College Football 2019 Preview: Die Atlantic Coast Conference (ACC)

Die Atlantic Coast Conference (ACC) ist eine eigentlich wenig glamouröse Conference entlang der Atlantikküste. An Aufmerksamkeit wird sie deutlich von den westlich angrenzenden Big Ten Conference und der Southeastern Conference (SEC) in den Schatten gestellt. Weiterlesen

Football heute

Labour Day Classic

Bei ESPN America: Um 22h live aus Regina/Saskatchewan: Die größte Rivalität der CFL, Saskatchewan Roughriders vs. Winnipeg Blue Bombers. Eine triste Partie: Nach dem gestrigen Spitzenspiel der beiden Divisionsersten heute die beiden Letzten.

Saskatchewan hat nach 3-0 Start seine letzten fünf Partien allesamt verloren und ist durchgereicht worden. Der GM ist gerade fleißig am Beruhigen, HC Chamblin scheint vorerst auch unangetastet zu bleiben, während die Spieler diese Woche einen „Player-only“-Abend veranstaltet haben, über dessen Inhalt sich alle fleißig ausschweigen. Überhaupt finde ich die Aufregung etwas übertrieben: Vier von fünf Niederlagen waren mit einem einzigen Score Differenz.

Bei Winnipeg sieht es schon anders aus. Der Vorjahresfinalist, bei dem ich bereits ein happiges Jahr angekündigt hatte (*Schulterklopf*) feuerte diese Woche den streitbaren Head Coach Paul LaPolice. Winnipeg ist 2-6 und dabei 2-2 in engen Spielen. Vor drei Wochen habe ich mal ein Viertel von den Bombers gesehen; war absolut nicht grauenhaft und auch die Ergebnisse schrien eigentlich nicht nach „Entlasse! Entlasse!“ – letzte Woche nur knapp gegen den Ligakrösus BC verloren.

College Football Auftaktwochenende continued

Um 5h bitteschön als Tape: Syracuse (ACC) vs. Northwestern (Big Ten). Zweimal Teams mit relativ kleinen Ambitionen in dieser Saison (v.a. Northwestern mit HC Pat Fitzgerald will diesmal eher kleine Brötchen backen). Aber beidesmal Teams mit schönen Trikotfarben: Syracuse und sein Orange, Northwestern und sein elegantes Lila/Violett.

College Football 2011/12 Preview: Big East Conference

Teil 6 der großen Saisonvorschau im College Football features: Big East Conference, die erste der BCS-Conferences, d.h. der Conference-Champ bekommt auf alle Fälle einen Platz in einer der lukrativen BCS-Bowls, unabhängig von seinem Ranking in den Polls. Beheimatet im Nordosten der USA, mit einem ganz großen Ausreißer, der University of South Florida, die ein paar tausend Meilen weiter südlich im Tampa spielt, sieht man die Big East seit Jahren auf dem absteigenden Ast, nachdem Miami, Virginia Tech und Boston College gen ACC abgewandert sind. In anderen Worten: Nicht wenige sind der Meinung, dieser Conference müsste der automatische Startplatz in der BCS-Bowl entzogen werden.

Gegenreaktion: Ab 2012 werden die TCU Horned Frogs dort mitspielen. TCU liegt im fernen Forth Worth (nahe Dallas), dessen Werbeslogan „Where The West Begins“ dann eigentlich in „Where The East Ends“ umgetauft werden müsste.

Ohne TCU wird sich in diesem Herbst ein Trio um den BCS-Bowlplatz balgen. Top-Favorit sind dabei die West Virginia Mountaineers, trotz ihrer turbulenten Offseason inklusive Intrigen und Selbstbereinigung im Trainerstab. Den merkwürdigen Umständen rund um das Mobbing gegen OffCoord Dana Holgorsen habe ich bereits im Juni einen eigenen Blogeintrag spendiert – Dochnichtalki Holgorsen ist nun ein Jahr früher als gedacht Cheftrainer.

Und Holgorsen steht für Offense, bedingungs- und gnadenlos. Wer vor zwei Jahren Houston (College-Variante namens „Cougars“) und letzen Herbst die Oklahoma State Cowboys gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist. Hier wird die famose „Air Raid“-Offense rauf und runter gespielt, ein Erbe des zwielichtigen Mike Leach.

