Green Bay Packers vs. Philadelphia Eagles – Recap

Recap zum Thursday Night Game – einem exzellenten, unterhaltsamen Spiel. Weiterlesen

Date am Donnerstag 2015, Week 7: San Francisco 49ers – Seattle Seahawks Preview

Heute Nacht das Thursday Night Game als Eröffnung des 7ten Spieltags der NFL-Saison 2015/16 mit dem Divisionsduell aus der NFC West: Seattle Seahawks @ San Francisco 49ers (2h30 live bei SPOX.com, SPORT1 US und Gamepass). Zwei Teams, die mit 2-4 in die Saison gestartet sind – und bei beiden fühlen sich „interne Stimmung“ sowie „Feeling von extern“ dezent unterschiedlich an. Weiterlesen

Date am Donnerstag 2015, Week 6: New Orleans Saints – Atlanta Falcons Preview

Heute Nacht das erste Spiel der NFL-Woche 6: New Orleans Saints (1-4) vs Atlanta Falcons (5-0) aus dem Superdome, live ab 2h30 bei SPOX.com, SPORT1 US und im NFL Gamepass. Vor der Saison hätte man vermutet, dass es hier bereits um die Wurst in der NFC South geht, aber nach den ersten Wochen geht es für die Saints hier schon um das nackte Überleben. Weiterlesen

Das Date am Donnerstag, das könnte romantischer sein: Houston Texans – Indianapolis Colts | NFL 2015, Week 5 Preview

Donnerstagsspiel der NFL heute Nacht, ab 2h30 live bei SPOX.com, SPORT1 US und im Gamepass: Houston Texans (1-3) vs Indianapolis Colts (2-2) um die Führung in der schwächsten Division der NFL, der AFC South. Weiterlesen

Date am Donnerstag, Week 11: Miami Dolphins – Buffalo Bills

Zwei Verlierer vom Sonntag treten heute Nacht (2h30) im Donnerstagnachtspiel der NFL gegeneinander an: Miami Dolphins (5-4) gegen Buffalo Bills (5-4), ein Divisionsspiel aus der AFC East, das aufgrund der wackeligen Offenses auf beiden Seiten zumindest eher unwahrscheinlich in einem Blowout enden wird.

Beide Teams eint eines: Sie haben ihre Stärken eher in der Defense denn in der Offense. Beide Teams gelten als extrem stark in der Front-Seven. Beide haben nur durchschnittlich besetzte Quarterback-Positionen und Probleme auf Runningback. Weiterlesen

Date am Donnerstag, Week 8: Denver Broncos – San Diego Chargers

SPORT1 US heute ab 2h30 mit dem nächsten Thursday Night Game: Denver Broncos (5-1) vs San Diego Chargers (5-2) aus der starken AFC West Division. Die Storylines zwischen den beiden Mannschaften dürften nach den vielen Duellen im letzten Jahr und dank der Quarterbacks längst bekannt sein. Weiterlesen

Date am Donnerstag, Week 4: Washington Redskins – New York Giants

Thursday Night Football fabrizierte bisher zwei eher unansehnliche Spiele. Heute ab 2h30 (live SPORT1 US) geht es weiter mit dem Divisionsduell aus der NFC East, Washington Redskins vs New York Giants. Weiterlesen

Thursday Night Football wandert zu CBS

Die NFL wird in der kommenden Saison 2014/15 ihre Donnerstagsspiele (Thursday Night Football) nicht mehr vom ligaeigenen NFL Network produzieren lassen, sondern übergibt die Spiele an CBS. Es ist ein Paket von 16 Spielen ab Woche 2 bis Woche 16 (mit Ausnahme von Thanksgiving, wo CBS wie immer zu Mittag oder am Nachmittag sendet) inkl. eines Doubleheaders am Samstag vor Weihnachten (20. Dezember 2014). Der Season-Opener am Donnerstag in Woche 1 bleibt weiterhin bei NBC, wie auch das Donnerstagnachtspiel zu Thanksgiving.

