Bills, Rams, Eagles: Die Watkins/Darby Trades in der Analyse

Der gestrige Freitag brachte die ersten großen Preseason-Trades des Sommers 2017. Weiterlesen

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Hall of Fame Game 2014, SPORT1 US und die NFL-Preseason 2014/15

Heute Nacht beginnt die NFL-Preaseason 2014, die Zeit der Vorbereitungsspiele, mit dem Hall of Fame Game zwischen den Buffalo Bills und den New York Giants (02h MESZ, live bei SPORT1 US). Das Spiel wird in Canton/OH ausgetragen, der Heimatstätte der Pro Football Hall of Fame, die in dieser Woche die Zeremonien nebst allerlei tränenerstickter Dankesreden für die Klasse von 2014 gesehen hat. Die Klasse von 2014 habe ich im Vorspann zur Superbowl näher betrachtet.

Heute im schnuckeligen Fawcett Stadium kann man aber einen ersten Blick auf den Stand der Vorbereitung von Bills und Giants werfen. Der famose Rookie-WR der Bills, Sammy Watkins, könnte für den einen oder anderen Drive eingesetzt werden:

Die Bills versprühen in dieser Preseason einen Optimismus, der selbst das Regenwetter strahlen lässt, schrieb Peter King in seiner MMQB-Kolumne, in der er nacheinander die einzelnen Trainingslager besucht. Hauptgrund für den Optimismus ist Watkins, der mit der gewöhnungsbedürftigen #14 auflaufen wird. Dass Buffalo zwei 1st-Rounder für Watkins opferte? Geschenkt! Wir haben unseren Superstar, unsere Identifikationsfigur! Weiterlesen

Frischzellenkur 2014: Buffalo Bills

Vieles ist gerade im Fluss bei den Bills. Nach dem Tod vom Teamgründer und langjährigen Owner Ralph Wilson jr. kocht die Gerüchteküche, wer denn nun neuer Owner wird und ob der die Franchise in der unattraktiven Arbeiterstadt Buffalo halten wird. Der jüngste Mitbieter im Rennen um die Nachfolge Wilsons soll Tom Golisano sein, ehemals Owner der Buffalo Sabres, ein Mann aus der Region. Bei einem Golisano ginge man fest davon aus, dass der Mann den Laden in Buffalo halten würde, kommt der Mann doch aus Rochester gleich ums Eck. Golisano versuchte sich allerdings nach dem Verkauf der Sabres vor zwei bis drei Jahren an einem Einsteigen bei den Los Angeles Dodgers (MLB), scheiterte dort.

Es gilt als sicher, dass die Bills ein neues Stadion brauchen, wollen sie in Buffalo bleiben. Das Ralph Wilson Stadium ist zwar eines der letzten in dieser klassischen old-style Schüsselform, aber es gilt als nicht mehr profitabel genug.

Just in diese Stimmung hinein heizte am vergangenen Samstag der Kolumnist Tim Graham in der Buffalo News einen detaillierten Artikel über die eine mögliche und immer wieder angenommene Abwanderung der Bills nach Los Angeles. Grahams Schlussfolgerung: Keine Chance. Die NFL will gar nicht nach Los Angeles. Die Bills werden den Bundesstaat New York nicht verlassen, schon deswegen nicht, weil sie politisch zu wichtig sind für den Gouverneur, der das einzige in New York ansässige Team im Staat halten möchte. Die von Graham angedeutete Bezuschussung eines Stadionbaus mit öffentlichen Geldern wehrte die Bundesregierung allerdings dieser Tage wirsch ab. Mal schauen.

Sportlich scheint man in der Organisation zu glauben, nur noch ein kleines Stück von den Weltklassemannschaften entfernt zu sein: GM Doug Whaley verkaufte im Draft 2014 Haus und Hof um sich von Draftplatz #9 auf Draftplatz #4 hochzukaufen und WR Sammy Watkins zu ziehen. Watkins gilt als monströses Talent, als einer der ersten eher kleinen Wide Receiver (1.83m), den du in der NFL-Historie wirklich bedenkenlos ganz hoch einberufst. Watkins ist keine sichere Tüte, aber in der Hochgeschwindigkeitsoffense der Bills eine Schachfigur, die gewiss kein Bremsklotz werden wird.

Mit den WRs Watkins, Woods und Goodwin, dem QB Manuel und dem RB-Sprinter Spiller sieht die Bills-Offense mehr und mehr aus wie eine von einem Madden-Zocker zusammengestellte Offense. Jedes Speed-Rating unter 95 wird verscherbelt, und nur die ganz Schnellen dürfen bleiben.

Ich weiß nicht. Einem jungen QB wie Manuel Hilfe zur Seite zu stellen, ist keine schlechte Idee, aber dafür einen 1st-Rounder im nächsten Jahr zu opfern? Hätte ich nicht gemacht. Es ist kein pragmatischer Move. Es ist ein Move, den ein Team machen kann, das nur noch einen oder zwei Bausteine vom Durchbruch entfernt ist. Buffalo ist einen oder zwei Bausteine davon entfernt, ein Playoff-Team zu werden, aber so wirklich ganz nach oben fehlt doch gefühlt noch ein bissl mehr. Watkins muss gewaltig einschlagen um den Preis zu rechtfertigen.

