College Football 2012/13, die Elfte

Die Zielgerade im Rennen um die beiden Finalplätze in der Bowl Championship Series, die den National Champion ausspielen, verspricht äußerste Dramatik. Das neue Playoff kommt erst 2014/15, aber nicht wenige würden es sich schon dieses Jahr wünschen: Die Big Four Alabama, Kansas State, Oregon, Notre Dame sind immer noch ungeschlagen.

Gleichzeitig beginnt dieser Tage die Saison im College Basketball, mit u.a. einem gestern Nacht stattgefundenen Spiel in der Pfalz, am US-Militärstützpunkt Ramstein: Heute gibt es dazu ein Tape ab 9h (Michigan State – UConn). Als Reminiszenz daran – und an die Veteran’s Week, findet der College GameDay diesmal auf einem Flugzeugträger im Hafen von San Diego/Kalifornien statt, wo dann morgen auch noch San Diego State und Syracuse ihre Korbballsaison eröffnet werden (Spiel wurde wegen schlechter Witterung auf Sonntag verschoben).

Footballtechnisch werden wir bei ESPNA drei BCS-Titelkandidaten zu Gesichte bekommen. Alabama spielt um 21h30 gegen die #15 Texas A&M Aggies mit ihrem spannenden Freshman-QB Johnny Manziel, gilt als klarer Favorit.

Alabama Crimson Tide – Texas A&M Aggies

Texas A&M spielt eine recht vielfältige, vor allem sehr schnelle, Offense mit Spread-Aufstellungen und Manziel ist als guter Athlet ein double threat – man geht davon aus, dass die Aggies Alabama damit wenigstens ärgern werden können. Gegen LSU zeichnete sich bei Manziel durchaus die Tendenz aus, gerne mal tief zu gehen – auch LSUs QB Mettenberger hatte letzten Samstag mit solchem tieferem Spiel ganz netten Erfolg gegen Bama. Bei Manziel zeigte sich aber auch: Als der Gegner mal die drei, vier kritischen Würfe kapiert hatte, war es um Grünschnabel Manziel geschehen.

Ein hoch interessanter Punkt vor diesem Spiel: Der Hardcount von Texas A&M. Keine Offense sieht mehr Offsides der Defense gegen sich, und A&M geht dann raus und wirft gegen eine für einen Moment unkonzentrierte Abwehr den tiefen Ball. At least ist das einem sehr starken Stück von Andy Staples/SI.com zu entnehmen, der ein paar dolle Gedanken zu Nick Saban niedergeschrieben hat.

Cal Golden Bears – Oregon Ducks

Oregon spielt spät in der Nacht bei Cal (ab 5h30 Einstieg ins laufende Spiel), einer dieses Jahr schwer enttäuschenden Mannschaft mit angesägtem Head Coach Jeff Tedford. Bei Cal – Oregon muss ich immer an vor zwei Jahren denken, als die ebenso ungeschlagenen Oregon Ducks in Berkley nur haarscharf an einer Schlappe vorbeischrammten und nur dank eines Punt Returns von Cliff Harris knapp 15-13 von der Schippe sprangen.

Holy War

Ab 02h findet in Boston der „Holy War“ Boston CollegeNotre Dame statt, zwei Katholikenschulen im Wettstreit. Die BC Eagles spielen eine erwartet schwache Saison (2-7) und für Head Coach Spaziani könnte nichtmal mehr ein Riesen-Upset über Notre Dame als Jobrettung reichen. Vorsichtig macht die Historie: Schon zweimal wurde Notre Dame im Endspurt als ungeschlagene Mannschaft von Boston College aus dem Titelrennen genommen (1993, 2002).

TCU Horned Frogs – Kansas State Wildcats

Leiiiiiiiiider nicht bei uns über legalem Wege sichtbar: TCUKansas State. Das Spiel lässt mächtig Thrill vermuten, nachdem TCU zwar eine Art „Wechseljahr“ erlebt, aber noch immer das Eine stellt: Eine fantastische Run-Defense. Bei K-State wird zu allem Überfluss ein großes Geheimnis um den Status von QB Collin Klein gemacht, der zuletzt mit angeblicher Gehirnerschütterung runtergenommen wurde – die Gefühle sind vor dieser Partie so sehr in der Schwebe, dass die Wettbüros das Spiel aus ihrem Portfolio gestrichen haben.

Syracuse Orangemen – Louisville Cardinals

Ebenso live zu sehen gibt es eine ungeschlagene Mannschaft aus der Big East Conference, die null Hype und null BCS-Titelchancen bekommt: Louisville. Die Cards von Head Coach Charlie Strong sind zwar 9-0, aber es ist ein Wackel-Neunnull mit extrem vielen knappen und glücklichen Siegen gegen einen extrem suspekten Schedule. Wäre Louisville schon drei, vier Jahre oben dabei, sie bekämen Aufmerksamkeit. Als Newcomer so nicht. Um 18h geht es zu Syracuse – live bei ESPNA.

Der Sendeplan für Woche 11

ESPN America

LIVE

    10.11.2012  15h00  GameDay aus San Diego/CA
    10.11.2012  18h00  Syracuse - Louisville
    10.11.2012  21h30  Alabama - Texas A&M
10./11.11.2012  02h00  Boston College - Notre Dame
10./11.11.2012  05h30  Cal - Oregon

Tapes                                

    10.11.2012  11h30  UConn - Pittsburgh
    11.11.2012  09h00  South Carolina - Arkansas
    11.11.2012  11h30  Boston College - Notre Dame
    14.11.2012  10h30  LSU - Mississippi State
    14.11.2012  13h00  Cal - Oregon

EUROSPORT

LIVE

    10.11.2012  21h30  Illinois - Minnesota

Was sonst so in den Conferences los ist

SEC – Georgia kann mit einem Auswärtssieg bei den diese Saison schwachen Auburn Tigers sein Ticket für das SEC-Finale fixieren. Die Bulldogs profitierten dabei im Vergleich zur hausinternen Konkurrenz Florida/South Carolina von einem vergleichsweise einfachen Schedule – aber den konnte man wenigstens nutzen.

Derweil wackeln die Coaches in Tennessee und – eben – Auburn. Bereits gefallen ist Kentuckys Lokalhero Joker Phillips, dessen kurze Amtszeit von vielen hohen Schlappen geprägt war; zuletzt waren nur noch knapp 20.000 Fans im Stadion.

Big Ten Conference – Gemeinhin spricht man der B1G dieses Jahr die notwendige Klasse ab. In der Leaders-Division ist Ohio State als immer noch ungeschlagenes Team aufgrund der Tressel/Pryor-Geschichte immer noch „bowl ineligible“ und kriegt auch ansonsten erstaunlich wenig Presse, und auch Penn State ist aus bekannten Gründen gesperrt. Dahinter gurkt Wisconsin auch übler als in anderen Jahren herum, weswegen in den Staaten der Treppenwitz die Runde macht, dass die Indiana Hoosiers es doch tatsächlich noch aus eigener Kraft schaffen können, das B1G-Endspiel zu erreichen. Die Indiana University ist zwar im College Basketball ein Player, aber im Football war man zuletzt 2007 für die Post Season qualifiziert (insgesamt nur neunmal bisher), und der letzte Conference-Titel liegt 45 Jahre zurück…

In der anderen Division liefern sich Nebraska (heute vs. Penn State) und Michigan ein Kopf-an-Kopf-Duell, wobei die „close win“-Huskers den direkten Vergleich mit Michigan bereits gewonnen haben.

Big 12 Conference – selbst wenn K-State noch fallen und eines seiner letzten drei Spiele verlieren sollte, bleibt unterm Strich der fast sichere Conference-Titel für die Wildcats: Man hat den direkten Vergleich mit Oklahoma bereits gewonnen und müsste schon zweimal verlieren.

Pac-12 Conference – im Norden dürften sich Stanford/Oregon State (spielen heute gegeneinander) und Oregon das Endspielticket untereinander ausmachen. Im Süden ist es verworrener: UCLA (4-2) vor USC (4-3) vor Arizona State (3-3). Letztere beiden treffen heute aufeinander; erstere beiden nächste Woche, wobei UCLA Heimvorteil besitzen wird. Ist es möglich, dass die Bruins mit dem von mir so verschmähten Head Coach Mora jr. erneut ins Conference-Finale einziehen?

Auf der anderen Seite ziehen die Colorado Buffaloes die Blicke auf sich: Einst ein stolzes Programm mit National-Title-Ambitionen, ist man nun in der Misere. Die letzten Ergebnisse der Buffs: 14-42, 17-51, 6-50, 14-70, 0-48 und in der früheren Saisonphase ein 14-69 gegen Fresno State! Jon Embree ist nicht mehr lange Coach.

ACC – FSU gewann am Donnerstag ein dramatisches Spiel bei Virginia Tech (Comeback-Sieg nach Hin und Her im Schlussviertel, eine minutenlange, ungute Verletzungsunterbrechung für einen Tech-Verteidiger), ist einen Auswärtssieg bei Maryland nächste Woche oder eine Clemson-Niederlage von der Finalqualifikation entfernt.

Der Gegner ist völlig in der Schwebe: Miami/FL führt, könnte sich aber noch selbst im Zuge des Shapiro-Skandals aus der Post Season zurückziehen. Der nächstplatzierte UNC ist bereits ineligible. Dahinter sind Duke (3-3 in der ACC) und Georgia Tech (ebenso 3-3) die nächsten Kandidaten.

Big East Conference – Drei Spiele vor Schluss sieht es nach einem Entscheidungsspiel zwischen Louisville und Rutgers (beide 4-0 in der Conference) in drei Wochen aus.

Mid-American Conference – gleich beide der favorisierten Teams (Toledo, Ohio) verloren unter der Woche ihre bei ESPNA übertragenen Spiele. Für Toledo ist das insofern nicht schlimm, weil man sowieso hätte das direkte Duell gegen Northern Illinois noch gewinnen müssen. Ohio dagegen dürfte in der anderen Conference aus dem Rennen sein; Bowling Green (5-1) und Kent State (5-0) treffen nächste Woche aufeinander.

Mountain West Conference – Boise State, Fresno State, Air Force und San Diego State werden sich den Titel untereinander ausmachen. Der Sieger ist nicht abzusehen, auch weil die Tie-Breaker schwierig werden (Air Force spielt z.B. heuer nicht gegen Boise).

Aus der Heimat des zwölften Mannes: Texas A&M Aggies – LSU Tigers live

[22h00] Endstand Texas A&M 19, LSU 24. Mit einem grinsenden Les Miles geht die Partie zu Ende. LSU gewann dank 4 Turnovers, aber das alte LSU der letzten zwei Jahre hätte eine solche Partie mit 42-12 nach Hause gefahren. Die Offense ist weiterhin nicht Fisch, nicht Fleisch, und in dieser Verfassung gebe ich den Tigers in zwei Wochen selbst zuhause gegen Alabama kaum eine Siegchance.

Texas A&M hat das Spiel weggeschmissen. Die Offense ist interessant, spannend. QB Manziel hat alle athletischen Tools drauf und ich kann verstehen, warum man bei dieser Russell-Wilson-artigen Spielweise solche Begeisterung für Manziel zeigt, aber die Coaches müssen diese viel zu langen, unnötigen Scrambles aus Manziel herausbringen und dem Knaben beibringen, den Ball irgendwann wegzuwerfen, um sich nicht in jedem zweiten Spielzug in Kalamitäten zu bringen.

[21h50] LSU kriegt sein Strafenproblem nicht unter Kontrolle, kassiert den Anschluss-TD. aTm 19, LSU 24, zwei Timeouts aTm, 1:17 to go, Onside Kick ist gescheitert.

[21h36] Next Play: TD LSU, die Entscheidung. LSU 24, aTM 12, 3:12 to go.

[21h35] Dreieinhalb Minuten vor Schluss sorgt QB Manziel höchstpersönlich wohl für den Sargnagel, wirft eine unbedachte INT, die dritte heute. (CB Simon machte sie)

[21h29] Ein Spiel auf Biegen und Brechen. Jetzt stoppen die Aggies die Tigers mit Ach und Krach, und mit wiederholt viel Druck gegen QB Mettenberger. Fünf Minuten bleiben den Aggies, die eine verheerende Bilanz seit dem ersten Viertel aufweisen (u.a. 2 INT, 1 Fumble, 2 verkickte FG).

[21h19] Ein verunsichert wirkender QB Manziel bringt nichts zustande und dann verkickt der Kicker aus kurzer Entfernung!

[21h16] Bäm. RB #20 Trey Williams, der schon seit Monaten massiv hochgejazzt wird, returniert den anschließenden Kick 76yds in die gegnerische RedZone.

[21h12] Trainerentscheidungen, die ich nicht fassen kann: LSU bewegt die Eier mit Leichtigkeit, hat die Aggies eigentlich am Boden, und wird dann ganz nah am Touchdown ultrakonservativ, nimmt lieber das Field Goal zum 19-14 als den möglichen TD zur Neunpunkteführung zu versuchen.

[21h00] Diesmal verschießt K Bertolet aus 54yds. Vorangegangen war mäßige Spielzugansage der Aggies.

[20h53] Ganz schlechtes Zeitmanagement der Tigers, die ganz nahe an der EndZone ein drittes Down nicht mehr früh genug ausgespielt bekommen und nun in den starken Wind punten müssen. Könnte ca. 10-20yds Feldposition ausmachen.

[20h47] Das Spiel hat viel von seinem Schwung verloren, weil die LSU Tigers mit ihrer Umstellung von 4-3 auf 3-3-5 (teilweise auch 3-4) die Aggies-Offense nun vollends in den Griff bekommen haben.

[20h36] Die Offense der Aggies ist gerade wieder unterwegs, in Schwung zu kommen, als WR #13 Evans einen wunderbaren Slant-Pass unbedrängt nicht fangen kann und der dadurch abgefälschte Ball einem LSU-Verteidiger direkt in die Arme fällt. Dritter Turnover der Aggies.

[20h21] Um an die Diskussion in den Kommentaren anzuschließen: Extending the play muss nicht immer ein Übel sein. Manziel z.B. scheint athletisch genug zu sein, um auch mal fünf Passrushern zu entfleuchen – wie eben: aus potenziell -10yds nicht einfach per Wegwerfen null gemacht, sondern mit einem wilden Scramble +12yds gemacht. Die Frage ist, inwiefern das Coaching den unerfahrenen Manziel soweit bringt, die „schlechten“ Play-Verlängerungen aus dem Repertoire zu entfernen.

[20h19] LSU knüpft im dritten Viertel an das erste an: Three and out.

[19h51] Reibungslos ist anders, aber 11sek vor der Pause gelingt mal einer der vielen längeren Passversuche von QB Mettenberger – wieder nach ausgespieltem 4th down an der 30yds-Line. Und wir haben das Spiel auf den Kopf gestellt. Texas A&M 12, LSU 14.

[19h44] aTm/Manziel suchen kurz vor der Pause in jedem Play den tiefen Ball, müssen beim dritten Down dann ein paar Sekunden von der Uhr laufen… und RB #1 Ben Malena fumbelt den Ball weg.

[19h37] Tja, und so schnell geht’s. LSU würgt sich auch dank einer PI-Strafe in die gegnerische Platzhälfte, spielt dann gegen den Wind ein 4th down mit einem sehenswerten Trickspielzug über zwei Running Backs aus und ein Play später sprintet RB #42 Michael Ford auf der anderen Spielfeldseite aus fast 20yds zum TD. Texas A&M 12, LSU 7.

[19h32] Wenige Plays nach einem erneuten abgewürgten dritten Down gegen LSU wirft QB Manziel eine Interception bei einem tiefen Spielzug. LSU startet an der eigenen 42 – weiter vorne waren sie heute eh erst einmal.

[19h20] Mit starkem Wind im Rücken trauen sich die Aggies ein langes 49yds-Fieldgoal zu, das K Taylor Bertolet mit Bravour versenkt – der Ball wäre auch aus 60yds reingegangen. Texas A&M 12, LSU 0 in einem Spiel, in dem die Defense der Tigers LSU im Spiel hält.

[19h11] Die Tiger-Offense kommt schon allein deswegen nicht in Gang, weil die Tackles gegen die Defensive Ends der Aggies kein Land sehen; vor allem DE #94 Demontrae Moore terrorisiert QB Mettenberger bisher – drittes oder viertes Three’n’Out für Louisiana State.

[19h02] Keine gute Anfangphase der LSU Tigers, deren Offense so blutleer wie gegen Auburn auftritt. Weiterer möglicher Knackpunkt: Den Tigers gehen nach und nach Spieler verloren, was vor allem in der wenig breit besetzten Defense schmerzhaft wäre. Die Defensive Line z.B. kriecht schon jetzt auf dem Zahnfleisch.

[18h53] Mit dem Ende des ersten Viertels zeigt sich ein weiteres Charakteristikum bei Johnny Manziel: Er sucht das Play – eventuell auf Kosten eines Sacks. Lieber scrambeln als den Ball auf die Tribüne zu werfen. Ich würde behaupten, das ist bei 19jährigen Freshmen kein Wunder.

[18h50] Kyle Field ist so windig, dass die Referee-Ansagen kaum verstanden werden.

[18h33] Ja spinn ich oder lassen sich die LSU Tigers da gerade nach Strich und Faden ausspielen?  QB Manziel kann teilweise sogar kurze Slant-Pässe für WR #13 Evans werfen – ich kann mich nicht erinnern, dass LSU in den letzten beiden Jahren jemals so offen über die Mitte war wie heute. In der RedZone zerstört eine Strafe einen TD, aTm muss mit dem Field Goal Vorlieb nehmen – Texas A&M 9, LSU 0.

