Troy Polamalu ist zurückgetreten

Polamalu war einer der wenigen universal geachteten NFL-Superstars, obwohl er für eine der größten Franchises mit den meisten Rivalitäten – die Pittsburgh Steelers – spielte. Polamalu war einer der bekanntesten Spieler in der NFL, sein Trikot mit der #43 gehörte zu den meistverkauften landesweit.

Der Strong Safety Polamalu war neben dem Free Safety Ed Reed der prägende Defensive Back in einer Generation an großartigen Safetys. Sein Spielstil war ebenso markant wie seine polynesische Mähne, und wenn dieser Irrwisch mal wieder eine Interception fing, einen Fumble/Sack fabrizierte oder einfach nur über die Line of Scrimmage sprang („Der Teufel soll mich holen“), waren die Tapes für Highlight-Show schon vorbereitet. Man mag gar nicht glauben, dass dieser Hulk abseits des Feldes als einer der liebsten Menschen gilt, der am liebsten auf seinem Klavier klimpert oder Rosen züchtet.

Polamalu gewann zwei Superbowls, verlor eine dritte und wurde 2010 zum Abwehrspieler des Jahres gewählt. Seine Karriere war lang genug und intensiv genug um ein mehr oder weniger „logischer“ Kandidat für die Ruhmeshalle zu sein. So sehr ich es mag, wenn sich alternde Stars gegen ihren Verfall wehren und sich allein von einem unbändigen inneren Willen angetrieben auch bei Mannschaften „außerhalb“ ihrer Kern-Franchise gegen das Karriererende stemmen, so ist es doch auch angenehm zu sehen, dass mit Polamalu ein großer Spieler abtritt, der seine ganze Karriere im Trikot einer einzigen Mannschaft bestritten hat.

Pittsburgh Steelers in der Sezierstunde

Die Pittsburgh Steelers sind ein weiteres dieser Teams, das sich seit einigen Jahren in einem Übergangszustand befinden: Zu gut besetzt für einen echten Umbruch, aber zu durchschnittlich, zu alt, um mit den ganz Großen mitzuhalten. Eine der Ursachen war, dass GM Colbert über mehrere Jahre einen klassischen Managementfehler in der NFL beging und seinen Kern aus alten Superbowl-Recken auf Druck zusammenhalten wollte – auf Kosten von verzögerter Verjüngung und resultierend in teuren Verträgen und einer angespannten Cap-Situation.

Das engt die Spielräume der Steelers auf dem Transfermarkt ein, und zwang Colbert die letzten zwei, drei Jahren, vor allem die Defense langsam und unterschwellig zu verjüngen zu versuchen.

Eine der beißenden Fragen für die Steelers-Fans war in den letzten Jahren, wie weit es noch mit der Genialität von DefCoord Dick LeBeau her ist: „Blitzburgh“ war immer weniger zuletzt, und spätestens als man sich von Terrelle Pryor für einen 93yds-TD verarschen ließ, wunderte man sich, ob LeBeau denn überhaupt noch mitkriegt, welche Entwicklung die NFL-Offenses so genommen haben.

Überblick 2013

Record         8-8
Enge Spiele    2-5
Pythagorean    8.2    14
Power Ranking  0.557  12
Pass-Offense   6.4    12
Pass-Defense   5.9    10
Turnovers      -4

Management

Salary Cap 2014.

Die Frage kann man aber auch Richtung Spielermaterial drehen: Wie logisch ist es eigentlich, dass eine einst dominante Defense plötzlich eher mittelmäßig wird, wenn langjährige Recken, ja Superstars, wie NT Hampton, OLB Harrison, ILB Farrior oder OLB Woodley den Laden verlassen? Wenn vom einst besten Linebacker-Corp der Liga nur noch ein einziger Mann – der grundsolide ILB Lawrence Timmons – übrig bleibt?

