Dallas Cowboys in der Sezierstunde

Die Dallas Cowboys sind eine Mannschaf, bei der immer was los ist. Dieser Tage liegt das nicht bloß an der unerwarteten sportlichen Renaissance (2016 mit 13-3 Record), sondern auch am umtriebigen Franchise-Owner Jerry Jones, der mittlerweile als einflussreichster Mann der NFL gilt und sich als Hauptakteur im jüngsten Relocations-Wahnsinn profiliert und bereichert hat. Weiterlesen

Notizblock 49ers @ Cowboys – NFL 2014, Woche 1

Und bevor John Jim Harbaugh sich das erste Mal aufregen konnte, stand es schon 21-3 für San Francisco. Als gute Gastgeber haben die Cowboys den 49ers viele Geschenke gemacht und ihre Saison so begonnen, wie sie sonst ihre Saisons beenden. Weiterlesen

NFL Vorschau 2014 – Dallas Cowboys

NFL preview fun edition! Die Dallas Cowboys – eine Mannschaft wie ein Vergnügungspark: das spaßige Kettenkarussel steht direkt neben der Geisterbahn – und beides steht im Schatten der großen Achterbahn. Zum dritten Mal in Folge beendeten die Cowboys die regular season mit einer Bilanz von 8-8 und verpaßten die Playoffs. Die Mannschaft war geprägt vom krassen Auseinanderklaffen der beiden Mannschaftsteile: Angriff – bockstark; Verteidigung – Bockmist. Alles deutet darauf hin, daß es 2014 noch extremer wird. Alles weitere nach dem Klick. Weiterlesen

Die furchtlose Vorschau auf das letzte Wochenende der NFL-Regular Season 2013/14

Letzter NFL-Spieltag der Regular Season 2013/14, und wir haben ein kribbelndes Finish vor uns: Vier Playoff-Plätze und elf Seedings sind noch zu vergeben, und in der Reihenfolge für den NFL-Draft 2014 ist auch noch so einiges denkbar. Die Szenarien habe ich schon am Donnerstag aufgeschlüsselt, deswegen heute mehr der Shift in Richtung kurze Erläuterung der Matchups.

Das TV-Programm bei SPORT1 US sieht heute so aus (*steht für Multifeed-Kanal bei SKY):

19h    Cincinnati Bengals - Baltimore Ravens
19h    Miami Dolphins - New York Jets
22h25  Chicago Bears - Green Bay Packers
22h25  San Diego Chargers - Kansas City Chiefs
02h20  Dallas Cowboys - Philadelphia Eagles

PULS 4 in Österreich überträgt ab 22h35. Welche Ansetzung, wurde noch nicht in die TV-Guideline auf der Senderhomepage eingetragen (Stand Samstag Abend). Laut ein Tweet von Walter Reiterer soll es Bears vs Packers sein. Der Gamepass hat natürlich alles live. Alles, was an diesem letzten Spieltag der Regular Season wichtig ist, gibt es nach dem Sprung. Weiterlesen

Podcast-Tipp: Hard Count Podcast, #16

Der Hard Count Podcast ist vor 1-2 Wochen nach längerer Pause wieder zurückgekehrt, und heute gibt es die insgesamt 16te Ausgabe. Flo Zielbauer sitzt mittlerweile in den USA, genauer gesagt in (oder nahe?) Corvallis an der Oregon State University. Ich übernehme mal ungefragt den Teaser:

Benni und Flo finden langsam wieder in ihren Groove und besprechen im dritten transatlantischen HCP Neuigkeiten wie den neuen Arbeitgeber von Josh Freeman, Matt Flynns Arbeitslosigkeit, Julio Jones´Zwangsurlaub von der Arbeit und die neue Arbeitskleidung der Pro Bowl-Spieler. In den Football-Basics wird ein “Iso”-Spielzug erklärt und in der Crunchtime auf die Begegnungen NYJ@ATL und DEN@DAL zurückgeblickt. Die Diskussion über das Dallas-Spiel mündet in einer Diskussion darüber, ob Tony Romo ein Top10-Quarterback ist. Mit etwas weniger Enthusiasmus verteilen die beiden anschließend ihren “Zehner zu viel” bevor sie auf zwei Spiele der kommenden Woche vorausblicken.

Also: HCP #16 – Ist Tony Romo ein Top10 QB?

Dallas Cowboys in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         8-8    --
Enge Spiele    7-5  
Pythagorean    7.4   (19)
Power Ranking   .517 (16)
Pass-Offense   6.8   ( 9)
Pass-Defense   6.8   (24)
Turnover       -13

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Die Dallas Cowboys sind einer der härtesten Brocken der Sezierstunde-Serie, weil diese Franchise in einer verzwickten Lage steckt. Der Owner Jerry Jones ist in allererster Linie Fan und putzt vor lauter Freude über sein Spielzeug auch noch im neuen Stadiontempel die letzten Krümel von den Sitzschalen, aber Jones’ zweite Rolle – General Manager – wird dezent schwach ausgefüllt. Oder anders: Die Cowboys sehen in ziemlich genau einem Jahr der Salary-Cap-Hölle ins Auge. Man wird jetzt schon ca. zehn Millionen über der Gehaltsobergrenze sein, und dann ist noch nicht reingerechnet, dass der Vertrag des QBs Tony Romo in zwölf Monaten auslaufen wird.

Jones hat noch eine andere Baustelle aufgemacht und den Trainer, seinen Ziehsohn Jason Garrett, angezählt. Garrett reagierte und tauschte den DefCoord Rob Ryan gegen den zirka einhundertsiebenunddreißig Jahre alten Monte Kiffin (ehemals Tampa Bay, USC) aus. Monte Kiffin ist der Kreator der „Tampa 2“-Defense, ein Abwehrsystem, das vor 10-15 Jahren die NFL überrollte, aber als mittlerweile zu simpel und antiquiert gilt.

In den Grundzügen vertraut die Tampa 2 Defense auf eine druckvolle Front-Seven und schnelle Spieler in der Deckung. Wer das System besser verstehen möchte, lese sich den starken Artikel von Bryan Broaddus auf DallasCowboys.com durch:

The design of the defense is bend but don’t break, making sure to eliminate the big play. It makes the offense have to drive the ball in order to have success, and it requires an offense to be very patient in the way they attack it. It’s designed to allow the underneath stuff, but the speed of the defense takes care of that.

Der Systemwechsel birgt auch das Risiko, dass das vorhandene Personal nicht adäquat passt. Es gibt mit DT Jason Hatcher einen guten Tackle, wogegen man über NT Jay Ratliff seit Jahren nix erbauliches mehr hört und Ratliff schon allein wegen des Monstervertrags in spätestens einem Jahr sicherer Kandidat für eine Entlassung sein wird (und wie er sich in der 4-3 machen wird, steht in den Sternen). Alle anderen Optionen im Kader lassen wenig Gutes erwarten.

Auf Defensive End gibt es mit DE DeMarcus Ware einen fantastischen Individualisten, mit DE Crawford einen grundsoliden Arbeiter, aber weil man DE/LB Spencer kaum wird halten können, wird Ersatz in qualitativer und quantitativer Hinsicht gesucht.

Die Linebackers: Mit dem jungen, aber verletzungsgeplagten Bruce Carter steht der Fixstern auf Middle Linebacker und daneben sollte man LB Sean Lee auf alle Fälle irgendwie einspannen können. Es gibt aber schlicht keinen vertrauenswürdigen dritten Linebacker im aktuellen Kader – und die Stellenbeschreibung liest sich für einen billigen Ersatz nicht so gut: Muss Tight Ends decken können und überdurchschnittlich schnell sein.

