Lead Blogger

Guten Morgen.

Wer auf Twitter in „unserer“ Blase unterwegs ist, hat es in den letzten Tagen bestimmt schon mitbekommen: Es gibt da ein neues Gemeinschaftsprojekt von deutschen Bloggern und Podcastern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den US-Football in allen möglichen Perspektiven zu durchleuchten und damit einem möglichst breiten Publikum näherzubringen als „Tom Brady ist der geilste Modelaufreißer und QB aller Zeiten“ oder „Du musst den Lauf etablieren um Offense zu spielen“. Weiterlesen

In eigener Sache: Wie kam es zum Blog-Motto?

Q&A-Spielchen auf dem Blog usamerika.de diese Woche mit ein paar an mich gerichtete Fragen zum Sideline-Reporter Blog. Nachzulesen hier:

Es geht unter anderem um die Befindlichkeiten in der Offseason, meinen Einstieg zum Football und um die Frage, warum Oliver Kahn auf der Startseite prangert.

Morgen geht es dann hier weiter mit der Sezierstunde über die San Francisco 49ers.

Die sechste Kerze brennt

Sechster Blog-Geburtstag. Mach‘ Du das mal und mach‘ das ruhig ein bißchen persönlich, hat korsakoff geschrieben an einem Novembersonntag. Ein Footballsonntag, natürlich. Wer genügend Bildschirme hat, kann an einem Sonntagabend 2016 drei Bildschirme füllen: ein Spiel über den Gamepass, die Redzone über DAZN und das Topspiel über Pro7Maxx/ran.de oder PULS4. Football scheint recht beliebt zu sein bei den Leuten. Wo kommen diese Leute her? Ein Beispiel. Weiterlesen

Mahlzeit.

Ende Juli und damit die Feststellung, dass die US-Footballsaison näher rückt. So banal wie sie klingt, ist diese Feststellung für mich dieser Tage gar nicht. Denn der Football 2016 ist für mich in diesem Moment noch sehr fern.

Wie weit ich vom Football weg war, merkte ich vor einer Woche, als ich beim Überfliegen von Sommercamps zufällig auf die „News“ der Entlassung von Baylor-Coach Art Briles stieß. Briles war am 26ten Mai wegen der Ignoranz von Sexskandalen an der Baylor University trotz all seiner sportlichen Erfolge gefeuert worden. Keine Chance, dass solche Nachrichten früher länger als zwei Tage an mir vorbeigegangen wären. Bei Briles dauerte es zwei Monate.

So weit war ich weg vom Thema.

Die Distanz hat auch gut getan. Weiterlesen

Der Jahresbericht 2015

Die Elfen von WordPress haben wie jedes Jahr einen Jahresreport zusammengestellt. Die Zusammenfassung sei hier veröffentlicht. Wer es genauer wissen will, ist eingeladen, den Link unten anzuklicken.

Wordpress Jahresbericht

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 660.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 28 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

2015 war ein schwieriges Jahr. Ich hatte bis Weihnachten lange keinen freien Tag mehr. 2016 wird noch schwieriger. Ab morgen bin ich nicht mehr bloß Arbeitnehmer. Ab morgen bin ich auch Arbeitgeber. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Prost Neujahr, auf dass nächstes Jahr hier jeder wieder in brauchbarem Zustand vorbeischaut. Damit wir in 28 Jahren den Louvre gefüllt haben. Oder etwas früher.

Der Jahresbericht 2014

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt. Ich veröffentliche mal die Zusammenfassung. Wer mehr erfahren will, kann gerne auf den Link unten klicken, wobei die Zahlen ein paar Tage alt sind und die Lovre-Rechnung… nicht ganz stimmen kann.

Hier ist ein Auszug:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 620.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 26 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Prost Neujahr und passt auch euch auf. Ich möchte morgen hier jeden einzelnen wieder in angemessenem Zustand begrüßen können.

Die vierte Kerze brennt

Es gibt Leser, die wissen wollten, welchen Mannschaften ich im American Football die Daumen drücke, wenn es nicht um die erklärte Lieblingsmannschaft Detroit Lions geht. Das ist eine Frage, die dazu einlädt, mein generelles Verhältnis zum amerikanischen Football, ja vielleicht darüber hinaus zum US-Sport, einzuordnen.