Die Versuche, die Linebacker-Klasse zu halten, war ja durchaus da: 2013 draftete man zum Beispiel d von der University of Georgia, einen der dominanten Passrusher des Jahrgangs. Bei Jones hatte man aber Bedenken aufgrund seiner Gesundheit, aufgrund seines Körperbaus, aufgrund seiner Fähigkeit, gegen gut gesetzte Blocks zu bestehen. Jones konnte als Rookie keine dieser Bedenken widerlegen. Er hatte nur einen einzigen Sack – und der kam ungeblockt.

OLB Woodley wurde ziehen gelassen. Zumindest OLB Worilds konnte gehalten werden, aber so ganz überzeugend findet niemand eine Combo Jones/Worilds als Vollzeit-Tandem von den Flanken. Innen wurde LB Moats aus Buffalo geholt um Timmons zur Seite zu stehen, aber mit der Kadertiefe ist es bei den Linebackern nicht mehr weit her. Möglich, dass ein neuer Grünschnabel gedraftet wird, oder dass man dem nicht allen koscheren Sean Spence eine Chance gibt sich zu beweisen.

In der Defensive Line gab man das enttäuschende Talent Ziggy Hood endgültig auf. Man scheint auf den aufstrebenden DT/DE Cam Hayward zu bauen, der hervorragende Ansätze zeigte. Hinter Hayward gibt es jedoch kaum Alternativen. Die zweite End-Position in der 3-4 Defense von LeBeau ist noch komplett offen, und NT McLendon ist auch noch nicht annähernd an seinen Vorgänger Hampton hingekommen.

Der brauchbare DT Woods wurde abgegeben, während man mit Cam Thomas aus Pittsburgh immerhin einen mittelprächtigen Ersatz holen konnte. Echte Stützen dürften diese Männer nach aktuellem Kenntnisstand aber kaum werden. Es gilt als geritzt, dass Pittsburgh dort vorne nachbessern muss.

In der Secondary vermisst man prinzipiell ein wirklich starkes Cornerback-Tandem. Man hat zwar in SS Troy Polamalu immer noch eine Safety-Legende im Line-Up, aber Polamalu war zuletzt immer öfter verletzt, und nach mittlerweile elf Jahren im Getümmel der NFL könnte es schneller als erwartet soweit sein, dass sein Körper endgültig „Nope“ sagt. Es ist möglicherweise zu früh, ihn zu ersetzen, und möglicherweise sind die Lücken andernorts zu krass um seinen Nachfolger schon jetzt zu draften, aber man muss das nahende Karriereende bei Polamalu schon im Kopf halten.

Vielleicht steht der Nachfolger aber auch schon im Kader: Shamarko Thomas, gedraftet im letzten Jahr und bisher ohne nennenswerte Einsatzzeit geblieben. Man vertraut Thomas aber wenig genug um Mike Mitchell aus Carolina nicht doch einen 5yrs/25 Mio. Vertrag unterjegubelt zu haben – ein Wahnsinn angesichts der sonst so gezahlten Preise auf dem Markt. Mitchell ist der Mann, der einst von den Oakland Raiders in der zweiten Runde gedraftet wurde, floppte, und später in Carolina wenigstens ein annehmbarer Stammspieler wurde. Aber 5 Mio/Jahr in einem offenen Markt?

Alles in allem war Pittsburghs Defense aber zuletzt trotz des fraglichen Spielermaterials nicht „schlecht“: Sie gab z.B. 2011 nur 4.9 NY/A gegen den Pass auf – ein sensationeller Wert, besser als z.B. die Seahawks dieses Jahr. 2012 hatte man bockstarke 5.3 NY/A, was auch heuer eni Top-5 Wert gewesen wäre. 2013 mit 5.9 NY/A immer noch eine Top-10 Passdefense. Es fehlt halt ein bissl der letzte Punch zur absoluten Dominanz. Und: Seit Jahren werden erstaunlicherweise kaum mehr INTs gefangen – immer unter 2% INT-Quote, was unterirdisch ist, sich aber auch wieder schnell wenden kann.

