Super Bowl 2015 – Nachklapp

Super Bowl 49 erwies sich als würdiger Abschluss einer hervorragenden Post-Season, von der eine Handvoll Spiele länger als ein paar Jahre in Erinnerung bleiben werden. New England holt den überfälligen Titel und hievt sich damit selbst in die oberste Ebene der NFL-Franchises, krönt seine silberne Dekade mit dem ersten Titel seit zehn Jahren, dem vierten insgesamt. Unstrukturierte Gedanken, die mir am Morgen danach durch den Kopf gehen. Weiterlesen

Super Bowl 2015 im Liveblog: New England Patriots – Seattle Seahawks

[04h55] Endstand New England Patriots 28, Seattle Seahawks 24

Ein Spiel, das viele Superlative verdient. Die New England Patriots holen die vierte Superbowl, die seit vielen Jahren fällig war, insofern ein über die Jahre mehr als verdienter Titel der größten Ära, die der American Football in den letzten 50 Jahren gesehen hat. Für Belichick und Brady muss es der größte aller Titel gewesen sein. Der Ring, an den man im Moment des Kearse-Catches schon gar nicht mehr glauben wollte. Es bleibt dabei. Super Bowls der New England Patriots sind wie Champions League Finals des FC Bayern, im Guten wie im Schlechten. Sie sind alle unvergessliche Spiele.

Gegen Ende des dritten Viertels glaubte ich für Momente auch nicht mehr an ein Comeback. Zu dominant, zu sehr nach Skript war die zweite Halbzeit bis dahin gelaufen. Die Patriots, die im ersten Viertel zu wenig aus ihren Chancen und Möglichkeiten gemacht hatten, sahen sich innerhalb weniger Momente in einem zehn Punkte tiefen Loch und nur wenig deutete auf eine Auferstehung hin.

Viele an Credit gebührt tatsächlich Tom Brady, der das Lazareske Comeback mit seinen Tippelschritten in der Pocket nach vorn einleitete, zwei brutale 3rd Downs verwertete in einem Drive, der mehrmals hätte gestoppt werden können. Brady mit seinen rasiermesserscharfen Bällen buddelte seine Offense erst aus dem Loch, und nach dem schnellen Seahawks-Punt sieben Minuten vor Schluss, jagte einen weiteren beeindruckenden Touchdown-Drive das Feld hinunter.

Seattle hatte die Chance auf das Comeback. Sie Seahawks erlebten einen merkwürdigen Nachmittag: 25 Minuten Schockstarre zu Beginn, ehe die Big Plays für den Wunderknaben #13 Matthews überhandnahmen. Seattle mit einem monströsen, wenn auch durchaus auch glücklichen TD-Drive Sekunden vor der Pause, für den Carroll Lob bekommen sollte, das er aufgrund des Finals nicht bekommen wird.

Wilsons letzter Drive mit drei „clutchigen“ Pass-Plays und einem Freak-Catch. Lynch an die 1. Der Rest ist Geschichte. Der Call wird die nächsten Monate die Schlagzeilen dominieren und Carrolls Legende mit definieren. Aber: Lässt Butler den scharf geworfenen Ball durch die Finger flutschen, kräht kein Hahn mehr danach und Belichick ist aufgrund des verpassten Timeouts der Depp. So knapp liegen Sieg und Niederlage aneinander. Deshalb liebe ich diesen Sport.

Ein Sport, der heute ein würdiges Endspiel bekam. Ein Endspiel, das zurecht als eines der besten in die Historie eingehen wird.

Ich würde gern wissen, wie Carroll über den letzten PlayCall denkt. Wilson hatte bis heute einen einzigen TD-Pass innerhalb der 3yds-Line. Heute den zweiten. Der Versuch zum dritten endete im Genickbruch. Ich würde auch gern wissen, was Carroll über das gesamte Spiel denkt. Seine Seahawks konnten im Prinzip nur im dritten Viertel das umsetzen was sie umsetzen wollten: Pocket krepieren, Passspiel-Rhythmus brechen. Dass Brady 37/50 für 328yds mit 4 Touchdowns und ohne Sack bestreiten würde, konnte nicht geplant sein.

Den Patriots gebührt die Anerkennung, dass sie gerade noch früh genug den Unsinn mit „Offense-Balance“ aufgaben und das komplett hoffnungslose Laufspiel aufgaben. Die Pass-Orgie hatte kein Mensch erwartet, aber sie erwies sich in der Tat als die beste Option heute, vor allem auch, weil Brady trotz der beiden INTs einen hervorragenden Tag mit sehr präzisen Bällen hatte.

Den Rest hat Brady schon gesagt. Team Win.


[04h35] Ich muss es betonen, weil es in den letzten Jahren (teilweise zurecht) Prügel für SAT.1 gab: Für meinen Geschmack war das eine hervorragende Übertragung. Die Haupt-Kommentatoren Buschmann und Stecker kommentierten das routiniert und fast ohne Bolzen runter. Nicht so sophistisch, aber auch keine Dummy-Kommentierung. Ich fühlte mich exzellent unterhalten. Björn Werner hatte mit zunehmendem Spielverlauf immer weniger Substanzielles zu sagen, ist aber mit erster TV-Präsenz mehr als entschuldigt. Frau Kaiser… naja, wer braucht schon Sideline Reporter?

[04h27] Tom Brady zum dritten Mal Superbowl-MVP und es wäre nicht Brady, würde er nicht mit Tränen in den Augen alleinig den Team Win betonen.

[04h20] Das lauflastigste Team der Liga entschied sich im schlechtesten Moment für den Pass. Ich denke, in zehn Jahren wird man sich weniger daran erinnern, dass Wilson einen Superbowl weggeworfen hat, sondern sich über den Play-Call s’Maul zerreißen.

[04h18] Mein Leid ist dein Leid.

Lions verlieren den Herzensbrecher gegen Dallas.
Dallas verliert den Herzensbrecher gegen Green Bay.
Green Bay verliert den Herzensbrecher gegen Seattle.
Seattle verliert den Herzensbrecher gegen New England.

[04h15] Also. Nach dem Kearse-Catch konnte man ja schon glauben, dass die Patriots schon wieder durch einen absoluten Freak-Play geschlagen würden, siehe Tyree, siehe Manningham. Letztlich ist es ein extrem glücklicher Sieg für die Patriots, die erst Lynch an der 1 stoppen konnten und dann aus mir nicht begreiflichen Gründen kein Timeout zogen.

Wenn Seattle an Lynch für 1yds übergibt, ist Belichick drei Jahre nach dem Tiefschlag gegen die Giants erneut der Depp in einer Game-Management Situation. Aber die Seahawks hatten anderen Pläne, spielten Pass. Die Interception sah nicht zwingend wie ein Bock des Russell Wilson aus, war ein großartiges Individual-Play von CB #21 Malcolm Butler. Also wieder einer der unwahrscheinlichsten Helden.

Viertes Viertel

[04h10] Vierter Superbowl-Gewinn für Bill Belichick als Head Coach und Tom Brady. Erster Superbowl-Gewinn für einen Deutschen: Sebastian Vollmer.

[04h03] Seahawks springen beim letzten Sneak-Versuch (Pats waren an der 1) ins Abseits. Endgültige Entschedidung. Seattle holt sich danach Sympathiepunkte mit einer angezettelten Massenschlägerei.

[04h01] Atemberaubendes Spiel, atemberaubendes Ende. Diese Super Bowl kommt den Monster-Ausgaben XLII und XLIII ganz, ganz nah.

[03h59] Interception #21 Malcolm Butler | Q4 0:20. Butler springt in den kurzen Slant von Wilson. New England Patriots sind zum vierten Mal Superbowl-Champion!