[18h18] Ich lese gerade, dass RB Lattimore nachher gegen Florida „nicht starten“ wird – was bei entsprechender Auslegung eines Starts im Football nicht viel heißen muss.

[18h12] Sehr ansehnlich, was die Oregon Ducks Texas A&M Aggies da in ihrer ersten Serie spielen: Die Strategie scheint zu sein, ohne Huddle ein brutales Tempo zu spielen. Im Pass werden kurze Screen- und Swingpässe für die vielen an der Anspiellinie verteilten Wide Receivers geworfen, und dann vertraut man im Laufspiel, dass die mächtig gebaute Offensive Line um die beiden Tackles Joeckel/Matthews die beiden Super-DEs der Tigers, Montgomery und Mingo, in Zaum halten können, und läuft gnadenlos über die Mitte. Ist erfolgreich, RB Christine Michael schließt aus 2yds zum TD ab, 6-0 Aggies nach dem verkickten P.A.T.

[18h02] Scheint windig zu sein in College Station. Schon vor dem Kickoff wird der Ball zweimal vom Tee geblasen.

[17h47] Guten Abend. Heute mal wieder Liveblogging zum College Football, diesmal aus einem der besten Stadien auf dieser Welt, dem Kyle Field in College Station/Texas („Home of the 12th man“). Die BCS-#18 Texas A&M Aggies spielen gegen die #6 LSU Tigers. Mit dabei: Der extrem gehypte Freshman-QB Johnny Manziel der Aggies, auf den ich gespannt bin wie ein Regenschirm.

The Return of the College Football zu ESPN America

Die MLB-Playoffs sind gütlicherweise genau so ausgegangen, dass heute wieder die volle Dröhnung College Football gezeigt werden kann. Ab 15h College GameDay aus Gainesville, der Heimatstadt der Florida Gators, und danach zweimal SEC-Derby vs. ein ACC-Klassiker. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: Die Conference-Saison kommt in die Gänge, die Saison im College Football gewinnt an Thrill.

Texas A&MLouisiana State birgt abseits des Manziel-Watchings (Manziel ist Freshman-QB der Aggies) Spannung, inwiefern die Tigers nach mehreren blutleeren Vorstellungen mit dem Heimsieg über South Carolina wieder in Schwung gekommen sind. LSU gewann verdient, recht souverän gegen die Gamecocks in einem Spiel.

Die spielen ab 21h30 im Kracher möglicherweise um den SEC-East-Divisionssieg, auswärts bei den Florida Gators. Und ausgerechnet dann droht RB Marcus Lattimore verletzt auszufallen… riecht nach einer defensivorientierten, nicht allzu punktereichen Partie. Ein Knackpunkt, der vor allem im GameDay rauf und runter diskutiert werden dürfte: Steve Spurrier kehrt zurück an die University of Florida. Spurrier war in den 90ern der Head Coach gewesen, der mit seiner Fun’n’Gun-Offense die Gators überhaupt erst auf die Landkarte der Top-Footballprogramme gebracht hatte, und ist spätestens seit dem National Championship 1996/97 eine Legende, ehe er in der NFL aufgrund von eklatanten Problemen mit der Blitz-Protection in Washington grandios scheiterte und dann zu South Carolina ging. Spurrier spricht in Interviews interessanterweise immer noch von we, as und our, wenn es um die University of Florida geht.

Noch zwei andere Teams aus Florida matchen sich am Samstag: Miami Hurricanes vs. Florida State Seminoles ist ein Duell, das Reminiszenzen an die Vergangenheit weckt. Canes und Seminoles waren vor allem in den 80ern und frühen 90ern zwei der College-Programme schlechthin gewesen, mit Spielen mit teilweise bis zu 50 (!) späteren NFL-Profis auf dem Spielfeld. Aus der ESPN-Doku „The U“ war einiges an Thrill zu entnehmen, was diese beiden Rivalen angeht; weil die University of Miami seit Jahren sportlich besonders arg krankt und zuletzt durch Booster-Skandale gebeutelt war, ist die Rivalität etwas abgeflaut, aber beide sehen sich gegenseitig immer noch als Rivalry #1.

Miami spielt normalerweise vor halbleerem Haus im Sunlife Stadium. Wenn es nachts gegen die Noles geht, ist die Hütte aber rappelvoll, und die Stimmung im Stadion ist kaum beschreiblich. Allerdings ist das Gutelaune-Publikum in Miami bei Blowouts auch recht NFL-like schnell verschwunden und wir erleben – wie vor zwei Jahren beim 7-42 gegen die Noles – ein Schlussviertel vor leeren Rängen, während die Fans in – sagen wir – Nebraska auch bei 0-50 fast geschlossen bis zur Schlusssirene im Stadion bleiben.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

Der Sendeplan – falls nicht wieder dreimal überarbeitet – ist diesmal voll genug, dass zum ersten Mal seit viiiiiielen Wochen (oder Monaten?) auch wieder ein Footballtape am Sonntagmorgen gesendet wird. Das hatten wir laaaaaaaaange nicht mehr, vor lauter halbstarker Motocrosser.

LIVE

    20.10.2012  15h    College GameDay aus Gainesville
    20.10.2012  18h    Texas A&M - Louisiana State
    20.10.2012  21h30  Florida - South Carolina
20./21.10.2012  02h    Miami/FL - Florida State

TAPES

    21.10.2012  05h30  Syracuse - UConn
    21.10.2012  11h30  Miami/FL - Florida State
    22.10.2012  05h30  Oregon State - Utah
    25.10.2012  11h    TCU - Texas Tech
    25.10.2012  13h30  Tennessee - Alabama
    25.10.2012  16h    Miami/FL - Florida State

Auch TCU – Texas Tech ist nicht uninteressant. TCU muss ohne den suspendierten QB Pachall mit einer umgekrempelten Offense antreten, während die Red Raiders von Head Coach Tommy Tuberville bisher eine überraschend starke Saison spielen und in den mathematischen Rankings ganz, ganz weit vorne zu finden sind.

Bei TennesseeAlabama dürfte es für Head Coach Derek Dooley um Schadensbegrenzung gehen: Dooley kann sich vermutlich keinen Blowout leisten, will er nächstes Jahr noch Coach der Vols bleiben. Gespannt darf man auch hier auf die Stimmung sein: „Rocky Top“ im 100000er-Stadion zu Knoxville ist in sportlich erfolglosen Zeiten wie diesen häufig recht leise drauf, aber gegen Giganten wie Alabama war das Rund mit den extrem steilen Rängen auch in jüngerer Vergangenheit oft rowdymäßig drauf.

College Football 2012/13 vor Woche 5

Ich habe das Pac-12 Donnerstagsspiel Washington – Stanford noch nicht gesehen und kann entsprechend zum Auftakt der fünften Spielwoche im College Football 2012/13 noch nicht viel beitragen. Dafür erstmal ein kurzer Blick die Rankings nach einem vierten Spieltag, von dem ich nur vier Spiele gesehen habe.

AP-Poll nach Week 4

#1  Alabama                4-0
#2  Oregon                 4-0
#3  Louisiana State        4-0
#4  Florida State          4-0
#5  Georgia                4-0
#6  South Carolina         4-0
#7  Kansas State           4-0
#8  Stanford               3-0
#9  West Virginia          3-0
#10 Notre Dame             4-0
#11 Florida                4-0
#12 Texas                  3-0
#13 USC                    3-1
#14 Ohio State             4-0
#15 TCU                    3-0
#16 Oklahoma               2-1
#17 Clemson                3-1
#18 Oregon State           2-0
#19 Louisville             4-0
#20 Michigan State         3-1
#21 Mississippi State      4-0
#22 Nebraska               3-1
#23 Rutgers                4-0
#24 Boise State            2-1
#25 Baylor                 3-0

Die beeindruckendste Vorstellung war der 49-37 Heimsieg der Florida State Seminoles über Clemson, der im Ergebnis knapper aussieht als es der Spielverlauf hergab. FSU dominierte mit einem sensationellen QB E.J. Manuel insbesondere in der zweiten Halbzeit komplett, nach einem unglücklichen Start mit Turnovers, zwei Touchdowns Rückstand und mehreren verkickten Field Goals. In dieser Form sind die Noles ganz heißer Anwärter auf die BCS-Krone… now go watching wie sie heute bei den durchwachsenen USF Bulls verlieren.

Erstaunlich wackelig schien LSU bei Auburn zu sein: Nur ein 12-10, und nun von den Oregon Ducks in den Rankings überholt. Oregon fuhr über #22 Arizona sagenhaft klar mit 49-0 drüber, aber erst im dritten Viertel geriet das Spiel völlig außer Reichweite. Bemerkenswert an den Arizona Wildcats: Sie überquerten mit ihrer Offense 8x Oregons 40yds-Line und fuhren NULL Punkte ein.

Das große Upset war der 24-19 Auswärtssieg der Kansas State Wildcats bei den Oklahoma Sooners – da haben wir wieder den Ausrutscher des „ewigen“ Zweiten Bob Stoops. Mal wieder schossen sich die Sooners ins eigene Knie: Ein Fumble an der gegnerischen 6yds-Line, ein Fumble an der eigenen 1yds-Line (von KSU zum TD returniert), schon ist das Upset perfekt. Faszinierend die Wildcats: Gewinnen nun schon seit über einem Jahr praktisch alles an extrem engen Krimis, würgen sich immer irgendwie durch. Ich glaube nicht, dass sie sich dort oben (an #7) halten werden können, aber ich gönne Head Coach Bill Snyder und QB Collin Klein jeden einzelnen Sieg auf Neue von Herzen.

Nach oben in der Gunst der Fans geschossen ist Notre Dame nach der Defensivschlacht (13-6 Sieg) über den zweitgrößten Rivalen Michigan. Notre Dame hat eine lendenlahme Offense, aber die Defense ist gut genug, um mit der absoluten Elite mithalten zu können. Gegen Michigan stellte man – nur nebenbei bemerkt – vielleicht einen ewigen Rekord auf: Man fing in der ersten Halbzeit fünf Passversuche der Wolverines in Folge ab! Weil die NCAA nicht seit 150 Jahren ihre Stats aufzeichnet, können wir nur vermuten, dass es so was noch nie gab.

Auch für Michigan scheint sich zu bewahrheiten, was ich im Sommer prognostiziert hatte: Starke Mannschaft, aber beinharter Schedule. Quasi direkt im Anschluss gaben die Unis bekannt, dass die Rivalität von 2015 bis 2017 ruhen wird. Bäm.

Im Duell der beiden überraschend gestarteten Außenseiter aus der Pac-12 schossen die Oregon State Beavers den Vogel ab, siegten in der halbleeren Rose Bowl zu Pasadena gegen UCLA, wobei vor allem zwei Wide Receiver der Beavers aufgeigten: Wheaton und Brandin Cooks zusammen mit 346yds (!) receiving.

Krass war die Partie Boise State vs. BYU. Um es kurz zu machen: Boise gewann 7-6, forcierte fünf Turnovers der Coogs und würgte deren Offense komplett ab (keine 200yds). Boises einziger Touchdown: Ein INT-Return eines mächtigen Defensive Tackles. Bemerkenswert war auch Head Coach Chris Petersen: Die Broncos waren immer wieder in des Gegners RedZone, aber nach einem relativ früh verkickten Field Goal seines Kickers ließ Petersen die Brotzmänner im Sack und ließ 4th down auf 4th down auf 4th down ausspielen, fünf an der Zahl. Sie scheiterten alle.

Um es kurz zu machen: Boise State wird in dieser Saison selbst mit 11-1 kaum eine Einladung in eine BCS-Bowl bekommen.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

LIVE

    29.09.2012  15h    College GameDay aus East Lansing
    29.09.2012  18h    Iowa - Minnesota
    29.09.2012  21h30  Michigan State - Ohio State
29./30.09.2012  02h    Nebraska - Wisconsin
    30.09.2012  05h30  Washington State - Oregon

TAPES

    30.09.2012  12h    Nebraska - Wisconsin
30./01.10.2012  05h30  BYU - Hawaii
    02.10.2012  11h    Georgia - Tennessee
    02.10.2012  13h30  Alabama - Mississippi
    04.10.2012  13h30  Illinois - Penn State
    04.10.2012  16h    Washington State - Oregon

Sehr Big-Ten- und SEC-lastiges Wochenende bei ESPN America, mit einer Prise Pac-12. Den Auftakt machen zwei relative Winzlinge: Iowa vs. Minnesota. Iowa ist nicht der mehr das Iowa, das ich gewohnt war. Die Hawkeyes machten zuletzt einen wüsten Eindruck, inklusive Dutzender verpasster Tackles und überflüssiger Strafen. Der Hammer folgte letzte Woche gegen die kleinen Central Michigan Chippewas trotzdem erst gegen Spielende. Central Michigan nahm das Geschenk inklusive eines Personal Fouls an und kickte Sekunden später das siegbringende Field Goal zum 32-31.

Es folgen danach noch zweimal Big Ten vs. Big Ten. Das hochwertigere Spiel ist sicherlich Michigan StateOhio State, auch wenn beide so ihre Probleme haben. Die Spartans bringen offensiv nix an Passspiel zusammen. Wenigstens die Defense ist Spitzenklasse. Was die unbeständigen Ohio State Buckeyes mit Wunder-QB Braxton Miller ausrichten können, wird das Spiel entscheiden.

In der Nacht dürfte Nebraska haushoher Favorit gegen die schwächelnden Wisconsin Badgers sein, deren zwei Meter fünfzig hohe Offensive Line mit einem bestenfalls schwer angeschlagen ins Spiel geheneden RB Montee Ball auch eher wertlos sein dürfte.

Am frühen Morgen dürfte Oregons De’Anthony Thomas einen 73yds-Lauf, 60yds-Screenpass und 96yds-Puntreturn gegen die lückenbehaftete Defense von Mike Leachs Washington State Cougars auf den Rasen im Seahakws-Stadium zu Seattle zaubern.

Unter der Woche auch in Aufzeichnung zu sehen: Die offensiv aseptischen Penn State Nittany Lions, denen weiterhin Spieler um Spieler abhanden kommen, gegen Illinois, die letzte Woche nach sieben (!) verlorenen Fumbles gegen Louisiana Tech aus der kleinen Sunbelt Western Athletic Conference mit 52-24 förmlich untergingen.

Nicht bei ESPNA

Texas A&M gegen seinen alten Rivalen Arkansas, der in den letzten Wochen fürchterliche Zeiten erlebt: Zuerst nacheinander von ULM besiegte, von Alabama zertrümmert und dann auch noch gegen Rutgers untergegangen, dann sich Fragen um einen bankrotten Interimscoach John L. Smith gegenübergesehen (Smith soll 25 Mio. Dollar Miese haben). Bei Texas A&M weiß man noch nicht viel: Der obligatorischen knappen Auftaktniederlage gegen Florida folgten Kantersiege über inferiore Konkurrenz. Die News der Woche war aber, dass die Aggies ihr grandioses heimisches Kyle Field erweitern wollen: Auf maximal 103.500 Plätze!

Zum Glück auch nicht zu sehen: Oklahoma State gegen Texas. Die Premiere der neuen Cowboy-Trikots bleibt uns gütlicherweise erspart.

SEC West 2012/13 Preview

So, eine fehlt noch. Nach der SEC-East am Vormittag folgt als Abschluss – diesmal der „richtige“ Abschluss – der Saisonpreviews die qualitativ und quantitativ hochwertigste Division, die der College-Football aktuell zu bieten hat: Die SEC-West, Heimat von beiden BCS-Finalisten in der vergangenen Saison, und stolze Inhaberin von vier der letzten fünf BCS-Titel.

Alabama Crimson Tide

Beginnen wir mit dem Titelverteidiger aus der Kleinstadt Tuscaloosa in Alabama, den Crimson Tide: 2011/12 nach einer fast verheerenden Heimpleite gegen LSU höchst umstritten trotzdem für das BCS-Endspiel nominiert, und dort dann die Muskeln spielen lassen und eben jene LSU Tigers in Grund und Boden gespielt. Zermalmt. Drübergefahren. Einundzwanzig zu null.

Der staubtrockene Nick Saban hat da momentan das wohl beständig beste Footballprogramm unter seinen Fittichen, eines, das auch in der Lage ist, einen Massenexodus an Seniors und NFL-Draftees zu verkraften und trotzdem locker 11, 12 Siege heimfährt. Diesmal liest sich die Abgängerliste erlesen: RB Trent Richardson (NFL-Pick #3), S Mark Barron (#7), CB Der Kirkpatrick (#17), LB Dont’a Hightower (#25), OLB Courtney Upshaw (#35), DT Josh Chapman (#135), CB De’Quan Menzie (#146), TE Brad Smelley. Plus OffCoord Jim McElwain (neuer HC bei Colorado State).

Sowas kann nur Alabama wegstecken, wo dann immer noch zirka fünfundzwanzig 5-star-Recruits rumlaufen. So sind die Hoffnungsträger im Angriff der erstaunlich abgewichste QB A.J. McCarron, verdienter MVP im BCS-Finale, und RB Eddie Lacy, der Richardson aber nicht ganz nicht das Wasser reichen kann. Fragezeichen wird es bei den Wide Receivers geben, aber wenn die Offense Line im NFL-Draft 2013 drei oder vier 1st Rounder bieten soll, dann muss wenigstens diese eine einzigartige Mauer für McCarron/Lacy bilden.

