Thursday Night Game, #3: Philadelphia Eagles – Kansas City Chiefs live

[05h45] Endstand Philadelphia Eagles 16, Kansas City Chiefs 26.

Die Chiefs haben damit im dritten Saisonspiel mehr Siege als im ganzen letzten Jahr. „Andy Reid“-Schlachtrufe bei den wenigen verbliebenen Zuschauern im Stadion. Schwache Vorstellung der Eagles, die ihre Offense heute auch unabhängig von den Turnovers nie wirklich ins Rollen brachten. Superstar bei den Chiefs war heute der unten eingangs gelobte OLB #50 Justin Houston: 4.5 Sacks, 2 Fumble-Recoveries. Auch OLB Hali mit einem Sack. Starke Abwehrvorstellung für Kansas City.

Die Chiefs 2013 sind die 49ers von 2011:

Offense: wackelige Offense Line mit lichten Momenten, in denen sie wie Weltklasse aussieht, kaum Anspielstationen, ein sensationeller Running Back und ein anämisches, auf reine Fehlervermeidung bedachtes Passspiel. Zufällig ist auch der Quarterback beider Teams in #11 Alex Smith ein und dieselbe Person.

Defense: 3-4 Defense, ein bärenstarker Nose Tackle (Poe 2013 = Aubrayo Franklin 2011), starker Defense End (Jackson 2013 = J.Smith 2011), sensationelle Linebacker-Crew, okayes Defensive Backfield (ok, Chiefs-Version 2013 ist besser)

Special-Teams: steuert den Rest dazu bei, dass die Mannschaft exzellente Feldpositionen bekommt (KC 2013 ist #1, SF 2011 war #1).

Schön anzuschauen ist das nur dann, wenn der Runningback den Ball bekommt. Aber solange du wirklich die Bolzen verhinderst und deine Defense 1-2 Turnovers zustande kriegt, kannst du damit weit kommen.

[05h36] 1:56 vor Schluss wird RB Jamaal Charles im 4th-Down an der PHI 2 gestoppt.

[05h30] Schlechte Angriffsserie der Eagles, die im Turnover on Downs endet. Massenexodus im Stadion, 2:41 to go.

[05h25] PHI 16, KC 26/Q4 3:21. Jetzt endlich mal ein ordentlicher Chiefs-Drive: Brutal viel Laufspiel, viele kritische 3rd-Downs verwertet und eine Offense Line, die für einmal richtig gut vorblockt. Am Ende nimmt der Drive viele Minuten von der Uhr (über acht!) und erhöht auf zwei Scores Differenz. Besser geht’s fast nicht.

[05h08] PHI 16, KC 23/Q4 11:36. Und dann geht es ganz schnell: Vick für WR Avant, athletischer Catch mit einer Hand. Chiefs trauen sich nach einer Verletzung von CB Flowers zwei Plays vorher nicht, eine Verletzung zu faken, Play-Clock runter auf 26sek, RB McCoy hinter der Line mit großem Loch durch zum 41yds TD-Run. Mayock fragte vorhin, ob die Chiefs nicht bald zwei Safetys nach hinten stellen würden: Nope. Der zweite war vorne rechts, um gegen den Lauf zu arbeiten – und hatte ironischerweise nie Zugriff drauf.

[04h59] PHI 9, KC 23/Q4 12:57. Ein grundsolider Drive der Chiefs mit sehr viel RB Jamaal Charles in Pass und Lauf, abgeschlossen per 2yds-Carry für Charles.

Drittes Viertel

[04h48] Langer 40yds-Pass für den enteilten WR Jackson, aber danach geht nix mehr. K Henery versäbelt aus ca. 49yds.