[03h57] Tiefer Ball für #15 Kearse, angetippt, aber von den Rängen springt David Tyree auf das Feld und macht den Catch für die Seahawks! 1:06 to go, Seahawks an der NE 5.

[03h51] 2min Warning. Wilson im ersten Snap mit einem tiefen Ball für #24 Lynch (gegen #91 Collins). Seattle 1:55 an der Mittellinie.

[03h47] New England 28, Seattle 24 | Q4 2:02. 3yds-Catch Edelman. Edelman mit einem Cut nach außen, leichter Stoß gegen CB #27 Simon. Touchdown. Seattle mit 3 Timeouts. Es braucht einen Touchdown zum Sieg für Russell Wilson.

[03h45] 2:52min vor Schluss: New England steht wenige Meter vor der Endzone. Viel Gronkowski, viel Vereen in diesem Drive. Zeit absolut ein Faktor. Patriots brauchen im Prinzip einen TD um nicht hinterher von einem kurzen Fieldgoal-Drive gekillt zu werden.

[03h35] Punt Seattle | Q4 7:00. Haarscharfe Geschichte in Glendale: Erster Down, Lockett stolpert über die Hände von CB #21 Butler (Absicht von Butler?) und lässt den Pass durch die Finger flutschen. Zweites Down: Lynch gegen sieben, fünf Yards Raumgewinn. Dann drittes Down: Wilson wird im Druck zu schnell flattrig, wirft einen zu hohen Ball für Lynch, der ihn nicht mehr erreichen kann.

Plötzlich ist New England mental wieder obenauf, mit der Chance auf Ausgleich oder Führung.

[03h27] New England 21, Seattle 24 | Q4 7:55. 4yds-Catch #80 Amendola. Brady macht es spannend: 3rd/14 und 3rd/9, und jeweils macht Brady die drei Tippelschritte nach vorne um der zusammenklappenden Pocket zu entweichen – der Play, den Brady in den letzten 15 Jahren patentiert hat.

Brady findet Edelman, findet Vereen, findet wieder Edelman, immer über die Mitte oder auf der Flat-Route. Die Seahawks schenken in Form eines (allerdings windelweichen) 15yds-Late Hits weitere Yards, und somit schaffen die Pats den Anschluss. Dafür hätte noch ein anderer Hit gegen Edelmans Helm geahndet werden können. 7 Plays, 64yds, Touchdown. 4:15min von der Uhr genommen. Legion of Boom sah diesmal nicht besonders überragend in den Clutch-Plays aus.

Drei Punkte – ein gefährliches Spiel für beide. Seattle kann mit einem weiteren Fieldgoal keine beruhigende Führung schaffen. New England lebt nun wieder – der Touchdown war essenziell.

[03h17] Punt Seattle | Q4 12:10. #75 Wilfork zerbröselt den Lauf im Alleingang. Dann 3rd-Down, verzögerter Blitz gegen Wilson und Ninkovich, der zuletzt lange Zeit in Deckung verharrte, rammt Wilson im Backfield in den Boden. Nach dem Punt beginnt New England an der eigenen 33.

[03h14] Punt New England | Q4 14:17. Beschissener PlayCall der Patriots im 3rd/1: Ein lateral angelegter Laufspielzug über den Brecher #29 Blount. Erwartbares Resultat ist ein Negativ-Lauf für -3yds. Laufspiel der Patriots in dieser Partie komplett hoffnungslos.

Drittes Viertel

[03h10] Ende Q3 in Glendale. Killer-Viertel der Seahawks, die dem Spiel nun ihren Stempel aufdrücken. #72 Michael Bennett verdient sich mit seinen fünf, sechs „Clutch-Passrushes“ ernsthafte MVP-Anerkennung, hat dem Spiel quasi eine neue Wendung gegeben. New Englands Offense für zwei Drives unter der Erde, Seattle schlug eiskalt Kapital draus und führt mit 10.

Spiel ist noch nicht vorbei, aber den Patriots schwimmen die Felle davon, wenn sie nicht schnell den Anschluss wiederherstellen.

[03h08] Punt Seattle | Q3 1:08. Der Pass Rush der Patriots ist komplett abgetaucht. Wilson kriegt S-t-u-n-d-e-n in seiner Pocket. Tiefer Pass für #83 Lockett, der meterweit offen ist. Danach aber kurzer Lauf, kurzer Pass und ein Drop von #15 Kearse im 3rd-Down. Punt.

New England startet an der eigenen 13.

[03h03] Punt New England | Q3 3:24. Holding gegen C Stork. Danach ein Drop von WR Amendola im 3rd-Down, der möglicherweise zum 1st Down gereicht hätte. Punt, und knapp Touchback anstelle von 2yds Line. Es läuft im Moment alles gegen New England.

[02h53] New England 14, Seattle 24 | Q3 4:54. 3yds-Catch für #89 Baldwin. Baldwin läuft von links eine Cross-Route und entfleucht seinem Bewacher Revis, weil Revis mit einem Referee kollidiert. Davor massive Wucht der Seahawks-Offense, über RB Lynch (4 gebrochene Tackles). Patriots stellten um, matchen nun #39 Browner auf den Wunder-WR #13 Matthews.

Und plötzlich liegst du 10 Punkte hinten. 10 Punkte ist auch das bis heute größte Comeback der Superbowl-Geschichte.

[02h48] Interception #54 Bobby Wagner | Q3 8:07. Die Defensive Line übernimmt das Kommando, mit einem DT #72 Michael Bennett in federführender Position. Bradys Pocket kollabiert quasi im Moment des Snap, Brady feuert den Ball gerade noch raus, aber Wagner springt in den Pass, direkt vor dem entsetzten Gronkowski, der nur zuschauen kann.+

Wagner ist der Mann, der gestern Nacht eine Stimme als NFL MVP bekam (von Tony Dungy), wofür Dungy viele Prügel einstecken musste. Jetzt ein wichtiges Play für Wagner.

[02h38] New England 14, Seattle 17 | Q3 11:09. 27yds-Kick Hauschka. Carroll wird im 4th/1 nahe der Goalline konservativ. Lynch im 3rd-Down von einem starken Ninkovich gestoppt. Seattle kommt wuchtig aus der Pause, überläuft mit Lynch die weiterhin in 3 CB-Aufstellung auflaufende Patriots-Defense.

Schlüssel-Play: 45yds-Catch für … erraten, #13 Matthews, der sich zum Aschenputtel der Partie entwickelt. Matthews kommt mit einer klaren OPI gegen #25 Arrington davon, stößt den Cornerback beim leicht unterworfenen Ball weg und hat ein leichtes, den Ball zu fangen. Matthews mit 3 Catches für 100yds plus TD. Arrington hat weiterhin so seine Probleme als Cornerback an der Seitenlinie – gilt ja als besserer Slot-CB.

Damit mal wieder eine Führung für Seattle. Damit nun 56 Spiele en suite mit Führung für die Seahawks.

Halbzeit

[02h30] Seattle wird nun gleich den Ball aufnehmen. Welche Seahawks-Offense werden wir nun sehen? Die aseptische der ersten 20 Minuten oder die Big Plays der letzten 10?

[02h27] Halbzeitshow: – … –

Zweites Viertel

[02h03] Halbzeit New England Patriots 14, Seattle Seahawks 14

Wenn New Englands Eier zu weich sind, sind jene von Pete Carroll zu hart. Sehr gewagte Aktion, mit nur 6sek auf den TD zu gehen – aber erfolgreich. Seattle hält eine Partie ausgeglichen und weiß wohl selbst nicht so recht, wie. Eigentlich ist New England die bessere, solidere Mannschaft über weite Strecken. Aber Seattle mit mehr yds/Play: 7.0 zu 5.7.