Gesetzt sind sämtliche Cornerbacks (CB Carr ließ sich den Vertrag extra umstrukturieren), aber die eminent wichtige Position des Free Safetys sehe ich erstmal nicht. Sensabaugh gilt als flink genug, aber zu wenig spielintelligent. Der junge S Church ist das Gegenteil: Lernfähig, aber fußlahm wie ein einbeiniger alter Mann.

Fazit: Wenn die Cowboys den Scheiß mit der „Tampa 2“ wirklich allen Ernstes hardcoremäßig durchziehen wollen (im Gegensatz zur Implementierung von „Elementen“ aus dieser Defense), müssen mittelfristig vier Starter-Positionen angegangen werden: Defensive Tackle, Defensive End, Outside Linebacker, Safety. Das ist viel.

Die Offense

Potenziell extrem potent ist die Cowboys-Offense um den exzellenten QB Romo, aber die gesamte Offense kriegt es irgendwie zu häufig nicht auf die Reihe, ihre Stärken in ausreichend Punkte zu verwandeln. Symptomatisch für viele dieser Spiele, in denen du mit einem schlechten Gefühl nach Hause gingst („Dominiert, aber zu dumm zum Gewinnen“), ist die Partie gegen die New York Giants aus dem letzten Oktober, als man sich völlig grundlos ein 23-Punkte-Loch schaufelte, das man nach beherzter Aufholjagd am Ende nicht mehr gänzlich stopfen konnte.

Romo passt, aber Romo ist nächstes Jahr Free Agent – und eine Vertragsverlängerung dürfte selbst bei einem Oldie wie Romo (32 Lenze) nicht billig werden. Die WR-Combo ist okay: WR Austin und WR Dez Bryant macht so schnell keiner was vor. Insbesondere Bryant ist an guten Tagen eine fabulöse Waffe und kaum kaltzustellen. Es sind dann halt immer wieder diese unmotivierten Drops eingestreut, die einen Durchbruch zum „neuen Moss“ verhindern. Wenn man aber bedenkt, dass Bryant in 32% der Fälle tief angespielt wird und trotzdem insgesamt zwei von drei Pässen in seine Richtung fängt, ist das okay.

Slot-WR Ogletree ist Free Agent und zeigte nach dem Season Opener nicht mehr viel. Die Jungs dahinter, Harris und Beasley, haben dagegen schon mehrfach angedeutet, was in ihnen steckt.

TE Witten ist verlässlich genug um keine Baustelle aufmachen zu wollen (110 Catches, wird aber fast ausschließlich kurz angespielt). Ein interessanter Mann ist der junge TE Hanna (2012: nur 8 Catches in sechs Einsätzen): Gebaut wie Gronkowski, und so einer, an dem man als OffCoord seine Freude haben muss und seine Kreativität ausleben kann.

Bei den Running Backs dürfte der Vertrag des Felix Jones nicht verlängert werden, was nach Jones’ schwacher Saison kein herber Verlust wäre. Der angedachte Starter DeMarco Murray ist ein geschwindiger Mann aus der Abteilung Attacke, der sich ungern länger als einskommasieben Sekunden eine Spielzugentwicklung anschaut und dann sofort losrennt. Murrays Ruf leidet aber an seiner Verletzungsanfälligkeit.

Ausblick

Die Situation bei den Cowboys ist, wie eingangs geschrieben, vertrackt. Die Fragezeichen sind viele und vielschichtig: Neuer weißhaariger DefCoord, neues System, schlechte Cap-Situation, Head Coaches, der nicht mehr das Vertrauen von oben herab genießt. Alles Anzeichen, die auf nix Gutes hindeuten, vor allem nicht in der hammerharten NFC East.

Dallas besitzt aber eine ausreichend starke Offense, um viele Punkte vorzulegen, und hat immerhin die Schlüsselpositionen in der Defense (DE Ware, Cornerbacks) mit hochklassigen Leuten besetzt, sodass ein kompletter Einbruch einer Überraschung gleich käme. Riecht nach einer weiteren Saison zwischen 7 und 10 Siegen und eine lustige Soap Opera, wenn Jones im Winter möglicherweise Romo und Garrett ersetzen muss (sich selbst = ausgeschlossen).

NFL Notizblock Woche 7: Cowboys@Panthers

Die nachlässigen Dallas Cowboys waren am Sonntag bei den nachlässigen Carolina Panthers zu Gast. Für beide Mannschaften ging es darum, mit einer überzeugenden Leistung und einem W  endlich so richtig ins Wild-Card-Rennen einzusteigen, nachdem die Top Dogs in den jeweiligen Divisionen schon weit enteilt sind. Am Ende verlor natürlich die nachlässigere Mannschaft. Wer das war: nach dem Klick.

Die Cowboys präsentieren sich die gesamte Saison über schon sehr dämlich. Überflüssige Strafen, die aus guten Situationen schlechte machen; einfach nur dumme Strafen; Ballverluste aus unkonzentrierter Nachlässigkeit; trotteliges Verhalten in der Redzone; Stolpern und Drops ohne Bedrängnis; mindestens fragwürdiges Clockmanagement ihres Head Coaches. Ohne diesen überflüssigen und eigentlich leicht abstellbaren  Käse, den man ganz leicht abstellen könnte,  wäre Dallas eine Top-Mannschaft und fast mein Geheimtipp für den Super Bowl sein. Aber dann haben sie am Sonntag doch wieder so vertrottelt gespielt.

Stats & more

Gamebook

In Carolina begann das Spiel denn auch symptomatisch: nach dem Kickoff Return bekommt Dez Bryant eine Personal-Foul-Strafe. Im zweiten Drive zerstören QB Tony Romo und TE Jason Witten die Panthers underneath, marschieren in 19 plays über 85 Yards bis zu Carolinas 2-Yard-Linie und bekommen am Ende nur drei Punkte. Den dritten Drive, auch dieser lang und überzeugend, beendet WR Miles Austin mit einem Fumble. Typische erste Halbzeit für Dallas: eigentlich gut gespielt, aber nur drei Punkte auf dem Scoreboard.

Zu ihrem Glück haben sie nun aber gegen die Panthers gespielt, die wohl auch niemals einen Lexikoneintrag unter „abgewichst“ bekommen werden. Ja, zugegeben: die Offensive Line wurde aufgrund der Verletzung von Center Ryan Kalil durcheinandergewirbelt. C, RG und RT haben in dieser Formation noch nie zusammengespielt. Aber warum gerade dann OC Rob Chudzinski 39 Paßspielzüge ansagt und seine RBs nur 15 Carries bekommen, ist absolut unverständlich. Chudzinskis bewegt sich immer mehr in Richtung eines Cam Cameron oder Marty Mornhinweg. Das ist keine gute Richtung. Schon gar nicht, wenn man diesen RBs gerade $50 Millionen garantiert hat. Und schonmal überhaupt gar nicht, wenn man keinen guten Quarterback hat. Cam Newton kann einfach nicht mal über einen gesamten Drive konsistent gute Entscheidungen treffen und genau werfen. Hab ich von ihm noch nie gesehen. Nach jedem Laser-Paß, der wie an der Schnur gezogen sein Ziel findet, kommt wieder ein meterhoch hinter oder über alle möglichen Paßempfängern geworfenes Ei. Kommt die Offense dann doch mal in die Redzone, entblödet Newton sich auch nicht, einfach man direkt in die Arme eines Verteidigers zu werfen. Irgendwas muß sich bei Newton ändern, es ist bei ihm überhaupt keine Weiterentwicklung zu erkennen.