Erneut gab es Vorwürfe einer gefaketen Verletzung bei den Chiefs, diesmal war CB #24 Flowers der Angeklagte. Da fällt mir immer wieder ein: Warum versucht man solchen Vorwürfen nicht Einhalt zu gebieten, indem man verletzte Spieler für den kompletten Drive aus dem Spiel nimmt? Dann überlegt sich der Verteidiger das zweimal und wir sehen, wer wirklich faked.

[04h40] Jetzt geigt die Eagles-Defense auf: Sack-Sack-Incompletion (und dabei sogar noch ein Holding gegen DT #75 Vinny Curry) und schneller Punt der Chiefs. Curry mit einer gigantischen Serie diesmal. Aber auch alles andere als überzeugend, was die hoch gelobte Offense Line der Chiefs da anstellte.

[04h33] PHI 9, KC 16/Q3 6:30. Für Momente sieht es so aus, als käme Philadelphia in Schwung (RB McCoy, WR Jackson) und innerhalb von Sekundenbruchteilen ist man in der RedZone. Nach einer Verletzungsunterbrechung wegen eines Krampfes von CB #27 Sean Smith (warum musste Smith eigentlich unbedingt die zwei Schritte ins Feld zurückgehen, um sich mit Krampf auf den Boden zu setzen?) sieht die Offense wieder wie der gleiche Murks aus. Trotz eines geschenkten 1st-Downs wegen Illegal-Contact braucht es am Ende das FG.

[04h22] Wieder eine verpasste Chance für KC: 3rd-und-1, und wieder werden Offense Line und Laufspiel schon im Backfield niedergemacht.

[04h18] Mit einem weiteren verunglückten Snap eröffnen die Eagles die zweite Halbzeit. Drei Plays später schrammt Vick nach abgefälschtem Ball von #94 Tyson Jackson haarscharf an einer weiteren INT vorbei. Punt, aber die gute Nachricht: #25 McCoy ist wieder zurück im Spiel.

[04h09] Die #5 von QB Donovan McNabb wurde eben zur Ruhe gelegt. Die Ansage machte Brian Dawkins, Safety und ehemaliger Teamkollege McNabbs – Dawkins war einst einer der Kopfjäger, in der Kopfjäger noch von der NFL glorifiziert wurden.

Zweites Viertel

[03h58] Halbzeit Philadelphia Eagles 6, Kansas City Chiefs 16.

Ganz schlimme Hälfte aus Sicht der Eagles, die kein einziges Bein in den Boden bekommen und Zillionen an Turnovers begehen. Die beiden Fumbles waren Individualfehler (PR, C), eine INT war abgefälscht, die andere schlicht ein horrender Wurf Vicks. Man könnte drauf vertrauen, dass das in der zweiten Halbzeit klar besser wird, aber auch ohne die Turnovers bewegen die Eagles das Ei nicht wirklich gut. Die beiden Offensive Tackles #71 Peters und #68 Johnson haben üble Probleme gegen die fantastischen OLBs der Chiefs, Hali und Houston. Der beste ist noch RB #25 Shady McCoy, und der verletzte sich kurz vor der Pause und griff sich sofort ans Knie (McCoy soll im Kabinengang einen Weinkrampf bekommen haben).

„Gut“ für die Eagles ist die katastrophale Chancenverwertung der Chiefs, deren einziger TD aus dem INT-Return #29 Berrys resultierte. Der Rest war Angsthasenfootball der schlimmsten Sorte. Mickrige 3 von 11 3rd-Downs wurden verwertet, und zwei davon waren Checkdowns, die #17 Avery dank ganz schwacher Defense mit langen Läufen nach dem Catch verwertete.

Bis auf diese beiden und drei, vier weitere Plays ist der Eagles-Defense aber kein Vorwurf zu machen: Sie sind effektiv, wenn sie nur 3 Mann vorne schicken und mit 8 Mann decken (QB Smith ist dann hoffnungslos überfordert), und die wenigen heftigeren Blitzes endeten glaube ich alle in Sacks oder Offensive-Holdings.