„Air Raid“ bedeutet: Konsequentes Spiel aus der Shotgun-Formation, mit 4 WR und 1 RB, zigtausende schnelle, kurze Pässe über die Mitte und noch mehr Yards after Catch. Holgorsen hatte zuletzt in Oklahoma State mit Kendall Hunter einen famosen Running Back, der in West Virginia abgehen wird, wie auch ein monströser Wide Receiver á la Justin Blackmon. Man darf also erwarten, dass hier die Freunde vom Weswelker-Spiel feuchte Höschen bekommen werden – und die Mitte des Spielfeldes besonders liebevoller Platzwart-Pflege bedürfen wird.

Ich bin gespannt, wie sich Offensivgenie Holgorsen als Cheftrainer machen wird, ein Job, der dann doch mehr Qualitäten als simples Play Designing erfordert. Allerdings scheint Holgorsen im ultra-enthusiastischen Morgantown aktuell kritikfreies Objekt zu sein – wir erleben hier den BigEast-Favoriten 2011/12.

Unterhaltsam in Sachen „Trainersessel“ war es auch bei den Pittsburgh Panthers, allerdings noch in der Winterzeit. Der langjährige Coach Dave „Schnäuzer“ Wannstedt wurde trotz ordentlicher Bilanzen wegen zu einschläferndem Spielstil gefeuert und gegen den ambitionierten, aber unkoscheren Mike Haywood ausgetauscht. Haywood war dann ganze 16 Tage Chef, bis er zu Sylvester wegen häuslicher Gewalt (ergo: die Mutter seines Sohnes im Würgegriff gehalten) und zu negativer Presse wieder rausgeworfen wurde. Notnagel, aber immer noch zufriedenstellende Lösung: Todd Graham, der aus Tulsa kommt und nun die ultralangweilige Wannstedt-Offense gegen eine No-Huddle/Spread-Offense eintauschen soll. Welch Überraschung: Sämtliche Vorbereitungsbeobachter sprechen von massiven Timing-Problemen. Als Kollateralschaden der winterlichen Trainerposse könnte sich in einigen Jahren die ausgedünnte Recruiting-Klasse erweisen.

Dritter im Bunde der Favoriten: Die South Florida Bulls mit ihrer leidenschaftlichen black’n’blue-Defense, die keine Knochen verschont lässt. Der Hund liegt in der Offense begraben, wo der inakkurate Scrambler QB B.J. Daniels ein Unsicherheitsfaktor ist und immer wieder Spiele mit zwei oder drei Turnovers einstreut. Persönlich gefiel mir Daniels in der Meineke Car Care Bowl gegen Clemson so übel allerdings nicht (31-26 Sieg). Mit RB Darrell Scott kommt übrigens ein einst brutal gehypter Back frisch aus Colorado. Dort war Scott eine große Enttäuschung.

Star auf der Uni in Tampa ist Head Coach Skip Holtz, der Sohn der Legende Lou, und seit eineinhalb Jahren am Steuer. Holtz könnte die Schlüsselfigur für dieses aufstrebende Programm werden und hat schon bei East Carolina gezeigt, wie man eine Offense innerhalb weniger Jahre titelfähig macht. Einmal Holtz auffm Trainersessel und einmal Notre Dame als Saison-Opener: Gebt mir ESPN mit Lou Holtz in der Pregame-Show!

Abseits der Top 3

In Schlagdistanz könnten sich die Cincinnati Bearcats befinden, deren Ansprüche nach dem sensationellen Aufenthalt von Head Coach Brian Kelly (2007-09, jetzt Notre Dame) in die Höhe geschnellt sind – kuschelige sieben Siege werden nun nicht länger akzeptiert. Butch Jones hatte schon bei Central Michigan Erfahrungen als Kellys Nachfolger gemacht und dort für neue Höhenflüge gesorgt. In Cincinnati gab es eher einen auf’s Maul: 4-8 in der Debütsaison, vor allem dank katastrophaler Defense. Diese sollte heuer erfahrener sein, wie auch QB Zach Collaros, der mit der konservativeren Offense von Davis nicht recht zurechtkommen wollte. Diese Saison gilt noch einmal als Aufbausaison, aber 2012 wird es mit brutalem Schedule Zeit, dass die Bearcats wieder zur Hochform auflaufen.

Wie Cincy hatten auch die Louisville Cardinals vor wenigen Jahren mal eine Blütezeit unter einem großen Coach („groß“ wirklich nur im Sinne von „Coach“, es handelt sich um Windhund Bobby Petrino) und seitdem nur Enttäuschungen. Seit eineinhalb Jahren coacht nun der schwarze Charlie Strong, der so manchem Unipräsidenten bereits öffentlich Rassismus unterstellte, nun aber endlich den verdienten Chefsessel bekam, nachdem er masisiv an Floridas Titelgewinnen beteiligt war. Strongs Mannschaften spielen wie selbiger: knüppelhart. Passend dazu der QB Will Stein, ein ehemaliger Walk-on, ohne auffallende physische Attribute, aber der einnehmende Leadertyp. Strong muss ansonsten auf zig Abgänger verzichten und sich mit einem chaotisch zusammengestellten Kader plagen. Nicht die allerbesten Voraussetzungen.

