

[02h51] Pick #8 ist QB Ryan Tannehill von Texas A&M. Keine allzu große Überraschung, nachdem Dolphins-OffCoord Mike Sherman Tannehills ehemaliger Head Coach in College Station war. Man geht bei Tannehill nicht davon aus, dass er von Beginn an spielen wird. Scheint ein Pick zu sein, der „von oben“ herab kommandiert wurde, nachdem Owner Stephen Ross seit Jahren eine Identifikationsfigur für die Franchise sucht. Dahinter gilt als hausgemacht, dass Carolina DT Fletcher Cox an #9 draften wird.

[02h44] „RG1“ (O-Ton Eisen) verkündet den Bucs-Pick an #7: S Mark Barron von Alabama. Die Halle erstummt. Nach Mayock ein großartiger Pick. O-Ton Mayock: His upside is Pro Bowl safety. His downside: Pro Bowl safety. Könnte das Aussterben der Pro Bowl dazwischen kommen.

[02h38] Dallas draftet den LSU-CB Morris Claiborne, nach Mayock ein größer „Interceptor“. Das ist eine eher zweifelhafte Eigenschaft, nachdem wir wissen, wie zufällig sich Interceptions in der Defense verhalten. Nominell aber könnten die Cowboys mit CB Brandon Carr und Claiborne nun ein annehmbares Defensive Backfield haben.

[02h32] Jacksonville kauft WR Justin Blackmon von der Oklahoma State University. Der physische Blackmon für QB Gabbert nach dessen fürchterlichem Rookie-Jahr. Im selbem Moment wird bekannt, dass die Dallas Cowboys sich an #6 hochgekauft haben und dafür ihren Pick #14 und jenen in der zweiten Runde aufgeben.

[02h27] Der vierte Draftpick für Minnesota ist OT Matt Kalil von der University of Southern California. Mayock prognostiziert die nächsten beiden Draftpicks: Blackmon nach Jacksonville, Claiborne nach St Louis.

[02h20] Die Jacksonville Jaguars scheinen panisch geworden zu sein und haben sich von #7 an #5 nach vorne getradet! Spricht dafür, dass die Jaguars den WR Blackmon haben wollen und die Vikings sich zwischen CB Claiborne und OT Kalil entschieden haben. Die prognostizierten vielen Trades sind under way. Und der NFLN-Tisch schreibt es – wohl nicht zu Unrecht – den gedeckelten Rookie-Gehältern zu.

[02h18] Der Liveblog im „41 Sport“-Blog ist hier zu finden.

[02h16] Robert Griffin III könnte ein Volksheld oder zumindest eine Kultfigur in Washington werden, bevor er zum ersten Mal spielt. Da laufen Redskins-Fans in Griffin-Trikots mit #10 rum oder Fans, die RG3 mit Obama vergleichen. Wie bereits mehrfach geschrieben: Diese Rollout-lastigen Offenses Shanahans dürften für Griffins schnellen Einstieg in die Liga hilfreich sein. Derweil haben die Browns bereits ihren Pick getätigt und niemand zweifelt daran, dass die Wahl auf RB Trent Richardson fallen wird. Ein double threat für die leblose Browns-Offense. Die große Frage wird in den nächsten Minuten sein, was die Vikings machen. Alles geht von einem weiteren Trade aus, doch gerüchteweise will Minnesota gleichzeitig nicht unter #5 (Tampa Bay) fallen.

[02h08] QB Andrew Luck stapft bedächtig – und rasiert! – auf die Bühne und stellt unter RG3! RG!3-Sprechchören auch bereits das Colts-Trikot mit der #12 vor. Was wir noch nicht mit Sicherheit wissen: Welches System wird man Luck in Indianapolis zimmern? OffCoord Arians war in Pittsburgh zuletzt für seine passlastigen Offenses bekannt. Indianapolis‘ Offensive Line schaut aktuell keinen Deut sicherer aus als jene in Pittsburgh und Luck ist kaum weniger mobil denn Roethlisberger… trotzdem zwei unterschiedliche QB-Typen.

[02h05] Eisen: Die NFL will diesmal sichergehen, dass tatsächlich niemand vor Commissioner Goodell erfährt, wer der nächste Pick sein wird.