[03h45] PHI 6, KC 16/Q2 2:26. Auch die Chiefs-Offense macht eigentlich nix weiter als von den Fehlern der Eagles zu schmarotzen: Es gab im vorigen Drive mal ein verwertetes 3rd-und-15 von WR Avery bei einem Kurzpass; diesmal ist es gar ein 3rd-und-19, das Avery aus einem Kurzpass macht, weil die Defense ungeordnet rumläuft. Kurz danach ein Griff ins Nix von LB #95 Kendricks gegen RB #25 Charles. Gut nur, dass QB Smith heute die Hosen noch voller hat als gewohnt, und K Succop ein weiteres Mal raus muss.

[03h36] Das ist ja unglaublich! QB Vick mit einem Wurf in gute Deckung, und dann noch ein extrem ungenauer Pass – sehr lasch – und CB #27 Sean Smith fängt den Ball ab – vierter Turnover der Eagles in der ersten Halbzeit! Chip Kelly muss da draußen das Grausen bekommen, und die ersten Boo-Birds von den Rängen fliegen aufs Feld.

[03h30] PHI 6, KC 13/Q2 8:22. Die Chiefs-Offense ist noch konservativer als es die ersten beiden Spiele angedeutet hatten. Smith wirft seine Männer nur an, wenn sie 3m offen sind. WR #17 Avery ist das in einem dritten Down und machte den langen Schlüsselspielzug, aber in der RedZone, wo die Räume eng werden, geht wieder nix. K Succop macht diesmal wieder das FG aus 31yds.

[03h23] Starke Einzelleistungen von den Jungs, die ich eingangs lobend erwähnt hatte: OLB #50 Houston mit einem angetippten Pass, OLB #91 Hali mit einem Sack, in dem er LT #71 Peters umläuft. Punt.

[03h18] Die Chiefs machen viel zu wenig aus ihren Chancen. Im dritten Down und 3 kommen die Eagles mit einem starken Blitz, und Rookie-RT #72 Fisher muss ein Holding begehen, das die Chiefs außer FG-Reichweite bringt (sensationelles Blitz-Blocking übrigens vom RB-Schmächtling #25 Charles in diesem Play!). Zehn Yards weiter hinten muss Smith mal wieder scrambeln (heute schon 5 Läufe für Smith), aber zu kurz. K Succop verschießt aus 51yds.

Erstes Viertel

[03h11] Was machen die Eagles? QB Vick eröffnet mit einem 24yds-Scramble, und dann fumbelt C #62 Kelce den Ball bei einem furchtbaren Snap. Dritter Turnover von Philadelphia, und wir sind noch im ersten Viertel!

[03h09] Der dritte Chiefs-Drive bringt interessante Eindrücke von Seiten der Eagles-Defense: Sie blitzen nicht wild, sie kommen oft gar nur mit 3 Mann (DL) und schicken die Linebackers sofort zurück in die Deckung. QB Alex Smith verweigert jeden etwas schwierigen Wurf und muss häufig scrambeln – reicht nicht. Punt.

[02h58] PHI 6, KC 10/Q1 5:06. 3 Plays, 87yds für Quick-Strike Philly: Vick eröffnet mit einem sensationellen 61yds-Scramble über die Spielfeldmitte, nach QB-Keeper (angetäuschte Ballübergabe für RB #34 Brown). Zwei Plays später ein wunderbarer Pass „halblinks“ in die Endzone rein für den 22yds-TD für WR #81 Avant. Kelly probiert danach sofort die 2pts-Conversion aus einer bizarren Formation raus – beides bis dato quasi ungesehen für die NFL!

[02h48] Zweiter Eagles-Drive, diesmal kein Turnover, sondern ein Punt: Die Eagles haben die gefürchteten DL #92 Poe und #94 Jackson bisher soweit unter Kontrolle, aber Vick noch zu zögerlich und bei einem 3rd-Down Pass eine Spurz zu unpräzise, WR #14 Cooper kann den minimal überworfenen Ball nicht festhalten.