Der Deal soll um die 300 Millionen Dollar betragen. Der Inhalt ist eigenartig: CBS produziert die Spiele zwar, aber in den ersten Saisonhälfte laufen sie ausschließlich im NFL Network. In der zweiten Saisonhälfte werden sie parallel von CBS und dem NFL Network übertragen. (Update: Es ist umgekehrt. Erstes Halbjahr parallel CBS/NFLN, zweites Halbzeit produziert CBS nur noch fürs NFL Network). Der Deal gilt erstmal nur für die Saison 2014/15. Eine Optionsklausel zur Verlängerung hat angeblich nur die NFL.

Für uns als Fans bedeutet das den Verlust des zweitbesten NFL-Kommentatorenduos Brad Nessler/Mike Mayock, die in den letzten Jahren exzellente Arbeit geleistet haben. Sie werden – oh Schreck – von Jim Nantz und Phil Simms ersetzt.

Nantz und Simms werden wohl alle Donnerstagsspiele kommentieren. Sie werden angeblich auch eines der Samstagsspiele kommentieren, und zusätzlich „einige“ Sonntagspartien von CBS. Man darf gespannt sein, welche Workload die beiden durchzuhalten imstande sind. Phil Simms ist also das Beispiel, dass man nicht immer Qualität liefern muss um ganz nach oben zu kommen.

CBS wird hinter Nantz/Simms ohnehin ein neues #2-Duo aufbauen müssen, weil der ulkige Dan Dierdorf ja kürzlich in den Ruhestand getreten ist. Ich hörte schon Rumoren, dass angeblich Boomer Esiason vom Studio zurück in die Kommentatorenkabine gehen wird. Vielleicht wird auch der exzellente Ian Eagle mit seinem Co Dan Fouts promotet. Wir werden sehen – das sind alles Spekulationen im Moment.

Auf alle Fälle ist es ein klares Zeichen der NFL, dass sie den Donnerstagsplatz ausbauen will, und sie stellt hierfür sogar ihr eigenes Network eine Spur zurück. CBS will in der NFL offenbar auch nach oben, opfert einen seiner besten Sendeplätze unter der Woche mit den mitunter besten Einschaltquoten für noch mehr Football. Für die Fans in Europa bedeutet es in erster Linie den Verlust eines großartigen Kommentatorenduos.

Date am Donnerstag, #15: Denver Broncos – San Diego Chargers

Das Donnerstagsspiel dieser Woche ist Denver (11-2) vs San Diego (6-7), ab 02h30 live SPORT1 US und Gamepass.

Denvers Offense jagt mehrere Rekorden nach: Meiste Punkte pro Saison (aktuell 515, Rekord ist 569), meiste Touchdowns, meiste TD-Pässe für QB Manning (momentan 45, Rekord sind Bradys 50). Es sieht so leicht aus, wie Manning das macht. Manning hat zwar einen starken WR-Corp im Triumvirat Thomas/Decker/Welker, aber es besteht kein Zweifel, dass das „seine“ Offense ist, und dass das momentan extrem effiziente Laufspiel vor allem auf seinen Mist gewachsen ist. Denver wird vermutlich alle Rekorde sprengen, und Manning wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zum fünften Mal Liga-MVP. Weiterlesen

Date mit Krampus: NFL #14, Jacksonville Jaguars – Houston Texans

Das letzte Saisonviertel der NFL 2013/14 wird heute Nacht (02h30, live SPORT1 US und Gamepass) eingeläutet, und es ist zufällig ein Spiel, das man in den Staaten schon mit „Bridgewater Bowl“ umschreibt, da sich mit den Jacksonville Jaguars (3-9) und Houston Texans (2-10) zwei Teams mit den schlechtesten Records der Liga gegenüber stehen. Das bedeutet, dass der Verlierer des Duells gute Chancen hat, im NFL-Draft im Mai den aktuell begehrtesten College-QB Teddy Bridgewater (University of Louisville) zu draften. Es iss‘ ja noch lange hin, aber der Draft-Hype kann ja nie früh genug beginnen… Weiterlesen

Date am Donnerstag, #12: Atlanta Falcons – New Orleans Saints

Heute Nacht: Das Duell aus der NFC South, von dem man vor der Saison hatte mehr erwarten können als eine 2-8 Truppe der Atlanta Falcons, die gegen New Orleans Saints mit inversem Record trifft. Ab 02h30 live bei SPORT1 US und im Gamepass.

