Super Bowl XLVIII preview: Seattle Seahawks Offense v Denver Broncos Defense

Alle reden vor diesem Super Bowl von der „Besten Offense aller Zeiten“ gegen „Legion of Boom“. Aber die Seattle Seahawks (15-3) haben auch eine Offense, so wie die Denver Broncos (15-3) auch eine Defense haben. Höchste Zeit bei T-1 schnell noch einen Blick auf dieses matchup zu werfen.

Seattles Angriff ist ein seltsames, scheinbar willkürlich zusammengeschraubtes Gebäude aus verschiedensten Materialien. Es gibt ein Fundament, auf dem die Offense aufgebaut ist, aber die oberen Stockwerke und vor allem der Balkon dieses Hauses sehen aus wie ein “best of NFL playbooks”.

Aber fangen wir mit dem Fundament an. Das besteht hauptsächlich aus dem Laufspiel. Marshwan “beast mode” Lynch läuft hinter einer mittelmäßgen Offensive Line so gut wie eh und je. Daß es dem run blocking an Stärke mangelt, sieht man vor allem an Robert Turbin, der pro Lauf fast ein Yard weniger als Lynch erreicht.

Besonders die Mitte der Linie um J.R. Sweezey, Max Unger und James Carpenter wird mit dem neu errichten Bollwerk der Defensive Line Denvers größte Mühe haben. Vor allem der monströse Defensive TacklePot Roast“ Terrance Knighton hat sich nach einigen mittelmäßigen Jahren in Jacksonville zu einer echten Macht gemausert. Aber auch die anderen dicken Jungs in der Linie um den sehr jungen Malik Jackson, den neu aufgeblühten Shaun Phillips und den endlich sein Talent ausschöpfenden Robert Ayers machen zusammen eine mittlerweile sehr anständige front four. Defensive Coordinator Jack Del Rio holt aus diesen ehemaligen castoffs und Talentverschwendern wirklich alles raus.

In den letzten sechs Spielen hat Denvers Verteidigung nur einmal mehr als 100 Yards zugelassen. Die Linebackers hinter der Linie sind allesamt keine Offenbarung, aber zumindest Danny Trevathan macht einen recht zuverlässigen Job. Wenn Lynch einmal durch die Linie brechen kann, ist immer mal wieder ein big play drin.


Zum Laufspiel gehört bei den Seahawks auch immer noch die read option. In den letzten Wochen hat Quarterback Russel Wilson zwar fast immer den Ball an seinen Running Back abgegeben, aber wenn die edge players der Broncos am Sonntag nicht högscht diszipliniert sind, könnte der agile Wilson mehrere First Downs mit seinen Beinen rausholen. Sind sie allerdings zu weit “draußen” um den Weg an der Linie vorbei dicht zu machen, dürfte Lynch ein recht freundliches Bild in der Mitte vor sich haben.

Mit ihrem Laufspiel dürfte Seattle also den Ball bewegen können. Aber “moving the chains” ist immer noch etwas anderes als “scoring points”.

Ebenso fest verankert zum Angriff der Seahawks gehört der Slant. Um drives am Leben zu erhalten, läßt Offensive Coordinator Darrell Bevell Slants werfen bis zum Erbrechen, am liebsten zur rechten Seite. Allein: es war in den letzten Wochen sehr hervorsehbar und Wilson hat viele dieser Würfe verpaßt. Sie müssen entweder kreativer werden oder Wilson diese Bälle so genau werfen wie ein ganz Großer.


Zum fertigen Fundament gehört schließlich noch das tiefe Paß von Wilson, nachdem er sich viele Sekunden lang mit seinen Entfesselungskünsten Zeit “erkauft” hat. Man kann das nicht planen, es gibt dafür auch keine richtigen Spielzüge, die Bevell ansagen könnte. Aber weil es Wilsons Spielsstils regelmäßig gelingt, seinen Wide Receivers endlos viel Zeit zu geben, um sich freizulaufen, gibt es in jedem Spiel Seattles einige Möglichkeiten für lange Pässe. Wilson muß sie dann nur nutzen. Glücklicherweise sind die beiden Safeties der Broncos, Duke Ihenacho und Mike Adams, große Wackelkandidaten.

