Preview AFC Championship Game: Ravens@Patriots

Wie gestern auch: Fokus auf drei match ups von mir. Morgen dann das big picture von korsakoff zum AFC Championship Game zwischen den New England Patriots und den Baltimore Ravens.

Pats No-Huddle-O vs Ravens Veteranen

Ray Lewis, Ed Reed, Terrell Suggs und Haloti Ngata haben zusammen schon 56 Playoff-Spiele auf dem Buckel. Diese vier leadersbtw: gibt es eine andere Defense auf dieser Welt, die vier Anführer dieser Kategorie hat? – haben alles schon gesehen. Ja, sie sind alt und angeschlagen und keiner der Vier hat mehr (oder auch: noch nicht wieder) das Niveau, das sie auf den Höhepunkten ihrer Karriere hatten. Schonmal gar nicht athletisch.

Aber das genickbrechende Element der warp speed Patriots-Offense ist nicht die Geschwindigkeit an sich, sondern die Geschwindigkeit im Kopf. Das war letzte Woche gegen Houston sehr schön zu beobachten. Kein Linienspieler der Patrios war schneller als J.J. Watt; ein TE Hoomanawanui ist eine Schildkröte gegen die Texans-LBs; ein Solder, Vollmer oder Mankins sind nicht schneller als Connor Barwin oder Whitney Mercilus.

Nur: während Houstons Defense noch Hühnerhaufen gespielt und wild rumgegackert hat, wer denn jetzt was machen sollen, kam der Snap und bevor Houston wußte, was gerade passiert, war alles auch schon wieder vorbei. Besonders eklatant war das in der redzone. Dreimal ist ein Patriot untouched in die Endzone gelaufen. Brady hat es geschafft, jedesmal, wenn die Patriots die redzone erreicht haben, noch schneller den Spielzug anzusagen und den Snap zu bekommen. Houstons D war einfach zu jung und unerfahren.

Den Ravens mit so viel Erfahrung sollte das zumindest nicht so oft passieren, sie können durch ihre Erfahrung und Abgewichstheit auch bei chaotischer Lichtgeschwindigkeit kühlen Kopf bewahren und bei schnellen Snaps eine funktionierende Defense spielen. Ganz verhindern kann man einzelne breakdowns gegen Tom Bradys no-huddle nicht. Aber sie sollten es zumindest schaffen, sich nicht überfahren zu lassen wie die Texans letzte Woche.

Boldin/Smith vs Talib/Dennard

Für die meisten Mannschaften ist Torrey Smith der Nr.1 WR der Ravens. So war es auch letzte Woche als Champ Bailey ihn das gesamte Spiel über in Manndeckung hatte. Bei den Patriots verteidigt für gewöhnlich Aquib Talib die Nr.1 Das sollte auch kein allzu großes Problem sein. Smith wird auch gegen Talib seine Bälle fangen, aber es ist ein Duell auf Augenhöhe. Das würde aber bedeuten, daß sich Alfonzo Dennard um Anquan Boldin kümmern müßte. Das ist kein fürchterlich krasses mismatch, aber immerhin ist Dennard 10cm kleiner und 10kg leichter als Boldin. Boldin kann seinen kräftigen Körper auch geschickt einsetzen und mit seinen starken Händen auch schwierigste Bälle fangen.

Kann. Macht er aber nicht immer. Ich glaube, daß Boldin der x factor in diesem Spiel sein wird. Vielleicht werden die Pats auch den ebenso großen Talib gegen ihn stellen. Wie auch immer: wenn New England Smith wie den Nr.1 wideout verteidigt, muß Boldin in schwierigen Situationen für seinen QB da sein.

Patriots pass rush vs Ravens O-Line

Wer auch immer da wen verteidigen wird, wenn New Englands pass rush keinen großen Schritt nach vorne macht wird das ein ganz langer Abend für die secondary der Patriots. DE Chandler Jones, der nach seinen ersten zwei Monaten in der NFL aussah wie der sicher DROY, ist seit zwei Monaten mehr oder weniger verletzt und kann nur mit 80% spielen. Um das noch schlimmer zu machen, hat er sich letzte Woche wieder am Knöchel verletzt und wird – wenn überhaupt – morgen keine tragende Rolle spielen können. Rob Ninkovich ist als pass rusher nur Mittelmaß und die Offensive Tackles der Ravens, Bryant McKinnie und Michael Oher sahen letzte Woche ganz gut aus – gegen Elvis Dumervil und Von Miller. (Wobei ich korsakoff zustimmen würde bei der Behauptung, daß gerade Oher mit einigen ungeahndetetn holdings davongekommen ist.)

Wie letztes Jahr mit Sterling Moore könnte auch dieses Jahr ein undrafted rookie auf der defensiven Seite den Unterschied machen. DE Justin Francis hat sich in den letzten Wochen immer mehr Spielzeit erarbeitet und dabei teilweise ordentlich Radau gemacht. Ein anderes Mittel wären blitzes der Linebackers. Seit HC Bill Belichick und DC Matt Patricia Talib in ihren Reihen wissen, lassen sie viel mehr man coverage spielen und auch deutlich häufiger blitzen. Alle drei LBs der Patriots, Brandon Spikes, Dont´a Hightower und Jerod Mayo sind sehr gute blitzer. Spikes und Hightower vor allem, weil sie immer auf hundertachtzig laufen; Mayo eher, weil er ein sehr gutes timing hat. So oder so: New England muß Joe Flacco einige blaue Flecken verpassen. Ohne Druck spielt Flacco erstklassig. Unter Druck aber gibt es einen Leistungsabfall, den es in dieser Größenordnung bei kaum einem anderen Top-QB gibt.