Prunkstück ist bei Saban immer die ungemein druckvolle Defense, an der sich vor allem die CBS-Kommentatoren Woche ein, Woche aus ergötzen, und die 2011 Zahlen für die Ewigkeit ablieferte, nicht nur, weil LSU keine 100yds im Titel-Endspiel zustande brachte. Namen sind mir jetzt bis auf S Robert Lester, OLB Adrian Hubbard und das Tier, NT Jesse Williams (ein Australier, der 272kg im Bankdrücken aufgestellt haben soll), kaum bekannt, aber die Athleten sind durchwegs schnell, kräftig und… Alabama-like eben.

Schwierig wird der Schedule (am Samstag, 1.9. gegen Michigan in Dallas, dann am 15.9. @Arkansas und im November @LSU), aber das sind die Tide gewohnt. Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier vom Titelfavoriten spielen, aber im Normalfall wird Alabama auch so maximal zwei oder drei Spiele abgeben.

Louisiana State Tigers

Der Titelverteidiger in der SEC ist aber nichtmal Alabama, sondern nach einer beachtlichen Regular Season im letzten Jahr die Louisiana State University, die 13 Spiele lang über einen mächtigen Schedule drübergefahren war, nur um im BCS-Endspiel keinen Stich mehr zu machen. Trotzdem: Head Coach Les Miles scheint mehr als angekommen und mit seiner kultig-clownigen Art mittlerweile richtig gut bei den Leuten anzukommen.

Diesmal wird Miles wie auch Saban einige Änderungen vornehmen müssen. Die erzwungene QB-Änderung kann nach den jüngsten Auftritten der Herren Jefferson/Lee das schlechteste Vorzeichen nicht sein, obwohl der neue Mann, QB Zach Mettenberger (kommt von Georgia), nach einer Anklage wegen sexuellen Übergriffen auf Studentinnen kein unumstrittener Bursche ist, aber mit seinem starken Arm eine ganz neue Dimension in den LSU-Angriff bringen kann.

Denn bisher war LSU in der Offense vor allem eines: Laufen. Die zirka fünfköpfige RB-Combo um den kräftigen Spencer Ware, um Michael Ford und den explosiven Kenny Hilliard (und weitere) liefert in der Summe spektakuläre Zahlen ab und wird auch diesmal hinter einer landesweit konkurrenzlosen Offensive Line starke Zahlen liefern. Die Fragezeichen konzentrieren sich eher auf die Wide Receiver: Beckham und Shepard müssen den hohen NFL-Pick Rueben Randle ersetzen, eine groß gewachsene, physische Präsenz und letztes Jahr eine der Schlüsselfiguren.

LSU wird sich aber solange nicht grämen müssen, solange es eine Defense auf das Feld schicken darf. Die Defensive Line ist mit den beiden Ends DE Sam Montgomery und DE Barkevious „KeKe“ Mingo schlichtweg spektakulär und kann in der Mitte nach dem Abgang von NFL-Pick Brockers schon wieder zwei Leute zum Sabbern aufbieten: Man merke sich erstmal DT Bennie Logan, und der Sophomore DT Anthony Johnson klingt mit seinem Spitznamen („The Freak“) jetzt sooooo vernachlässigbar auch nicht.

Spannend wird die Secondary, wo neben dem – yep, das wiederholt sich – hohen NFL-Pick CB Claiborne auch noch das Gesicht der Tigers von 2011, CB „Honey Badger“ Tyrann Mathieu, verloren wurde (Junkie Mathieu begibt sich in eine Entziehungskur). Als Reaktion darauf, und weil man es sich leisten kann, wurden im Sommer ein paar Wide Receivers zu Defensive Backs umgeschult und mit CB Simon und FS Eric Reid sind da immer noch zwei Eckpfeiler da. Schwerer wiegen dürfte Mathieus Fehlen als Punt Returner – der Mann hatte ein paar außerordentlich spektakuläre Plays geliefert.

Ausblick: LSU dürfte sich wieder mit Alabama um die Divisionskrone matchen. Möglicher Vorteil LSU dabei: Sie haben weniger Exodus zu beklagen und dürfen Alabama daheim empfangen.

Arkansas Razorbacks

Manche trauen auch den Arkansas Razorbacks aus Fayettville durchaus eine Außenseiterchance zu – und das trotz einer bizarren Offseason. Was im April harmlos mit einem Motorradunfall ohne Opfer begann, endete ein paar Wochen später in der Entlassung von Head Coach Bobby Petrino – eben weil es kein Opfer gegeben hatte. Beziehungsweise, weil Petrino das „Opfer“, seine Begleitung, verfrachtet hatte. Die Begleitung war eine blutjunge Kellnerin, eine von Petrinos heimlichen Geliebten. Der University of Arkansas war das zu viel Imageschaden, und sie schmiss Petrino, der seit seinem Abgang bei den Atlanta Falcons ein wandelnder Imageschaden war, kurzerhand raus.

Mit John L. Smith coacht nun eine komplette Unbekannte, frisch aus der FCS (Weber State) nach Fayettville zurückgeholt, aber ein Petrino ist immerhin noch da: Paul, Bobbys Bruder, der die Offense unter seinen Fittichen hat. Diese Offense wäre eigentlich ganz passabel: QB Tyler Wilson ist ein fantastischer Quarterback, oder spielte zumindest letztes Jahr so, aber niemand will mit Gewissheit sagen, dass es nicht bloß das Produkt der Petrino-Offense war – denn Bobby Petrino war bei allem Kotzbrockendasein ein anerkannt großartiger Offense-Stratege.

Neben Wilson dürfte der wieder genesene RB Knile Davis die wichtigste Offensivwaffe sein, nachdem die beste Wide Receivers nun in der NFL spielen – allein, Davis plagen immer wieder kleine Zipperlein.

Nie unspanned ist bei den Hogs auch die Abwehr, die gerne unzuverlässig auftritt, aber nun mit dem CB Tevin Mitchell einen potenziellen NFL-Kandidaten in spe aufbietet. Möglicher X-Faktor: Man empfängt beide, Alabama und LSU, zuhause.

Auburn Tigers

Unruhig war es auch bei Auburn, dem BCS-Champ von 2010: OffCoord Gus Malzahn floh nach Arkansas State, der Super-RB Michael Dyer gleich mit (und anschließend auch dort), und nun muss sich plötzlich der Meistertrainer Gene Chizik wieder beweisen, ein herrischer Head Coach. 2011 war Auburn ein bestenfalls durchschnittliches Team (8-5, aber 3-0 in engen Spielen, und diese so unglaublich knappe Auftaktpartie gegen Utah State, die ich nicht vergessen kann). Jetzt sind zwar haufenweise Top-Recruits da, aber irgendwo auch reihenweise Fragezeichen.

Bei den Quarterbacks haben weder Moseley (King of kassierte Sacks), noch Frazier überzeugt, und in der Defense muss man sich mit Brian Van Gorder auf einen neuen DefCoord einstellen und kann keine adäquate Defensive Line aufbieten. Es riecht da irgendwie nach einer weiteren Wundertüten-Saison für die Tigers, die schon des Öfteren aus dem Nichts plötzlich eine Top-Saison gezaubert haben.

Texas A&M Aggies

The Neuling. Texas A&M ist e-n-d-l-i-c-h in der SEC, e-n-d-l-i-c-h weg von Texas, und wird mit seinem fantastischen Kyle Field in College Station ein angemessenes Stadion mit angemessener Fankultur mit in die SEC bringen.

The dark horse. Und die Aggies haben eine interessante Mannschaft. 2011 mit 7-6 völlig abgeschmiert, aber das waren bis auf eine einzige Niederlage richtig krasse Dinger, Kollapse, verschossene Field Goals, alles war dabei, und eine 1-5 Bilanz in engen Spielen (und vier davon mit maximal vier Punkten). Excel rankte Texas A&M bei mir auf den 14ten Platz.

Reaktion: Head Coach Mike Sherman wurde in die NFL entlassen und durch den aufstrebenden Kevin Sumlin aus Houston ersetzt. Für Sumlin ist das ein Traumszenario: Kann auf einem potenziell gigantischen Sleeper aufbauen und die Hardware (Siege) einsacken, die der Vorgänger aufgebaut hatte.

Sumlin ist auf alle Fälle mutig, installierte mit Kliff Kingsbury (der Mann war ein rekordträchtiger College-QB und dann kurz bei den Pats in der NFL) einen Bruder im Geiste und relativen Trainer-Novizen als OffCoord, und Sumlin ist auch selbst ein Offensiv-Guru, hatte auf allen seinen Stationen großen Erfolg.

Die Offense wird von RB Christine Michael (ist kein Mädel) getragen, wobei in der Hinterhand der RB Trey Williams ein sensationelles Talent sein soll und die Offensive Line zu den besten gehören sollte. Nachfolger vom hohen NFL-Pick, QB Tannehill, wird mit Johnny Manziel ein Freshman, der in der Offseason bereits adäquaten Gesprächsstoff bot, als er nachts prügelnd und mit gefälschtem Führerschein in den Knast geschickt wurde.

Auf alle Fälle eine interessante Ausgangssituation: Neuer Trainerstab (auch der DefCoord ist übrigens nach DeRuyters Abgang neu), neuer Quarterback, neue Conference, Team, das zuletzt von unglaublichem Pech verfolgt war. Dark horse par excellence, aber wenn du gegen LSU, Alabama und Arkansas spielen musst, ohne dein Team dafür drei Jahre aufgebaut zu haben, könnte es trotzdem ein happige SEC-Debütjahr werden.

Mississippi State Bulldogs

Mehr Kontinuität ist bei Mississippi State gegeben, wo der Head Coach Dan Mullen aus wenig Ressource relativ viel macht und in wenigen Jahren ein grundsolides Programm auf die Füße gestellt hat, das nun möglicherweise auch noch sein Stadion auf 65.000 Plätze ausbauen wird. Die Bulldogs spielen im Vergleich zu Texas A&M eher komplementären Football: Markanten, aggressiven Black’n’blue-Football, ohne Versuch eines Passspiels, und können diesmal mit einer sehr breit aufgestellten Defense (nur DT Cox wanderte in die NFL) aufwarten. Möglicherweise ist Mullen nur deshalb noch so unbekannt, weil er drei bis vier Spiele pro Jahr einfach nur wegen der völlig übermächtigen Konkurrenz verliert, und natürlich, weil er in der Pampa coachen muss, wohin sich nur selten ein renommierterer Journalist verirrt.

Ole Miss Rebels

Pampa, das ist ein gutes Stichwort für die Heimatstadt der Ole Miss Rebels, traditionell das letzte Team, mit dem ich die Vorschau auf die College Football-Saison abschließe: Oxford in Mississippi. Ich liebe das ja, eine Universität irgendwo in den Sümpfen, in einem 16.000-Seelen-Dörfchen fernab jeder Zivilisation… und jedes Heimspiel ist mit 60.000 ausverkauft.

Dass das Team zuletzt unterirdisch war und im letzten Jahr sogar mit lebloser Offense und 2-10 das Schlachtopfer abgab, interessiert nur wenige. Ole Miss hat Kultstatus. Und Ole Miss hat einen neuen Head Coach: Hugh Freeze, der zuletzt ein einziges Jahr bei Arkansas State Cheftrainer war und dabei ein gutes Bild abgab. Über Freeze und seine Arbeitsmoral hört man nur Gutes, und das wird sich so schnell nicht ändern, denn niemand erwartet, dass der Mann auf die Schnelle aus diesem Kader etwas machen wird.

Wenn doch, wird der Schedule dafür sorgen, dass die Rebels nicht weit wandern werden: @Alabama, @Arkansas, @Georgia, @LSU. Viel Glück.


Viel Glück auch allen Lesern, die bis zum letzten von vier Independents, elf Conferences und 124 Teams durchgehalten haben, und einige erholsame Samstagnächte mit College Football übern Herbst. Hier noch einmal der Verweis auf die gesammelten Previews – aufgeteilt auf 20 Stück. Morgen wird es weitergehen mit der ersten TV-Vorschau. Denn morgen fliegen die ersten Eier auf den Universitätsgeländen quer durch die Vereinigten Staaten.

Silvester-Bowls im College Football 2011

Achtung: Dieses Jahr finden am morgigen Neujahrstag keine Bowls im College Football statt, da die NFL ihren letzten Spieltag des Grunddurchgangs abhält. Die traditionellen Neujahrsbowls diesmal am Montag, 2.1. Mit dem Appell, nicht verantwortungslos zu feiern, zu den heutigen Silvester-Bowls für die Partymuffel.


Meineke Car Care Bowl of Texas

Texas A&M Aggies – Northwestern Wildcats

Sa, 31.12. 18h LIVE im ESPN-Player
Tape: So, 1.1. 6h30 bei ESPNA

Da sind zwei Teams mit einer Saisonbilanz von 6-6, aber “6-6” fühlt sich bei beiden sehr unterschiedlich an. Texas A&M gehört bekanntlich zu den von mir immer noch hoch angesehenen Teams, ein Kaliber, das nur gegen Oklahoma höher verlor, ansonsten durch allerhand Freak-Einbrüche Führungen und an sich gute Vorstellungen wegwarf und sich seine letzte Saison in der Big 12 Conference zerschoss. HeadCoach Mike Sherman ist dann auch gefeuert worden, doch heute wird nicht der Nachfolger Kevin Sumlin (von Houston gekommen) coachen, sondern DefCoord Tim DeRuyter, der sich dann auch nach der Partie brav nach Fresno State verzieht, wo er der neue Mann am Steuer sein wird. Alles klar?

Die Aggies leben von einem sehr guten Angriff (496yds/Spiel) um QB Ryan Tannehill (3415yds, 28 TD, 14 INT) und den Top-WR Jeff Fuller, aber die beiden starken Running Backs Michael/Gray sind seit Wochen entweder außer Gefecht oder schwer angeschlagen unterwegs. Northwesterns Defense gilt jedoch immer noch nicht als stark genug, um aTm zu einzubremsen.

Texas A&Ms Defense gilt als ordentlich gegen den Lauf, aber anfällig gegen fliegende Bälle. Die Stärken der Northwestern Wildcats passen da dummerweise genau ins Profil: QB Dan Persa muss in Abwesenheit eines ernst zu nehmenden Laufspiels viel und oft werfen und gilt dann auch als sehr akkurater QB.

Excel spuckt die Aggies trotzdem als 15pts-Favorit aus, wobei noch Fragezeichen bezüglich der Motivation bei den Aggies bleiben. Inwiefern lässt sich der Kader nach dem enttäuschenden Saisonverlauf inklusive verheerender Derbyschlappe gegen Texas vom Interimscoach noch genügend motivieren, um sich ein letztes Mal aufzuraffen?


Hyundai Sun Bowl

Georgia Tech Yellow Jackets – Utah Utes

Sa, 31.12. 20h LIVE bei ESPN America

Billigalternative zum Silvester-Menü: Sun Bowl aus dem warmen New Mexico (Albuquerque). Utah war im ersten Jahr als BCS-Team eine dezente Enttäuschung mit 7-5 in der Pac-12, hatte in der Offense nach einigen Verletzungen nicht viel mehr als den RB John White (1404yds, 14 TD) zu bieten, was sich aber noch recht gut trifft, da Georgia Tech eine schwache Front Seven aufbietet.

Georgia Tech ist unter HeadCoach Paul Johnson mit seiner „flexbone-triple option“-Offense immer ein Hingucker, läuft 316,8yds/Spiel, was sich etwas weniger gut trifft, weil Utahs absolut größte Stärke die Lauf-Defense ist. Die Utes haben zwar heuer keine Option-Offense gesehen, jedoch in den vergangenen Jahren gegen Air Force verteidigt. Die Yellow Jackets gelten trotz aller Pitches und Options als eigenartig abhängig von den Wurfkünsten QB Tevin Washingtons, die in der zweiten Saisonhälfte eher ein nervöses Abzugshändchen waren.

IMHO eine der interessantesten Bowls, was Matchups und Aufeinandertreffen von Stärke und Schwäche angeht. Ich vertraue angesichts einer Unmasse an zu erwartenden Laufspielzügen dem Excel-Spread von 2pts zugunsten Utahs nicht wirklich und sage trotz völliger Unwissenheit über den Sieger kein Spiel voraus, das knapp enden wird.


AutoZone Liberty Bowl

Cincinnati Bearcats – Vanderbilt Commodores

Sa, 31.12. um 21h3o LIVE im ESPN-Player
Sa, 31.12. 23h30 LIVE bei ESPN America (Einstieg in die Endphase)

Wenn man über dieses Spiel ein paar Zeilen verliert, kommt man nicht drum herum, den Umschwung an der gebrandmarkten Verlierer-Universität Vanderbilt (aus Nashville/Tennessee) zu thematisieren:  Jahrelang in der SEC verlacht und verspottet, aber seit letztem Winter sitzt dort der glatzköpfige Offensivgeist James Franklin am Ruder, der dann auch gleich in seiner Debütsaison mehr Siege holte als die letzten beiden Jahre zusammen. QB ist mit Jordan Rodgers der Bruder des großen Aaron, und Jordan fügte sich dann nach anfänglichen Problemen auch ordentlich ein, machte mit seiner Beweglichkeit viele Plays. Cincinnati (9-3) wird nun doch mit seinem in Rekordzeit wieder genesenen QB Zach Collaros antreten können, was essenziell sein könnte, da Vanderbilts Pass Rush zwar als aggressiv gilt, aber die Deckung viele Yards aufgibt – der unerfahrene Backup Munchie Legaux wäre hier vermutlich leichter verbrannt worden (Excel-Spread übrigens: 0,0 Punkte).


