All-32: Washington Football Team 2021 Vorschau

Letzte Nacht ist die NFL-Saison 2021 gestartet. Heute endet meine Preview-Serie zu allen 32 Mannschaften mit dem Washington Football Team.

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Warum das Washington Football Team trotz guter Einkäufe prädestiniert für eine Enttäuschung ist

Das Washington Football Team hat eine erfolgreiche ersten Woche in der NFL Free Agency hinter sich und gehört trotzdem zu den bis jetzt am meisten verbesserten NFL-Teams. Über die Erwartungshaltung an ein plötzlich ziemlich gehyptes Team.

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Buffalo Bills in der Frischzellenkur 2012

  •  #10 (1) CB Stephon Gilmore (South Carolina)
  •  #41 (2) OL Cordy Glenn (Georgia)
  •  #69 (3) WR T.J Graham (North Carolina State)
  • #105 (4) LB Nigel Bradham (Florida State)
  • #124 (4) CB Ron Brooks (LSU)
  • #144 (5) OT Zebrie Sanders (Florida State)
  • #147 (5) LB Tank Carder (TCU)
  • #178 (6) G Mark Asper (Oregon)
  • #251 (7) K John Potter (Western Michigan)

Man muß es einfach mögen, wie die Buffalo Bills derzeit ihre Kaderplanung angehen. Um den Franchise Player Kyle Williams (DT) baut man nach guter alter Weisheit eine solide Defense von innen nach außen auf. Letztes Jahr hat man mit dem dritten Pick DT Marcell Dareus gedraftet und in dieser Offseason die Defensive Ends Mario Williams und Mark Anderson verpflichtet.

In dieser Draft verstärkt man das Defensive Backfield mit zwei Cornerbacks. Stephon Gilmore soll der zweitbeste CB dieses Jahrgangs sein und mit dem letztjährigen 2nd-rd pick Aaron Williams das Starting-Duo an den den Seitenlinien bilden. Mit LSUs Ron Brooks hat man in der vierten Runde noch jemanden für die sub-packages gedraftet. Star der Secondary ist Safety Jairus Byrd und neben ihm und hinter diesem Pass Rush haben Gilmore, Williams und Brooks die Chance, ein aufregendes Defensive Backfield zu formen.

Für die Mitte zwischen Linie und Secondary hat man mit den beiden 1,90m-Typen Nigel Bradham (FSU, 4th round) und Tank Carder (TCU, 5th round) vor allem Kadertiefe und Special-Teams-Futter besorgt.

In der Offense, die letztes Jahr bis zur Verletzung von RB Fred Jackson überaus aufregend war, hat man drei dicke Jungs für die mäßige O-Line gedraftet, von denen zumindest Georgias Cordy Glenn sofort starten könnte. Der 2nd-rd pick ist mit knapp 160kg einer größten und kräftigsten Guards. FSUs Zebrie Sanders ist eher ein finesse player, was aber in der offenen Spread-Offense der Bills kein allzu großer Nachteil sein muß. Oregons Mark Asper ist ein riesiger 2,02m großer, als Guard und Tackle einsetzbarer Spieler. Und weil Chan Gailey für sein System nie genug WR haben kann, bekommt QB Ryan Fitzpatrick mit dem 3rd-rd pick T.J. Graham auch ein neues Spielzeug. Graham ist ein speedster, der als Leichtathlet bei den National Championships im 100-Meter-Lauf mitgemacht hat.

Überblick

Es ist gar nicht lange her, da hätten die Bills in der ersten Runde einen WR wie Michael Floyd gedraftet. Einfach nur weil er irgendwie aufregend ist. Wie aber auch schon im letzten Jahr ist dies eine sehr solide Draftklasse. Die Bills basteln sich heimlich, still und leise in ein richtig gutes junges Team zusammen. In der Defense hat man die Secondary deutlich verstärkt, nachdem man schon den Pass Rush auf ein neues Level gehoben hat. In der Offense wurde gezielt die Offensive Line verstärkt und mit dem schnellen WR Fitzpatrick ein neues Ziel gegeben. Eine Draft wie aus dem Lehrbuch.