Bonus: Bernard Pollard vs New Englands Gesundheit

Bernard Pollard hat eine ganz besondere Verbindung zu den Patriots. Er war der tieffliegende Safety, der anno 2008 als Kansas City Chief Tom Bradys Kreuzbandriß herbeigeführt hat. Er war 2010 als Houston Texan verantwortlich für Wes Welkers Kreuzbandriß. Und er war es auch, der letztes Jahr im AFC Championship Game Rob Gronkowski Knöchel zerstört hat, der diesem dann im Super Bowl so große Probleme bereitet hat. Wen wird er dieses Mal verletzen?

Glaskugel 2012: Baltimore Ravens

Die Baltimore Ravens sind ein überschätztes Team, das mindestens im letzten Jahr völlig über seine Verhältnisse gespielt hat. Joe Flacco kratzt nicht mal am Top-10-QB-Status. Offensive Coordinator ist ein älterer Brian Schottenheimer, der sich für das klügste Mastermind der Liga hält, aber oft einfach nur albernern Quatsch macht. Die Defense wird getragen von von einem 37 Jahre alten Linebacker, der schon lange seine physischen Verfallserscheinungen nicht mehr mit Feuer und Wille wettmachen kann. Der zweite Eckpfeiler, Safety Ed Reed, hat zum wiederholten Male ernsthaft überlegt zurückzutreten, weil seine Knochen nur noch eine Packung Cornflakes sind. Der wahre MVP und Defensive Player of the Year, Terrell Suggs, hat sich die Achillessehne gerissen und ist vielleicht 2013 wieder auf seinem alten Niveau. Einen erstklassigen WR kennt man in Baltimore nur aus dem Fernsehen. “Superstar” Michael Oher ist auch nur ein Fernseh- oder Kinostar. Ray Rice, der beste Angreifer, schert sich nur um seine Kohle und nicht um den um ihn herum verfallenden Haufen, in dem ein 200kg schwerer Rentner die Blind Side verteidigt. Schließlich ist auch noch der Defensive Coordinator abgehauen.

Damit geben wir nun ab zu Alters Ego, der sich mit tatsächlichen Ergebnissen und Zahlen beschäftigt. Die Ravens haben unter John Harbaugh, seit 2008, 44 Spiele in der Regular Season gewonnen; fünf Playoffsiege eingefahren, davon vier auswärts; und standen zwei Mal im AFC Championship Game. Alle Playoff-Teams, gegen die Baltimore letzte Saison gespielt hat, wurden geschlagen: 2x Steelers, 2x Texans, 2x Bengals plus die 49ers. Nur gegen die Patriots haben sie verloren, im Championship Game – aber auch das erst, nachdem sie den Game-Winning-TD eigentlich schon hatten und nachdem ihr Idiot Kicker ein 23-Yard-FG in die Rabatten gejagt hat.

Offense

Schedule

Wk1 v CIN (MNF)
Wk2 @ PHI
Wk3 v NE (SNF)
Wk4 v CLE (TNF)
Wk5 @ KC
Wk6 v DAL
Wk7 @ HOU
Wk8 BYE
Wk9 @ CLE
Wk10 v OAK
Wk11 @ PIT (SNF)
Wk12 @ SD
Wk13 v PIT
Wk14 @ WAS
Wk15 v DEN
Wk16 v NYG
Wk17 @ CIN

Alter guckt sich auf diesen Absatz Egos hin die Offense genauer an und meint, ich bleib dabei: überschätzt. Joe Flacco bringt nicht mal 58% seiner Pässe an den Mann, schafft keine 7 Yards/Paßversuch und sein QB-Rating ist auf Mark-Sanchez-Niveau. Und ja, Rumbling RB Ray Rice from Rutgers ist ein Guter, aber: 1364 Yards, von denen 400 (!) in zwei Spielen gegen Browns und Bengals kamen? 11 Spiele mit weniger als 90 Rushing Yards? In den Playoffs 42 Läufe für 127 Yards – 3,0 Yds/Carry?!? Und wer spielt da nochmal WR? Anquan Boldin, der in seinem Leben noch nicht einen wichtigen Ball festhalten konnte? Torrey Smith, der nichts kann außer gerdeauslaufen – und das auch nur, wenn niemand im Weg steht?

Das läßt Ego natürlich nicht auf sich sitzen und kontert: wir reden hier von dem Angriff, der als einziger mehr als 350 Yards Raumgewinn gegen die Steelers erzielt hat – und das zwei Mal! Die Ravens, die der guten Bengals-D in zwei Spielen mehr 700 abgetrotzt hat, den Browns 800. Die ach-so-starke AFC North mit sechs Siegen in sechs Spielen in Grund und Boden getrampelt hat?

Alter meint darauf trocken: ich meine die Ravens, die gegen Tennessee, San Diego, Seattle und Jacksonville verloren haben, die alle nicht in die Playoffs gekommen sind. Sieben Punkte gegen Jacksonville! Und gegen die Patriots im Championship Game war auch nur das Ergebnis knapp. New England hat Baltimore so sehr auf die leichte Schulter genommen, daß Julian Edelman im alles entscheidende Drive Anquan Boldin verteidigt hat! Daß sogar eine gute Aktion von Sterling Moore (wer?) gereicht hat, um den Touchdown zu verhindern.