US-Sport war für mich immer eine etwas freakige neue Welt, in die einzutauchen spannend war – schon allein deshalb, weil er so lange nur über Liveübertragungen in finsterster Nacht erreichbar war, und weil er für mich lange Zeit mehr mit den liebevoll aufbereiteten Übertragungen im österreichischen Fernsehen assoziiert wurde als mit einer bestimmten Mannschaft oder einem bestimmten Spieler.

Fußball ist das, womit man aufgewachsen ist. Es ist der Sport, den man selbst betrieben hat. Es ist der Sport, an dem man sich reiben kann. Der US-Sport ist bis heute das Fremde geblieben, bei dem es mir noch immer nicht leicht fällt, klare Identifikationspunkte auf Spieler- und Mannschafsseite zu finden. Mit „klar“ meine ich eine annähernde Verbundenheit wie es mit einer deutschen Fußballnationalmannschaft oder einer irischen Rugbymannschaft oder einfach nur dem nächstbesten Dorfverein der Fall ist.

Mit fällt es leichter, Emotion für ein College aufzubringen als für einen Proficlub. Mir fällt es auch leichter, Emotion aufzubringen für ein Team als für ein Individuum. Diese Eindrücke mögen sich im Football dadurch verstärken, dass die Spieler selbst gesichtslose Krieger sind, versteckt hinter Helmen mit Stahlgittern, und die Coaches sauer dreinschauende vermummte alte Säcke sind, die an der Seitenlinie in ihren Headsets in einer eigenen Welt leben.

Für die Detroit Lions konnte ich schon immer Sympathien aufbringen. Detroit ist eine verfallende Stadt. Die Bilder eines Hasenhaken schlagenden Barry Sanders haben die Neugier einst nur größer gemacht. Über allem steht die Misere, die diese Mannschaft begleitet. Diese Erfolgslosigkeit. Ich hoffte so lange, dass diese Franchise die Kurve kratzt. Ich hoffe bis heute.

Quasi mein „1b-Team“ sind die New England Patriots, aber es ist weniger eine Liebe als mehr die Anerkennung für eine so lange so konstant erfolgreiche Führung, die auf alles scheißt was in der sozialistischen NFL den anderen Probleme bereitet: Abwerben von Coaches, Spielerabgänge, Verletzungen, Rivalitäten. Bill Belichick ist der beste Manager im American Football. Er hat es geschafft, die Wetten zu schlagen. Wird Zeit, dass er mal wieder den ganz großen Wurf macht.

Dann gibt es die ewigen Underdogs, bei denen ich nur darauf warte, dass sie mal den Durchbruch schaffen um auf den Bandwagon aufzuspringen. Die Buffalo Bills oder die Minnesota Vikings sind hier zuallererst zu nennen, zwei kleine Teams aus kleinen Märkten, beide mit je vier Superbowl-Qualifikationen ohne die Lombardi Trophy jemals gewonnen zu haben.

Oder die beiden Lokalrivalen aus Ohio, Cincinnati Bengals und Cleveland Browns: Zwei geschichtsträchtige Mannschaften, die so viele Versuche unternommen haben an den Glanz der alten Zeiten anzuschließen, dass es immer wieder erstaunlich und herzzerreißend ist, wie es immer wieder schief gehen kann weil entweder die Mannschaften aufgelöst werden oder sich die Franchise-Quarterbacks alle Bänder zerfetzen.

Dann gibt es die klassischen black’n’blue-Mannschaften, die zu jeder Sportliga der Welt gehören und die es als Konstanten und Beweis der langen Geschichte einfach braucht. Teams wie Pittsburgh, Green Bay, Chicago oder Philadelphia sind zumindest nie welche, gegen die ich die Daumen drücken würde.

Die NFL ist für mich auch eine Liga, in der es mir leicht fällt, periodisch für das eine oder andere Jahr diversen Clubs die Daumen zu drücken, weil geile Spielweise, mutige Coaches, interessante Spielertypen oder einfach Pechvögel hoch drei. Die Carolina Panthers habe ich immer mal wieder unterstützt – einst, weil sie mit der besten Defensive Line und diesem Jake Delhomme die Superbowl gestürmt haben wie nie zuvor ein Außenseiter die Superbowl gestürmt hat, dann, weil sie mit dem weltabgewandtesten aller Coaches, Ron Rivera, begannen die Zahlen zu nutzen.

