Akademische Viertelstunde, Week 8 | Jede Serie geht zu Ende

Nächstes Kapitel im College-Abschnitt „verrückte Spiele“ mit einem Wunder-Finish in der ACC-Partie zwischen Georgia Tech und Florida State. FSU stellt sich zum finalen Kick auf, und dann passiert das: Weiterlesen

Akademische Viertelstunde 2015, Week 6

Heute mal aus gegebenen Gründen eine Akademische Viertelstunde mit nur wenig SEC, dafür aber mit der Rückkehr des SRS, des Simple Ranking Systems, unserem Lieblings-Instrument beim Quervergleich von Mannschaften im College Football. Weiterlesen

College-Football 2014/15 nach der Chaos-Week

Das Simple Ranking System ist nach fünf bis sechs Spielen noch kein richtig stabiler Gradmesser. Als ungefähre Einordnung der momentanen Team-Stärken im Football eignet es sich aber allemal. Deswegen nach der Chaos-Week das SRS im College-Football. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde, Week 10: Ruhe vor dem Sturm

Kaum Überraschungen am 10ten Spieltag der College-Footbal-Saison. Die vor dem Spiel an #3 gerankten Florida State Seminoles gewannen das meistgehypte Spiel des Wochenendes klar gegen die an #7 gerankten Miami Hurricanes: 41-14 der Endstand. Dabei spielte Miami/FL eine Halbzeit lang sogar sehr ordentlich mit; die Canes minimierten dabei ihre Fehler, und QB Stephen Morris mit zwei schönen TD-Pässen, aber nach der Pause drehten die Seminoles mächtig auf und fuhren über Miami drüber.

Die Adjustments von Jimbo Fisher müssen die bestmöglichen gewesen sein, denn FSU rasierte die Canes nach der Pause und ließ keinen Stich mehr zu. QB Jameis Winston hatte mit 21/29 für 325yds, 1 TD und 2 INTs keinen überragenden Tag, aber bitte: Ein Freshman, der im zweitgrößten Spiel des Jahres über 10yds/Pass fabriziert, den nimmste gerne.

Miami/FL ist sicher nicht die bestbesetzte Mannschaft im College-Football, aber Al Golden hat eine Truppe voller hoch gerateter Highschool-Talente unter seinen Fittichen; gegen FSU sah diese Canes-Mannschaft aber wie Schulbuben aus. Die Noles spielen derzeit in einer anderen Liga: Die Offense Line besteht aus völlig unbekannten Namen, aber sie pulverisierte Miamis hochgejazzte D-Line komplett. Das sind Alabama-Dimensionen bei FSU in der Offense Line.

Für FSU war der Sieg auch wichtig, weil die Uni ihre begehrtesten Highschool-Talente für die Recruiting-Klasse 2014 ins Stadion geladen hatte; die Jungs sahen eine insgesamt absolut dominante Mannschaft, in der eigentlich kein einziger FSU-Akteur (Spieler und Trainer) einen schlechten Eindruck hinterließ.

FSU gehört mit solchen Vorstellungen ins BCS-Finale. Die Noles sind momentan an #2 gerankt, werden aber am Saisonende mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter Oregon und Alabama zurückfallen, sollten diese beiden ungeschlagen durchkommen. Aber ich wage mich glaube ich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich FSU zur bislang beeindruckendsten Mannschaft des Jahres küre.

Miami landete dagegen in etwa dort, wo man die Canes verortet hatte: Eine bis eineinhalb Klassen unter FSU. Schlimm ist auch die Verletzung von RB Duke Johnson, dem wichtigsten Offensivspieler (Duke fällt für den Rest der Saison aus). Viele Spieler aus Miami würden derzeit bei FSU nicht starten; Johnson wäre vermutlich der einzige, obwohl auch FSU-RB Devonta Freeman einige prächtige Spielzüge hatte (u.a. einen großartigen TD-Lauf-nach-Catch).