Defense

Laß uns über die Defense reden, lenkt Ego ab. Neunmal 14 oder weniger Punkte zugelassen, nach Yards die Nr. 3 der Liga, nach Punkten die Nr. 3; verdammt nochmal: in drei Spielen weniger als 100 Passing-Yards zugelassen! Das ist ungesehen in der heutigen NFL! T-Sizzle, Ed Reed und Ray Lewis, dazu die starken junge CBs Ladarius Webb und Jimmy Smith. Durch gute Drafts kommen dazu noch viele junge Talente in der Front Seven: Pernell McPhee, Mount Cody, Sergio Kindle, Paul Kruger, Cortney Upsahw. Und ach ja, schon mal was von Haloti Ngata gehört? Das ich nicht ein hervorragender Kern einer Defense, sondern ein Fundament, auf dem ein Wolkenkratzer stehen könnte.

Daß zu kontern ist fast zu einfach, lächelt Alter. Ray Lewis spielt seit gefühlt 50 Jahren in der NFL, spätesten jetzt wird man ihm das auch ansehen. Suggs wird gar nicht spielen. Ed Reed wird wie immer die Hälfte der Saison verletzt sein, bei einer Verletzung vielleicht auch einfach hinwerfen, weil sein späteres Leben ihm viel mehr Wert ist, als eine NFL-Saison mehr oder weniger. Cody, Kindle, Upshaw, Kruger, McPhee: große Namen. Gute Presse. Sicherlich auch Talent, nur: gezeigt haben sie bis jetzt nichts besonderes. Beinahe jedes Team hat einige solcher talentierter Jungspunde, die nach Ansicht der eigenen Fans dieses Jahr ganz bestimmt voll durchstarten. LB und edge setter par excellence Jarret Johnson ist übrigens auch nicht mehr da.

Hinzu kommt noch die Sache mit dem Defensive Coordinator, setzt Alter gleich nach. Chuck Pagano war der letzte in einer langen Reihe von DCs, die das spezielle System der Ravens-D über viele Jahre als Assistant aufgesogen hat und fortführen konnte. Dean Pees ist ein gesichtsloser Handlanger, der ganz sicher nicht in einer Riege mit Marvin Lewis, Mike Nolan, Rex Ryan und eben Pagano stehen wird.

Egos Gesicht rötet sich. Nur weil Pees nicht bekannt ist, heißt das noch lange nicht, daß er nichts taugt. Er hat immerhin sechs Jahre lang für Bill Belichick gearbeitet. Und daß Baltimore ihn jetzt in eine Reihe mit Lewis, Nolan und Ryan stellt, spricht eindeutig für ihn. Und, lieber Alter, zu Ngata hast du vorsorglich auch kein Wort verloren. Denn auch Du weißt, daß dieser 150kg-Koloß, der beweglich und quick ist wie ein Linebacker, absolut einzigartig ist.Wie Darrelle Revis für die Jets oder Patrick Willis für die 49ers, so zählt auch Ngata eigentlich für zwei, so unfaßbar gut und so unglaublich viel besser als alle anderen auf seiner Position ist er.

Ausblick

Alter wirft dann schnell noch das nicht wiederholbare Turnover-Glück in den Raum, worauf Ego entgegnet, daß dann aber auch wirklich mal über die tollen Cornerbacks geredet werden müsse. Aber Alter und Ego müssen los – zum Taligaiting für das Hall of Fame Game (ja, das ist schon übermorgen!). Ihre Prognosen hört man noch, während sie verschwinden.

Ego ist überzeugt: Baltimore war nicht zufällig vier Jahre in Folge in den Playoffs. Baltimore hat auch in dieser Saison viel, viel individuelles Talent, starkes Coaching und durch die erstklassige Arbeit von GM Ozzie Newsome mehr Tiefe im Kader, als die meisten anderen Mannschaften. Playoffs sind locker drin und wenn Flacco noch ein kleines Schippchen draufpackt und Ray Rice einfach so weitermacht wie bisher, dann trifft der Kicker im nächsten Championship Game auch.

Alter wirft zum Abschluß die 2008er Tampa Bay Buccaneers in den Raum. Weißt Du noch, Ego, damals? Einige Besserwisser haben schon 2007 gesagt, daß die Bucs deutlich über ihre Verhältnissen spielen. Die Defense war von hervorragend auf gut abgerutscht, hatte aber komischerweise trotzdem noch sehr gute Statistiken. Der QB, Jeff Garcia, war damals nicht schlechter als heute Flacco. Der junge Head Coach hatte immer noch sein Wunderkind-Image. Und als Tampa 2008 neun der ersten 12 Spiele gewann, haben alle über die Besserwisser gelacht. Die restlichen vier Spiele gingen alle in die Hose und plötzlich wußten alle, daß ein Neuanfang nötig ist. Man kann seine Schwächen nicht für immer verstecken und wenn die Schwächen allzu deutlich werden, hat auch keiner mehr Angst vor ihnen. You can fool some people some time, but you can´t fool all the people all the time.

So gehen Alter und Ego von dannen und freuen sich beide auf das, was die Glaskugel dann schließlich im Herbst ausschütten wird.

Baltimore Ravens in der Frischzellenkur 2012

  • #35 (2) OLB Courtney Upshaw (Alabama)
  • #60 (2) G Kelechi Osemele (Iowa State)
  • #84 (3) RB Bernard Pierce (Temple)
  • #98 (4) G/C Gino Gradkowski (Delaware)
  • #130 (4) S Christian Thompson (South Carolina State)
  • #169 (5) CB Asa Jackson (Cal Poly)
  • #198 (6) WR Tommy Streeter (Miami, Fl.)
  • #236 (7) DE Deangelo Tyson (Georgia)
…und dann kam auch noch ein wenig Glück dazu: Weil die meisten nicht so Recht wußten, wie Alabamas Courtney Upshaw in der NFL am besten einzusetzen wäre, ist er bis in die zweite Runde abgerutscht. Obwohl er ganz klar ein 1st-round Talent ist. Upshaw ist ein ungemein aggressiver Edge Rusher wie auch Edge Setter – die letztere Position wurde vom abgewanderten Jarrett Johnson ausgefüllt, die erstere vom nun verletzten Terrell Suggs (Achillessehnenriß, mehrere Monate Pause). Bei der Crimson Tide hat Upshaw rechts wie links, DE wie OLB und im 2-point stance wie auch mit Händen im Dreck gespielt. Mit seinem sehr kräftigen Körperbau – 123kg auf 1,88m -, seiner Aggressivität, seiner Sicherheit als Tackler und nicht zuletzt seiner Ausbildung bei der Defensiv-Schmiede schlechthin machen ihn in Runde Zwei zum Steal und perfect fit für die Ravens.