[02h41] PHI 0, KC 10/Q1 11:12. Vick vergisst in der Eile, wie lange er schon auf seinen Tight End starrt, wirft trotzdem, LB #56 Johnson springt in den Ball und tippt ihn genug an, dass FS #29 Eric Berry den abgefälschten Ball locker aufnehmen und unbedrängt 38yds zum Touchdown returnieren kann. Dreckiger Beginn für Philly, die den Chiefs mit zwei Turnovers zehn Punkte quasi schenken und noch gedanklich nicht im Spiel sind.

[02h37] PHI 0, KC 3/Q1 12:08. Zwei größere Fehler der Special Teams der Eagles, die erst S #43 Demps einen langen Kickoff gestatten und dann, nach dem schnellen Punt, den Ball zu den Chiefs zurückfumbeln, weil der Returner #13 Johnson den Ball nicht festhalten kann. Chiefs schlagen mit schwacher Offense nur das minimalste Kapital draus, K Succop muss nach einem Sack aus kurzer Distanz einkicken.

[02h29] Andy Reid wurde im Stadion mit Standing-Ovations begrüßt.

[02h14] Guten Morgen zum Donnerstagsspiel Philadelphia EaglesKansas City Chiefs. Es ist die Rückkehr von Chiefs-Coach Andy Reid an alte Wirkungsstätte. Eine Vorschau habe ich schon verfasst, und es sei mit gestattet, noch ein paar Dinge zu ergänzen, denn ich habe am Abend noch einmal das Condensed-Spiel der Eagles gegen San Diego durchgespult.

Die Eagles zeigten noch eklatantere Deckungsprobleme als ich es vom Livespiel in Erinnerung hatte. Der Passrush war minimal, und die Chargers verstärkten den Eindruck mit vielen schnellen Pässen, aber es ist nicht wegzuleugnen, dass Linebackers und Cornerbacks oft schlicht nicht wussten, wen sie decken sollten. Vor allem #95 Kendricks sah gegen seinen Gegenspieler (häufig der TE) kein Land. CB Williams‘ Pass Inferferences waren nicht alle Notwendigkeiten, sondern schlicht Dummheiten. Gut für Philly: Kansas hat keinen ernst zu nehmenden Tight End.

Bei den Chiefs fiel mir erst mit Blick auf die Statistiken auf, wo deren Geheimnis lag: Starting Field Position, die in beiden Spielen wirklich erstklassig war. Ist das zu halten? Die Geschichte sagt nein. Optisch hatte ich den Eindruck, dass QB #11 Alex Smith fürchterlich gegen Blitzes aussah. Das ist nix Neues bei Smith. Was haben die Eagles da zu bieten? Gegen San Diego verbrannten sich die Iggles mit Blitzes zumeist selbst.

In der Defense der Chiefs ragte in beiden Spielen die Front-Seven heraus. Der noch im letzten Jahr arg kritisierte NT Poe wird hymnisch besungen und hat auch eine ganze Latte an auffälligen Big-Plays. DE #94 Tyson Jackson soll endlich im fünften Jahr beginnen zu zeigen, weswegen er einst der dritte Draftpick overall war. OLB Hali ist uns allen bekannt. Aber noch um einiges besser, kompletter, fand ich den anderen OLB der Chiefs, Houston: Der Mann hat Potenzial zum nächsten großen Defense-Superstar, sofern er nicht wieder in der Entzugsklinik landet.

Kommentator Philipp S. hat auch eine etwas detailliertere Analyse zu Chiefs und Eagles verfasst.

Mein Tipp Eagles wackelt mehr als heute morgen, aber ich lasse ihn aufgrund des Heimvorteils stehen.