Donnerstagsspiele geben mir oft die Gelegenheit, ansonsten übersehene Mannschaft zu analysieren. New Orleans ist diesmal nicht „übersehen“. Die Saints werden nach Woche 11 als #1 im Power-Ranking ausgespuckt, mit einer Sieg-Erwartung von 76% auf neutralem Feld gegen den durchschnittlichen NFL-Gegner. Alles über 75% ist schon sehr dominant und wird fast nie von einer Mannschaft über die gesamte Saison gehalten.

Gehen wir zu den Falcons, die nach der 13-3 Bilanz letztes Jahr diesmal eher Richtung Top-Draftpick unterwegs sind. Ich behaupte, dass ich vor der Saison als Pessimist gegolten hatte, als ich Atlanta am unteren Ende der Playoff-Kandidaten und als schlechtestes Team der NFC South eingestuft hatte. Atlanta unterbietet dieses Jahr aber selbst meine moderaten Erwartungen.

Erstes Problem: Die 2-4 Bilanz in engen Spielen. Die Falcons unter Mike Smith waren nun viele Jahre lang eines der erfolgreichsten Teams in engen Spiele mit maximal einem Score Differenz. Nicht so 2013. Zuletzt aber waren die Probleme eher Blowouts. Die kann man an mehreren Dingen festmachen: Verletzungen (alles an wichtigen Skill-Players ist dauerhaft oder zeitweise verletzt) und die erwartet furchtbare Pass-Defense (#29 der Liga mit 7.2 NY/A). Es regnete eine ganze Latte an Big-Plays gegen Atlantas zahnlose Abwehr. Das ist Redskins-Level. Meine Excel-Tabelle weißt 36 Pass-Plays auf, die gegen Atlanta über 20yds gingen, ligaweites Schlusslicht. Wenn du dann auch noch auf die gewohnten INTs verzichten musst (Atlantas traditionell INT-hungrige Defense heuer mit nur 1.8% INT-Quote), geht es schnell den Berg runter.

Die Offense um QB Matt Ryan passt eigentlich soweit halbwegs: Ryan ist nicht spektakulär gut, aber er hält den Laden besser als erwartet zusammen. Er wirft zwar mehr INTs als aus den letzten Jahren gewohnt (2.9% INT-Quote), aber du kannst Ryans niedrige Quoten nicht auf Dauer halten. In Julio Jones fehlt der klare Top-WR schon fast die ganze Saison, und auch andere angedachte Stars wie Roddy White oder RB Steven Jackson humpeln sich durchs Jahr. Und die mangelnde Tiefe vor allem bei den Ballfängern hatte ich schon im Sommer als einen der negativsten Punkte herausgehoben.

Sieht insgesamt nicht gut aus für die Falcons. Schon in der ersten Saison-Woche spielte man gegen New Orleans. Schon damals war man – noch mit fittem Kader – die etwas schwächere Mannschaft. Man hätte trotzdem in der letzten Sekunde noch gewinnen können, aber weil die Würfel dieses Jahr schon von Anfang an eher gegen Atlanta fallen, verlor man auch dieses Spiel. Ich würde nicht darauf wetten, dass es diesmal anders ausgeht.