[01h59] Die ersten drei Picks sind damit mehr oder weniger bereits fix:

#1 QB Andrew Luck       Indianapolis
#2 QB RG3               Washington
#3 RB Trent Richardson  Cleveland

Minnesota mit seinem GM Spielman hat schon drei Extra-Picks ohne Verlust eingefahren und sind an #4 immer noch in Position, weitere Draftpicks mit Trades einzufahren. Mayock und seine Konsorten am NFLN-Tisch gehen von weiteren Trades aus. Die Browns haben von ihren ca. dreihundertfuffzich Picks (waren 12 oder 13) auch „nur“ drei verloren, aber für einen Running Back?

[01h51] Moang. Die Minnesota Vikings sind die ersten Punktsieger vor Draft-Start, haben mit den Browns einen Trade eingefädelt: Pick #3 gegen Pick #4 und Picks in den Runden 4, 5 und 7 (#118, #139, #211) getauscht und nur eine einzige Position runtergerutscht. Fraziers

Im Übrigen ist der Livestream bei NFL.com tatsächlich nicht gratis, sondern nur über den Gamepass erhältlich. Michael Lombardi/La Canfora gehen von weiteren Trades aus – möglicherweise Vikes und Jaguars!

Die Gesichter des NFL-Drafts 2012 – Die Offense

Ich bin im Normalfall kein allzu großer Freund von Mock-Drafts, aber für heute zwei Verweise: In der Nacht (02h MESZ) wird Draft-Halbgott Mike Mayock wie im letzten Jahr seinen Mock-Draft 2012 präsentieren. Schon veröffentlicht ist der Mock-Draft vom heimlichen Star in der heurigen Vorberichterstattung: Greg Cosell, der Mann von NFL-Films mit Zugang zur All-22 Kamera, der sich im aktuellen Frühjahr mit flockig lesbaren Analysen einen Namen gemacht hat – und nun einen ebenso interessanten wie unkonventionellen Mock-Draft veröffentlicht hat:

Cosell Talks: The Mock Draft.

Sobald der Spox-Userdraft (mit korsakoff! Unbedingt lesen!) online ist, werde ich noch darauf verweisen. Abseits davon gilt: Abwarten und Tee trinken. Es wird nicht zuletzt aufgrund der Gehaltsbegrenzung für Rookies mit etlichen Trades im Laufe des Wochenendes gerechnet. Ein Spielertrade soll noch vor der ersten Runde abgeschlossen werden: Die Eagles versuchen, CB Asante Samuel für einen erstaunlich billigen Preis loszuwerden.


Bevor es losgeht, noch ein Blick auf die Draft-Anwärter 2012. Angereichert mit persönlichen Notizen und dem einen oder anderen Angelesenen. Und natürlich mit den über die Wochen Aufgesaugtem von Mike Mayock, der vorgestern seine finalen Rankings online gestellt hat.

Quarterbacks

Jahr für Jahr nicht zu Unrecht die meistdiskutierte Position sind die Quarterbacks. Schauen wir uns die Klasse von 2012 an, so fällt auf, dass die hüftsteifen Pocket Passer mit Betonklötzen an den Schuhen fehlen. Dafür haben wir viele mobile QBs, die auch mal einen Linebacker aussteigen lassen können. Und wir müssen uns fast überhaupt nicht über die Charakterfrage unterhalten.

Zwei Quarterbacks schweben über allen. Dahinter ist man sich uneins. Mike Mayocks Top-5:

#1 Andrew Luck
#2 Robert Griffin III
#3 Ryan Tannehill
#4 Brandon Weeden
#5 Kirk Cousins

Andrew Luck von der Stanford University und Robert Griffin III von der kleinen Baylor University werden auch die ersten beiden Picks im Draft sein. Die Reihenfolge ist fast 100%ig geklärt: Es ist davon auszugehen, dass die Indianapolis Colts keinen Umfaller mehr haben und ihre Zukunft um Luck herum bauen werden.