Kraft Fight Hunger Bowl

Illinois Fighting Illini – UCLA Bruins

So, 1.1. Tape um 9h30 bei ESPN America

Ein Spiel mit Potenzial zur schlechtesten College-Bowl seit Äonen: Illinois nach sechs Niederlagen en suite von 6-0 auf 6-6 gefallen und HeadCoach Ron Zook gefeuert, UCLA nach wechselhaftem Saisonverlauf 6-7 mit haushohen Klatschen gegen USC (null zu fuffzich) und Oregon (31-48) zum Abschluss, Head Coach Rick Neuheisl gefeuert und nur dank einer speziellen Klausel trotz negativer Saison überhaupt qualifiziert. Dazu kommt das ungeliebte Baseball-Stadion AT&T von San Francisco als Austragungsort, wo die beiden Teams an derselben Seitenlinie an der 50yds-Linie voneinander getrennt sein. Zum wenig begeisternden Stuff tragen auch die vielen angeschlagenen Running Backs in Illinois’ Angriff und der Zorn der UCLA-Fans auf den frisch eingestellten HeadCoach für 2012, Jim Mora jr., der heute allerdings noch nicht coachen wird, bei. Bei Illinois wird allerdings bereits die neue Fixlösung, Tim Beckman (von Toledo gekommen), die Spielleitung übernehmen.


Chick fil-A Bowl

#25 Auburn Tigers – Virginia Cavaliers

Sa/So, 31.12./1.1. 01h30 LIVE bei ESPN America
Tape: 1.1. um 12h30 bei ESPN America

Beim Noch-Titelträger Auburn herrscht schlechte Stimmung, weil die Saison in den letzten Wochen noch gegen die Wand gefahren wurde, die Coordinators mittlerweile entlassen oder an anderen Orten Chefcoaches geworden sind (OffCoord Malzahn soll noch dieses letzte Spiel leiten) und die einzige nennenswerte Offensiv-Waffe RB Michael Dyer aus nicht genannten Gründen intern für das Spiel gesperrt wurde. Da hätten wir dann auch gleich unser erstes essenzielles Matchup: Auburns an #104 gerankte Offense ohne seinen besten Mann gegen eine der besten Lauf-Defenses in der FBS.

Virginia, das kleine Virginia, erlebt unter dem leidenschaftlichen Head Coach im zweiten Jahr, Mike London (ein Schwarzer), einen Aufschwung, der sich in einer überraschend starken 8-4 Bilanz widerspiegelt. Im letzten Spiel der Regular Season wurde man zwar von Virginia Tech 38-0 in Grund und Boden gemäht, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hochzufrieden mit der Entwicklung ist. Stärke ist die Offensive Line, hinter der sich ein ordentliches Laufspiel und ein fehlerarmer QB Michael Rocco entfalten können und gegen die tackling-resistente Defense Auburns etliche Yards zurücklegen sollten.

Auburn geht als nur leichter Favorit in diese Bowl mit dem genialsten aller Sponsornamen – Chick fil-A – (3,1pts), aber ein Cavs-Sieg wäre alles andere als ein Upset.

College Football Aufwärmprogramm: Oklahoma Sooners – Texas A&M Aggies

[05h08] WR Ryan Broyles hat sich lt. ESPN.com tatsächlich das Kreuzband gerissen. Für Broyles doppelt bitter, weil er nach der Saison in die NFL gehen möchte und durch die Verletzung sicher ein paar Draft-Plätze runterpurzelt und ein paar Millionen verlieren wird.

[00h24] Endstand Oklahoma Sooners 41, Texas A&M Aggies 25.

Die Texas A&M Aggies sind vermutlich das eine: Eine starke Mannschaft mit starken Ansätzen, aber auch eine unvollkommene Mannschaft. Solche viertel-langen Einbrüche sollte sich keine hochklassige Mannschaft leisten. Die Aggies servierten den Sooners im dritten Viertel dreimal den Ball innerhalb der 40yds-Line: 31, 28, 39. Weil Oklahoma zwar tendenziell Probleme in der RedZone hat, aber zweimal gar nicht dorthin musste, weil sie tief warfen und nur einen Spielzug brauchten, war das Spiel Mitte des dritten Viertels gegessen.

Oklahoma dürfte nun mit einem Sieg über Oklahoma State wieder im Gespräch um das BCS-Title Game sein. Es war heute keine glanzvolle Offensiv-Vorstellung, aber wenigstens vermied man mit Glück und Geschick die ganz großen Kloppse und gewann verdient.

[00h21] Oklahoma 41, Texas A&M 25/4th, 2:22. Noch 40 Minuten.

[23h43] In Lincoln wird nur mehr gelaufen, Northwestern macht tatsächlich den Touchdown 1:46 vor Schluss, führt 28-18 und dürfte die Sensation geschafft haben. Massiver 7min-Drive der Wildcats im Schlussviertel.

[23h41] Lt. Huskers-Foren ein geiler, geiler Call bei Nebraska – Northwestern: 5:05 vor Schluss spielen die Wildcats in der gegnerischen RedZone ein 4th down  aus, das per Option-Lauf des Quarterbacks verwertet wird. NEB 18, NW 21. (Northwestern hatte zuvor ein Field Goal im vierten Viertel verschossen)

—Denke, ich werde da mal kurz ein bisschen bleiben. Erinnert an die alten Zeiten, als man am ORF-Videotext die deutsche Bundesliga live verfolgte.—

[23h28] Ist eigentlich wurscht, aber warum lässt Mike Sherman bei 10-41 ein Field Goal in den Wind schießen?

[23h22] Fetter Upset-Alarm in Nebraska. Leider kann ESPN America vertragsrechtlich wohl nicht rüberswitchen (weil im BTN), aber die Cornhuskers riskieren eine Heimniederlage gegen die Northwestern University! Stand 12:16 vor Schluss: NEB 10, NW 21.

[23h20] Oklahoma 41, Texas A&M 10/3rd, 4:38. Wieder 1 Drive, 1 Play, diesmal 39yds-Pass, Touchdown, allerdings wird WR Broyles humpelnd (und mit Verdacht auf Knieverletzung) hinausbegleitet.

[23h18] Spannend wird sein, inwiefern Oklahoma nun wieder im BCS-Titelrennen dabei ist: LSU oder Alabama wird verlieren und man scheint hier einen ganz großen Namen klar besiegen zu können (nächste INT für Tannehill).

[23h15] Oklahoma 34, Texas A&M 10/3rd, 4:53. Texas A&M ist also doch Texas A&M. Zwei hergeschenkte Touchdowns und nun ist die Luft raus. Oklahoma mit einem lockeren, schön durchgemischten 69yds-Drive, weil sich QB Bell zum zweiten TD belldozert. Das Spiel dürfte das Spiel entschieden sein, wir können uns auf die nächtliche Aufgabe vorbereiten.

[23h01] Oklahoma 27, Texas A&M 10/3rd, 9:11. Nächste INT gegen Tannehill, Oklahoma hat wieder nur wenig zurückzulegen und kommt mit viel Laufspiel über RB Finch zum Erfolg. Oklahoma hatte im dritten Viertel an der ATM31 und ATM28 übernommen und nun zwei Touchdowns daraus gemacht. Wieder so ein Dreiminutenschlaf der Aggies?

[22h58] In Corvallis hat Stanford alle Probleme der Welt gegen Oregon State, QB Andrew Luck (14/23 für 111yds, TD, INT) wird den Stats nach von QB Sean Mannion (12/18 für 174yds, TD) an die Wand gespielt. Stanford fast nur über Laufspiel, führt 17-13, weil sie eben einen P.A.T. geblockt haben.

[22h53] Oklahoma 20, Texas A&M 10/3rd, 11:26. Nach einem verunglückten Punt.

[22h20] Halbzeit Oklahoma Sooners 13, Texas A&M Aggies 10.

Interessantes und vor allem völlig offenes Spiel. Beide Offenses kommen nicht richtig in Gang bzw. sind von 1-2 genialen Momenten abhängig. Oklahomas Passspiel spottet jeder Beschreibung: QB Landry Jones ist häufig unter Druck, aber auch die Würfe sind nicht überzeugend und dazu gesellen sich Drops. Jones mit 10/26 für 112yds, davon 57yds in einem einzigen Pass für WR #85 Broyles, und mindestens 3 fallengelassenen Interceptions. Der lauflastige Drive im zweiten Viertel war der überzeugenste.

Auf der anderen Seite ist das Aggies-Laufspiel enttäuschend: Ein langer Counter-Lauf von RB Michael, abseits davon 12 Läufe für 20yds. Auch das Passspiel ist nur Sekundengenie, brauchte ein Broken Play zum TD. Aus drei Turnovers in RedZone-Nähe haben die beiden Offenses gemeinsam 3 Punkte erzielt.

Ich habe keine Ahnung, wer dieses Spiel gewinnen wird. Vielleicht entscheidet ein Big Play. (Oder vielleicht brechen die Aggies wieder ein)

[22h11] Während sich im Hintergrund schon die Marching Band aufwärmt, riskiert QB Jones eine INT nach der anderen, wird auch von den Butterfingern in der Offense nicht unterstützt (WR #4 Kenny Stills). Jones bereits mit handgezählten 3ten fallengelassenen potenziellen INTs.

[22h08] Oklahoma 13, Texas A&M 10/2nd 1:39. Kollabierende Pocket bei 3rd down, ich wundere mich angesichts des sensationellen Tannehill-Scrambles gegen Oklahoma State, warum der Mann nicht losläuft, aber Tannehill wartet und plötzlich ist #25 Ryan Swope tief meilenweit offen und kann 79yds zum TD durchlaufen. Swope war dem besten LB der Sooners, #28 Travis Lewis, völlig entgangen.

[22h04] Oklahoma 13, Texas A&M 3/2nd, 2:25. Völlig ungewohntes Lauf-Feuerwerk der Sooners in diesem Drive. Die Offensive Line dominiert, aber auch der Backup-RB #22 Roy Finch zeigt sich agil. Die Aggies sind in der Defense Spekulanten, waren nun dreimal offside.

[21h47] Nächster Versuch und diesmal endet der Drive im verschossenen Field Goal in den Wind. Aber: Soft Deckung in der Secondary und ein Boise-artiger Lauf von RB Christine „ichbinkeinMädchen“ Michael ermöglichen die ersten Big Plays für A&M. Eigenartiges PlayCalling an der RedZone verhindert zumindest ein leichter machbares Field Goal.

[21h36] Texas A&M bringt seinen Angriff nicht in Gang. Die vielen Swing-Pässe für die Running Backs sind ausnahmslos Negativ-Spielzüge und downfield ist QB Tannehill zu inakkurat.

[21h30] Oklahoma 10, Texas A&M 3/2nd, 12:59. Die Aggies sind zu lax mit dem Ball, aber Oklahoma kann erstaunlicherweise noch kein Kapital daraus schlagen. Die Pistol-Aufstellung mit QB Landry Jones funktioniert bislang noch überhaupt nicht, nicht im Laufspiel, das aggressiv abgewürgt wird, nicht im Passspiel, wo Jones oft überschnell werfen muss und die Defensive Backs eng abdecken. Texas A&M mit zwei Turnovers in Nähe der eigenen RedZone. Oklahoma machte daraus mickrige drei Punkte.

[21h20] Beide Quarterbacks fühlen den Druck der Defense. Während Aggies-QB Ryan Tannehill eine INT wirft, muss Sooners-QB Jones den Ball wegwerfen bzw. Sacks kassieren. Schön zu sehen, wie schnell der Rush der Aggies durch ist, während Jones noch nichtmal die zwei kurzen WR-Routen gecheckt hat. Resultat: Oklahoma muss von der 29yds-Line (!!) in den Wind punten. An die 1yds Line. Wenigstens.

[21h10] Oklahoma 7, Texas A&M 3/1st, 3:32. Licht und Schatten für die Sooners: Große Raumgewinne mit Lauf und Pass, aber auch ein furchtbarer Ball von QB #12 Landry Jones direkt in die Arme eines Verteidigers. INT wurde fallen gelassen. Den Touchdown macht am Ende Third Stringer QB Blake „Belldozer“ Bell per designtem Lauf.

[21h00] Man sollte nicht vergessen, dass diese Partie auch für die Aggies wichtig sein dürfte: Head Coach Mike Sherman (ex-Packers) sitzt auf dem dauerheißen Sessel, könnte am Saisonende rasiert werden, weil die Aggies Zillionen Kollapse kassiert haben. Treppenwitz: Vor einem Jahr stand Sherman wenige Zentimeter vor der Entlassung, konnte sich mit einem Sieg über Oklahoma (sic!) retten. Dieser Sieg bleibt aber auch bis heute der herausragende in den vier Jahren Sherman in College Station. Der Rest war anklopfen, dran sein, knapp gescheitert sein. Texas A&M geht nächstes Jahr in die SEC. Ein Top-Coach sollte allein mit diesem Wow-Faktor zu kriegen sein.

[20h51] Paar Ergebnisse von 17h: Iowa schlägt #15 Michigan 24-16. Ich habe nur mit einem Auge zugeschaut: Die Wolverines mit einer sehr unrhythmischen Angriffsleistung, zwischendurch war QB Robinson verletzt an der Seitenlinie und der Backup durfte nicht werfen. Iowa mit einem risikoarmen Passspiel und viel RB Coker. Das andere BigTen-Spiel gewinnt Michigan State herausgewürgt 31-24 im Schlussviertel über die schwachen Minnesota Golden Gophers, die recht flüssig werfen konnten.

In der wilden Big East Conference kassiert das vermeintliche Zugpferd #24 West Virginia eine peinliche Heimpleite gegen Louisville (38-35). Jemand überrascht?

[20h43] Gerade pünktlich gekommen für eine Rarität in dieser Saison: Die Defense der Texas A&M Aggies forciert einen Turnover. Ein Fumble. Turnovers können in diesem Spiel eine wichtige Rolle spielen. Ich erinnere daran: Ich halte die Aggies für d-e-u-t-l-i-c-h besser als „5-3“.

[20h37] Zum Einrollen: Sooners – Aggies aus der Big 12.

College Football, Woche 10 Vorschau in der Salamitaktik

Die große Vorschau auf den nächtlichen Schlager #2 Alabama – #1 Louisiana State gab es bereits gestern. Der Rest folgt heute scheibchenweise.

Pac-12 Conference

[15h17] Soweit ich das überblicke, ist das Spiel Washington Huskies – #8 Oregon Ducks weder bei ESPNA, noch im ESPN-Player zu sehen. Dabei gäbe es einige Dinge zu erzählen: Huskies und Ducks sind mehr als rivalisiert. Sie sind verfeindet. Mehr als mit den beiden innerstaatlichen Rivalen Oregon State Beavers (Ducks; „Civil War“) und Washington State Cougars (Huskies; „Apple Cup“). Zusätzlich dazu ist es das letzte Spiel im Huskies Stadium zu Seattle, das ab sofort rundumerneuert wird, inklusive Entfernung der Laufbahnen, die auch im College Football eine aussterbende Gattung sind. Das alte Huskies Stadium galt trotz der Laufbahn und trotz der beiden offenen Endzonen als eines der lautesten überhaupt und punktete auch mit den vielen Segelbooten, die in der Bucht vor dem Stadion ihre Runden drehten und für romantische Bilder sorgten. Ein Rendering des „neuen“ Huskies Stadium gibt es bei Federalway Mirror.

Sportlich sollten die Ducks klar favorisiert sein. Vergangene Woche funktionierte die Ducks-Offense mit dem Backup-QB Bryan Bennett sogar besser als mit dem angeschlagenen Starter-QB Darron Thomas – für Chip Kellys Offense ein Markenzeichen, da die Offense bis dato jedes Jahr mit neuen Quarterbacks spielen musste und immer funktionierte.

Für Oregon wäre aber sogar eine Niederlage wohl verschmerzbar, da sie sowieso  nächste Woche in Stanford gewinnen müssen und zeitgleich immer auf einen Ausrutscher der Huskies bei USC hoffen können.

Boise State Broncos

[13h36] Die Broncos stehen bei 7-0 Saisonsiegen und dürften heute die UNLV Rebels klar schlagen. Für Boise stehen die BCS-Endspielchancen allerdings selbst bei Ungeschlagenheit schlecht aus. Mal abgesehen davon, dass man nächsten Samstag gegen die nicht unterirdischen TCU Horned Frogs erstmal bestehen muss, wird im verbleibenden Schedule nicht nur UNLV, sondern auch und vor allem das extrem schlechte New Mexico den strenght of schedule massiv runterziehen. Zusätzlich dazu könnte die Konstellation in den BCS-Bowls ein attraktives Duell gegen einen der SEC-Granden verhindern.

Deswegen ist heute vor allem eines interessant: Der mögliche 46. Karrieresieg für QB Kellen Moore, was ein neuer Rekord im College Football wäre. Moore würde Colt McCoy (Texas Longhorns) ablösen. Moore bestreitet heute sein 48. Spiel. Seine einzigen beiden Niederlagen waren 2008 in der Bowl Season gegen TCU (mit einem Punkt 16-17 verloren) und 2010 in Nevada in der Overtime nach zwei spielentscheidenden Fehlkicks (31-34 mit drei Punkten verloren). Trotzdem gibt man Moore im Rennen um die Heisman Trophy gegen die kommenden hohen NFL-Picks QB Andrew Luck/Stanford und RB Trent Richardson/Alabama kaum Chancen.