Buffalo Bills in der Sezierstunde

Achterbahnsaison für Buffalo: Nachdem die Bills überraschend gut in die Saison gekommen waren (fünf Siege in sieben Spielen), folgte danach der Kollaps mit acht Niederlagen in den letzten neun Partien. Größtes Thema dabei: Turnovers. In den ersten sieben Partien war die Turnover-Bilanz der Bills +11, in den verbleibenden Spielen danach -9. Eklatant sind dabei die absoluten Zahlen, die in allen Mannschaftsteilen bizarre Umschwünge andeuten:

Week   W-L   Giveaways Takeaways
1-8    5-2   9         20
9-17   1-8   21        12

ESPN erklärte sich den Leistungseinbruch mit der teuren Vertragsverlängerung für QB Ryan Fitzpatrick zur Saisonmitte, die dessen Motivation den Bach runtergehen lassen habe. Ein weiterer Erklärungsansatz: Die Verletzung von RB Freddy Jackson, der im Bills-System, das deutlich weniger um einen starken Quarterback gebaut ist wie andernorts, über 130yds/Spiel beisteuerte, aber in Woche 11 auf die IR wanderte.

Es deutet sich mittlerweile an, dass Fitzpatrick bleiben wird und keine billigere Alternative ausgeguckt wird. Fitzpatricks Lieblings-Receiver Stevie Johnson bekam die Franchise Tag übergestülpt, und dann gibt es da noch den „Breaker“, RB C.J. Spiller, dessen eigenartig eindimensionale Spielweise zum Ende der abgelaufenen Saison besser in Schwung gekommen zu sein schien. Die Offense dürfte also halbwegs passen. Die Zahlen waren abseits der volatilen Turnovers (4.3% Interception-Quote war die dritthöchste ligaweit) absolut okay, ein weiterer starker Wide Receiver oder Tight End dürfte aber nicht schaden.


Der wunde Punkt der Bills ist in der Defense zu finden, die mit unglaublich vielen erzwungenen Turnovers zu Saisonbeginn ihre Schwächen kaschierte. Als weniger Bälle als gewohnt freigeschlagen wurden, implodierten Sieg/Niederlagen-Bilanz und Stimmung. Es wäre jedoch nicht so, dass sich die Defense abseits jener Turnovers im Saisonverlauf besonders verschlechtert hätte. Sie war nämlich nie besonders gut.

Es mag daran liegen, dass man sich lange Zeit nicht eins war, mit welchem Basis-System man auffahren wollte: 4-3 oder 3-4 oder 4-6 oder 4-4-2 mit Mittelfeldraute und schnellen Außenverteidigern. Nun wurde intern der einstige Pornoschnäuzer Dave Wannstedt zum DefCoord befördert, was für die Zukunft „4-3“ bedeuten dürfte.

Dafür spricht auch der, nein: DER, Move der Offseason: Der Einkauf des gehypten DE Mario Williams, der nach intensiven nächtlichen Flirts bei Kerzenschein und Violinenmusik im Mittelkreis des Ralph Wilson Stadiums völlig überraschend einen aufgeblähten Vertrag von den Bills (den B-i-l-l-s!) aufgesetzt bekam – und unterschrieb. Damit liest sich die Defensive Line der Bills plötzlich wie aus dem EffEff: DT #99 Marcel Dareus wurde ein ausgezeichnetes Rookie-Jahr nachgesagt und bei DT #95 Kyle Williams kriegen sich die PFF-Analysten sowieso seit Jahren vor lauter Sabbern nicht mehr ein. Zudem kam mit Anderson aus New England ein spezialisierter Pass Rusher für nicht billiges Geld.

Mit der Neuauflage des „Williams Wall“ dürften zugleich drei Fliegen abgeklatscht worden sein: Pass Rush verstärkt, butterweiche Laufverteidigung aufgebessert und für den NFL-Draft die Möglichkeiten erweitert. Statt Defensive End kann man nun andere Lücken angehen, namentlich die Secondary, die durchaus eher auf wackeligen Beinen stand.


Nach apathischen Jahren ist der Move gen Mario Williams durchaus als Sensation für die generell passiven Einkäufer der Bills zu sehen. Ist es ein Move mit dem Ziel, eine titelfähige Mannschaft zusammenzustellen? Werden die Bills ernsthafte Anstrengungen unternehmen, das Image des Billigteams abzuschütteln, und in der zu erwartend schwierigen AFC East vorne mitzumischen? Nicht mehr ganz auszuschließen, und wenn ein Williams in die Provinz wechselte, warum nicht auch andere? Cap-Room ist hinreichend verfügbar. Und schließlich verfügt man mit Chan Gailey und Wannstedt auch über durchaus kompetente Leute im Trainerstab.

