NFL-Transfermarkt 2020: Die ersten großen Verträge sind unterschrieben

Wer es gestern nicht mitbekommen hat: Das neue CBA wurde von den Spielern knapp gutgeheißen. Es ist bereits in Kraft. Alles weitere haben ich schon gestern geschrieben. Ergänzenswert ist höchstens, dass nur 1978 der etwas über 2500 stimmberechtigten Spieler zur Wahl gegangen sind. Nur 80% Wahlbeteiligung. Warum sollte man sich auch zu einer Abstimmung aufraffen, bei der das eigene Gehalt auf dem Spiel steht?

Jetzt sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Free Agency abläuft, bekannt. Bekannt ist mittlerweile auch, dass es heute definitiv losgehen wird: Weiterlesen

Erster Scheinwerfer auf die NFL Conference-Finals 2019/20

Bevor Herrmann am Wochenende die Detail-Analysen rauspresst, heute schon mal ein paar Gedanken zu den NFL Conference-Finals. Kaum zu glauben, aber es gibt sogar Gründe an die Packers zu glauben! Weiterlesen

NFL Wildcard-Weekend 2019/20 am Samstag – Vorschau

Vorschau auf die heutigen beiden Partien am Wildcard-Wochenende – mit ein paar anders gelegten Schwerpunkten wie Kollege Herrmann am Vormittag.

Ein Punkt, der ab sofort in den Playoffs zu berücksichtigen ist: Schiedsrichter. Die ersten beiden Saisondrittel ignorierten die Referees die neue Pass-Interference Review-Regel als wäre sie Luft, doch in den letzten Wochen ist verstärkter Kurswechsel zu beobachten: Plötzlich werden offensichtliche Pass-Interferences nach Video-Review gegeben.

Gerade noch rechtzeitig die Kurve gekratzt, möchte man meinen. Weiterlesen

Power Ranking Beitragsbild

NFL Power Ranking 2019 – Woche 14

Nächste Ausgabe des NFL Power-Rankings 2019 – heute beginnend mit einer Idee, wie man den Coach des Jahres bewerten könnte. Weiterlesen

Establish the Review – Woche 12

Ein paar unsortierte Gedanken zu einer von Defenses dominierten Woche 12. Und, nein: Kein Spoiler des Monday Night Games. Weiterlesen

Miami Dolphins in der Sezierstunde

Neues Jahr, neue Stars, neue Hoffnung bei den Miami Dolphins, die letztes Jahr mal wieder am Minimalziel „Playoffs“ vorbeigerauscht sind. Owner Stephen Ross wird nicht geduldiger und forcierte höchstpersönlich große Ausgaben um die Dolphins endlich wieder in die Post Season zu bringen. GM Dennis Hickey führte bereitwillig aus.  Weiterlesen

Miami Dolphins in der Sezierstunde

Konsolidierungsphase in Miami nach einer Saison des Grauens: Sportlich verpasste man nach einer großen Einkaufstour die Playoffs und geriet abseits des Spielfeld durch eine sehr üble Mobbing-Geschichte in die Schlagzeilen – eine Geschichte, bei der es am Ende einen Haufen Verlierer gab und die den Eindruck erweckte, dass der Trainerstab den Laden nicht mehr unter Kontrolle hatte bzw. ganze Mannschaftsteile aus Asozialen zusammengefügt wurden.

Das alles hätten die Dolphins etwas übertünchen können, hätten sie die gute Ausgangslage die Post-Season geschafft, aber die verspielten sie mit einer aseptischen Vorstellung im Saisonfinale gegen die Jets – zuhause, gegen einen eigentlich hilflosen Gegner.

Ganz so Trümmerhaufen ist Miami ein gutes Vierteljahr später nimmer. GM Ireland wurde gefeuert und durch GM Dennis Hickey ersetzt. Hickey behielt Headcoach Joe Philbin und Großteile des Trainerstabs, aber er entsorgte sich einiger Kopfschmerzen, indem er dem weißen Offensive Guard Richie Incognito, dem Mann im Zentrum der Mobbenden, eine Rückkehr verweigerte, und OT Jonathan Martin, den Gemobbten, nach San Francisco verschiffte.

Überblick 2013

Record         8-8
Enge Spiele    6-4
Pythagorean    7-5    19
Power Ranking  0.433  22
Pass-Offense   5.5    28
Pass-Defense   6.0    11
Turnovers       -2

Management

Salary Cap 2014.

Hickey hat noch einige PR-Arbeit zu leisten, aber er verhinderte zumindest ein weiteres Aufblasen der Zustände und richtete hernach seinen Fokus auf das Sportliche, wo er viele Transaktionen machte.

Absolute Priorität Nummer 1 in dieser Offseason war und ist die Offensive Line, letztes Jahr ein Torso allererster Güte, nicht bloß wegen der internen Streitereien, die zum Abgang Martins und zum Rausschmiss Incognitos führten: 58 Sacks gegen den bemitleidenswerten jungen QB Ryan Tannehill, der abseits des ständigen Passrushes sogar ganz passabel aussah.