Die Jacksonville Jaguars unter David Garrard. Die Tampa Bay Buccaneers mit Josh Freeman. Die Tennessee Titans unter Steve McNair. Die Arizona Cardinals unter Kurt Warner. Die New Orleans Saints in den ersten Jahren unter Brees. Sie alle sind Mannschaften, denen ich intensiv die Daumen gedrückt habe, für deren Franchises ich mich darüber hinaus jedoch nur selten erwärmen konnte.


Sideline Reporter wird heute vier Jahre alt. Wurde Zeit, dass diese Hackordnung mal geklärt wurde. Sideline Reporter befindet sich gerade in einer etwas schwierigen Phase, da die Arbeit mal wieder überhandnimmt. Das führte am Donnerstag sogar dazu, dass doch grad das allererste Mal in der vierjährigen Existenz dieses Blogs eine Spieltags-Vorschau komplett ausgefallen ist.

Dass das nicht einreißt, dafür bürgen meine Zappelfinger. Dass die Prioritäten in den letzten Monaten aber verschoben werden mussten, sieht man auch an der obligatorischen Statistik, die ich jetzt nachfolgend aktualisiert hochlade – so wenige Blogeinträge hatte das Sideline Reporter Blog im Lauf von 365 Tagen noch nie.

Blogstatistik, Jahr 4

Blogstatistik, Jahr 4

Schauen wir was die Zukunft bringt.

Sideline Reporter zu Gast in der Doppelstunde

Ankündigung: Heute von 20h – 22h geht es in der „Doppelstunde“ beim Online-Radio Detektor.fm um American Football. Unter anderem wird es in einer knapp zehnminütigen Rubrik Sportmedium der Woche um das Sideline Reporter Blog gehen, wo ich Frage und Antwort stehe.

Es geht grob um folgende Themen: Was ist die Motivation hinter dem Bloggen über ein Freakthema wie Football? Wie interpretiert man Statistiken im Sport? Was ist die Idee hinter dem Power-Ranking in der hiesigen Auslegung?

Sideline Reporter vergibt die NFL-Awards 2013/14

Wie es in den letzten Jahren zur Tradition geworden ist, küren die Blogautoren von Sideline Reporter am Saisonende ihre Highlights der Saison. Wer waren sie, die besten Geschichten, größten Überraschungen, schwersten Enttäuschungen, besten Spieler, Spiele und Kommentatoren der Saison?

Story des Jahres

korsakoffRon Rivera. Die Schiedsrichter bzw. das NFL-Regelwerk gäben ein gutes Ziel ab, aber bleiben wir mal dort, wo es die Protagonisten um die es bei uns am direktesten geht. 2013 war nicht notgedrungen ein Jahr der vielen „aggressiven“ 4th-Down Entscheidungen, wie man vielleicht meinen möchte. Aber es war ein Jahr, in dem es in vielen bekannten Spielen auffällig viele rational gute Coaching-Entscheidungen gab. Und noch einmal, bevor wir es wirklich zum Vergasen gehört haben: Ron Rivera machte die extremste Transformation durch. Von der schlimmsten 4th-Down Gurke zum 4th-Down Master. Ich glaube nicht, dass Riverboat Ron das Mathletics-Konzept zum Letzten kapiert hat oder es ausgereizt hat, aber es war ein Anfang. Ein Anfang vom unwahrscheinlichsten Mitglied aus der Trainergilde. Honorable mentions: Referees, Mobbing in Miami, Tebow.

HerrmannRiverboat Ron. Es waren hauptsächlich semi-große Stories, die immer mal wieder so zwei, drei Wochen durch die Liga gingen: Aaron Hernandez im Knast, Richie Incognito v Jonathan Martin, Andy Reid und die Chiefs from worst to first, jetzt wieder dieser Thug-Quatsch gegen Richard Sherman – alles nicht besonders erinnerungswürdig. Darum nehme ich die Verwandlung von Ron Rivera zu Riverboat Ron.
Woche 2 in Buffalo: Rivera läßt mit 3-Punkt-Führung 90 Sekunden vor Schluß einen 4th&Fingernagel nicht ausspielen, sondern das kurze FG kicken, woraufhin natürlich Buffalo das Spiel mit einem TD gewinnt. Das übliche Geschrei der Fans und Nerds setzt wieder ein; Rivera ist die Personifikation all dessen, was Coaches in der NFL falsch machen. Sei es aus Dickköfpigkeit, Angst, weil sie gedanklich noch in den 80er Jahren leben oder warum auch immer.
In Woche 3 dann spielt Carolina – die Legende meint sogar, daß es aus Versehen war – im ersten Viertel einen vierten Versuch kurz vor der goal line aus: TD. Panthers gewinnen 38-0. In den nächsten Wochen wird Rivera dann immer aggressiver, pundits und Fans feiern ihn, er bekommt den Spitznamen Riverboat Ron und die Panthers gewinnen! Auch die knappen Spiele und auch die NFC South vor den Saints. Damit haben sie ein Heimspiel in den Divisional Playoffs gegen San Francisco. Dort verlieren die Cardiac Cats unter anderem, weil Cam Newton bei 4th&goal von der 1-yard-Linie gestoppt wird.