Luck, der Sohn des ehemaligen RheinFire-Managers Oliver Luck, gilt als außerordentlich reifer und risikoloser Pick mit unterschätzter Mobilität. Im Vergleich zu RG3 soll der/die/das „Upside“ geringer sein, sprich Lucks Arm besitzt nicht das Attribut „waffenscheinpflichtig“ und Luck ist bei all seiner Athletik nicht der potenzielle Scrambler vom Schlage Griffins (RG3 hätte sich als Hürdensprinter für die Olympischen Sommerspiele qualifizieren können). Auf der Habenseite steht bei Luck ein für Rookies sagenhaftes Spielverständnis und eine ungemeine Coolness. Beiden wird eine exzellente Zukunft vorausgesagt. Und vermutlich passt es auch so am besten: Luck in Indys Offense, RG3 in Shanahans rollout-lastigen, tiefen Angriff.

Das meistdiskutierte dark horse der vergangenen Wochen war Ryan Tannehill von Texas A&M, der in Ermangelung weiterer Gesprächtsthemen nun trotz seiner fehlenden Erfahrung als sicherer Top-10 Pick gilt (die Tendenz geht weg von Cleveland, hin zu Miami). Tannehills Attribute: Schwiegermutterliebling, starker Arm, im worst case auf Wide Receiver umschulbar. Auf der anderen Seite bleibt bei Tannehill die ungute Historie des Quarterbacks, der aus dem quasi-Nichts die Boards emporschießt. Nur in Ausnahmefällen haben sich solche QB-Optionen in der Vergangenheit als erfolgreich gezeigt.

Ein weiterer X-Faktor der letzten Wochen: Arizona States Brock Osweiler, der Hüne mit den Krakeelenarmen und dem Bubigesicht. Osweiler schoss mit einigen geglückten Risikopässen beim Pro Day in den Boards nach oben und wird von einigen Pundits zum möglichen First Round Pick hochgejazzt. Osweiler ist mit seinen 2,03m in einer Größenkategorie wie Derek Anderson, Flacco, Jamarcus Russell und Scott Mitchell, um die erfolgreichsten der QB-Kolosse in der NFL-Geschichte zu nennen (sic!).

Nach Osweiler wären noch Zottelbock Nick Foles/Arizona (wuseliger QB mit Raketenarm), Kirk Cousins/Michigan State (Großtantes Liebling, aber keine herausragenden spielerischen Attribute) und Brandon Weeden/Oklahoma State (28jähriger Spread-QB mit Säufergesicht) nennenswerte Kandidaten für die späte erste oder zweite Runde. Alles dahinter Folgende ist etwas für die Trüffelschweine.

Ein B.J. Coleman galt einst bei den Tennessee Vols („einst“ = bevor er vor Lane Kiffin floh) als Workaholic und machte sich hernach in der FCS bei Chattanooga recht ordentlich. Ein G.J. Kinne/Tulsa gehört mit seiner brachialen Spielweise (kein Scramble endet mit Fuß voraus) sowieso zu meinen Favoriten, gilt jedoch als Grobmotoriker in Sachen Wurftechnik zu denjenigen Quarterbacks, die möglicherweise ungedraftet bleiben. Und ein Russell Wilson/Wisconsin wird trotz flinker Füße kaum vor Samstag gedraftet werden – wenn überhaupt. Selbiges gilt für Darron Thomas aus Oregon.

Eine Unbekannte ist auch Case Keenum/Houston, der NCAA-Passrekordhalter, dem als „System-Quarterback“ mit viel zu geringer Körpergröße maximal eine Karriere als Ergänzungsspieler nachgesagt wird.

Der Fall Moore

Kellen Moore von der Boise State University ist der Quarterback, unter dem die Broncos in vier Jahren ganze drei Spiele verloren haben. Punktdifferenzen dabei: -1, -3 (OT), -1. Zweimal aufgrund verschossener Field Goals gegen Spielende. Moore kommt mit seiner Allerweltsfrisur und seinem stets unbeeindruckten Knabengesicht nicht wie der nächste 25-Millionenmann des Weges, soll jedoch über vorzügliche soziale Fähigkeiten besitzen. Kellen Moores Problem: Er ist mit 1,80m eher klein gewachsen und verfügt über einen für NFL-Verhältnisse absurd schwachen Wurfarm. Moores tiefe 30-40m-Bälle hängen analog jenen Tebows stundenlang und eiernd in der Luft – ein großes Manko in einer Footballliga, in der manche Eigenschaften schon allein als Bedrohungselement (Stichwort: Defensive Backs zum Nachdenken zwingen) gebraucht werden.

