Was lernt man bei Savannah State?

Wie man ohne Karten in den Super Bowl kommt. Die beiden Studenten der Savannah State University mit einer Videodokumentation, wie sie an sämtlichen Securitys vorbei in den Superdome kamen. Was sie nicht zeigen: Wie sie den Stromkabel gezogen haben. Vielleicht kommt das dann in der vollen Dokumentation. Bis dahin müssen dürfen wir uns mit der Kurzfassung begnügen vergnügen. Und die ist sehr, sehr köstlich.

Superbowl 47 – Nachklapp und Wundenlecken

Viele Gedanken, die mir zur Superbowl 2013 durch den Kopf gehen, habe ich bereits am Montagmorgen im Liveblog platziert. Heute noch eine etwas dezidiertere Rückblende mit ein paar Tagen Abstand.

Ein Gruß dem Champion

Es war das dritte Mal in den Playoffs, in dem die Ravens als klarer Außenseiter gegen eines der besten NFL-Teams gewannen. Dreimal setzte ich mit zehn oder mehr Punkten gegen Baltimore, dreimal konnte ich damit baden gehen. Das Gesamtbild der Baltimore Ravens 2012/13 ist immer noch overachiever, ein insgesamt mittelmäßiges Team, das im wahrsten Sinne die Hochform im rechten Moment hatte. Insofern: Am Titelgewinn gibt es nix zu rütteln. Sollte es auch nicht. Es liegt in der Natur der National Football League, dass auch durchschnittliche Teams die Pokale stemmen können.

Die Ravens waren die komplette Regular Season über ein waidwundes Team, das sich durchlavierte. Ende Dezember deutete nichts drauf hin, dass sie in den Playoffs aufgeigen würden. Die Niederlagenserie zum Saisonende hin war nur logische Folge einer wochenlangen Formkrise.

Die Playoffs waren deutlich besser. Die unerfahrenen Colts in der ersten Runde waren kein Gegner. Aber danach nacheinander mit Denver, New England und San Francisco drei der vier größten Titelfavoriten zu stürzen – alle Achtung. Die Ravens der Playoffs waren besser als jene der Regular Season. Sie brauchten gütliche Mithilfe des Gegners in Denver, um in einem Klassiker durchzukommen. Sie pulverisierten New England auswärts. Und sie waren ebenbürtig in der Superbowl.

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass ich nix von der These „sie haben gewonnen, also waren sie besser“ halte. Football ist komplizierter. Superbowl 47 war ein Duell zweier sehr gut aufgelegter Mannschaften, in denen die glücklichen Fügungen viel Musik machten. Ein Spiel, in dem nur ein Zufallsevent anders ausgehen, nur einmal ein Referee in eine andere Richtung schauen muss, und wir haben einen anderen Sieger und unsere Wahrnehmung des Spiels, beider Teams, der kompletten Saison, ist eine diametral andere.

Insofern: Same procedure as last year. Same procedure as (nearly) every year.

Der Erscheinungsbild der Ravens direkt nach dem Spiel war überraschend demütig. Schwanzgetriebene Parolen aus dem Ravens-Lager suchte man vergebens. Flacco machte nicht einen auf Clown, sondern blieb auf dem monströsen Siegespodest „Joe Flacco“. Selbst Ray Lewis verzichtete auf einen völlig überzeichneten Auftritt.

Gratulation, Baltimore Ravens.

Respekt dem Vize

Bei den San Francisco 49ers kann eine Ära anstehen. Der Kern der Mannschaft ist jung. Bis auf die teure Vertragsverlängerung für LB Ahmad Brooks, die das Front-Office in meinen Augen noch bereuen wird, sind viele Personalfragen bereits geklärt, und man dürfte noch den einen oder anderen Penny im Tausch für QB Alex Smith abstauben.

Paar Pennys Lehrgeld zahlte QB Colin Kaepernick, dessen kleine Flauseln bitter gerächt wurden: All-22 zeigte, wie Kaepernick offene Receiver links liegen ließ, und dazu gesellte sich das extrem teure Timeout (in Zahlen: 40sek + 8sek Safety + 15yds Feldposition – 2 Punkte) in der Schlussphase (plus ein weiteres bereits im dritten Viertel). Es sind Peanuts, wenn man sich vor Augen führt, wo Kaepernicks Karriere aktuell steht. Das Gesamtbild Kaepernicks vom Sonntag porträtierte einen extrem potenten Quarterback, dem man seinen Grünschnabel noch ansah.