Tannehill ist ein sehr schwierig zu bewertender Quarterback: Als Rookie 2012 hatte er die Entschuldigung der fehlenden Skill-Players. 2013 kann man ihm attestieren, keinen Schutz genossen zu haben und ein seelenloses Offensiv-Konzept durchschleifen zu müssen. Tannehill sieht in einem Vakuum wie ein sehr brauchbares QB-Talent aus: Mobilität, rattenscharfer Wurfarm, die Traute, auch die schwierigen Pässe zu nehmen – das alles ist höchst NFL-reif. Aber Tannehill baut dann immer wieder die Grottenspiele ein. Die Frage für Miami ist, ob diese mit der bisherigen O-Line Katastrophe zusammenhängen oder nicht.

Auf alle Fälle sind die ersten Moves bereits gemacht: LT Branden Albert wurde in einem lange erwarteten Move für einen schweren Fünfjahresvertrag (rund 9 Mio/Jahr) aus Kansas geholt um die Blindside des Quarterbacks zu beschützen. Der zuletzt bei den Rams sehr gelobte OG Shelley Smith wurde aus St Louis geholt und könnte durchaus einen der Stammplätze besetzen – Smith ist halt noch relativ unerfahren trotz seiner bereits 27 Lenze, und er war noch nie mehr als Ergänzungsspieler (letztes Jahr 372 Snaps). Aus Detroit holte man OT Fox, bei dem es mich überrascht hinterlassen würde, wenn er wirklich zum Starter ernannt wird. Dagegen wurde eine Latte an enttäuschenden Recken fortgeschickt: OT Clabo, OT Bomber McKinnie plus Martin und Incognito.

Das heißt summa summarum: Mit LT Albert und C Pouncey sind immer noch erst zwei Stammplätze fix besetzt. Smith könnte als „halber“ Starter durchgehen, während zumindest noch die rechte Seite Offensive Line unbesetzt bleibt: Hier sind die Wettquoten unter 1:1.5, dass Miami nicht zumindest einen seiner ersten beiden Draftpicks für Offense Liner rausgibt. Eher sind es zwei in einem Draft, der recht gut aufgestellt sein soll bei Tackles, und auch zwei hervorragende Guards hat. Vielleicht ist gar der Offense Guard der erste, der gezogen wird.

Passt die Line, kannst du am Konzept deiner Offense feilen, und dafür wurde OffCoord Bill Lazor aus Philadelphia geholt. Lazor war auch bei den Lions im Gespräch, und ich hätte nichts lieber gesehen als einen OffCoord Lazor in Detroit, aber der Mann entschied sich dann doch für Miami, wo er einen recht zufällig zusammengewürfelten Haufen auf eine Richtung trimmen soll.

Nur welche Richtung wird es sein? Lazor sah schon alles, was es an profitauglichen Offenses in den letzten Jahren so gab: Er war schon Assistent unter Mike Holmgren und Joe Gibbs, und zuletzt QB-Coach unter Chip Kelly in Philadelphia. Dazu gibt es einen Headcoach Philbin, der selbst eine eigene Agenda mitbringt und die klassische Packers-Offense intus hat. Ich sehe hier viel Kreativitätspotenzial, aber durchaus auch Bust-Chancen, wenn sich die Riege nicht auf etwas Kohärentes einigen kann.

Fakt ist: Miami hat den Quarterback. Miami wird vermutlich auch sowas wie eine Offensive Line haben, und dann kannst du plötzlich mit dem Spielermaterial anfangen zu arbeiten. Dann kannst du einen WR Mike Wallace öfters tief schicken als zuletzt, wo Tannehill längst in den Boden gerammt war, bis Wallace die 20yds tief ins Herz der Secondary gerannt war. Wallace wurde zwar immer noch in 31% der Fälle tief angespielt, aber seine Stats lesen sich gemessen an seinem Vertrag ernüchternd: 73 Catches, keine 1000yds, und das, obwohl er 141 Mal angespielt wurde und damit ein Viertel der Dolphins-Pässe sah.

Wallace ist gewiss das größte WR-Talent im Kader. Das zweite Talent ist WR Gibson, der immer wieder wie der angehende Superstar aussieht ehe er sich mit Kreuzbandriss auf die IR verabschiedet. Ein typischer #2-Receiver ist Brian Hartline. Dazu gibt es WR Matthews, der gutes Potenzial angedeutet hat, und den halben TE/HB Charles Clay, letztes Jahr berühmt geworden durch einen faszinierenden Catch/Lauf in der Crunch-Time gegen New England. Clay ist ein ungewöhnlicher Spieler, wird häufig für Hopp-oder-Topp Spielzüge eingesetzt.

Für das Backfield wurde RB Moreno aus Denver geholt. Moreno ergänzt die Rotation, die sich bisher RB Lamar Smith Miller und RB Dan Thomas teilten, beides Spieler, denen man einst gutes Potenzial bescheinigte, die aber als Enttäuschungen gewertet wurden. Moreno ist bei weitem der vielseitigste von all diesen Backs, da er zumindest auch mal einen Ball zu fangen imstande ist und somit eine Dimension in die Offense bringt, die überall Standard ist, nur in Miami bisher nie war (alle Runningbacks brachten letztes Jahr gemeinsam 40 Catches für ganze 230yds zustande).