Southeastern Conference

[12h28] Falls abseits des “vorweggenommenen Endspiels” in Tuscaloosa noch irgendein Interesse am heutigen Treiben in der SEC herrscht: Ab 0h15 live im ESPN-Player die #7 Arkansas Razorbacks gegen die #9 South Carolina Gamecocks, die beiden lebendigen Beweise für die ausgedünnte Spitze im College Football (Sonntag, 9h30 als Tape bei ESPN America). Beides sind Mannschaften mit dicken Fragezeichen, für beide reicht es für die Top-10.

Arkansas schaut im Angriff nach dem Ausfaller dutzender Running Backs recht abhängig vom netten QB Tyler Wilson aus, verfügt aber über keine überzeugende Defense und musste zuletzt gegen den Underdog Vanderbilt alle sieben Leben zusammenkratzen, um einen schmeichelhaften Heimsieg herauszugurken. Für Arkansas geht es darum, in der SEC-West dranzubleiben, ist aber auch abhängig vom Ausgang des später parallel stattfindenden Topspiels Alabama – LSU (01h LIVE ESPN America, Sonntag 12h Tape bei ESPN America).

South Carolina braucht den Sieg „dringender“ in der Hinsicht, dass die Karten für die Gamecocks hinsichtlich SEC-Endspiel besser stehen, da sie in der heuer eher schwach besetzten SEC-East ihr Schicksal in den eigenen Händen halten. Man spielt nach dem Rauswurf von QB Garcia und der verheerenden Verletzung von RB Lattimore sehr beherzten Defensivfootball um den DL Melvin Ingram, der Angriff ist stärker denn je um den überragenden WR Alshon Jeffery gebaut.

BCS-Finalchance für beide: Noch existent (!), aber gering, da es einen Haufen Freak-Ergebnisse auf anderen Spielfeldern braucht. Bloß: Man stelle sich vor, South Carolina gewinnt überzeugend ein mögliches SEC-Endspiel… Nicht ganz vermessen zu behaupten, die BCS-Chancen stehen für die Gamecocks besser als für, sagen wir, die Boise State Broncos.

Das Spiel findet, wie ich gerade sehe, übrigens nicht im gewohnten Heimstadion der Hogs in Fayettville statt, sondern in der „zweiten Heimstätte“ in Little Rock, wo Arkansas pro Jahr eines oder zwei Heimspiele auf dem Nebencampus austrägt.

Weitere Spiele aus der in der Breite heuer wenig überzeugenden SEC: Um 17h kämpfen die Florida Gators gegen die Vanderbilt Commodores im ESPN-Player um die letzten Restfetzen an Respekt, während Vanderbilt unter dem neuen Coach James Franklin und „ja ich bin Aarons kleiner Bruder“ Jordan Rodgers eine grundsolide Saison absolviert – für Vandys Verhältnisse. Die enttäuschenden Mississippi State Bulldogs sind um 0h30 im ESPN-Player gegen den FCS-Zwerg Tennessee Martin dran. Bei KentuckyOle Miss (20h30 live ESPN-Player) wird eine von beiden Unis gezwungenermaßen ihren ersten Conference-Sieg der Saison einsäckeln.

Big 12 Conference

[10h58] Das zweite Livespiel heute Abend um 20h30 MEZ kommt aus der Big 12 Conference: #6 Oklahoma Sooners gegen die Texas A&M Aggies, bei denen es schwer greifbar ist, dass diese Mannschaft 1) 5-3 ist und b) nicht gerankt. Die Aggies dürften potenziell eine Top-10 Mannschaft bleiben, haben sich aber extrem anfällig dafür gezeigt, klar dominierte Spiele gegen Top-Gegner zu vergeigen. Beispiele? 29-30 gegen Oklahoma State verloren, trotz 20-3 Führung. 38-42 gegen Arkansas trotz 35-17-Führung. 31-38 gegen Mizzou, trotz 28-14-Führung.

Die Aggies müssen nun nach Norman/OK, wo die Sooners eine Woche nach dem Kantersieg bei Kansas State ihrem verletzten RB Dominique Whaley nachweinen. Würde mal behaupten: Tolles Spiel, weil a) Upset-Watch und dem entgegengesetzt b) die Oklahoma Sooners, die sich ungern zweimal in Serie daheim verarschen lassen wollen (Oklahoma hat eine der besten Heimbilanzen ever).

Ein zweites interessantes Spiel aus der Big 12 ist nur im ESPN-Player verfügbar (1h MEZ LIVE): #3 Oklahoma State Cowboys – #14 Kansas State Wildcats, wo die Cowboys in den Wettbüros lockerer 21-Punktefavorit sind, nachdem die Schnurrkätzchen letzte Woche schlimmer als erwartet zurückzucken mussten. Oklahoma State macht satte 50 Punkte/Spiel und wird, auch wenn die Defense suspekt bleibt, wohl auch in dieser Partie eine Handvoll Touchdowns aufs Tablett legen und die Wildcats die Rankings runterpurzeln lassen.

Big Ten Conference

[09h04] Das erste Live-Spiel heute Nachmittag um 17 Uhr MEZ (Achtung: Winterzeit-Umstellung der Amerikaner erst in der Nacht!) ist ein Spiel aus der vogelwilden Big Ten Conference: Iowa Hawkeyes – #15 Michigan Wolverines, was erstmal nach einer klaren Sache klingt. Aber: Die Wolverines sind auswärts eine oder zwei Nummern kleiner einzuschätzen.

Iowa wurde vergangenes Wochenende verheerenderweise in Minnesota knapp geschlagen und kriecht mit 2-2 der letzten Chance auf das Conference-Finale entgegen. Michigan dagegen könnte sein Schicksal in der Conference in eigenen Händen halten, aber Vorsicht: Die Hawkeyes hätten nicht zum ersten Mal einen Titeltraum in Iowa City zerfetzt. Guck-Tipp auch aufgrund der oft fantastischen Stimmung im Hawkeyes Stadium.

Tendenziell riechen die B1G-Spiele an diesem Wochenende furchtbar, weil überall Bodensatz gegen „Spitzenkräfte“ gematcht wird. Spitzenkräft in Anführungszeichen, weil die Zeichen immer deutlicher werden, dass die Big Ten Conference nach zwei, drei soliden Jahren heuer wieder zu den schwächeren BCS-Conferences gehört. Aktuell führen Penn State mit seiner inexistenten Offense und Nebraska mit seiner für völlig andere Angriffssysteme gebauten Defense die Conference an.

#20 Wisconsin – Purdue (20h30 im kostenpflichtigen ESPN-Player) ist da noch das interessanteste verbliebene Spiel. „Interessant“ wie: Wisconsin muss unbedingt gewinnen und bekommt einen Gegner serviert, der letztens von Michigan 36-14 abgeschlachtet wurde.

Morgen am Morgen, 9h, bringt Eurosport 2 eine zweistündige Aufzeichnung von #17 Michigan State – Minnesota.

[06h32] Guten Morgen. Der heutige Samstag steht im Zeichen meiner Forschungsarbeit, daher wird es die Vorschau auf den Spieltag im College Football diesmal nur in Scheibchenform geben. Um 8h bringt ESPN America die Wiederholung des Nachtspiels aus der Mid-American Conference Kent State Golden FlashesCentral Michigan Chippewas. Beide Unis gehören bislang eher zum Bodensatz in einer eher als Graupen-Conference durchgehenden MAC, aber spätestens seit dem fassungslosen Dienstagsspiel Toledo – Northern Illinois ist klar: Auch die kleinen Conferences bieten bei Zeiten unterhaltsamen Football.

BCS-Report 2011/12, vor dem Gruselfest

Letzte Woche hatte ich mich über das lahme BCS-Rennen in dieser Saison beklagt. Das vergangene Wochenende hat uns dann doch noch die eine oder andere Überraschung (Wisconsin) oder gar Sensation (Oklahoma) eingebrockt, was dem BCS-Titelrennen dann doch einige zusätzliche Kniffe verleiht. Ein Blick auf Titelrennen und automatische BCS-Bowleinladungen vor Woche 9.

Die BCS-Standings

#1 Lousiana State Tigers
#2 Alabama Crimson Tide

Beide Mannschaften gönnen sich am kommenden Hallowe’en-Wochenende ein Päuschen, bevor es am 5. November zum ganz großen Kracher der Saison in Tuscaloosa kommt. Ich werde langsam, aber sicher immer mehr zum heimlichen Bewunderer der LSU Tigers und ihrer seelenruhigen Spielweise in Offense und Defense. Mag man ihnen entgegenwerfen, was man wolle, sie werden nicht nervös, spielen ihren Stiefel runter als seien sie beim Nachmittagskränzchen ihrer Schwiegermütter. Ähnliches gilt für Alabama, die mit einer Handvoll herausragender Einzelspieler aber einen Tick mehr Rabatz veranstalten.

#3 Oklahoma State Cowboys
#4 Boise State Broncos
#5 Clemson Tigers
#6 Stanford Cardinal

Das Quartett, das ungeschlagen der Dinge harrt. Einzig Oklahoma State dürfte sein BCS-Endspiel-Schicksal in eigenen Händen haben: Die Computer sind verknallt in die Cowboys (#1 gerankt) und sollten sie die Sooners am letzten Spieltag killen, dürfte das auch entsprechend von den restlichen Abstimmenden gewürdigt werden, sprich National Title Game.

Stanford kann hauptsächlich auf den Faktor Luck und entsprechenden Hype hoffen, muss aber Oregon schlagen (woran ich noch nicht zu glauben vermag) und auf eine Cowboys-Niederlage hoffen.

Clemson ist immer noch suspekt, dürfte aber selbst im Falle einer Perfect Season den Makel der schwachen ACC mit sich schleppen und muss entsprechend auf höhere Mächte hoffen.

Boise State ist IMHO die beste Mannschaft in diesem Quartett, aber auch jene mit den schedulebedingt geringsten Chancen. Dazu kommt, dass der tapfere AP-Voter, der Boise seit Wochen an #1 rankt, für die BCS irrelevant ist. Bleibt Boise State jedoch ungeschlagen, werden die Broncos als Trostpreis in eine BCS-Bowl eingeladen – man hofft weiterhin auf die Sugar Bowl gegen die zweitbeste SEC-Mannschaft (aber eher muss man davon ausgehen, in der Fiesta Bowl auf den hoffnungslosen Big-East-Champ gematcht zu werden).

#7 Oregon Ducks
#8 Kansas State Wildcats

#9 Oklahoma Sooners
#10 Arkansas Razorbacks

Kansas State ist noch ungeschlagen, aber Kansas State wird nicht ungeschlagen durch den November kommen, insofern kann man die sympathischen Wildcats getrost außen vor lassen. Oregon ist für mich mit Abstand die beste Mannschaft in diesem Quartett, wird aber nur dann ins BCS-Endspiel kommen, wenn sie den restlichen Schedule zertrümmern und Alabama gegen LSU haushoch verliert. Verliert LSU gegen Alabama, ist Oregon draußen (remember: Oregon verlor recht eindeutig gegen LSU), kann sich aber aus eigener Kraft die Teilnahme an der Rose Bowl sichern.

Oklahoma ist eine sehr gute Mannschaft und bleibt mein Favorit in der Big 12, könnte aber durch die bittere Heimniederlage gegen Texas Tech das BCS-Endspielticket bereits verloren haben, es sei denn, man zertrümmert Oklahoma State nach Strich und Faden und eine Handvoll weiterer ungeschlagener Mannschaften baut zum rechten Zeitpunkt Mist.

Arkansas dürfte nach der Schlappe in Tuscaloosa aus dem Titelrennen sein, aber bei entsprechendem Saisonverlauf (Sieg über LSU) durchaus noch Chancen auf eine „At-large“-Einladung in die Sugar Bowl besitzen.

#11 Michigan State Spartans
#14 Nebraska Cornhuskers
#15 Wisconsin Badgers
#18 Michigan Wolverines
#19 Penn State Nittany Lions

Hier wird es interessant, was die Conferences und die damit verbundenen automatischen BCS-Bowleinladungen angeht. Beginnend mit der Big Ten Conference, die gleich FÜNF Mitglieder auf einem Haufen aufbietet, alle mit einer einzigen Niederlage, alle damit wohl aus dem Rennen um den National Title, aber alle noch mit Chancen auf die Rose Bowl.

Michigan State (3-0 in der Conference) und Nebraska (2-1) in der Legends Division, Penn State (4-0) und Wisconsin (2-1) in der Leaders Division haben es alle in eigener Hand, sich für das B1G-Finale zu qualifizieren, in dem sie die direkten Duelle gegen den jeweils anderen und ihre Divisionen gewinnen. Faszinierend wäre natürlich ein Re-Match Michigan State – Wisconsin um den Einzug in die Rose Bowl. Die Michigan Wolverines müssen dagegen auf entsprechende Ergebnisse zwischen Nebraska und Michigan State hoffen, um noch eine Finalchance in der Big Ten zu bekommen.

#12 Virginia Tech Hokies
#13 South Carolina Gamecocks

South Carolina dürfte in der SEC verletzungsbedingt früher oder später Probleme bekommen,  Virginia Tech hat alles in seiner Hand, muss „nur“ seine völlig offene Coastal Division in der ACC gewinnen, ehe es im ACC-Endspiel gegen vermutlich Clemson um den Einzug in die Orange Bowl geht. VT wurde von Clemson heuer bereits 23-3 abgewürgt, aber wenn es im Endspiel um alles oder nichts geht… Clemson, Flatternerven, anyone?

#16 Texas A&M Aggies
#20 Texas Tech Red Raiders

Texas A&M sowie Texas Tech müssen in der Big 12 Conference auf höhere Mächte hoffen, um das Endspiel der Big 12 und die Fiesta Bowl zu erreichen, wobei insbesondere die Chancen der Red Raiders minimal sein dürften (bereits 2 Conference-Niederlagen).

#17 Houston Cougars

Interessant sind die Houston Cougars aus der kleinen C-USA. Noch unbesiegt und mit QB Case Keenum einen Außenseiterkandidaten auf die Heisman Trophy, und sollte Houston – woran ich noch nicht glaube – ungeschlagen durchkommen und Boise State ein Spiel verlieren, werden die Coogs mit hoher Wahrscheinlichkeit eine automatische BCS-Einladung bekommen. Wie gesagt: Beide Szenarien, die dafür nötig sind, halte ich für recht unwahrscheinlich.

#21 Arizona State Sun Devils

Arizona State dürfte spätestens nach der Abschlachtung von UCLA die Süddivision der Pac-12 und damit den Finalplatz in der Pac-12 sicher haben, wird im Endspiel aber krasser Außenseiter gegen Stanford oder Oregon sein. BCS-Bowlchancen: gering.

#22 Georgia Bulldogs
#23 Auburn Tigers

Selbiges gilt in der SEC für die Georgia Bulldogs, die man mittlerweile als Favoriten in der SEC East sehen kann, die aber krasser Außenseiter im SEC-Finale sein werden, wenn sie es denn erreichen sollten. Auburn ist spielerisch in der knüppelharten SEC West zu limitiert, aber trotz dreier verheerendener Niederlagen und zweier hauchzarter Siege im Schedule die #15 in den Computer-Rankings!

#24 Texas Longhorns

Texas hat nur noch minimalste theoretische Chancen, in der Big 12 etwas zu reißen, wird die verbleibene Saison als Aufbaujahr für 2012/13 nutzen.

#25 West Virginia Mountaineers

WVU wurde am Freitag von Syracuse in Grund und Boden gespielt (49-23 Niederlage), was für West Virginia und vor allem für die Big East Conference verheerend ist. Denn obwohl die Mannschaft gerankt bleibt, besteht plötzlich die Möglichkeit, dass eine andere Uni als WVU die Conference gewinnt und die automatische BCS-Bowleinladung bekommt, was zu einem weiteren Debakel und Diskussionen um die BCS-Würdigkeit der gesamten Conference führen dürfte.

Meine Top-10

#1 Alabama
#2 Louisiana State
#3 Boise State
#4 Oregon
#5 Oklahoma State (+1)
#6 Michigan State (+1)
#7 Stanford (+2)
#8 Oklahoma (-3)
#9 Texas A&M (-1)
#10 Clemson (NR)

Die Rankings bleiben eine harte Nuss, da es nur 3-4 rundum überzeugende Mannschaften (Oregon mit Abstrichen) gibt, dazu die Schönspieler von Oklahoma State, Oklahoma und Clemson sowie die weiterhin schwer einzuschätzenden Michigan State Spartans und Stanford Cardinal. Michigan State hat wie erwartet Wisconsin geputzt, aber hinlänglich Angriffsflächen geboten (spielt der gegnerische Angriff zügig, ist die Defense in Bedrängnis zu bringen, eigene Offense wird gegen starke Lauf-Defense große Probleme kriegen), bei Stanford hängt die Saison am Duell mit Oregon, und, sollten sie dieses wider Erwarten gewinnen, am letzten Spieltag gegen die fiese Defense von Notre Dame. Texas A&M bliebt mit zwei Freak-Niederlagen in den Top-10.

BCS-Report 2011/12, Uraufführung

Gestern ist das erste BCS-Ranking der laufenden Saison herausgekommen. Für Sideline Reporter bedeutet dies: Wenn in Zukunft die Platzierung einer Manschaft in der Form „#x“ angegeben wird, sprechen wir nicht mehr vom AP-Poll, sondern dem BCS-Ranking. Ja, ich weiß, Umstellungen nerven, aber im College Football entscheidet eben die BCS über Sein und Nicht-Sein.