Wie ein besserer Move sieht da die Einberufung von OT Kouandjio in der zweiten Runde aus: Kouandjio kommt aus Alabama und galt lange Zeit als sichere Tüte für die erste Runde, bis er wegen Kniebeschwerden durchrutschte. Kouandjio ist vielleicht ein Verletzungsrisiko, aber solche Spieler kannst du immer nehmen, denn sie sind das Risiko wert: Im Optimalfall haben die Bills ihre langjährige Problemzone an der rechten Flanke der Offense Line gelöst, im schlimmsten Fall einen 2nd-Rounder verschlissen. Auch hier: Hilfe für den jungen QB, und diesmal sogar für einen akzeptablen Preis.

Offense Line gingen die Bills noch einmal später in der fünften Runde mit dem OG Cyril Richardson von Baylor, einem unbeweglichen Brocken von Mann. Richardson muss in der Innenseite der Line nicht sofort eingewechselt werden, kann eingelernt werden. Er galt lange als Mann, den man zwar haben möchte, aber den man nicht sofort haben möchte. Buffalo kann sich hier nach dem Einkauf des Guards Williams aus St Louis den Luxus des Einlernens leisten, insofern eine gelungene Idee, wie ich finde.

Sonst war da noch a bissi Defense für den neuen DefCoord Jim Schwartz. Personell kann ich nicht viel zu sagen, außer dass man natürlich gespannt darauf wartet, wie der 4-3 Freak Schwartz („nur die Defense Line zählt“) mit einer Abwehr arbeitet, die zuletzt unter Mike Pettine so variabel auftrat wie kaum eine zweite in der Liga. Schwartz stand bisher eher für one trick ponys denn für Variabilität.

Eine Draftklasse mit einigen guten Ideen und vielen guten Spielern, aber der beste kam für einen Preis, den er fast nicht rechtfertigen kann – insofern ist es eine Klasse, die auf Genosse Glück hofft, Glück, dass aus Watkins ein fulminanter Superstar wird. Du wirst immer Glück brauchen, aber die Pragmatischen brauchen weniger Glück. Die Bills dagegen brauchen mehr.

Die große Klasse der Wide Receiver im NFL-Draft 2014

Wide Receiver ist eine ungebremst gefragte Position in der NFL, im Jahre 2014 vielleicht mehr denn je. Das überrascht nicht, wenn man sich die Entwicklung der Liga in den letzten Jahren ansieht: Immer mehr Passspielzüge mit immer mehr Ballempfängern in der Aufstellung verlangen nach immer mehr Spielern.

Wide Receivers sind die Jungs, deren primäre Aufgabe es ist, den Ball zu fangen und danach Yards zu machen. Es ist aber eine kompliziertere Position als bloß zu laufen und das Ei runterzupflücken: Die Jungs müssen genaue und präzise designte Routen teilweise im Vollsprint laufen können, sich aus hautenger Deckung befreien und dann häufig nicht einfach geworfene Bälle fangen. Der „Catch“ verlangt dabei extrem sichere Fanghände und ist nur die Ernte; die richtige Arbeit war schon vorher. Deswegen ist bei Receivern wichtig zu schauen, ob sie überhaupt flink oder stark genug sind um einer Deckung zu entfleuchen oder sich physisch gegen einen Cornerback durchzusetzen. Wichtigste „Nebenaufgabe“ ist Physis, für das Laufspiel zu blocken.

Es gibt eine Vielzahl an Receiver-Typen: Den Wideout, der idealerweise an die 1,95m groß und sprungstark ist oder den Slot-WR, der häufig kleiner gewachsen, dafür extrem flink ist, um von Linebackers nicht verfolgt zu werden, aber es gibt auf die Slot-Bolzen der Güteklasse Boldin oder Colston, die in der Spielfeldmitte vor allem mit Physis operieren.

Receiver können Typus speedster (Hauptsache gradeaus laufen klappt) oder Typus possession receiver (wichtig ist nicht die Geschwindigkeit, sondern den Ball auf Mitteldistanzen in enger Deckung fangen zu können) sein. Viele Wege führen zum Ziel, aber am Ende finden trotzdem längst nicht alle Bälle ihr Ziel. Wide Receiver ist eine der schwierigsten Positionen geworden.

Die Große Klasse von 2014

Die Klasse von 2014 gilt als so tief besetzt, dass es historische Ausmaße annimmt. Es gibt mehr als eine Handvoll Receiver, die in der ersten Runde vom Tablett gehen könnten, und dahinter schwärmt man von unzähligen Receivern, die in anderen Jahren 1st-Rounder wären, aber heuer nur in den mittleren Runden gehen werden. Es sind so viele, dass Philadelphia-Eagles‘ Film Room gleich zwei Segmente zu den Receivern geschnitten hat: Die Topstars und die Day 2/Day 3 Prospects.

Der Draft spendierte den Receivern auch schon ein langes Segment: Draftcast zu den WR.

Der Superstar

Sammy Watkins - © Parker Anderson

Sammy Watkins – © Parker Anderson

Man sagt, es gibt drei Dinge, die notwendig sind um Manndeckung in der NFL zu schlagen: Größe, Geschwindigkeit und Präzision im Routenlaufen. Sammy Watkins von der Clemson University ist mit 1,84m zwar nicht wirklich „groß“, aber alle anderen Facetten in seinem Spiel sind so ausgereift, dass er als unumstrittener Top-WR in diesem Mega-Draft gilt. Watkins wird von den meisten Experten auf einer Stufe mit einem A.J. Green gesehen, der vor drei Jahren an #4 gedraftet wurde uns sich quasi über Nacht zu einem Elite-Spieler entwickelte.