Aus den drei folgenden Picks läßt sich ziemlich deutlich herauslesen, was für eine Offensive die Raben haben wollen. Offensichtlich ist es keine, die auf Joe Flaccos Schultern lastet. Mit den Guards Kelechi Osemele und Gino Gradkowski hat sich Baltimore mächtig Beef für die Mitte der O-Line geangelt. Die wichtigste Aufgabe der inside guys (Guards und Center) ist das Reißen von großen Löchern für die Running Backs. Bei Delawares Gradkowski müssen die Herren um Ozzie Newsome sehr viel Talent gesehen haben. In den meisten pre-draft Berichten ist mir sein Name nicht einmal über den Weg gelaufen und von den meisten Auguren wurde er auch nur Free Agent eingestuft. Er kann sowohl Guard als auch Center spielen und wird damit wohl als Nachfolger für den alten Matt Birk aufgebaut.

Als Komplementärstück zu Ray Rice kommt in der dritten Runde Temples Bernard Pierce neu in den Angriff. Auch diesen wollten die Ravens unbedingt haben. So sehr, daß sie ihren 3rd-rd pick (#91) und einen 5th-rd rounder (#164) nach Atlanta geschickt haben, um sieben Plätze nach vorne zu rücken. Der Angriff wird um die Running Backs und das Laufspiel herum aufgebaut. QB Flacco soll nicht zu viel Last tragen müssen, sondern vor allem nichts kaputt machen und ab und zu mal ein Big Play raushauen.

In den Runden vier und fünf verstärkt Baltimore die Tiefe Im Defensive Backfield. Auffällig ist hier, daß nach Gradkowski auch S Christian Thompson und CB Asa Jackson von FCS- (Div-II) Schools kommen. Traditionell bekommen die mid- und late-round picks bei den Ravens immer viel Zeit sich zu entwickeln und müssen nicht als Rookies schon Aufgaben übernehmen, die noch eine Nummer zu groß für sie sind.

Überblick

So richtig große Löcher hatten die Baltimore Ravens mal wieder nicht. Den Verlust von OLB Johnson (geplant) und DE Suggs (nicht geplant) konnte mit Upshaw zumindest teilweise wettgemacht werden. RB Pierce und die beiden O-Liner Osemele und Gradkowski machen deutlich, daß das Power Game der Fokus ist und nicht der endgültig als mittelmäßig entlarvte Quarterback Flacco. Obwohl das Receiving-Corps sehr dünn ist, hat er erst zum Ende der sechsten Runde ein neues Spielzeug bekommen. Weil Tommy Streeter aber 1,93m groß ist und eine 4.4 läuft, ist es zumindest ein interessantes Spielzeug. Dazu noch Kadertiefe für Secondary und Special Teams sowie ein vielseitiger D-Liner in Runde sieben und fertig ist eine typische solide Draft von Ozzie Newsome.

NFL Woche 17 – Rückblick: Bills/Patriots, Ravens/Bengals

Buffalo Bills (6-9) @ New England Patriots (12-3)
Wer kennt das nicht: man guckt ein Spiel der New England Patriots, die Defense ist ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, die Offense sieht aus wie die Colts ohne Peyton Manning und der Gegner, in diesem Falle die Buffalo Bills, führen schon im ersten Viertel mit 21-0. Ist ja nicht das erste Mal, daß New England in dieser Saison so aussieht, also wundert man sich nicht.

Und dann, auch wie immer, schaltet der Angriff auf No-Huddle-Offense um, marschiert mit neun Plays über 77 Yards in die Endzone und gibt ein Lebenszeichen von sich. Anschließend stoppt die Defense bei einem 3rd Down die Bills und Brady orchestriert mit seinen Lieblingswaffen Aaron “YAC” Hernandez und dem großen, bösen Gronk nochmal eine schöne Serie und es steht 14-21. Damit es nicht zu langweilig wird, wirft der schlechte Brady – der sich jedes Spiel mit dem guten Brady teilt wie in einer schlechten “Good Cop, Bad Cop” Klamotte – kurz vor der Halbzeit in des Gegners Hälfte noch eine Interception.

Der große Obercop Belichick macht seinem Team dann in der Umkleide während der Halbzeit richtig Angst und Beine und eh man sich versieht, steht es nach tollem Return nach noch besserer Interception von Rookie DB Sterling Moore 28-21. Wenn man schon mal bei unbekannten Verteidigern aus Bellys Zauberkiste ist, kann man noch erwähnen, daß Devon McCourty dieses Mal neben dem wiedergenesenen Pat Chung Safety gespielt hat; Kyle Arrington und Antwaun Molden die CBs an der Außenlinie geben und ein gewisser Nate Jones sich mit Mr. Everything Julian Edelman als Nickelback abwechselt. Zum Abschluß fangen McCourty, Arrington und nochmal Moore drei Fitzpatrick Bälle ab und auf dem Scoreboard steht: Pats 49, Bills 21.