Die WRs Doug Baldwin, Golden Tate und Jermaine Kearse können die schwierigsten Bälle fangen und machen das auch immer mal wieder. Aber sie lassen eben auch immer mal wieder Bälle fallen. Seattle muß zwingend big plays machen, um auf´s scoreboard zu kommen. Ohne big plays haben sie keine Chance.

Diese big plays kommen nicht nur von Lynch und Wilson, sondern auch von den Special Teams. Im Spiel gegen San Francisco war es ein Kick Return von Golden Tate über 70 Yards. Überhaupt war das Spiel gegen die 49ers ein ganz typisches der Seahawks. Ein langer Lauf von Wilson, ein langer Paß von Wilson und ein langer Kick Return waren verantwortlich für 17 der 23 Punkte.


Auf dem Fundament steht dann ein seltsam anmutendes Gebäude. Es wirkt, als hätten mehrere Architekten ihre coolsten Ideen zusammengeworfen. Nur hat es eben keine richtige Struktur, kein System.

Mal 5WRs empty sets, mal eine trips formation hier, mal ein Running Back an der Seitenlinie da und zwischendurch mal etwas ganz Konventionelles. Es wirkt immer willkürlich und beliebig, wenn die Hawks nicht gerade Laufen oder Slants werfen. Wirklich erfolgreich ist das alles nicht. Der junge QB und seine WRs, die auch allesamt noch sehr jung sind, sehen dann oftmals etwas verloren aus. Zumal Denver in Champ Bailey und Dominuque Rodgers-Cromartie zwei erfahrenen und smarte Cornerbacks hat. “Klassisches” Paßspiel verspricht Seattle keinen großen Erfolg.

Um Punkte zu machen, muß irgendwas von diesen Spielzügen funktionieren. Ideal wären für die Hawks zwei, drei ganz neue plays für Percy Harvin, der immerhin so fit ist, daß er das Spiel wird beginnen können. Im Championship Game hat man im ersten Viertel kurz gesehen, wie gefährlich er durch seine Vielseitigkeit und Explosivität ist. Mit einem jet sweep machte er locker ein neues First Down.

Big Plays sind der Schlüssel zum scoreboard für Seattle; viel mehr noch als für die meisten anderen Teams. Ohne big plays werden sie keine 20 Punkte machen und mit weniger als 20 Punkten sollte man einem Peyton Manning nicht gegenübertreten, egal wie gut die eigene Defense ist.

Also: Fundament super, die zwei Stockwerke ganz schön, nur der Balkon hängt da seltsam schief dran. Aber auch von einem schiefen Balkon kann man sehr gut ein Feuerwerk beobachten.

Notizblock NFL Championship Games 2013/14

Zunächst mal: ein Championship Game sollte nicht ohne Flutlicht, dafür aber bei strahlendem Sonnenschein und 15° Celsius ausgetragen werden. Jedes Sunday Night Game hat mehr Atmosphäre. Passenderweise gab es dann eine fast schon langweilig perfekte Leistung der Denver Broncos und ein langweilig durchschnittliches Spiel der New England Patriots. Später ertranken wir dafür dankenswerterweise in literweise Herzblut und action vor einer Kulisse, die man sich für ein Championship Game nicht perfekter hätte ausmalen können.

