Vorschau Wild Card Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers @ Cincinnati Bengals

Runde Zwei am heutigen AFC Wild Card Saturday: Pittsburgh Steelers (10-6, #6 Seed) @ Cincinnati Bengals (12-4, AFC North Champion, #3 Seed), Kickoff: 02.15Uhr. Via NFL Gamepass überträgt CBS mit Jim Nantz und Phil Simms; also sollte man unbedingt eine der deutschsprachigen Übertragungen wählen: PULS4 in Österreich oder Sat.1/ran.de mit Frank Buschman und Patrick Esume. Weiterlesen

Steeler Nation down

Am heutigen Morgen ist wieder ein Gastartikel an der Reihe. Autor ist der uns bereits bekannte Marc Melcher (@the_mm_) vom Bündner Tagblatt, bekennender Steelers-Fan und Steelers-Experte. Marc war am Sonntag in London live beim Spiel dabei, und analysiert heute die beschissene Lage, in die sich Pittsburgh nach vier NFLÖ-Spieltagen 2013 manövriert hat.


Ein paar Yards können im Football die Welt bedeuten. Im Fall der Pittsburgh Steelers bedeuteten sie am vergangenen Sonntag im Wembley den Unterschied zwischen Depression und neuer Hoffnung. Hätte Big Ben bei 2nd&Goal einen Receiver gefunden, wäre er bei 3rd&Goal nicht gesackt worden, es wäre zur Verlängerung gekommen und dort hätte…. Hätte, könnte, wäre. Die Saison der Pittsburgh Steelers ist voll von diesen Begriffen. Schon gegen die Bears in Woche 3 sah es so aus, als würden die Steelers am Schluss noch einen Comeback-Sieg einfahren. Und die Spiele gegen die Titans und die Bengals waren bis tief ins letzte Viertel offen. Weiterlesen

MNF #10 Preview, Steelers – Chiefs

Vor dem heutigen Monday Night Game (02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+) stehen zunächst mal zwei Leute im Fokus. Der erste ist Todd Haley, OffCoord bei den Steelers, und mitten in der letzten Saison in Kansas City nach drei wechselhaften Jahren entlassen. Der andere ist Chiefs-Chefcoach Romeo Crennel, ein Mann, der die Zügel gerne schweifen lässt, letzte Woche seinen #2-CB Routt rausschmiss und sich selbst als DefCoord feuerte, und in acht Spiele als Head Coach (bei den Browns) gegen die Pittsburgh Steelers achtmal verlor.

Die 5-3 Steelers gegen die 1-7 Chiefs: Das Monday Night Game verspricht nicht unbedingt, ein extrem spannendes zu werden.

Die Chiefs-Offense ist dabei der Hauptgrund: Fassungslose 29 Turnovers in acht Spielen (3.6/Spiel) stehen zu Buche, und das, obwohl QB Matt Cassel bisher eher als blasser Verwalter mit begrenzter Fehleranzahl durchgegangen war (Cassel mit 11 INTs in nur 235 Passversuchen).

Da spricht einiges dafür, dass die Chiefs heute Nacht wieder den „Ground Game“-Modus anmachen werden und über RB #25 Jamaal Charles und RB #40 Peyton Hillis kommen werden, um die ganz großen Bolzen zu vermeiden und möglicherweise mit längeren Drives die Uhr kontrollieren können, um nicht allzu viele Drives spielen zu müssen.

Auf der anderen Seite werden auch die Steelers nicht zu viel werfen wollen: WR #84 Brown ist verletzt, und zuletzt gewann das Laufspiel um RB #33 Redman an Potenz, auch weil man dem Rookie-OT Mike Adams von Ohio State nachsagte, ein fantastischer Lauf-Blocker zu sein.

Auf der anderen Seite ist es Haley auch zuzutrauen, gegen die Routt-losen Chiefs gnadenlos tief zu gehen und eine 42-3 Demontage gegen den (von ihm) verhassten GM Pioli einzufahren…

Als Warnung für Pittsburgh vor Übermut sollte allerdings das letztjährige Duell mit Kansas City dienen. Damals prügelten sich Chiefs und Steelers zu einem punktearmen Spiel mit vier Steelers-Turnovers; am Ende gewann damals trotzdem Pittsburgh knapp 13-9.

Wdh. bei ESPNA morgen 13h.

Glaskugel 2012: Pittsburgh Steelers

Eigentlich könnte man für die Pittsburgh Steelers jedes Jahr die gleiche Vorschau schreiben: super Defense, toller Ben, schlechte O-Line – mindestens Playoffs. Die letzte große Veränderung gab es 2006, als der damals 34-jährige Mike Tomlin, vormals DBs Coach der Bucs und DC der Vikings, den Cheftrainerposten vom ewigen Bill Cowher übernahm. Tomlin ist nach Cowher und Chuck Noll erst der dritte Head Coach der Steelers seit 1969. Das wird er auch erstmal bleiben, erst in den letzten Tagen hat Tomlin seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

Überhaupt ist die Geschichte der Steelers eine Geschichte der Kontinuität. Seit Jahren und Jahrzehnten ist das personell management wie aus dem Lehrbuch: building through the draft. Gerade die Spieler aus den Runden zwei bis fünf werden in steter Regelmäßigkeit ab ihrem zweiten oder dritten Jahr Stammspieler und Leistungsträger. GM Kevin Colbert schafft es Jahr für Jahr, eine Mannschaft zusammenzustellen, die um den Super Bowl mitspielt.