Die Möglichkeiten, gerade auch im Paßspiel, waren gegen Dallas da. Die Defensive Line hat sich auffällig zurückgehalten, um nicht Opfer von Newtons Beinen zu werden. Daneben sah Rookie CB Morris Claiborne in man coverage oft ziemlich schlecht aus und zu Beginn des dritten Viertels hat sich aus der beste Paßverteidiger des LB-Corps, Sean Lee, verletzt verabschiedet.

In der zweiten Halbzeit hat DeMarcus Ware dann genug von der Zurückhaltung und zerstört in gewohnter Zuverlässigkeit alles, was in seine Richtung kommt. Carolina in Q3; punt, 3&out, 3&out. Auch CB Brandon Carr sah meistens sehr überzeugend aus, auch wenn er gegen Steve Smith 1-v-1 verteidigen mußte. Weil aber der Rest der Cowboys-Truppe wieder alles leichtfertig kaputt machen will, steht Carolina im vierten Viertel nach zwei großen Strafen gegen Dallas ganz plötzlich kurz vor Endzone in die dann RB Mike Tolbert zur 14-13-Führung rumpelt.

Weil aber Newton zu viele Chancen liegen läßt und Chudzinksi nun überhaupt keine Lust mehr aufs Laufen hat, kommt nach Dallas´ anschließendem FG zur Führung nur noch ein 3&out und ein Turnover on Downs bei rum. Als Höhepunkt gabs nach dem Spiel eine peinliche Pressekonferenz von Newton, auf der er das bockige Kind gibt, seinem OC die Schuld in die Schuhe schiebt und überhaupt der Meinung ist, daß sich in Carolina irgendwas ganz schnell und ganz dringend ändern müsse (er meint natürlich nicht sich selbst). Am nächsten Tag wurde GM Matt Hurney gefeuert.

MNF-Preview #4: Dallas vs. Chicago

Das Monday Night Game heute Nacht (02h30 live bei ESPN America und SPORT1+) bietet zwei der populärsten NFL-Franchises, und beide sind mäßig in die Saison gestartet. Trotzdem stehen beide bei 2-1 Siegen. Dallas gegen Chicago ist ein Spiel der gegensätzlichen QB-Charaktere, aber ähnlichen QB-Typen, und ein Spiel mit zwei bisher starken Defenses.

So unterschiedlich Lebemann Tony Romo und der weltabgewandte Jay Cutler abseits des Feldes auch sein mögen, so ähnlich sind die Kritiken für die beiden Quarterbacks doch seit Jahren. Beiden wird immenses Talent nachgesagt, aber auch die Krux, unter Druck zu risikofreudig zu sein und in engen Spielen zu häufig zu versagen.

Romo ist heuer besser in die Saison gekommen, mit einer sehr guten Vorstellung in New York und einer ordentlichen in Seattle (trotz hoher Niederlage). Cutler zeigte horrende Leistungen in Green Bay und in der Anfangsphase in Indianapolis, aber wenn Cutler wenigstens in Ansätzen Zeit zum Ausgucken der Secondary bekam, ging die Performance steil nach oben.

Diese Zeit wird heute ein Knackpunkt, da die Dallas Cowboys mit dem monströsen OLB #94 DeMarcus Ware einen alljährlichen MVP-Kandidaten auf den anerkannten Schwachpunkt der Bears-Protection, LT #74 J’Marcus Webb, jagen werden. Sofern Bears-OffCoord Mike Tice nicht einen zusätzlichen Tight End auf Ware absetzen, dürften die Geister von Green Bay wieder erwachen und Cutler unter Fleischbergen begraben werden.

Auf der anderen Seite wird der Offensiv-GamePlan der Cowboys von Interesse sein, der um ein bisher wetterwendisches Laufspiel herumeiern muss, und wo QB Romo trotzdem die Luft zum Atmen braucht, wenn die phantastischen Pass Rusher um DE Peppers die wackelige Cowboy-Protection sezieren. Romo muss wenigstens genügend Zeit bekommen, um den einen oder anderen tiefen Ball versuchen zu können, anders als in Tampa, wo es bei meist kurzen Pässen blieb.

Tipp: Dallas gewinnt und hält seine Stellung in der NFC East.

NFL 2011/12, #15: Tampa Bay – Dallas, Preview (Mayock-Watch)

Im Anschluss an den Start der Bowl Season 2011/12 findet heute noch ein NFL-Spiel statt: 02h LIVE bei ESPN America Tampa Bay Buccaneers – Dallas Cowboys, das alljährliche Samstagsspiel der Cowboys. Für die Buccs (4-8) geht es in dieser Saison nur mehr um den Anstand, respektive den Trainersessel von Raheem Morris, der nach den jüngsten Schlappen – vor allem dem Debakel gegen Jacksonville – zu wackeln beginnen dürfte. Die Mannschaft versprüht Selbstaufgabetendenzen, es ist keine klare Richtung mehr erkennbar. Haufenweise Verletzungen und zu viel Last für Josh Freemans Schultern tun das Übrige zum Kollaps der Buccs.

Dallas steht nach der überflüssigen Heimniederlage gegen die New York Giants unter Zugzwang, kann sich jedoch bizarrerweise eine Pleite bei den Buccs „leisten“: Man wäre mit Siegen über Eagles und auswärts bei den Giants in den Playoffs – die Tie-Breaker Situation erlaubt es so. Auf der anderen Seite: Mit einem Sieg bei den Buccs bräuchte Dallas nur noch einen Auswärtssieg in New York und wäre fixer #4-Seed der NFC.

 (Edit: Letzter Satz stimmt nicht, da der dritte Tie-Breaker alle Spiele der beiden Teams gegen gleiche Gegner ist. Damit ist in gewissen Szenarien möglich, dass die Giants schon vor dem direkten Duell gegen Dallas die Division gewonnen haben. Beispiel: DAL verliert gegen Philadelphia in Woche 16, Giants gewinnen gegen WAS und NYJ. Folge: Direktes Duell könnte maximal von Dallas ausgeglichen werden. Giants hätten die bessere Bilanz gegen die gemeinsamen Gegner aus NFC East, NFC West und AFC East.)/Edit

Nicht nur die Formkrise der Buccs spricht IMHO für Dallas. Die Cowboys verfügen auch nach dem Ausfall des straighten RB Murray noch genügend Laufspiel (RB Felix Jones), gegen die in Auflösungserscheinungen befindliche Front Seven der Buccs ein gefundenes Fressen. Ein grundsolider QB Tony Romo und ein massierter Pass Rush gegen QB Freeman dürfte den Cowboys reichen, um aus dem bildhübschen Raymond James Stadium die Big Points mitzunehmen. Außer natürlich, es schlägt wie jedes Jahr das schlechte Karma der Cowboys in ihren Samstagsspielen durch, oder es kollabieren wie jüngst gegen die Giants wieder die eigene Pocket und der eigene Pass Rush.

Das Spiel wird wie gewohnt vom NFL Network vom starken Duo Brad Nessler/Mike Mayock kommentiert und morgen, Sonntag 13h30 bei ESPNA wiederholt.

Thanksgiving 2011: Dallas Cowboys – Miami Dolphins

Als Info: Ich werde mir das Nachtspiel ansehen bis ich einschlummere. Da ich morgen früh raus muss, werde ich kein Liveblogging mehr machen.

[01h29] Endstand Dallas Cowboys 20, Miami Dolphins 19.

Ich habe keine Ahnung, wie gut oder schlecht die beiden Teams momentan sind, dafür war das zu viel Achterbahn von beiden Seiten. Beide Offenses mit 1-2 sehr guten Drives, die Dolphins gefühlt etwas runder, hatten aber massive Probleme in der RedZone und verschenkten wenigstens einen TD leichtfertig. Ähnliches gilt für die Defenses: Miami phasenweise mit dominanter Vorstellung, zwang Romo zwischendurch zu einem sensationellen Drive, während Dallas sporadisch pflegte, die Pocket zu zerbröseln.