Patriots spielten Drives über 58, 65 und 80yds, aber nur zwei Touchdowns als Ernte. Brady mit einem Kurzpassfeuerwerk 20/27 für 177yds (6.6 NY/A), 2 TD, aber auch eine dumme INT. Brady ging nur zweimal für Gronkowski wirklich tief, der Rest ist Kleingewichse. Gronkowski bleibt die Schlüsselfigur, und die beiden Plays vor dem TD illustrieren das am besten: Zuerst #29 Thomas gegen Gronkowski, also Pass für #34 Vereen zum 1st-Down. Danach LB #50 Wright gegen Gronkowski, also Pass für Gronkowski zum TD. Friss oder stirb.

Seattle mit über weite Strecken lebloser Leistung, explodierte dann aber plötzlich und unerwartet mit einem 44yds-Pass für den völlig unbekannten Matthews. Big Plays für Seattle, eher die kleinen Gewinne für New England. Patriots nutzten die Schwachstelle #27 Simon aus, Seahawks gingen auf #25 Arrington, der zwei wichtige Pässe für Matthews zuließ. New England fast ausschließlich mit 3 oder mehr CBs am Feld. Wilfork stand nur 17 Snaps am Feld.

Sonst eine sehenswerte Partie. Viele Kleinigkeiten, die zu Erfolgen und Misserfolgen beitragen. Eine Seahawks-Defense, die nicht so 100%ig sicher tackelt wie normalerweise gewohnt. Eine Patriots-Defense mit teilweise atemberaubend guter Deckung, aber dann doch die langen Plays zugelassen (Wilson nur 4/7 für allerdings 79yds). Deshalb: Ausgeglichener Spielstand, ausgeglichene Gefühlslage.

Sehr angenehme Übertragung von SAT.1, wo Buschmann/Stecker/Björn Werner mir außerordentlich gut gefallen.

[01h58] New England 14, Seattle 14 | Q2 0:02. Unglaublich! 13yds-TD für #13 Matthews. Der Mann, der bis vor zwei Wochen nix gerissen hatte! 11yds-Catch von Matthews gegen Logan Ryan. Seattles Carroll mit zentnerschweren Eier, mit 6sek auf der Uhr statt Fieldgoal auf Touchdown zu gehen. Geht eine Kleinigkeit schief, haste unter Umständen keine Punkte.

Ein verrückter Drive der Seahawks: Langer 19yds-Lauf Turbin zum Einklang, der überhaupt erst den Drive ermöglichte. Damit glaubten die Seahawks an sich. Dann zweimal kurze Pässe zu langen Raumgewinnen transformiert. Dann Facemask gegen #25 Arrington, der seinen Gegenspieler trotzdem den Catch machen lässt – erst dadurch kam der Ball überhaupt so weit nach vorne an die 11yds Line. 5 Plays, 80yds, Touchdown in nur 29 Sekunden.

Die Partie hat was von Patriots vs Carolina vor 11 Jahren, als auch nach langer Punktelosigkeit vor der Halbzeit alle Dämme brachen.

[01h50] New England 14, Seattle 7 | Q2 0:31. 22yds-TD Catch Gronkowski. Gronkowski in Manndeckung gegen LB #50 KJ Wright, lässt Wright auf einer Fade-Route stehen und fängt einen letztlich einfachen TD. Brutaler Drive der Patriots, die anfangs fast zu viel Zeit runterlaufen ließen, aber letztlich kannst du dich mit einem TD nicht beschweren.

Brady für Amendola, der Tackles aussteigen lässt zum 1st-Down. Kurz darauf springen die Seahawks im 3rd/3 ins Abseits – das passierte schon im Semifinale laufend (u.a. sogar mal ungeahndet bei der Sherman-INT) – diesmal bestraft. Dann tiefer Pass für RB #34 Vereen über die Mitte. Vereen läuft LB #54 Wagner auf und davon. Dann Kurzpass für Vereen und gleich danach der TD. 8 Plays, 80yds, Touchdown.

[01h33] New England 7, Seattle 7 | Q2 2:16. 3yds-Run Lynch, der sich im 3rd-Down durchwuchtet. Kein wirklich „runder“ Drive der Seahawks, die aber auch was machen, was wir schon angesprochen hatten: Versuch, tief zu gehen. Wilson lupft den Ball tief, 44yds für #13 Chris Matthews. Matthews wird noch von CB Arrington gehalten, hält den Ball aber nichtsdestotrotz fest. Danach Lauf, Lauf, Lauf zum TD. Matthews ist lt. Stecker der Mann, der letzte Woche den Onside-Kick fing. So oder so: Erster NFL-Catch für Matthews – und was für einer!

Vorangegangen war dem Big Play ein harscharf verwandeltes 3rd-Down von #89 Doug Baldwin. Die Wiederholung ließ einen generösen Spot der Refs vermuten, aber keine Challenge von Belichick. 8 Plays, 70yds, Touchdown.

[01h24] Punt New England | Q2 7:16. Drittes Down, Brady rutscht im Wurfversuch der Ball aus den Händen wodurch natürlich Deflate-Gate… äh? Wiederholung zeigt, wie ein unentschlossener Brady im letzten Moment zurückzieht. Incomplete, Punt. Wieder sehr schnell kollabierende Pocket. In der Defense wurde Sherman nun schon zum wiederholten Male in den Slot gestellt. New England bringt danach eine wenig WR-lastige Formation, die den Seahawks erlaubt, CB #27 Simon auszuwechseln.

[01h19] Punt Seattle | Q2 8:17. Wieder kein 1st-Down. Explosion #95 Chandler Jones, der von der Blindside aus kommend den flüchtenden Wilson von hinten zum Sack niederreißt. Dann Lauf ins Nichts und im dritten Down zwar wieder Zeit für Wilson, aber im Defensive Backfield wieder sensationelle Deckung: #26 Logan Ryan klebt wie eine Klette an #15 Kearse. Hautenger kannst du nicht decken ohne eine Strafe zu begehen.

Notieren wir uns mal die Starting Field Position als einen der heimlichen Faktoren in dieser Partie vor: Sämtliche Play by Plays sind aktuell down, aber gefühlt haben die Patriots hier bisher einen massiven Vorteil.

[01h12] New England 7, Seattle 0 | Q2 9:47. 11yds-Pass für #19 LaFell. Die Patriots attackieren ungeniert den jungen CB #27 Tharold Simon, der für den verletzten Lane reinkam: kurzer Slant für LaFell zum TD. #29 Thomas kommt zu spät, #27 Simon reagierte zu spät. Simon wurde schon zwei Plays zuvor angespielt, als er in einer Stack-Formation #11 Edelman verteidigte (17yds-Pass).

Bockstarker Patriots-Drive gegen eine Defense, die ihrerseits nicht viel falsch macht. Eröffnungs-Play ein Spielzug aus dem Playbook der Oregon Ducks: Links raus für #80 Amendola, der gutes Vorblocking bekommt und 16yds macht – gemessen an den Dimensionen in diesem Spiel ein veritables Big Play. Danach Kleingewichse fast ausschließlich um die Anspiellinie herum, mit allerdings einem eingestreuten Versuch, tief zu gehen: Gronkowski kam knapp nicht zum Zug. 9 Plays, 65yds, Touchdown.

[14h08] Punt Seattle | Q2 14:08. Wieder superbe Deckung der Patriots-Secondary und „vorne“ gutes Containment gegen Wilson, der zwar scrambelt wie ein McNabb in seinen besten Zeiten, aber er kriegt keinen Platz, außen vorbei zu laufen. CB #39 Browner wird in Manndeckung gegen #15 Kearse abgestellt und begeht zum Erstaunen aller keine Strafe. Aus Seahawks-Sicht etwas beunruhigend, dass die Receiver auch nach 8, 9 Sekunden nicht frei werden. Lochpass ins Leere, Punt.