Defense

In der Defense ist eigentlich alles so wie immer. Die D-Line ist groß, dick und namenlos; die Linebackers sind sehr smart und noch viel aggressiver, manchmal auch andersrum; CB Ike Taylor macht eine Seitenlinie dicht und den Rest übernimmt Safety Troy Polamalu. Orchestriert wird das ganze seit gefühlt 1963 von DC Dick LeBeau.

Einige kleinere personelle Änderungen auf der defensiven Seite gibt es aber doch. Altersbedingt hängen DE Aaron Smith und LB James Farrior ihre Pads für immer in den Spind; leistungsbedingt wurde CB Bryant McFadden vor die Tür gesetzt und geldbedingt hat Nr.2-CB William Gay in Arizona unterschrieben.

Schedule

Wk1 @ DEN (SNF)
Wk2 v NYJ
Wk3 @ OAK
Wk4 BYE
Wk5 v PHI
Wk6 @ TEN (TNF)
Wk7 @ CIN (SNF)
Wk8 v WAS
Wk9 @ NYG
Wk10 v KC (MNF)
Wk11 v BAL (SNF)
Wk12 @ CLE
Wk13 @ BAL
Wk14 v SD
Wk15 @ DAL
Wk16 v CIN
Wk17 v CLE

Für alle vier wurde die Nachfolge aber bereits in-house geregelt – wie das bei den Steelers eben so üblich ist. Um Smiths Nachfolge balgen sich zwei 1st-rd pick: Ziggy Hood (2009) und Cam Heyward (2011). Hood konnte bis jetzt noch nicht sonderlich überzeugen und Heyward hatte nach fehlenden OTAs und richtigem Trainings Camp letztes Jahr auch so seine Schwierigkeiten, sofort durchzustarten. Das sollte aber vor allem im Falle Heyward nicht viel heißen, die meisten jungen Steelers starten nicht sofort voll durch.

So ist man dann in Pittsburgh auch gar nicht so traurig, daß Gay und McFadden nicht mehr dabei sind. Mit Keenan Lewis (3rd-rd 2009), Curtis Brown (3rd-rd 2011) und Cortez Allen (4th-rd 2011) sind drei vielversprechende Jungspunde im Kader, von denen man viel erwartet. Starter neben Taylor soll Lewis werden.

Farrior wird jetzt in Vollzeit von Larry Foote ersetzt, der mit seinem Nebenmann Lawrence Timmons auch die Aufgabe haben wird, den in der dritten Runde gedrafteten Sean Spence einzulernen.

Umgeben sind Foote/Timmons immer noch vom besten OLB-Duo der Welt. Ohne Diskussion. James Harrison und LaMarr Woodley haben hinter sich auch zwei talentierte Nachwuchskräfte, die sich ihre Sporen verdienen wollen. Jason Worilds (2nd-rd pick 2010) und Chris Carter (5th-rd pick 2011) machen sich noch zwei, drei Jahre warm, bis der 34-jährige Harrison dann mal abtritt.

So hat Pittsburgh auf so gut wie allen Positionen talentierte junge Leute, die ganz old-school mäßig erstmal zwei, drei Jahre alles von der Pike auf lernen und dann die Altvorderen ablösen.

Immer wieder taucht das Gerede von “ach-zu-alte-Defense-Pittsburgh” auf, aber wenn man sich das mal genau beguckt, stimmt das gar nicht. In der D-Line kommen Heyward und Hood; dazu noch der diesjährige 4th-rd pick Alameda Ta´amu, der Casey Hampton ablösen wird. Timmons und Woodley wurden erst 2007 gedraftet und für die beiden anderen LB-Spots – die ja erstmal noch hervorragend besetzt sind – sind auch schon Nachfolger im Kader. In der Secondary sind drei sehr junge Cornerbacks, in die viel Vertrauen gesetzt wird. Viel besser geht langfristiges Teambuilding gar nicht.

Offense

In der Offense sind zwei Veränderungen zu beobachten. Zum einen wurde der langjährige Offensive Coordinator Bruce Arians unter mysteriösen Umständen gegangen – sehr zur Verärgerung von QB Ben Roethlisberger. Der muß sich jetzt mit dem im persönlichen Umgang nicht immer sehr einfachen Todd Haley arrangieren. Zum anderen haben sich die Steelers in den letzten zwei, drei Jahren ganz heimlich, still und leise eine junge, talentierte Offensive Line zusammengestellt, die für erhebliche Überraschungen sorgen könnte.