Auf der anderen Seite wirft Moore unglaublich präzise Bälle auf den Mitteldistanzrouten und begeisterte zuletzt nicht nur Jon Gruden in dessen QB-Camp:

Nicht jede Offense tritt so wunderschön auf wie jene der Boise State Broncos. Trotzdem könnte Moore im entsprechenden System durchaus einen Franchise-QB geben, gehen wir nach manchen Auguren. Von Runde 2 bis undrafted free agent ist alles drin. Allein: Dann suchen halt auch nicht 25 Franchises jetzt ihren zukünftigen Franchise-QB. Sollten wir von Kellen Moore nach dem Draft nie wieder etwas hören, so lohnt es sich dennoch, wenigstens den Film einmal reinzuziehen.

Running Backs

Eine Position, die – nicht zu Unrecht – in den vergangenen Jahren merklich an Wert verloren hat, auch wenn Cosell widersprechen mag. 2012 sprechen wir wieder von einem eher mäßigen Jahrgang an Running Backs, wobei ein Mann die Ausnahme bildet: Alabamas Trent Richardson bietet ein rundum komplettes Paket. Kräftig und trotzdem wendig, schwer zu tackeln und fangstark, und gewohnt, Verantwortung zu übernehmen: Der Mann ist mit 21 Lenzen bereits Vater von fünf- (!) und dreijährigen Töchtern. Richardson hat als einziger Running Back das Potenzial, in den Top-10 gedraftet zu werden und kommt als offenbar höchst angenehmer Zeitgenosse daher.

Alle weiteren Backs dürften es schwer haben, in der ersten Runde einberufen zu werden. David Wilson (Virginia Tech/Mayock: one-cut downhill runner, not much gimmick) und Lamar Miller (Miami Hurricanes/Mayock: Wilson + breakaway speed – consistency) dürften frühestens morgen Nacht gedraftet werden.

Der brachiale Allrounder Doug Martin (Boise State/Mayock: does nothing great, but everything well; Cosell: Ray Rice für Arme) soll mancherorts höchstes Ansehen als potenzieller später „First Rounder“ genießen, während ein Robert Turbin (Utah State) eher erst morgen oder übermorgen dran sein wird.

Irgendwo zwischen der zweiten und vierten Runde soll der fabulöse LaMichael James aus der atemberaubenden Offense der Oregon Ducks dran sein. James ist mit 1,75m und 87kg ein Fliegengewicht und gilt trotz ein paar antrainierter Kilos als zu leicht zu Boden zu bringen und ungebräuchlich für die Hundertschaften an immer noch ausgespielten Läufen über die Mitte. Die größten Chancen auf eine NFL-Karriere werden James als „change-of-pace“-Back (zu deutsch: sechster Gang) gegeben, als eine Art komplementäre Spielfigur an der Seite eines Michael Turner.

Mayocks Top-5:

#1 Trent Richardson
#2 Doug Martin
#3 David Wilson
#4 Lamichael James
#5 Isaiah Peed

Wide Receivers

Wide Receiver ist generell eine erstaunlich schwierig zu prognostizierende Position. Man möchte meinen, sichere Hände und eine 9,72 über 100m reichen für eine Allstar-Karriere aus, aber Punkt ist: Viele der athletischen Freaks scheitern, weil sie gegen die dichten Deckungen und die Physis der Cornerbacks an der Line of Scrimmage verzweifeln – am College ist man diesbezüglich doch deutlich weniger Schmalz seitens der Defensive Backs gewohnt.

