Glaskugel 2012: New York Jets

 

Beinahe jedes Jahr gibt es während der Offseason einen riesigen Medienhype um die Footballteams in New York. Dieses Jahr ist es ganz besonders schlimm. Und das hat mit einem Mann zu tun. Nein, es ist nicht Tom Coughlin, der seine Blue Men Group zum zweiten Super Bowl in fünf Jahren geführt hat und einen Bill Belichick mittlerweile locker zum Frühstück verspeist.

Nein, dieses Jahr ist es auch nicht Eli Manning, der nach unglaublichen Leistungen im Dezember und mehr noch in den Playoffs zusammen mit Drew Brees und Aaron Roders das Top-Trio der NFL-Quarterbacks bildet und besser spielt als Tom Brady.

Dieses Jahr geht es um die Jets und um den Mann, der Gang Green wieder zur größten Nummer der Stadt machen soll. Menschlich spaltet er die Massen; auch footballtechnisch hält die Hälfte ihn jetzt schon für eine Legende während ihn die andere Hälfte für fürchterlich überbewertet hält; er ist aufregend, er kann spektakulär sein, er kann immer wieder etwas Neues aus dem Ärmel schütteln und darum hat er auch schon gezeigt, daß er in den Playoffs gewinnen kann. Zu allem Überfluß ist er in diesem Sommer auch körperlich in der besten Form seines Lebens. ESPN macht sogar Sondersendungen über die Jets und das muß mit ihm zu tun haben. Wir reden von – natürlich: Rex Ryan.

Rex Ryan geht mittlerweile in sein viertes Jahr als Head Coach der New York Jets. In seinen ersten beiden Jahren hat er sie jeweils ins AFC Championship Game geführt. Letztes Jahr reichte es nur für einen 8-8-Rekord, weil die Offense – wie eigentlich immer in den letzten drei Jahren – alles vertrottelt hat.

Legende ist schon jetzt das Spiel gegen Baltimore in Woche 4, als die Defense nur einen Touchdown zugelassen hat und am Ende trotzdem eine 34 für die Ravens auf dem Scoreboard stand. Eine Woche später verlor NY knapp gegen die Patriots und schon stand man mit mit drei Niederlagen aus fünf Spielen mit dem Rücken zur Wand. Anschließend hat die Defense erstklassig gespielt wie immer und Anfang Dezember, mit 8-5-Rekord, war man dann doch mittendrin im Playoffrennen.

Dann ist aber der gesamte offensive Teil der Mannschaft völlig in sich zusammengebrochen. Das sagt der Star-WR, daß der Offensive Coordinator stinkt; irgendwer sagt, daß die O-Line stinkt; alle sagen, daß der QB stinkt; die OLine sagt, der QB stinkt nur, weil die WRs nichts fangen und die RBs nicht laufen können und die Fans sagen, daß alle stinken undsoweiterundsofort… und natürlich – schließlich sind wir in New York – steht das auch alles in der Zeitung.

Zehn Turnovers in den letzten drei Spielen später lacht die ganze Welt über die Jets. Playoffs verpaßt, Chaos im Locker Room, noch mehr gegenseitige Anschuldigungen aller Orten, Trottelheimer entlassen und zu allem Überfluß gewinnt auch noch ausgerechnet der Stadtrivale die Lombardi Trophy.

Aber last year is last year sagt man zu Recht. Die Defense ist immer noch erstklassig und für die Offense hat man sich einen neuen Mann geholt, der alles auf den Kopf stellen soll. Zu ihm später mehr, erstmal arbeiten wir pflichtschuldigst Ryans Prunkstück ab.

Defense Jets

Rex Ryan und seine Defense haben wir hier schon oft abgefeiert, darum halten wir uns kurz. Sione Pouha ist einer der besten Nose Tackles der Liga, Kendrick Ellis ist ein guter Backup. Mike DeVito ist einer der besten DEs der Liga und der junge Mu Wilkerson ist nur einen Schritt dahinter. ILBs David Harris und Bart Scott sind zwei sehr spielintelligente Kämpfer, genau die richtigen Typen für das System von Ryan und Mike Pettine. Außen spielen Calvin Pace und Bryan Thomas, die man auch gefahrlos anbieten kann.