SeminoleReferees. Oder die NFL-Regelbücher. Wie man es dreht und wendet, früher oder später wird sich die NFL wohl eine neue Strategie überlegen müssen um das Problem zu lösen, denn es wird nicht kleiner. Dieser Sport ist einfach zu kompliziert um ihn mit den derzeitigen Mitteln zu kontrollieren. Nie hatte man den Eindruck, dass sich die Profi-Crews so schwer taten. Jetzt erwartet uns im Super Bowl ein Referee, der die Seahawks schon einmal im Super Bowl verpfiffen hat.

Überraschung des Jahres

korsakoffSan Diego Chargers. Ich hatte das schon diskutiert: Mike McCoy hat einen superben Job gemacht und aus einer Mannschaft, die ich potenziell in Nähe des Top-Picks gesehen hatte (wäre da kein Philip Rivers), einen legitimen Playoff-Teilnehmer gemacht – trotz einer horrenden Defense. Honorable mentions: Cardinals, Colts.

HerrmannPhiladelphia Eagles. Chip Kellys Eagles nahmen in Woche 1 die NFL im Sturm. Das war die, äh, krasseste (weil mit kein besseres Wort einfällt) erste Halbzeit einer Offense, die ich in der NFL gesehen habe. Den Level konnten sie natürlich nicht halten, aber sie haben sich als Top-10-Offense etabliert.
Daß Kelly dies bereits in seiner ersten Saison gelang, ist eine riesige Leistung. Daß er aus Nick Foles 28 TDs bei nur 2 INTs rauskitzeln konnte auch – wobei man natürlich jetzt schon Foles´ Bild in den Wikipediaeintrag „regression to the mean“ einfügen kann. Im Angriff paßt alles so wunderbar zusammen. Man sieht daran auch, daß Kelly wie ein richtig guter Coach nicht „sein Konzept“ nimmt und die vorhandenen Spieler da irgendwie reinpressen will, sondern sein Konzept an die Spieler anpaßt. Wenn nächste Saison die Defense auch endlich so zusammenpaßt, ist das ein regelmäßiger playoff contender für viele Jahre.

SeminoleChargers. Im Sommer hatte ich schon vergessen, dass es eine NFL Franchise Chargers gibt, aber sie haben toll und beeindruckend gespielt und viele neue Freunde gewonnen.

Enttäuschung des Jahres

korsakoffBuccaneers. Vom Superbowl-Aspiranten (zumindest meiner Meinung nach) zum Rohrkrepierer. Andere Franchises wie Houston hatten unglücklichere Dinge gegen sich laufen, aber die Probleme bei den Buccs waren größtenteils hausgemacht. Jetzt kommt ein neuer Coach in Lovie Smith, und Tampa wird nächste Saison wieder mit Titel-Hoffnungen konfrontiert sein. Honorables: Texans.

HerrmannDer Rest der NFC East. Was für ein jämmerlicher Haufen und kaum Aussicht auf Besserung. Die Cowboys haben mal wieder mit einer sehr talentierten Mannschaft eine Saison weggeworfen und schmoren jetzt dank Jerry Jones in der Salary-Cap-Hölle. Den Redskins fehlt nicht nur wie den Cowboys Tiefe auf allen Position, sondern auch echte Top-Talente neben Trent Williams und Pierre Garcon. Die Giants stehen noch am besten da, bauen aber die Offense radikal um. Das erste Mal in seiner Karriere ist nicht Kevin Gilbride Elis Coach und Hakeem Nicks wird er wahrscheinlich auch nicht mehr haben.

SeminoleHouston Texans. Alle glaubten hier einen Super Bowl Champion in spe vor sich zu haben. Geworden ist es der Top Draftpick in spe. Mehr muss man nicht sagen.