Weil Virginia Tech (27-34 Pleite gegen Boston College) anscheinend doch zu schwach für eine ernsthafte Herausforderer-Rolle ist, könnte Miami aber auch mit dieser Niederlage trotzdem die Qualifikation für das ACC-Finale schaffen; dort würde man Anfang Dezember dann erneut auf FSU treffen.

Anderes nennenswertes Ergebnis: Michigan State würgte die Michigan Wolverines komplett ab, noch viel übler als man erwartet hatte; Michigan in der blamablen 6-29 Pleite mit -48yds (MINUS achtundvierzig Yards) Laufspiel (Sacks werden am College als Lauf-Yards gezählt)! Die Spartans mussten nicht viel bewegen und gewannen trotzdem locker; ich fiebere schon einem B1G-Finale Michigan State gegen Ohio State entgegen: Wenn eine B1G-Offense diese Defense knackt, dann traue ich das am ehesten den Buckeyes zu, die in den letzten Wochen gute Stats produzieren.

Die BCS-Rankings nach Woche 10

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             8-0    25.9
#2   Florida State       8-0    32.5
#3   Oregon              8-0    29.5
#4   Ohio State          9-0    20.4
#5   Stanford            7-1    18.9
#6   Baylor              7-0    30.1
#7   Clemson             8-1    18.3
#8   Missouri            8-1    20.5
#9   Auburn              8-1    14.5
#10  Oklahoma            7-1     9.7
#11  Miami/FL            7-1    12.0
#12  South Carolina      7-2    14.7
#13  Louisiana State     7-2    16.1
#14  Oklahoma State      7-1    16.9
#15  Texas A&M           7-2    16.0
#16  Fresno State        8-0     3.5
#17  Michigan State      8-1    11.1
#18  Northern Illinois   9-0     5.7
#19  UCLA                6-2    15.0
#20  Louisville          7-1    15.4
#21  Central Florida     6-1    11.1
#22  Arizona State       6-2    22.8
#23  Notre Dame          7-2     9.3
#24  Wisconsin           6-2    18.5
#25  Texas Tech          7-2     8.7

Der größte BCS-Busterkandidat Fresno State ist im SRS nur an #51 gerankt, nur 3.5 Punkte besser eingestuft als das durchschnittliche FBS-Team; ich sags mal so: Wenn die Bulldogs wirklich die MWC ungeschlagen gewinnen, werden sie in der entsprechenden BCS-Bowl abgeschossen. Fresno wird das Conference-Finale daheim bestreiten dürfen, aber sollte noch mal Boise State nach Fresno kommen müssen, wären die Broncos – die keine optimale Saison erleben – nach SRS momentan favorisiert, selbst auswärts, und zwar mit 1.5 Punkten.

Arizona State ist ein Freak-Team mit 22.8 Punkten im SRS (#5 in der FBS); die Sun Devils spielen eine hervorragende Offense und können an guten Tagen alles und jeden putzen, aber man traut ihnen so recht trotzdem nicht.

Ganz oben blutet mir das Herz: Wem soll ich die Daumen drücken? Oregon spielt den geilsten Football der Saison, spektakulärer als es jemals unter Chip Kelly war. Baylor spielt den noch geileren geilsten Football mit einer wahnsinnigen Offense; FSU ist das Team des Jahres; Alabama läuft völlig unterm Radar, ist aber Alabama, und hat möglicherweise jetzt noch drei richtig heftige Spiele an der Backe (LSU, Auburn, SEC-Finale). Und selbst Ohio State scheint nach den jüngsten Partien mittlerweile ein ernsthafter Contender zu sein.

Die kommende Woche bringt einen unglaublichen Slate an Topspielen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kommen zwei der besten Spiele der Saison: #6 Baylor gegen #10 Oklahoma Sooners (ab 1h30) und ab 3h #5 Stanford – #3 Oregon. SPORT1 US wird das NFL-Donnerstagsspiel Minnesota-Washington zeigen, aber darauf kannste im Angesicht solcher College-Partien getrost pfeifen.