Titelverteidiger in der Big East ist das Sensationsteam der Connecticut Huskies. UConn, ebenso NCAA-Basketballchamp zur Zeit, erlebte aber im Anschluss an die Fiesta Bowl eine herbe Enttäuschung: Head Coach und Vaterfigur Randy Edsall floh gen Virginia. Wer gedacht hatte, hier sei eine Dynastie am Horizont erkennbar, fühlte sich getäuscht. Der neue Coach ist Paul Pasqualoni, ein Urgestein und einstiger McNabb-Entdecker, und er muss eine tote Offense beleben, deren Top-RB Jordan Todman in die NFL ging.

Pasqualonis Ex-Uni: Syracuse, wo die Orange in ihrer Halle eine Dekade des Siechtums hinter sich haben, zufällig genau seit Pasqualonis Abgang. Unter Offensivgenie Doug Marrone geht es zuletzt wieder aufwärts, aber bizarrerweise genau wegen der DEFENSE, die ganze 164yds/Spiel zulässt. Las man, nur um dann einen Kollaps in der Pinstripe Bowl zu erleben. Quarterback ist mit Ryan Nassib einer, der lieber den Ball in den dritten Rang schmeißt als irgendwo in die Nähe eines Abwehrspielers – wichtige Essenzien für Syracuse, aber ungebräuchlich für eventuelle NFL-Ambitionen.

Und damit zum vermeintlichen Bodensatz der Big East: Rutgers. Vor zwei Jahren hätte das lachhaft gewirkt, die Scarlet Knights aus New Jersey waren unter dem omnipräsenten Greg Schiano schnurgerade auf dem Weg nach oben – und das auch noch mit den zweitbesten Noten im Prüfungssaal landesweit! – aber Abgänge und interne Reibereien haben für sehr niedrige Erwartungen in dieser Saison gesorgt.

Teil 7 morgen: Die letzte non-BCS Conference. Mit zwei mittlerweile sportlichen Schwergewichten und zwei gefährlichen Außenseitern.

Bowl Season 2010/11, Tag 10: In Nashvilles Bowl steckt eine Menge Musik und Locker ist nicht locker

Sollte der 29.12. „fett“ sein, fehlt für den 30.12. das passende Vokabel. Vier Bowls, verstreut über die Staaten. Dallas, New York, Nashville, San Diego – jede Region hat ihre Bowl. Von 18h bis um halb acht Uhr morgens gibt es volles Programm.

Bell Helicopter Armed Forces Bowl

Do., 30.12. um 18h live bei ESPN America

Southern Methodist Mustangs – Armed Forces Black Knights

Auf der einen Seite spielen die Black Knights von der US Army. Ein sehr laufintensives Team, für Freunde der Option-Laufspielzüge wie geschaffen. Man bedenke: Die Army wirft im Schnitt nur 10x pro Spiel, bei 56 Läufen!

Für den Clash der Kulturen sorgt der Gegner. Denn der kommt mit einer sehr passgewaltigen Offense daher: Run and Shoot nennt sich das System von Head Coach June Jones. Jones ließ diese Offense schon zu Zeiten als NFL-Coach in Atlanta spielen, scheiterte damit grandios (wer erinnert sich an Jeff George?). Jones war 1998 nochmal für kurze Zeit Interimscoach in San Diego, ehe er zu einem am Boden liegenden College wechselte: Hawaii. Trotz minimalem Budget krempelte Jones die Hawaii Warriors um und machte sie zu einem der passgewaltigsten Programme. Jones gab sich extrem gewandt im Umgang mit den Medien und mutierte in Manoa zum Publikumsliebling. Das konnte ihn Ende der 2007er-Saison aber nicht davon abhalten, seine Zelte unter den Vulkanen abzubrechen – nach einer (verlorenen) Sugar Bowl(!)-Teilnahme.

Jones wiederholte sein Spielchen und ging in den Süden der USA, wieder zu einem aberwitzig kleinen Programm. Besser gesagt, einer Uni, die vor Urzeiten mal guten Football hatte spielen lassen – bis sie 1987 dabei erwischt wurde, wie sie Athleten bezahlte. Ein Unding. Wofür heute die USC (Reggie Bush!) mit einer Bowl-Ausladung und Auburn (Cam Newton!!!) mit einer lächerlichen Abmahnung „bestraft“ werden, dafür musste diese Uni annodazumal die „Todesstrafe“ (siehe auch „Pony Excess“ aus der 30 for 30-Serie von ESPN) einstecken: Eine Saison Sperre, jahrelangen Verlust von Stipendien und Verlust der kompletten Mannschaft. Mehr als 20 Jahre lang litt diese Uni unter den Sanktionen, die das komplette Programm in Schutt und Asche gelegt hatten.