Mit diesem Material muss Lazor arbeiten können, sofern die Offense Line passt. Es ist vorstellbar, dass man einen Tight End oder Wide Receiver ergänzt, sollte in den mittleren Runden gerade einer auf dem Präsentierteller liegen, der ins Konzept passt. Aber Prio 1 und 2 (und vielleicht sogar 3) in der Offense ist Offensive Line.

Die Defense ist eh nicht so schlecht: Überdurchschnittlich gegen Lauf und Pass, und wenn auch kein absolutes Kaliber, so erwiesen sich die meisten Zweifel an DefCoord Kevin Coyle doch als unbegründet. Man musste mit DT Soliai (nach Atlanta) und CB Carroll (nach Philadelphia) zwar zwei Stützen ziehen lassen, aber dafür wurden mit CB Grimes und DT Starks zwei Stützen gehalten.

Ganz klar ist noch nicht, was man denn eigentlich spielen will: 4-3 oder 3-4, oder ein Mischmasch. Es gerüchtelte auch schon, dass man den erst letztes Jahr für teures Geld und hohe Kompensation an #3 gedrafteten DE/OLB Dion Jordan schon wieder via Trade loswerden wollte – ein bizarrer Move, weil man normalerweise solche Talente nicht so schnell aufgibt. Das bedeutet entweder: Jordan ist eine Flasche, oder Jordan passt nicht ins System. Aber hätte man das nicht schon letztes Jahr wissen müssen?

Das Material für beide Defensive-Fronts ist jedenfalls da: DE/OLB Cameron Wake kann alles spielen was man ihm anvertraut, und er gilt in beiden Passrush-Positionen als absolute Ligaelite. Über Wake und sein Spielgefühl habe ich schon letztes Jahr mal geschrieben. Die Tackles wären mit Starks und Odrick auch ganz ordentlich besetzt, und für die Tiefe und Rotation könnte man durchaus einen mittleren Draftpick aufwenden. Als zweiter End/OLB kannst du immer Vernon mit seinen mehr als 10 Sacks aufstellen, oder eben hoffen, dass Jordan doch noch was wird.

Bei den Linebackers ist man nach der missglückten Einkaufstour letztes Jahr zwar mit Wheeler und Ellerbe nur suboptimal besetzt, aber zumindest kennen beide Spieler beide Systeme, und sind in der Lage, mehrere Positionen zu spielen. Hinter den beiden und LB Misi wird es allerdings bedenklich schnell gaaaaaaaaaaanz dünn.

Die Secondary muss den Abgang von CB Carroll und CB Patterson verkraften, die beide zuletzt gut gespielt haben sollen. Dafür konnte der Oldie CB Grimes gehalten und CB Cortland Finnegan aus St Louis geholt werden. Grimes galt letztes Jahr als Offenbarung. Finnegan, bekannt geworden als sehr nickeliger, teilweise unfairer Spieler, galt viele Jahre lang als Pro-Bowler, soll aber in St Louis extrem abgebaut haben. Finnegan ist 30 und dürfte zumindest noch 1-2 Jahre im Tank haben. Er ist ein klassischer Slot-Cornerback, und wenn 2013 nicht bloß ein einmaliger Ausreißer nach unten war, könnte er eine gute Verstärkung sein.

Für außen gibt es mit CB Jamar Taylor (2013-Draftpick) und Will Hill zwei junge, noch wenig erprobte Spieler, denen man aber gutes Potenzial nachsagt. Die Safety-Positionen sind mit Reshad Jones und dem aus Detroit geholten Louis Delmas auf dem Papier gut besetzt, auch wenn du immer bedenken musst, dass Delmas trotz seiner verletzungsfreien 2013er-Saison ein wandelndes Risiko ist: Guter Spieler, aber selten für mehr als 10 Spiele/Saison einsatzbereit.

Zwei der hohen Draftpicks dürften wie geschrieben der Offense Line gehören. Weitere Positionen kann man immer angehen, ohne dass eine Nichtbeachtung ihrer gleich einen Zusammenbruch des ganzen Gerippes bedeuten würde: Linebacker, Cornerback, Wide Receiver, Tight End. Ein bisschen dürfte es von den verfügbaren Spielern abhängen, ein bisschen von der Spielidee Lazors. Auf alle Fälle ist Miami rein sportlich ganz gut aufgestellt um in der lauen AFC mitzusprechen. An New England wird man nicht herankommen, aber vielleicht kann man den Ansturm der Bills verhindern und somit im Wildcardrennen bleiben.

Hallowe’en Gruseling Party 2013: Miami Dolphins – Cincinnati Bengals Preview

Das Donnerstagsspiel der NFL-Woche 9 lautet diesmal Miami Dolphins (3-4) gegen Cincinnati Bengals (6-2) und wird um 1h30 angepfiffen (SPORT1 US und Gamepass live). Die Partie hätte man vor rund einem Monat auf Augenhöhe empfunden, aber mittlerweile fühlt sie sich wie ein echtes Mismatch an, da hier zwei Teams mit Trendkurven in unterschiedliche Richtungen aufeinander prallen.