Ich werde noch genauer auf die Dinger eingehen, aber vorab nur soviel: Das kleine Baylor ist nach SRS zuhause mit 23.5 Punkten (!) gegen den Giganten Oklahoma favorisiert. Trotzdem trauen viele den Bears nicht… natürlich ist man nur zu gerne paranoid, aber ich nach allem, was ich von den beiden Teams gesehen habe, droht hier eine echte Klatsche für die überschätzten Sooners. Das Spiel gibt’s aber leider sowieso nicht bei uns legal zu sehen.

StanfordOregon entscheidet den Ausgang in der Pac-12 North Division. Für FSU ist es die größte Hoffnung, Oregon stolpern zu sehen. Letztes Jahr gewann Stanford knapp. Stanford ist sogar daheim nach SRS mit 6.5 Punkten Außenseiter, aber in realiter dürfte die Partie enger zu bewerten sein, da das SRS das defensivstarke Stanford wohl leicht unterschätzt.

Am Samstag folgt mit #1 Alabama#13 LSU (ab 2h) der dritte große Kracher; Bama-LSU ist seit einigen Jahren das, was Real-Barca in der spanischen Liga ist, oder Bayern-Dortmund in der Bundesliga. Es ist Alabamas größter Test der Saison.

Mehr dazu aber, wenn es soweit ist.

College Football 2012- Simple Ranking System nach Woche 11: Aggieland

SRS

Whut dat?

Nach einem gestrigen Spieltag mit wichtigen BCS-Implikationen heute ein Blick auf die „Stärke“ der Teams im College Football, die nicht gleichzusetzen ist mit dem BCS-Ranking, das Stärke und „Verdienst“ auf verworrene Art und Weise zu kombinieren versucht.

Das Simple Rating System eignet sich für künftige Spielprognosen (Differenz zwischen den SRS zweier Mannschaften kann als Spread herangezogen werden) und ist ergo ein einfaches Tool zum „Power-Ranking“ im College-Football. Weil es ein Punktdifferenz-basiertes Ranking ist und Sieg/Niederlage prinzipiell nicht beachtet, eignet es sich natürlich nicht für die BCS, die natürlich das wichtigste Ergebnis eines Spiels, das Endresultat, berücksichtigen muss.

NR. UNIVERSITÄT         SRS     W-L
#1  Alabama            28.3     9-1
#2  Oregon             27.5    10-0
#3  Kansas State       24.5    10-0
#4  Texas A&M          23.0     8-2
#5  Oklahoma           20.9     7-2
#6  Florida            20.3     9-1
#7  Georgia            18.5     9-1
#8  Notre Dame         18.4    10-0
#9  Louisiana State    17.3     8-2
#10 South Carolina     17.1     8-2

Alabama bleibt also #1 im Simple Rating System, aber die Spitze wird enger: Oregon nur noch 0.8 Punkte zurück. Bemerkenswert ist der Aufstieg der Texas A&M Aggies, schon im vergangenen Jahr ein Liebling des SRS (an #14 im Endranking trotz 7-6 Bilanz), was damals daran lag, dass sie extrem viele hauchzarte Niederlagen kassiert hatten. Primär auf jenem Ranking hatte ich die Aggies als größten Sleeper vor dieser Saison gesehen und geschrieben:

The dark horse. Und die Aggies haben eine interessante Mannschaft. 2011 mit 7-6 völlig abgeschmiert, aber das waren bis auf eine einzige Niederlage richtig krasse Dinger, Kollapse, verschossene Field Goals, alles war dabei, und eine 1-5 Bilanz in engen Spielen (und vier davon mit maximal vier Punkten). Excel rankte Texas A&M bei mir auf den 14ten Platz.

Reaktion: Head Coach Mike Sherman wurde in die NFL entlassen und durch den aufstrebenden Kevin Sumlin aus Houston ersetzt. Für Sumlin ist das ein Traumszenario: Kann auf einem potenziell gigantischen Sleeper aufbauen und die Hardware (Siege) einsacken, die der Vorgänger aufgebaut hatte.