Auftritt June Jones. Er unterschrieb im Jänner bei eben dieser Southern Methodist University. Kurz: SMU, gelegen in einer Enklave von Dallas. Eine Uni, die der Footballwelt RB Eric Dickerson und AFL-Gründer Lamar Hunt geschenkt hat und George Double-U Bush seine Ehefrau. Eine Uni für Jus-Studenten, gegründet 1911, der evangelisch-methodistschen Kirche gehörend, und mit dem Mustang im Football-Logo.

SMU spielt unter Jones nun zum zweiten Mal hintereinander in einer Bowl. Im Vorjahr, bei Jones’ Rückkehr nach Hawaii, gewann man die Hawaii Bowl. Nun spielt Jones wieder daheim: Die Armed Forces Bowl (ausgetragen seit 2003) wird im Stadion der Mustangs ausgespielt. Grund: Das reguläre Stadion, jenes der TCU, wird renoviert. Die Mustangs werden passgewaltig daherkommen. QB Kyle Padron, ein Sophomore (zweites Jahr), produzierte 3529yds in der Regular Season, für 29TDs und 12INTs. Zwei WRs hatten über 1000yds: Der pfeilschnelle Aldrick Robinson und Cole Beasley.

Ich freue mich auf das Duell Pass gegen Option-Lauf. Und auf die coole Sau June Jones.

New Era Pinstripe Bowl

Do., 30.12. um 21h15 live bei ESPN America

Kansas State Wildcats – Syracuse Orange

Eine Premiere: Die Pinstripe Bowl findet im neuen Yankees Stadion statt, eine Baseballarena. Dementsprechend waren auch die Einladungen recht begehrt. Eine zeitlang war gar Notre Dame im Gespräch. Das ist nicht zustande gekommen, aber dafür mit Syracuse ein recht „heimatliches“ Team.

Die Orange haben aber eine mäßige Saison gespielt, 7-5 in der schwachen Big East. Die Offense ist ganz schwach, macht nicht viele Yards, spielt aber immerhin relativ ausgeglichen. Anführer ist QB Ryan Nassib, der einst seinen Job gegen Basketball-Wunder Greg Paulus verloren hatte, jetzt aber wieder sich im Sattel sitzt. Die Defense gehörte zu den besseren in der Big East, muss aber einige Ausfälle verkraften – Studenten hatten andere Dinge im Kopf als zu lernen. Das wird nicht gerne gesehen. Traurigster Ausfall bei Syracuse ist Punter Rob Long, bei dem vergangene Woche ein als einst gutartig angenommener Hirntumor sich als bösartig herausgestellt hat.

Die Wildcats sind mit 7-5 in der Big East schon sehr zufrieden. Die letzten Jahre waren schon ziemlich ernüchternd, trotz eines QB Josh Freeman, der mittlerweile die NFL begeistert. Kansas State ist unter dem zurückgekehrten Bill Snyder im Gegensatz zur unsäglichen Ära Prince fast ausschließlich Lauf-Offense (Verhältnis 2:1 zum Pass, 37 TDs), mit dem wichtigsten RB Daniel Thomas (1495yds, 16TDs).

Es wird allgemein eine punkteärmere Angelegenheit erwartet. Ich sehe den Spielausgang völlig offen – nicht nur, weil ich schon einige Male danebengetippt habe…

Franklin American Mortgage Music City Bowl

Do/Fr.., 30.12. um 0h30 live bei ESPN America, Tape zu am 31.12. um 14h

North Carolina Tar Heels – Tennessee Volunteers

Keines der beiden Teams hat eine besonders nennenswerte Saison gespielt – zumindest sportlich. Die Zeilen werden hier außerhalb des Gridirons gefüllt. Von beiden Seiten.

Tennessee gehört zu den Teams mit sehr großer Tradition. In den letzten Jahren ging es in Knoxville aber drunter und drüber, so sehr, dass vor zwei Jahren der langjährige Coach Phil Fulmer (coachte die Volunteers 1998 zum einzigen Titelgewinn) rausgeschmissen wurde. Nachfolger: Großmaul Lane Kiffin, den auch ein völlig missratenes Engagement bei den Oakland Raiders nicht bändigen konnte. Kiffin redete viel Müll und war trotz 6-Jahresvertrag schon im letzten Jänner wieder weg. Nun haben die Vols nicht nur massive Wechsel auf der Trainerposition, sondern vor allem auch viele, viele Spielerabgänge verkraften müssen. Kiffin hat viel verbrannte Erde hinterlassen.