Head Coach Jim Harbaugh hatte nicht seinen besten Tag. Die 2pts-Conversions werde ich noch in einem gesonderten Eintrag behandeln. Brian Burke zeigt aber noch mal en detail auf:

Die Broadcaster

Die Quoten für CBS waren in den USA sehr gut. Die Medienkritiker stellten nach der Superbowl vor allem CBS-Kommentator Phil Simms in den Senkel [1] [2]. Phil Simms war in der Superbowl… Phil Simms. Nicht gut, nicht unterirdisch, sondern, wie immer, störrisch, banal und simpel. In der US-Kritik kommt nicht nur Simms schlecht weg, sondern insbesondere auch die gesamte in Stromausfallszeiten hilflose CBS-Crew. Ich war während der Superbowl kurz im Gamepass drauf: Als die Lichter ausgingen, war mit einem Mal Simms‘ Stimme weg, dann zirka eine halbe Minute tonloses Bild. Dann ging man in die Werbung und ließ anschließend die hilflosen Steve Tasker und Solomon Wilcots an der Seitenlinie am langen Arm verhungern. Tasker und Wilcots machten ihre Sache noch relativ gut, konnten aber kaum Informationen mit Mehrwert präsentieren, obwohl CBS einen eigenen Mann im Kontrollraum des Superdomes hatte!

Das Klatschblog Deadspin.com hat sich derweil das generelle Phänomen des Studiopundits vorgenommen. Der Artikel trifft meiner Meinung nach genau den Kern des Problems:

In fact, it’s less than nothing. For $2 million a year, you get Dan Marino clumsily attempting to justify the fact that he makes $2 million a year. There is a phony pomposity to virtually all pregame shows, in which the analysts present their empty opinions as scriptural pronouncements. But deep down, they must know that they’re eminently replaceable. They must know that they can and should be fired any second because they offer nothing of value. You can see that insecurity play out on pregame shows week after week in the form of strained laughter and guys going into three-point stances on tiny sections of studio FieldTurf. These are all men who must know they’re wasting your time, and must therefore inflate themselves on the air in order to hide that fact. Take it from someone who knows: The more that you suspect you’re a fraud, the louder you’ll talk.

CBS mit seiner nichtssagenden Runde. ESPN mit einer Ansammlung an fast einem Dutzend abgehalfterter Superstars, die nix als Phrasen abwarfen… ich weiß, warum ich mir den Quark seit Jahren nur mehr per verunfallter Fernbedienung reinziehe.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass ich die deutsche Übertragung von SAT.1 sehr brauchbar fand. Es waren erfreulich wenige Werbepausen dabei und das Kommentatorenduo Buschmann/Stecker zeigte diesmal im Vergleich zum letzten Jahr wohltemperierte Lautstärke, und Stecker auch mit guten Erklärungen. Die elendig lange Werbepause wurde mit einem Interviewer am Spielfeldrand überbrückt, der sogar die mexikanische Skandalnudel Ines Sainz vors Mikrofon brachte (es klang allerdings nicht so, dass sich SAT.1 dessen bewusst war). Die Interviews nach Spielende waren – wie von allen TV-Stationen in aller Welt gewohnt – null Wert.

Fazit mal wieder: Sportitalia 2 > SAT.1 > CBS.

Super Bowl Champions 2012/13: Baltimore Ravens

Mit einer wieder mal beeindruckenden Leistung haben die Ravens auch das vierte Playoffspiel in Folge gewonnen und konnten so am Sonntag die Lombardi Trophy mit nach Hause nehmen. Und sie haben es auch verdient. Sie waren die bessere Mannschaften, ihr Quarterback hat deutlich besser gespielt als San Franciscos und ihr Head Coach war aggressiver beziehungsweise mutiger als sein Bruder.

Trotzdem wird Weiterlesen

Wo kann ich Super Bowl XLVII sehen?

Kickoff

So/Mo 3./4.2. 2013
0h30.

Vorneweg: Die Superbowl 2013 am Sonntag ist auf erfreulich viele Kanälen zu sehen. Noch besser: World-Feed freie Zone. Nachfolgend eine Auflistung der zu empfangenden Superbowl-Übertragungen quer durch die Lande, plus ein paar Superbowl-Partys. Zuallererst aber ein Verweis für den heutigen „Media-Day“ aus New Orleans: Live und for free zu sehen ab 16h MEZ im NFL-Network Stream bei NFL.com.