Baltimore Ravens (11-4) @ Cincinnati Bengals (9-6)
Die Offense der Ravens ist von Ray Rice so abhängig wie der Käse von der Milch. Weil die aggressive Bowlingkugel das auch weiß und das Spiel nicht in Joe Flaccos Hände legen will, rumpelt er sich schon in der ersten Serie über 70 Yards in die Endzone. Cincinnati spielt nicht schlecht, aber stellt sich ein wenig dämlich an: Rookie Andy Dalton überwirft einen offenen WR in der Endzone und es springt nur ein FG heraus; beim nächsten Besuch in Baltimores Hälfte vergeigt Kicker Mike Nugent auch noch den FG-Versuch.

Noch mehr Dummheiten und auch (Schiedsrichter-)Pech verhageln den Bengals das Ende der ersten Halbzeit. Erst gibt es einen perfekten Punt bis an die 1-Yd-Linie, den aber ein Special Teamer der Bengals zum Touchback macht, weil er auf die Endzonenlinie rutscht. Dann gurkt Baltimore das Feld hinunter mit Hilfe einer Holding-Strafe der Bengals bei einem dritten Versuch; einer mehr als fragwürdigen Unnecessary Roughness Strafe gegen Cincy; noch einer Holding Flag gegen die Defense und kurz vor dem Pausenpfiff fängt TE Dennis Pitta einen Paß in der Endzone. Die Bengals haben die meiste Zeit gut verteidigt, aber: 1 Big Play Rice + kleine Dummheiten + Strafen (überflüssige und fragwürdige) – ein AJ Green, der gar nicht im Spiel ist = 17-3 Ravens.

Aufopferungsvoll kämpft Cincinnati in der zweiten Hälfte und schafft auch den momentum change. 3&out Ravens, TD Bernard Scott, 3&out Ravens mit anschließendem schlechten Punt von Sam Koch und eingenetzem FG und die Bengals sind 12:35 Minuten vor Spielende auf 13-17 rangekommen. Ärgerlicherweise für die Nr. 3 der AFC North zeigt Terrell Suggs, der die meiste Zeit beeindruckend von LT Andre Whitworth in Schach gehalten wurde, doch noch, warum er Defensive Player of the Year werden sollte: er provoziert einen Fumble von Jerome Simpson an Baltimores 40 und wenige Spielzüge später hat Ray Rice sein zweites Big Play, dieses Mal über 51 Yards zum 24-13. Auch zu diesem Zeitpunkt gibt Cincy nicht auf, aber in Folge furchtbar rookiemäßigen Clock Managements von Dalton braucht Baltimore nach dem 16-24 mit 2:39 Minuten zu spielen nur ein First Down um den Sack zuzumachen und macht das auch. Cincinnati geht nach dieser couragierten Leistung als Favorit in das Wild-Card-Spiel gegen die Houston Texans nächste Woche und Baltimore kann – nach dem folgenden spielfreien Wochenende – nur hoffen, daß Ray Rice auch im nächsten Spiel mindestens zwei Big Plays macht, sonst sieht es düster aus.

SNF-Preview, #15: San Diego Chargers – Baltimore Ravens

In Kürze beginnt das Sunday Night Game zwischen den San Diego Chargers und den Baltimore Ravens (02h20 LIVE bei ESPNA). Obwohl die Diskrepanz in den Saisonbilanzen (SD 6-7, BAL 10-3) anständig ist, begegnen sich die beiden Teams fast auf Augenhöhe. SD-Offense gegen BAL-Defense:

  • San Diego gehört zu den wuchtigsten Angriffs-Mannschaften in der NFL und ist mit 36,3yds/Drive und 2,23pts/Drive jeweils die #4, scort häufig Touchdowns trotz nicht immer optimaler Starting Field Position (nur #17) und gehört zu dem exklusiven Club jener Mannschaften, die sich einen Punter fast sparen könnten (nur 31% der Drives enden in Punts, #3 der NFL). Knackpunkt, und das dürfte mittlerweile keinen mehr überraschen: Die Turnovers. San Diego verschenkt in fast jedem fünften Drive den Ball und es sind nicht nur die heuer viel diskutierten INTs von QB Rivers, sondern auch außerordentliches Pech: Man verliert viel zu viele Fumbles.
  • Baltimore dagegen dominiert sämtliche Defensivkategorien, würgt die Drives im Schnitt bereits nach 22,3yds Raumgewinn für den Gegner ab, lässt bloß 1,17pts/Drive zu und zwingt dem Zuschauer ein Punt-Festival auf (49% der Drives enden in Punts!). Die Pass-Defense ist auch dank eines starken Pass Rushs die dominanteste ligaweit, während das Laufspiel mindestens zu den Top-5 gezählt werden muss.

Die Ravens haben im Angriff heuer einen großen Trumpf: RB Ray Rice, der IMHO zu Unrecht in keiner MVP-Diskussion auftaucht. Rice ist ein legitimes double threat und dürfte für die auf allen Vieren daherkriechende Chargers-Defense ein enormes Problem präsentieren. Vermutlich wird DefCoord Manusky gezwungen sein, einen Safety wie Weddle auf den vielseitigen Rice abzustellen – was im Umkehrschluss tödlich sein könnte, wenn der pfeilschnelle WR Torrey Smith die Lücken in der dann entblößten Secondary nutzen kann.

Vielleicht vergisst man Rice, weil der rundum komplette DE/OLB Terrell Suggs die Saison seines Lebens spielt und durchaus einen Zweikampf mit Revis um den Titel des Defensivspielers des Jahres nicht scheuen muss. Die Grabenkämpfe werden entscheidend sein: Kommen Suggs und Konsorten schnell genug zu Rivers durch, bleibt den Chargers mit ihren tiefen Routen und lang in ihrer Entwicklung dauernden Spielzüge nicht genügend Zeit um die besten Optionen nutzen zu können, was in der Vergangenheit häufig genug zu Sacks und Turnovers führte (Ed Reed, ich dachte an Sie!).