Immerhin haben die Steelers nach Jahren des Schimpfens mittlerweile eine Offensive Line, die ihren Namen verdient: Es ist keine dominante Line, aber sie ist zumindest keine Sollbruchstelle mehr. LT Beachum kannst du immer upgraden, aber angesichts der notwendigen Blutauffrischung in der Defense wird ein Draften von Offense Tackles in den ersten Runden nur dann passieren, wenn tatsächlich zufällig das richtige Prospect auf dem Tablett liegt. Beachum ist für einen ehemaligen Siebtrundendraftpick (2012er Jahrgang) aber schon jetzt eine sehr gute Geschichte, und er verhindert vor allem, dass der gefloppte Mike Adams den Tackle geben muss.

Dahinter kannst du weiter auf QB Roethlisberger bauen: Ben wirft zwar kaum mehr tief (2013 nur noch 20% tiefe Pässe), aber seine Improvisationskünste sind weiterhin unerreicht. Er scheint sich auch mit OffCoord Haley mittlerweile so gut zu verstehen, dass die allwöchentlichen Clashes in den Lokalmedien rar geworden sind. In WR Antonio Brown hat er einen All-Pro würdigen Go-To Guy, der letztes Jahr sensationelle 29% der Steelers-Anspiele sah und diese zu 110 Catches für 1498yds und 8 TD verwertete – und das ohne echte komplementäre Waffe, die ihn entlasten hätte können.

Zwei seiner Receiver-Kollegen wurden ziehen gelassen: Emmanuel Sanders ging nach Denver, Jerrico Cotchery nach Carolina. Damit bleibt neben Brown nur noch der grundsolide TE Miller als bekannte Anspielstation.

Der sehr junge WR Markus Wheaton hatte als Rookie nur wenig Einsatzzeit, und konnte diese bisher nicht für Eigenwerbung nutzen. Wheaton wird vermutlich ab sofort mehr Spielzeit bekommen, aber nicht überrascht sein, sollte Pittsburgh noch einen jungen Wide Receiver draften. Die eingekauften Lance Moore aus New Orleans und Heyward-Bey aus Indianapolis stehen schließlich nicht für 100%ige Qualität, und beide müssen sich nach Jahren in Domes erst einmal an einen Acker von Spielfeld gewöhnen.

Breit aufgestellt ist Pittsburgh im Backfield, das zuletzt unterirdische Effizienz-Zahlen einfuhr, trotz optisch gar nicht so übler Runningbacks: Le’Veon Bell erwies sich als beweglicher als gedacht und steuerte vor allem auch 45 Catches bei. Bell hatte trotzdem recht maue Statistiken (3.5yds/Carry). Als eine Art neuer Power-Back wurde Blount aus New England geholt – Blount hatte dort ein paar wenige massive Spiele und viel Leerlauf, und wurde entsprechend von Belichick ziehen gelassen. Bell/Blount sollten in Summe aber ein recht wuchtiges Duo abgeben, das maximal noch durch einen Billig-Back ergänzt wird.

Sieht nicht unterirdisch aus für Pittsburgh. Als größte Baustellen sehe ich die Front-Seven: Ein 3-4 Defensive End fehlt, und dann dürfte es gerne noch ein Talent zum 3-4 OLB sein, wenn wir uns schon zwei Wunschspieler aussuchen dürfen.

Auf Cornerback ist man durchaus unterdurchschnittlich besetzt, aber zumindest die Historie zeigt, dass man in Pittsburgh stets eher auf den Passrush/Blitz vertraute und Cornerback maximal als „1B“-Priorität sah. Von zumindest einem neuen Cornerback bin ich aber überzeugt. Man könnte auch Ike Taylor auf seine alten Spielertage zum Safety umschulen und zwei neue Cornerbacks draften.