Fangen wir mit der Offensive Line an. Auch hier sieht man deutlich das langfristige Konzept – und vielleicht sogar schon dieses Jahr erste Ergebnisse. Nach Jahren unterirdischer Leistungen von alten, kaputten Männern könnten dieses Jahr vier hungrige Typen in der Linie stehen, die allesamt jünger als 25 Jahre sind und alle 1st- bzw. 2nd-rd picks waren.

In der Mitte snapt Maurkice Pouncey. Der 1st-rd pick 2010 ist zwar nach wie vor overhyped, aber trotzdem ein guter Center. Der letztjährige 2nd-rd pick Marcus Gilbert hat schon als Rookie eine gute Figur als RT gemacht und sollte nur noch besser werden. Der ehemalige RT Willie Colon, der in den letzten beiden Jahren verletzungsbedingt kaum gespielt hat, soll einen Guard geben, während der diesjährige 1st-rd pick David DeCastro die andere Guard-Positionen übernehmen wird. Um den Posten als Left Tackle streiten sich der diesjährige 2nd-rd pick Mike Adams und der altbekannte Max Starks. Als back-ups für die gesamte Linie stehen daneben noch die genauso altbekannten Trai Essex, Doug Legurksy und Ramon Foster bereit.

Insgesamt also eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten Jahren mit noch rosigeren Aussichten für die Zukunft. Die andere Veränderung gibts auf dem Posten des Offensive Coordinators.

Exkurs Todd Haley

Haley, der neue OC, ist ein seltsamer Typ. Er selbst hat nie Football gespielt, sondern Golf – und das auch einigermaßen erfolgreich. Aufgrund einer Rückenverletzung reichte es aber nicht für die PGA Tour. Nun war aber sein Vater, Dick Haley, eine große Nummer in der NFL. 20 Jahre lang war Dick Director of Player Personnel der Pittsburgh Steelers und ab 1991 für 12 Jahre in gleicher Position bei den Jets.

Dort heuerte Todd 1995 im Scouting Department an. 1997 übernahm Bill Parcells die Jets und war vom jungen Haley so begeistert, daß er ihn gleich in seinen Trainerstab übernahm. Haley begann als Quality Control Coach und wurde später Wide Receivers Coach. In beiden Position arbeitete er sehr eng mit Offensive Coordinator Charlie Weis zusammen. (Überhaupt war der Kern der späteren Patriots-Bagage damals unter Parcells zusammen bei den Jets: Bill Belichick, Romeo Crennel, Weis, Eric Mangini, Scott Pioli)

Nach einem dreijährigen Intermezzo als WR-Coach bei den Bears dachte Parcells sofort an seinen jungen Assistenten, als er die Dallas Cowboys übernahm. Dort war Haley von 2004 bis 2006 Passing Game Coordinator und WR Coach, machte aus dem ungedrafteten Tony Romo einen guten Quarterback und mußte die Diven Terrell Owens und Terry Glenn bei Laune halten. Manchmal hat er sie auch einfach öffentlich zusammengestaucht.

So hat er es dann auch 2007 und 2008 als OC der Arizona Cardinals mit Anquan Boldin gemacht. Allerdings so erfolgreich, daß er die Cards-Offense um Kurt Warner, Larry Fitzgerald und Boldin zu einer der aufregendsten der ganzen Liga gemacht hat und sogar ganz kurz vor dem Super-Bowl-Sieg stand.

Arizonas Cheftrainer zu diesem Zeitpunkt war Ken Whisenhunt, der nicht nur Vorgänger von Arians als Pittsburghs OC war, sondern 1991 von Dick Haley als Tight End für die Jets verpflichtet wurde. So ist das in der NFL.

2008 verpflichtete Pioli, nun GM der Kansas City Chiefs, Haley als HC. Schon von Anfang an gab es Spannungen innerhalb der Mannschaft und des Trainerstabes. So wurde OC Chan Gailey noch während des ersten Training Camps entlassen. Sportlich allerdings ging es aufwärts und im zweiten Jahr gar in die Playoffs. 2010 stand schließlich unter keinem guten Stern, als die drei besten Spieler – RB Jamal Charles, TE Tony Moeaki und S Eric Berry – mit schweren Verletzungen das gesamte Jahr über nur zuschauen konnte. Mit einer 5-8-Bilanz und vielen Gerüchten um Egomanie, Hybris und paranoid überall vermuteter Illoyalität mußte Haley gehen.

Passing Game & Running Game

Kurz zusammengefaßt: Haleys Einflüsse als Play Caller umfassen vor allem Parcells, Weis und Whisenhunt. So ist es auch kein Wunder, daß die Chiefs eines der lauflastigsten Teams der Liga waren. Aber ebenso waren die Cards unter Haley eine der paßfreudigsten Offenses. Daß Haley extrem anpassungsfähig ist und seine Offense um die Spieler herum baut, die er hat und nicht andersrum, wird auch immer wieder als seine große Sträke beschrieben.