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Preview AFC Championship Game: New England Patriots @ Denver Broncos

Es ist das 15. Aufeinandertreffen von Tom Brady und Peyton Manning, wenn am Sonntagnachmittag die New Englands Patriots (13-4) die Denver Broncos (14-3) besuchen. Das letzte Spiel in den Playoffs liegt allerdings schon einige Zeit zurück: es war das legendäre AFC Championship Game der Saison 2006. Dieses Spiel war übrigens auch das letzte Auswärtsspiel der Patriots in den Playoffs, obwohl sie seither in fünf weiteren Endrunden gespielt haben. In dieser Saison schafften es die Broncos mit einer Rekord-Offensive in den Zweikampf um den Super-Bowl-Einzug; die Patriots trotz etlichen Stammspielern auf IR. Vor San Francisco @ Seattle der erste Teil eines Championship Sundays, den sich so die Footballgötter nicht besser hätten ausdenken können.

Es ist die alte Leier: Pats Head Coach Bill Belichick und Defensive Coordinator Matt Patricia versuchen immer, die gefährlichste Waffe des Gegners auszuschalten. Der Gedanke dahinter ist: der Superstar schlägt uns nicht; und wenn wir von den mittelmäßigen und schlechten Waffen geschlagen werden, haben wir es auch nicht anders verdient.

Meistens ist es einfach, die “stärkste Waffe” zu identifizieren und ein geeignetes Gegenmittel zu finden. Letzte Woche gegen Indy war es WR T.Y. Hilton, Gegenmaßnahme: CB Aqib Talib verfolgt ihn überall hin und selbst wenn er sich als Tight End an der Line of Scrimmage aufstellt, dann stellt sich Talib eben auch dahin. Easy. Manchmal ist es auch unkonventioneller. Im Spiel gegen die Saints etwa wurde ”Tight End” Jimmy Graham auch von Talib in Manndeckung genommen. Wenn Graham schon meistens als WR aufgestellt wird, dann kann er doch auch von einem CB verdeckt werden (zumindest von einem, der 95kg auf 1,85m verteilt und trotzdem recht schnell und beweglich ist).

Gegen Atlanta in dieser Saison war zu Beginn WR Julio Jones das Opfer von Belichicks Superstarhetze. Jones spielte meistens an einer Seitenlinie (im Gegensatz zu Roddy White, der überall aufgestellt wird). In diesem Fall hatte Jones immer einen Safety über bzw. vor sich und einen Cornerback hinter sich. Hier hatten sich die Patriots allerdings verspekuliert. Die gefährlichste Waffe war an diesem Tag TE Tony Gonzalez. Nachdem dieser bereits mehr als 10 Bälle und 130 Yards gefangen hatte, warfen Patricia und Belly den ursprünglichen Plan über den Haufen und schickten fortan zwei Linebackers gemeinsam wie Kettenhunde auf Gonzalez. Daraus entstanden absurde Spielsituationen, die ich so noch nicht gesehen habe in der NFL. Teilweise kam Gonzalez nicht mal mehr über die Line of Scrimmage.

[Als Einschub: obwohl ich seit fast 10 Jahren jedes Pats-Spiel gesehen habe und viel über sie gelesen, ist mir immer noch nicht klar, wie große der Einfluß Belichicks auf die wichtigen Entscheidungen (oder den “gameplan”) er hat und wie groß andersrum der Freiraum seiner Coordinators ist. Mittlerweile glaube ich am ehesten, daß Robert Kraft aus einer Rippe Belichicks Matt Patricia geformt hat. Und aus einer anderen OC Josh McDaniels. Belly/Patricia/McDaniels ist im Grunde eine Person.]

Einen WR oder einen TE aus dem Spiel nehmen ist nun bei Denver wenig erfolgversprechend. Erstens haben sie mit Demariyus Thomas, Eric Decker, Wes Welker und Julius Thomas vier gute WRs/TEs. Und mit Peyton Manning als Quarterback sind das sogar vier sehr gute Ballempfänger. Also muß etwas Abstrakters her.