Erstes Viertel

[00h58] Ende Q1 in Glendale. Ein schnelles Eröffnungsviertel in realer Zeit (weniger als eine halbe Stunde) geht mit einem Sack von Darrelle Revis gegen Wilson zu Ende: Wilson mit ewig viel Zeit zum Improvisieren, aber offensichtlich gute Coverage, und der Scramble misslingt.

Ein gemischtes Viertel aus Patriots-Sicht: Positiv dürfte vermerkt werden, dass man 18/6 Plays spielen konnte und schon einen Drive über mehr als 70yds zustande brachte – genau mit den erwarteten Mitteln. Negativ aber der Output: Keine Punkte, Turnover. Genau das – und auch das wussten wir – musste Brady um jeden Preis vermeiden. Seattles Defense ist ein Monstrum in der RedZone, dort wo die Räume enger werden.

[00h53] Interception #20 Jeremy Lane | Q1 1:39. Interception für Lane genau auf der Goal Line. Es ist 3rd-Down, Brady gerät unter Druck (#72 Bennett bricht wuchtig durch) und wirft einen Verzweiflungspass – ja, wohin denn? Kein Patriots-Spieler auch nur in der Zone. Für solche Fehler hat man den Terminus „Rookie-Fehler“ erfunden.

Zuvor ein exzellenter Drive der Patriots, die genau das umsetzten, was man sich von ihnen erwartet hatte: Schnelle Screen- und Swing-Pässe in die Flat-Zonen für das ganze Arsenal: Edelman, Amendola, Gronkowski, Hoomanawanui, Vereen – sie alle fangen Bälle. Dazu #29 Blount, der exzellentes Blocking ausnutzte und sich mehrmals schön die Lücken suchte.

Aber am Ende der tödliche Fehler. Lane verletzt sich im Return und wird in die Kabine gefahren.

[00h42] Punt Seattle | Q1 9:31. Seahawks beginnen – wer hätte das gedacht? – mit Laufspiel: Dreimal RB #24 Lynch, jedesmal über die Mitte in einen Bulk hinein. Es reicht für insgesamt neun Yards, also kein 1st-Down. Aggressive Patriots, die ganze Menschenberge bilden um Lynch darunter zu begraben.

[00h40] Endergebnis Abstimmung auf diesem Blog: New England wird von der Leserschaft mit 61.8% favorisiert.

[00h36] Punt New England | Q1 11:34. New England eröffnet mit drei Pässen: 1yds für Gronkowski und sicheres Tackling von #51 Irvin. Dann Flat-Pass links raus für #80 Amendola, der von CB Sherman manngedeckt wird. Sherman greift ins Leere (Schulter?) und Amendola fast zum 1st-Down. Im dritten Versuch ist RB #34 Vereen offen. Dann zwei Läufe über #29 Blount über die Mitte und eine Incompletion im dritten Down. Seattle rennt hernach in den Punter, aber die 5yds Strafe reichen nicht für eine neue Angriffs-Serie.

Erstanalyse zu Richard Sherman: New England stellt verschiedene Receiver gegen Sherman auf. Sherman geht die Motions mit den Gegenspielern mit anstelle auf seinem Slot links draußen zu verharren. Sherman greift bei einem Tackleversuch übel ins Nichts.

Pre Game

[00h27] Den Head-Ref hatten wir noch gar nicht: Bill Vinovich, ein Mann mit bewegter Geschichte, aber allen Stimmen nach einer der schlechtesten NFL-Schiedsrichter. Vinovich macht den Münzwurf selbst. Seattle gewinnt und deferred wie schon letztes Jahr. Damit erster Ballbesitz für die New England Patriots.

[00h25] Skittles! #DRINK

[00h21] Idina Menzel singt a capella 2:05min die Hymne, und während Belichick eingeblendet wird, pfeifen die Seahawks-Fans den Bill mitten in der Hymne nieder. SAT.1 hernach in bester Jim-Nantz Imitation, grüßt die Bundeswehr quer über die Welt („sie repräsentieren unser Land. Sie können den Superbowl über Bundeswehr-TV heute empfangen.“).

[00h12] Deutliche Lautstärkeunterschiede beim Einlauf der Mannschaften. Während die Patriots niedergepfiffen werden, brandet bei den Seahawks unter der Bittersweet Symphony hörbarer Jubel auf.

[23h50] Björn Werner bei SAT.1: Wir [die Spieler] lieben Marshawn Lynch. Wir feiern ihn total ab, schicken uns über Whats App, wenn er mal wieder eine Aktion in den Medien setzt. Du musst dir das vorstellen, du kommst vom Training zurück und dann warten sie schon alle, Frauen oder Männer, mit den Mikros. Die sind quasi in der Umkleidekabine drin, schauen dir bei dem zu, was du dort machst. Das ist echt anstrengend. Andrew Luck muss jeden Tag erzählen wie es ihm geht.

[23h40] Wechseln wir nach dem Vorgeplänkel zum Spiel. New England Patriots – Seattle Seahawks als 49te Ausgabe der Super Bowl. Es gibt keine nennenswerten Ausfälle auf beiden Seiten zu vermelden. Bei den Patriots ist C Bryan Stork im Kader, aber Belichick hat zusätzliche sieben Line-Männer für das Aufgebot abgestellt und dafür u.a. RB Jonas Gray einmal mehr geopfert.

Bei den Seahawks wird CB Sherman spielen, nachdem bis gestern nicht ganz klar war ob er der Geburt seines Sohnes beiwohnen werde. Sherman, FS Thomas und SS Chancellor stehen alle im Kader und dürften somit einsatzfähig sein. Chancellor soll beim Aufwärmen das Knie bandagiert gehabt haben. Die Legion of Boom damit komplett.

Vor und im Stadion sollen die Seahakws-Fans massiv in der Überzahl sein. Atmosphärisch erwarten die Blogger und Journalisten vor Ort quasi ein Heimspiel für Seattle gegen eine eher ruhige Patriots-Kulisse. Dass es im Stadion nicht zu laut wird, dafür sorgt offensichtlich die NFL, die zumindest das Stadiondach geöffnet lassen wird.

Aufwärmphase für Superbowl 2015

[23h31] Das soll es für die Aufwärmrunde gewesen sein. In wenigen Minuten mache ich den Liveblog für Super Bowl 49 auf. Zuerst wird wie alle Jahre das Stockwerk gewechselt, da die ersten Gäste bereits eingetroffen sind.

[23h02] Wunderschöne Impression von gestern Abend aus Seattle – der Space Needle in Seahawks-Farben beleuchtet:

[21h17] Büsschen was Statistik-lastiges für unsere Freunde: Nate Silver bei 538 über die durchaus überraschende Geschichte des Point-Spreads in der Super Bowl: The Strange, Strange History of the Super Bowl Spread. Im Hinterkopf können wir behalten, dass es in diesem Jahr quasi keinen Spread gibt, weil fast alle Wettbüros sich zwischen -1/+1 Punkten bewegen – in Fachkreisen bezeichnen sie das als Pick’Em (wähl dir deinen Sieger).

[21h12] Jürgen „King“ Kalwa in der FAZ über den deutschen Offensive Tackle in dieser Super Bowl: Sebastian Vollmer, einst Seabass genannt: Deutscher Gladiator im Super Bowl.

[21h07]

Rückblende: Vor zehn Jahren

[20h12] Heute haben die Seahawks die Chance, die Super Bowl zu verteidigen. Das letzte Team, dem dieses Kunststück gelang, war der heutige Gegner New England. Die Patriots gewannen vor fast genau auf den Tag zehn Jahren gegen die Philadelphia Eagles in Jacksonville mit 24-21 – damals zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren.