Mit Mike Wallace, Emmanuel Sanders und Antonio Brown findet Haley nun in Pittsburgh drei starke junge WR und mit Ben Roethlisberger einen QB, der das Ei auch gerne mal über 50 Yards schleudert. Daher sollte es da weitergehen, wo es unter Arians aufgehört hat. Also viele 3-/4-WR-sets, deutliches Übergewicht des Paßspiels und vor allem eine starke vertikale Komponente.

Monsieur Wallace ziert sich zwar derweil noch wenig, unter seinem Restricted Free Agent Tender zu spielen, aber das Problem wird früher oder später auch gelöst werden. Es ist auch auf der WR-Position auf beeindruckende Weise das gute Händchen im Draften zu sehen: Wallace war ein 3rd-rd pick (2009), Sanders ebenso (2010) und Brown ein 6th-rd pick (2010).

Das seit Jahren schon kränkelnde Running Game kränkelt auch weiterhin. Der etatmäßige Top-RB Rashard Mendenhall befindet sich noch für einige Zeit in der Reha, nachdem er sich im Januar das Kreuzband gerissen hat. Seinen Platz wird Isaac “Redzone” Redman übernehmen, der in den letzten Jahren schon erfolgreich als short yardage-back agiert hat. Dazu kommt noch Rookie Chris Rainey, ein verdammt aufregender space player á la Darren Sproles. Rainey könnte ein schönes Spielzeug für Haley werden, der mit Dexter McCluster genau so einen Typen auch schon in Kansas City hatte.

Ausblick

Also eigentlich alles so wie immer in Pittsburgh. Top-D; starkes Paßspiel um Big Ben und seine starken WRs; nur die Offensive Line sollte besser sein, als in den vergangenen Jahren. Es wird vielleicht einige Startschwierigkeiten geben mit der neuen Offense, die Haley installiert. Aber insgesamt müßte es schon mit dem Teufel zugehen, sollten die Steelers nicht um die Krone der AFC mitspielen. Es müßte Wallace bockig bleiben bis zum Sanktnimmerleinstag; es müßte Haley irgendwie eskalieren; es müßten sich Polamalu und Harrison verletzen oder Roethlisberger ausfallen. Wenn nicht, dann same procedure as every year.

Pittsburgh Steelers in der Frischzellenkur 2012

  • #24 (1) G David DeCastro Stanford
  • #56 (2) OT Mike Adams Ohio State
  • #86 (3) LB Sean Spence Miami (Fl.)
  • #109 (4) DT Alameda Ta´amu Washington
  • #159 (5) RB Chris Rainey Florida
  • #231 (7) WR Tony Clemons Colorado
  • #240 (7) TE David Paulson Oregon
  • #246 (7) CB Terrence Frederick Texas A&M
  • #248 (7) G Kelvin Beachum SMU

Zwei Charakteristika stechen heraus, wenn man sich die Drafts der Pittsburgh Steelers in den letzten Jahren ansieht. 1) In den letzten fünf Drafts hatten die Steelers neun Picks in den ersten zwei Runden, sechs davon haben sie für Linemen genutzt (ein siebenter war LB Lawrence Timmons). 2) Die Steelers gehen den ganz alten Weg und draften Talente mit dem Ziel, ihnen erst im zweiten oder dritten Profijahr tragende Rollen zu geben. Darum sollte man sich für 2012 eigentlich eher auf die letztjährige Draft konzentrieren. Da hat die Mannschaft aus Steeltown beispielsweise zwei Cornerbacks in den Runden drei und vier gedraftet und daher war es auch keine Überraschung, daß man heuer No. 2 Corner William Gay gen Arizona ziehen ließ. Ebenfalls letztes Jahr draftete man in der zweiten Runde einen Offensive Tackle mit Floridas Marcus Gilbert; ein Jahr davor war der erste Pick mit Maurkice Pouncey ein anderer Gator.

Nimmt man die beiden diesjährigen Picks David DeCastro und Mike Adams aus den Runden eins und zwei dazu, könnte die in letzter Zeit schlechte Offensive Line mit vier jungen Talenten aus den obersten Runden auflaufen. Zumindest auf dem Papier Teambuilding wie aus dem Lehrbuch. Stanfords Guard David DeCastro soll den pundits zufolge der beste O-Liner der diesjährigen Draftklasse und sofort NFL-ready sein. Ein 1,97m großer und 150kg schwerer Brocken, der nicht nur ein Fels in Sachen pass protection, sondern auch im Räume reißen für Running Backs bestes Material sein soll.

Tackle Mike Adams wäre wohl auch in der ersten Runde mit einem NFL-Trikot beglückt worden, wenn nicht gewisse character issues in seinem Zeugnis stehen würden. Die Steelers pfeifen – richtigerweise – auf Lappalien wie nicht korrekt bezahlte Tattoos und hoffen mit ihm einen Steal gelandet zu haben.