Ich schreib das hier ständig, darum die erste Variante nur ganz kurz: “das Tor aufmachen”. Man spielt mit fünf Defensive Backs (“Nickel Defense”) und stellt nur sechs Linemen und Linebackers in die “box” um die Line of Scrimmage herum auf. Diese Einladung zum Laufen nimmt Manning gerne an, denn mit fünf Linemen plus einem Tight End läuft es sich gegen so eine Front ganz gut. Im Spiel in der Regular Season haben die Patriots das so gemacht. Da hat Manning auch nur für 150 Yards geworfen, Denvers RBs aber sind 47 Mal für 280 Yards gelaufen. Auch, weil damals wie heute mit DT Vince Wilfork und LB Brandon Spikes die beiden besten Verteidiger gegen den Lauf fehlen. Auch die Chargers haben das letzte Woche so mit einigem Erfolg gemacht.

New England wird das sicherlich auch am Sonntag wieder oftmals so spielen. Aber interessanter dürfte ein anderes Konzept sein. Man könnte nämlich Manning auch einladen, tiefe Bälle zu werfen. Seine tiefen Bälle sind trotz allen Rekorden sichtbar schwächer als früher. Und man hat in New England mittlerwile auch ganz patentes Personal für diese Strategie. Als Vorteil würde es die vielen erfolgreichen kurzen Routen “underneath” reduzieren.

Die Patriots könnten also ihre Cornerbacks an den Seitenlinien gegen Decker und Thomas in Manndeckung mit “trail technique” spielen lassen. Das heißt, die CBs laufen den WRs qua design hinterher und haben dabei nur die Seitenlinie und einen tiefen Safety, Devon Devin McCourtey, als Hilfe. Garniert wird das ganze mit Rumgeschubse gegen die WRs beim snap (so wie im AFC C´ship Game 2003). So spielen die Seahawks in aller Regelmäßigkeit. Underneath spielt man dann in Zonen. Entweder klassisch mit vier Zonen; oder mit drei Zonen, auf denen die Linebackers Jamie Collins und Dont´a Hightower und der dritte Cornerback aufpassen, wobei der andere Safety, Steven Gregory, von der tiefen Postition runterkommt, überall rumstreunt und mal hier und mal da aus dem Nichts heraus in einen Paß reinspringt.

Damit Manning sich darauf nicht einstellen kann (wenn Manning vorher weiß, was Du machst, hast du eh verlohren) kann man aus demselben pre snap look auch klassisches Cover-2 spielen. Die CBs drehen dabei nach 10 Yards aber ab und verhindern so die comeback- und stick routes am 1st-down-marker oder stürzen sich auf die potentiellen Paßempfänger in der/die/das „flat“ – im Idealfall fällt ihnen dabei durch die Überraschung eine Interception in die Arme.

Die vielen sicheren kurzen Pässe könnte man damit, wie gesagt, zumindest reduzieren. Rookie Collins fühlt sich sichtlich wohl im Raum und kann mit seinem großen Körper und seiner beeindruckenden Athletik sehr viel Raum verteidigen. Auch Hightower verteidigt für seinen dicken Körper ziemlich gut gegen den Paß. Hightower kann man zur Not auch noch gegen den flinken Dane Fletcher tauschen. Der Nickelback ist dann entweder der langjährige NB Kyle Arrington. Oder, weil dieser letzte Woche schon in der ersten Halbzeit auf die Bank versetzt wurde, einer der beiden sehr guten jungen CB Alfonzo Dennard und Logan Ryan.


Aqib Talib kann selbst beste gegnerische WR in “trail technique” alleine verteidigen – sonst wär so ein Konzept auch Selbstmord. Er ist aber auch kein Darrelle Revis. McCourty spielt tief mittlerweile so gut, wie sonst nur Seattles Earl Thomas. Es wäre eine riesige Aufgabe für – wahrscheinlich – den Rookie Logan Ryan an der anderen Seitenlinie. Es wäre die Wette darauf, daß Peyton Manning in seinem Alter und in diesem Wetter nicht mehr die großartigen tiefen Pässe werfen kann wie früher. Belichick hat aber auch schon ganz andere Dinge riskiert. Darum steht er auch zum achten Mal in dreizehn Jahren (!) im AFC Championship Game.