Durch die vielen wilden Fronts und die immer wieder überraschend paßgenauen Gameplanes sehen alle zusammen als Einheit noch mal ein Stück besser aus. Mit Rookie Quinton Coples, der aussieht wie Julius Peppers, haben Ryan/Pettine nun noch ein neues Spielzeug bekommen. Der ehemalige 1st-rd bust Aaron Maybin hat sich zu einem starken Quarterbackjäger in passing situations gemausert und auch die Backups sehen nicht verloren aus, wenn sie mal spielen müssen.

Schedule

Wk1 v BUF
Wk2 @ PIT
Wk3 @ MIA
Wk4 v SF
Wk5 v HOU (MNF)
Wk6 v IND
Wk7 @ NE
Wk8 v MIA
Wk9 BYE
Wk10 @ SEA
Wk11 @ StL
Wk12 v NE (SNF)
Wk13 v ARI
Wk14 @ JAX
Wk15 @ TEN (MNF)
Wk16 v SD (SNF)
Wk17 @ BUF

Cornerback Darrelle Revis zählt für zwei. Revis Island erlaubt es Ryan/Pettine, vorne und auf einer Seite ganz wilde Sachen zu machen und die andere Seite einfach in seine Hände zu geben. Da brennt nichts an. Gegenüber spielt Antonio Cromartie, der nun zwar kein Superstar ist, aber doch besser als meist über ihn geredet wird. Im Slot hat sich jetzt endgültig Kyle Wilson eingenistet, der 1st-rd pick aus dem Jahre 2010. Wilson ist nicht so steil durch die Decke gegangen, wie man es sich im Big Apple erhofft hat, aber sich in den vielen Nickel-, Dime- & Dollar-Sets ganz wohlfühlt.

Richtig umgebaut haben die Jets nur auf der Safety-Position, was auch dringend nötig war. Kapitän und Publikumsliebling Jimmy Leonhard wurde nach der zweiten verletzungsbedingt beendeten Saison in Folge nicht gehalten und versucht sich nun in Denver. Und da auch Eric Smith nicht mehr in der Startformation auflaufen sollte, wurden die beiden Free Agents LaRon Landry und Yeremiah Bell verpflichtet. Bell ist mit seinen 34 Jahren nicht mehr Jüngste, aber mit seiner Erfahrung und seinem Spielverständnis soll er die Leonhard-Rolle übernehmen. Landry wurde aufgrund seines Hulk-ähnlichen Körpers und seiner Trainingsbesessenheit anno 2007 von den Redskins in Runde eine als sechster Spieler gedraftet. Sollte er fit bleiben ist so ein Monster genau das, was Ryan noch gefehlt hat als Strong Safety an der Line of Scrimmage.

Offense Jets

Der Mann, der alles auf den Kopf stellen soll, hat schon mal eine Gurkentruppe in die Playoffs geführt und dabei die Patriots hinter sich gelassen. Warum sollte ihm das nicht wieder gelingen. Er ist ein Oldschool-Footballer. Lieber laufen als werfen. Erstklassiges Quarterback-Play hat er gar nicht nötig. Dieses ganze fancy, wilde New-School-Zeug ist nichts für ihn, Wildcat und Running-QB steht ihm auf der Stirn tätowiert. Wir reden von, sie ahnen es: Tony Sparano.

Sparano hat früher selber in der Offensive Line gespielt, ist dann O-Line Coach geworden und hat mehrere Jahre unter Bill Parcells gearbeitet. Das Harter-Hund-Image kommt also nicht von ungefähr und ist auch mehr als nur Image. (Die Sonnenbrille trägt er übrigens nicht, weil er sich so furchtbar cool vorkommt, sondern infolge eines Unfalles mit einer Friteuse, während er als Jugendlicher in einem Fast Food Restaurant gearbeitet hat.)

Nun kommt also dieser neue OC, der den Jets wieder ein energiegeladenes Ground-and-Pound-Game eintrichtern soll und findet einen Trümmerhaufen vor. Diese Jets wollten unter Ryan immer ein starkes Laufspiel haben und 2011 hatten sie stattdessen 106 Yards pro Spiel und 3,8 Yards pro Carry.