Watkins ist noch keine 21 und schon ein nahezu komplettes Paket: Er hat die Power um Linebacker und Safetys abprallen zu lassen, er ist schnell und sprungstark genug um Cornerbacks auf und davon zu laufen, er kann blocken, er hat sensationelle Fanghände und die Koordination, auch die ganz schwierigen Catches zu machen.

Beim Studium der Clemson-Aufzeichnungen fällt auf, wie wichtig Watkins für den oft unpräzisen Tadj Boyd ist, wie oft er auf engstem Raum Adjustments macht um einen überworfenen Ball noch unter Kontrolle zu bekommen. Watkins kann im vollen Lauf die Bälle fangen und hernach noch einmal den Nachbrenner zünden um durchzulaufen. Watkins läuft saubere Routen und getraut sich, in die dicht bemannten Zonen zu gehen um auch die schwierigen Dinger runterzupflücken.

Schon vor drei Jahren sprach halb Amerika über seine Vorzüge, als er – damals Freshman – frisch aus der Highschool kommend sofort ein Anwärter auf die Heisman-Trophy war. In seinem zweiten Jahr hatte Watkins Probleme mit der Justiz, als er wegen illegalem Drogenbesitz suspendiert wurde, aber er konnte die Zeit hinter sich lassen, kam im abgelaufenen Herbst stärker denn je zurück und pulverisierte ganze Abwehrreihen im Alleingang.

Auf der anderen Seite wird Watkins in der NFL nicht nahezu die Hälfte seiner Pässe in Form von bubble screens annehmen können und dann haufenweise Yards nach dem Catch generieren. Er wird häufiger in die schwierigen Routen geschickt werden und man wird von ihm verlangen, regelmäßig Manndeckung zu schlagen. Da bleibt aufgrund seiner vergleichsweise eher geringen Körpergröße die Frage, wie hoch seine Leistungsdecke („Ceiling“) sein kann.

Auf alle Fälle ist er ein spannender Spieler, der richtungsweisend für kommende Receiver-Generation sein kann.

Die Hünen

Größe, Geschwindigkeit und Präzision sind die drei primären Eigenschaften. Beginnen wir mit den Hünen, den Receiver-Anwärtern über 1.90m. Der weiße WR Mike Evans von der Texas A&M University ist mit seinen 1.96m und 102kg der am höchsten eingestufte dieser großen Ballfänger. Evans wird wegen seiner Hautfarbe gerne unterschätzt, aber er ist schon ein sehr guter Athlet. Evans kennt eine Menge vertikaler Routen (tiefes Spiel), aber ist noch eher ungeschliffen auf den kurzen Dingern.

Evans ist ein guter Springer, der in Kombination mit seiner Körpergröße auch sehr, sehr hoch eingespielt werden kann. Er ist schnell, aber kein Weltklassesprinter (4.53sek über 40yds). Er ist nicht so physisch wie Watkins im Zweikampf, aber ein sehr, sehr guter Vorblocker. Problematisch an Evans ist sein hitziges Gemüt, das in nur zwei Jahren am College mehrfach zu Schubserein und dummen Penaltys führte – etwas, was man in der NFL hasst wie die Pest. Evans ist in Summe aber vermutlich nach Watkins der zweite Receiver, der gedraftet werden wird.

Auch Kelvin Benjamin, der BCS-Matchwinner der Florida State Seminoles, definiert sich vor allem über seine 1.95m und für seine schlaksige Statur überraschen mich seine 110kg Kampfgewicht doch etwas. Benjamin ist vielleicht noch quicker als Evans, noch dynamischer, aber er war am College auch viel volatiler, hatte neben seinen lichten Momenten auch immer wieder ganze Spielabschnitte, in denen er abtauchte. Benjamin hat noch kein ganzes, konstant gutes Jahr als Footballer vorzuweisen und das wird ihn eher runterziehen in die zweite Runde. Aber klar: Groß, kampfstark – das ist eine wichtige Voraussetzung um NFL-Manndeckungen zu schlagen, und die hat Benjamin.

Ein ganz heißer Name in den letzten Wochen war der von Cody Latimer, ein bis dato nahezu unbekannter Mann. Latimer ist ein groß gewachsener, enorm kräftiger Spielertyp, aber er spielte bei den Indiana Hoosiers, die kaum nationale Presse im Football kriegen, und er war bei der Combine verletzt. Er versuchte sich dann noch immer noch 100%ig fit an seinem Pro-Day und fuhr sensationelle Werte ein.

Latimer ist ein Spieler, der erst fünf Jahre Footballerfahrung hat. Er ist noch ein sehr ungeschliffener Routenläufer und vertraut bisweilen zu stark auf seine Sprungkraft und seine Power um der Deckung des Cornerbacks zu entkommen. Er begeht noch technische Fehler wie Tippelschritte, die ihm ein hartnäckiger Positionscoach erst ausmerzen muss. Auf das Habenseite stehen bei Latimer aber neben seinen körperlichen Grundvoraussetzungen auf phänomenale Fähigkeiten als Blocker. Latimer könnte in der ersten Runde gehen. Er wird kein extrem hoher Pick sein, weil er dafür noch zu viele technische Mängel hat, aber zwischen 25 und 45 könnte er tatsächlich einberufen werden.