Manning die schnellen Pässe “wegzunehmen” könnte auch ganz erfolgversprechend sein, weil seine OLine ihn nicht besonders gut schützt. Was aber bei schnellen Pässen auch nicht auffällt, sind diese „eliminiert“, wird´s brenzlig. Es kommt für New England dann aber darauf an, daß ein Chandler Jones tatsächlich mal ein gesamtes Spiel lang so gut spielt, wie er es manchmal andeutet und viele, viele Leute denken, daß er es könnte.

Sicher ist aber: wenn die Patriots tatsächlich etwas machen sollten, was Manning überrascht oder was ihm überhaupt nicht gefällt, schaltet er einfach in den no-huddle-Modus. Wie viel riskiert die Verteidigung dann?

Der casus knaxus ist hier ganz klar, was die Patriots für Konzepte aufbieten werden, um Denvers Angriff einzubremsen. Belly ist da kreativ wie kein Zweiter. Und weil von Artikeln über Denvers Offense in den nächsten Tagen das Internet überlaufen wird, habe ich mich hier auf New Englands Defense konzentriert. Ach ja: die Geheimwaffe für New Englands Verteidigung ist natürlich der obligatorische Drop von Wes Welker in einer wichtigen Situation. Da freut man sich als Patriots-Fan richtig, daß er jetzt mal in der gegnerischen Mannschaft spielt.

Patriots Offense vs Broncos Defense

Auf der anderen Seite wird Welker nicht nur deswegen kaum noch vermißt. Zum x-ten Male seit Belichicks Ankunft hat sich New Englands Offense chamäleonartig ein neues Gesicht gegeben. Von einer traditionell lauflastigen Offense über in der NFL ungesehene spread-Konzepte über das revival der two-tight end sets nun wieder zurück zu einer lauflastigen Offense mit viel play-action Elementen, die in passing situations drei Welker-Klone aufstellt.

Die Ecksteine des Laufspiels sind Logan Mankins, der harte Hund mit der perfekten Technik, der aus dem pull block eine Kunstform gemacht hat (er stürmt dabei von seiner linken Seite hinter dem Center rum und schiebt einen Linebacker weg wie der Winterdienst den Schnee in Boston). Bei diesen Laufspielzügen zwischen den Offensive Tackles folgt ihm dabei der mittlerweile richtig gute James Develin, ein FB, der aussieht als wäre er direkt aus den 80er Jahren zu den Patriots gewechselt. Diese Läufe durch die Mitte übernimmt meistens 250-Pfund-Brocken LaGarrette Blount. Der hat sich seine fast 1000 Yards in dieser Saison mit einem Schnitt von mehr als 5 Y/C erbulldozert. Auch durch die Mitte kommt oft Stevan Ridley, der aber ebenso gut, außen an den Offensive Tackles vorbeigehen kann. Vor allem links klappt das ganz gut, weil dort mit dem langen Nate Solder ein Tackle spielt, der es athletisch mit fast jedem Linebacker aufnehmen kann – diese es aber nicht körperlich mit ihm.

Das äußere Ende der Linie freiblocken können auch die Tight Ends Michael Hoomanwanui und Matthew Mulligen. Zusammen mit RT Marcus Cannon sind sie zwar eine Klasse schlechter als Mankins, Solder und Develin, aber wenn der Gegner dort keine starken Typen hat, sondern nur mittelmäßige wie letzte Woche Indianapolis, können auch sie immer mal ein Loch reißen.

In der Mitte haben die Broncos vor allem den selbst für NFL-Verhältnisse monströsen Terrance Knighton. Angeblich wiegt er weniger als 160kg, aber das ist glatt gelogen. Daneben spielt meist der ganz junge Malik Jackson, der seine Stärken eher im pass rush hat. Und wenn eine Hälfte des 300kg-Duos eine Pause braucht, kommt der unauffällige Mitch Unrein is Spiel.