Mike Mayock sieht einen in der Breite starken Jahrgang, dem allerdings in der Spitze die Qualität abgeht. Niemand soll auch nur annähernd die Klasse eines AJ Green oder Julio Jones aus dem letzten Jahr besitzen. Drei 1st rounder, die nächsten 15 als Lotterie. Seine Top-5:

#1 Justin Blackmon
#2 Michael Floyd
#3 Kendall Wright
#4 Stephen Hill
#5 Alshon Jeffery

Blackmon (Oklahoma State/Mayock: athletic freak, but off-field issues, lacks top-end speed) könnte nach jüngsten Entwicklungen gar seinen ursprünglich unangefochtenen Status als Nummer 1 dieses Drafts verlieren und möglicherweise durchgereicht werden, obwohl eine Menge an Teams in den Top-10 einen Wide Receiver suchen. Unsicherheit über sein Durchhaltevermögen und der fehlende Weltklasse-Speed schmälern Blackmons Wert.

Deswegen sehen manche mittlerweile Michael Floyd von Notre Dame vorn. Floyds Aktien sollen rasant im Steigen sein und Floyd gilt als kompletterer Spieler denn Blackmon, allerdings mit einer Vita auf dem Campus, die lustiger gewesen sein soll als es sich ein NFL-Profi eigentlich erlauben kann. Einen interessanten Vergleich zwischen Blackmon und Floyd, eingebaut in einen etwas größeren Kontext (genannt auch: „NFL-Trend“), hat Greg Cosell im Blog von NFL-Films vorgenommen.

Dazu gesellt sich Baylors Kendall Wright, RG3s „Go To-Guy“ am College. Wright ist eher kleingewachsen und hatte problematische Sprintzeiten über 40yds, gilt aber als komplettes Paket, vielseitiger als ein reiner Slot-WR und verfügt über „Football-Speed“ (Mayock: plays faster on tape than on the 40yds dash).

Abseits dieses Trios gehen die Meinungen weit auseinander. Sehr gut ablesen lässt sich dies an South Carolinas Alshon Jeffery, dem fantastische Athletik im Zweikampf mit Cornerbacks nachgesagt wird, der aber zum einen ein laxer Vogel sein soll und zum zweiten nicht die notwendige Gelenkigkeit in den Hüften hat, die für manche der komplizierten Routen insbesondere gegen die Herren Revis oder Bailey notwendig wäre. Zwischen irgendwo in der ersten Runde bis zur dritten Runde sind sämtliche Optionen in der Verlosung.

Eine völlige Unbekannte ist Stephen Hill, der sich nahtlos in die jüngste Riege an großartigen WRs von der Georgia Tech University (Calvin Johnson, Demariyus Thomas) einzureihen scheint und mit seinen 1,95m NFL-Gardemaß ist. Für Hill könnte es zum Nachteil werden, dass er in der Flexbone-Offense von Paul Johnson eine eher atypische Offense am College spielen musste und als Grünling in Sachen Routenlaufen gilt, jedoch sollen die individuellen Workouts und die 40 Time (4.36 sek) hinreichend Speichel in der Scouts Mäuler getrieben haben.

Als eine Art „Hill für die Armen“ sieht Mayock Brian Quick aus der FCS an, dessen Technik noch eher grob gestrickt sein soll, der aber mit ein bis zwei Jahren richtigem Coaching als Schnäppchen durchgehen könnte. Mohamed Sanu von der Rutgers University hatte am College mit absurd schlechten und häufig wechselnden Quarterbacks zu kämpfen und gilt nicht als der höflichste Charakter unter der Sonne, besitzt auf der anderen Seite aber eine der Lieblingsstärken von Coaches: Biss.

Weitere bekannte Namen in dieser Verlosung, in der für jeden etwas dabei sein könnte: B.J. Cunningham und Nick Toon aus der Big Ten Conference, Joe Adams von Arkansas, Tommy Streeter (Riese mit fast 2m) von Miami oder Marvin McNutt von Iowa. Ein etwas tragischer Fall ist jener von Ryan Broyles, dem Rekordmann von der University of Oklahoma, dessen schwere Verletzung im November die Draftposition erheblich geschwächt haben dürfte. Und dann sind da noch die Super-Zwerge T.Y. Hilton/Florida International und Eric Page/Toledo, pfeilschnelle Returner mit zirka 1,20m Körpergröße.

Tight Ends

Eine Position, die seit Gates, Gronkowski und Hernandez für helle Aufregung in der NFL sorgt, aber dieser Jahrgang bietet im Prinzip nur zwei Spieler, für die man einen hohen Pick verwenden möchte: Coby Fleener von Stanford mit seinen 1,97m und Orson Charles von Georgia. Wobei Ersterem nachgesagt wird, eher den Typ Gronkowski geben zu können, und Letzterem, eher ein Hernandez im Kleinen zu sein.