Date am Donnerstag, #10: Jacksonville Jaguars – Indianapolis Colts

Heute ab 02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT 1+ der AFC-South Kracher zwischen den Jacksonville Jaguars (1-7) und den Indianapolis Colts (5-3), beides Teams mit jungen Quarterbacks, die man weit unten erwartet hatte.

Die Jaguars scheinen diese Erwartungen bisher zu „erfüllen“, glänzen mit der mit Abstand schwächsten Offense in der NFL, in der QB Blaine Gabbert weiterhin kaum Fortschritte zu machen scheint und immer lauter gefragt wird, wie lange man es denn mit Gabbert noch probieren möchte. Jacksonville Offense bekam auch durch den neu eingekauften WR Justin Blackmon kaum neue Impulse, und ansonsten fehlen Gabbert die Sicherheitsanspiele, aber ich weigere mich weiterhin, nach allem Gesehenen Gabbert NFL-Reife zuzugestehen.

Anders ist es beim jungen Colts-QB Andrew Luck, der bereits seine ersten positiven Duftmarken in der NFL hinterlassen hat und u.a. famose Comeback-Siege gegen Green Bay und Miami hinlegte. Indianapolis ist überraschend 5-3, aber bevor hier – selbst nach einem Sieg heute Nacht – von den Playoffs gesprochen wird, sollte doch auch ein Wort darüber verloren werden, wie diese Bilanz zustande gekommen ist.

Indianapolis hat ein Punkteverhältnis von -32 Punkten, eine Pythagoreische Erwartung von 3.1 Siegen (also fast zwei Siege zu viel geholt bisher), ist nach SRS gegen das durchschnittliche NFL-Team auf neutralem Boden mit 5.5 Punkten Außenseiter und hat die 5-3 Bilanz gegen den nach meinem Modell dritt-einfachsten Schedule erzielt.

Ach, und: Die Colts sind 5-1 in Spielen, die innerhalb eines Scores entschieden wurden.

Natürlich ist Luck phasenweise famos. Natürlich gibt es Momente, in denen man den Colts am liebsten sofort die Playoffqualifikation zutrauen möchte. Aber auf der anderen Seite sprechen wir da auch über eine Offense, die fast allein von Luck und WR Reggie Wayne abhängig ist und in fast allen Kategorien leicht unterdurchschnittlich ist, sowie eine Defense, die sowohl gegen Lauf als auch Pass die #20 ist (wie gesagt, und das gegen einen sehr einfachen Schedule).

Selbst mit 6-3 am morgigen Morgen würde ich an Colts-Stelle noch nicht von den Playoffs träumen: Die zweite Saisonhälfte sieht New England, Detroit und zweimal Houston im Schedule, und selbst gegen Graupenteams wie Buffalo, Kansas City oder Tennessee pflegen junge, unbeständige Mannschaften wie die Colts, ein oder zwei Spiele abzuschenken.

Tipp: Jaguars.

ESPNA bringt morgen um 11h und 19h30 gleich zweimal die Aufzeichnung.

St Louis Rams – Arizona Cardinals Preview

Auftakt zur Woche 5 heute Nacht im Edward Jones Dome zu Saint Louis mit einer Partie aus der NFC West: Rams (2-2) gegen die Arizona Cardinals (4-0). Beide kommen mit viel Optimismus in die Partie: St Louis putzte am Wochenende knapp die Seattle Seahawks, Arizona würgte einen Dreckssieg gegen Miami nach Hause, ein Spiel Markenzeichen gewinnen nur große Mannschaften. Really?

Meine Probleme mit den Cardinals statistischer Natur habe ich gestern dargelegt, aber es gibt auch Haptischeres. Beginnend bei der Offensive Line, die selbst gegen nicht überaus druckvolle Defenses schnell kollabiert und den dahinter stehenden Quarterback Kevin Kolb schneller als gewünscht in Bedrängnis bringt. Man möchte sich nicht vorstellen, was die bislang ordentliche Rams-Defensive Line um DE Chris Long da mit den Tackles Batiste/Massey veranstalten wird.