In der Offense würde ich zu einem Wide Receiver mit Speed tendieren, sofern man nicht voll von Wheaton überzeugt ist. Mit den Steelers ist es wie mit vielen guten, aber nicht hervorragenden Teams: Schlagen zwei oder drei Draftpicks sofort ein, ist das Team per Knopfdruck wieder ein AFC-Titelanwärter (immer durchschnittliches Spielglück angenommen). Aber selbst mit einem bloß durchschnittlichen Draft können die Steelers durchaus qualitativ mit den besseren Teams in der AFC mithalten.

NFL Notizblock, Week 2: MNF Pittsburgh Steelers @ Cincinnati Bengals

Es war das typische AFC-North-Duell, wie man es erwarten konnte: gute Defense, harte Hits und wenig Punkte. Da Steelers/Bengals aber noch lange nicht die Intensität der Steelers-Ravens-Rivalry hat, mangelte es streckenweise an Aufregung. Aber hey: nächste Woche spielt Oakland Monday Night. Also suchen wir mal das Positive.

Noch vor dem ersten Kaffee heute morgen ist sofort Troy Polamaulu aufgefallen. Mr. Hit&Shoulders sticht nicht nur aufgrund seiner Mähne ins Auge, sondern auch weil er eine einmalige Rolle spielt. Vor dem snap ist er überall zu sehen: mal neben den OLBs, mal zwischen den ILBs, mal im slot wenn er einen TE in man coverage nimmt und manchmal gar nicht, wenn er ganz tief auf der Jagd nach Interceptions seine Kreise zieht. Gegen Cincinnati hat er immer mal wieder hier und da ein play gemacht, aber das ganz große Ding war nicht dabei. (Aber fast: einen screen pass hat er so schnell erkannt, daß er beinahe schon in der passing lane war, bevor Dalton denn Ball geworfen hat. Haarscharf am pick six vorbei.)

Stats / Gamebook

Gamebook

Der zweite Spieler, der bei Pittsburghs D immer auffällt, ist Cornerback Ike Taylor. Schon seit Jahren verteidigt er in jedem Spiel den Nr.1 WR der gegnerischen Mannschaft und schon seit Jahren macht er kaum Fehler dabei. Er ist nicht der schnellste Mann unter der Sonne, aber dafür recht groß mit knapp 1,90m und vor allem technisch perfekt und einer der klügsten Defensive Backs diesseits von Darrelle Revis. Gestern hat er A.J. Green verteidigt, stark wie eh und je: 14 targets, nur sechs completions für 41 Yards.

Wie eh und je hat auch die Steelers-D insgesamt verteidigt: sehr diszipliniert, kaum missed tackles, keine blown coverages. Daß ILB Larry Foote verletzt fehlte (für ihn spielten abwechselnd Kion Williams und Vince Williams) und OLB James Harrison nicht mehr da ist (für ihn spielte Rookie Jarvis Jones) fiel nicht unbedingt negativ auf, aber die jungen Ersatzleute machen noch nicht den großen impact. Jede Menge kurze Pässe zu Green und Mo Sanu, kurze Pässe zu den TEs Tyler Eifert und Jermaine Gresham und 30 Läufe von BJGE & Bernard haben immerhin für 20 Punkte gereicht.

Auf der anderen Seite des Balles sah es dagegen sehr un-Steelers-mäßig aus. Der wild scramblende, Verteidiger abschüttelnde, den Ball übers gesamte Spielfeld prügelnde Ben Roethlisberger ist nur noch sehr selten zu sehen. Seine speed guys Antonio Brown und Emmanuel Sanders fangen jetzt ständig screens statt tief zu laufen; TE Heath Miller fehlt an allen Ecken und Enden; der beste OLiner fehlt auch; nur das Laufspiel ist wie immer: 2,8 yards per carry.