Es war damals eine eher sterile Super Bowl. Die Eagles sorgten für Furore mit ihrem Überschwang und ihrer Freude nach so vielen Jahrzehnten des Elends und nach damals drei verlorenen Conference-Finals en suite. Die Patriots marschierten damals mit dem Selbstverständnis eines FC Bayern ins Endspiel und ließen sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen, auch nicht durch mehrmaligen Rückstand zu Beginn.

Die Bilder nach Spielende waren eher von Erschöpfung und Kopfnicken geprägt als von ausgelassenem Jubel. Ein QB Tom Brady hielt eher eine politische Rede denn eine Siegeransprache. Es war die Zeit, in der man sich an die Dominanz der Patriots gewöhnt hatte.

Es war das damals letzte Spiel von beiden Coordinators des Bill Belichick. OffCoord Charlie Weis wechselte nach dem Spiel zu Notre Dame. DefCoord Romeo Crennell wurde Head Coach der Cleveland Browns. Am Ende des Spiels blieb ein selten rührendes Bild von Belichick mit Weis und Crennell im Arm. Crennells Defense ging in jener Partie mit einem letzten Knalleffekt aus der Partie.

Im ersten Viertel, als die Eagles mit viel Druck aus der Kabine kamen, gab es eine Sequenz, die ich mir später noch oft angesehen habe und die für mich für die Patriots jener Tage prägend wurden: Pass McNabb an die Endzone, Interception Asante Samuel und langer Return. Flagge, Strafe gegen LB Roman Phifer, neues 1st-Down Eagles. Nächster Snap, nächster Pass McNabb, ein saftlos in der Luft hängender Ball, und SS #37 Rodney Harrison segelt in den Ball – nächste Interception, und diesmal zählend. Nächster Eagles-Drive, wieder in Richtung entfernte Fieldgoal-Reichweite, 3rd-Down, Fumble des Tight Ends, mal wieder Turnover.

Das war keine unglaubliche Patriots-Defense, für die sie hinterher wegen markanter Typen wie Bruschi, Harrison, Seymour oder Law (in der Superbowl verletzt) gemacht wurde, aber es war eine sehr solide, die tatsächlich immer wieder das Näschen zu haben schien, die entscheidenden Plays in den rechten Momenten zu machen. Sie ließen mich auch lange glauben, dass Big Plays so steuerbar sind wie es das TV uns so oft erzählen will. Ich brauchte lange um mich von diesem Eindruck und dem überwältigenden Gegenbeweismaterial (Stichwort: Advanced Stats) überzeugen zu lassen.

Zehn Jahre später sind neben Belichick und einigen Coaches noch zwei Spieler mit dabei: Brady und DT Vince Wilfork, der damals als Rookie seinen ersten Ring holte. Ich wette, heute wäre die Freude überschwänglicher als damals.

Superbowl 2015 Preview & Prediction

[17h55] Superbowl 49 ist in der Tat ein auf dem Papier knappes Matchup. Man kann nachvollziehen, weswegen die Buchmacher keinen legitimen Favoriten ausmachen wollen und schlicht und ergreifend eine 50/50 Quote ausgeben. Die Unterschiede zwischen beiden Teams sind minimal. Ohne zum tausendsten Mal aufrollen zu wollen was andere hier und anderswo bereits geschrieben haben [1][2][3][4][5], gibt es doch ein paar letzte Anmerkungen.

Seattles Offense-Schlüssel liegen natürlich im Laufspiel. Seit C Max Unger wieder fit ist, funktioniert das Laufspiel über #24 Marshawn Lynch über die Spielfeldmitte wieder wie gerieben. Dem entgegen werfen die Patriots eine Laufverteidigung, die gegen zone blocking-Mannschaften der Güteklasse Miami, Baltimore oder Kansas City in dieser Saison üble Probleme hatte. Seattle spielt wiederZufalleswill auch Zone.

Auf Patriots-Seite bleiben die Fragen, welche Cornerbacks man auch welche Receiver ansetzt. Gemeinhin glaubt man, dass #24 Revis auf #89 Baldwin abgestellt wird, weil Baldwin als bester Seahawks-WR gilt. Weil jedoch WR #15 Kearse eher das deep threat darstellt und man den penalty-anfälligen CB #39 Browner möglicherweise nicht gegen Kearse abstellen will (40yds-DPI going to come), könnte es jedoch auch gemischte Deckungen geben. Seattles TE #82 Willson schien in den letzten Wochen immer wichtiger für den GamePlan zu werden. Wie wird New England dagegen reagieren?

Schließlich und endlich muss New England Pass Rush kreieren. DE #95 Chandler Jones wird sich gegen LT Okung aufreiben, LB #50 Ninkovich wird auf der gegenüberliegenden Seite nur sporadisch geschickt werden, da Ninkovich auch Aufgaben als Spy gegen QB Russell Wilson und seine Scrambles übernehmen dürfte. Daher sind einige Blitzes aus der zweiten Reihe von den Patriots zu erwarten: #91 Collins und #52 Hightower dürften einige Chancen bekommen – gegen Wilson, der nicht als souveränster QB gegen den Blitz gilt.

Seattle kann mit Laufspiel und dezent eingestreuten tiefen Bällen für Wunden in der Defense sorgen. New England schaut dagegen eindimensionaler aus. Dem Laufspiel über #29 Blount würde ich nicht vertrauen, selbst nicht gegen eine durch Abgänge und Verletzungen dezimierte Front-Seven bei Seattle. Der monströse DT #93 Kevin Williams dürfte auch 35jährig noch genug im Tank haben um zumindest die Mitte abzusichern, und dahinter gilt LB #56 Wagner als eines der größten Talente. Seit Wagner im November von Verletzungen zurückgekehrt ist, spielt Seattles Defense auf einem gänzlich anderen Level.

Bleibt der Pass. Tiefe Waffen hat New England außer vielleicht TE Gronkowski auf Seam-Routen nicht, was aber gegen die meisten Defenses kaum auffällt. Gegen Seattle könnte das Fehlen von deep threats aber bitterlich wehtun. Es lädt vor allem extrem viel Druck auf QB Tom Brady. Es wird unendliche Geduld von den Brady verlangen und rattenscharfe Präzision. Jede Strafe gegen die Offense, jede Incompletion bringt die Offense sofort in Kalamitäten – so zumindest sagt es das Skript.

Von Seattles Defense ist nicht zu erwarten, dass sie ihr Erfolgsrezept umstellen wird. Sprich: Cover-3, hartes Tackling, aber keine undisziplinierte Aggressivität. CB Sherman wird auf seinem angestammten auf der rechten Verteidigungsseite verharren und denjenigen WR bewachen, den die Patriots „opfern“ (vermutlich LaFell). Im Slot wird man wohl auf CB #20 Lane vertrauen, dass dieser Edelman / Amendola aus dem Spiel nehmen kann (je nachdem, wer nicht außen antreten wird), bzw. darauf vertrauen, dass FS #29 Earl Thomas tatsächlich die tiefe Spielfeldmitte komplett killen kann.

Ein extrem wichtiges Matchup wird jenes zwischen der „Defensive Interior“ der Seahawks und den Guards/Center der Patriots werden. C Stork ist ein Rookie, der gerade rechtzeitig zum Kickoff fit zu werden scheint. Spielt er, können die Patriots den Schwachpunkt Wendell auf Guard setzen. Stork/Wendell und Dan Connolly wird die Aufgabe zuteil, den Druck der Seahawks über innen einzudämmen. Keiner von ihnen ist hoch gedraftet. Bei den Seahawks lässt die Kadertiefe gerade auf dieser Position arg zu wünschen übrig, aber gerade ein Bennett gilt als Monsterwaffe auch von der Tackle-Position aus.