Wo spielt der Jazz?

Bisher fehlt dem BCS-Rennen 2011/12 trotz (oder gerade wegen?) der vielen ungeschlagenen Mannschaften der Buzz der letzten Jahre, als es spätestens im Oktober serienweise Upsets in den Top-5 und Top-10 gab. Heuer deutet nichts daraufhin, dass da noch ein Massenstolpern kommt, selbst mit einem oder zwei Upsets dürfte da nicht mehr blankes Chaos ausbrechen.

Es läuft scheinbar alles auf zwei, drei ganz große conference-interne Showdowns in SEC und Big 12 hinaus, wenn es um die Endspielteilnehmer in der Bowl Championship Series geht. Ein Überblick, gewohnt misanthropisch.

Die BCS-Standings

#1 Lousiana State Tigers
#2 Alabama Crimson Tide

Zwei Kaliber aus der SEC West, in den Rankings nur hauchdünn auseinander. Beide verfügen über fassungslos gute Defenses, wobei die Unit von LSU unspektakulärer auftritt, aber insgesamt noch den einen Tick beeindruckender war, da sie noch konsequenter spielt, während Alabama insgesamt von drei großartigen Athleten abhängiger scheint (LB Hightower, LB Upshaw, S Barron). Kritikastern auf hohem Niveau.

Alabama verfügt IMHO über die klar bessere Offensive, die um den einen Mann herum gebaut ist, der nun endlich auch in den Medien die verdiente Anerkennung zu bekommen scheint: RB Trent Richardson, der jahrelang hinter dem ihm unterlegenen Mark Ingram versauerte, heuer endlich sein coming out hat. Dazu gesellt sich mit QB A.J. McCarron ein potenziell potenter Quarterback.

Alabama wäre für mich zum jetztigen Zeitpunkt im direkten Duell mit LSU Favorit mit einem Touchdown bis zehn Punkten. Am 5. November ist es soweit.

#3 Oklahoma Sooners

Die Sooners haben bereits zwei ganz fette Ausrufezeichen gesetzt: Auswärtssieg in Florida State, Schlachtfest gegen Texas. Trotzdem fehlt mir irgendwie der nötige Buzz in dieser Mannschaft und ich tue mir schwer, meine Skepsis gegenüber QB Landry Jones abzulegen, der trotz aller großartiger Stats seltsam blass spielt. Oklahoma wird nun in der nicht ganz einfach aussehenden Big 12 bestehen.

#4 Oklahoma State Cowboys

Die Cowboys spielen eine sagenhafte Offense. Punkt. Trotzdem nimmt noch immer kaum jemand die Mannschaft für voll, was an der streckenweise suspekten Defense liegt. Persönlich glaube ich noch nicht an eine BCS-Finalteilnahme von Oklahoma State. Die Mannschaft war zu lange zu anfällig gegen überflüssige Niederlagen. Andererseits halte ich auch ein Upset über Oklahoma am letzten Spieltag für nicht ausgeschlossen.

#5 Boise State Broncos

Für mich sind die Broncos auch ohne Fan-Scheuklappen die drittstärkste Kraft im College Football, im Zweifelsfalle einen Tick nach Alabama/LSU, gegen alle anderen Mannschaften für mich favorisiert. Boise State ist im Kern immer noch die gleiche Mannschaft der letzten Jahre, die sämtlichen Big Cows das Fürchten lehrt, nur dass sie heuer noch einen Tick mächtiger wirkt. Der Opener gegen Georgia war der Augenöffner, die beste Leistung, die ich von den Broncos in den letzten Jahren gesehen habe: Dominant in Offense, Defensive Line (!) und Defensive Back Seven, cool bis unter die Rindeln und angeführt vom außerordentlich souverän und schwer zu beeindruckend wirkenden QB Kellen Moore.

Boises Nachteil: Der Schedule ist so schwach wie bei keiner anderen Top-10 Mannschaft und sogar die schwersten eigenen Gegner Georgia und TCU schauen heuer nicht überragend aus. Aus diesem Grund ist das BCS-Finale mit hoher Wahrscheinlichkeit außer Reichweite, wogegen trotz „non-AQ“-Status die Teilnahme an einer BCS-Bowl fix ausschaut, solange Boise ungeschlagen bleibt. Eine Klausel besagt: Das beste Non-BCS Team ist automatisches „At-large“-Team in BCS-Bowls, wenn es in den Top-12 ist oder Top-16 und besser als ein Champ einer BCS-Conference.

Ich hoffe zum jetztigen Zeitpunkt wenigstens darauf, dass die BCS die Nüsse haben wird, Boise State auf den Verlierer von LSU/Alabama zu matchen (Gott, ich greife da zwei Monate Regular Season vor…).

#6 Wisconsin Badgers

Die Sache mit dem Schedule ist ähnlich wie bei Boise State, außer dass Wisconsin in der Big Ten spielt und somit einen Tick mehr „Credibility“ genießt. Aber aufgepasst: Alles faselt vom zugegeben starken double threat QB Russell Wilson und dem guten Laufspiel, wobei die Schwächen einer schwach tackelnden Defense zu gerne übersehen werden. Michigan State wartet als nächstes: Für mich der Gegner, der qua Anlage am ehesten prädestiniert ist, Wisconsin zu schlagen. Scheitern die Spartans, dürfte Wisconsin tatsächlich ungeschlagen durchmarschieren und möglicherweise unter den richtigen Umständen ins BCS-Finale einziehen (Michigan State könnte im Conference-Endspiel ein zweites Mal drohen und die Rankings dürften unberechenbar speziell für Wisconsin sein).

#7 Clemson Tigers

Das Überraschungsteam der Saison bisher. Clemson galt jahrelang als Sleeper, scheiterte aber stets an der lendenlahmen eigenen Offense. Just diese Offense geigt heuer mächtig auf, weil da der unglaublichen Freshman-WR Sammy Watkins mit seiner Explosivität nicht nur Schulrekorde pulverisiert, sondern auch dem QB Tajh Boyd zu unverhofft gigantischen Stats verhilft. Allerdings gilt Clemson als instabil, musste schon dieses Wochenende ein wundersames Comeback zaubern und dürfte nicht ungeschlagen durch die Regular Season kommen.

#8 Stanford Cardinal

Stanford ist aus qua Reputation seines Quarterbacks Andrew Luck so hoch gerankt, hat ansonsten bislang auch dank schwacher Gegner nicht viel gezeigt, aus dem man Honig für großartige Analysen ziehen könnte. Am Samstag wartet mit den Washington Huskies ein sehr ungemütlicher Gegner, spätestens für das Duell mit Oregon Anfang November erwarte ich die erste Saison-Niederlage für die The Farm.

#9 Arkansas Razorbacks

Die Hogs wurden zwar von Alabama in Grund und Boden gespielt, zeigten ansonsten brillante Ansätze in der Offense (QB Tyler Wilson mit einigen fassungslosen Stats) inklusive einer gar nicht so üblen Defense, die auch gegen Alabama länger als erwartet hielt. Für den ganz großen Wurf halte ich den Angriff allerdings zu eindimensional. Arkansas dürfte eine Außenseiterchance auf eine „At-large“-Einladung in die BCS-Bowls bekommen, wenn sie am letzten Spieltag auswärts LSU putzen können – ein extrem schweres, aber nicht ganz ausgeschlossenes Szenario.

#10 Oregon Ducks

Für mich sind die Oregon Ducks nach Alabama, LSU und Boise State die Nummer 4. Jo, sie wurden von LSU über weite Strecken böse abgewürgt. Jo, sie haben massive Verletzungssorgen und aktuell sind sowohl der Einser-QB Darron Thomas als auch die ultimative Offensivwaffe RB LaMichael James ausgeknockt. Aber einmal in Schwung ist Oregons Angriff unglaublich schwer zu bremsen und ich würde zu gerne ein Re-Match mit einer SEC-Mannschaft sehen.

Die Pac-12 bietet zwar noch Stolpersteine, aber keine rundum überzeugende Defense, die eine halbwegs gesunde Ducks-Offense einzubremsen vermag. Kommt James bis zum Stanford-Kracher 12. November zurück, dürfte Oregon wenigstens in die Rose Bowl durchmarschieren.

#11 Kansas State Wildcats

Die Wildcats um den wuseligen Spaß-QB Collin Klein kriegen dieser Tage viel Presse, schauen aber noch recht unausgetestet aus, eigentlich wie eine dieser Mannschaften, die mit leichtem Auftaktprogramm und gutem Start nach oben gespült werden, mit den ersten beiden richtigen Tests aber ebenso schnell wieder verschwinden. Täusche ich mich? In zwei Wochen kommt #3 Oklahoma, danach geht es Schlag auf Schlag: @ #4 Oklahoma State, vs. #17 Texas A&M, @ #24 Texas. Upsets sind möglich, aber ich verwette meinen Arsch, dass Bill Snyders sympathische Mannschaft da nicht ungeschlagen durchkommt, weil man nicht in jedem Spiel einen Turnover zum genau richtigen Zeitpunkt machen kann.

#12 Virginia Tech Hokies
#13 Nebraska Cornhuskers

Zwei enttäuschende Teams. Während Virginia Tech schaumgebremster nicht spielen könnte und von Clemson ganz übel abgewürgt wurde, zahlen die Huskers bislang Lehrgeld für den Wechsel in die Big Ten: Ihre Defense war jahrelang dafür gebaut, die Passfestivals in der Big 12 zu spoilern, wodurch heuer gegen einen lauflastigen Schedule eklatante Abwehrprobleme zu Tage getreten sind. Nebraska dürfte bis Ende November gegen jeden mächtigeren Rushing-Attack zittern.

#14 South Carolina Gamecocks

Noch liegt South Carolina in der SEC East vorne, aber die letzten Tage waren verheerend: Erst schmiss Steve Spurrier für viele längst überfällig den Eiertreter QB Stephen Garcia von der Uni, dann versuchte Spurrier per Journalistenschelte, die Meute abzulenken, ehe sich am Samstag der fantastische RB Marcus Lattimore eine Knieverletzung zuzog, die seine Saison beendet. Ich sehe nicht, wie sich die Mannschaft dort oben halten will. Schlägt doch noch Georgias Stunde?

#15 West Virginia Mountaineers

Der Pass-Angriff schaut unter dem Offensivgenie Dana Holgorsen bereits recht spektakulär aus, QB Geno Smith ebenso, aber die Abwehr genügt nicht höchsten Ansprüchen und West Virginia dürfte nach der klaren Heimniederlage gegen LSU auch erstmal nur noch über den Gewinn der Big East in eine BCS-Bowl kommen.

#16 Michigan State Spartans

Eine „langweilige“ Mannschaft, der abseits der Geschichte um den ehemaligen Herzinfarkt-Patienten Mark Dantonio (Head Coach) jegliche „Star-Power“ angeht, weswegen kein Mensch die Mannschaft ernst nimmt. Ich hatte das auch lange nicht getan: Trotz 11-1 war MSU 2010/11 eine statistisch auffällig mittelmäßige Mannschaft und wurde in der Bowl Season noch schlimmer als erwartet (und man erwartete eine klare Niederlage) von Alabama niedergemacht. Aber bis dato ist das eine rundum komplette, souveräne, disziplinierte Defensivleistung, gepaart mit einem unspektakulären Angriff, dessen Lauflastigkeit die Winde von East Lansing zum eigenen Vorteil nützt.

#17 Texas A&M Aggies

Die Mannschaft ist deutlich unter Wert geschlagen, nachdem man sowohl Oklahoma State, als auch Arkansas eigentlich hätte schlagen müssen, aber wie man diese Spiele noch verlor, geht eigentlich auf keine Kuhhaut mehr. Das sind Zeichen einer wachsenden Mannschaft, die mental noch nicht stabil genug ist, um mit plötzlichen Favoritenrollen zurecht zu kommen. Wird besser werden.

Sollte aTm allerdings noch weitere Spiele wegwerfen, dürfte auch eine Rasur von Head Coach Mike Sherman nicht ausgeschlossen sein.

#18 Michigan Wolverines

Die Defense ist wirklich besser als früher, aber der Angriff ist höllisch unberechenbar, wobei ich nicht bloß an die Niederlage gegen Michigan State denke, sondern insbesondere auch an den fassungslosen Schlager gegen Notre Dame zu Saisonbeginn, als QB Denard Robinson 338yds warf, aber nur 11 von 24 (!!!) Pässen komplettierte, für 4 TD und 3 INT. Damit dürfte alles gesagt sein.

#19 Houston Cougars

Case Keenum produziert erwartet starke Stats und Houston, einer meiner Sleeper, ist bereits in den Top-20 gerankt. Ohne ein Spiel der Coogs gesehen zu haben: Die Mannschaft soll durch und durch blass spielen und den Eindruck erwecken, dass da viel, viel mehr möglich wäre. Andererseits könnte auch eine ungeschlagene Saison drin sein und dann erleben wir vielleicht qua Saisonbilanz die Top-10… SMU wird ein ernsthafter Test werden.

#20 Auburn Tigers

Spannende Mannschaft. Auburn ist nicht so schlecht, wie sich im ersten Saisonspiel gegen Utah State angedeutet hatte mit all seinen missed tackles, und sie wirkt streckenweise richtig explosiv im Angriff. Dann kommen aber immer wieder diese schlechten Momente, die von gutem Gegnern eiskalt bestraft werden. Pikant ist, dass die Offense unter dem einst als #1 gesehenen, dann zur #2 und #3 degradierten, nun wieder zurückgekommenen QB Clint Trickett am souveränsten aussieht.

#21 Penn State Nittany Lions

Sehr solide, phasenweise richtig gut aussehende Defense, aber meine Fresse, diese Pass-Offense liegt irgendwo fuffzig Meter unter der Erde begraben: QB Rob Bolden wirft sogar für INTs zu unpräzise, QB Matt McGloin ist qua Armschwäche außerstande, das Ei weiter als 10yds zu werfen. Für den Rest der Saison braucht es überragende Abwehrleistungen, um sich durchlavieren zu können und vielleicht Wisconsin zu stoppen.

#22 Georgia Tech Bulldogs Yellow Jackets
#23 Illinois Fighting Illini
#24 Texas Longhorns

Drei Mannschaften, die möglicherweise eines eint: Ein recht einfacher Schedule zu Beginn, dadurch überproportional viele Siege geholt und gegen adequate Gegnerschaft auf Normalmaß gestutzt. Texas sieht allerdings wie eine gefährliche Mannschaft aus, die mit diesem Herbst als Lernprozess in naher Zukunft wieder lauter um BCS-Bowls mitreden werden.

#25 Washington Huskies

Meine Hochachtung, was Steve Sarkisian da in Seattle zusammenbaut. Der Angriff sieht richtig gut aus, QB Keith Price ist wurftechnisch ein massives Upgrade gegenüber dem hohen NFL-Pick Jake Locker und RB Chris Polk läuft über sämtliche Defenses einfach drüber. Hätte man eine bessere Lauf-Defense, man würde ernst genommen – so aber dürfte es gegen Oregon zu 350yds kassierten Laufspiel-Yards führen. @Stanford und @USC sind weitere unangenehme Orte, aber für die nächsten Jahre sollte man sich die Mannschaft mal vormerken.

Notre Dame ist nicht in den Top-25 gerankt, wird dort aber früher oder später auftauchen. Die Mannschaft hat nicht nur mediale Präsenz genug dafür, sondern auch brach liegendes Potenzial in der Offense, die bei dieser Defense nicht mal überragend spielen muss, um Notre Dame in jedem Spiel zu halten. Solide Leistungen reichen – die gab es bislang zu selten. Florida State ist wie auch Miami und Florida ein weiterer Kandidat für eine Top-25 Platzierung. Alle drei Unis haben derzeit mit Wehwehchen an verschiedenen Fronten zu kämpfen, aber es wurde insbesondere in FSUs Team genügend Potenzial angedeutet, als dass sie nicht letzten Endes wenigstens 8-4 enden.

Meine persönlichen Top-10

#1 Alabama
#2 Lousiana State
#3 Boise State
#4 Oregon
#5 Oklahoma
#6 Oklahoma State
#7 Michigan State
#8 Texas A&M
#9 Stanford
#10 Wisconsin

Auffallend: Nach den Top-5 wird es bereits schwer, weil nach Oklahoma eine gefühlte Lücke klafft. Clemson rauszuwählen tut mir weh, da ich die begeisternde Offense mag, aber ehrlicherweise dürfte Clemson gegen eine ernsthafte Defense vor ärgeren Problemen stehen. Wisconsin ist mir zu ungetestet. Respekt, dass sie die eklatanten Schwächen von Nebraska kaltblütig ausgenutzt haben, nun aber wartet auswärts mit Michigan State der möglicherweise unangenehmste Gegner der verbleibenden Saison (vielleicht noch Penn State).

College Football 2011/12, Woche 5 TV-Guideline: Ohne Gewähr

College Football ist von den MLB-Playoffs deutlich stärker geschädigt als dieses NFL-Wochenende und könnte dieses Wochenende bei ESPN America gänzlich in Sachen LIVE-Übertragungen ignoriert werden. Die einzigen TV-Livebilder (*) aus der Football Bowl Subdivision gibt es am Sonntag um 19h30, wenn Eurosport 2 bei Michigan – Minnesota einsteigt.