Der mit 1,80m etwas zu klein geratene LB Sean Spence wird vor allem viel, viel Training und Erfahrung bei einem der besten Linebacking-Corps der Liga bekommen. Eine wichtige Rolle wird er in der kommenden Saison nicht ausfüllen müssen. Aber zumindest mittelfristig wird er entweder als Nachfolger für der mittlerweile schon 37-jährigen ILB James Farrior aufgebaut werden oder mit seiner Athletik und seiner range vielleicht sogar ein moderner Safety/Linebebacker-Hybrid gegen die paßlastigen Offenses werden. (Der Gedanke dahinter: immer mehr Spread-Formationen zwingen zu immer mehr Nickel-/Dime-Defenses, was wiederum zu mehr Platz für Running Plays aus diesen Formationen führt. Ein „moderner“ S/LB-Hybrid sollte ebenso einen Aaron Hernandez beim Paßrouten laufen decken können als auch space players beim Laufen sicher stoppen können.)

Ebenso so ein space player ist auch der winzige Chris Rainey. Der 5th-rd pick aus Florida ist mit seinen 1,75m einer der schnellsten und wendigsten Spieler der diesjährigen Draft. Eine erfolgreiche Karriere als Sprinter in der Leichtathletik stehen ebenso in seinem Lebenslauf wie ein MVP-Award der Gators 2011. Der neue Offensive Coordinator Todd Haley hat mit Dexter McCluster in seiner Zeit bei den Kansas City Chiefs fast einen Klon von Rainey gehabt und sollte ihn bei den Steelers als wichtiges Puzzleteil für explosive Plays in die neue Offense einbauen.

Um NT Alameda Ta´amu in der vierten Runde zu bekommen, haben die Steelers nach oben getradet. Der 160kg schwere Koloß gilt gemeinhin als Steal als 109. Pick, soll aber in eine große Rolle hineinwachsen: NT Casey Hampton, einer der unterschätztesten Spieler der Liga, benötigt ob seiner fast 35 Lenzen dringendst einen Nachfolger.

Von den vier 7th-rd picks ist WR Tony Clemons der interessanteste. Wenn die Steelers einen speedster für die Seitennlinien draften, klingelt nicht nur ein Alarmglöckchen: Wallace, Brown, Sanders, anyone?

Überblick

Wenn man nach dem Erfolgsrezept für den nachhaltigen Erfolg der Steelers sucht, landet man früher oder später immer beim draften. GM Kevin Colbert muß sich hier vor niemandem verstecken. Dieses Jahr mit den zwei Top-Picks die schwache Offensive Line mit Riesentalenten verstärkt. Mit RB/WR/Returner Rainey Offense und Special Teams eine neue Waffe verschafft. Mit Clemons vielleicht den nächsten Emmanuel Sanders oder Antonio Bown gefunden.

In der Defense wurde endlich ein Nachfolger für Hampton gefunden und mit LB Spence vielleicht  sogar ein ganz neuer Spielertyp. Seit 2001 hatten die Steelers nur eine Saison mit negativer Bilanz und nur drei Spielzeiten ohne Playoff-Teilnahme. Der Grund sind Drafts wie diese. Pittsburgh beweist immer wieder, daß man einen guten Kader am Draft-Weekend und nicht in der Free Agency baut.

Letztes Haleyli

Arbeitssuchender des Tages: Todd Haley, Ex-Coach der Chiefs. Haley ist heute gefeuert worden. Ich zitiere mich selbst aus einem Eintrag, den ich gestern Abend geschrieben habe und der demnächst online gehen sollte:

Kansas Citys Todd Haley steht seit Monaten in der Kritik. Kurzzeitig gab es mal einen Aufschwung gegen schwache Gegnerschaft, aber seitdem ist die Offense ins Bodenlose gefallen. GM Pioli gilt nicht als Heißsporn, aber durchaus bereit, den Coach zu wechseln, zumal die beiden nicht immer 100%ig gemeinsam ihre Entscheidungen tragen.

Ging schneller als gedacht. Ich merke gerade, dass mein DMS (Dokumentenmanagementsystem) nicht umsonst erst in der Frühphase des Entwicklungsstadiums befindlich ist, denn ich finde jenen sensationellen Blogeintrag nichtmehr, der schon im Frühjahr, kurz vor oder nach dem NFL-Draft mit der steilen These aufhorchen ließ, dass die Chiefs 2011/12 zu den miserabelsten Teams gehören würden und Haley „zu 90+x%“ spätestens am Saisonende gefeuert werden würde. Der Eintrag war damals für mich der Anstoß zu einer statistischen Analyse, aufgrund derem ich selbst zum Schluss kam, die Chiefs seien Kandidat für den letzten Platz in der AFC West. Wenn ich jenen Eintrag noch finden sollte, werde ich ihn nachreichen.

Wir dürfen nun gespannt sein, ob Pioli sich seinen McDaniels anlacht oder doch eher auf Nummer „sicher“ geht. Es geistern schon die üblichen Verdächtigen durch den Raum, Stichwort Fisher und Cowher.