Ich war skeptisch gewesen, was die sofortige SEC-Kompatibilität anbelangte, aber dank einiger famoser Einzelspieler (Manziel an vorderster Front) plus einer extrem physischen Offensive Line scheinen sich diese Bedenken als unbegründet zu erweisen.

Im Conference-Ranking dienen die Durchschnittswerte der jeweiligen Conference-Mitglieder als Basis für das Ranking. Wie schon in der vergangenen Saison führt die Big 12 Conference das Feld an:

NR. CONFERENCE       SRS   BESTES TEAM  RK
#1  Big 12          10.6   Kansas St     3
#2  SEC             10.1   Alabama       1
#3  Pac-12           8.2   Oregon        2
#4  Big Ten          4.0   Ohio St      18
#5  ACC             -0.4   Florida St   12
#6  Big East        -1.5   Cincinnati   43
#7  MWC             -5.2   Fresno St    28
#8  Sunbelt         -6.0   ULM          59
#9  WAC             -6.5   Utah St      20
#10 C-USA           -9.1   UCF          45
#11 MAC             -9.3   NIU          31

    Independents     2.7   Notre Dame    8

Als Erklärung hierfür sei die „Kopflastigkeit“ der SEC genannt: Yup, gleich sechs Teams scheinen in den Top-10 auf, aber dahinter wird das Feld schnell ausgedünnt: Mizzou an #33 ist der nächste, danach folgen Mississippi State (#38), Ole Miss (#44), Vanderbilt (#46), Tennessee (#51) und Arkansas (#55) im Mittelfeld auf, während die beiden bodenlos schwachen Teams von Auburn (#80, SRS -4.2) und Kentucky (#88, SRS -8.1) in den Niederungen rangieren, wo sich Troy, East Carolina und Texas State tummeln.

Schaut man sich die Ergebnisse der Mittel- und Unterklasse der SEC in out of conference-Spielen an, so lässt sich die verlorene Spitzenposition dieser stolzen Conference als Gesamtes verstehen.

Die Big 12 mag trotzdem leicht überschätzt sein, was an der Offensivlastigkeit dieser Conference liegt (das SRS favorisiert ganz leicht offensivorientierte Conferences). Auf der anderen Seite sprechen wir beim Leader Kansas State von einer eher defensivorientierten Mannschaft, was deren SRS von 24.5 noch eindrucksvoller ausschauen lässt.

Die Big 12 ist weniger top-heavy, dafür aber sind alle Teams außer Kansas (#79 mit SRS -4.1) in den Top-50 gerankt – wobei die große Überraschungen ist, dass Iowa State (#36) vor West Virginia (#49) gerankt ist.

Weiters fällt auf, dass nur vier Conferences einen im Schnitt positiven SRS haben, die ACC schon leicht negativ ist und die BCS-Conference Big East erneut abgrundtief schlecht abschneidet: Das durchschnittliche Team der Big East ist gegen das durchschnittliche Team der kompletten FBS (Division I-A) mit 1.5 Punkten Außenseiter, das beste Team mit Cincinnati nur an #43 gerankt.

BCS-Rankings 2012/13, Ausgabe 1 Review

Die ersten BCS-Rankings sind raus, und ein paar teilweise wahllose Gedanken meinerseits dazu.