Geschmacksrichtung „nach unten“ sind die Dolphins mit zuletzt vier Niederlage en suite, inklusive unnötiger Divisionspleiten gegen Buffalo und New England. Es hakt vor allem in der Offense, wo QB #8 Ryan Tannehill sich nicht entfalten kann, weil die Rahmenbedingungen nicht passen: Das Play-Calling von OffCoord Mike Sherman ist nicht überzeugend, und das Tackle-Problem schlägt mittlerweile ganz heftig zu: RT Clabo hatte einen derart desaströsen Einstand in Miami, dass zuletzt der LT Jonathan Martin, ein Junge im zweiten Jahr, dem man auf links erhebliche Schwierigkeiten nachsagte, auf Clabos Position stellte, und dafür routinierten LT-Ersatz von außen holte: Den zirka 500 Pfund schweren Bomber Bryan McKinnie aus Baltimore, der in den letzten Jahre nur noch selten zeigte, weswegen er einst ein gefeierter Star in Minnesota war. Immerhin: Drei überdurchschnittliche Spiele machte McKinnie in den letzten Jahren: Alle drei kamen ausgerechnet in den letzten Playoffs…

Die Verstärkung wird dringend gebraucht: Tannehill kassierte 32 Sacks in den ersten sieben Spielen (das sind die meisten; auf 100 Pässe kassiert Tannehill 10.9 Sacks, #30 der Liga). Und der heutige Gegner Cincinnati fährt eine gefürchtete Defense Line auf, in der ein Allstar in DT #97 Geno Atkins innen kommen kann, und gefährliche Passrusher wie DE #98 Dunlap oder DE #96 Johnson über außen. Wenn die Dolphins Tannehill nicht wenigstens die Zeit zum Schauen geben können, hagelt es heute erneut Sacks.

Im Corp der Ballfänger muss Miami ab sofort Brandon Gibson vorgeben (out for season) – ein übler Verlust im Slot, wo man sich plötzlich nichts sehnlicher zurückwünschen würde als den in der Offseason nach Cleveland verkauften Davone Bess. In TE #42 Charlie Clay gibt es immerhin einen überraschenden neuen Stern, aber das Top-WR Duo #11 Mike Wallace (Ziel jedes vierten Tannehill-Wurfs) und #82 Brian Hartline sind bislang so banal wie das leblose Dolphins-Laufspiel um RB #26 Lamar Miller. Vor allem Wallace‘ Einfluss ist deutlich geringer als es sein monströser Vertrag erwarten ließ.

Der Langzeitausfall von CB #29 Leon Hall sollte heute für Cincinnati damit auch nicht allzu schwer ins Gewicht fallen; die Secondary ist überhaupt so grundsolide, dass sie schon Green Bay abwürgte. Über die Saison kassiert die kollektive Pass-Defense der Bengals ganze 5.4 NY/A, ein beeindruckendes Zeugnis für den stillen DefCoord Mike Zimmer. Zuletzt wurde sogar der letztjährige 1st-Rounder CB Dre Kirkpatrick verstärkt eingesetzt, nachdem man schon das Bust-Label befürchten musste: Kaum Einsätze 2012 + nur 2 Snaps für Kirkpatrick im Season-Opener 2013, aber zuletzt immerhin 42 Snaps gegen die Jets. „Aus der Not eine Tugend“ oder wird Kirkpatrick tatsächlich besser?

Dass Cincinnati Defense spielen kann, wusste man; umso erstaunter war man in den letzten zwei Wochen dann aber ob der plötzlichen Effizienz der Offense um den bislang als blässlich empfundenen QB #14 Andy Dalton (gegen DET und NYJ 8 TD vs 1 INT), der mittlerweile 7.3 NY/A generiert und damit einen Top-10 Pass-Angriff anführt. Ich bin noch nicht überzeugt; gegen Detroit verfehlte Dalton gleich mehrere tiefe Bälle. Der Mann bleibt limitiert. Was aber definitiv besser wurde zuletzt: Die Bengals-WRs hinter der Megawaffe A.J. Green.

Man sah zu Saisonbeginn spärliche Versuche, das Spiel von Green „unabhängiger“ zu machen, was für Cincinnati in einigen Spielen mit kaum mehr Anspielen für Green resultierte. Zuletzt wurde Green wieder mehr in die Pflicht genommen, bekam die wichtigen Routen, und schaffte somit offensichtlich auch wieder Räume für die Mitspieler – und diese, wie #12 Marv Jones oder die Tight Ends #82 Eifert | #84 Gresham nutzen diese besser. Green bleibt mit 31% Anspielen der zentrale Fokus, aber Dalton verteilte die Bälle zuletzt effizienter an seine Nebenleute.

Das Bengals-Laufspiel bleibt weiterhin extrem ineffizient; der Rookie Gio Bernard hat seinen größten Impact als Empfänger von Screenpässen mit langen Läufen nach dem Catch. Miami hat eine exzellente Lauf-Defense. Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass Bengals-OffCoord Gruden von seiner Pass/Lauf-Ratio ablässt.