(*) Stand Fr/1h30. Dieser Tage bastelt ESPN America täglich bzw. stündlich am Sendeplan, weswegen ich nicht ausschießen möchte, dass heute um 18h eine Partie  (oder auch nur deren Einstieg) gezeigt wird. Für 18h sind MLB-Playofs eingetragen, die jedoch erst um 14h EST/20h MESZ beginnen – könnte sich also noch was tun.


Aufstellung für Woche 5

Der Sendeplan sieht Stand Freitag, 30.9./18h30 wie folgt aus:

ESPNPlayer

(kostenpflichtig/Sendeplan via Allesaussersport)

18h00 Temple – Toledo, Arkansas – Texas A&M, Indiana – Penn State (hey, diesmal spielen die Lions wirklich gegen Indiana!), Lousiana State – Kentucky, Syracuse – Rutgers, Georgia – Mississippi State, Illinois – Northwestern

19h00 Miami/Ohio -Cincinnati

21h00 Wofford – Appalachian State (zweimal FCS)

21h30 Maryland – Towson, Virginia – Idaho, NC State – Georgia Tech, Connecticut – Western Michigan, Kansas State – Baylor, Miami/FL – Bethune/Cookman, Louisville – Marshall, Central Michigan – Northern Illinois, Ohio State – Michigan State

22h00 Southeast Louisiana – Lamar (zweimal FCS), Western Kentucky -ArkansasState (zweimal FBS mit FCS-Niveau)

00h00 Virginia Tech – Clemson

01h00 Florida International – Duke, Middle Tennessee State – Memphis, Louisiana Tech – Hawaii, ULL – Florida Atlantic

02h00 Purdue – Notre Dame,Wisconsin -Nebraska

03h15 FresnoState – Ole Miss

ESPN America

Sa/1.10. College GameDay (15h LIVE aus Madison/Wisconsin)

So/2.10. Wisconsin – Nebraska (Tape 9h30), Florida – Alabama (Tape 12h)

Mi/5.10. Brigham Young – Utah State (Tape 13h)

Do/6.10. Navy – Air Force (Tape 11h), South Carolina – Auburn (Tape 13h30), Purdue – Notre Dame (Tape 16h)

Fr/7.10.Arkansas -Texas A&M (Tape 11h),OhioState -MichiganState (Tape 13h30)

Eurosport 2

Sa/1.10. Michigan – Minnesota (LIVE-Einstieg um 19h30)

So/2.10. Michigan – Minnesota (Tape 19h30)

Do/6.10. Michigan -Minnesota (Tape 11h30)


 Kommentatoren-Teams gibt es bei Awful Announcing


Sonntagvormittag bei ESPN America

#12 Florida Gators – #3 Alabama Crimson Tide aus dem Ben Hill Griffin Stadium mit einer klitzekleinen Portion Upset-Potenzial, weil Floridas neuer OffCoord Charlie Weis das Laufspiel um RB Chris Rainey und RB Jeff Demps revitalisiert hat. Allerdings wird Laufen allein gegen Nick Sabans Defense nicht reichen, was im Umkehrschluss heißt: Wir werden sehen, wie weit die Entwicklung von QB John „Statue“ Brantley fortgeschritten ist (letztes Jahr war’s ein furchtbares Mismatch).

Auf der anderen Seite mal wieder Trent-Richardson-Watch: Eine Woche nach der dominanten Vorstellung gegen Arkansas erwartet jeder, dass Richardson sich mit einer weiteren Topleistung ins Gespräch um die Heisman Trophy bringen wird.

Der zweite Kracher des Wochenende findet in Madison/Wisconsin statt, wo die beiden favorisierten Teams der einzelnen Divisisons der Big Ten Conference aufeinander treffen: #7 Wisconsin Badgers (Leaders Division) – #8 Nebraska Cornhuskers (Legends Division).

Für Nebraska ist es das erste Conference-Spiel in der Big Ten und die Spielansetzung will, dass es gleich mit dem größtmöglichen Brocken losgeht: Wisconsin (4-0), bei denen noch kein Mensch zu sagen vermag, wie gut die Mannschaft denn nun ist, nachdem es durchwegs Siege gegen offensivschwache Mannschaften waren. Auf alle Fälle deutete sich an, dass die Badgers nicht allzu aggressiv in der Defense zu Werke gehen und sich beim Versuch zu tackeln schon mal einen Running Back durch die Hände flutschen lassen. Dabei befindet man sich auf Augenhöhe mit den Huskers, deren Bollwerk gegen das Laufspiel viel fragiler ist als angenommen.

Nun kommt der bislang potenteste Gegner mit exzellentem Ground Game des Weges, wo sich mit QB Russell Wilson ein laufstarker, leiser Heisman-Favorit zum Power-Duo RB James White/Montee Ball gesellt. Würde ich wetten, würde ich meine Jetons eindeutig auf Wisconsin setzen – ein ausgeglichenes Spiel sieht dagegen Paul Myerberg/Pre Snap Read in seiner ausführlichen Vorschau kommen.

N’paar weitere Spiele im Anriss

Auch Ohio State vs. Michigan State ist von Bedeutung für die Big Ten Conference. Beide Unis durchlebten die erwarteten Anlaufschwierigkeiten. Die Buckeyes sind nach diversen Pleiten zum ersten Mal seit der Entdeckung des amerikanischen Kontinents nicht in den Top-25 gerankt und auch die Spartans sind schneller aus den Rankings gefallen als sie „Top-25“ hätten aussprechen können. Es ist auch die Auseinandersetzung zweier Angriffsformationen, die noch unentschlossen sind, welches Bild sie denn nun auf den Betrachter abgeben wollen, und insbesondere die Halbwertszeit von Ohio States Interimscoach Luke Fickell dürfte bald ablaufen.

Gewisser Reiz geht auch vom Militärduell NavyAir Force aus, bei dem wir vermutlich zirka zweitausend Rushing Yards erleben werden. Bei #19 Michigan – Minnesota geht es für die Wolverines darum, auf die jüngst okaye Defensivleistung aufzubauen und in der Offense QB Denard Robinson mal ernsthaft werfen zu lassen. Robinson bringt bisher keine 50% der Pässe an den Mann, scrambelt aber in jedem Spiel in der 200yds-Region und wird dadurch auch als Außenseiter im Heisman-Rennen betrachtet (ich meine: long shot).

Das wöchentliche Notre Dame-Spiel ist diesmal ein Pflichtsieg in Purdue, wo QB Tommy Rees nach zuletzt üblen Vorstellungen Selbstvertrauen für das Navy-Spiel tanken muss. „Notre Dame West“ B.Y.U. hat bereits heute Nacht gespielt – die Partie gegen Utah State wird bei ESPN America am Mittwoch aufgezeichnet.

Bei #18 Arkansas Razorbacks#14 Texas A&M Aggies können letztere gegen den alten Rivalen Arkansas schonmal etwas SEC-Feeling einholen. Beide lecken noch ihre Wunden von bitteren Niederlagen am vergangenen Samstag.

„Richtige“ SEC-Stimmung dagegen bei #10 South Carolina – Auburn, der Neuauflage des SEC-Finals 2010, als die Gamecocks von Cam Newtons Tigers bitterböse verbrannt wurden. Diesmal ist es ein Aufeinandertreffen zweier nicht überzeugender Mannschaften. Während Auburn große Abwehrprobleme (v.a. Tackling, Pass Rush) hat, wird in South Carolina ein eklatantes QB-Problem verortet. Weil die Gamecocks aber just gegen eine schwache Laufabwehr den überragenden RB Marcus Lattimore aufwarten können, dürfte das Pendel diesmal gen Gamecocks ausschlagen. Sprich: Endspielrevanche.

Abseits der TV-Bilder

#4 Boise State – Nevada (Sa/20h30, nicht auf legalem Weg zu empfangen): Ein Spiel um 11h30 Ortszeit, und es wird erwartet, dass die Broncos bittere Rache an der verheerenden Niederlage im letzten November nehmen werden, als die Broncos in Reno von Nevadas Kaepernick/Taua überlaufen wurden, eine klare Führung verspielten, K Kyle Brotzman in der Crunch Time Kick um Kick daneben setzte, und Boise State 31-34/OT sowie die sicher geglaubte Teilnahme an der Rose Bowl verlor. Für ein Jahr ist es diesmal ein out of conference game, ehe die beiden nächsten Herbst in der MWC wiedervereint sein werden.

Kansas State – #15 Baylor (Sa/21h30, nur ESPNPlayer): Die Statistik des Tages liefert Baylors QB Robert Griffin III, der in den ersten Wochen mehr Touchdowns (13) als Incompletions (sic!) warf: 70/82 vollständige Pässe.

#13 Virginia Tech – #11 Clemson (Sa/So 00h, nur ESPNPlayer): Clemson dürfte nach zwei prestigeträchtigen Siegen über Auburn und Florida State erst heute aus dem Partyrausch wieder aufgewacht sein. Die Offense spielt phasenweise inspirierend, der Freshman-WR Sammy Watkins ist eine Granate bei tiefen Bällen. Allein: Zu oft hat Clemson solche Situationen bereits erlebt, zu oft folgte auf den Rausch eine bittere Pleite. Diesmal ist eine Niederlage im Hokie-Land zu befürchten, da Frank Beamers Teams für durchaus knackige Defense stets zu haben sind. In der Offense kommt der hochgejazzte QB Logan Thomas allerdings bisher nicht so wirklich auf Toren.

New Mexico – New Mexico State (Sa/So 02h, nicht legal zu sehen): Für New Mexico ist es das erste Spiel nach der “Ära” Mike Locksley, der vor wenigen Tagen gefeuert wurde. Locksleys Bilanz in zweieinviertel Jahren: 2-26. Das war nicht der Punkt. Locksleys Amtszeit ist von anderen Dingen geprägt, unter anderem Vorwürfe sexueller Belästigung minderjähriger Mädchen, Prügelattacken gegen Assistenztrainer, Einschüchterungsversuche gegen Lokalreporter und Sauf-Fahrten seiner Spieler in Locksleys Privatautos. Pädagogik scheint in Locksleys Studienplan nicht integriert gewesen zu sein.

Der Mann ist Schwarzer. Vermutlich haben die Lobos aus Angst vor Rassismusvorwürfen so lange mit dem Rausschmiss des Skandalcoaches gewartet.

SECession: Den Süden nach Westen erweitert

Die Texas A&M Aggies werden ab 1. Juni 2012 offizielles SEC-Mitglied #13 sein – der Quantensprung „SEC & Texas combined“ ist damit vollzogen. Es ist ein Wechsel, bei dem zwei Kulturen über ihren Schatten springen mussten. Vor allem die Kultur der SEC-Lande. SEC, das ist neben herzhaft verfeindeter Universitäten seit einiger Zeit auch unbändiger Stolz auf die eigene, provinzielle, konservative Region, wie Bryan Curtis in diesem wunderbaren Grantland-Eintrag vor ein paar Wochen schrieb:

These guys cheer for the whole conference? Yup, they do. As the Tide and their pals won five straight national championships, something happened to modern SEC fandom. The SEC fan roots for his school, of course. But he also roots for his conference, and, in an interesting, New South kind of way, his whole region. The thing historians used to call southern exceptionalism — and its first cousin on its mother’s side, southern solidarity — has been channeled into a football fight song. Chanting „S-E-C!“ is the last polite way to root for the South.

Da passt die Texas A&M University aus dem arroganten Texas erstmal nicht so wirklich rein. Die Aggies eröffnen der SEC einen großen Fernseh- und Recruitingmarkt, aber die in den letzten Jahren immer unverkennbarere Südstaaten-Mentalität der Conference ist erstmal mit etwas Frischfleisch aufgebrochen – es gibt Stimmen, die schwören, Conference und Region hätten in sich bleiben sollen.

Für Texas A&M selbst bietet der Schritt riesige Potenziale. Die Universität ist erstmal abgekoppelt vom verhassten Rivalen Texas/Austin, aus deren übermächtigen Schatten die Aggies so schnell nicht mehr hätten springen können. Außerdem bietet die SEC rund ein Drittel mehr Geld aus dem TV-Pool (18 zu 12 Mio. Dollar/Jahr). Den wichtigsten Punkt hat Miss Dosh/Business of College Sports aber in einem wunderbaren Absatz zusammengefasst:

In speaking with Aggies during my recent visit to College Station, the real value in this move isn’t in conference distributions, its in the ability to build a national brand for the school. As part of the Big 12, A&M was “one of the Texas schools.” In the SEC, they’ll be the Texas school. There’s a lot to gain from this move if the Aggies capitalize on the opportunity.

College Football 2011/12 Preview: Big 12 Conference

Gestern hatten wir die Big Ten mit ihrem Dutzend an Teams, heute ist die “richtige” Big 12 Conference dran – mit 10 Mannschaften. Die Big 12 war vor einem Jahr dank der massiven Expansionsdränge der Pac-10 und der Zicken der University of Texas kurz vor der Implosion – nur um sich am Ende bei ihrem egozentrischsten Mitglied – Texas – für die weitere Existenz bedanken zu müssen. Die nahe Zukunft der Big 12 scheint gesichert, aber es ist ein gesichert mit Sternchen, da auch Texas A&M in unregelmäßigen Abständen mit der SEC flirtet und Texas itself womöglich trotz Longhorn Network irgendwann nach noch Höherem streben wird.

Sportlich dürfte die Verkleinerung trotz Nebraskas Abgang – immerhin eines der Schwergewichte schlechthin – nicht zu schmerzhaft sein, fällt nun immerhin das Championship Game weg, das dank des deutlichen Leistungsgefälle zwischen den beiden Divisionen immer mal wieder einen Überraschungs-Champ produziert hat, Stichwort „Ein Sensationssieg kann jedem mal gelingen“.

Oklahoma Sooners                     

Wenn man von der Big 12 Conference spricht, dann geht es meistens um zwei Footballprogramme, und das erste ist jenes der Oklahoma Sooners, die in den letzten Tagen wieder verstärkt in den Fokus von sportpolitischen Thematiken gerückt sind: Es geht darum, ob die Sooners die Schneid besitzen, vor der drohenden Implosion der Big 12 eigenhändig abzuhauen, oder ob sie bis zum Untergang der Conference warten oder ob sie spekulieren, irgendwie ein Rest-Torso von „Big 12“ halten zu können.

Uns interessiert heute mehr das Sportliche, und die Sooners von Head Coach Bob Stoops sind, geht es nach Journalisten und Coaches, das Favorit #1 auf den BCS-Titel. Hauptgrund dafür: Die Offense, die auch nach dem Weggang von OffCoord Kevin Wilson massivst punkten dürfte. Ein ganz großer Faktor ist dabei QB Landry Jones, ein wurfgewaltiger Mann ganz in der Tradition der großen Sooners-QBs, und Jones machte in der vergangenen Saison mal eben schlappe 4718yds und 38 Touchdowns via Luftweg.

Jones’ kongenialer Anspielpartner ist WR Ryan Broyles (2010: 14 Spiele, 131 Catches, 1622yds, 14 Touchdowns), wozu sich noch zwei Handvoll brauchbarer, diversester Optionen gesellen. Die Defense hat so ihre Probleme mit der Standhaftigkeit der Line und muss zu Saisonbeginn ein paar Wochen auf den großen Leader, MLB Travis Lewis, verzichten – überhaupt scheint es eine nette Verletzungsserie gegeben zu haben. Und Oklahoma spielt nach dem Tod eines Spielers in der Offseason auch mit schwerem Herzen.

Persönlich glaube ich nicht an einen BCS-Champion 2011/12 „Oklahoma Sooners“. Ich bin und bleibe skeptisch immer dann, wenn diese Mannschaft ein bisschen aggressiver von einer Defense angegangen wird – und spätestens im Endspiel dürfte ein SEC-Favorit warten… Außerdem schleppt Stoops trotz eines Titels vor etlichen Jahren das Image des ewigen Zweiten mit sich.

Und selbst der Weg ins Endspiel dürfte nicht einfach sein: Neben dem schweren Big 12 Schedule wartet am 17. September auch noch der Kracher auswärts gegen die gehypten Florida State Seminoles. Vor einem Jahr gewann Oklahoma locker 47-17, aber diesmal ist sämtlichen Prophezeiungen zur Folge ein enges Spiel zu erwarten.

Unglaublich unwichtige Info am Ende: Es gab vor ein paar Tagen eine Dokumentation über die Sooners in der Vorbereitung, in der Stoops in der ersten Trainingseinheit mit den Freshmen einen Spieler in der ersten Reihe fragte, wie viel sein Sport-Stipendium eigentlich wert sei. Der junge Mann wusste darauf nichts zu antworten.

Texas Longhorns

Willkommen beim meistgehassten Team im College Football. Die University of Texas hat in den vergangenen Jahren dank Egotrip, Longhorn Network und diverser weiterer Flauseln nicht nur Nebraska und womöglich Texas A&M aus der Big 12 Conference vertrieben, sondern allem Anschein nach den baldigen Gang in die Unabhängigkeit vorbereitet.

Sportlich war man 2009/10 eine Endspielverletzung von QB Colt McCoy vom National Title entfernt, erlebte dafür im Herbst 2010/11 eine einzige Gruselsaison und verlor sieben von zwölf Partien, fünfmal daheim. Head Coach in Austin ist Mack Brown, ein anerkanntes Recruiting-Genie, aber Browns Teams stehen im Ruf, underachiever zu sein, sprich: Für die Unmasse an Top-Talenten im Kader zu selten die Big 12 zu dominieren. Brown hat für die heurige Saison eine Rundumerneuerung im Trainerstab vorgenommen. Die Offense liegt nun in den Händen vom ehemaligen Boise-State-Mann Byron Harsin, die Defense bei Manny Diaz.