Das hatte mit dem, ähem, “mittelmäßigen” Offensive Coordinator Brian Schottenheimer zu tun, mit den mittelmäßigen RBs Shonn Green, LaDanian Tomlinson und Joe McKnight zu tun und auch mit der O-Line, die eher Richtung finesse denn Dampfwalze tendiert.

Suchen wir Lichtblicke finden wir Center Nick Mangold und RG Brandon Moore. Beide haben die Power und die Füße, um in aller Regelmäßigkeit Teile der gegnerischen Front Seven aus dem Weg zu räumen für die eigenen RBs. Als Left Tackle läuft D´Brickashaw Ferguson auf. Ferguson bekommt auch stets gute Kritiken und im Paßspiel ist er auch mehr als solide, aber im Laufspiel fehlt ihm oftmals Kraft und Masse um große Löcher zu reißen. Dann gehts schon mal eine Klasse abwärts: LG Matt Slauson ist bestenfalls mittelmaß. An einigen Tage sogar nicht mal das.

Und dann ist da schließlich noch der Mann, über den alle reden, wenn es um die Jets geht. Wer könnte dieser Mann sein, wenn nicht Wayne Hunter? Wayne Hunter war letztes Jahr der schlechteste Starter der ganzen NFL – egal, auf welcher Position. korsakoff wär ein besserer Right Tackle. Weil Hunter das auch in dieser Preseason sofort wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, hatten alle Beteiligten ein Einsehen. Jetzt hat Austin Howard den Stammplatz und Hunter genießt seine $3 Millionen auf der Bank. Howard wurde nicht gedraftet, wurde dafür in seiner jungen Karriere aber schon von den Ravens und den Eagles gecuttet. Viel Glück.

Mit Sparanos harter Hand könnte das aber zumindest eine gute Unit um Ferguson, Mangold und Moore werden. Wenn Greene und McKnight ein bißchen besser werden und vielleicht auch Rookie Terrance Ganaway ab und zu Mal einen raushauen kann, ist das schon OK, wenn mit dieser Defense oft auch mal 14 oder 17 Punkte zum Sieg reichen.

Dem Laufspiel helfen sollten auch die Wildcat Plays, die Sparano auf seinem Play Calling Sheet hat. Dafür haben die Jets jetzt auch QB Brad Smith zurückgeholt, der das mit der Wild Cat ganz gut kann und als ausgebildeter QB auch mal für einen guten Paß zu haben ist.

Das richtige Paßspiel dagegen kann man getrost vergessen. Mark Sanchez wird einfach nicht besser. Und gute WRs hat er auch nicht. Problemkind Santonio Holmes kann ein richtig Guter sein, er kann aber auch der unmotivierte Stinkstiefel sein. Slotman Jeremy Kerley ist bestenfalls Mittelmaß. Free Agent Chaz Schilens und Rookie Stephen Hill haben bis jetzt noch gar nicht gut ausgesehen. Vielleicht könnte Hill mit seinem 1,92m-Körper immerhin eine gute Red-Zone-Waffe werden und mit seinem massigen Körper auch im Laufspiel helfen. Zur Not hilft auch immer noch TE Dustin Keller aus.

Und manchmal, ganz manchmal nur, aber manchmal eben schon, bekommt auch Mark Sanchez mal zwei gute Drives in Folge auf die Reihe.

Ausblick Jets

Das sieht alles nicht rosig aus im Angriff, aber mit dieser Defense ist das auch gar nicht so schlimm. Diese sollte Top-3 Kaliber sein und es der Offense einigermaßen einfach machen, einige Spiele zu gewinnen. Die AFC East ist ziemlich hart und auch die Wild Cards dürften in der AFC hart umkämpft sein, aber Gang Green sollte bis zum Schluß im Rennen um die Playoffplätze bleiben und dort können Ryan/Pettine mit dieser Defense jeden Angriff von Peyton Manning bis Tom Brady einbremsen, das haben sie schon bewiesen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß man mit dieser Offense ernsthaft um den Super Bowl mitspielt. Eine witzige Saison wird´s mit den J-E-T-S allemal.