Offensivspieler des Jahres

korsakoffPeyton Manning. Über dieses Thema habe ich gestern alles geschrieben, was ich sagen wollte. Honorables: Philip Rivers.

HerrmannPeyton Manning. Ja, langweilig. Ich habe auch krampfhaft versucht, Manning hier rauszuhalten. Man findet auch ganz gute Argumente: gefühlt 40 seiner TDs warf er gegen die Raiders und die Kindergarten-Defenses der Eagles und Cowboys. Den Yards-Rekord hat er nur, weil die Broncos auch bei großen Führungen noch geworfen haben, statt zu laufen. Mit so vielen erstklassigen WRs hätte das auch…
Aber am Ende war eben tatsächlich niemand besser. Besonders beeindruckend war, wie er sein Spiel seinem alten runtergewirtschafteten Körper angepaßt hat; seine Offense ist jetzt viel komplexer als früher.
Honorable mentions aus der Nicht-QB-Kategorie: Bengals Tackle/Guard Andrew Whitworth; die Left Tackles der Eagles und Redskins, Jason Peters und Trent Williams; Steelers WR Antonio Brown; 49ers TE „Deep“ Davis; Chicagos new monsters of the midway Alshon Jeffrey & Brandon Marshall.

SeminolePeyton Manning. Bedarf keiner weiteren Erklärung.

Defensivspieler des Jahres

korsakoff – J.J. Watt. Eine schwierige Wahl. Watt ist gemeinsam mit Von Miller der beste Abwehrspieler der Liga, aber sein Einfluss wurde dieses Jahr von der rundherum aus verschiedenen Gründen kollabierenden Mannschaft limitiert. Auf der anderen Seite blieben die Texans trotz teilweise absurder Offense im Spiel und verpassten es schlicht, die knappen Spiele in knappe Siege umzumünzen. Du musst im Prinzip nur Watt zuschauen: Er ist fantastisch. Er ist der beste, auch in einer Seuchensaison. Ich weiß aber auch, dass Watt den offiziellen Preis von AP und NFL nicht gewinnen wird. Honorables: Earl Thomas, McCoy, Sherman, Poe, Houston, Campbell, Kuechly, Bowman.

HerrmannJ.J. Watt. Obszön. Er ist so viel besser als alle anderen Spieler auf dem Feld, daß es einfach obszön ist. Oft wirkt es, als würde die 7b gerade Sportstunde haben und der Lehrer spielt mit, weil er Spaß daran hat, Kinder zu verprügeln und zum Weinen zu bringen. Hauptsächlich wegen Watt hatten die Texans auch dieses Jahr wieder eine Top-10 Defense, die sie in vielen Spielen gehalten hat. Houston hatte unter der Saison eine Serie von sieben Spielen, die sie jeweils mit weniger als einem score Unterschied verloren haben.

SeminoleRobert Mathis. Die meisten Sacks in der NFL. Ohne ihn wäre die Defense der Colts verloren gewesen.

Rookie des Jahres

korsakoffKeenan Allen. Es brauchte das Schlussviertel in Denver nichtmehr, um Allen über alle anderen zu hieven. Er war per Knopfdruck einer der besten Wide Receivers in der Liga, nachdem er sich von der Fußverletzung erholt hatte. Augenweide und hoffentlich kein Aschenputtel für nur ein Jahr. Honorables: Mehr als eine Handvoll sehr guter Rookies.

HerrmannKeenan Allen. Allen gewinnt knapp vor Jets DL Sheldon Richardson. Vor allem, weil für WRs die Umstellung von College auf NFL viel schwieriger ist. In den letzten 20 Jahren gelang es neben ihm nur sieben Rookie-WR, mehr als 1000 Yards zu erfangen. Darunter sind so illustre Namen wie AJ Green, Randy Moss, Anquan Boldin und Joey Galloway. Wenn nächste Saison die vielen verletzten Receivers der Chargers wieder mit an Board sind, sollte es für ihn sogar einfacher werden.

SeminoleEddie Lacy. Ich verstehe die Liebe für Keenan Allen, aber vergesst bitte Eddie Lacy nicht. Ein Ballbouncer, der die Packers in der schweren Zeit ohne Aaron Rodgers mit am Leben hielt.

Coach des Jahres

korsakoffRivera. As explained am Freitag. Es war aber insgesamt ein gutes Jahr für Coaches mit mehreren würdigen Topleistungen. Honorables: Belichick, Carroll, Chip Kelly.