Date am Donnerstag, #8: Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers Preview

Das heutige Donnerstagnachtspiel (02h30 LIVE bei SPORT1 US) kommt aus der NFC South und bietet mir die Chance, den Scheinwerfer auf die chaotische Situation der Tampa Bay Buccaneers zu richten – jene Buccaneers, die ich zu meinen Superbowl-Favoriten 2013/14 gezählt hatte, und die nach sieben Spieltagen mit 0-6 Bilanz als eine der schlechtesten Mannschaften der Saison am Bodensatz dümpeln.

Mehr noch: Die Buccs sind zur Lachnummer verkommen. Ein in weiten Teilen der Anhängerschaft mittlerweile komplett verhasster und zum Abschuss frei gegebener Head Coach Greg Schiano in seinem heute vielleicht letzten Spiel als Buccs-Trainer. Schiano, ein Grund-Unsympath von Mensch mit einer diffusen Vergangenheit (windige Machenschaften schon bei Rutgers am College), sägte erst QB Josh Freeman bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ab um Freeman auch gleich noch unterschwellig ein Drogenproblem zu unterstellen.

Dieses Durchsickern der Freeman-Problematik könnte Schiano auch unabhängig von der sportlichen Enttäuschung den Strick drehen, denn die NFLPA ermittelt in dieser „Leaking“-Geschichte: ein baldiges Untersuchungsergebnis wird erwartet, und bei für Schiano negativem Report könnte er im Entlassungsfall auch den Anspruch auf Abfindung verlieren. Spitze Zungen behaupten, Tampa warte nur noch das (für Schiano negative) Gutachten in einer NFLPA-Ermittlung ab, um die Millionen zu sparen. Dass Schiano rasiert wird, gilt als fix. Das zeitnah erwartete Untersuchungsergebnis sowie die zehn Tage Pause bis zum nächsten Spiel summieren sich zu einem „idealen“ Zeitpunkt für eine Entlassung.

Sportlich führte sich das Team mit einer Unzahl an Strafen und Penaltys in den ersten Wochen der Saison ein, dass Stänkerer nicht anders konnten als darauf hinzuweisen, dass man von einer Mannschaft, deren Trainerstab selbst die „Victory-Formation“ zum Abknien attackieren lässt, nix besseres erwarten kann. Dass Teams, die sich so verhalten, überhaupt leichter in die Lage kommen, die gegnerische Victory-Formation gegen sich zu sehen. Aber da waren die Pleiten noch knapp, und trotz der Defense-Strafen in erster Linie der anämischen Offense zuzuschreiben.

Aber mittlerweile läuft selbst in der Defense alles aus dem Ruder. Zuletzt in Atlanta trat die eigentlich bärenstark besetzte Defense unabängig von den Strafen auf eine Art und Weise auf, die man im Fußball mit „spielen gegen den Trainer“ umschreibt. Da kommt nix mehr. Dieses Jahr ist abgeschrieben.

Als Memo an mich: Der Trainerstab ist eine extremst wichtige Komponente einer Footballmannschaft. Ein herausragender Trainerstab kann eine mittelmäßige Mannschaft weiter bringen als ein herausragender Kader einen mittelmäßigen Trainerstab. Ich habe das Coaching-Problem in Tampa unterschätzt. Aber einen derartigen Absturz hätte ich auch mit viel Pessimismus niemals sehen kommen.

Das „scheming“-Problem der Buccs lässt sich wunderbar am Einsatzgebiet des CBs #24 Darrelle Revis ablesen: Revis‘ Ruf wie Donnerhall gründet auf seiner Fähigkeit, gegnerische Top-Receiver im 1-vs-1 kaltzustellen, scheißegal, wo der sich an der Anspiellinie aufstellt. Dieses meisterhafte Neutralisieren der besten Waffe des Gegners machte Revis quasi zu einer lebenden Legende.

In Tampa wird der beste Manndecker der Liga in eine Zonendeckung gesteckt, acc. to Greg Cosell. Der muss es wissen. Mehr muss man zur fachlichen Qualität des Trainerstabs nicht sagen.

Was heißt das für die Zukunft der Buccs?