Verträge: Defensive Line

Bills: Williams & Anderson

Der erste große Kracher der vergangenen Free Agency war DE Mario Williams´ Unterschrift unter einen Vertrag mit den Buffalo Bills. Der zweite große Kracher waren die Zahlen: 6 Jahre, $100 Millionen, davon $50M garantiert. Ganz soo fett ist das ganze dann doch nicht, aber es ist einer der dicksten non-QB-Contracts, die in den letzten Jahren unterschrieben wurden.

Tatsächlich bekommt Williams $50 Millionen garantiert – die größte Garantiesumme, die je ein Verteidiger eingestrichen hat, $8 Millionen mehr als der bisherige Rekordhalter Julius Peppers (2010, Bears). $19 Millionen gibts als Signing Bonus sofort bar auf die Hand. Dazu kommt ein Gehalt in Höhe von $5,9M und $100k Workout Bonus. 2013 steigt Williams´ Gehalt auf $6,5M, zusätzlich gibt $500k Workout Bonus und einen $8M-Option Bonus. Das alles addiert sich in den ersten zwei Jahren auf $40 Millionen.

Zu diesem Zeitpunkt, zwischen den Spielzeiten 2013 und 2014 haben die Bills sich ein out eingebaut. Das Salary für 2014 beträgt nur $1,9M (+$500k Workout Bonus); als Roster Bonus gäbe es allerdings $10,6 Millionen (guaranteed for injury). Cuttet Buffalo Williams, zahlen sie ihm nur das Salary. Macht summasummarum $53M in den ersten drei Jahren, sprich ein 3yr-average von $17,7M. Heftig. Dazu kommen für jedes Jahr noch jeweils $400k für jeden Pro Bowl und $400k für nicht öffentlich gemachte Ziele, höchstwahrschinlich eine bestimmte Anzahl an Sacks.

In den späteren Jahren 2015, ´16 und ´17 ist nichts mehr garantiert. Pro Saison kann Williams zwischen $14,4M und $15,3M einstreichen. Insgesamt geht es also tatsächlich um $100 Millionen, aber haben die Bills schon nach 2013 ein kleines out und ab 2014 jedes Jahr die kostengünstige Gelegenheit, Williams auf die Straße zu setzen.

Neben Williams haben sich die Bills noch einen zweiten Pass Rusher in der Free Agency geangelt. Mark Anderson, letztes Jahr mit karriererettender Saison in New England (10 Sacks), hat für vier Jahre unterschrieben für potentielle $19,5 Millionen. $6M gibts als Signing Bonus; $1,9M Gehalt dieses Jahr und $2,5M 2013 sind garantiert. Nicht garantiert sind die Salaries in Höhe von $4M und $5M in 2014 beziehungsweise 2015. $10,4M garantiert sind für einen 28 Jahre alten Pass Rusher durchaus vernünftig – wenn er denn so spielt wie letztes Jahr bei den Patriots. Er hatte eine starke Rookie Saison 2006 und ein starkes 2011, dazwischen war fast nur Essig. Letztlich war es für die Bills wohl einfach zu verlockend, eine Defensive Line zu haben, in der neben den riesigen Kyle Williams und Marcell Dareus zwei Pass Rusher vom Kaliber Williams/Anderson stehen.

Pass Rushers: Cole, Mincey, Biermann

Trent Coles Vertrag mit den Philadelphia Eagles hat noch eine Laufzeit von zwei Jahren. Weil Cole aber einer des besten DEs im ganzen Land ist und das Eagles-Front-Office zu den Klügeren der Liga gehört, hat man jetzt schon mal verlängert: vier Jahre von 2014-2017. Dafür bekommt Cole sofort $8 Millionen als Signing Bonus und das Gehalt für die kommenden beiden Spielzeiten wurde um jeweils $100k erhöht, die workout bonuses wurden von $100k auf $250k erhöht. Ein wenig seltsam an der ganzen Sache ist, daß nur diese $8,2M (mit workout bonuses $8,5M) garantiert sind, mehr nicht. Das nicht-garantiert Gehalt steigt von $5M (2014) über $10M (´15), $10,9M (´16) auf $13,9 Millionen im letzten Vertragsjahr 2017. Daneben kann er als workout bonuses und für Sacks und Pro Bowls insgesamt weitere $5,975 einsammeln. Insgesamt hat der Vertrag also ein Potential von $54M; sollten  es sich die Eagles anders überlegen, schulden sie Cole nicht mal $9M. Hmm.