Deutscher und italienischer Sprachraum

NFL GamePass – Internet-Stream; die GamePass-Übertragung wird den originalen CBS-Feed mit allen Superbowl-Werbespots und den Kommentatoren Nantz/Simms übernehmen (Quelle: NFL-Gamepass Support). Zum GamePass hier entlang.

Was diese Woche im NFL-Network so an Superbowl-Programm empfangbar ist, wird hier gelistet.

ESPN America – übernimmt in der Vorberichterstattung wohl wieder den lärmigen ESPN-Feed und hüpft dann etwas nach Mitternacht ins Stadion; welche Übertragung (CBS, World Feed) es geben wird, kann ich aufgrund uneiniger Quellen nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass es das leichte Downgrade zu Nantz/Simms sein wird: Bob Papa und Joe Theisman… also der World Feed. Papa ist ein passabler Mann; wer sich aber einen Gewaltigen raufpausen möchte (Stichwort: Drinking Game), sollte es für Theisman und „really nice play“ machen. Prost.

Aber wir haben Gott sei Dank Alternativen. Zu den länderspezifischen Eigenheiten.

Zusätzlich länderspezifisch

Deutschland – Deutschland mal wieder mit dem größten Angebot. SAT.1 wird mit den Kommentatoren Frank Buschmann und „Vize“ Jan Stecker live aus dem Stadion kommentieren, und ist gemessen an der Vorstellung vom letzten Sonntag der Qualität des NFL-World Feeds und Nantz/Simms haushoch überlegen. Die Übertragung wird geo-getagged für Deutschland bei ran.de gestreamt.

Für ein spezielleres Fachpublikum sollte SPORT1+ mit deutscher Kommentierung die Anlaufstation sein; Markus Krawinkel und Florian Berrenberg werden kommentieren. Der Sender ist allerdings Bezahlsender.

Zumindest im Norden Deutschlands dürfte auch teilweise die britische BBC-Übertragung zu sehen sein, die schon in der Vergangenheit des Öfteren extrem gelobt wurde.

Österreich – die hochgelobte PULS4-Show wird wieder aufmarschieren: PULS4 überträgt das Spiel mit Kommentierung von Walter Reiterer & Michael „The President“ Eschlböck und hat selbst in New Orleans einen Mann vor Ort; die Expertenrunde wird aus dem neuen PULS4-Studio kommen; Moderation: Christian Nehiba, und dabei u.a. auch Tobias Oberzeller, Pasha Asiladab und Referee Bojan Savicevic. Mit dabei sind auch wieder die Cheerleader und diesmal auch eine Blasmusikkapelle. Weitere Infos: Hier entlang.

Schweiz – SRF 2 überträgt ab 22h45 mit Vorberichterstattung und steigt ab 23h55 in die Liveübertragung ein. Mit in die Übertragung eingebunden ist der schweizerische Offensive Liner der Florida State University, Daniel Glauber. Wer kommentiert, ist mir nicht bekannt (Sascha Ruefer?).

Italien – Sportitalia 2, empfangbar via DVB-T. Zwar ist nicht das Bild, sondern nur die Kommentierung „HD“, aber der fantastische Matteo Gandini macht da vieles wieder wett. Wichtige Touchdowns arten schnell mal zu Arien á la Sudamericana aus. Zumindest in Südtirol ist die SAT.1-Übertragung auch über Satellit empfangbar.

Super Bowl Partys

Viele Superbowl-Partys wieder querbeet durch alle Lande. In Österreich muss man sich beeilen, wenn man noch diverse letzte Resttickets bekommen will (alle größeren Feten sind bei Football-Austria gelistet). In Deutschland ist in der Nacht auf Montag so viel los, dass der Überblick längst verloren gegangen ist; ich verweise daher nur auf die Party in der Münchner TonHalle mit ESPN America und den Sofa-Quarterbacks [Facebook-Seite]. Ab 21h30 werden Andreas Renner und Nicolas Martin dort live auftreten; die Sendung wird live bei GFL TV gestreamt.

Wer lieber aufs leise Dachkämmerlein steht, für den wird es vielleicht wieder Liveblogging auf diesem Blog geben; dieses Jahr ohne Uni-Prüfung am Montagmorgen. Dafür wieder mit Weißwurst und Brezl.