Der neue Coach ist Derek Dooley. Der Auftakt in die heurige Saison war schwach, aber dank vier Siegen zum Saisonende wurde 6-6 herausgewürgt und die Bowl-Teilnahme gesichert, auch wenn wir über die Gegnerschaft mal lieber kein Wort verlieren (Stichwort: Masolis INT gegen die Vols an der 5yds Line, wo das EKG nicht mal mehr beeeeept). Jedenfalls ging es aufwärts, seit QB Brady für Matt Simms übernommen hat. Simms? Yep, ein weiterer der Phil-Simms-Sprösslinge.

Nun traut man Dooley in Knoxville noch nicht so sehr über den Weg, dass man ihm einen schweren Schedule aufhalsen möchte, verständlich, so wie sich der Kader u.a. dank Kiffin ausgedünnt hat. Sportdirektor Hamilton hat daher kürzlich einen bestehenden Vertrag mit einer recht starken Uni aufgekündigt, gegen die man hätte spielen sollen. Ein Move, der dem Anhang übel aufgestoßen ist.

Bei jener Uni handelt es sich um die University of North Carolina. Hamilton hat nun auf die Music City Bowl entsprechenden Druck ausgeübt, sodass die Tar Heels wenigstens in diesem Spiel Vols-Gegner sein werden. Die Tar Heels kommen angeknockt daher und werden froh sein, die Saison erst mal hinter sich zu haben.

Seit dem Frühsommer wird dort an mehreren Orten ermittelt. Grund: Illegale Kontakte zu Spieleragenten, Komplettlösungen für Prüfungen… was man halt so kennt aus den letzten Jahren. Beim Auftaktspiel war dann gleich mal die halbe Mannschaft gesperrt, und im Laufe der Saison wurden nach und nach fünf Leistungsträger inklusive DL-Coach rausgeschmissen. Am Ende haben es die Verbliebenen zu einem 7-4 gebracht – und hatten am letzten Spieltag die Chance auf das ACC-Finale. Eine Niederlage gegen die Terps zerstörte die Hoffnungen. Jetzt also Music City Bowl – ein Bowl, in dem wie wir jetzt wissen ordentlich Musik steckt!

Bridgepoint Education Holiday Bowl

Do/Fr.., 30.12. um 04h live bei ESPN America

#18 Nebraska Cornhuskers – Washington Huskies

Wer erinnert sich noch an den Weihnachtsstern? Eine Woche nach der Poinsettia Bowl findet in San Diego die deutlich beliebtere Bowl statt: Holiday Bowl. Diesmal mit einem Re-Match. Nebraska und Washington haben sich im September schon mal duelliert. Resultat: 56-21 Kantersieg der Cornhuskers.

Dieses Spiel war auch der Beginn des schleichenden Abstiegs von QB Jake Locker, der lange Zeit als #1-Pick galt. Locker ist ein großgewachsener, bulliger QB, beweglich und gesegnet mit starkem Arm. Ich bin von dem Mann aber wenig überzeugt: Locker wirft ungenau und viel Leadership hab’ ich auch nicht gespürt. Lockers Zahlen: 17TDs, 9 INTs, 2209yds, nur 56% Completion Rate. In Spiel eins gegen Nebraska brachte Locker 4 (!) von 20 Pässen an den Mann, für 71yds, 1 TD, 2 INTs. Sieht so aus, als würde Locker in diesem Spiel einige Millionen gewinnen oder verlieren können.

Nebraska auf der anderen Seite lebt von der starken Defense, die nur wenige Punkte zulässt. In der Offense wird viel gelaufen, u.a. mit dem sehr mobilen QB Trevor Martinez. Die Huskers werden nach dem Spiel in die Big Ten wechseln. Dass sie zum Abschied nicht in der Fiesta Bowl stehen, das haben sie sich selbst zuzuschreiben. Im Big-12-Finale haben sie sich mit einer Orgie an Ballverlusten eine 17-0 Führung selbst kaputt gemacht.

Es ist Lockers erstes Bowl-Spiel und gleichzeitig sein letztes College-Spiel (außer evtl. Senior Bowl). Ich sehe einen klaren Sieg der Huskers über die Huskies.

Lust auf mehr? Zur Bowl-Übersicht bitte hier entlang.