Nicht unbedingt Schlechtes. Kaderqualität ist, wie wir wissen, nicht alles, aber sie ist nichtsdestotrotz eminent wichtig. Und Tampa Bay hat von der personellen Besetzung einen der 4-5 besten der Liga, wenn wir die QB-Position rausrechnen. Fast alle Schlüsselpositionen (außer QB) sind mit jungen Weltklassespielern besetzt, von denen niemand besorgnis errgend teure Verträge besitzt: RB mit Doug Martin (2013 allerdings out for the season), OT mit Penn, OG mit Nicks und Joseph, WR mit Jackson und Williams, DT mit McCoy, DE mit Clayborn und mit Abstrichen Bowers, LB mit Lavonte David, Secondary mit Revis und Barron. Mal ehrlich: Seattle hat vielleicht noch einen breiteren Kader, San Francisco ist in der Spitze vielleicht etwas besser besetzt, aber sonst?

Der neue Trainerstab findet 2014 für NFL-Verhältnisse paradiesische Zustände vor, und hat zu allem „Überfluss“ noch das Glück, aus einer breit besetzten QB-Klasse den neuen Franchise-QB auszuwählen. Dass der diesjährige third rounder Mike Glennon nicht des Rätsels Lösung ist, dürfte klar sein. Glennon kann einem in dieser Situation schon etwas Leid tun, als derjenige, der sich dem Spott auf dem Feld ausgesetzt sieht.

Für dieses Jahr ist Tampa abzuschreiben. Vielleicht geht es nach Schianos Rauswurf Richtung Mitte, und Tampa schließt mit einer 5-5 Serie oder so das Jahr ab.


Wie schnell ein neuer Franchise-QB einer Franchise nicht bloß ein neues Image, sondern auch sportliche Perspektive geben kann, zeigt der heutige Gegner. Dort wurde 2011 Cameron Newton mit dem Top-Pick geholt, und quasi über Nacht war eine leblose Franchise wieder ein Contender. Ich verhehle nicht, dass ich Newtons Einberufung damals gelinde gesagt skeptisch gesehen habe, aber ich habe meine Meinung geändert: Newton ist ein Volltreffer. Vielleicht kein Luck oder RG3, aber er macht mit schlechterem Supporting-Cast ähnlich vieles.

Deswegen, und wegen der monströsen Panthers-Front 7, ist Carolina in diesem Spiel zu favorisieren.

Date am Donnerstag, #7: Arizona Cardinals – Seattle Seahawks Preview

Thursday Night Football diesmal wie schon vor wenigen Wochen mit einer Ansetzung aus der NFC West: Heute sind des Arizona Cardinals (3-3) und die Seattle Seahawks (5-1), die sich ab 2h30 MESZ (live bei SPORT1 US) matchen. Austragungsort ist das University of Phoenix Stadium in Glendale/AZ.

Die Seahawks wurden nach dem überragenden Start in die Saison zuletzt etwas gestutzt und hatten drei Spiele lang einige Probleme, sich gegen scheinbar schwächer besetzte Gegner durchzubeißen. Auch am Sonntag war das in gegen Tennessee wieder ein Hängen und Würgen, in dem die Hawks-Offense über weite Strecken wie eine völlig normale Mannschaft aussah. QB #3 Russell Wilson und ein in der zweiten Halbzeit effizienterer RB #24 Lynch rissen das Spiel heraus, aber es ist unverkennbar, dass Seattle derzeit vor allem in der Offensive Line zu knabbern hat: Zwei Starter fehlen derzeit noch verletzungsbedingt, und vor allem die linke Seite ist derzeit ein offenes Fass.