Das paßt nicht viel zusammen in Pittsburghs Angriff. Immerhin konnte Cincys DT Geno Atkins ganz gut eingebremst werden, soweit ich das sehen konnte. Spielte er auf der rechten Seite der Offense, kam Guard David DeCastro ganz gut mit ihm klar; stand er links, bekam er so gut wie immer ein double team. DE Michael Johnson hat dafür umso mehr Terror gemacht. Schwächen haben die Bengals immer noch in der Mitte hinter der DLine, wenn in der Nickel-D Ray Maualgua und Vontaz Burfict TEs oder RBs decken müssen.

Cincinnati bleibt unspektakulär, aber wie schon letzte Woche gegen Chicago mehr als solide. OC Jay Gruden ist sehr kreativ mit seinem TE-Duo, und wenn das noch gefährlicher wird (gestern zusammen neun catches, 132 Yards) und Rookie RB Gio Bernard mehr Vertrauen und mehr carries bekommt (neun touches, 65 Yards, TD), kann dieser Angriff nur besser werden. Die Bengals bleiben Favorit auf die AFC-North-Krone. Pittsburgh ist nocht nicht ganz veloren, dafür ist die Defense zu stark. Aber irgendwas müssen sich OC Todd Haley und HC Mike Tomlin überlegen. Nächste Woche spielen sie wieder in prime time, zu Hause gegen Chicago. Bei einem 0-3-Start könnte es sogar in Pittsburgh lautere Unruhe geben.

Glaskugel 2012: Pittsburgh Steelers

Eigentlich könnte man für die Pittsburgh Steelers jedes Jahr die gleiche Vorschau schreiben: super Defense, toller Ben, schlechte O-Line – mindestens Playoffs. Die letzte große Veränderung gab es 2006, als der damals 34-jährige Mike Tomlin, vormals DBs Coach der Bucs und DC der Vikings, den Cheftrainerposten vom ewigen Bill Cowher übernahm. Tomlin ist nach Cowher und Chuck Noll erst der dritte Head Coach der Steelers seit 1969. Das wird er auch erstmal bleiben, erst in den letzten Tagen hat Tomlin seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

Überhaupt ist die Geschichte der Steelers eine Geschichte der Kontinuität. Seit Jahren und Jahrzehnten ist das personell management wie aus dem Lehrbuch: building through the draft. Gerade die Spieler aus den Runden zwei bis fünf werden in steter Regelmäßigkeit ab ihrem zweiten oder dritten Jahr Stammspieler und Leistungsträger. GM Kevin Colbert schafft es Jahr für Jahr, eine Mannschaft zusammenzustellen, die um den Super Bowl mitspielt.

Defense

In der Defense ist eigentlich alles so wie immer. Die D-Line ist groß, dick und namenlos; die Linebackers sind sehr smart und noch viel aggressiver, manchmal auch andersrum; CB Ike Taylor macht eine Seitenlinie dicht und den Rest übernimmt Safety Troy Polamalu. Orchestriert wird das ganze seit gefühlt 1963 von DC Dick LeBeau.

Einige kleinere personelle Änderungen auf der defensiven Seite gibt es aber doch. Altersbedingt hängen DE Aaron Smith und LB James Farrior ihre Pads für immer in den Spind; leistungsbedingt wurde CB Bryant McFadden vor die Tür gesetzt und geldbedingt hat Nr.2-CB William Gay in Arizona unterschrieben.