Kriegt Seattle ohne Blitz-Verstärkung Druck auf Brady zustande, ist das ein vielleicht entscheidender Gewinn für die Seahawks. Braucht es Blitzes, ist zu hoffen, dass Brady einen eher schwachen Tag gegen den Blitz hat. Kriegt Brady den Ball trotz allem schnell aus der Pocket, kann Seattle a) hoffen, dass die an der Anspiellinie so physische Deckung trotzdem hält oder b) darauf hoffen, dass New England mit seinem Kurzpassgewichse sowieso in jedem Drive acht, neunmal en suite fehlerlos bleiben muss.

Die Partie läuft nicht auf einen Shootout hinaus. Das lädt wiederum zusätzliches Gewicht in lange Special-Teams Returns und Turnovers, die in einem zu erwartenden Feldpositionskampf das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschwingen könnten. Bloß: Beide Teams sind nicht bekannt dafür, gegen Turnovers anfällig zu sein (NFC-Finale mal ausgeklammert).

Seattle ist für meine Begriffe noch immer knapp zu favorisieren, wenn wir das Zufalls-Moment mal auf Null setzen. Für die New England Patriots ist die Lage aber nicht aussichtslos. Sie brauchen allerdings ein großes Spiel ihres Quarterbacks und etlicher Rollenspieler. So oder so: Der Sieger wird sich für seinen Ring die Hände schmutzig machen müssen. Er wird den Ring am Ende redlich verdient haben.

Superbowl-Werbung 2015

[17h00] Die Super Bowl ist in den Staaten nicht bloß Sportevent und heimlicher Nationalfeiertag, sondern für den übertragenden Broadcaster (heuer: NBC) auch die Gelegenheit, Abermillionen durch den Verkauf von Werbespots einzunehmen. NBC soll zirka 4 Mio Dollar für 30 Sekunden kassieren.

Teure Werbeplätze erfordern gute Werbespots für ein Publikum, das in der Regel um die 100 Millionen Zuschauer und mehr im Schnitt beträgt. Auf diesem Blog habe ich stets die Budweiser-Clips angepriesen, die mit ihren Clydesdalern seit vielen Jahren für die Highlights sorgen (Beispiel 9/11). Letztes Jahr mixte man einen Welpen mit rein zu einem Clip, der wie erwartet alle Rekorde sprengte und millionenfach verlinkt wurde („Puppy Love“). Heuer schaltet Bud ein Follow-Up, das bei Youtube schon um die 18 Millionen Mal angeschaut wurde – „Lost Dog“:

Die besten der Superbowl-Clips 2015 hat das Magazin Ad Week schon vorab vorgestellt.

Sideline Reporter Drinking Game 2015

[16h20] Das offizielle Drinking Game von Sideline Reporter sei auch wieder angeführt, und nachdem es letztes Jahr keine Beschwerden für Anstiftung zum Alkoholismus gab, bleiben wir diesmal bei denselben Rationen. Für Bier empfehle ich heuer Tegernsee. Shots sind jedem freigestellt. Im Hause korsakoff wird es Klaren geben – zur Verdauung.

Ein Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Superbowl 49“ (in Worten: Superbowl neunundvierzig) sagt
  • Jedes Mal, wenn Cris Collinsworth „WOW!!!!!!“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Al Michael „huge“ wie „yiiiiudsch“ ausspricht
  • Für jede Einblendung von Russell Wilsons Tränen
  • Für jede Einblendung eines kaugummikauenden Pete Carroll
  • Jedes Mal, wenn Tom Brady und „Legacy“ in einem Satz erwähnt werden.
  • Für jede Erwähnung von „Glendale“ anstelle von „Phoenix“
  • Jedes Mal, wenn Seattle und „Dynasty“ im selben Satz verwendet werden.
  • Für jede Erwähnung von Seattles „12th man“
  • Für jede Erwähnung von „Legion of Boom“

Zwei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Frank Buschmann „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Marshawn „Beast Mode“ wird
  • Für jede Erwähnung von Lenny Kravitz
  • Für jeden Touchdown-Spike von Gronkowski
  • Jedes Mal, wenn sich Richard Sherman mit einem Arm den die Schulter hält

Drei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Joe Montana ist der beste QB aller Zeiten“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Tom Brady braucht diesen vierten Ring“ sagt
  • Für jede Erwähnung von Marshawn Lynchs Standard-Antworten
  • Wenn ein Kommentator „crunch Time“ erwähnt
  • Für jede Erwähnung von Seattles Halbfinal-Comeback

Ein Shot

  • Für Münzwurf HEADS
  • Für Münzwurf TAILS
  • Für jeden Turnover
  • Für jeden Punt
  • Für jede Interception gegen Russell Wilson
  • Für jeden Sack gegen Peyton Manning Tom Brady
  • Für jeden Wilson-Lauf bei der „read-option“
  • Für jedes verkickte Field Goal
  • Für jede gelbe Flagge
  • Wenn die Seahawks gewinnen.
  • Wenn die Patriots gewinnen.
  • Für die erste Overtime
  • Wenn ein QB MVP wird

Zwei Shots

  • Wenn kein QB MVP wird
  • Wenn die Hymne über 100 Sekunden dauert
  • Jedes Mal, wenn Spygate thematisiert wird
  • Jedes Mal, wenn Pete Carrolls Vergangenheit bei den Patriots erwähnt wird
  • Für jedes Personal-Foul
  • Für jeden Touchdown im Schlussviertel
  • Für die zweite Overtime

Drei Shots

  • Für die dritte Overtime
  • Für jede Erwähnung von „Deflategate“. Wiederhole die drei Shots, wenn jemand auf der Party über die Vorteile von nicht aufgepumpten Bällen referiert
  • Für jede Erwähnung von „Tom Terrific“
  • Für jedes Lächeln von Bill Belichick
  • Wenn Katy Perry zu mehr als 25% bekleidet ist

Vier Shots

  • Wenn Katy Perry zu weniger als 25% bekleidet ist
  • Wenn Katy Perry „I kissed a girl“ singt
  • Für jede Erwähnung von Gronkowskis Romanzen-Schnulze

Schnapsflasche auf Ex

  • Wenn Marshawn Lynch MVP wird und im Siegerinterview sagt „You know why I’m here“

Prost.

University of Phoenix Stadium

University of Phoenix Stadium, Glendale

University of Phoenix Stadium, Glendale – Bild: Wikipedia

[15h30] Das University of Phoenix Stadium ist die Heimstätte der Arizona Cardinals und Footballfans bekannt, weil es darüber hinaus etliche wichtige Spiele beheimatet, wie zum Beispiel die alljährliche Fiesta Bowl um Neujahr oder diverse BCS-Championships, aber auch die bedeutendste aller Super Bowls, die Ausgabe 42/2008, als das ungeschlagene New England im Endspiel gefällt wurde.

Die Arena ist 2006 eröffnet worden und hat sich seither als fixer Bestandteil der US-Sportwelt etabliert, auch als architektonisches Aushängeschild. Laut Architekten soll es die Form einer speziell in Arizona vorkommenden Kaktus-Pflanze inklusive umschlingender Schlange haben, aber tatsächlich erinnert das Teil auch wenn man sich schon längst daran gewöhnt hat noch immer an ein Spaceship gigantischen Ausmaßes.

Die Arena hat ein verschließbares Dach – wichtig für die Cardinals, die erst seit 1988 in Arizona spielen, aber bis zur Eröffnung dieser Arena fast nie im September spielen konnten, da es die Temperaturen im Vorgängerstadion nicht erlaubten. Die Arena hat auch einen ausfahrbaren Rasen ähnlich der Schalke-Arena. Im Normalbetrieb fasst sie zirka 63.000 Zuschauer, aber für große Events wie eine Super Bowl sollen über 70.000 zugelassen sein.