Am Ende des Tages könnten beide Sieger sein. Dallas für das Playoffrennen, Miami für den Draft. Wobei: Die Dolphins könnten ohne weiteres auch anstelle von „3-8“ bei „7-4“ stehen:

  • 16-17 in Cleveland
  • 17-20 in New York (Giants)
  • Freak-Niederlage 15-18 OT gegen Denver
  • 19-20 heute in Dallas

Das Team ist trotz der zwischendurch sehr schwachen Defensivvorstellungen eindeutig unter Wert geschlagen.

[01h24] K Bailey versenkt. Dallas gewinnt 20-19.

[01h23] Romo ist der Holder.

[01h20] Dallas in der RedZone, unter zwei Minuten zu spielen, Miami ohne Timeouts. Das sind die Momente, in denen ich mal einen Coach einen intentionalen TD aufgeben sehen möchte, obwohl der Gegner einen Rookie-Kicker hat und das Field Goal immer noch runde 30yds lang sein wird. Sparano ist dead man walking, warum sollte er dieses Risiko nicht mal probieren? Viel kleiner kann die Siegchance dann auch nicht sein.

[01h11] Bush, Scramble, Incompletion. 2:59 vor Schluss kriegt Romo die Chance zum Sieg-Drive. Es braucht nur ein Field Goal.

[01h47] 4:47 vor Schluss muss Dallas punten. Miami dürfte unter dem als unkreativ geltenden PlayCaller Brian Daboll nun humorlos dreimal laufen – mal schauen, ob #22 Bush oder #33 Thomas reinkommen.

[01h00] Dallas 17, Miami 19/Q4 7:14. Dallas bringt massivsten Pass Rush, aber Moore orchestriert die Offense trotzdem mit quicken Pässen das Spielfeld runter, u.a. auch dank eines fantastischen Catches von „Slot-WR“ #15 Bess. An der GoalLine scheitert Miami erneut, diesmal kein augenscheinlicher Fehler Moores auszumachen. Der nicht gemachte TD könnte allerdings noch böse schmerzen.

[00h53] Übernächstes Play: Bush über die Mitte. Minus 3yds.

[00h51] Hehe, der Simms möchte den längst Hopfen und Malz verlorenen Reggie Bush zum „every down back“ hochpushen.

„He has convinved me that he can go between the tackles.“

Next play: Bush wird für -4yds über die Mitte niedergemacht.

[00h40] Dallas 17, Miami 16/TD Robinson, Q4 14:31. Sensationeller Drive Romos, der sich beim TD-Pass die Zeit kaufen muss und Robinson in der Ecke der EndZone findet. Einen Play vorhin wurde Romo von einem blitzenden Linebacker derart abgeschossen, dass ESPN wohl innerhalb von 45sek einen Blogeintrag online haben wird, der Misi „dirty“ bezeichnet. Romo brachte diesen Ball trotzdem zum 1st down zu seinem Witten. Der fiel out of bounds und machte ein Cheerleader-Mädel glücklich.

[00h36] Ende drittes Viertel. Romo hat wieder in den „Playmaker“-Modus umgeschaltet, treibt Dallas trotz kollabierender Pocket gerade in Richtung RedZone.

[00h30] Dallas 10, Miami 16/TD Marshall, Q3 3:54. Deep threat Marshall, oder so. Zwei Bogenlampen Moores nacheinander, aber über die Deckungsarbeit des Defensive Backs #20 Ball dürfte noch reden sein. Das Backfield der Cowboys ist besorgniserregend. Dafür ein fantastischer TD-Catch Marshalls, der den Ball fängt, obwohl CB #41 Newman ihm fast den Hals abreißt.

[00h27] Hehe, ob Phil Simms nach diesem tiefen Ball bei 3rd and 13 auf WR #82 Hartline immer noch der Meinung ist, der Draw vorhin wäre ein „good call“ gewesen? 41yds Raumgewinn, Miami nähert sich so langsam wieder FG-Reichweite.

[00h12] Dallas 10, Miami 9. Nächste verschenkte Chance. Miami mit einem grundsoliden Drive, der zwischendurch richtig „Drive“ hat, aber ganz nahe an der GoalLine verpasst Moore ohne viel Druck bei 3rd and 4 links draußen einen schlecht gedeckten Receiver. Miami muss das kurze Field Goal nehmen. Da war mehr drin.

[23h40] Halbzeit Dallas Cowboys 10, Miami Dolphins 6.

Ähnliches Thema wie vorhin in Detroit. Hier schießen sich die Dolphins permanent ins eigene Knie, schenkten den Cowboys den einfachsten Touchdown der Welt und verkickten ein eigenes Field Goal. Dabei sieht der Angriff immer dann halbwegs solide aus, wenn Dallas nicht mit massiertem Pass Rush der Wege kommt – was zuletzt immer öfters passierte und in mehreren hirnlosen Moore-Pässen resultierte (min. 1 INT gedroppt).

Dallas‘ Offense ist eine Achterbahn, weil Romos gelupfte Bälle abgefangen werden. Es gibt dann die lichten Momente – aber aus Cowboys-Sicht dürfte es alarmierend sein, dass der Einmann-Pass Rush der Dolphins – Cameron Wake – schon drei Drives mit mächtigen Aktion beim 3rd down kaputt machte.

Insgesamt nicht das allerschönste Spiel. Aber interessant, weil wir zwei nicht voll zuverlässige Quarterbacks sehen, die etliches probieren, um den Angriff in Schwung zu bekommen.

[23h32] Dallas 10, Miami 3/TD Robinson, Q2 55sek. Take that, Matt Moore!

[23h30] Wenn Dallas selbst nichts zustande bekommt, muss eben Matt Moore nachhelfen. 3rd down, Moore lässt den dritten oder vierten Snap in diesem Spiel durch die Finger flutschen – und diesmal schmerzt es: Dallas erobert den Ball, hat 62sek vor Halbzeit an der 5yds Line den Ball.

[23h28] Incomplete. False Start. Punt. Einspieler. False Start. Es geht weiter! 1:45 für Miami, drei Timeouts, an der eigenen 23yds Line.

[23h24] Seufz. Punt. Werbepause. Spielzug. Timeout. Werbepause. Spielzug. 2min Warning. Werbepause.

[23h18] 3rd-and-18 mit dreieinhalb Minuten in HZ #1 auf der Uhr. Die Dolphins sagen einen Draw über RB Reggie Bush an, der zwar 11yds bringt, aber völlig überraschend viel zu kurz für’s 1st down ist.

Phil Simms: „Good call“.

[23h11] Dallas 3, Miami 3. Ein Drive, bei dem mehr drin gewesen wäre. Dallas wirkt heute bei Passspiel erstaunlich undynamisch. Sieht wie nach Halbgas aus. Man wird nun davon zu zehren beginnen, dass die Dolphins so wenig aus ihren durchaus vorhandenen Möglichkeiten gemacht haben.

[23h03] 9:40 im zweiten Viertel verschießen die Dolphins via Shayne Graham (dürfen wir den nächsten Kicker Shame taufen?) ein längeres Field Goal, aber es erstaunte, wie selbst ein Tight End wie Fasano gegen einen Cornerback Zeit und Platz gewinnen kann, und wie wenig konstant Dallas Moore wirklich unter Druck setzen kann. Spürt Moore Druck, wird Moore schnell ratlos oder panisch. Kriegt Moore Zeit, bringt er bislang alles an die offenen Leute.