Devonte Adams von Fresno State ist auch so ein Typ für die mittleren Runden, kein wirklich pfeilschneller Mann, aber einer mit extrem sicheren Fanghänden. Adams ist dann am besten, wenn er den Ball in den Händen hat. Er ist ein exzellentes Prospect für eine Offense, die gerne mit kürzeren Pässen und Bubble-Screens operiert, denn dann kann Adams im Lauf nach dem Catch seinen Körper einsetzen.

Allen Robinson von Penn State gilt als noch geschmeidiger im Vergleich zu Adams. Robinson ist ein Spezialist für die ganz spektakulären Plays, hat ein extrem eindrucksvolles Highlight-Tape vorzuweisen. Cosell betonte mehrfach, dass er Robinson für einen Spieler mit viel Upside hält.

Martavius Bryant ist der Teamkollege von Sammy Watkins bei Clemson, mit 1.94m und 215 Pfund eine furchteinflößende Gestalt. Bryant gilt als noch sehr ungeschliffen in seiner Technik und als etwas grobmotorisch in seinen Bewegungen, aber er ist schnell und deshalb für risikofreudige Trainerstäbe sicher einen mittleren Draftpick wert.

Mississippis Donte Moncrief ist unter 1.90m, aber sprungstark und von seiner Spielanlage ein intelligenter Mann, von dem ein Greg Cosell immer wieder schwärmte.

Jordan Matthews von Vanderbilt ist ein sehr bekannter Name, weil er in der SEC spielte und Vanderbilt in den letzten Jahren viel und gute Presse bekam. Matthews hat eine hohe Zahl an Catches über die letzten Jahre vorzuzeigen, aber bei genauem Hinsehen kamen diese überwiegend durch kurzes Screenpass-Spiel zustande. Manndeckung bekam Matthews selten gut; er wurde gar von drittklassigen Cornerbacks pulverisiert. Einige sehen in ihm wegen seiner einsneunzig trotzdem guten Value als Draftpick, aber man muss bei solchen Spielern durchaus vorsichtig sein.

Ein Kevin Norwood von den Alabama Crimson Tide bewies immer wieder sagenhafte Sprungkraft und sehr sichere Hände, aber er ist vielleicht den Tick zu langsam. Cosell wunderte sich oft, weswegen Norwood kaum Presse kriegt. Norwood sei ein smarter Spieler, der in der NFL ein langes Leben als Slot-Bolzen á la Boldin führen könne.

Brandon Coleman von Rutgers ist mit 1.98m vermutlich der größte der 2014er-WRs im Draft. Coleman ist aber nach einem sehr schwachen Herbst 2013 mittlerweile in der Gunst der Scouts unten durch. Er gilt maximal als Pick für die späten Runden.

Die Sprinter

Wer nicht um die 1.90m ist und trotzdem NFL-Receiver spielen will, der sollte lieber mal flott auf den Füßen sein. Brandin Cooks ist dieses Jahr vielleicht das Paradebeispiel für den kleinen Receiver mit Sprinterqualitäten, der es in die hohen Runden des NFL-Drafts schaffen kann. Cooks kommt von den Oregon State Beavers und definiert sich in erster Linie über seine Geschwindigkeit. Cooks ist aber trotz seiner nur 1.76m ein harter Knochen. Er hat keine Scheu, im Gewühl schwierige Bälle zu fangen. Am College spielte er eher mit Schrotflinten denn Präzisionsgewehren auf Quarterback, und entsprechend viel Beweismaterial gibt es für Cooks‘ Fähigkeit, sich an Eierwürfe aller Art anzupassen.

In der Combine lief Cooks eine 4.33sek über 40yds, was zu den besten Zeiten gehört. Seine Trumpfkarte ist das Geradeaus-Laufen nach einem schnellen Move an der Line-of-Scrimmage. Damit kann er Defenses im Optimalfall auseinander ziehen. Wenn ein Team glaubt, hier eine Art neuen DeSean Jackson heranziehen zu können, wird Cooks in der ersten Runde gedraftet werden. Im schlimmsten Fall wird er gut genug sein um im Slot zu operieren und einige Puntreturns gefährlich zurückzutragen.

Auch Colorados Paul Richardson ist so ein Knabe, der am liebsten geradeaus läuft. Von Richardson gibt es hinreichend Beweise, dass seine sehr gute Combine-Zeit (4.40sek) auch im laufenden Spiel zu spüren ist. Er ist ein typisches deep threat, kann Cornerbacks aber auch an der Line-of-Scrimmage verarschen um frei zu werden. Sein bestes Verkaufsargument ist dietiefe Wheel-Route, wo der Receiver im Slot aufgestellt erst ca. 45° nach außen oder innen läuft und nach einigen Metern vertikal abbiegt und geradeaus gen EndZone läuft. Hier rauscht Richardson allen davon.