Auch Kolb selbst ist nicht der entschlossenste Mann unter der Sonne, kassiert selbst für diese Line zu viele Sacks und ist bestenfalls mit „blass“ beschrieben. Gegen eine Rams-Truppe, deren größte Stärke das Defensive Backfield zu sein scheint, keine guten Attribute. Wenig hilfreich ist auch ein komplett abgewracktes Laufspiel um Wells/Williams, das keinerlei Akzente zu setzen vermag.

Auf der anderen Seite ist auch die Offense der Rams nicht wirklich zu den überzeugenderen zu zählen. QB Sam Bradford wirkt, als hätte er Fortschritte gegenüber der jüngeren Vergangenheit gemacht, aber „Fortschritte“ liest sich in harten Fakten immer noch so: 61.6% Completion Rate, 5.6 NY/A, 1 Sack pro 10 Dropbacks. Nuff said.

Zugegeben, Bradford hat es auch nicht einfach: Die lichten Momente bei den Wide Receivers sind rar, worüber man bei den völlig indisponierten Tight Ends sogar noch froh wäre. Und die Protection um die Tackles Hunter/Richardson dürfte gegen Arizonas extrem starke D-Line um DE Calais Campbell eine lange Nacht erleben, selbst wenn Arizonas brandgefährlicher Allrounder Dockett weiterhin verletzt ausfallen sollte.

Ich traue der Rams-Offense nicht. RB Steven Jackson wirkt wie ein Schatten seiner selbst, und mein Vertrauen in die Backups Richardson und Isaiah Peed ist den Bach runtergegangen. Meine Rübe – Peed. Aus dem College in bester Erinnerung behalten, aber in der NFL bisher kein Gefühl für die wenigen offenen Lücken gezeigt. Es wäre mehr als erstaunlich, wenn sich dies ausgerechnet gegen die gefinkelte Linebacker-Crew der Cardinals ändern sollte.

Der X-Faktor ist dann auch schnell ausgemacht: Rams-K Greg Zuerlin, genannt „Legatron“, ein Rookie, der sich mit dutzendweisen extrem langen Kicks schnell einen Namen in der NFL gemacht hat. Ich frage mich, wie viel dabei Produkt der heimischen Halle der Rams war, und ob Zuerleins Wunderkicks tatsächlich ein zukunftsträchtiges, vertrauenswürdiges Mittel für die aseptische Rams-Offense ist.

Das Spiel ist auf alle Fälle von Wichtigkeit. Für die Cardinals geht es nicht bloß darum, endlich auch in den großen Mainstream-Medien die nötige Akzeptanz als überdurchschnittliches Team in der NFL zu bekommen, sondern auch und vor allem darum, die 49ers weiterhin auf Distanz zu halten. Die Rams dagegen, die nur wenige Playoff-Hoffnungen hegen, können mit einem Heimsieg in Schlagdistanz bleiben. Ich sehe diesbezüglich gar nicht schwarz.

Partie wird ab 02h30 bei ESPN America und SPORT1+ übertragen. Die Tapes gibt es morgen im Laufe des Tages.

Date am Donnerstag, Week #2: Green Bay Packers – Chicago Bears

In dieser NFL-Saison gibt es die Donnerstagsspiele von Woche 2 an – gut für die Fans, die dadurch einen TV-Slot mehr bekommen. ESPN America und SPORT1+ sind live dabei. ESPN America wird wie in der Vergangenheit das TV-Signal vom NFL-Network übernehmen, was bedeutet: Brad Nessler und Mike Mayock werden kommentieren. Mike Mayock, wer ihn noch nicht kennt, ist jener Mann, der sich seit fünf, sechs Jahren einen Namen als kompletter Draft-Freak gemacht hat, der beim 238ten Draftpick sofort ein fünfminütiges Solo über Stärken, Schwächen und Lieblingsnachspeise vom Prospect hinlegen kann.