Gepaart mit der exzellenten Offense Line der Bengals, die die größte Stärke Miamis (Defense Line um DT Odrick und DE Wake) neutralisieren sollte, bleibt den Dolphins eigentlich neben dem Heimvorteil nur noch die Hoffnung der dezenten Unkonstanz der Bengals: Die machten die nominellen Spitzenteams in ihrem Schedule bisher platt, verloren aber andererseits vergleichsweise einfache Partien wie @Cleveland oder @Chicago und hatten Probleme gegen Buffalo. Ein bissl unausgereift wirkt Cincinnati schon noch im Angriff, das gebe ich gern zu, aber die Entwicklung der letzten Wochen stimmt positiv, deswegen würde ich Cincinnati hier recht klar favorisieren.

Miami Dolphins in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         7-9    --
Enge Spiele    3-5  
Pythagorean    7.1   (21)
Power Ranking   .489 (19)
Pass-Offense   5.9   (22)
Pass-Defense   6.2   (18)
Turnover       -10

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Die Miami Dolphins sind eine seit Jahren übersehene Franchise aus dem NFL-Mittelmaß, ohne irgendwelche Aufregungen oder angriffige Diskussionspunkte. Die seelenlose Betonschüssel von Stadion ist in der Mittagssonne von Südflorida meist halbleer und die Begeisterung in der Stadt hält sich in Grenzen. Seit einem Jahr ist allerdings mit dem neuen Head Coach Joe Philbin und dem hoch gedrafteten Rookie-QB Ryan Tannehill wenigstens etwas Optimismus eingekehrt.

Der Quarterback und die Offense

Tannehill spielte ein grundsolides Rookiejahr, nicht annähernd in den Sphären eines RG3, aber zumindest mit genügend guten Ansätzen, dass man optimistisch in die Zukunft blicken kann: Steht in der Pocket seinen Mann, hat alle tiefen Würfe drauf, traut sich auch unter Druck die schweren Pässe zu, guter Scrambler. Man lernte dieses Jahr wenig Neues über Tannehill, dessen Offense mit 5.9 NY/A Passspiel aber immer noch im unteren Drittel der NFL zu verorten ist.

Was aber frappierend bei den Dolphins 2012/13 auffiel: Die Offense spielt schnell. OffCoord Mike Sherman und Tannehill, die sich schon vom College kennen, versuchen häufig, ohne Huddle durchzukommen und dann ihr quickes Kurzpassgewichse aufzuziehen. Allein die Waffen fehlten bisher.

WR Davone Bess ist ein wendiger Mann für den Slot, aber die meisten Bälle fing zuletzt WR Brian Hartline, der aber alles andere als ein echter #1-WR ist, sondern vom Typ mehr der klassische zweite Mann. Die Dolphins kauften sich also in der Free Agency WR Mike Wallace aus Pittsburgh ein. Wallace gilt als deep threat, aber ich sehe bei den Kauf zwei Stirnrunzler: Zum ersten ist Wallace bekannt als Mann, der vor allem in einer auf Improvisation bedachten Offense aufblüht, zum zweiten ist der Vertrag schlicht massiv (13 Mio./Jahr im Schnitt, 2014 mit Capnummer von 17 Mio!). Mit dem ehemaligen Jet TE Dustin Keller wurde zudem ein halbwegs solider Tight End geholt, und auch WR Brandon Gibson (kommt aus St Louis) dürfte zumindest für Tiefe sorgen.

Die Running Backs verlieren mit Reggie Bush einen fangstarken Mann, aber es gibt in der Hinterhand zwei Leute, auf die ich einiges gebe: RB Dan Thomas dürfte künftig als echtes Arbeitstier eingespannt werden, auch wenn er in seinen ersten beiden Profijahren dezent enttäuscht haben soll, aber der wahre Diamant könnte RB Lamar Miller sein, ein brutal explosiver und doch relativ geduldiger Back, dessen größte Schwäche seine Bocklosigkeit zum Blocken ist. Miller ist einer meiner Leute to watch für die kommende Saison.

Offensive Line? Die Innenseite dürfte passen, aber auf Tackle bleiben Fragezeichen. Der junge OT Jonathan Martin soll ein schwaches Rookiejahr gespielt haben, und der ehemalige Top-Pick Jake Long ist immer noch auf dem freien Markt. Die Anzeichen verdichteten sich zuletzt dahingehend, dass Long wohl für einen halbwegs akzeptablen Vertrag nach Miami zurückkehren wird. [Update, 7h00] Long scheint mittlerweile bei den St Louis Rams unterschrieben zu haben, also eine weitere Baustelle für Miami. [/Update]

Die Defense

Zuerst das Positive: Die Front-Seven der Dolphins gehört zu den besten im Lande. Der Passrush könnte hie und da trotz eines Superstars wie DE Cameron Wake a bissl stürmischer sein, aber es wird genügend Druck ausgeübt und die Lauf-Defense ist ein gigantischer Sleeper (#5 in der NFL mit 60% Erfolgs-Rate). 2012/13 erzwang die Defense zudem in fast jedem zweiten Drive einen Punt – #3 in der NFL, und nur weil sie so wenige Turnovers produzierte, weiß kein Mensch um die Möglichkeiten, die in ihr schlummern.