HerrmannBill Belichick. Zwei andere Kandidaten habe ich oben schon angesprochen. Aber was Bellichick dieses Jahr – mal wieder – geleistet hat, ist ganz großer Sport. Alle WRs weg, alle TEs im Lazarett oder Knast, Brady baut weiter ab, Wilfork, Mayo und noch ein Dutzend andere Verteidiger verletzt – und trotzdem führte Belly seine Patriots zum 8. Mal in 12 Jahren (!) ins Championship Game.

SeminoleAntichrist by a landslide.

Kommentatoren des Jahres

korsakoffAl Michaels/Cris Collinsworth von NBC. Ich hatte heuer zum ersten Mal das Gefühl, dass sich Mike Mayock langsam verbraucht. An mehr als einem NFL-Wochenende fiel mir die Diskrepanz zu Collinsworth auf. Michaels war eh nie umstritten. Honorables: Nessler/Mayock vom NFL Network, Tirico/Gruden von ESPN.

HerrmannNBCs Al Michaels & Cris Collinsworth. Al Michaels ist der beste und coolste play-by-play man, den man sich nur wünschen kann. Er findet immer den richtigen Lautstärkepegel, kann mal über vier zusammenhängende Sätze interessante Gedanken ausführen und direkt darauf bei einem big play ausflippen. Collinsworth sieht und erklärt viele taktische Kleinigkeiten, hängt sich aber manchmal zu lange an einer Beobachtung auf und will sie dann bei jedem Spielzug beweisen. Michaels zerrt ihn zum Glück oft genug davon weg. Perfect match, die beiden.

SeminoleNBC-Crew. Sehen eigentlich alle so. Michaels und Collinsworth sind die informativsten von allen. Und die NBC-Übertragungen sind durch die Bank am besten gemacht.

Spiel des Jahres

korsakoff – Das Erlebnis des Jahres war sicherlich das Schneespiel Philadelphia gegen Detroit. Aber rein von der Spiel-Dramaturgie selbst könnte man andere Spiele vorn sehen. Wollen wir ein wichtiges Spiel, kann man das erste Patriots-Broncos Spiel oder die erste AFC-Wildcardpartie Colts vs Chiefs nennen. Will man ein Last-Second Highlight, könnte man Detroit-Dallas mit dem Stafford-Sneak nehmen. Will man aber die extremste Schlussphase, die es in den letzten Jahren in einem NFL-Spiel gegeben hat, muss man auf die Baltimore Ravens und Minnesota Vikings zurückgreifen, die sich im Dezember just am Tag des Blizzards von Philadelphia einen Schlagabtausch der ganz einzigartigen Sorte mit 5 Touchdowns in den letzten 125 Sekunden lieferten. Es war kein wichtiges Spiel. Aber es war vielleicht trotzdem das Spiel der Saison.

HerrmannColts 45, Chiefs 44. Das vermeintlich langweiligste Spiel der Playoffs wurde ein instant classic. Nach einem 28-Punkte-Rückstand zu Beginn des dritten Viertels spielten die Colts wilde Sau: perfekteste Pässe Andrew Lucks mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, der obligatorische strip sack von Robert Mathis und mehr als 200 Yards für T.Y. Hilton bestätigten schließlich auch das Gefühl, daß es eine recht unsichere 28-Punkte-Führung ist, falls es sowas gibt. Bob Sutton ließ seine Verteidigung nur noch mit eingezogenem Schwanz spielen und zu allem Unglück verletzten sich ca. 20 Spieler der Chiefs. Luck feilte weiter an seiner Legende und die Chiefs verpaßten dämlich und unglücklich die Chance auf den ersten Playoffsieg seit 20 Jahren.

SeminoleColts 39, Broncos 33. Kein Zweifel, die Broncos hätten das gewonnen, wäre das Spiel noch ein Viertel länger gewesen. Aber deswegen sind es Viertel und nicht Fünftel. Es war ein tolles und spannendes Spiel, in dem der neue Peyton (Andrew Luck) mit dem alten Peyton (dem echten Peyton) mithalten konnte und ihn nach Ergebnis sogar knapp besiegte.

Der Jahresbericht 2013

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an. Ich veröffentliche mal die Zusammenfassung. Wer mehr erfahren will, kann gerne auf den Link unten klicken.

Hier ist ein Auszug:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 420.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 18 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Prost 2014.