Was Richardson nicht kann, ist horizontale Tänze aufzuführen und fünf Leute aussteigen zu lassen. Er gehört zur Sorte der Spieler, die gerne mal ihre Fokus verlieren und scheinbar einfache Bälle durch die Hände gleiten lassen. Auf der anderen Seite zaubert Richardson dir in lichten Momenten sensationelle Catches für die Wochenshow aufs Feld. In Summe dürfte Richardson in dieser guten Receiver-Draftklasse eher später als früher gedraftet werden. Typ vierte Runde.

Ein Jalen Saunders von Oklahoma wiegt nur ganze 77kg, was für Footballerverhältnisse Fliegengewichtsklasse ist. Saunders ist so klein, dass er nur im Slot operieren kann, weil die Outside-CBs für ihn zu groß gewachsen sind. Das ist ein Manko. Dafür ist Saunders so beweglich, dass er auf kurzen Distanzen im Slot allen durchfluscht. Serviere ihm den Ball auf einer kurzen Route und Saunders wird dir mit exzellenten Yards nach dem Catch danken. Ist im schlimmsten Fall ein brauchbarer Puntreturner.

Ein Bruce Ellington von South Carolina ist mit 1.75m und keinen 90kg eher wie ein schmächtiger Runningback denn ein Wide Receiver gebaut. Ellington ist ein wuseliger Slot-Receiver mit hoher Motivation als Vorblocker. Er wurde am College sogar als Tight End aufgestellt, was bei einem Zwerg seiner Güte bizarr aussieht. In der NFL wird er vermutlich nur im Slot spielen. Ellington ist ein vielseitig begabter Sportler, spielt auch Basketball (als 1.75er!) und dürfte als recht guter Werfer auch eine Option für Trickspielzüge in der NFL sein.

Wyomings Robert Herron ist für seine nur 1.77m Körpergröße ein richtiges Bröckerl. Herron ist ein Klassesprinter und sehr beweglich auf engstem Raum. Er hat viel Erfahrung in Spread-Offenses und gilt nicht als Spieler, der aufgibt, wenn mal ein Ball nicht optimal geworfen ist. Herron wird in diesen Fällen kämpfen, aus einer fast sicheren Incompletion doch noch einen Catch zu machen. Seine Schwäche ist eindeutig sein Start, der zu langsam kommt. Er hat zudem schon eine Geschichte mit Gehirnerschütterungen und wird deswegen eher nicht vor dem dritten Tag, sprich ab vierte Runde, gedraftet werden.

Tevin Reese von Baylor war in der Spread-Offense von Baylor eine Superwaffe. Er kann vertikale Routen laufen, aber für die NFL wohl ohne viele Zusatzschichten erstmal nicht mehr. Reese ist auch so ein Spielertyp, dem einige eine DeSean-Jackson Rolle zutrauen, aber die meisten sehen ihn eher als Entwicklungsspieler für die späten Runden.

Jeff Janis kommt von einem abartig kleinen College: Saginaw Valley State. Janis hat körperlich prächtige Voraussetzungen, aber die Tapes aus den unteren Ebenen des College-Football sind praktisch wertlos. Bei ihm stützt man sich auf eine sehr gute Performance in der Senior Bowl, wo er sich empfehlen konnte. Es ist immer schwierig, Spieler von so kleinen Unis für den Draft einzuschätzen, aber Janis trauen einige zu, dass er vor der siebten Runde gedraftet wird.

Und, gestern hatten wir ihn schon bei den Runningbacks: Dri Archer von Kent State. Archer wird vermutlich eine Art Zwitterrolle zwischen Back und Receiver geben, aber vielleicht ist er, der College-RB, in der NFL in der Receiver-Rolle sogar besser. Archer ist mit 4.26sek über 40yds ein Mann, der um ein Haar den Combine-Rekord aufgestellt hätte. Er hat einige spektakuläre Moves drauf, die ihn zum Hingucker machen.

Die Possession Receiver

„Possession Receiver“ ist ein oft etwas despektierlich gebrauchter Begriff für Receiver, die gut, aber nicht großartig sind. Denen das gewisse Etwas beim Zuschauen fehlt. Die aber oft als sehr gute zweite Anspielstationen gelten. Cosell taufte diese Kategorie grob die „Präzisionstypen“, die, die das Route-Running besonders präzise erledigen und sich hierüber den Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Marquise Lee - Bild: Neon Tommy

Marquise Lee – Bild: Neon Tommy

Marquise Lee von der University of Southern California gilt als Parade-Receiver dieser Güteklasse. Lee fuhr in der Westcoast-artigen Offense der Trojans teilweise extreme Statistiken ein, die ihm in der Saison 2012 fast die Heisman-Trophy gebracht hätten. Im letzten Herbst ließ er es etwas gemütlicher angehen, wobei auch die Quarterback-Situation instabil genug war, dass keine 2000yds mehr drin waren.

Lee passt eigentlich perfekt in die Überschrift: Er kann nix herausragend, ist aber vielseitig. Er wurde bei USC in allen erdenklichen Positionen eingesetzt und konnte überall überwiegend überzeugen. Seine Bewegungen sind sehr flüssig, er kennt alle Routen. Er ist antrittsschnell und kann Cornerbacks überlaufen. Die Frage ist aber, ob er eine einwandfreie Nummer 1 geben kann oder für immer darauf angewiesen sein wird, dass er zumindest einen richtig starken Mitspieler hat, der die Aufmerksamkeit der Defense auf sich zieht und Lee entlastet.