Da kommt Arizona mit seiner nominell fassungslos gut besetzten Front-Seven genau zum schlechtesten Zeitpunkt daher, wobei: Seattle könnte noch Glück haben, dass ausgerechnet am Sonntag der wichtigste Verteidiger der Cards mit einer schrecklich aussehenden Verletzung abtransportiert wurde: DE #93 Calais Campbell, der aber nach einigen Medienberichten heute möglicherweise schon wieder einsatzbereit ist! Campbell ist eine Wucht, der auch seinen Nebenleuten hilft: DT #92 Dan Williams und DT #90 Darnell Dockett, der längst nimmer die Granate der Superbowl-Cards ist.

Die Cards haben auch einen faszinierenden Linebacker-Corps, der letzte Woche wieder Auffrischung erfuhr, weil der famose LB #58 Daryl Washington wieder zurückkehrte. Washington hatte gleich mal einen Einstand nach Maß und geigte wieder auf wie zu besten College-Zeiten bei TCU. Neben Washington blüht offensichtlich auch wieder der schon abgeschriebene LB #56 Dansby auf, den die Dolphins aus verständlichen Gründen (Alter) ziehen ließen, der an alter Wirkungsstätte in Arizona aber wieder eine Saison vor dem Herrn zu spielen scheint. Passrush schlägt bei den Cards von allen Seiten ein, nachdem bei den OLBs Leute wie #91 Shaughnessy, #50 Moch oder #55 John Abraham spielen.

Hinten sichert die LSU-Combo #21 Patrick Peterson und #32 Honey Badger ab. Die Cards-Defense lässt zwar 6.3 NY/A zu und ist damit nur Mittelmaß, aber sie ist in allen Play-by-Play Stats wie Success-Rate gegen Lauf und Pass oder EPA/Play in den Top-10 oder knapp außerhalb der Top-10 beheimatet.

Über Seattles Defense wissen wir Bescheid; erwähnenswert seit den letzten Lobhuldigungen meinerseits vor wenigen Wochen ist vielleicht, dass mittlerweile in OLB #51 Bruce Irvin oder DE #91 Chris Clemons zwei Leistungsträger zurückgekehrt sind (Clemons ist heute wegen leichter Armverletzung gegen Tennessee „game time decision“) und vor allem die Defense Line tiefste Tiefe im Kader zu verweisen hat, und vielleicht noch, dass FS #29 Earl Thomas entgegen meiner Prognosen ja doch zeitweise fehlbar aussieht.

Frage ist halt, ob QB #3 Carson Palmer (nur 6.0 NY/A, wirft in jedem 20ten Pass eine INT – nur die beiden New Yorker QB-Granaten Eli Manning und Geno sind noch unzuverlässiger) das auszunutzen imstande ist: Mit Palmer als QB sind die Cards das, was man sich erhofft hatte, nämlich deutlich effizienter als in den letzten Jahren, wo man froh war, überhaupt positive Yardage im Passspiel zu erzielen. Aber Palmer ist auch, analog seiner Zeit in Oakland, weiterhin extrem turnoveranfällig. Anspielstationen hat er freilich auch net viele: #11 Fitzgerald und gelegentlich #15 Michael Floyd sind tolle Wide Receiver, aber hinter dem Duo ist quasi nix da. Wenn Fitzgerald von CB #25 Sherman unter Kontrolle gehalten werden kann, sehe ich schwarz für Arizonas Offense.

Zumal die Cards ein ernsthaftes O-Line Problem haben; auch das ist bekannt aus den letzten Jahren. Es gibt keine Tackles und auf Right Guard ist seit Coopers Verletzung praktisch kein Schutz. Und es gibt es einen Trainerstab, der aus unerfindlichen Gründen weiterhin am ineffizienten RB #28 Mendenhall (35% Success-Rate, 3.3 Yards/Carry, 10 Catches für 66yds) festhält, anstelle den massiv produktiveren Rookie-Backup #38 Andre Ellington aus Clemson einzusetzen: Ellington bringt 50% SR, 7.0 YPC und 18 Catches für 180yds auf das Terrain, und das bei weit geringerer Einsatzzeit.