[22h45] Dallas 0, Miami 3. Anschauungsunterricht für die, die QB Matt Moore NFL-Mittelklasse absprechen wollen: 3rd down. Null Pass Rush, aber in der EndZone alles abgedeckt. Moore wird panisch und wirft den Ball einfach in die Ränge, anstelle per lockerem Scramble einfach die 3yds zum 1st and goal zu holen: Rechts seines Centers war meterweise Raum und Moore ist keine Statue vom Schlag eines Leftwich. Verschenkte Yards, vermutlich verschenkter TD.

[22h41] … und die nächste INT gegen Romo. Wieder rechts runter geworfen, diesmal springt CB #24 Shaun Smith dazwischen und fängt das Ei ab. Diesmal könnte es richtig schmerzen, da Miami dadurch bereits bedrohlich nahe an der EndZone starten kann.

[22h31] Zweiter Drive der Dolphins und diesmal macht WR #81 Laurent Robinson den Fehler: Romo erkauft sich gegen mauen Pass Rush der Dolphins locker die Zeit und wirft aus der EndZone heraus einen genauen Ball in die Hände für Robinson, der locker 40yds hätte draus machen können. Allein: Ohne Druck gleitet das Ei durch Robinsons Finger.

[22h25] Die Miami Dolphins kommen überraschend aggressiv aus der Kabine und probieren einfach mal einen ganz tiefen Ball auf den nicht als Sprinter bekannten WR Marshall – nicht komplettiert, aber allein das Zeichen zählt.

[22h21] Die Dallas Cowboys führen sich mit einer INT gegen QB Tony Romo ein. Stundenlang in der Luft hängender Ball rechts runter auf TE #80 Bennett, den CB Davis antippen und abfangen kann. Was bei den Dolphins auffiel: Sie operierten mehrmals mit „Zone-Blitzing“, plötzlich standen nur mehr drei Pass Rusher in der Line.

[22h05] Nach der Heimniederlage der angeblich „schmutzigen“ Lions gleich ein paar tausend Meilen weiter in den Süden, ins texanische Herz, wo gleich Dallas gegen Miami beginnen wird.

Notizblock NFL Woche 10 Bills/Cowboys; Giants/49ers

Buffalo Bills (5-3) @ Dallas Cowboys (4-4) [Gamecenter] [Gamebook]

[ inactives: OT Sam Young, Demetrius Bell; LB Chris Kelsay; CB Reggie Corner, Aaron Williams, K Ryan Lindell (Bills); RB Felix Jones, WR Miles Austin, CB Mike Jenkins (Cowboys)]

Cowboys Offense / Bills Defense

– Q1/12:12: erster Drive der Cowboys endet mit spektakulärem TD-Catch von Dez Bryant; vorher hat WR Jesse Holley, der aus der Michael-Irvin-Show, vorher auch mit großartigem Catch bei einem dritten Versuch  auf sich aufmerksam gemacht

– Q1/3:05: TD WR Laurent Robinson bei 3rd&goal, Romo mit entwischt ganz stark dem Pass Rush und findet dann Robinson in der Endzonenecke; Die Bills-D spielt fast ausschließlich Nickel und Dime und kann das Paßspiel trotzdem nicht stoppen; dazu kommt noch, daß wenn die `Boys mal laufen, RB Murray gar nicht weiß, welche der vielen Lanes er denn nehmen soll; 14-0 Dallas

– Q2: 12:17: erster Spielzug nach Buffalos vergeigtem FG: WR Robinson überläuft ganz locker CB Drayton Florence und ist nach 58 Yards in der Endzone zum 21-0; Romo bis jetzt 11/11, 179Yards, 3TDs; Cowboys 211 Yards, Bills 37 – Buffalos Defense ist einfach zu schlecht, vor allem die CBs und LBs in Paßverteidigung; Romo bringt die ersten 13(!) Bälle an den Mann und Dallas verwandelt die ersten sieben (!) 3rd Downs

– Q2/1:05: vierter TD im vierten Drive für Dallas, 28-7; Buffalo ohne Pass Rush, mit schlechter Zone Coverage und mit Pech, daß Dez Bryant spielt wie ein Top-5 WR

Bills Offense / Cowboys Defense

– 1st snap/drive: niemand blockt OLB DeMarcus Ware, sack; 3&out

– Q2/12:22: die Cowboys verteidigen mit Safeties und LBs sehr gut die Screen-Pässe zu RB Fred Jackson, die Buffalo so gerne spielt; der neue Kicker Rayner verzieht 52-Yd-FG-Versuch – mit drei langen Plays (DPI, Catch TE Chandler, Run RB Jackson) kommt Buffalo bis an DAL3 und von da wirft QB Fitzpatrick den TD-Paß auf WR David Nelson, 21-7; Nelson läuft dann durchs halbe Stadion zu seiner Freundin läuft – die Cheerleader der Cowboys ist

– Buffalo gibt sich aber nicht auf; der erste Drive der zweiten Hälfte bringt sie bis an DAL18 und dort spielen sie einen 4th&2 aus– incomplete; das größte Problem der Offense ist die schwache Protection, Spencer und Ware lassen da öfter mal die Tackles alt aussehen und bei Rob Ryans kreativen Zone-/Overload-Blitzes guckt sich die OLine zu oft fragend an und weiß nicht, wer wen blocken soll

– Q3/2:14: WR Jones kann den Ball nicht festhalten und fälscht ihn direkt zu CB Newman ab; Dallas Ball an BUF23 – FG, 34-7 Dallas, game over

New York Giants (6-2) @ San Francisco 49ers (7-1) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: RB Ahmad Bradshaw, CB Prince Amukamara (Giants), CB Shawntae Spencer, FB Moran Norris (49ers)]

Giants Offense / 49ers Defense

– erster Drive Giants: gute protection für Eli; langer Drive mit 50/50 pass-run-ratio, werden aber an der 5-Yd-Linie gestoppt; nach 14 plays, 75 Yards in 8:33 Minuten stehen nur drei Punkte bei den Giants

– auch der zweite Drive der Giants ist ein langer, aber auch dieser wird innerhalb der 10-Yd-Linie gestoppt; 6-3 NYG

– es ist jede Woche dasselbe: für jeden tollen Catch, den er macht, macht Victor Cruz auch irgendwas Dummes wie Fumbles oder furchtbare Drops

– Q3/2:25: großartiger Manning-Paß, großartiger Manningham-Catch; wieder ein schöner Drive, dieses Mal mit mehr als einem FG abgeschlossen, 13-12 Giants

– Eli hat im vierten Viertel beim Spielstand 13-20 mal wieder die Chance auf ein 4th-Quarter-Comeback; diese Saison hat er schon fünf Game-Winning-Drives dirigiert und ist der top-rated-QB im letzten Abschnitt: 69% Completions, 8TDs/2Ints, 121,7rating; kaum wird diese Statistik eingeblendet, holt sich CB Carlos Rogers die Interception, weil WR Manningham einfach so seine Route nicht zu Ende läuft

next play: TD RB Kendall Hunter zum 27-13 (Q4/12:21)

– Q4/8:37: dieser TE Jake Ballard fängt schon wieder ein paar ganz starke Bälle und dann wirft Elite Manning einen unglaublich guten Ball zu WR Hakeem Nicks zum 20-27

– H/t to Captain Obvious: LB Patrick Willis spielt wie Ray Lewis zehn Jahr jünger

– im letzten Giants-Drive ist Eli tatsächlich Elite, einige ganz starke Bälle under pressure, zwei verwandelte 4th Downs bevor dann der dritte 4th Down des Drives DE Justin Smith im Weg ist – game over