Jeremy Mincey hat sich vom Practice Squad Player zu einem starken Pass Rusher gemausert. Letztes Jahr hatte er acht Sacks, aber wohl auch einige Sacks liegenlassen; den Auguren nach hätte er locker zweistellig in der Sack-Statistik auftauchen müssen. Auch die Chicago Bears waren bis zum Schluß an ihm dran. In Jacksonville bekommt Mincey nun für vier Jahre $9 Millionen garantiert – $8M als Signung Bonus plus $1M Base Salary 2012. Sein Grundgehalt steigt in dem folgenden Jahren von $1,525M (2013) über $4,475M (2014) bis auf $4,9M (2015). Zusätzlich zu diesen $19,9M kann er $100,000 für jeden Pro Bowl bekommen und jährlich bis zu $1,7M, je nachdem, wie viele Sacks er macht. Damit hat sein Vertrag ein Potential von $27,2 Millionen.

Nach Kroy Biermann (3 Jahre, $9,2M) haben die Falcons auch ihren zweiten DE gegenüber von Ray Edwards weiterverpflichtet. Der alte John Abraham (34), der angeblich $12 Millionen pro Jahr haben wollte, bekommt nun für drei Jahre durchschnittlich $5,6M – in einem für einen Spieler seines Alters typischen spiele- und leistungsabhängigen Vertrag. Er bekommt einen Signing Bonus von $2,25M und sonst nicht viel garantiert. Base Salary für 2012 sind $1,5M; daneben bekommt er zwei Roster Bonuses für zusammen $2,156M, aber abhängig davon, wie viele Spiele er mitmacht; Salary Cap Figure ist für kommende Saison $4,4M. In 2013 und 14 hat er die gleichen Roster Bonuses im Vertrag und sein Grundgehalt steigt auf $3,25M, seine Cap Number damit auf $6,6M. Für die letzten beiden Jahre gibt es außerdem noch unbekannte Escalators, die sein Grundgehalt erhöhen könnten, wenn er 2012 bestimmte Schwellen in Sachen Snaps oder/und Sacks erreicht.

Tackles: Pouha, Soliai, Rucker, Fanene, Langford, Jones

Sione Pouha, einer der wichtigsten, aber unbekanntesten Akteure in der Defensive Line der Jets (wir hatten ihn gar in unserem All-NFL-Team), hat für drei Jahre in New York verlängert. Wie es sich für einen 33-jährigen gehört, ist der Vertrag an viele Falls und Wenns gekoppelt. Sicher sind Pouha auf jeden Fall $3,5-Millionen-Signing-Bonus und $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 hat er ein Grundgehalt von $4,9M, welches für den Verletzungsfall garantiert ist; ist er am dritten Tag des League Years im Kader, ist es voll garantiert. Damit bekommt der dicke Nose Tackle in den ersten beiden Jahren $9,4M – mehr oder weniger – garantiert. 2014 ist mehr eine gute Option für die Jets, als ein “richtiges” Vertragsjahr für Pouha, schließlich wird er während der Saison 2014 schon 36 Jahre alt. Grundgehalt wären $900,000 plus $100,000 workout Bonus; dazu kommt ein $2M Roster Bonus, wenn er am siebten Tag des League Years im Kader ist (der allerdings um $1,5M geringer ausfällt, wenn er 2013 weniger als 55% der Snap spielt) und noch ein Roster Bonus in Höhe von $2,5M, wenn er am ersten Spieltag der Saison im 53-Mann-Kader ist. Insgesamt also $5,5M; gehen die Jets den ganzen Weg mit Pouha, werden sie im $14,9 Millionen bezahlen. Für einen Spieler seines Alters eine ordentliche Summe: 3yr/avg $5 Millionen.