Kurz als Erklärung: Das BCS-Ranking ist ein pseudoneutrales Ranking, um die beiden Finalisten um den Landesmeistertitel (BCS National Championship Game) zu bestimmen. Das Ranking ist seit 1998 „in Betrieb“ und wurde nach immer wieder aufgekeimten, hitzigen Diskussionen häufig überarbeitet. Es besteht zu jeweils einem Drittel aus:

  • Coaches Poll. Die von der renommierten Zeitung USA Today durchgeführte Abstimmung unter 59 (oder 60?) Coaches aus dem College Football. Bizarr genug, dass die Trainer über ihr eigenes Schicksal mit abstimmen dürfen.
  • Harris Poll. Nach dem freiwilligen Ausstieg der AP (Associated Press) aus der BCS-Farce vor acht Jahren wurde das Harris Poll eingeführt, wo Experten, Pundits und ex-Profis mit klingendem Namen (Liste ist von 2011, ich glaube kaum, dass Jerry Sandusky dieses Jahr noch mitvoten darf) mit teilweise offen zur Schau getragenen Animositäten für bestimmte US-Regionen sich ein Zusatzbrot verdienen. Stellt sich bei Nachhaken immer wieder raus, dass mancher Voter das Spielgeschehen nur beiläufig verfolgt. (Nachtrag: Die 2012er-Liste kann hier nachgelesen werden – ohne Sandusky.)
  • BCS-Computeralgorithmen. Ein noch streitbarerer Punkt als das Harris Poll (!). Die Computer-Rankings sind intransparent und ihre Inhalte sind uns – und der BCS selbst! – nur vage bekannt. Wir wissen, dass keine Margins of Victory zugelassen sind, um Running up the score zu vermeiden, und dass diverse „Clutch“-Pluspunkte für diverse Performances („divers“ = nicht weiter präzisiert) vergeben werden. Immerhin: Von den acht Algorithmen werden der beste und der schlechteste Wert jeder Mannschaft rausgeschmissen.

Zurecht kritisiert wird immer wieder die Intransparenz der BCS-Computer. Dass die Algorithmen aber immer wieder modifiziert wurden, liegt nebenan aber auch am Unglauben der Menschen, dass seine Instinkte trügen könnten. Die Algorithmen wurden also über die Jahre immer wieder in die Richtung verändert und angepasst, dass heute nennenswerte Abweichungen von menschlichen Polls und Computern nur noch in ganz großen Ausnahmefällen gegeben sind, was die „objektiven“ Computer eigentlich schon wieder per se obsolet machen müsste.

Genug der einleitenden Worte. Hier der Stand der ersten BCS-Rangliste.

#1  Alabama            6-0      
#2  Florida            6-0
#3  Oregon             6-0
#4  Kansas State       6-0
#5  Notre Dame         6-0
#6  Louisiana State    6-1
#7  South Carolina     6-1
#8  Oregon State       5-0
#9  Oklahoma           4-1
#10 USC                5-1

Die erste Überraschung sind die Florida Gators an #2 – Florida profitiert von seiner Spitzenposition in den Computer-Rankings, die ein Drittel der BCS-Formel ausmachen. Mein Vertrauen in die BCS-Computer ist nicht überaus groß, und sämtliche simplen Rankingsysteme, die ich in Excel nachrechnen kann, (wie z.B. das SRS) haben Florida zwischen #7 und #9 gerankt.

Kansas State ist überraschend hoch gerankt, aber in dieser Saison scheinen die kleinen Wildcats tatsächlich nicht über ihren Verhältnissen zu spielen und nicht bloß von knappen Siegen in engen Spielen zu profitieren.

Notre Dame an #5 ist eine interessante Mannschaft: Die Defense der Fighting Irish ist fantastisch und bisher wurde ein nicht ganz einfacher Schedule dominiert (allerdings auch eine 3-0 Bilanz in engen Spielen). Auf der anderen Seite brauchte Notre Dame am Wochenende Hilfe eines übermotivierten Refs, denn Stanfords RB Stepfan Taylor wurde da etwas zu früh zurückgepfiffen: Die Rufe nach Beschiss sind für mich nach Sichtung des Videos absolut nachvollziehbar (ab 1:20min).

Ich würde jede Wette eingehen, dass, hätte dieser TD gegolten und Stanford später eventuell sogar gewonnen, Notre Dame in den objektiven Computer-Rankings minimum fünf Plätze weiter hinten gerankt wäre. (in den menschlichen sowieso)

LSU und South Carolina sind sich nicht nur auf dem Spielfeld sehr ähnlich, sondern nach dem engen, von der etwas reiferen, besseren Mannschaft LSU verdient gewonnenen direkten Duell am Samstagabend auch Nachbarn im BCS-Ranking.