49ers Defense / Giants Offense

– die Giants spielen konsequent mit 8, manchmal sogar 9 Mann “in the box”; das läßt viel Platz fürs Paßspiel, was Alex Smith auch nutzt, allerdings keine Big Plays, aber immer mal wieder 1st Downs; andererseits läßt er auch viele gute Möglichkeiten liegen

– nach 52-Yd-FG zum 6-6 recovern die 49ers einen Onside Kick; aber weil das Laufspiel gar nicht funktioniert (Frank Gore 6rush, 0 Yards) endet auch diese Serie nur mit FG zum 9-6

– nach Manning-INT Ende der ersten Hälfte hat SF wieder eine gute scoring opportunity und dieses Mal reichts nicht mal für ein FG: Interception, für die WR Ginn die Verantwortung trägt

– RB Frank Gore spielt in der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt nicht mehr, so wie er vorher gespielt hat, ist das aber kein großer Verlust

– Q4/13:22: weil die Giants wie immer mit 8 Mann den Lauf verteidigen, hat TE Vernon Davis viel Platz und springt dann in die Endzone; nach einfacher 2pt-Conversion durch WR Crabtree führen die 49ers 20-13

NFL 2011/12, TV-Guideline Week 4: Willkommen beim Wundertüten-Spieltag

Es ist soweit: Im Oktober werden die NFL-Profis wieder mit rosarot tätowierten Trikots ihre Hits austeilen – der Monat der Erinnerung an die Gefahren von Brustkrebs hat uns wieder. Oktober, das ist auch die Zeit, in der die feinen Herren der Major League Baseball nach einem dramatischen Finale der Regular Season ihre Playoffs austragen, was den engstirnigen Footballfan eher nicht so freut. Die NFL wird dieses Wochenende – im Gegensatz zum College Football, nur marginal betroffen sein (weniger Tapes von Livespielen) – für die Wochen der Conference Finals und World Series in der MLB sind Ausfälle von Übertragungen der Nachtspiele zu befürchten.

Dallas Cowboys – Detroit Lions

Sonntag, 19h LIVE bei ESPN America

Die seit Jahren für Europäer quasi „unsichtbaren“ Detroit Lions werden nun plötzlich an einem Allerweltsspieltag abseits von Thanksgiving bei ESPN America gezeigt! Eine Meldung, fast so überraschend wie die Tatsache, dass ein Team, das vor kurzem 0-16 und 2-14 Bilanzen ablieferte, selbst bei Zwanzigpunkte-Rückstand zur Halbzeit auswärts nicht die Köpfe hängen lässt, sondern die Halbzeit nützt um die dicken Hosen anzuziehen und ein 0-20 in ein 23-20/OT zu verwandeln. Das waren nicht mehr die anämischen Lions, die sich Tag ein, Woche aus, einmal in Rückstand, widerstandslos abschlachten lassen.

Die Mannschaft zeichnet in der Offense ein exzellentes Passspiel aus und QB Matt Stafford passt dieser Tage mit seiner breiten Brust in keinen 70-Zoller mehr rein. Der Mann spielt in Hochform, was angesichts seiner geringen Erfahrung und des desaströsen Laufspiels der Lions beachtenswert ist. Stafford zur Seite stehen neben dem alle überragenden WR Calvin Johnson (wohl gegen CB Jenkins) auch der nach überstandener Droppitis zurückgekehrte TE Brandon Pettigrew und WR Titus Young, der gegen die Vikings mehrere Catches mit hoher B-Note fabrizierte. Ebenso wichtig: Die schnellen Screen-Pässe auf die Running Backs.

Allerdings zeigte sich zuletzt, dass die Offensive Line der Lions gegen höherklassigen Pass Rush wohl auf Dauer eine Nummer zu klein sein wird – und mit der Defensive Line der Cowboys sowie OLB DeMarcus Ware kommt nun eine Wucht aus dem obersten Stockwerk der Wege, wo man sich vor allem um Staffords von LT Jeff Backus abgesicherte Blind Side Sorgen machen muss.

Trotz der beeindruckenden Abwehrarbeit der Cowboys wird in Dallas derzeit nur über einen Mann geredet: QB Tony Romo. Soweit nichts Neues, was aber noch vor drei Wochen vom Hocker gerissen hätte: Romo wird bewundert. Bewundert für seine beiden Comeback-Siege der letzten Wochen, die umso mehr Futter bieten, weil Romo ohne gesunde Anspielstationen und mit allerhand blauen und dunkelblauen Flecken im eigenen Rippenbereich hinter einer ganz schwachen Offensive Line spielt. Man kann drauf wetten, dass die sehr aggressive Defensive Line Detroits hier einen Mann bereits im Fadenkreuz hat…

Zumal Dallas‘ Angriff aktuell nicht nur verletzungsgeplagt, sondern ebenso ausrechenbar ist: „Ausrechenbar“ wie „katastrophales Laufspiel“ und „Passspiel primär über TE Jason Witten“. Wenigstens soll WR Miles Austin halbfit spielen können, etwas, das vergangenen Sonntag WR Dez Bryant gegen Washington versuchte und dabei mäßig überzeugend aussah. Es wird interessant sein, inwiefern die Cowboys versuchen werden, die oft im rauschhaften Verlangen nach QB-Hits und Sacks aufs Laufspiel vergessende D-Line Detroits mit vielen Carries für Jones/Chioce zu verarschen.

Völlig offenes Spiel. Für Detroit wird es vor allem ein psychischer Test, da die Situation – immer noch ungeschlagen auswärts nicht Underdog zu sein – neu ist. Dallas dagegen wird händeringend eine bessere RedZone-Offense brauchen, da Field Goals gegen die Lions nicht reichen dürften.

Green Bay Packers – Denver Broncos

Sonntag, 22h15 LIVE bei ESPN America

Beim Durchblättern der Denver Post sind mehr als Spurenelemente von Nervosität zu vernehmen. Die aseptische Offense der Broncos kommt nicht ins Rollen, die Sportbars sollen an Sonntagnachmittagen von Tebowmanie überflutet werden, doch Head Coach John Fox bleibt sich (noch) treu und belässt QB Kyle Orton in der Startaufstellung, während er zuletzt sogar bei vier (letztlich gescheiterten) Versuchen an der Goal Line auf die Scramble-Künste Tim Tebows verzichtete und sich den Groll der Fans zuzog.

Noch problematischer könnte es dieses Wochenende in der Defense werden. Obwohl die Scouts unisono begeistert vom Rookie-OLB Von Miller sind, tun sich in der RedZone große Probleme bei den Linebackers auf: Denver kann keine Tight Ends abdecken (zuletzt in Tennessee u.a. 2 TD). Da kommt Green Bays fleischgewordene Walze über die Spielfeldmitte zum ungünstigsten Zeitpunkt: TE Jermichael Finley (3 TD gegen Chicago), FB John Kuhn, TE Tom Crabtree sind alle 115kg-Bolzen, wobei Finleys Statur mich immer ratloser hinterlässt, wie dieser Mann einst bis in die dritte Runde des Drafts fallen konnte.

Oakland Raiders – New England Patriots

Sonntag, 22h LIVE bei Puls 4 und Sport1+
Montag, 16h30 Tape bei ESPN America

Das ist mal ein interessantes Matchup! Die Raiders schweben nach einem überzeugenden Heimsieg gegen die New York Jets auf Wolke 7 und bekommen nun, ebenso zu Hause, das nächste Kaliber aus der AFC East vorgeworfen, eine allerdings von der Spielanlage völlig andere Mannschaft.

Die Patriots müssen sich nach der schwachen Vorstellung in Buffalo zwei möglicherweise essenzielle Fragen gefallen lassen: Ist die Offense zu ausrechenbar? Wie schlecht kann eine Defense überhaupt spielen?