Schedule

Wk1 @ DEN (SNF)
Wk2 v NYJ
Wk3 @ OAK
Wk4 BYE
Wk5 v PHI
Wk6 @ TEN (TNF)
Wk7 @ CIN (SNF)
Wk8 v WAS
Wk9 @ NYG
Wk10 v KC (MNF)
Wk11 v BAL (SNF)
Wk12 @ CLE
Wk13 @ BAL
Wk14 v SD
Wk15 @ DAL
Wk16 v CIN
Wk17 v CLE

Für alle vier wurde die Nachfolge aber bereits in-house geregelt – wie das bei den Steelers eben so üblich ist. Um Smiths Nachfolge balgen sich zwei 1st-rd pick: Ziggy Hood (2009) und Cam Heyward (2011). Hood konnte bis jetzt noch nicht sonderlich überzeugen und Heyward hatte nach fehlenden OTAs und richtigem Trainings Camp letztes Jahr auch so seine Schwierigkeiten, sofort durchzustarten. Das sollte aber vor allem im Falle Heyward nicht viel heißen, die meisten jungen Steelers starten nicht sofort voll durch.

So ist man dann in Pittsburgh auch gar nicht so traurig, daß Gay und McFadden nicht mehr dabei sind. Mit Keenan Lewis (3rd-rd 2009), Curtis Brown (3rd-rd 2011) und Cortez Allen (4th-rd 2011) sind drei vielversprechende Jungspunde im Kader, von denen man viel erwartet. Starter neben Taylor soll Lewis werden.

Farrior wird jetzt in Vollzeit von Larry Foote ersetzt, der mit seinem Nebenmann Lawrence Timmons auch die Aufgabe haben wird, den in der dritten Runde gedrafteten Sean Spence einzulernen.

Umgeben sind Foote/Timmons immer noch vom besten OLB-Duo der Welt. Ohne Diskussion. James Harrison und LaMarr Woodley haben hinter sich auch zwei talentierte Nachwuchskräfte, die sich ihre Sporen verdienen wollen. Jason Worilds (2nd-rd pick 2010) und Chris Carter (5th-rd pick 2011) machen sich noch zwei, drei Jahre warm, bis der 34-jährige Harrison dann mal abtritt.

So hat Pittsburgh auf so gut wie allen Positionen talentierte junge Leute, die ganz old-school mäßig erstmal zwei, drei Jahre alles von der Pike auf lernen und dann die Altvorderen ablösen.

Immer wieder taucht das Gerede von “ach-zu-alte-Defense-Pittsburgh” auf, aber wenn man sich das mal genau beguckt, stimmt das gar nicht. In der D-Line kommen Heyward und Hood; dazu noch der diesjährige 4th-rd pick Alameda Ta´amu, der Casey Hampton ablösen wird. Timmons und Woodley wurden erst 2007 gedraftet und für die beiden anderen LB-Spots – die ja erstmal noch hervorragend besetzt sind – sind auch schon Nachfolger im Kader. In der Secondary sind drei sehr junge Cornerbacks, in die viel Vertrauen gesetzt wird. Viel besser geht langfristiges Teambuilding gar nicht.

Offense

In der Offense sind zwei Veränderungen zu beobachten. Zum einen wurde der langjährige Offensive Coordinator Bruce Arians unter mysteriösen Umständen gegangen – sehr zur Verärgerung von QB Ben Roethlisberger. Der muß sich jetzt mit dem im persönlichen Umgang nicht immer sehr einfachen Todd Haley arrangieren. Zum anderen haben sich die Steelers in den letzten zwei, drei Jahren ganz heimlich, still und leise eine junge, talentierte Offensive Line zusammengestellt, die für erhebliche Überraschungen sorgen könnte.

Fangen wir mit der Offensive Line an. Auch hier sieht man deutlich das langfristige Konzept – und vielleicht sogar schon dieses Jahr erste Ergebnisse. Nach Jahren unterirdischer Leistungen von alten, kaputten Männern könnten dieses Jahr vier hungrige Typen in der Linie stehen, die allesamt jünger als 25 Jahre sind und alle 1st- bzw. 2nd-rd picks waren.

