College Football 2011/12, TV-Guideline für Woche 1

Dieses Wochenende startet die Saison im College Football 2011/12. Ich habe noch nicht alle Mannschaften in der Vorschauserie durch, aber das kommt noch. Versprochen. Ist auch schon zu 95% geschrieben. Stattdessen heute eine Guideline zum TV-Programm an diesem Kickoff-Wochenende. ESPN America und Eurosport 2 bringen einen ganzen Schwall an Spielen entweder live oder als Aufzeichnung. Den ESPN Player lasse ich aus bekannten Gründen außen vor, was nicht heißt, dass es verboten wäre, in den Kommentaren auf das eine oder andere Spiel aus vom ESPN College Pass hinzuweisen.

Freitag, 2. September 2011

Wisconsin – UNLV (13h, ESPN America)

Mit #11 Wisconsin tritt hier einer der großen Favoriten der Big Ten Conference an. Die Badgers waren zuletzt als Vertreter der Big Ten in der Rose Bowl dabei und haben ein sehr sehenswertes Spiel knapp 19-21 gegen TCU verloren. In der Offseason kamen Quarterback und der beste Defensivspieler abhanden, aber mit dem frisch von NC State geholten QB Russell Wilson hat man einen soliden, wurfstarken Mann mit Erfahrung geholt. Unabhängig davon, wer das Spiel kommentiert, kann man sich bereits Gedanken um ein Drinking Game machen, wie oft erwähnt wird, dass Wisconsins Offensive Line sehr korpulent gebaut ist.

Die Defense zeichnet ein großer Zug gen Quarterback aus und auch vor Blitzes wird nicht zurückgescheut, wobei für mein Ermessen die Secondary zu oft entblößt wird. Dass die University of Nevada/Las Vegas Rebels das allzu oft werden austesten können, darf man nicht erwarten. Das ist eine Mannschaft, die zu den zehn schwächsten in der FBS gehören dürfte.

Samstag, 3. September 2011

Baylor – TCU (12h30, ESPN America)
Ohio State – Akron (18h LIVE, ESPN America)
USC – Minnesota (21h30 LIVE/Tape 6.9. 12h30, ESPN America)
Lousiana State – Oregon (02h LIVE/Tape 4.9. 15h30, ESPN America)
Hawaii – Colorado (05h30 LIVE/Tape 5.9. 12h, ESPN America)

#14 TCU spielt ein innerstaatliches Derby gegen die Baptistenuniversität von Baylor, die in den letzten Jahren einen leisen, beständigen Aufschwung erlebt hat und bei denen ein Auge auf den QB Robert Griffin III zu werfen ist, ein wurfgewaltiger und dennoch sehr mobiler Quarterback, Junior und trotzdem schon in seinem vierten Jahr an dieser Uni. TCU muss nach den vielen Abgängen die Brötchen heuer wohl eine Nummer kleiner backen. Vor allem der neue QB Casey Pachall steht im Blickfeld.

Samstag ab 15h dann LIVE die ESPN-Sendung College GameDay, diesmal aus dem Cowboys Stadium von Arlington, die die Livespiel-Orgie einleitet. Um 18h aus Columbus #18 Ohio State Buckeyes gegen Akron Zips, ein Ohio-Derby, aber ein ungleiches Duell. Ungewohnt wird sein: Bei Ohio State steht erstmals seit zirka zwei Jahrhunderten nicht der heimliche Erfinder der Strickjacke Jim Tressel an der Seitenlinie, sondern der Interimscoach Luke Fickell. Ohio State muss ohne eine Reihe seiner besten Spieler auskommen, die im ersten Monat wegen Kavaliersdelikten gesperrt sind, aber dass gegen die als anerkannt unterirdisch geltenden Zips nicht trotzdem ein turmhoher Sieg herausschauen wird, ist hausgemachte Sache.