Lee gilt als relativ sicherer 1st-Rounder. Die beiden LSU-Receiver Odell Beckham und Jarvis Landry sind Wackelkandidaten, die je nach Verlauf in die zweite oder dritte Runde fallen könnten.

Beckham gilt dabei als der richtige Wide-Out, der vor allem außen operiert. Landry ist eher der Typ, der im Slot operiert. Landry ist ein harter Hund, der sich während des Catch-Prozesses nicht von Hits und anderweitigen Fummeleien von Gegenspielern beeindrucken lässt. Er ist körperlich stark und zieht dir den Nerv, wenn er zum dritten Mal im Spiel ein 3rd-Down über die Spielfeldmitte trotz guter Deckung verwertet.

Ein toller Spieler, dem man gerne Erfolg wünscht, ist auch Wisconsins Jared Abbrederis. Abbrederis ist mit 1.85m so mittlere Größe. Er definiert sich vor allem über seine feine Klinge im Route-Running. Er weiß, wie man die verschiedenen Techniken einsetzt um Cornerbacks für die entscheidenden Zehntel in die Irre zu führen. Er versteht alles über seien Routen und wird somit als wertvolle Ergänzung als zweiter oder dritter Mann in einer Pass-Offense wahrgenommen. Damit dürfte Abbrederis spätestens in der dritten Runde vom Tablett sein.

Orange Bowl 2012: #15 Clemson Tigers – #23 West Virginia Mountaineers

Heute Nacht, 4./5.1. um 02h LIVE bei ESPN America
Aufzeichnung am 5.1. um 19h30 bei ESPN America

Ein Spiel mit vielen Storylines. Die erste ist die bekannte Schlammschlacht zwischen den beteiligsten Ligen, deren Champs hier antreten: Die Atlantic Coast Conference (ACC) wird von der Big East Conference beschuldigt, für deren schleichenden Niedergang verantwortlich zu sein. Nachdem die ACC vor einem halben Jahrzehnt Miami, Virginia Tech und Boston College abgeworben hatte, folgen in Kürze (2014) mit Pitt und Syracuse zwei weitere namhafte Universitäten. Bei genauerer Betrachtung eine Loose/Loose-Situation: Die Big East ist mittlerweile verzweifelt genug, um in Bälde bis nach Südkalifornien (!) zu expandieren, während die ACC ihrerseits durch die vielen Additionen nicht wirklich an Strahlkraft gewinnen konnte.

So ist die Orange Bowl auch seit Jahren die BCS-Bowl, an der man aus einem Grund meist vorbeisieht: Hier spielt vertraglich gesichert mit dem Meister der ACC meistens eine Mannschaft, die nicht zur Spitze im College Football gezählt wird. Nachfolgend die eingehenden BCS-Rankings des ACC-Champs der letzten Jahre:

2005/06 Florida State      #22
2006/07 Wake Forest        #14
2007/08 Virginia Tech       #3
2008/09 Virginia Tech      #19
2009/10 Georgia Tech        #9 (nachträglich aberkannt)
2010/11 Virginia Tech      #13

2011/12 hat es mit den Clemson Tigers mal wieder eine echte Überraschungsmannschaft geschafft. Ein Kultteam aus einem Kleinstädtchen in South Carolina, seit Jahren berühmt dafür, sein Potenzial nicht ausschöpfen zu können. Jahrelang scheiterte man an einer lendenlahmen Offense. Die heurige Saison galt dann auch als Prüfstein für den im Sommer nicht mehr unumstrittenen Head Coach Dabo Swinney – und angeführt von einer fantastischen Freshman-Klasse explodierte Clemsons Offense (33.6pts/Spiel), während man über die gesamte Saison eine suspekte Defense mit sich schleifen musste. Das führte dazu, dass man lange Zeit ungeschlagen war, dann doch dem Nervenkostüm und den Verletzungen Tribut zollen musste, am Ende ausgepowert zu sein schien, ehe der dann überraschende Kantersieg über Virginia Tech im ACC-Finale folgte, der das Ticket in die Orange Bowl löste.

Als ausgemachter Superstar im Tiger-Angriff gilt Freshman-WR Sammy Watkins, ein Rastaman mit 77 Catches für 1153yds und 11 TD trotz Verletzungsmisere im November, und dazu ein gefährlicher Mann für Reverse-Spielzüge und Returns – mit Nebenleuten wie WR DeAndre Hopkins (871yds, 4 TD) oder den Running Backs Andre Ellington (1062yds, 10 TD) und Mike Bellamy (Freshman, 6.0yds/Carry) gibt es da plötzlich haufenweise passable Skill Players, die man für das Aufblühen des bereits als ewiges Talent abgestempelten QB Tajh Boyd (3578yds, 31 TD, 10 INT plus 5 Rush-TD) verantwortlich macht.

Clemson trifft nun allerdings auf die West Virginia Mountaineers, ein Gegner, der die 3-3-5 Defense spielt, ein System, das Clemson so noch nicht zu Augen bekommen hat. „3-3-5“, das bedeutet: Eine quicke, sehr viel schwerer ausrechenbare Defense. Blitzes können von allen Seiten einschlagen, Offensive Line und Quarterback müssen mehr Denksport als gewohnt betreiben. Wie wird Boyd darauf reagieren und wird man verstärkt auf Laufspiel setzen?