Die beiden wichtigsten Moves in der Front-Seven waren die Einkäufe von OLB Ellerbe vom Superbowl-Sieger Baltimore sowie OLB Wheeler aus Oakland. Beide sind nicht billig und gehen auf die 30 zu. Im Gegenzug wurden mit Dansby und Burnett zwei Leistungsträger aus Altergründen entlassen.

Was Sorgen macht, ist die Secondary: Auf Safety ist man trotz der Vertragsverlängerung von Clements bedenklich dünn besetzt, und auf Cornerback macht GM Jeff Ireland seit zwei Jahren eine Baustelle nach der anderen auf: Vontae Davis letztes Jahr weg, Sean Smith dieses Jahr. Miami hat keine NFL-kalibrige Pass-Deckung mehr! Sofern nicht noch in der Free Agency 1-2 Leute eingekauft werden oder ein paar Rookies einschlagen, haben die Dolphins in der Defense ein Problem.

Ausblick

Miami ist seit Jahren ein schlafender Riese, dem stets – seit dem Karriereende von Dan Marino vor über einem Jahrzehnt – eines abging: Ein Quarterback von Weltformat. Tannehill könnte nun der erste mit Potenzial für mehr als Verwalter sein.

Die Offseason der Dolphins wird auch überall gelobt, wobei mir die Moves noch suspekt sind, da sie noch unvollständig sind. Insbesondere das Defensive Backfield könnte, wenn nicht noch verstärkt, die komplette Mannschaft in die Kacke reiten. Zudem sind die Verträge so strukturiert, dass Miami nächstes und übernächstes Jahr ein Probleme mit der Salary Cap kriegen könnte – GM Ireland ist nicht so ganz mein Fall.

Aber okay: Die Transformation der Dolphins schreitet voran (nicht nur, weil im April ein neues Logo präsentiert wird). Die Offense ist schon deutlich attraktiver, die Defense zumindest „vorne“ sehr zügig drauf. Miami könnte durchaus mal wieder um die Playoffs mitspielen.

Überbewertet/Unterbewertet: RGIII, Laufspiel, Clutch

Dies ist ein langer Eintrag. Es geht um Robert Griffin III; Quarterbacks on 3rd Downs; warum Andrew Luck besser ist als RGIII; die angebliche passing league, den Shanaclan und Komplexität; und clutch. Wer dafür bereit ist: lesen nach dem Klick. Weiterlesen

Glaskugel 2012: Miami Dolphins

Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Die umbrüchigen Miami Dolphins sind 2012 in der AFC East. Nicht gut. Für die Dolphins.

Sie sind in einer Division mit den Patriots, bei denen ob ihrer vergangenen Leistungen und ihres Talents tatsächlich mancherorts wieder von einer 16-0-Saison geredet wird. Sie sind in einer Division mit den Jets, die immer noch eine der besten Verteidigungsreihen der Liga haben und deren Angriff besser geworden sein sollte. Und sie sind in einer Division mit den Bills, die sich das erste Mal seit Äonen heftig in der Free Agency verstärkt haben. Nachdem sie letztes Jahr fünf der ersten sieben Spiele gewonnen haben und danach viel Verletzungspech hatten.

In dieser AFC East stehen nun die Dolphins mit einem durchaus talentierten Kader – aber einem neuen Coaching Staff, einem (oder auch zwei) neuen Quarterback und einigen Löchern im Kader. Dazu kommt auch noch heftige Konkurrenz um die Wild-Card-Plätze: Steelers/Ravens; Broncos/Chargers/Chiefs. Schade eigentlich, aber so kann man sich in Ruhe für 2013 aufstellen.

Offense

In der Offense wird alles überschattet vom Duell um den Job als Starting-QB. Wir haben dort: 1) Ryan Tannehill, Nr. 8 overall pick 2012. Rookie, zu hoch gedraftet, braucht noch viel Zeit. 2) Matt Moore. War letztes Jahr schon in Miami und hat dort, wie auch vorher in Carolina, als ins kalte Wasser geworfener Backup gezeigt, daß er gut ist. Nicht großartig, aber gut. 3) David Garrard. Der Mensch gewordene sprichwörtliche “Caretaker”, der auf jeden Fall mindestens zweitbester Backup-QB (nach Dallas´ Kyle Orten) der Liga ist. Auch als Starter macht er nicht viel kaputt, kann aber auch keine “Offense tragen”, wie man so sagt.

Schedule

Wk1 @ HOU
Wk2 v OAK
Wk3 v NYJ
Wk4 @ ARI
Wk5 @ CIn
Wk6 v StL
Wk7 BYE
Wk8 @ NYJ
Wk9 @ IND
Wk10 v TEN
Wk11 @ BUF (TNF)
Wk12 v SEA
Wk13 v NE
Wk14 @ SF
Wk15 v JAX
Wk16 v BUF
Wk17 @ NE

Wer den Ball nun ihn die Hand nehmen wird, entscheidet Head Coach Joe Philbin. Philbin hat sich einen Namen gemacht als Offensive Coordinator der Green Bay Packers um Aaron Rodgers. Seit 2007 hat er unter Head Coach Mike McCarthy erst Brett Favres (vorvorletztes) Halali und dann Rodgers´ Aufstieg nach ganz oben orchestriert. Wenn auch nicht als erste Geige, denn die spielte immer McCarthy.