NFL Woche 12 Preview: Buffalo Bills – New York Jets

Beide Teams haben mit einem Record von 5-5 noch Chancen sich eine Wild Card in der AFC und beide Teams haben auch noch Chancen, die AFC East zu gewinnen, in der New England derzeit noch zwei Spiele Vorsprung hat. Aber vor allem für Buffalo siehts düster aus, nachdem sie die letzten drei Spiele gegen die Jets, Cowboys und Dolphins mit einem kumulierten Score von 26-106 (!) verloren haben. Die Bills hatten dabei nicht nur große Probleme in der Verteidigung, die auseinander zu fallen scheint, sondern auch mit ihrem Angriff, der in einem riesengroßen Loch steckt. Und zu allem Überfluß ist RB Fred Jackson jetzt auch noch auf IR gelandet, nachdem sich die Verletzung, die er sich letzten Sonntag im Spiel gegen Miami zugezogen hat, als gebrochener Knochen gerausgestellte.

Jackson ist der wichtigste Spieler der Offense (er holt mehr als 40% aller Yards) und war zur Saisonhalbzeit auf einigen Shortlists zur MVP-Wahl. Weil man dem einstigen First Round Pick C.J. Spiller noch nicht recht vertraut, hat man letzt Woche noch Tashard Choice verpflichtet, der damit in dieser Saison schon seinen dritten Arbeitgeber hat nach Engagements in Dallas und Washington. Auf IR trifft Jackson sich mit dem MVP der Defense – Nose Tackle Kyle Williams. Außerdem auf IR sind Center Eric Wood, LB Shawn Merriman, CB Terrence McGee und WR Donald Jones. Die Bills sind insgesamt ein junges, talentiertes Team, aber sie haben einfach nicht die Tiefe, um so viele Ausfällt kompensieren zu können. Ohne Jackson ist die Offense nur halb so viel Wert, zumal QB Ryan Fitzpatrick zur Zeit unter der bekannten „Nach-großem-Vertrag-unterschreiben-Schwäche“ leidet.Und jetzt müssen die Bills auch noch ausgerechnet in die Meadowlands, wo die Jets-D wartet.

Bei den Jets ist es wie immer, seit Rex Ryan das Sagen hat: die Defense spielt zeitweise überragend und haut die stotternde Offense immer mal wieder raus. Wenn die Verteidigung mal einen schlechten Tag hat, geht das Spiel auf jeden Fall verloren, weil QB Mark Sanchez sich einfach nicht weiterentwickelt, das Laufspiel nicht mehr so stark ist wie in den vergangenen Jahren und man sich beim Playcalling von OC Brian Trottelheimer manchmal fragt, ob er auf Drogen ist. Letzte Woche ist bekannt geworden, daß Schottenheimer vor Saisonbeginn eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bekommen hat – heimlich. Das wollte das Management den Fans scheinbar nicht zumuten.

Die Defense ist eine perfekt harmonierende Mischung aus hervorragenden Schemes und individuellem Talent in allen three levels. In der Secondary Darrelle Revis und Safety Jimmy Leonhard; in der D-Line Mike DeVito und Sione Pouha und dazwischen die LBs David Harris und Bart Scott. Zwar fehlt ein richtig guter Pass Rusher, aber die Coverage und die Zone-blitzes können das oftmals ausgleichen (und Aaron Maybin, einer der größten Draft Busts aller Zeiten, scheint Talent und Freunde wiedergefunden zu haben).

New York geht als ganz klarer Favorit in dieses Spiel – und wenn sie es verlieren, wird in den Medien die Hölle los sein, da es die dritte Niederlage in Folge wär und überhaupt kein Fortschritt zu erkennen ist. Allerdings ist für beide Mannschaften selbst bei einer Niederlage der Playoffeinzug nicht furchtbar weit weg, weil aus der AFC West und AFC South wohl kaum jemand um die Wild Cards mitspielen wird. Und beide Teams haben nur jeweils ein Spiel gegen Mannschaften mit einem positiven Record.