Mayock macht seit Jahren auch als Co-Kommentator bei Livespielen im NFL-Network und bei Heimspielen der Notre Dame Fighting Irish eine gute Figur, und gehört nicht bloß zu meinen Favoriten. Mike Mayock ist mein Favorit. Sofern Mayocks Scheitel nicht gerade wieder windschief sitzt, ist sein markantestes Markenzeichen seine etwas eigenartige Nasenstimme, die klingt, als wäre Mayock 365 Tage im Jahr verkühlt. Also: Matchup ist uns wurscht. Mayock zählt.

Green Bay Packers – Chicago Bears

Wo: 02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+ (ESPNA-Tape morgen, 17h30/SPORT1+ Tape morgen, 20h15)

Obwohl: Das Matchup gibt diesmal auch einiges her. Green Bay gegen Chicago, das ist die älteste Rivalität der NFL, ein Divisionsduell aus der NFC North, und ein Spiel der beiden Teams mit der größten Anhängerschaft im US-Norden.

Wiederzufalleswill, birgt diesmal bereits das zweite Saisonspiel potenziellen Sprengstoff: Superbowl-Aspirant Green Bay hat sich nämlich bereits mit dem Rücken an die Wand angelehnt. Am Sonntag wurde man zuhause von den San Francisco 49ers an die Wand gespielt – der Endstand 22-30 liest sich nicht so verheerend, wie die Packers dominiert wurden. Nur zwei Touchdowns mit der Offense, dafür ein komplett abgewürgtes Laufspiel und ein komisch eingesetzter Stamm-RB #32 Benson, eine unrhythmische Passoffense um NFL-MVP Aaron Rodgers und eine lendenlahme Defense, die das Leid von 2011/12 fortsetzte.

Der Packer-Defense mangelt es weiterhin eklatant an Waffen im Pass Rush, und ohne diese Waffen kann Green Bays Defense nicht die so dringend benötigten Turnovers provozieren. #52 Clay Matthews brachte zwar ein bissl Wirbel zu Beginn, aber der hoch gehandelte Rookie-OLB #58 Nick Perry bot nicht mal ein laues Lüftchen. Selbst die Blitzes aus der Secondary sorgten für nicht mehr als eine noch entblößtere Passabwehr. Und DT #90 B.J. Raji wurde, nach allem was ich gesehen habe, erneut komplett pulverisiert von einer 49ers-Line, die dem allgemeinen Tenor nach nicht zu den besten gehört.

Chicago hatte am Sonntag zu Beginn Probleme mit dem Pass Rush der Colts. Chicago bekam diesen Pass Rush erst nach einem halben Spielviertel in den Griff. Als QB Jay Cutler aber diese halbe Sekunde mehr Zeit in der Pocket hatte, dominierte der Passangriff der Bears komplett. Und ich würde die Packer-Secondary momentan nicht viel besser einstufen als das Backfield der Colts…

Interessant wird auch, ob und wie Rodgers und Konsorten das Timing wiederfinden können. Chicagos Defense ist prinzipiell eher dafür gebaut, die langen Big Plays zu verhindern, und könnte ein dankbares Ziel für die präzisen Mitteldistanzpässe des QB Rodgers sein. Allerdings kann man auch gegen Chicagos Front-Seven nicht mit viel Laufspielentlastung rechnen, und wenn Peppers gegen LT Newhouse aufgestellt wird, muss die erste Anspielstation vermutlich bereits nach 0.8 Sekunden offen sein, um den Sack zu verhindern.

Tipp: Ein eher enges Spiel. Ich gebe Green Bay aber einen leichten Vorteil. Es ist der noch verbliebene Vertrauensvorschuss der nun über Jahre gesehenen, und so schnell nicht gern abgeschriebenen Passoffense Green Bays.