21h30 das Duell #25 USC TrojansMinnesota Golden Gophers. USC muss eine weitere Saison ohne Bowls spielen, wurde trotzdem von AP an #25 gerankt. Es gilt vor allem ein Auge auf QB Matt Barkley zu werfen. Barkley kommt im Sunnyboy-Ranking gleich nach Matt Leinart und Mark Sanchez, ist aber ein ungleich besserer Werfer, und ein offensichtlich sehr gutherziger Charakter, der schon in Südafrika eigenhändig am Häuserbauen für die Armen mitwirkte. Dr. Saturday hat Barkley einen Blogeintrag spendiert. Minnesota befindet sich mal wieder im Neuaufbau, hat sich mit Jerry Kill nicht ganz ohne Nebengeräusche einen neuen Headcoach mit grundsolider Spielanlage („Laufe, vermeide Interceptions, stoppe den Lauf, erziele Sacks“) angelacht, ein diametraler Gegensatz zum Extrainer Brewster. Erste Aktion Kills: Mit MarQueis Gray wurde ein Wide Receiver zum Quarterback umgeschult.

Um 02h finden parallel die beiden, nein: DIE BEIDEN, Spiele des Wochenendes statt, und falls sich jemals jemand über die Spielansetzung in der Bundesliga beklagt hat, ich halte dagegen. Wenn Boise State vs. Georgia und die #4 Louisiana State Tigers vs. #3 Oregon Ducks zeitgleich angesetzt werden, dann gehören die verantwortlichen TV-Stationen eigentlich gesteinigt. Umso verwunderlicher, dass es die beiden verwandten ESPN und ABC betrifft. ESPN America bringt Boise State nur als Aufzeichnung, dafür LSU – Oregon aus dem Cowboys Stadium in Arlington live.

Und es ist ein Spiel, für das man beide, aber vor allem LSU, nur Respekt zollen kann. In Zeiten, in denen die Ungeschlagenheit fast mehr wert ist als ein schwieriger Schedule, ist es vor allem für die SEC-Mannschaft Louisiana State erstaunlich, dass sie die Eier besitzen, den Kracher gegen Oregon zusätzlich zum Conference-Schedule mitnehmen, und im Prinzip damit einzig ihre BCS-Titelchancen minimieren.

LSU besitzt allgemein anerkannt eine titelfähige Mannschaft, deren sportlich größtes Problem der Quarterback sein sollte. Der wenig überzeugende QB Jordan Jefferson steckt nach einer wenig glimpfliche verlaufenen Barschlägerei in ärgeren Problemen mit der Justiz, deswegen wird zumindest in diesem Spiel QB Jarrett Lee starten, ein Mann, bei dem der College-Football-Fan unweigerlich an „Interception“ denkt. Dazu kommt, dass der OffCoord jüngst wegen einer Parkinson-Erkrankung endgültig zurückgetreten ist. LSU definiert sich aber eh über seine Defense. Und obwohl mit DT Drake Nevis, MLB Kelvin Sheppard und CB Patrick Peterson drei hohe Draftpicks in die NFL gegangen sind.

Die Oregon Ducks dagegen spielen eine atemberaubend schnelle, Maßstäbe setzende Offense mit Dutzenden Laufspielvariationen und einem atemberaubenden Speed seiner Spieler im offensiven Backfield: RB LaMichael James ist so klein, so wendig, so flink, RB Kenyon Barner der eher kräftige, immer noch flinke Back, und QB Darron Thomas ist zwar kein ausgereifter Werfer, aber ebenso geschmeidig wie meine jungen Kätzchen. Den Special Teams und der Secondary fehlt allerdings ein Superstar: CB/PR Cliff Harris, der nach Alkofahrt für den Opener intern gesperrt wurde. Diese Eier muss man auch haben.

Zwei Dinge, die bei Oregon mit 100%iger Wahrscheinlichkeit mehrfach thematisiert werden: Gegen physische Gegner hat die Mannschaft gerne Probleme, ihren Rhythmus zu finden. Und SEC-Teams wie LSU sind physischer als alle anderen. Und dann ist da noch die Sachen mit den neuen Signalen für die No-Huddle-Offense: Aus Angst vor Handzeichen-Erkennung wurden in der Offseason hauswandgroße Tafeln mit riesigen Bildern (Tiere, Landkarten usw.) gebastelt, die vom Backup-QB hoch gehalten werden. Wie dadurch die Durchschaubarkeit der Signale erschwert worden sein soll, ist mir schleierhaft.