West Virginia hat als Wackel-Champ der in der Spitze schwach besetzten Big East Conference das Orangebowl-Ticket gelöst. Der Weg dahin war eine Achterbahnfahrt, to say the least. Nach der abgelaufenen Saison 2010/11 wurde dem damaligen HeadCoach Bill „Leave No Doubt“ Stewart vom ambitionierten „GM“ Oliver Luck (Andrews Papa) in Offensivgenie Dana Holgorsen ein übernahmebereiter Assistent untergejubelt. Was der lokalpatriotische Stewart nicht verkraftete. Stewart zettelte eine Verschwörung an, streute via Lokalpresse Gerüchte über eine angebliche Alkoholkrankheit Holgorsens, wurde dann jedoch enttarnt und musste nach einer rührenden Schlammschlacht in der Sommerpause seinen Hut nehmen. Holgorsen übernahm den Laden per sofort, und neben Stewards Ruf war auf Lucks Reputation mächtig angekratzt.

Die Erwartungen an Holgorsen aber waren so exorbitant, dass das „9-3“ mit der knapp eingefahrenen Big East-Krone am Ende als leichte Enttäuschung gewertet wurden (hohe Niederlage gegen LSU trotz deutlich mehr erzielter Yards, hohe Niederlage gegen Underdog Syracuse, knappe Niederlage gegen Louisville). Die Offense ist ein Punktesammler (34.9pts/Spiel) und verlässt sich stark auf den Quarterback Geno Smith (3978yds, 25 TD), der trotz vieler Versuche kaum Turnovers produziert (nur 7 INTs in 483 Passversuchen), wird aber gehandicappt von einem schwachen Laufspiel. Gepaart mit einer unterdurchschnittlichen Defense ergibt sich das Gesamtbild einer guten, aber nicht großartigen Mannschaft, was sich im BCS-Ranking von #23 in etwa widerspiegelt.

Für West Virginia ist es das letzte Spiel als Mitglied der Big East, nachdem man bereits 2012/13 fröhlich mit Oklahoma und Texas Tech in der Big 12 Conference gunslingern wird. Eine Prognose fällt schwer, da beide nicht wirklich die nötige Stabilität ausstrahlen und große Aussetzer in beide Qualitätsrichtungen aufweisen. Clemson wird von Excel mit 1,3 Punkten favorisiert, aber das ist so ein Spiel, in dem mich kein Ergebnis in beide Richtungen überraschen würde. Nur so viel: Es wird etliche Punkte geben.

College Football 2011/12, #8: Clemson Tigers – North Carolina Tar Heels

[21h30] Endstand Clemson Tigers 59, North Carolina Tar Heels 38.

[21h07] Das Spiel ist gegessen. Die Clemson Tigers sind eine recht eigenartige Offense: Gegen starke Defensive Lines eindimensional wie Toastbrot, und mit dem Handicap eines unzuverlässigen (*) Quarterbacks Tajh Boyd.

(*) Jo, die Stats sprechen eine deutliche Sprache pro Boyd. Aber wer so konstant freie Leute so klar verfehlt, der sollte noch mit einem Sternchen versehen werden. Das gute an Boyd: Er vermeidet idiotische Entscheidungen und scrambelt, obwohl athletisch, dosiert und effizient.

Die Offense hat was von Sekundengenie, rhythmisch is datt nicht wirklich. Heute kamen dazu immer gut getimte Turnovers, die man zu Touchdowns returnierte und mit denen man UNC den Zahn zog.

BCS-Fazit: Clemson ist schlagbar, aber man muss imstande sein, schnell Druck auf die Offensive Line ausüben zu können. (Und auf das „Clemson-Syndrom“ hoffen.)

[21h03] Seufz. Nächster Turnover, der sechste. Das Positivste, was man aus Tar-Heels-Sicht da noch sagen kann: Es war 4th down und ohne INT hätte Clemson zwei Yards verbesserte Feldposition bekommen.


[20h51] Ende drittes Viertel.

[20h48] Clemson 59, UNC 24. Meine Fresse, schon wieder ein Return-TD für DE #90 Kourtnei Brown, diesmal ein Fumble. FÜNF Touchdowns in einem Viertel? Das Spiel ist eingetütet, interessant nur noch, inwiefern Clemson noch daran interessiert ist, Punkte zum Beeindrucken der Voter draufzulegen (die BCS schwört hoch und heilig, dass die Punkte-Differenz in ihren Computer-Rankings keinen Einfluss hat).

[20h43] Clemson 52, UNC 24. Ja, Tajh Boyd macht über weite Strecken gute Entscheidungen. Aber die ESPN-Herren unterschlagen, wie unpräzise Boyd über weite Strecken selbst mit Minuten Zeit zum Ausgucken wirft, weit offene Receivers klar verfehlt. Von „throws deep ball well“, Mr Spielman, kann nur mit Sternchen gesprochen werden. Trotzdem hat Boyd jetzt 27/46 für 368yds, 5 TD und 0 INT.

[20h29] Clemson 45, UNC 24. Spektakel. Vierter Touchdown in elf „realen“ Minuten. 3rd and 18, Boyd geht tief und diesmal ist WR #2 Sammy Watkins offen UND wird präzise angespielt. Watkins mit einem 42yds TD-Catch. Im Heisman-Rennen wird man zugehört haben.