OC unter Philbin in Miami ist nun Mike Sherman. Sherman war die letzten Jahre Head Coach der Texas A&M Aggies – mit dem QB Tannehill. Zu Anfang des Jahrtausends war Sherman HC der Packers. Dort hat er das von Mike Holmgren, Steve Mariucci und Jon Gruden und all den anderen alten Bill-Walsh-Schülern weit entwickeltes System der West Coast Offense weitergeführt.

Tannehill kennt dieses zwar auch aus seiner Zeit bei den Aggies unter Sherman, aber es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn Garrard mit all seiner Erfahrung nicht den Stammplatz in dieser auf schnelle Entscheidungen, timing patterns und accuracy auf kurzen Routen getrimmten Offense bekommen sollte.

Quarterback ist trotz dem Dreikampf auch gar nicht das Problem dieses Angriffs. Das sind die WRs. Chad Ochojohnson soll mit aller Macht seinen zweiten Frühling als Nr.1 WR haben, nicht weil er immer noch so gut ist, sondern weil sonst niemand da ist. An der anderen Seitenlinien spielt dann Brian Hartline oder Legedu Nanee oder Roberto Wallace oder wer sich sonst im Training Camp am wenigsten dämlich anstellt. Zumindest für den Slot hat man in Miami mit Davone Bess einen Mann, auf den man einigermaßen vertrauen kann.

Tight End spielt der alte mittelmäßige Recke Anthony Fasano oder vielleicht auch 1,95m-Rookie Michael Egnew. Beide sind nicht schlecht, aber vor allem nicht besonders gut.

Im Backfield haben die Dolphins den zweiten Frühling von Reggie Bush; die eventuelle Breakout-Season des ehemaligen 1st-rd pick Daniel Thomas und den heißen Rookie der University of Miami Lamar Miller. Alles nicht schlecht, aber eben: in dieser AFC East nicht gut genug.

Auch die Offensive Line ist ganz anständig. Für die Blind Side haben wir den Prototypen des Elite-Left Tackle in Jake Long. Als Center einen guten Mann mit Mike Pouncey. Als RT den ehemaligen Personenschützer Andrew Lucks. Und die Guards sind zumindest OK. Insgesamt wirklich gut – aber in dieser AFC East. Zu wenig. Es fehlt in der Offense der eine Mann, der alles auf ein anderes Level hebt. In der NFC West würde man damit richtig gut aussehen, aber eben nicht hier. Wrong time, wrong place.

Defense

Die Defense ist sogar noch besser. Cameron Wake ist einer der besten Pass Rusher der Liga. Karlos Dansby einer der besten ILBs. Mit Kevin Burnett und Koa Misi auch noch zwei weitere talentierte LBs, die wild darauf sind, sich zu beweisen.

Mit Sean Smith von Vontae Davis finden wir auch zwei gute Cornerbacks in der Tiefe. Und mit Paul Soilai einen wirklich guten NT; mit Randy Starks einen gute 34-DE; und mit dem 24jährigen Jared Odrick ein Riesentalt in der D-Line.

Letztes Jahr war das nicht zufällig eine Top-10-Defense. Leider ist Defensive Coordinator Mike Nolan (einer unserer Lieblinge) nicht mehr dabei und der neue DC Kevin Coyle, der keine Coordinator-Erfahrung hat, will den Laden von 3-4 auf 4-3 umkrempeln. Immer eine blöde Situation für kurzfristigen Erfolg.

Das sieht insgesamt auch in der Defense gut aus – aber eben nicht sehr gut. Systemwechsel, kein herausragender Safety, wer spielt Nickelback? Auch hier: Talent ist da, gute Leute sind da, aber es wird eben gerade umgebaut.

Ausblick

In einer schwächeren Division könnten die Miami Dolphins ein Breakout-Kandidat sein. Mit dieser Konkurrenz in der AFC East kann man sich aber ganz in Ruhe und ohne großen Druck umbauen. Allerdings sollten schon in dieser Saison erste Ergebnisse zu sehen sein, damit man voll motiviert und mit großen Erwartungen 2013 entegegenblicken kann. In der NFL dauert es nicht lange, bis das erste Stuhlbein des Cheftrainers angesägt wird und um den Stuhl einigermaßen kalt zu halten, sollten schon 6 Siege drin sein. Aber Wunder werden nicht erwartet.