Mit TE Aaron Hernandez im Verletztenstand konnten sich die Bills darauf konzentrieren, WR Deion Branch und den laxen WR Chad Ochocinco aus dem Spiel zu nehmen – und plötzlich hingen 16 Catches und 217yds allein von WR Wes Welker ab. Eine große Vorstellung Welkers, aber aus Trainersicht möglicherweise alarmierend, weil zu unausgewogen.

Alarmierend, ohne „möglicherweise“, ist die Pass-Defense. Klar, 2011/12 gunslingert die halbe NFL 350yds-Spiele, aber was die Patriots-Abwehr, insbesondere in der Secondary, zulässt, sollte mehr als ein simples „bling“ in Belichicks Hirn auslösen. Der Pass Rush stockt noch gewaltig und CB Devin McCourty wird von sämtlichen Gegnern in gnadenloser Konsequenz angespielt und verbrannt. Immerhin: Oaklands Angriff ist nun nicht so sehr für eine allzu gefährliche Luftwaffe bekannt.

Dafür sind die Raiders gut bei Fuß und insbesondere RB Darren McFadden blüht in dieser Saison auf, macht mit seinem kraftvollen und doch leichtfüßigen Laufstil sensationelle 6,5yds/Carry und pflügte sich zuletzt 171yds durch Rex Ryans Jets-Defense. ‘Nuff said. Dumm für die Patriots: McFadden schaut aus wie ein besserer Fred Jackson. Der hat die Patriots mal eben in 17 Ballberührungen um 161yds erleichtert.

Hat alles in allem was von Wundertüte, ein Spiel, das Aufschlüsse über die Verfassung zweier als heiße Ware gehandelter Teams geben sollte. New England ist für mich leicht favorisiert, da ich QB Jason Campbell für zu einfach gestrickt halte.

(Ah ja, und ein Auge auf das Wiedersehen Richard Seymours mit Bill Belichick richten.)

Baltimore Ravens – New York Jets

Sonntag/Montag 02h LIVE bei ESPN America und Sport1+
Tape ESPNA: Montag, 18h30

Ein Jahr nach der Black’n’blue-Auseinandersetzung der beiden im Jets-Stadion kommt es zum Re-Match in Baltimore, und die schwache Jets-Darbietung am Sonntag in Oakland übertüncht die Storyline der Rückkehr von Dampfplauderer Rex Ryan an alte Wirkungsstätte. Insbesondere die Defense ließ arg Stich aus und wurde böse überlaufen. Im Verhältnis dazu quillt in Baltimores Abwehr aus allen Poren die Energie raus, vor allem OLB Terrelle Suggs entwickelt dieser Tage einen unglaublichen Zug zum Quarterback. Auch die Offense der Ravens sorgt für Denkfutter, namentlich WR Torrey Smith, dessen Sensations-Debüt auf Revis Island für interessierte Beobachtung gesorgt haben dürfte.

Trotzdem sollte man die Jets nicht zu früh abschreiben. Es ist eines der Spiele, für das ich stets wenigstens zwei Stunden für die Aufzeichnung reservieren würde: Spiele mit zwei so starken Abwehrreihen tendieren dazu, bis tief ins Schlussviertel hinein spannend zu bleiben. Ich schustere den Ravens trotz suboptimaler Offensive Line die Favoritenrolle zu, da beide Mannschaften auf enorm gute Lauf-Defenses treffen, was zusätzlichen Druck auf die Quarterbacks auflädt. Und man schwatze mir nicht auf, dass man in so einer Situation Mark Sanchez einem Joe Flacco vorziehen würde.

Houston Texans – Pittsburgh Steelers

Montag, 14h30 Tape bei ESPN America

Kulturenkampf im Reliant Stadium: Die angriffsgewaltigen Schönspieler aus Houston gegen die abgewichsten Defensivkünstler aus Pittsburgh. Beide haben am Sonntag überraschende Spiele abgeliefert: Die Texans waren trotz durchaus vorhandener Waffen unglaublich behäbig in der RedZone: Obwohl sie immer wieder dorthin vorstießen, wurden nur 33 Punkte gegen New Orleans gemacht. NUR absichtlich nicht in Gänsefüßchen gesetzt. Vier Field Goals in der RedZone rächten sich am Ende, weil die Defense noch nicht in der Lage ist, vier Viertel gegen ausgereifte, variabel spielende Offenses durchzuhalten.

Die Steelers kommen von einer Klassenfahrt ins Lucas Oil Stadium, wo sie kurzentschlossen die samtseidenen Trikots aus ihren Reiseköfferchen packten und im Vorbeigehen ein Footballspiel mitnahmen. So ähnlich fühlte sich die etwas unvorbereitet wirkende Vorstellung der Steelers gegen Indianapolis an. In Houston wird es nicht mehr reichen, wenn sich bloß die beiden OLBs Harrison/Woodley die Kante geben. Auch in der Offensive Line gibt es Probleme, nachdem die an sich schon schwachen Starter nun reihenweise auf die Verletztenliste wandern.

Fazit: Mike Tomlin dürfte seine Mannschaft besser vorbereitet ins Spiel schicken. Für die Steelers ist es kein einfaches Spiel, weil hier ein Gegner wartet, der danach lechzt, endlich einen Big Point zu holen und einen großen Namen zu schlagen.

Tampa Bay Buccaneers – Indianapolis Colts

Montag/Dienstag, 02h LIVE bei ESPN America und Sport1+
Tape ESPN America: Dienstag, 15h

Monday Night Buccs gegen Colts… da werden Erinnerungen an das fassungslose Comeback Peyton Mannings vor fast einem Jahrzehnt wach, eines der Spiele, das einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat, mich beim Football zu halten (Stichwort „Leaping“). Diesmal wird es kein Comeback Mannings geben, dafür gibt es ein Comeback Kid beim Gegner: QB Josh Freeman.

Keiner weiß so recht, was er von diesem Spiel erwarten kann. Indys Defensive Ends Freeney/Mathis bewiesen zuletzt Größe in der Niederlage gegen Pittsburgh, während Tampas als tackleschwach bekannte Defense RB Michael Turner brutal abwürgte (11 Carries/20yds) und Rastasman DE Adrian Clayborn nicht unwesentlich zum Zungenschnalz beitrug.

Dazu kommt, dass beide Angriffsreihen noch im Zylinder stecken. Mir fehlen die Worte, wenn ich die Colts-Offensive beschreiben soll… Nicht, weil ich sprachlos wäre: Aber ich habe zu wenig Greifbares gesehen, um das Spielsystem unter wahlweise QB Kerry Collins oder QB Curtis Painter in einem oder zwei knackigen Sätzen formulieren zu können. Bei den Buccs fällt auf, dass das Laufspiel über RB Legarrette Blount einfach nicht in die Gänge kommt.

Abseits des Spielfeldes mehren sich Zeichen von Selbstzerfleischung im Lager der Colts und auch die Autorität von Head Coach Jim Caldwell scheint angekratzt. Möglicherweise wird hier am Saisonende zur Rasur angesetzt. Tampa Bay dagegen kommen im Stimmungshoch nach dem ersten Sieg über die Atlanta Falcons seit Ewigkeiten – also eine leichte Favoritenrolle für die jungen Buccs.

Die Dallas Cowboys an der Hand genommen

Wenn man die Franchise der Dallas Cowboys beschreiben will, genügt in der reduzierten ein einziger Name: Jerry Jones, Owner und General Manager in Personalunion und ein Mann, dessen Hingabe für diese Franchise schier unendlich ist. Diese Hingabe geht so weit, dass Jones hier über eine sehr zentralisierte Organisation herrscht, in der die Fäden nach oben hin zusammenlaufen. Und Jones ist der klassische amerikanische jack of all trades, würde wohl sogar noch für die Spieler die Trikots waschen, bügeln und in der Umkleidekabine verteilen. Wäre ich Cowboys-Fan, würde mir dies allerdings mehr und mehr auf den Keks gehen.