[20h25] Clemson 38, UNC 24. Irgendwas von Sargnägel gelesen? UNCs Catanzaro Thorpe returniert direkt nach seinem Fumble den nächsten Kick in die EndZone. Das nenne ich eine Antwort.

[20h20] Clemson 38, UNC 17. Clemson kann sich schön langsam die Sargnägel zurecht legen. Fumble beim Kickreturn, nach drei Plays vollendet.

[20h17] Clemson 31, UNC 17. Diesmal gelingt zur Abwechslung mal ein tiefer Ball, weil WR #6 Hopkins heute alles fängt. QB Boyd vollendet höchstpersönlich per Sneak. Aber das Spiel zieht sich extrem in die Länge, wird gewiss nicht vor 21h30 fertig.


[19h40] Halbzeit Clemson Tigers 24, UNC Tar Heels 17.

Hoch interessantes Spiel im zweiten Viertel, weil UNC ein wunderbares Schachspiel gegen Clemsons Offense spielt und mit allen Mitteln versucht, die richtigen Züge zu machen, um den Angriff einzubremsen: Mal werden sechs Leute angezeigt und geschickt, im nächsten Spielzug werden sechs Leute angezeigt und drei rücken in die Deckung ab.

Resultat: Clemson ist häufig übermannt an der Line of Scrimmage, muss praktisch ohne Laufspiel auskommen. Trotzdem kriegt QB Tajh Boyd immer wieder weit offene Wide Receivers downfield. Allein, Boyd erweist sich als außerordentlich unpräziser Werfer, hat minimum 5-6 Mal offene Leute verfehlt und 1-2 INTs riskiert.

North Carolina seinerseits ist recht unvorsichtig in der Offense, aber weniger vom Gegner forciert, mehr aus eigener Schlampigkeit: 1 INT wäre leicht zu verhindern gewesen, dazu zwei eigenverschuldete Fumbles (einer verloren). Positiv für UNC: Trotz -3 Turnovers nur 7 Punkte Rückstand.

[19h28] Clemson 24, UNC 17. Das Spiel bekommt immer mehr „Clemson-Gen“, sprich: Wird spektakulärer. Auch North Carolina bringt nun plötzlich aus dem Nichts einen 58yds-Ball auf WR #87 Boyd zustande, just in dem Moment, in dem Co-Kommentator Chris Spielberg die hellblaue Offense als „träge“ und „not built for scoring fast“ abgekanzelt hatte.

[19h22] Clemson 24, UNC 10. DE #90 Kourtnei Brown (hatten wir nicht mal einen „Courtney Brown“ in der NFL?) mit einer artistischen INT bei einem Swingpass-Versuch der Tar Heels, plus 20yds-TD Return. QB Bryn Renner holt heute alles an Turnovers nach, was er seit Wochen vermieden hat.

[19h10] Clemson 17, UNC 10. Mir gefällt überhaupt nicht, was UNC in der Coverage veranstaltet. Da wird viel zu viel Platz gelassen, was Clemson auszunutzen weiß: Der von vielen als hoher Draftpick gesehene TE #83 Allen wird als Ablenkungsmanöver auf die Safetys abgestellt, während die Wide Receiver alles fangen, was bei drei nicht auf den Baum gekraxelt ist. Beim TD  ein typischer tiefer Ball rechts raus auf WR #1 Martavis Bryant.


[18h47] Ende erstes Viertel.

Ich rieche heute noch die eine oder andere 300yds-Performance eines Quarterbacks. Beide Offenses kommen nun besser in Schwung. UNCs QB Renner lässt sich vom vierköpfigen Passrush Clemsons nicht beeindrucken, Clemsons QB Boyd findet gegen seichte Deckung nun immer häufiger seine Anspielstation. Dagegen ist Laufspiel trotz einiger kreativer Spielzüge bei Clemson derzeit abgewürgt.

[18h45] Clemson 10, UNC 7. Clemson arbeitet im Passspiel fast ausschließlich an beiden Seitenlinien, fast immer sind entweder #6 DeAndre Hopkins oder #2 Sammy Watkins auf die eine oder andere Weise im PlayDesign involviert. UNC reagiert in der Secondary wenig aggressiv.

[18h23] Clemson 3, UNC 7. Das ging schnell: Zwei Spielzüge plus eine grenzwertige Personal-Foul-Strafe und UNC ist in der Endzone. Beim Touchdown kann QB Renner schnurstraks über die Mitte werfen, WR Jeremy Boyd ist für den Safety kein Gegner und macht den TD. Sah ein bisschen schläfrig im Defensive Backfield aus.

[18h11] Clemson 3, UNC 0. Es deutet sich bereits an, dass UNCs Defense extrem aggressiv darauf abzielt, das Laufspiel zu stoppen. Mal schauen, inwiefern Clemsons dies langfristig mit Play-Action für sich nutzen wird.

[18h05] UNCs QB Renner übersieht die Zonendeckung, wirft einen soften Ball in die Secondary und S #5 Meeks springt dazwischen. INT im dritten Spielzug.

[17h44] Guten Abend. Heute nach langer Zeit mal wieder eine Live-Abend im College Football, beginnend mit der ACC Clemson – UNC, später dann die SEC mit LSU – Auburn.