Oklahoma ist nach dem gewaltigen Kantersieg über Texas wieder in die Top-10 zurückgekehrt. Mehr noch: Die nachvollziehbaren Rankings loben die Sooners in alle Höhen (z.B. an #2 im SRS). Wie die Sooners da in manchen Computer-Algorithmen an #15 gerankt sein können? Keine Ahnung. (Texas bleibt nach der horrenden Vorstellung übrigens auch noch an #25 gerankt)

Eine Mannschaft, die bei mir bislang trotz hoher Excel-Rankings (ständig in den Top-5) völlig unter dem Radar geflogen war: Texas Tech. Die Red Raiders prügelten am Wochenende die trotz ihrer fürchterlichen Defense in alle Höhen gehypten West Virginia Mountaineers mit 49-14 nach Hause und sind in den BCS-Computern entsprechend auch an #7 gerankt. Die menschlichen Polls sehen Texas Tech noch viel weiter hinten (an #20 und #21). BCS-Ranking der Red Raiders: Platz 17.


Droht uns erneut ein SEC-Duell im BCS-Finale? Ich würde dagegen wetten, zumindest gegen Alabama – Florida. Vielleicht sind die Gators schon am Samstag fällig, wenn sie zuhause gegen die zuletzt in Spitzenspielen gestählten South Carolina Gamecocks spielen müssen, im Spiel, in dem Steve Spurrier mal wieder an alte Wirkungsstätte nach Gainesville zurückkehrt.


Ad 1 – BCS-Computer: Was bei Sichtung der BCS-Computerstandings noch auffällt: Die ACC mit unterirdischen Werten. Florida State und Clemson erhalten jeweils null Punkte, weil punktgleich an #28 gerankt – nichtmal in den Top-25! Und das sind die beiden besten ACC-Unis!

Ad 2 – BCS-Standings: Die Big 12 Conference mit acht Teams in den Top-25 vertreten! Die SEC mit sechs, davon mit vier unter den ersten sieben. Von den Mid-Majors ist erstmal weiterhin nur das in dieser Saison maximal lauwarme Boise State in den Rankings mit von der Partie (Boise ist an #22 gerankt). Ohio, Western Kentucky und Louisiana Tech sind in Schlagdistanz; erstere und letztere könnten bei entsprechendem Saisonverlauf auch mal in die Rankings rutschen.

Überhaupt nicht vertreten: Die stolze Big Ten, die ein bislang fürchterliches Jahr erlebt. Ohio State und Penn State sind gesperrt und Michigan… ist erstmal außen vor. Michigan wird aber in Bälde wieder zurück sein. Alle Achtung: Wenn kein Vertreter der Big Ten, Big East oder ACC in den Top-16 auftaucht, reicht einem Mid-Major Platz #16, um eine automatische Einladung in eine BCS-Bowl zu bekommen.

Ad 3 – Simple Ranking System (SRS): Aus Microsoft Excel entnommen – das SRS nach sieben Wochen College Football. Theorie hinter dem SRS kann man bei Football Is Sex, Baby nachlesen. In aller Kürze: Die Punktedifferenz zwischen zwei Teams lässt sich als zu erwartender Spread für das nächste Spiel interpretieren.

#1  Alabama          31.2
#2  Oklahoma         27.6
#3  Texas Tech       22.8
#4  South Carolina   22.5
#5  Kansas State     21.1
#6  Notre Dame       20.6
#7  Oregon           20.6
#8  Texas A&M        20.1
#9  Florida          19.2
#10 Arizona State    16.8

Oder anders: Alabama ware z.B. auf neutralem Feld gegen das durchschnittliche Team mit 31.2 Punkten favorisiert. Gegen Oklahoma wäre man mit 3.6 Punkten favorisiert.