Auf alle Fälle gilt: Für Oregon wäre eine Niederlage verheerender als für LSU. Eine Pac-12 Mannschaft braucht mit einer Niederlage schon alles Glück dieser Welt, um im BCS-Titelrennen zu bleiben. Eine SEC-Mannschaft dagegen würde auf diese Weise nicht zum ersten Mal ins Endspiel einziehen.

In den frühen Morgenstunden, ab 5h30, dann noch live aus Aloha die Hawaii Warriors gegen die Colorado Buffaloes. Hawaii spielt eine Run and Shoot-Offense und ist mit der stets futuristisch gekleideten Dreadlocke QB Bryant Moniz eine einzige, rohe Passgewalt. Colorado kommt mit neuem Headcoach daher: Jon Embree, dessen Haupt-Empfehlung sein Alumni-Status in Colorado ist. Die Buffaloes haben Conference gewechselt, spielen nun in der Pac-12 und haben dieses eine Spiel Zeit, um sich für das erste Conference-Spiel (s. Kommentar von Jens) nächste Woche gegen Cal einzuspielen. In der Defense darf man durchaus Probleme erwarten: eine recht kleine Unit, dazu ziemlich grün. Ob das gut geht?

Sonntag, 4. September 2011

Auburn – Utah State (8h00, ESPN America)
Penn State – Indiana State(8h00, Eurosport 2)
Notre Dame – South Florida (9h00, Eurosport 2)
Michigan – Western Michigan (10h30, ESPN America)
Georgia – Boise State (13h00, ESPN America)
West Virginia – Marshall (22h00 LIVE/Tape 5.9. 14h30, ESPN America)

Langer, sehr langer Collegefootball-Sonntag. In der Früh darf man zwischen ESPNA und Eurosport 2 hin- und herswitchen. BCS-Titelverteidiger #23 Auburn bringt ganze sieben Starter zurück und muss auf fast alle Leistungsträger aus dem Vorjahr verzichten. Der ganz große Hoffnungsträger ist RB Michael Dyer, der MVP des Endspiels, aber bei den Quarterbacks schaut es eher unruhig aus: Barrett Trotter wurde zum Starter ernannt und für den Backup Clint Moseley war das der Weltuntergang. Moseleys Stimmung soll irgendwo drei Meter unter der Erde zu verorten sein. Im Hintergrund wartet schon der gehypte Freshman Kiehl Frazier, aber an Trotter wird vorerst keiner vorbeikommen, denn das Malzahn’sche Offensivsystem ist extrem quarterbackfreundlich.

Bei Penn State – Indiana debütiert Hoosiers-Head Coach Kevin Wilson, ein Offensivgenie, das aus Oklahoma geholt wurde. Eine Freundin war bis vor kurzem in Bloomington – dort ist der Hauptcampus der Indiana University – und die Erwartungshaltung soll ihr zu glauben ziemlich gestiegen sein, sogar im Recruiting wurden schon erste größere Erfolge eingefahren.
[Update: In den Kommentaren wird völlig zurecht darauf hingewiesen, dass der Gegner von Penn State nicht Indiana, sondern Indiana State ist, ein Unterschied von fünf Buchstaben und zwei sportlichen Klassen. Damit kein Wilson-Debüt on TV, dafür die Einladung, was sinnvolles zur Einstimmung auf Indiana State beizutragen.]
Der Headcoach von Penn State ist ein bisschen erfahrener, aber diese Geschichte kennen Leser dieses Blogs zur Genüge… Leider ist das Spiel am frühen Nachmittag angesetzt. Beaver Stadium in der Nacht wird hoffentlich noch das eine oder andere Mal zu sehen sein.