Der eigentlich größte Name Dwayne Allen (Clemson) scheint dagegen nicht so gefragt zu sein und dürfte allenfalls in der zweiten Runde gehen. Der Rest des Jahrgangs wird dann eher mit der englischen Vokabel für „dürftig“ beschrieben und soll, obwohl mehrere Athleten an die 2m groß gewachsen sind, aus eher schlechten Blockern und lausigen Routenläufern bestehen. Mayocks Top-5:

#1 Coby Fleener
#2 Dwayne Allen
#3 Orson Charles
#4 Ladarius Green
#5 James Hanna

Offensive Line

Der offensive Part der Schützengräben war zuletzt generell eine erstaunlich flop-anfällige Position, was an der stets wachsenden Komplexität des Spiels (Stichwort: Blitz-Formationen) liegen mag. Allein rohe Körpergewalt reicht schon lange nicht mehr aus, wo es doch vermehrt auf wendige Füße und Intuition (auch umschrieben mit „Spielintelligenz in Sekundenbruchteilen“) ankommt.

Tackles

Und genau da kommt OT Matt Kalil von USC ins Spiel: Nicht der Mann, dem man die 250kg-Hanteln in die Hand drücken möchte, aber als Leichtgewicht (nur 295 Pfund) ein Mann auf flinken Füßen. Fast alles ging bisher davon aus, dass Kalil an #3 von den Minnesota Vikings einberufen würde. Diese sendeten in den vergangenen Tagen recht deutliche Signale vom Gegenteil aus – ob Ablenkungsmanöver oder Versuch, den dritten Pick teuer zu verkaufen, wird sich zeigen.

Dahinter streiten sich Ohio States Mike Adams (gilt seit Tattoogate als zwielichtige Gestalt und seit einem positiven Drogentest als ernsthafter Risikopick), Riley Reiff (trotz 150kg auf flotten Füßen) und Stanfords Jonathan Martin (für „Power-Block“-Schemata á la Denver Broncos ungeeignet) um den Titel des zweithöchst gedrafteten Offensive Tackles von 2012. Bekannte Namen aus späteren Runden sind OT Nate Potter von Boise State (dürfte von der Anlage gut nach Washington oder Houston passen), Jeff Allen/Illinois und die FSU-Tackles Sanders/Datko sein.

Mayock reiht seine Top-5 Tackles wie folgt, wobei Glenn hier noch als Tackle gelistet wird:

#1 Matt Kalil
#2 Riley Reiff
#3 Cordy Glenn
#4 Jonathan Martin
#5 Jeff Allen

Guards

Die Guards (OG) sind „top-heavy“ besetzt: David DeCastro von Stanford soll ein „100%iger“ sein und in jedem erdenklichen Offensivsystem von der ersten Minute an spielen können, während der einst als Tackle geltende Cordy Glenn (Georgia) mehr der Typ Fettsack (158kg) ist und aufgrund seiner limitierten Beweglichkeit besser als Guard einsetzbar sein soll. Ein dark horse ist Wisconsins (Wisconsin! Offensive Line! Wisconsin!) Kevin Zeitler, dem man die notwendige Athletik zum First Rounder nachsagt. Dahinter gilt die Qualität als recht rapide abfallend.

Mayocks Top-5 Guards:

#1 David DeCastro
#2 Kevin Zeitler
#3 Amini Silatolu
#4 Kelechi Osemele
#5 Brandon Brooks

Center

Auf der Center-Position wird zumindest am Draft-Wochenende niemand an Peter Konz (Wisconsin! Ein Offensive Liner aus Wisconsin!) vorbeikommen, während ansonsten nur Philip Blake (Baylor), Michael Brewster (Ohio State) und Ben Jones (Georgia) als potenzielle Picks in den früheren Runden angesehen werden.

Die besten Center nach Mayock:

#1 Peter Konz
#2 Philip Blake
#3 Ben Jones
#4 David Molk
#5 Quentin Saulsberry

Noch ein Tag. Morgen folgt die Defense.