Dampfwalze in einer schwarzen Stadt – Die Atlanta Falcons haben ihren Frieden gefunden

Die Atlanta Falcons sind keine traditionell erfolgreiche Mannschaft in der National Football League. Sie haben sich erst zum zweiten Mal für eine Super Bowl qualifiziert und noch nie den großen Titel gewonnen. Protokoll einer wechselhaften Geschichte. Weiterlesen

Das System New England: Do Your Job

In den letzten Jahren hat es sich er kleinen Tradition entwickelt, die Superbowl-Teilnehmer in der Woche vor dem großen Spiel einleitend vorzustellen. Nun will es der Teufel so, dass sich die New England Patriots zum Superbowl-Dauergast entwickelt haben und zum dritten Mal seit Bloggründung im NFL-Finale stehen. Weiterlesen

Sondersteuer gegen den Sonnenbrand

Die Miami Dolphins haben einer Volksabstimmung über die Verwendung von öffentlichen Geldmitteln zur Verbesserung des Sun Life Stadiums zugestimmt (Quelle: AP/SI.com). Es geht dabei um die Vergrößerung des notorisch halbleeren Stadions in Miami Gardens um rund 3000 Plätze und eine neue Dachkonstruktion, damit sich die Fans in Südflorida bei Dolphins- und Canes-Heimspielen keine Sonnenbrände mehr zuziehen.

Diese Upgrades sollen um die 400 Millionen Dollar kosten, und Dolphins-Owner Stephen Ross stimmte bereits zu, „zumindest“ 51% der Kosten zu übernehmen. Es geht für die lokale Bevölkerung im hoch verschuldeten Miami-Dade County also „nur“ mehr um geschätzte 200 Millionen Dollar Subvention von der öffentlichen Hand. Dieses Geld soll zum kleinen Teil vom Staat Florida kommen und zum überwiegenden Teil durch eine Sondersteuer für touristische Betriebe.

Die Volksabstimmung soll vor dem 22. Mai 2013 stattfinden, und das ist kein Zufall: Dann wird nämlich über den Austragungsort des Super Bowls 2016 abgestimmt, und das ist nicht irgend ein Super Bowl, sondern die Ausgabe 50 (Super Bowl L). Die Finalisten sind San Francisco/Santa Clara und Miami. Miami ist nur mit State of the Art-Stadionupgrades im Rennen.

Krux in der gesamten Geschichte: Die Stimmung für eine Volksabstimmung über Stadionsubventionen für Milliardäre könnte in Südflorida kaum schlechter sein. Zuletzt wurde in einem höchst umstrittenen Deal das neue Baseballstadion der Miami Marlins in Little Havana zu 80% von der öffentlichen Hand finanziert. Der Bau war von vielen Schweinerein umwoben und führte am Ende dazu, dass sich die US-Börsenaufsichtsbehörde mit Ermittlungen in die undurchsichtigen Verträge mit einschalten musste und der damalige Bürgermeister seinen Hut nehmen musste.

Der aktuelle Bürgermeister ist Carlos Gimenez, einer der lautesten Gegner dieses Marlins-Stadions. Gimenez möchte zwar den Super Bowl 50 nach Miami holen, aber nicht um jeden Preis. Er ließ sich zusichern, dass County-Verwaltung und der Staat Florida auch bei positiver Abstimmung die Subventionen streichen kann, wenn die NFL den Super Bowl im Mai nicht nach Miami vergibt.

Für die Dolphins ist die Zustimmung zur Volksabstimmung durchaus riskant: Bei einem Scheitern sind die Renovierungsarbeiten erstmal gestorben. Sie sehen mittlerweile in der Abstimmung mit dem Druckmittel Super Bowl die größte Chance, auf absehbare Zeit finanzielle Zuschüsse für Infrastruktur zu bekommen.