NFL 2011/12: Week 1, der 9/11-Gedenkeröffnungsspieltag

Nachklapp zum College Football gibt es hier. Vorschau auf diesen NFL-Sonntag hier.

 

[23h49] Halbzeit Washington 14, N.Y. Giants 14. Kein besonders schönes, aber ein interessantes Spiel. Die Giants können nicht über Passspiel kontinuierlich zum Erfolg kommen, weil QB Eli Manning zu wenig Zeit zum Werfen bekommt. Die beiden Running Backs Bradshaw/Jacobs sind aber im zweiten Viertel heiß gelaufen und haben trotz mäßigem Blockings Drives am Leben erhalten. In der Defense ist die Line (wohl wegen Verletzungen von Schlüsselspielern) weniger dominant als gewohnt, wodurch auch die Secondary teilweise gröbere Probleme hat (auch durch Verletzte?).

Washington hat seinerseits Probleme, längere Drives hinzukriegen. QB Rex Grossman wirft gerne die Bälle etwas hoch und nicht immer sind die Receiver in der Lage, die Eier aus der Luft zu pflücken. Insgesamt wirkt die Offense Line okay, allein es fehlen die explosiven Running Backs und der starke #1-Wide Receiver.

Angesichts der sich verschlimmernden Verletzungssorgen auf Giants-Seite könnte das noch eine spannende Geschichte werden.

[23h36] Brian Billick hat beim Spiel St Louis – Philadelphia angeblich gesagt, “the Rams have had some sex with the no huddle”.

[23h21] Die Probleme in der Offensive Line der Giants sind ernsthafter Natur. Eli Manning steht mit der Annahme des Snaps unter gewaltigem Druck, muss um sein Leben scrambeln und es ist insofern verständlich, dass hier ganze 3-von-11 komplettiert wurden, inklusive einiger ganz fürchterlicher, weil in höchster Not irgendwohin geworfener Bälle. Geht das so weiter, erleben wir noch die eine oder andere Interception. Und dann verletzt sich mit TE #85 Jake Ballard auch noch ein 130kg-Mann, der blocken kann und einen der bisher nur drei vollständigen Bälle fing.

[22h56] Die Giants spielen heute zusätzlich zu den ganzen Langzeitverletzten auch noch ohne die beiden besten Defensive Liner DE Justin Tuck und DE Osi Umenyiora. Da sollten sich nicht mehr allzu viele Leute verletzen, zumal Washingtons Offensive Line bisher einen recht guten Eindruck hinterlässt.

New York hat mit seiner Protection größere Probleme, Washington kommt sehr druckvoll mit Line und 1-2 zusätzlichen Pass Rushers daher und Eli Manning hat des Öfteren schneller drei Leute im Gesicht als ihm lieb sein kann.

[22h42] Washington 0, NY Giants 7. Das Spiel begann mit den erwarteten 0-von-8 für Grossman/Manning. Dann schaltet Washington in den dilettantischen Modus um, lässt WR Nicks kilometerlangen Vorsprung, Manning kauft sich elegant Zeit in der Pocket und die Giants stehen an der Goal Line. Manning auf einem Bootleg, kann dank völlig desinteressierter Redskins-Abwehr locker einlaufen. Nope, nicht einlaufen. Eintraben.

Die 19h-Spiele/Baltimore vs Pittsburgh

[22h29] Die Cincinnati Bengals werden tatsächlich das erste Saisonspiel in Cleveland gewinnen. QB Andy Dalton ist mit einer Fußverletzung rausgegangen, Backup Gradkowski drehte das Spiel, RB Benson schlug die Sargnägel mit einem simplen Laufspielzug über halbrechts ein – ein Spielzug ohne Beteiligung der Defense. Bei ESPN.com wird nach Daltons Verletzung schon über Carson Palmer spekuliert.

Detroit gewinnt in Tampa 27-20, weil Tampa im letzten Spielzug einen wilden Lateral-Spielzug nicht in die Endzone bringt. Soll keine überragende Vorstellung der Lions gewesen sein und gegen einen Gegner Tampa, dessen QB Freeman Phasen des Spiels mit einer Oberschenkelverletzung in der Kabine verbrachte. Als Freeman wieder da war, wurde es für Detroit wieder eng, weil sie die Uhr mit ihrem schwachen Laufspiel nicht runtertickern konnten.

So. Ich werde wohl nicht mehr das ganze Redskins/Giants-Spiel reinziehen, weil ich nebenher noch Samantha Stosur zum längst verdienten Grandslam-Sieg begleiten muss und irgendwann noch ein paar Minuten Schlaf brauchen werde.

[22h20] Meine Güte, in Cleveland schaut das Stadion zu 50% leer aus!

[22h11] Endstand Baltimore Ravens 35, Pittsbrugh Steelers 7. Ist eigentlich alles gesagt. Baltimore war mit seiner aggressiven Defense heute einfach konzentrierter, besser vorbereitet. Pittsburgh hatte nie wirklich eine Idee, was es mit seiner Offense dagegensetzen könnte und über die Offensive Line wird noch zu reden sein.

Baltimore strotzte in der Offense vor Selbstbewusstsein, QB Joe Flacco habe ich selten so on fire gesehen wie heute. Da war ein Mann on mission, komplettierte selbst schwierige tiefe Bälle mit Leichtigkeit. Im Laufspiel war RB Ray Rice in Hochform.