„Byron Harsin“, das bedeutet eine Abkehr von der vertikalen Offense des vergangenen Jahres, hin zu einer Offense mit Power-Running über RB Cody Johnson, der dafür wie gebaut zu sein scheint, und womöglich dem gehypten Highschooler Malcolm Brown. Heiß diskutiert wird die Quarterback-Position: Garrett Gilbert ist in der Anhängerschaft verhasst weil zu fehleranfällig, und es gilt als sicher, dass man Gilbert im Lauf der Saison auswechseln wird – vielleicht für Colts Bruder, den unerfahrenen Case McCoy?

Prunkstück in der Defense sind die Linebackers und kommenden NFL-Spieler Emmanuel Acho und Keenan Robinson, und es wird erwartet, dass Diaz eine brutal blitzfreudige Defense aufstellen wird. Und das heftige an den Longhorns ist: Sie schicken jedes Jahr ein, zwei First Rounder in die NFL, und es kommen trotzdem immer Topspieler aus den Highschools nach. Jeder junge Footballer in texanischen Schulen möchte für Texas/Austin spielen.

Die Geheimfavoriten

Während Texas sportlich als #4 der Big 12 Conference erwartet wird (wobei auch #2 am Ende nicht außer Reichweite sein sollte), gelten zwei andere Teams als extrem heiße Ware für diese Saison. Zum einen hätten wir da die Oklahoma State Cowboys von Head Coach Mike Gunday, vor einem Jahr eine schiere Offensiv-Sensation. Nun ist OffCoord Dana Holgorsen gen West Virginia abgewandert, aber die beiden Haupt-Komponenten sind noch da: QB Brandon Weeden, ein Mann, der jahrelang als Pitcher in den Minor Leagues im Baseball versauerte und nun mit bald 28 Jahren einer der ältesten Spieler im College football sein dürfte. Und WR Justin Blackmon, der im letzten Herbst als sophomore nie unter 100yds und immer mindestens einen Touchdown machte (Stats über die Saison: 111 Catches, 1872yds, 20 Touchdowns in 12 Einsätzen – meine Fresse). Blackmon ist kein Riese (1,85m), aber eine Präsenz als einzelner Receiver ganz draußen am Spielfeldrand – eine ungemeine Bereicherung für die Air Raid-Offense, die normalerweise primär über die Mitte kommt.

Fehlen wird in diesem Jahr allerdings der wichtige RB Kendall Hunter, der dieser Offense mit 1548yds und 17 TD eine zusätzliche Dimension gegeben hat. Der junge Backup Joseph Randle wird gefordert sein. Dass Randle als exzellenter Ballfänger gilt, sollte helfen. Allerdings sollte Oklahoma State gut beraten sein, mehr Laufspiel einzusetzen: Die Offense scort meistens schnell genug, um die Defense lange, viel zu lange auf dem Feld zu lassen und entsprechend zu ermüden. Die Cowboys haben eine insgesamt eher mäßige Defense, die vor einem Jahr das Big-12 Endspiel gekostet hat.

Probleme mit ihrer Defense haben auch die Texas A&M Aggies, die abseits des Spielfelds noch weit mehr Schlagzeilen produzieren: Die Universität wollte so tief aus der innersten Herzkammer ihres Herzens aus der Big 12 fliehen, dass sie dafür sogar die Ungewissheit einer möglicherweise conference-losen Saison 2012 hinnahmen. Zu sehr ist die Hemmung und die Abneigung, die die beiden Reizwörter in der Kombination „Texas Longhorns“ auslösen.

Sportlich hat Mike Sherman (den wir auch von irgendwo her kennen sollten) da möglicherweise ein BCS-Kaliber unter seinen Fittichen. Hauptgrund dafür ist die solide zweite Saisonhälfte von QB Ryan Tannehill, der erst nach einem desaströsen Saisonstart seines Konkurrenten in den Huddle geschmissen wurde und so solide spielte, dass die Offense plötzlich als heißer wie Frittenfett gehandelt wird. Die Offensive Line ist zwar nicht besser als okay, aber jung und entwicklungsfähig, dazu kommen haufenweise gute Wide Receivers und ein gewaltiges Runningback-Duo: Nie was von RB Christine „neinichbinkeinMädel“ Michael und RB Cyrus Gray gehört?

Dann wird es Zeit, den beiden zuzusehen. Hier wird gnadenlos 30x/Spiel um die Offensive Line herum gelaufen, oft mit Raumgewinnen von 10-12yds. Probleme macht dagegen wie angesprochen die Defense, wo mit OLB Von Miller der mit Abstand beste Pass Rusher in die NFL gegangen ist.

Trotzdem tauchen die Aggies häufig in der Diskussion um mögliche National Champions auf – unabhängig davon ist es für College Football-Fans eine Pflicht, wenigstens ein Heimspiel der Aggies mit anzuschauen. Die Stimmung im genialen Kyle Field sorgt auf dem Gänsehautometer regelmäßig für Anschlag.

Seit der Ankunft von Gary Pinkel als Head Coach geht es mit den Missouri Tigers konstant nach oben. Pinkel hat eine Mannschaft aufgebaut, die auch den Verlust von ein, zwei Schlüsselspielern ohne großen Qualitäts-Absturz verkraften kann – ein sehr gutes Zeichen. Diesmal muss man auf QB Blaine Gabbert verzichten und der neue QB ist ein völlig anderer Typ: James Franklin ist mehr der Typ Läufer denn Passer – und hat bizarrerweise den Job gegen Blaines Bruder Tyler gewonnen, der die Nerven weggeschmissen hat und nun nicht mehr in Mizzou studiert. Knackpunkt ist die Defense mit der Sollbruchstelle „Secondary“. Man traut den Tigers trotzdem wieder ca. eine 8-4 Saison zu.

„Geheimfavorit“ ist vielleicht ein bissl zu hoch gegriffen für die Texas Tech Red Raiders, eigentlich die kleinste Nummer des großen texanischen Trios, aber seit den Zeiten unter Mike Leach für pure Offensivgewalt bekannt. Man hoffte, mit dem neuen Coach Tommy Tuberville die Defense in den Griff zu bekommen, was eher nicht funktionierte: Sogar der Zwerg Weber State (FCS) schenkte 459yds Offense ein und die maue Offense Iowas scorte 52 Punkte. Zu viel, weshalb unter dem neuen DefCoord Chad Glasgow ein 4-2-5 für die extrem flinke Secondary gebaut wird. Meistens sind solche Umstellungen aber mit Anpassungsschwierigkeiten verbunden, weswegen man Texas Tech eher wenig zutrauen sollte.

Das Fußvolk

Im Schatten der großen staatlichen Colleges hat sich die kleine texanische Baptistenuni Baylor langsam und leise nach oben gearbeitet. 2010/11 dann der große Knall: Ein Auswärtssieg bei Texas. Nun sind wichtige Komponenten in Offensive (G Danny Watkins) und Defensive (DT Phil Taylor) Line weg, aber QB Robert Griffin III ist eine Konstante: Seit drei Jahren im Systen der Bears, und immer noch erst Junior. Plötzlich ist Enthusiasmus zu spüren.

Zwischen Enthusiasmus und Depression schwankt das Publikum der Iowa State Cyclones, das mindestens zweimal pro Saison zur Furie wird und den Trainer zum Teufel wünscht, aber nach „epischen“ Auswärtssiegen gegen wie jüngst gegen Texas seine Helden in den Himmel jubelt. Seit 2010 coacht Paul Rhoads die Cyclones unnd Rhoads genießt den Ruf des Lokalheros, ein ansteckend positiver, energiegeladener Mann, und in Furzweite zum Stadion aufgewachsen. Rhoads baut auf eine laufintensive Offense mit smash’n’dash (RB Jeff Woody/RB Shontrelle Johnson) und eine (hoffentlich) verbesserte Defensive Line. Dort spielt auch der Mann mit dem genau richtigen Namen: NT Stephen Ruempolhamer.

Wie Iowa State sind auch die beiden Unis in Kansas eher negativ von der Auflösung der Nord/Süd-Divisionen in der Big 12 betroffen. Nun muss man neun Conference-Spiele bestreiten, und öfters als früher gegen die Giganten im Süden spielen. Die Big 12 ist bizarr genug, dass diese Nord-Unis der University of Texas trotzdem zu Füßen liegen: Ohne deren Einlenken hätte jeder dieser Unis die Bedeutungslosigkeit (sprich: Mountain West Conference und Konsorten) gedroht.

Bei den Kansas State Wildcats aus Manhattan (jo, Manhattan) ist der Trainer der Superstar: Der ultimativ bescheidene Bill Snyder, der nur ein einziges Mal ins Rampenlicht getreten ist, als das Stadion der Uni nach ihm benannt wurde, nämlich. Snyder ist mit 72 Jahren eine lebende Legende und coacht ab dieser Saison sogar seinen Enkel Tate, der als Freshman im Kader steht.

Die Offense wird nach dem Abgang von RB Dan Thomas (Miami Dolphins) vom neu erworbenen RB Bryce Brown getragen, der aus Tennessee kommt und dessen Uni-Wechsel recht viel Aufsehen erregte, inklusive gegenseitiger Drohungen und Beschimpfungen. In der Defense muss vor allem der Würgegriff gegen das Laufspiel enger werden, zuletzt war man dort #119 von #120.

Als Bodensatz wird gemeinhein die University of Kansas gehandelt, die nach dem Abgang des eigenartig kultigen Coaches Mark Mangino unter Turner Gill ein horrendes Jahr hinlegte. Von der Jayhawks-Saison 2010/11 bleibt ein verheerendes 7-55 gegen Baylor (!) und ein fast noch katastrophaleres 3-20 gegen Nebraska hängen, als man beide Mal offensiv NICHTS zustande brachte. Und immer noch besteht kein Schimmer, wie man die QB-Situation lösen will. Die Hoffnung bleibt Gills Vergangenheit. Der Mann hat auch den Zwerg Buffalo nach schwachem Debütjahr umgekrempelt und neu aufgestellt.

So – fast abgearbeitet. Vorschau-Finale heute Nachmittag wird die Conference der Conferences dran sein, die neben den meisten Zuschauern auch die meisten sportlichen Erfolge und die meisten Stars in den letzten Jahren vorzuweisen hat. Um welche Conference es sich wohl handeln wird?

College Football 2011/12 – die Sommer-Polls der Coaches sind da.

USA Today (“Coaches Poll”) hat das heurige Preseason-Voting veröffentlicht. Die Spitzenreiter sind die Erwarteten, Boise State ist wie immer vorne dabei, Virginia Tech wie immer zwischen 11 und 20 und am Ende stecken die großen Namen mit großer Vergangenheit und trister Gegenwart (sowie zugegeben z.T. ermutigender Zukunft). Ein Blick auf die Gruppe:

#1 Oklahoma – überraschungsfrei, weil die Sooners seit Monaten in den Himmel gehypt werden. Oklahoma hat aber einen ungemütlichen Schedule und einen Coach, zu dem man nicht das allergrößte Vertrauen hegen sollte.

#2 Alabama – es fallen der #1-QB, #1-RB und #1-WR weg, aber RB Trent Richardson gilt eh als besser denn Ingram und die Defense sollte nicht mehr so grün sein wie im Vorjahr.

#3 Oregon – Uni und Coach Chip Kelly waren in der Offseason im Visier der NCAA und werden noch einige Fragen beantworten müssen, dazu hat sich der Super-Puntreturner Cliff Harris daneben benommen. Und wie lange die Gegnerschaft noch brauchen wird, um die Sensations-Offense der Ducks zu durchschauen, darf man gespannt sein.

#4 LSU – hmm. Beide Quarterbacks überzeugen mich nicht und so wirklich kann ich den Hype um Les Miles und LSU nicht verstehen. [Ergänzung 20h38: Gerade lese ich, dass OffCoord Steve Kragthorpe aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung zurückgetreten ist. Dürfte LSUs Aussichten auch nicht deutlich verbessern.]

#5 Florida State – die Seminoles werden seit Monaten gehypt, seit dem Sieg in der Chick-fil-A Bowl. Der QB ist neu (EJ Manuel), die Secondary ist prall gefüllt mit ungeschliffenen Rohdiamanten, der Coach coacht mit schwerem Herzen (unheilbare Krankheit des Sohnemanns) und in Woche 3 kommt Oklahoma. Wird auf alle Fälle eine interessante Saison.

#6 Stanford – HC Harbaugh ist weg, aber QB Andrew Luck ist noch da. Ich bin von Stanford noch nicht so recht überzeugt.

#7 Boise State – 2010/11 verpasste man die wohl einmalige Chance fürs BCS National Championship Game. Nun ist die Conference neu, aber QB Kellen Moore und HC Chris Petersen sind noch am Werk. Allein: Zuhause darf man nicht mehr in knallblauen Trikots auf knallblauem Spielfeld spielen. Die MWC hat bereits Schiss.

#8 Oklahoma State – QB Brandon Weeden geht schon in Richtung 30, WR Blackmon ist ein Faszinosum, die Cowboys eine einzige Offensivwucht. IMHO an #8 überraschend hoch, weil die Defense nicht überzeugend ist.

#9 Texas A&M – die Aggies gelten seit Monaten als heißer Kandidat.

#10 Wisconsin – die Badgers gehen als Favorit in die Big Ten. Gründe: QB Russell Wilson und sein gehypter Wechsel, Ohio States Abgesang, Brett Bielemas Defense.

#11 Nebraska – erstes Jahr in der Big Ten und mit knallharter Defense bereits in Reichweite von Wisconsin?

#12 South CarolinaD’oh! Steve Spurrier hat zwar eine ganz eigenartige Version seiner Triplets (der nicht zu bändigende QB Garcia, der fantastische RB Lattimore, der WR Jeffery) und sollte auch auf den jungen, schwer gehypten DE Jadeveon Clowney bauen können. Aber die Defense – der Hauptgrund für dieses hohe Ranking – überzeugte mich deutlich weniger als manchen anderen.

#13 Virginia Tech – haben ein Abo auf einen Platz zwischen 10 und 20.

#14 ArkansasD’oh! Bobby Petrino gilt als guter College-Coach, aber QB Mallett dürfte doch fehlen.

#15 TCU – IMHO überraschend hoch eingestuft nach all den schwerwiegenden Abgängen, aber die Mannschaft hat durchaus Potenzial in der Defense, solange LB Carder fit ist. Gary Anderson als Coach dürfte der Hauptgrund für TCU an #15 sein.

#16 Ohio State – verheerende Offseason mit Beschmutzung des eigenen Rufs, Rausschmiss der Trainerlegende und Abgang des Star-QB. Ich traue Ohio State nicht allzu viel zu.

#17 Michigan State – IMHO eher #37 denn #17. Die Spartans waren statistisch keine gute Mannschaft in der Vorsaison und wurden beim ernsthaften Test gegen Alabama am Neujahrstag ganz fürchterlich abgeschlachtet (7-49). Und Herz und Seele der Defense verloren.

#18 Notre Dame – WR Floyd ist begnadigt, die Offense um Brian Kelly spektakulär. Notre Dame könnte erstmals seit langem dem Hype halbwegs gerecht werden.

#19 Auburn – gehört trotz des Titels nicht in die Top-25. Nicht nur die beiden Über-Spieler QB Newton und DT Fairley sind weg, sondern 8/11 der Offense und 7/11 der Defense. Auburn traue ich kaum eine 8-4 Saison zu mit diesem Schedule.

#20 Mississippi State – die Bulldogs habe ich etwas wenig auf dem Radar, gehören IMHO aber deutlich vor Ohio State/Michigan State/Auburn.

#21 Mizzou – QB Gabbert und DE Smith sind weg, aber Gary Pinkel und seine Spread Offense gefallen. Auch für mich die #3 #4 der Big 12.

#22 Georgia – die erste der vier Mannschaften, die über unendlich Tradition verfügen, aber auch nur deswegen in den Rankings vertreten sind. Das passiert jedes Jahr und ist daher auch nicht verwunderlich (nur leicht ärgerlich). Georgia hat in QB Aaron Murray immerhin einen Offnungsträger, aber der Head Coach (Mike Richt) sitzt auf dem Schleudersessel. Und dann kommt zum Auftakt auch noch Boise State daher.

#23 Florida – Teil I siehe Georgia. Aber Florida wird nach dem Wechsel vom lustlosen Urban Meyer zum Enthusiasten Will Muschamp in spätestens zwei Jahren wieder vorne dabei sein.

#24 Texas – die chronischen underachiever. Mack Brown dürfte der beste Recruiter sein, aber trotz der besten Spieler bringt Texas nur alle paar Jahre mal eine anständige Mannschaft aufs Feld. 2010/11 war das eine teilweise chaotische Mannschaft.

#25 Penn State – man traut Joe Paterno auch im 46. Jahr als Head Coach eine starke Saison zu. Im letzten Herbst zeigten die Vorzeichen nach oben.

USC durfte nicht im Poll aufscheinen, weil die Trojans auch in dieser Saison von der Bowl Season ausgeschlossen sind (in der Eröffnungs-Saison der Pac-12!!). Utah hätte ich mir eventuell vorstellen können – generell bin ich überrascht, wie wenige Vertreter die Pac-12 „entsendet“ (ganze zwei). USF mit ihrer Super-Defense hätte ich mir auch vorstellen können, wie auch West Virginia und mit Abstrichen Pitt, aber die Big East Conference ist diesmal erstmals gänzlich leer ausgegangen.