Um 9h bei Eurosport 2 die „Holtz Bowl“: #16 Notre Dame gegen South Florida. Bei USF coacht Skip Holtz, ein Offensivgeist, der in Tampa den Angriff beleben soll. Skip ist der Sohn des Lou, und Lou Holtz ist eine verehrte, geliebte Trainerlegende beim Gegner. Lou Holtz liebt Notre Dame und er wird bei diesem Matchup mit Sicherheit die eine oder andere Träne verdrücken. Trotz der beiden Coaches Skip/Brian Kelly erwarte ich eher ein defensivlastiges Spiel: Beide Abwehrreihen haben im vergangenen Herbst mehr als überzeugt (USF noch mehr als ND) und beide Angriffsformationen sind noch auf Identitätssuche, auch bei den Quarterbacks: Notre Dame hat sich nun für die vermeintlich schwächere Lösung, Dayne Crist, entschieden, bei USF startet B.J. Daniels, ein inakkurater Scrambler. Wie so was mit dem „West Coast Guy“ Holtz zusammenpassen soll – let’s see.

Notre Dame muss noch ein Neben-Störfeuer überstehen: Die Mannschaft startet ihren Pregame-Trubel (Marsch durch die Massen) nun nicht mehr vor der städtischen Basilika, sondern vor dem Footballkomplex, um mehr Zeit für die Spielvorbereitung zu haben. Das Geheule der Traditionalisten durfte man erwarten, schließlich beendet die Universität hier eine Tradition, die schon begründet wurde, als bei uns noch der Ötzi durch die Berge stapfte.

Bei MichiganWestern Michigan darf man die leeren Plätze im riesigen Michigan Stadium zählen, wie immer bei Season Opener, wo zwar offiziell alle 113.000 im Haus sind, tatsächlich aber meist „nur“ 90-95000. Gespannt, wie die Offense unter dem neuen Head Coach, „Michigan Man“ Brady Hoke, ausschauen wird und wie die Auswirkungen auf das Spiel von Schuhlitze QB Denard Robinson sein werden. Die Defense soll auf alle Fälle bereits merklich physischer zu Werke gehen.

Spiel der Spiele für mich ist aber das Duell zwischen #5 Boise State und #19 Georgia, und dabei spielt die persönliche Broncos-Affinität weniger eine Rolle als die Storyline, dass hier der Newcomer als klarer Favorit gegen das Establishment antritt – in dessen Bundesstaat. Vor sechs Jahren gab es das Duell schon einmal. Damals wurden die großspurigen Boise State Broncos von Georgia nach Strich und Faden 48-13 verprügelt. Diesmal ist die Situation etwas anders.

Boise State kommt erneut als BCS-Titelanwärter daher, mit dem Heisman-Mitfavoriten QB #11 Kellen Moore und einer Offense, deren Geheimnis auf diesem Blog am Dienstag dieser Woche gelöst worden ist. Georgia hat seinen eigenen vielversprechenden QB Aaron Murray, aber einen Trainer auf dem Schleudersitz (Mark Richt) und eine insgesamt wohl zu wenig explosive Offense gepaart mit einer zu unkonstanten Defense.

Andererseits würde ein Upset-Sieg der Bulldogs die Saison der Broncos schon im Ansatz zerbröseln. Denn anders als beim Parallelspiel LSU/Oregon kann sich Boise State mit einer Niederlage alle Hoffnungen abschminken, und das für Jahre, denn nach dieser Saison wird es einen massiven Personalwechsel geben.

Am Abend, 22h live das innerstaatliche Derby von West Virginia: West Virginia Mountaineers vs. Marshall Thundering Herd. Hier treffen zwei Welten aufeinander, auch stimmungsmäßig. Während bei WVU nach dem unrund abgelaufenen Trainerwechsel alles mit E-u-p-h-o-r-i-e auf das Debüt von Offensivgenie Dana Holgorsen wartet, gibt es bei den „Grünen“ von Marshall aktuell nur wenig Aussicht auf schnelle Besserung. Ans Herz legen würde ich das Spiel auch wegen der zu erwartenden, großartigen Stimmung im Heimstadion von West Virginia, ein sehr pathetischer Ort für meinen Geschmack.