Kurzum: Seattle ist der Favorit, auch wenn Seattle momentan nicht die beste Phase der Saison durchmacht. Die Cards haben dann eine Chance, wenn Fitzgerald Sherman die Grenzen aufzeigen und Palmer Interceptions vermeiden kann. Beides ist alles andere als gewiss. Ich erwarte keinen Shootout, aber ich würde Seattle mit sieben bis zehn Punkten nehmen.

Date am Donnerstag, #6: Cleveland Browns – Buffalo Bills Preview

Es ist Oktober um Oktober ist der Monat des Brustkrebs-Gedenkens. Ab heute wird es also wieder für mehrere Spieltag eine sehr rosarot angehauchte NFL geben. Los geht es heute Nacht ab 02h30 bei SPORT1 US mit einem Spiel zweier Außenseiter. Übertragender Sender ist das NFL Network mit seinen Star-Kommentatoren Brad Nessler und Mike Mayock. Weiterlesen

Date am Donnerstag, #4: St Louis Rams – San Francisco 49ers Preview

Das letzte Septemberwochenende in der NFL bedeutet den Beginn der vierten Spielwoche. Den Auftakt machen in der Nacht auf morgen, 02h (live bei SPORT1 US) die St Louis Rams (1-2) und die San Francisco 49ers (1-2) im direkten Duell zweier Mannschaften aus der NFC West. Das Spiel hat aufgrund der Siegbilanzen beider Mannschaften bereits erhöhte Brisanz.

Bei den 49ers herrscht nach der zweiten Pleite en suite zwar noch keine Panik, aber doch dezente Beunruhigung: In Seattle kann man bei beschissenem Spielverlauf schonmal auch höher verlieren, aber zuhause gegen die Colts – und dann auch noch höchst verdient? No way, dass nach so einer Leistung einer der dominantesten Mannschaften des letzten Jahres alles ruhig bleibt.

Wenn die 49ers den Ball haben

Gegen die Colts wurde man nicht nur von einem superben QB Andrew Luck besiegt; es war schlicht und einfach frappierend, wie San Francisco, diese physische Gewalt, körperlich unterlegen war. Es gab einen einzigen guten Drive, und zwar den ersten oder zweiten in der ersten Halbzeit, als das 49ers-Laufspiel um RB Frank Gore und RB Kendall Hunter wieder an gute alte Tage erinnerte: Superbes Vorblocking, und die Backs, die jede Lücke nutzten um zu beschleunigen und durchzubrechen. Das war’s dann aber auch. Danach wurden 2-3 Läufe eingebremst, und dann gab der Coaching-Staff in der zweiten Hälfte komplett das Laufspiel auf.

Mehr Passspiel ist bei fast allen Mannschaften eine gute Idee, aber San Francisco ist ein etwas speziell gelagerter Fall mit seinem jungen QB Kaepernick und seinem Einmann-Receiving Corp Anquan Boldin. TE Vernon Davis ist nicht fit, und dann gibt es niemanden mehr. Eigentlich unglaublich, aber Kaepernick hatte nur zwei vollständige Pässe zu Wide Receivers, die nicht Boldin hießen (2x Williams, 12yds).

Diese Eindimensionalität ist ein Problem. Ein Problem ist auch Kaepernicks zuletzt wieder verstärkt gezeigte Tendenz, seinen Receiver (Boldin) bis zum letzten Moment anzustarren und dann trotzdem den Pass zu werfen. Wenn der Gegner merkt, dass der Quarterback nur zu einem einzigen Receiver werfen möchte weil er nur diesem einzigen vertraut, ist es einfach, seinen GamePlan danach auszurichten. „Kaep“ ist ein junger Spieler, für den solche Krisen normal sind, aber aus Niners-Sicht könnte es in der derzeitigen Divisions-Konstellation (bereits eine Divisions-Niederlage) ein größeres Problem werden…

…sofern die „wahre“ Defensive Line der Rams jene aus den ersten beiden Spielen (ARI, @ATL) ist und nicht jene aus dem dritten (@DAL). Jeder bescheinigte den Rams und vor allem DE Robert Quinn nach zwei Spielen sensationelle Frühform. Ohne richtig darauf geachtet zu haben: Die Offense Lines von Arizona und Atlanta sind nicht dafür bekannt, zu den besseren zu gehören. Im ersten „echten“ Test gegen Tyron Smith sah Quinn wie ein Normalsterblicher aus, und DE Chris Long völlig von der Rolle: Langsam, träge und wenig Gegenwehr.