Sponsor des Stadions ist die private University of Phoenix, die nicht etwa wie man erwarten würde ein eigenes Footballteam ins Rennen schickt, sondern vielmehr eine Art Online-Universität für Erwachsene ist, eine For-Profit Organisation mit einigen Hunderttausend Studenten quer über die Staaten und darüber hinaus. Die Organisation hat durchaus auch ihre Kritiker, und es gerüchtelt immer wieder, dass öffentliche Fördergelder zur Finanzierung des Sponsorendeals (20 Jahre, 154 Mio. Dollar) abgezwackt wurden.

Das Stadion liegt in Glendale, einem westlich von Phoenix gelegenen Vorort. Nebenan steht das Hockey-Stadion der Phoenix Coyotes. Direkt in Phoenix konnte nie gebaut werden, weil zu wenig Platz und problematische steuerliche Gründe. Die Cardinals spielten vor Fertigstellung des Stadions fast zwei Jahrzehnte lang auf dem Campus der Arizona State University in Tempe am „anderen“ Ende der Stadt im Sun Devil Stadium. Das ist noch immer eine eher marode Angelegenheit, war aber immerhin auch schon einmal Austragungsort einer Super Bowl in den 90ern (Steelers – Cowboys).

Zurück in die Gegenwart: Für New England ist es die Rückkehr an den Ort der bittersten Niederlage der Vereinsgeschichte: 2008 gegen die New York Giants.


[12h30] Verabschiedung für einige Stunden auf die Skipiste. Mitnehmen werde ich zwei Podcasts, die in den letzten Tagen online gegangen sind: Die Grantland-Preview mit Bill Barnwell und Robert Mays sowie das Comeback des Hardcount-Podcastes, wo sich Flo Zielbauer und Benni Köpfle auf das Endspiel vorbereiten.

Superbowl-Matchup: NE Offense – SEA Defense

[11h53] Am Freitag hatten wir das Duell der Seahawks-Offense gegen New Englands Defense. Das „andere“ Matchup beschreibt Herrmann heute:

#1 Seattles „Man-free lurk“coverage

Damit hat Seattle letztes Jahr Denver im Super Bowl plattgemacht. Bei „man-free lurk“ spielen die LBs und CBs Manndeckung, Earl Thomas patrouillert tief, während Kam Chancellor kein eindeutige Aufgabe hat, sondern in der Nähe der LBs lauert oder umherschleicht („to lurk“). Chancellor sucht sich dann nach dem Snap einen Spot oder einen Gegenspieler, meistens bleibt er dabei in der Mitte und macht jede crossing route zu einem Himmelfahrtskommando. Wes Welker und Demaryius Thomas haben heute noch Albträume. Es macht den Raum zum Passen in der Mitte enger, aber vor allem eliminiert Chancellor die Yards After The Catch.

#2 Patriots „Wheel route“ gegen Cover-3

Seattle spielt natürlich auch immer jede Menge Zonenverteidigung, das gute alte Cover-3. Wie man ihnen da große Probleme bereiten kann, hat Denver in dieser Saison gezeigt. Der WR an der Seitenlinie läuft eine tiefe Route und zieht so den CB mit; in diese vom CB verlassene Zone läuft dann ein TE, von seiner Startposition läuft er in einem Bogen (oder eben „like a wheel“) Richtung Seitenline und vorwärts (Bild)

Tim Wright ist der ideale TE für dieses Konzept. Darüber hinaus haben die Patriots auch noch Mr. Weel Route himself: Shane Vereen. Der schnelle RB kann die weel route aus dem Backfield oder aus dem Slot heraus laufen. Dafür braucht es  aber akkurate lange Bälle und Zeit für den Quarterback.

#3 Gronkowski gegen Thomas & Sherman

Weil in den letzten beiden Wochen ja über viel, viel wichtigere Dinge geredet werden mußte, weiß keiner so genau, wie stark verletzt Earl Thomas und Richard Sherman sind. Thomas hat sich gegen Green Bay die Schulter ausgekugelt, Sherman hat eine Bänderverletzung im Ellbogen, gegen Green Bay mußte er in der Schlußphase seinen linken Arm mit dem rechten festhalten, hatte also keinen Arm zum verteidigen.

Mit dem Gronk sollten die Pats schnell versuchen herauszufinden, wie sehr Thomas und Sherman von ihren Verletzungen beeinträchtigt sind. Da jeder weiß, wie Seattle verteidigt, ist es recht einfach, Gronk in diese match-ups zu bekommen. Für Sherman stellt man Gronk einfach an die rechte Seitenlinie und attackiert Sherman mit dem „backside slant“ (alle anderen WRs/TE sind auf der anderen Seite, links), der „comeback route“ oder einem hohen „back-shoulder pass“, also alles Routen, die zu sehr physischen Duellen zwischen Angreifer und Verteidiger führen. Wenn nicht mit Gronk, dann kann man es auch mit dem großen und kräftigen Brandon LaFell versuchen. Oder ganz anders: mit dem kleinen wendigen Edelman.

Um in ein Duell mit Thomas zu kommen, braucht Gronk nur seine beliebte „seam route“. Dabei läuft er geradeaus zwischen hash marks und den Nummer auf einer Seite des Feldes; ist er durch die Zonen der LBs hindurch, muß Thomas ihn übernehmen. Kann Thomas sich mit allem was er hat in den zwei Meter großen, 120kg schweren Gronk werfen oder muß er seine Schulter schützen?

Hall of Fame Klasse 2015

[10h42] Achtköpfige Klasse in diesem Jahr, und wie immer nicht ohne Diskussionen. Bei drei Köpfen hält sich die Diskussion in Grenzen: Bill Polian, ehemaliger GM der Buffalo Bills und Indianapolis Colts, Ron Wolf, Funktionär bei den Packers, und Mike Tingelhoff, Spieler in den 70ern, gibt es zu wenige Beobachter, die besonderes beitragen könnten.

Intensiver diskutiert werden natürlich die bekannteren, weil aktuelleren Namen. Die fünf Reingewählten sind:

  • LB Junior Seau, LB bei den Chargers und zu seinem Karriereausklang bei den Patriots. Seau galt als bester Linebacker der 90er, bis ihm Ray Lewis ab der Jahrtausendwende etwas den Rang ablaufen konnte. Seau stand zweimal in der Super Bowl, verlor beide. Alle, die ihn gecoacht haben, sagen, er sei der beste Spieler gewesen, den sie gekannt haben. Seaus Leben nahm nach seinem Karriereende eine dramatische Wende: 2012 beging er Selbstmord. Ursachen waren Gehirnschäden infolge der langen Footballkarriere. Nachzulesen hier: Die dunkle Seite.
  • RB Jerome Bettis, genannt „Der Bus“, ein extrem stämmig gebauter Runningback aus den 90ern und 2000ern bei den St Louis Rams und später den Steelers. Bettis war ein Sympathieträger und mit seinem Karriere-Abschluss eine große Geschichte: Wollte 2004 aufhören, wurde dann von QB-Grünschnabel Roethlisberger überredet, noch ein letztes Jahr durchzuziehen, denn 2005/06 fand die Super Bowl in Detroit statt, Bettis‘ Heimatstadt. Pittsburgh wurstelte sich als sehr starkes #6-Seed Team tatsächlich in die Super Bowl und gewann. Bettis fumbelte im Viertelfinale in Indianapolis um ein Haar den sicheren Sieg weg – es war ein Moment, der in der ORF-Kommentatorenhistorie einen Hall-of-Fame Platz verdient hätte. Über die Karriere sammelte Bettis extrem viele Yards (#5 der All-Time Liste), aber nur 3.9yds/Carry. In seinen letzten Jahren war er nur noch Short-Yardage Back.
  • OG Will Shields, langjähriger Guard bei den Kansas City Chiefs. 12x Pro Bowl, 3x All Pro. Shields wurde auch bekannt, weil er in seinem Rookiejahr ein Spiel verpasste… und danach 13 Jahre kein einziges mehr. Brett Favre lässt grüßen.
  • WR Tim Brown, Heisman Trophy Gewinner und später ein wichtiger Wide Receiver bei den LA/Oakland Raiders und Tampa Bay Buccs. Brown hatte nur selten das Vergnügen, mit akzeptablen Quarterbacks zu spielen, fing trotzdem über seine lange Karriere 14.934yds (Top 3 der ewigen Bestenliste). Brown war auf der anderen Seite nie All Pro in seiner Karriere.
  • DL Charles Haley, fünffacher Super Bowl Sieger mit den Cowboys und 49ers. Haley steht in der Hall of Fame, weil er Ringe sammelte wie andere Briefmarken. Als Spieler hätte es deutlich bessere Alternativen gegeben. Haley schrieb nach seinem Karriereende aufgrund häufiger Aggressionsanfälle Schlagzeilen. Man schiebt diese Anfälle ähnlich wie bei Seau auf Gehirnerschütterungen während der langen Karriere.