Montag, 5. September

Maryland – Miami/FL (02h LIVE/Tape 6.9. 19h30, ESPN America)

Abgerundet wird das Kickoff-Wochenende im College Football mit den Maryland Terrapins und den Miami Hurricanes – das bedeutet auch: Ein ACC-Duell und ein Duell zweier Teams mit neuen Head Coaches. Maryland hat seinen langjährigen Frontmann Ralph Friedgen rausgeekelt und dafür den ambitionierten Randy Edsall von UConn geholt, Miami hat den allzu schwachen Clock Manager Randy Shannon geschmissen und ihn mit Al Golden ersetzt.

Golden ist nun in einer beschissenen Lage, muss eine Mannschaft coachen, in der der halbe Kader wochenlange Sperren riskiert (Nevin Shapiro und seine Geister), und dazu mit einer unguten QB-Situation umgehen. Jacory Harris ist der Starter, und er wäre an dutzenden Unis nicht mehr als der Notnagel.

Wer nicht schon für Monday Night Football in der NFL nächtliches Aufstehen trainieren möchte, kann die Begegnung übrigens am Dienstag, 6.9. um 19h30 als Aufzeichnung anschauen.

Where The East Ends

Die Texas Christian University wird ab Herbst 2012 von der Mountain West Conference in die Big East Conference wechseln. Heute Abend wird eine PK von TCU dazu stattfinden.

Die Big East Conference ist eine der sechs BCS-Conferences – und sie ist die sportlich schwächste und seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Upgrade, nachdem Mitte des Jahrzehnts das Boston College und Virginia Tech gen AAC abgesprungen waren. Die Big East möchte sich auf zehn Mannschaften erweitern. Mannschaft #9 ist gefunden. #10 soll Villanova werden, ein FCS-Team (Division I-AA), das mit Ausnahme des Footballprogramms bereits der Big East angehört.

Des einen Freud…

Der Wechsel von TCU in eine Conference mit den Kernmannschaften im Nordosten der USA ist geographisch eher von unorthodoxer Natur. TCU ist in Fort Worth/Texas beheimatet, eine gute Auto-Dreiviertelstunde von Dallas entfernt. Macht schlanke 1000-1200 Meilen Entfernung zum Rest der Big East Conference. Fort Worths Slogan: „Where The West Begins.“ Na denn.

Sportlich stellt der Wechsel aber durchaus eine Win/Win Situation: TCU, seit einigen Jahren sportlich auf Vormarsch und heuer ungeschlagen auf #3 gerankt, kommt in eine BCS-Conference und wäre damit ein AQ, wenn es um Bowl-Einladungen geht. Die Big East bekommt die händeringend gesuchte sportliche Attraktion, um wieder an Relevanz zu gewinnen.

…des anderen Leid

Leid? Willkommen bei einem alten Bekannten: Boise State. Die Broncos hadern aktuell nicht nur sportlich nach der ersten Saisonpleite in Reno/Nevada. Sondern jetzt auch politisch: Ab Herbst 2011 wechselt die Boise State University von der WAC in die Mountain West Conference, mit der Hoffnung auf eine sportlich wertvollere Conference und einhergehend besseren Gegnern. Boise State gab dafür sogar eine TV-Partnerschaft mit ESPN auf. ESPN, das bisher einer der Fürsprecher der Broncos im BCS-Rennen war, da man sein Produkt Broncos hypen wollte. (Die MWC wird nur im College Network von CBS gezeigt, ist also wenig präsent.)

Problem nur: Seit dem Wechsel von Boise State springen der MWC reihenweise die renommierteren Unis ab: Utah wechselt in die Pac-10 Conference, Brigham Young wird Independent, TCU nun in der Big East. Boise State, das mit den Mitstreitern Nevada und Fresno State in die MWC gezogen war, findet dort ab 2012 eine Conference vor, die sportlich nur marginal besser sein dürfte als die aktuelle WAC. Aus der soll nun auch Hawaii überredet werden zu wechseln. Hawaii ist sowohl sportlich, als auch politisch eine attraktive Universität. Aber summa summarum würde eine solche MWC einem WAC-Remaking gleichen, also kein besonderes Upgrade gegenüber dem Status Quo.

Die WAC dürfte in ihre Einzelteile zerfallen. Das sind nicht nur mehr Auflösungserscheinungen.