San Francisco hat eine Unit im Angriff, die derzeit kein Problem stellt, und das ist die O-Line. Dominiert diese auch die Rams (und die Wetten stehen gut), sehe ich gute Chancen, dass die 49ers zurück in die Spur finden.


Wenn die Rams den Ball haben

Aber auch das andere Duell hat seine Reize: San Franciscos plötzlich recht marginal aussehende Defense gegen die eher schwache Rams-Offense. Zuerst zu den Rams, wo QB Sam Bradford auch im vierten Profijahr keinen rechten Fortschritt machen möchte. Den Rams geht rein vom Spielertypus abseits von vielleicht WR Chris Givens ein echtes deep threat ab. Trotzdem ist es schwer erklärbar – und fällt irgendwann auf den Quarterback zurück – wenn zwei von drei Passversuchen 3yds-Checkdowns für die Runningbacks sind. Checkdowns sind nicht per se zu verachten (sie bringen immerhin relativ sichere kurze Yards und sind weniger turnover-anfällig), aber wenn sie der Kernbestandteil bzw. fast der einzige Bestandteil der Offense sind, wird das zum Problem.

(Täuschte es oder wurde LT Jake Long am Sonntag tatsächlich auf die Bank gesetzt?)

Gut möglich, dass wir uns vom extrem langweiligen Eindruck, den St Louis im Angriff hinterlässt, in die Irre führen lassen, aber auch fortgeschrittene Stats unterstützen die These, dass Bradfords übervorsichtiges Spiel (bzw. übervorsichtiges PlayCalling des Coaching-Stabs) ein Handicap stellen.

San Franciscos Defense 2013? Kränkelnd. Die Unit kämpft mit Verletzungssorgen und Alkoholproblemen beim wichtigsten oder zweitwichtigsten Passrusher Aldon Smith (Smith für die nächste Zukunft: Inactive wegen Entziehungskur). LB Patrick Willis ist alles andere als fit. Und was fast alle anderen Mannschaften schon lange kennen, schlägt nun auch bei den Niners zu: Wenn die Superstars fehlen oder nur mit halber Kraft spielen können, müssen die Backups ran, und das führt natürlich häufig zu Qualitätsverlusten.

Wenn sich dann noch dazu eine ganze Latte an uncharakteristischen Fouls (late hits, Pass-Interferences) gesellen, sieht die einst beste Defense im Lande schonmal schnell aus wie eine ganz gewöhnliche Abwehr der Güteklasse Detroit. Genau das ist in den ersten drei Spielen (mit Ausnahme vielleicht einer Halbzeit in Seattle) der Niners 2013 der Fall.

Es steht also heute Nacht ziemlich vieles auf dem Spiel; und weil beide Teams klar ersichtliche Probleme haben, werden wir hoffentlich auch viele optische Eindrücke sammeln können. Letztes Jahr gingen beide Spielen zwischen diesen Teams in die Overtime (ein Remis, ein Rams-Sieg). Beide Spiele waren Abwehrschlachten mit zwar immer wieder guten Anflügen in beiden Offenses, die aber mit brutal disziplinierter Spielweise jeweils wieder schnell eingebremst wurden. Vor allem die Rams werden heute weiter so diszipliniert spielen müssen, weil sie die immer noch schwächere Offense besitzen.

Ich tippe auf San Francisco, weil die 49ers trotz allen aktuellen Problemen mehr Wucht in ihrem Angriff haben.