Nachtrag: So, einen habe ich gefunden. Nicht jenen vom NFL-Draft. Aber einen vom 1. September 2011, von Bill Barnwell/Grantland: Mega-Preview, The Pretenders:

Worst-case scenario: Cassel’s never healthy, and his interception rate spikes back up after last year’s ridiculous 1.6 percent rate. The team starts 0-5 before its bye and then quits on Haley, who gets canned by the end of the year.


[22h14] Und der nächste: Tony Sparano in Miami gefeuert. Das hatte man schon lange erwartet, da scheint die zwischenzeitliche Siegesserie „dazwischen gekommen“ zu sein.

Mit den Kansas City Chiefs in den Sonnenaufgang

Die Chiefs sind eine Mannschaft, die 2010/11 auch von einem einfachen Schedule unterstützt recht kometenhaft aufgestiegen sind und überraschend die Playoffs erreicht haben. Man kann natürlich attestieren, dass man damit hätte rechnen können: die Chiefs verfügen über einen ordentlichen Trainerstab, viele junge, hohe Draftpicks in den letzten Jahren und einige fantastische individuelle Einzelspieler. Trotzdem war die Saisonbilanz besser als erwartet – und vielleicht besser als verdient.

In der Offseason 2011 wurden einige intelligente Moves gemacht, aber ein wichtiger Mann ist weg: Offensive Coordinator Charlie Weis, der an die University of Florida gewechselt ist. Die Neuen am Steuer: Bill Muir, QB-Coach Jim Zorn und natürlich der offensiv denkende Head Coach Todd Haley.

Die Offense

Obwohl mit Haley und Weis zuletzt zwei Pass-Fans die konzeptionelle Arbeit der Chiefs-Offense inne hatten, ist das primär eine Lauf-Offense. Das liegt zum einen an der Zusammensetzung der Offensive Line, wo der sogar Left Tackle ein ehemaliger Guard ist, zum anderen aber auch am Personal bei den Skill Players.

Der Top-Running Back Jamaal Charles ist ein faszinierender Spieler, leichtfüßig und gesegnet mit dem Antritt von Klassesprintern, ein Back, der im vollen Lauf über den Boden zu schweben scheint. 2010/11 machte Charles sensationelle 6.4yds/carry, 2.7yds/Lauf mehr als Kollege Thomas Jones, der meistens in der RedZone abstauben durfte. Trotzdem vernimmt man bereits Stimmen, dass die Carries auch weiterhin schön gesplittet werden und auch der junge, vielseitig verwendbare RB/WR Dexter McCluster mehr Einsatzzeit bekommen wird.

Das Pass/Lauf-Verhältnis war in der vergangenen Saison in etwa in der Region 48:52 zu verorten, ultrakonservativ für heutigen NFL-Standard. Die Einkäufe in der Offseason sprechen allerdings dafür, dass die Offense heuer passorientierter werden wird. WR Jon Baldwin wurde in der ersten Runde gedraftet und soll langfristig das #2-Mann werden, der aus Arizona gekommene Haley-Buddy WR Steve Breaston, ein quicker Mann für die Slot-Routen, die #3-Option. Den Durchbruch zum Top-Mann hat in der abgelaufenen Saison WR Dwayne Bowe (15 Touchdowns) geschafft. Allerdings ist der in der vergangenen Saison groß herausgekommene TE Tony Moeaki bereits auf der Injuried Reserve und wird heuer komplett ausfallen.

Der Hund liegt auf der QB-Position begraben. Matt Cassell ist ein Quarterback, der zu den blässlicheren Vertretern seiner Zunft gehört und (noch?) nicht über das Standing eines Franchise-QBs verfügt. Cassells 2010/11er Saison hat statistisch gesehen ziemlichen Freak-Charakter: 27 TD zu 7 INT, aber nur 58,2% Completion Rat? Riecht nach einer ungemütlichen kommenden Saison und mit den deutlich besseren gegnerischen Defenses dieses Jahr (u.a. Patriots, Dolphins, Steelers, Bears, Jets, Packers) nach einem deutlichen statistischen Rückgang. Helfen sollte Zorn, der als QB-Coach einen exzellenten Ruf genießt. Die Chiefs sind jedoch an Cassell und seinen millionenschweren Vertrag gebunden und der Rookie-QB Ricky Stanzi gilt als noch lange nicht bereit.

Die Defense

Story der vergangenen Saison in Kansas City war die Defense, die unter dem DefCoord Romeo Crennel wirklich gut gespielt hat. Es ist eine 3-4 Defense mit einer Handvoll sagenhaft guten, jungen Talenten, und es gibt nicht viele Lücken. Am wackeligsten dürfte die Defensive Line sein, der ein Nose Tackle abgeht, sollte der neu eingekaufte, alternde DT Kelly Gregg diese Position nicht spielen können. Gregg ist schon vor allem deshalb wichtig, weil gegen Kansas City in 63% der Fälle über die Mitte gelaufen wird – sprich: Die Gegner wissen um die Lücken.