Paul Soliai ist einer der besten Nose Tackles unter 30. Letztes Jahr hat er in Miami unter dem Franchise Tag gespielt und dafür $12M bekommen. Nimmt man die $12M dazu, die er mit seinem neuen Vertrag in den kommenden beiden Jahren verdienen kann ($6M garantiert), dann sieht man, wie hoch die Wertschätzung ist, die ihm entgegengebracht wird. Auch die Broncos waren ganz stark an ihm interessiert. Es ist zwar ein wenig schief, diesen 2-Jahres-Vertrag und das Franchise-Tag-Jahr zusammenzurechnen, aber tut man das, kommt man auf einen Drei-Jahres-Durchschnitt von $8 Millionen. Upper class. Und noch vor seinem 30. Geburtstag bekommt er wieder eine Chance auf einen dicken Payday auf dem Free Agency Markt.

Broderick Bunkley soll für die Saints wohl der Spieler sein, der Aubrayo Franklin dann leider nie war. Bunkley, einer der besten Run Stuffer der Liga bekommt einen 5-Jahres-Vertrag mit einem Potantial von $25M, davon $9M garantiert.

Frostee Rucker, wichtiger Bestandteil der Defensive Line Rotation in Cincinnati (4 Sacks, 11 Tackles for Loss) hat für fünf Jahre in Cleveland unterschrieben. $8M sind ihm garantiert und insgesamt könnte er $21M verdienen; davon $12,15M in den ersten drei Jahren für ein 3yr/avg von mehr als $4M.

Der vielseitige D-Liner Jonathan Fanene (vormals ebenfalls Cincinnati) bekommt einen typischen Patriots-Vertrag – undurchsichtig und gerade so an der Grenze des Marktwerts. Es ist ein 3-Jahres-Vertrag, der angeblich bis zu $12M wert sein soll. Ich habe nur $9,85M “gefunden”, das heißt, da müssen noch unbekannte Escalators eingebaut sein. Man weiß auch nicht genau, wie viel Geld garantiert ist; wahrscheinlich sind es nur die $3,85M, die er als Signing Bonus kassiert und die $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 und 2014 wären es $2M beziehungsweise $3M Gehalt, von denen jeweils $100,000 als Workout Bonus gezahlt werden. 3yr/avg demnach zwischen 3,3 und $4M.

Jeff Fisher, der neue HC der St. Louis Rams, liebt nichts mehr als seine D-Liner. So hat er sich denn auch folgerichtig erstmal einen neuen Typen für die Mitte geholt. Kendall Langford ist verdammt talentiert, ist erst 26 Jahre alt und hat einen D-Line-Körper wie aus dem Bilderbuch: 1,98m, 135kg. In St. Louis bekommt Langford $24M in den kommenden vier Jahren, davon $12M garantiert. Die letzten vier Jahre war er starter als 34-DE bei den Dolphins, bei den Rams soll er wohl den aggressiven inside rusher auf der DT-Position geben. So wie ihn Fisher zuletzt mit Jason Jones in Tennessee hatte.

Besagter Jason Jones hat nach starken Spielzeiten als DT unter Fisher letztes Jahr als DE auflaufen müssen. Das hat nicht so gut geklappt. Als insider rusher aber ist der auch erst 26 Jahre alte Jones ein Juwel. In Seattle bekommt Jones $4,5M für ein ein Jahr.

34 Ends: Bryant, Campbell

Noch wichtiger war für Pete Carrol und seine Defense die Vertragsverlängerung von Red Bryant. Bryant ist der perfekte Spieler für den komischen Platz als 43-DE, der bei Carrol wie ein 34-DE spielt. Auch die Patriots waren stark an dem vielseitigen DE interessiert, aber letztlich hat er für 5 Jahre und potentiell $35M bei den `Hawks verlängert; $14,5M sind davon garantiert und werden Bryant in den ersten beiden Jahren ausgezahlt.

Und zum Schluß fast noch den größten: Calais Campbell hat für weitere fünf Jahre in Arizona verlängert. Mit seinen 25 Jahren ist er schon jetzt einer der stärksten D-Liner der Liga, weil er aber in der Wüste spielt, bekommt man das nur selten mit. Die Cardinals garantieren Campbell $31Millionen. Davon sind $15M sofort fälliger Signing Bonus; $10M werden 2013 als Option Bonus fällig; $6M Salary sind den ersten drei Jahren ebenfalls garantiert. Nimmt man die $4,5M nicht garantiertes Gehalt in 2014 dazu, kommt man auf insgesamt $35,5M in den ersten drei Jahren, ein mehr als sportlicher 3yr-average von fast $12M. Potential insgesamt: $55 Millionen.