Fazit: Verdienter Sieg der Ravens über eine spätestens im dritten Viertel indisponierte Steelers-Mannschaft, die jetzt schon nach dem Rematch im November lechzen dürfte.

[22h07] YES. ESPNA wechselt zum Ohio-Derby Cleveland – Cincinnati, wo die Bengals überraschend 20-17 führen, seit Bruce Gradkowski reingekommen ist.

[22h04] Falls sich je jemand über Bela Réthy aufgeregt hat: CBS’ Nantz/Simms rattern grad auch einen Throw-Away-Fact nach dem anderen runter.

[21h56] Schön langsam kann man sich darauf einstellen, das Duell der QB-Giganten Eli Manning & Rex Grossman im FedEx Field, dem Stadion mit den ultrakomischen Farbkombinationen im obersten Rang, zu bestaunen. Washington dürfte heute ein Tränenbad sein.

[21h54] Turnover-Count: #7. Roethlisberger wird bei simplem Pass Rush mit drei (plus einem halbherzigen vierten) der Ball beim Werfen aus der Hand geschlagen. Erneut #55 Suggs und da habe ich immer Angst um die Bänder im Wurfarm.

[21h45] Seufz. RB #21 Mewelde Moore fumbelt schon wieder den Ball. Die Challenge wird erfolgreich sein, Baltimores Ball. Sechster (!!) Turnover der Steelers.

[21h40] Die Thrill-Autoren haben sich nach einem erneuten fantastischen College-Wochenende aktuell eine Auszeit genommen. Von acht 19h-Spielen ist 10min vor Schluss nur ein einziges innerhalb von einem Score (CLE-CIN), alle anderen mit mehr als 1 TD, viele mit 25+ Punkten.

[21h37] Ich habe keine Bilder, aber den Stats zur Folge hat Buffalo den Kansas City Chiefs das Laufspiel weggenommen und folglich findet völlig überraschend die Offense der Chiefs (mit QB Matt Cassell) nicht statt. Buffalo führt 41-7.

[21h33] Nächste hirnlose INT Roethlisbergers, wieder ist S Reed der Ballempfänger. Reed zieht die Bälle aber auch wirklich an. Das Spiel kann man abschenken.

[21h19] 44sek vor Ende des dritten Viertels mal wieder eine gepflegte Keilerei mit ca. 25 Beteiligten, inklusive eines 2m durch die Luft fliegenden Head-Refs Tony Corrente.

[21h15] Die Ravens führen mittlerweile 32-7 im strömenden Regen in Baltimore und das Spiel scheint 17min vor Schluss sehr gegessen aus. Das dritte Viertel, eigentlich eine Stärke der Steelers, war KOMPLETT in Händen der Ravens, sodass sogar Mike Tomlin seine Spieler mehr zusammenstauchte als gewohnt.

[21h00] Pittsburghs Offense schien gerade in die Gänge zu kommen, da wirft Roethlisberger unter Druck eine vogelwilde INT an der Goal Line direkt in die Arme Ed Reeds. Reed ist so verdutzt über die INT, dass er mit dem Return erstmal zwei Sekunden zum Nachdenken braucht.

[20h48] Baltimore 29, Pittsburgh 7, 21sek in der zweiten Halbzeit gespielt. Meine Fresse, was ist mit Pittsburgh los? Der erste Snap in der zweiten Halbzeit überrascht Roethlisberger, während im selben Moment bereits DT Haloti Ngata heranrauscht und die Ballübergabe an den Running Back zum Fumble ummünzt. Baltimore kommt mit Flaccos Super-Pass auf TE Ed Dickson raus. Dickson mit einem großartigen Catch in der EndZone, der S Polamalu wie einen Lehrbuben ausschauen lässt. Wo war unser Freund, der Baltimores junge Tight Ends… Ach, welche Tight Ends?

Um die Verarsche komplett zu machen, spielen sie einen Fake zur 2pt-Conversion. Und just in dem Moment fälscht Ngata einen Ball ab, der MLB Ray Lewis in die Arme fällt. INT, Baltimore wird allerdings beim Versuch, ein 4th down auszuspielen, gestoppt. M-a-s-s-i-v-e-r Energieanfall von OLB Jerome Harrison.

[20h41] Vor sehr gelichteten Rängen in Tampa spielen die Detroit Lions einen gepflegten Ball. Stafford hatte im ersten Spielzug eine unverschuldete Interception aus einem abgefälschten Ball, spielte danach schnellen, passlastigen Offensiv-Football inklusive eines mutigen 4th downs, Detroit führt 20-13.

[20h35] Halbzeit Baltimore 21, Pittsburgh 7. Starke, sehr starke Vorstellung der Baltimore Ravens trotz der unmotivierten Schlussminute. Die Offense wurde zuletzt immer lauforientierter, schaut aber sehr variabel aus, inklusive eines extrem relaxt wirkenden QB Joe Flacco, der fast immer seine Anspielstationen findet, seien es WR Boldin, die beiden Tight Ends Dickson/Pitta oder das „Sicherheitsziel“ RB Rice, der wie eben erwähnt eine großartige Halbzeit spielte.

In der Defense dominiert Härte. Pittsburgh kriegt kein Yard ohne blaue Flecken, viele Hits sind nahe an late hits. QB Roethlisberger muss sich häufig Zeit erkaufen und macht dabei IMHO keinen unterirdischen Job. Patentrezept für Pittsburgh meiner Meinung nach: RB Mendenhall um die Line herum laufen lassen, dabei hatten die Ravens die größten Probleme.

(Und natürlich mit den Strafen, aber da kann Pittsburgh nicht mehr tun als sich das Spektakel staunend mit anzuschauen.)