Die NFL hat mit Bettis einen Charakterkopf, um den herum sie ihre Hall-of-Fame Zeremonie im August stricken kann, um so die tragischen Geschichten wie Seau und Haley zu verdecken. Ansonsten bleibt wie immer die Frage, ob Bettis tatsächlich einer Hall of Fame würdig ist – er ist sicherlich einer der schlechtesten RBs in der Ruhmeshalle.

Mehrere gute Kandidaten blieben außen vor: QB Kurt Warner schaffte es nicht und wird auch 2016 Schwierigkeiten haben, denn dann ist Brett Favre „eligible“ und wird mit Sicherheit gewählt. Noch krasser ist die Negierung von Warners Left Tackle zu Zeiten der Greatest Show on Turf: Orlando Pace, der als einer der besten Tackles ever gilt.

Kevin Greene wurde nicht gewählt: Greene war in den 90ern einer der „lautesten“ Pass Rusher, schaffte in kürzerer Zeit satte 59.5 Sacks mehr als ein Haley… aber Greene spielte nie mit guten Quarterbacks, gewann somit nie die Super Bowl, und ist für die Hall of Fame ein weiteres Jahr kein würdiger Kandidat.

Draußen blieb auch Marvin Harrison, der Mann, der von Peyton Manning die Bälle fing. Harrison, sagen alle, hätte ein besseres Resümee als mindestens Brown, Bettis und Haley gehabt. Aber Wide Receiver sind in der Ruhmeshalle eh eher selten. Harrison wird 2016 gewählt werden. Positiv für die Zeremonie: Man wird ohne Harrison keinen Feuerschutz um die Hall of Fame herum aufbauen müssen.

NFL-Awards 2014/15

[08h25] Die NFL-Awards werden seit einigen Jahren am Tag vor der Super Bowl vergeben. Keine Ausnahme diesmal. Es gibt auch recht wenige Überraschungen bei den Geehrten. NFL MVP wurde zum zweiten Mal nach 2011/12 der Packers-QB Aaron Rodgers, der wie allgemein erwartet den atemberaubenden Defensive End der Houston Texans, J.J. Watt, schlagen konnte.

Watt darf sich mit dem Gewinn des Defensivspielers des Jahres (zum zweiten Mal) zufrieden geben. Die Auszeichnung wirkt angesichts der Leistungen Watts im Vergleich zu seinen Artgenossen eine Spur zu leichtgewichtig und könnte ein Zeichen dafür sein, dass kein Abwehrspieler jemals mehr den NFL MVP abstaubt. Auf der anderen Seite: Der Zirkel der Verteidiger, die diesen Preis zweimal gewonnen haben, ist sehr, sehr klein. Watt befindet sich in erlauchter Gesellschaft, und nur der epische Lawrence Taylor hat ihn einmal öfters gewonnen.

Offensivspieler des Jahres wurde Cowboys-RB DeMarco Murray, der Free-Agent wird und 2014 fast verheizt wurde: 392 Carries, 1845yds, 13 TD plus 57 Catches für 416yds allein in der Regular Season. Murray hatte allerdings auch 6 Fumbles und die Hilfe der vermutlich besten Offensive Line der Liga. Runningbacks mit vielen Yards sind noch immer Lieblinge von MVP-Wählern, aber es hätte bessere Kandidaten gegeben, wenn man schon keinen QB als Offense-Spieler des Jahres haben will.

Murrays Teamkollege Dez Bryant zum Beispiel: 88 Catches, 1320yds, 16 TD in der Offense mit den zweitwenigsten Pässen. Das Steelers-Duo RB LeVeon Bell / WR Antonio Brown. Oder Patriots-TE Rob Gronkowski haben für meine Begriffe alle das bessere Resümee auf der Habenseite.

Offensiv-Rookie des Jahres wurde WR Odell Beckham jr von den Giants, dessen Stats sich mit 1300yds und 12 TD in nur elf Einsätzen fantastisch lesen. Überhaupt war es eine monströse Offense-Klasse mit etlichen Wide Receivern, die ihre großen Versprechungen überwiegend halten konnten.

Defensiv-Rookie des Jahres wurde Rams-DT Aaron Donald, zum Stand von heute vor einem Jahr noch für zu leicht für die NFL empfunden, aber gerade diese Leichtigkeit scheint Donald gegen die betonfüßigen Guards gut zu bekommen. Donald ist nur ein weiteres Monster in der furchterregenden Defensive Line in St Louis.

Coach des Jahres wurde wenig überraschend Bruce Arians von den Arizona Cardinals: Ein Team so dermaßen über seinen Verhältnissen zu 11-5 Siegen geführt, dass es fast schon weh tat mit anzuschauen, wie die QB-losen Cardinals in den Playoffs vorgeführt wurden. Sein DefCoord Bowles, jetzt Headcoach bei den Jets, wurde Assistenzcoach des Jahres. Auch hier hätte ich einen besseren Kandidaten gehabt: Cowboys-DefCoord Marinelli.

Comeback-Spieler des Jahres ist TE Rob Gronkowski von den New England Patriots. No surprise.


[07h15] Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Heute ist Superbowl Sunday, inoffizieller nationaler Feiertag in den Vereinigten Staaten. Ausgabe 49: New England PatriotsSeattle Seahawks. Kickoff ist um 0h30 MEZ in Glendale, Arizona. Wir haben uns in den letzten Tagen intensiv mit dem Spiel und den Geschichten rundherum auseinandergesetzt.

Unter dem Tag Super Bowl 2015 Preview habe ich die relevanten Artikel auf eine Seite zusammengefasst, wobei ich mir erlaubt habe, auch Einträge aus den letzten Jahren zu den Patriots und Seahawks mit in die Liste aufzunehmen, schließlich sind beide Mannschaften weniger ein Zufallsprodukt, sondern Teams, die seit einigen Jahren mit dem einen Ziel gebaut wurden: Hier und heute antreten zu dürfen.

Darüber hinaus steht heute wieder sachtes Eingrooven über den ganzen Tag auf dem Programm. Der Eintrag ist hiermit eröffnet.

Alle Infos zu Super Bowl 2015 in TV und Internet

Super Bowl XLIX findet in der Nacht von Sonntag, 1. Februar auf Montag, 2. Februar 2015 statt. Die beiden Kontrahenten sind die New England Patriots und die Seattle Seahawks. Kickoff der Partie ist um 0h30 MEZ. Austragungsort ist das futuristische University of Phoenix Stadium in Glendale/Arizona, womit uns eine Diskussion um ein ach so schlimmes Wetter wie vor einem Jahr erspart bleibt: Arizona = Wüste = Dach über der Hütte. Weiterlesen