Denn wir sprechen hier über eine Footballmannschaft. Und Footballspieler können Arschlöcher sein, zum Beispiel wenn sie wissen, dass eine letzte Entscheidungsbefugnis nicht beim Headcoach, sondern beim Owner liegt – bei einem Owner, der nicht bedingungslos hinter dem Headcoach steht. Wie anders ist die Laxheit der Cowboys im vergangenen Herbst zu erklären, als man ganz einfach eine Saisonhälfte lang lustlosen Mist zusammenspielte, während in Saisonhälfte zwei mit neuem Coach plötzlich wieder eine feurige Einheit auf dem Feld stand?

Dieser neue Headcoach ist Jason Garrett und er soll ein langjähriger jones’scher Liebling sein. Garretts Mannschaft spielte nach dem Trainerwechsel teilweise richtig ansehnlich – man darf gespannt sein, wie es heuer aussieht, in der Offense, aber vor allem in der Defense, wo mit Rob Ryan ein gemeinhin verkanntes Genie den neuen Defensive Coordinator gibt.

Die Offense

Quarterback, Frauenheld, Medienliebling: Tony Romo ist das bekannteste Gesicht in dieser Offense, ein Mann mit Tendenzen zum Gunslingern, allerdings auch einer, dem ich meine Oma nicht anvertrauen würde, wenn es drum geht, Großmütterchen über den Zebrastreifen einer vielbefahrenen Hauptstraße zu führen. Will heißen: Ich halte Romo für zu oberflächlich, zu schlampig und für nicht in der Lage, die kleinen Dinge dieser Welt im Griff zu haben. Oder auf neudeutsch: Ein Schönwetterquarterback.

Trotzdem produziert der Mann immer wieder ansehnliche Statistiken, was man allerdings auch Dallas‘ traditionell hochkarätigen Ballfängern zuschreiben könnte. Da wäre zum einen der sehr komplette Tight End Jason Witten (94 Catches, 1002yds, 9 TD), gleichermaßen gut als Blocker und Fänger, und da wären die beiden Top-WRs Miles Austin (69/1041/7) und Dez Bryant. Bryant ist charakterlich wohl nicht einwandfrei und anfällig für alle möglichen Blödsinne ernsthafter oder weniger ernsthafter Natur, aber als Spieler gilt Bryant als Naturtalent, als Moss‘ Friedensschluss mit dem einst vergessenen Randy Moss. Und Bryant ist ein fantastischer Punt Returner.

WR Roy Williams wurde nach zweieinhalb „lauten“ Jahren ziehen gelassen, was nachvollziehbar ist, weil Williams viel besser in eine Offense mit tiefen Routen passt, allerdings mit Blick auf die Tiefe im Kader ein riskanter Move – abseits der großen Drei Witten/Austin/Bryant muss schnell Wikipedia als Informationsquelle herhalten.

Immerhin gilt RB Felix Jones als recht guter Ballfänger, aber Jones‘ primäre Aufgabe wird das Laufspiel sein, wo Dallas ein Trio an ordentlichen Running Backs aufwarten kann: Jones, den fleißigen RB Tashard Choice und den jungen DeMarco Murray, der als ehemaliger Oklahoma Sooner das Cowboys Stadium bereits vom Red River Shootout kennen sollte.

Problempunkt ist die Offensive Line, die auf drei Positionen verändert wird und in der der wichtigste Mann, der Left Tackle, ein Rookie ist, von dem keiner so recht weiß, was er in dieser Saison zu leisten vermag. Wir reden vom Grünling Tyron Smith, dem Draftpick #9.

Die Defense

Dallas war 2010/11 eindimensional im Pass Rush, wenig erbaulich in der Laufspielverteidigung und fürchterlich in der Passabwehr, und das, obwohl das Spielerpersonal eigentlich als sehr okay gilt. Die Probleme hier noch mehr als in der Offense: Der Schlendrian. Mit dem neuen Coordinator Rob Ryan soll sich daran einiges geändert haben und man hört nur Gutes über Ryan und seine unkonventionellen Abwehrschemen.

Die Defensive Line wird um den NT Ray Ratliff gebaut sein, bei dem nie unerwähnt bleibt, wie wenig prototypisch er denn eigentlich für diese Position gebaut sei, aber mit zwei dicken DE-Säcken an seiner Seite gilt Ratliff als dominante Waffe und potenzieller All-Pro. Die Line wird gut spielen müssen, um die als schwach gegen den Lauf geltenden Linebackers zu entlasten, und dies ohne den abgewanderten DE Stephen Bowen (zu Erzfeind Washington).

In Sachen Pass Rush vertraut man auf zwei Dinge: OLB DeMarcus Ware, einer der konstant Allerbesten auf diesem Gebiet, und Ryans Kreativität. Man erwartet viele Zone Blitzes und überhaupt Blitzfreudigkeit, was auch dem jungen Anthony Spencer helfen sollte, ein Mann, dem großes Potenzial nachgesagt wird, allerdings auch ein schwer enttäuschendes Vorjahr.

Pass Rush, und zwar vielseitiger Pass Rush, wird wichtig sein, da das Defensive Backfield zuletzt arge Probleme hatte. CB Mike Jenkins ist eine Wundertüte, die mal großartig, mal fürchterlich spielt, CB Terrance Newman wird nicht jünger und die Safetys gelten bis auf Gerald Sansabaugh als zu wenig athletisch.

Ausblick

Ich kenen Rob Ryan kaum. Ich habe Cleveland im Vorjahr nie spielen sehen, aber die Tenöre, die auf den Kleinen Rex gesungen werden, sind hymnisch. Dallas hatte 2009/10 eine sehr dominante Defense, das Personal ist so stark verändert nicht – also gehe ich davon aus, dass der neue Coordinator diese Unit wieder hinkriegt. Die Offense liegt in den Händen eines Mannes, dem ich in kritischen Momenten ungern vertraue (Romo), aber sowohl die drei Running Backs, als auch die drei Top-Anspielstationen gefallen – kritisch dürfte allerdings die Tiefe sein, und wenn die Offense Line zu lange braucht, um eingespielt zu sein…

Der Schedule ist recht ausgeglichen, von der AFC East bis zur NFC West und die Platzierungsspiele gegen Tampa und Detroit:

Wk #1 @Jets (SNF)
Wk #2 @49ers
Wk #3 vs Redskins (MNF)
Wk #4 vs Lions
Wk #5 BYE
Wk #6 @Patriots
Wk #7 vs Rams
Wk #8 @Eagles (SNF)
Wk #9 vs Seahawks
Wk #10 vs Bills
Wk #11 @Redskins
Wk #12 vs Dolphins
Wk #13 @Cardinals
Wk #14 vs Giants (SNF)
Wk #15 @Buccaneers (Donnerstag)
Wk #16 vs Eagles
Wk #17 @Giants

Es ist un-analytisch und es ist gegen den common sense, aber irgendetwas gibt mir das Gefühl, dass wir hier über den NFC East-Champion 2011/12 sprechen. Obwohl ich Sorgen um die Line habe, obwohl mir die geringe Tiefe völlig bewusst ist, obwohl mehrerenorts Fragezeichen dicker als 0,75pts sind: Dallas sollte die Division gewinnen.

Das Zeiteisen verrät: 411 Minuten verbleiben. WordCount nach 20 Teams: 19307.