[20h24] Baltimore 21, Pittsburgh 7. Nun müssen auch die Ravens etwas mehr bluten für ihre Punkte – aber Baltimore hat RB Ray Rice. Rice war letzten Herbst dezent enttäuschend, aber heute ist der Mann in fantastischer Form, kriegt gutes Blocking, lässt aber danach zig Tackles (gegen Pittsburgh!!) aussteigen und ist kaum zu Boden zu bringen. Als Passempfänger macht der vergessene Sohn Rice einmal ein 3rd down und schließlich aus der WR-Aufstellung den Touchdown. Pittsburgh teilt kräftig Hits aus, hat aber alle Probleme der Welt mit diesem Running Back, der sogar einmal intelligent genug ist, einen Pass für sicheren Raumverlust einfach abzuklatschen – probates Mittel, nur leider selten gesehen.

[19h57] Baltimore 14, Pittsburgh 7. Nun melden auch die Steelers ihre Ansprüche an. Es geht nicht reibungslos und dauerte eine gefühlte halbe Stunde realer Zeit, aber am Ende ist Pittsburgh in der Endzone, weil sich QB Roethlisberger die nötige Zeit kaufen kann, bis WR Sanders in der Endzone frei ist. Baltimores Pass Rush muss sehr schnell gegen diese Line durchkommen, um Roethlisberger durcheinander zu bringen.

[19h47] In Houston fumbelt sich Colts-QB Kerry Collins zu zwei Touchdown-Geschenken für die Texans. Houston führt nach einem Viertel 17-0.

[19h39] Baltimore 14, Pittsburgh 0. Die Ravens sind wie elektrisiert. Direkt im Anschluss an die Schlägerei bricht plötzlich der hinter der Offensive Line versteckte OLB Terrell Suggs durch und wrestelt dem verdutzten QB Roethlisberger mit einer Wucht den Ball aus den Händen, da staunt der Ben noch immer.

Die Ravens-Offense kommt auf das Feld und spielt in der Post-Heap-Ära gnadenlos Tight Ends um Tight Ends an: Nachdem zuvor ein Dickson-Catch aberkannt worden war, fängt diesmal TE Pitta. RB Ray Rice vollendet an der Goal Line im zweiten Versuch.

[19h32] Zehn Minuten gespielt und schon die zweite Schlägerei auf dem Feld.

[19h30] Ein wunderschöner, rattenscharfer tiefer Ball von QB Flacco wird wegen eines Holdings von LT KcKinnie zurückgepfiffen und zerstört die Angriffsserie. In den Minuten, in denen sich in Baltimore bei drückender Schwüle wohl ein Regenguss nähert, bleibt aber das Bild eines sehr relaxten QB Flaccos.

[19h09] Baltimore 7, Pittsburgh 0. Das ging schnell. RB Ray Rice mit einem Riesen-Raumgewinn über die linke Seite, dort wie der 200kg-Bomber Bryant McKinnie jüngst vor ein paar Tagen neu installiert wurde. Zwei Plays später hat QB Joe Flacco über links alle Zeit der Welt, einen wunderschönen Ball in die Arme von WR Anquan Boldin zu legen, der im Nachfassen Baltimores ersten Saison-Touchdown macht.

[19h04] Jim Nantz ist begeistert von den „U-S-A“-Schlachtrufen.

[18h44] Wer’s noch nicht mitgekriegt hat: Die namhaftesten Ausfälle auf Seiten der Ravens sind OLB Sergio Kindle und die beiden Rookies CB Chykie Brown/WR Tandon Doss, bei den Steelers wird der Neuzugang WR Jerricho Cotchery nicht im Kader sein.

[17h57] Die Pittsburgh Steelers haben dieser Tage ein potenzielles Störfeuer ausgedrückt und dem famosen Safety Troy Polamalu einen neuen Vertrag über vier Jahre und 36,5 Mio. Dollar (10,5M guaranteed) gegeben, nicht so verrückt wie der Vertrag für Minnesotas RB Adrian Peterson (7yrs/100 Mio./36 Mio. guaranteed, 52 Mio. in den ersten vier Jahren), aber wichtig, um Polamalu zu halten. Von sämtlichen Leistungsträgern ist nur noch WR Mike Wallace nicht über 2011 hinaus an Pittsburgh gebunden. Indes ist ein Spieler, den die Steelers erst am Sonntag gecuttet haben, S Brett Greenwood, bei einer Trainingseinheit an seiner Highschool kollabiert (Herzstillstand), scheint aber mittlerweile in stabilem Zustand zu sein.

[17h12] Guten Nachmittag. Der Spieltag steht im Zeichen des zehnten Jahrestags von 9/11. Die Laute sind vereinzelt, aber aus dem Blätterwald rauschen zwischen haufenweise Pathos und Erinnerungen auch kritische Töne zu 9/11, der zweifelhaften Art der Aufarbeitung und zur allgemeinen Lage einer heute gespaltenen Nation. Stellvertretend dazu der gestrige Eintrag in der Washington Post:

Washington Post_110911

©Washington Post

Zum Sport: Die NFL-Spieler dürfen heute entgegen der sonstigen Gepflogenheiten Handschuhe mit 9/11-Erinnerungen tragen – die restriktive Kleiderordnung wurde extra dafür gelockert. Zusätzlich gibt es ein spezielles „NFL 9/11“-Gedenkband für jeden Spieler, inklusive eines Logos für das Spielfeld und gigantischer US-Flaggen zur Hymne vor dem Spiel. Bei ESPN America geht es los mit Baltimore RavensPittsburgh Steelers, den beiden rivalisierten Teams aus den Städten, in deren Mitte sich Shanksville, der Aufschlagort von Flight 93, befindet. Baltimore ist zudem in der Nähe Washingtons gelegen.