NFL Woche 12 Preview: Buffalo Bills – New York Jets

Beide Teams haben mit einem Record von 5-5 noch Chancen sich eine Wild Card in der AFC und beide Teams haben auch noch Chancen, die AFC East zu gewinnen, in der New England derzeit noch zwei Spiele Vorsprung hat. Aber vor allem für Buffalo siehts düster aus, nachdem sie die letzten drei Spiele gegen die Jets, Cowboys und Dolphins mit einem kumulierten Score von 26-106 (!) verloren haben. Die Bills hatten dabei nicht nur große Probleme in der Verteidigung, die auseinander zu fallen scheint, sondern auch mit ihrem Angriff, der in einem riesengroßen Loch steckt. Und zu allem Überfluß ist RB Fred Jackson jetzt auch noch auf IR gelandet, nachdem sich die Verletzung, die er sich letzten Sonntag im Spiel gegen Miami zugezogen hat, als gebrochener Knochen gerausgestellte.

Jackson ist der wichtigste Spieler der Offense (er holt mehr als 40% aller Yards) und war zur Saisonhalbzeit auf einigen Shortlists zur MVP-Wahl. Weil man dem einstigen First Round Pick C.J. Spiller noch nicht recht vertraut, hat man letzt Woche noch Tashard Choice verpflichtet, der damit in dieser Saison schon seinen dritten Arbeitgeber hat nach Engagements in Dallas und Washington. Auf IR trifft Jackson sich mit dem MVP der Defense – Nose Tackle Kyle Williams. Außerdem auf IR sind Center Eric Wood, LB Shawn Merriman, CB Terrence McGee und WR Donald Jones. Die Bills sind insgesamt ein junges, talentiertes Team, aber sie haben einfach nicht die Tiefe, um so viele Ausfällt kompensieren zu können. Ohne Jackson ist die Offense nur halb so viel Wert, zumal QB Ryan Fitzpatrick zur Zeit unter der bekannten „Nach-großem-Vertrag-unterschreiben-Schwäche“ leidet.Und jetzt müssen die Bills auch noch ausgerechnet in die Meadowlands, wo die Jets-D wartet.

Bei den Jets ist es wie immer, seit Rex Ryan das Sagen hat: die Defense spielt zeitweise überragend und haut die stotternde Offense immer mal wieder raus. Wenn die Verteidigung mal einen schlechten Tag hat, geht das Spiel auf jeden Fall verloren, weil QB Mark Sanchez sich einfach nicht weiterentwickelt, das Laufspiel nicht mehr so stark ist wie in den vergangenen Jahren und man sich beim Playcalling von OC Brian Trottelheimer manchmal fragt, ob er auf Drogen ist. Letzte Woche ist bekannt geworden, daß Schottenheimer vor Saisonbeginn eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bekommen hat – heimlich. Das wollte das Management den Fans scheinbar nicht zumuten.

Die Defense ist eine perfekt harmonierende Mischung aus hervorragenden Schemes und individuellem Talent in allen three levels. In der Secondary Darrelle Revis und Safety Jimmy Leonhard; in der D-Line Mike DeVito und Sione Pouha und dazwischen die LBs David Harris und Bart Scott. Zwar fehlt ein richtig guter Pass Rusher, aber die Coverage und die Zone-blitzes können das oftmals ausgleichen (und Aaron Maybin, einer der größten Draft Busts aller Zeiten, scheint Talent und Freunde wiedergefunden zu haben).

New York geht als ganz klarer Favorit in dieses Spiel – und wenn sie es verlieren, wird in den Medien die Hölle los sein, da es die dritte Niederlage in Folge wär und überhaupt kein Fortschritt zu erkennen ist. Allerdings ist für beide Mannschaften selbst bei einer Niederlage der Playoffeinzug nicht furchtbar weit weg, weil aus der AFC West und AFC South wohl kaum jemand um die Wild Cards mitspielen wird. Und beide Teams haben nur jeweils ein Spiel gegen Mannschaften mit einem positiven Record.