Wenn die Patriots über die Außen laufen wollen, verteidigen dort Robert Ayers, der nach vielen schlechten Jahren jetzt beinahe seinem Status als 1st-rd pick gerecht wird, und Shaun Phillips, der mir eher suspekt ist. Er hat immer mal wieder splash plays dabei, aber oft habe ich in dieser Saison auch ihn erkannt, wenn ich in der Wiederholung nach der Rückennummer des überranten Typens auf dem Boden geschaut habe. Vor allem fehlt aber jemand. Von Miller. Er ist nicht nur der beste pass rusher der Broncos, sondern auch der beste Verteidiger gegen den Lauf.


Im Grunde ist das ein recht ausgeglichenes matchup, Patriots O-Line gegen Broncos D-Line, aber ihre Linebackers sind nicht besonders gut. Danny Trevathan, Nate Irving, Paris Lenon und Wesley Woodyard teilen sich die Spielzeit und sind ganz klar die Schwachstelle dieser Defense. Sollte es ein Loch in der D-Line geben ist das Tor ganz weit offen. Für Mankins oder Develin sind diese LBs ein leichtes Frühstück.

Auch Cornerback Chris Harris fehlt. Der spielt normalerweise im slot, eine verdammt wichtige Position gegen Austin Edeldola. Da auch Champ Bailey nach vielen größeren und kleineren Verletzungen in dieser Saison (er hat nichtmal 200 snaps gespielt) nicht mehr der Alte ist, kann Josh McDaniels das ganz große playbook auftafeln. Man muß sich im Paßspiel nur von Dominique Rodgers-Cromartie fernhalten, der besser ist als alle WRs der Patriots.

Aber ansonsten sind McDaniels und Bradys Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Laufen durch die Mitte? Und ab! Laufen off-tackle? Ja, aber nicht fumblen, Stevan! Play-action Paß gegen die Safeties Duke Ihenacho und Mike Adams? Wär was für die Rookies Kenbrell Thompkins und Aaron Dobson (wenn sie denn fit sind). Die kurzen option routes und slants: Julian Welker, Danny Welker und Austin Welker stehen bereit!

Die typischen Patriots-Spielzüge sollten alle mehr oder weniger funktionieren. Denvers große Chance könnte im pass rush über die Mitte liegen. Das ist der für einen Quarterback unangenehmste Druck überhaupt. Wenn Knighton und Jackson die mäßigen pass protector in der Mitte, vor allen Ryan Wendell und Dan Connolly, aber auch Mankins, in Bradys Gesicht schieben können, könnte das eine durchaus spannende Angelegenheit werden.

Zur Not hat New England aber auch noch RB Shane Vereen, der hauptsächlich Paßrouten läuft und den keiner von Denvers LBs decken kann.


Auch weil New Englands Offense auf dem Papier ein richtig gutes matchup hat, könnten sie mit ihrer Verteidigung eine etwas riskantere Strategie fahren. Das wär nicht nur aus taktischer Sicht aufregender, sondern auch für die allgemeine Unterhaltung am Sonntagabend. Andererseits könnte das durchaus ein Spiel werden, in dem die Patriots laufen, weil sie es können, und die Broncos, laufen, weil die Patriots sie lassen. Und dann steht´s nach dreieinhalb mäßig unterhaltsamen Vierteln unentschieden und es gewinnt der Quarterback, der zuletzt den Ball bekommt. (Oder natürlich wie immer die Mannschaft mit weniger Turnovers, mehr special teams big plays und weniger Strafen in kritischen Situation.)

Diese Ansetzung mit all ihren storylines ist zu gut, als daß am Ende wirklich nur der game winning drive erinnerungswürdig bleiben sollte. Also, ihr alle: riskiert etwas!