Der zweite Stammgast in der DL ist der einst hoch gedraftete Glenn Dorsey, der in sein viertes Jahr geht und mittlerweile zu den besseren seines Fachs gehört. Dagegen gilt DE Tyson Jackson (drittes Jahr) als bislang massive Enttäuschung. Die beiden Haupt-Joker für die Line sind Shaun Smith, wenn Laufspiel erwartet wird, und DE Wallace Gilberry, der als exzellenter Pass Rusher gilt.

„Exzellenter“ Pass-Rusher ist auch der OLB #91 Tamba Hali, ein unglaublich explosiver Spieler, der gegen Baltimore in gefühlt 99% der Pass-Situationen die Hand am Quarterback hatte. Hali machte zuletzt 14 Sacks, nach PFF-Statistiken war Hali der effizienteste Pass Rusher in der NFL.

Entsprechend gut waren die Chiefs auch in der Passverteidigung, die auch deckungsstark war – beginnend mit ILB #56 Derrick Johnson, der elf Bälle abwehrte. Dazu kommt ein junges, aufstrebendes Backfield mit den beiden Einser-CBs Brandon Flowers/Brandon Carr sowie den beiden Safetys Kendrick Lewis/Eric Berry, wobei Flowers mit seinen 25 Lenzen der erfahrenste von allen ist!

Ausblick

Die Chiefs sind für mich eine Wundertüte. Wir haben hier einige der besten Spieler in der NFL plus eine sehr solide Offensive Line, aber mir machen mehrere Dinge Kopfzerbrechen: Der raketenartige Aufstieg 2010/11, bei dem man zusätzlich von einem sehr einfachen Schedule schmarotzte, Cassell und die gleichzeitige völlige Abhängigkeit von Cassell, der Unsicherheitsfaktor Baldwin, die Passrush-Abhängigkeit von OLB Tamba Hali und der unangenehme Schedule, der mit einer Reihe an defensivstarken Gegnern wirklich nicht auf die Chiefs zugeschnitten ist:

Wk #1 vs Bills
Wk #2 @Lions
Wk #3 @Chargers
Wk #4 vs Vikings
Wk #5 @Colts
Wk #6 BYE
Wk #7 @Raiders
Wk #8 vs Chargers (MNF)
Wk #9 vs Dolphins
Wk #10 vs Broncos
Wk #11 @Patriots (MNF)
Wk #12 vs Steelers (SNF)
Wk #13 @Bears
Wk #14 @Jets
Wk #15 vs Packers
Wk #16 vs Raiders
Wk #17 @Broncos

Ich sehe a) keine Playoffs für die Chiefs in diesem Jahr und habe sogar leise, ganz leise Befürchtungen, dass es b) sogar potenziell einen Absturz auf den letzten Divisionsplatz geben könnte.

Das Zeiteisen verrät: 349 Minuten verbleiben. WordCount nach 22 Teams: 21159.

Kansas City Chiefs in der Sezierstunde

Arrowhead Stadium Kansas City Chiefs NFL Sideline Reporter

Arrowhead Stadium in Kansas City - ©Flickr

Die Chiefs gelten gemeinhin als positive Überraschung. Nach Jahren des Niedergangs aus dem Nichts eine 10-6 Saison samt Divisionssieg gezaubert. Ich tue mich recht schwer, die Mannschaft einzuordnen. Zum einen natürlich der Aufwärtstrend.

Aber Grund zum Hypen sehe ich dennoch wenig – ein ganz schwacher Spielplan (nicht ein einziger der 10 Siege gegen Teams, die zum Zeitpunkt eine positive Bilanz hatten), kollabierende Divisionsgegner (Chargers, I’m looking @you!) und fast schon absurde Abhängigkeit vom Laufspiel. Positiv auf der anderen Seite: Der Kern der Mannschaft ist blutjung und versehen mit viel Talent, dank reichlich hohen Draftpicks in den letzten Jahren.

In den Playoffs gegen die abgewichsten Ravens offenbarten die Chiefs die Schwächen einer unerfahrenen Mannschaft, die keinen Plan B heranziehen kann, wenn das Laufspiel nach 1-2 langen Runs ausgeschaltet wird. Die Verunsicherung griff um sich und führte zu haufenweise Turnovers. Alles, was in der Regular Season halbwegs lief, flog den Chiefs um die Ohren und es zeigte sich, dass QB Matt Cassell eben nur bei gegebenen Umständen (funktionierendes Laufspiel) fehlerlose Leistung bringen kann.

Gebt mir einen WR!

Die Grundvoraussetzungen in Kansas City sind um Cassell herum gegeben: Funktionierendes Laufspiel mit One-Two-Punch, intakte Offensive Line (falls C Wiegmann nicht doch noch zurücktreten sollte), junger Tight Ende Moeaki, mit WR Dwayne Bowe ein Mann für 1000+ Yards und 15 Touchdowns.