Miami Dolphins in der Frischzellenkur 2012

  • #8 (1) QB Ryan Tannehill Texas A&M
  • #42 (2) OT Jonathan Martin Stanford
  • #72 (3) DE Olivier Vernon Miami (Fl.)
  • #78 (3) TE Michael Egnew Missouri
  • #97 (4) RB Lamar Miller Miami (Fl.)
  • #155 (5) LB Josh Kaddu Oregon
  • #183 (6) WR B.J. Cunningham Michigan State
  • #215 (7) DT Kheeston Randall Texas
  • #227 (7) WR Rishard Matthews Nevada

Diese Draftklasse steht und fällt mit QB Ryan Tannehill. Der neue Coaching Staff um Mike Sherman hat offensichtlich kein großes Vertrauen in Matt Moore, der zum Ende der letzten Saison – mal wieder – wie ein richtig fähiger NFL-Quarterback aussah. Es scheint, als wären alle Mannschaften ohne einen Aaron Rodgers oder Drew Brees bereit, einen Top-10 Pick für jemanden zu riskieren, der bis vor wenigen Jahren noch als prospect in den Runden zwei bis vier gedraftet worden wäre (siehe auch Ponder/Locker/Gabbert 2011). Nun gut. Immerhin kennen sich Tannehill und Sherman aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Texas A&M, daher sollte das Playbook für den jungen Signal Caller kein Buch mit sieben Siegeln sein.

Dazu steht er hinter einer soliden Offensive Line, die dieses Jahr um Jonathan Martin verstärkt wurde. Martin hat während seiner Zeit in Stanford die blindside von Andrew Luck geschützt. Mit LT Jake Long und C Mike Puncey könnte Martin eine der besten jungen Linien der Liga bilden.

DE/OLB Olivier Vernon war in den Neven-Shapiro-Skandal verwickelt und daher letztes Jahr sechs Spiele gesperrt. Er soll ein explosiver Edge Rusher sein, ähnlich Cameron Wake. Die Defense war nicht die große Schwäche der Dolphins und wird so punktuell verstärkt. Da sub-packages eine immer größere Rolle spielen, sollte er von Anfang an viel Spielzeit bekommen. Neben Vernon hat man in den späteren Runden für die Kadertiefe noch einen athletischen LB, Oregons Josh Kaddu, und einen Big Body mit dem Longhorn Kheeston Randall verpflichtet.

Michael Egnew soll irgendwann mal das werden, was Jimmy Graham oder Jermichael Finley sind. Egnew ist ein 2-Meter-Typ, für seine Größe aber ziemlich schlaksig und technisch ungeschliffen. Das waren Graham und Finley aber auch. Mit dem Rookie-QB sind die Dolphins im Aufbau- und nicht im win-now-Modus; Egnew wird Zeit für seine Entwicklung bekommen und könnte mit seinen körperlichen Voraussetzungen ein echter difference maker werden, daher ein gut investierter 3rd-rd pick.

Mit Lamar Miller haben die Dolphins einen weiteren Local Hero gedraftet, der in Kombination mit Reggie Bush und dem letztjährigen 2nd-rd pick Daniel Thomas ein durchaus sehenswsertes Backfield bilden kann. Miller ist ein sehr explosiver Back, der noch viel früher vom Board gegangen wäre, wenn viele Teams nicht ob seiner operierten Schultern und einer Knieverletzung abgeschreckt worden wären.

Überraschend ist, daß man für Tannehill nicht mehr Waffen gedraftet hat, nachdem man den besten WR, Brandon Marshall, abgegeben hat. Die beiden Starter auf der WR-Position wären zu diesem Zeitpunkt Brian Hartline und Davone Bess. Darüber lachen sogar die Nachbarn weiter nördlich in Jacksonville. In der sechsten Runde erst hat man mit B.J. Cunningham einen Receiver gedraftet, der aber immerhin die Rekorde für die meisten Catches und Yards der Michigan State Spartans hält. In 51 Spielen fing er 218 Pässe für 3086 Yards. 2011 wurde er von der Mannschaft zum MVP der Saison gewählt – und nicht QB Kirk Cousins. Vielleicht ein Steal. In der siebten Runde kam noch der kräftige WR Rishard Matthews von Nevada und als ungedrafteter Free Agent Tannehills alter Teamkollegen WR Jeff Fuller hinzu.

Überblick

Mit fünf Picks in den Top-100 könnten die Dolphins einen weiteren Schritt Richtung Top-Team gemacht haben. Die `Fins waren letzte Jahr keine schlechte Mannschaft, man muß nicht bei 0 anfangen. Vor allem die Defense war stark. In zwei Jahren könnten sich RB Miller und TE Egnew als echte Impact Player entpuppen und Jonathan Martin das passende Gegenstück zu Jake Long sein. Sollte Tannehill sich allerdings nicht zu dem Franchise Player entwickeln, der endlich, endlich in die Fußstapfen von Dan Marino tritt (oder wenigstens in seine Badelatschen), dann war auch das alles für die Katz´.

Up the Hill

Es passiert jedes Jahr, dass im Verlauf des Scouting-Prozesses plötzlich Spieler aus dem Quasi-Nichts zwischen Ende März und Mitte April in den Himmel gejazzt werden. Das Beispiel schlechthin in dieser Off-Season ist QB Ryan Tannehill von Texas A&M. Tannehill ist ein Spieler, einst von den Aggies als Nachwuchs-QB rekrutiert, zum Wide Receiver umgeschult und dann in College Station mitten in einer enttäuschenden Saison 2010/11 von Chefcoach Mike Sherman in einem Verzweiflungsmove zum Spielmacher befördert. Weiterlesen