Diese Offense braucht allerdings händeringend noch einen zweiten Wide Receiver. Nach Bowe (1162yds, 15TD) und Moeaki (556yds, 3TD) kommt noch RB Charles und dann laaaaaange nichts. Gebt Cassell einen zweiten NFL-würdigen Wide Receiver und es wird auch das Laufspiel entlasten.

Kansas City pickt an #21. In der ersten Runde werden die beiden Top-WRs Jones/Green weg sein, aber aus dem Pulk Baldwin/Young könnte noch einer zu haben sein. Baldwin wäre ein groß gewachsener Rohdiamant, der bisher aber mehr von seinen athletischen Voraussetzungen denn seinen Leistungen gehypt wird, Young ein Winzling, aber ein pfeilschneller und fangsicherer. Tendieren würde ich zu Young.

Problematisch an der Offense: Coordinator Charlie Weis ist gen University of Florida abgewandert. Nachfolger Bill Muir hat schon in den 70ern gecoacht und war zuletzt hauptsächlich für die Offense Line zuständig. Ebenso neu ist QB-Coach Jim Zorn, der als Head Coach auf Jahre hinaus verbrannt sein dürfte, aber einen exzellenten Ruf als Quarterback-Coach genießt. Nicht zu unterschätzen auch: Head Coach Todd Haley ist ehemaliger OffCoord und sollte weiterhin massiven Einfluss nehmen können.

Denn die Defense ist in guten Händen – bei Romeo Crennell.

Gib mir Pass Rush!

Um mal Abwechslung reinzubringen – eine Mannschaft, die Pass Rush braucht! Pass Rush! Haben Sie gehört??

Eric Berry The Fifth Dimension Kansas City Chiefs NFL Sideline Reporter

The Fifth Dimension - ©Wikipedia

Für mich persönlich ist die Defense der Chiefs eine der Geschichten der Saison – was dort an jungem Spielerpotenzial herumstolziert, kann in absehbarer Zeit ganz groß werden: In der Secondary u.a. der großartigen Safety Eric Berry („The Fifth Dimension“), der noch besser werden soll, und der Cornerback Brandon Flowers. Die Linebackers können mit Derrick Johnson und dem liberanisch/amerikanischen Passrush-Spezialist Tamba Hali (bekam erstmal die Franchise Tag übergestülpt).

Kopfzerbrechen bereitet einzig die Defensive Line: Die teuren Draftpicks Tyson Jackson und Glenn Dorsey sind zwar gut, aber nicht so dominant wie erwartet. Dorsey hat sich zudem als unfähig gezeigt, den in der 3-4 so wichtige Nose Tackle zu geben. Eben dieser Nose Tackle dürfte in Kansas City händeringend gesucht werden. Der US-Running Back an meiner Würstelbude hat mir einmal gesagt:

Nose Tackle for a 3-4 defense is as important as the catcher in baseball.

Problem: Dominante Nose Tackles sind schwer zu finden. Wir suchen hier fette Säcke (150kg aufwärts), die so athletisch sind, dass sie es mit 2-3 Blockern aufnehmen können und dem Pass Rush dadurch Raum und Zeit geben.

„Pass Rush“ wird eben auch noch gesucht – Hali hat schon die Franchise Tag über und könnte spätestens in einem Jahr zu teuer werden, aber auch schon für 2011/12 ist jede Verstärkung bzw. Verbreiterung des Kaders hoch willkommen. Muss ich wiederholen, dass auch in den späteren Runden noch Qualität auf dieser Position vorhanden ist, zumal vermehrt 3-4 OLB/DEs aus den Colleges strömen.

Ausblick

Matt Cassell

Matt Cassell - ©Wikipedia

Trotz Defense, trotz Laufspiel, trotz gutem Coaching: Das Spiel der Chiefs steht und fällt mit QB Matt Cassell. Thomas Jones kann daran anschließen, was er seit gefühlt drei Jahrzehnten macht, Jameel Charles kann die 5,6yds/Lauf halten, es nützt nichts, wenn Cassell nicht zulegt.

Cassell ist kein Schlechter – aber um von einem mittelmäßigen Team zu einem Top-Team zu mutieren, brauchst du in der NFL entweder eine sensationelle Defense, oder einen Top-Quarterback. Beides haben die Chiefs noch nicht und ich werde das Gefühl auch noch nicht los, dass wir es hier mit einer talentierten Mannschaft zu tun haben, die noch 1-2 Jahre braucht, weil noch zu grün. Mal schauen, wie Cassell mit neuen Wide Receivers spielt – schon allein deshalb ist es vital, den „richtigen“ Wide Receiver in der Draftlotterie zu ziehen.

Das Grundgerüst steht. Die Chiefs brauchen jedes Spiel und würden unter einem Lockout leiden junge Hunde mit Maulkorb. Entwicklung ist das Stichwort – für 2011/12 erwarte ich von Kansas City zu diesem Zeitpunkt einen leichten Rückschritt.

Ein Schritt zurück, um den Durchbruch zu schaffen – so sieht es das Script vor.

Weitere „Sezierstunde“-Folgen gibt es hier zu finden.