In der Mitte snapt Maurkice Pouncey. Der 1st-rd pick 2010 ist zwar nach wie vor overhyped, aber trotzdem ein guter Center. Der letztjährige 2nd-rd pick Marcus Gilbert hat schon als Rookie eine gute Figur als RT gemacht und sollte nur noch besser werden. Der ehemalige RT Willie Colon, der in den letzten beiden Jahren verletzungsbedingt kaum gespielt hat, soll einen Guard geben, während der diesjährige 1st-rd pick David DeCastro die andere Guard-Positionen übernehmen wird. Um den Posten als Left Tackle streiten sich der diesjährige 2nd-rd pick Mike Adams und der altbekannte Max Starks. Als back-ups für die gesamte Linie stehen daneben noch die genauso altbekannten Trai Essex, Doug Legurksy und Ramon Foster bereit.

Insgesamt also eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten Jahren mit noch rosigeren Aussichten für die Zukunft. Die andere Veränderung gibts auf dem Posten des Offensive Coordinators.

Exkurs Todd Haley

Haley, der neue OC, ist ein seltsamer Typ. Er selbst hat nie Football gespielt, sondern Golf – und das auch einigermaßen erfolgreich. Aufgrund einer Rückenverletzung reichte es aber nicht für die PGA Tour. Nun war aber sein Vater, Dick Haley, eine große Nummer in der NFL. 20 Jahre lang war Dick Director of Player Personnel der Pittsburgh Steelers und ab 1991 für 12 Jahre in gleicher Position bei den Jets.

Dort heuerte Todd 1995 im Scouting Department an. 1997 übernahm Bill Parcells die Jets und war vom jungen Haley so begeistert, daß er ihn gleich in seinen Trainerstab übernahm. Haley begann als Quality Control Coach und wurde später Wide Receivers Coach. In beiden Position arbeitete er sehr eng mit Offensive Coordinator Charlie Weis zusammen. (Überhaupt war der Kern der späteren Patriots-Bagage damals unter Parcells zusammen bei den Jets: Bill Belichick, Romeo Crennel, Weis, Eric Mangini, Scott Pioli)

Nach einem dreijährigen Intermezzo als WR-Coach bei den Bears dachte Parcells sofort an seinen jungen Assistenten, als er die Dallas Cowboys übernahm. Dort war Haley von 2004 bis 2006 Passing Game Coordinator und WR Coach, machte aus dem ungedrafteten Tony Romo einen guten Quarterback und mußte die Diven Terrell Owens und Terry Glenn bei Laune halten. Manchmal hat er sie auch einfach öffentlich zusammengestaucht.

So hat er es dann auch 2007 und 2008 als OC der Arizona Cardinals mit Anquan Boldin gemacht. Allerdings so erfolgreich, daß er die Cards-Offense um Kurt Warner, Larry Fitzgerald und Boldin zu einer der aufregendsten der ganzen Liga gemacht hat und sogar ganz kurz vor dem Super-Bowl-Sieg stand.

Arizonas Cheftrainer zu diesem Zeitpunkt war Ken Whisenhunt, der nicht nur Vorgänger von Arians als Pittsburghs OC war, sondern 1991 von Dick Haley als Tight End für die Jets verpflichtet wurde. So ist das in der NFL.

2008 verpflichtete Pioli, nun GM der Kansas City Chiefs, Haley als HC. Schon von Anfang an gab es Spannungen innerhalb der Mannschaft und des Trainerstabes. So wurde OC Chan Gailey noch während des ersten Training Camps entlassen. Sportlich allerdings ging es aufwärts und im zweiten Jahr gar in die Playoffs. 2010 stand schließlich unter keinem guten Stern, als die drei besten Spieler – RB Jamal Charles, TE Tony Moeaki und S Eric Berry – mit schweren Verletzungen das gesamte Jahr über nur zuschauen konnte. Mit einer 5-8-Bilanz und vielen Gerüchten um Egomanie, Hybris und paranoid überall vermuteter Illoyalität mußte Haley gehen.

Passing Game & Running Game

Kurz zusammengefaßt: Haleys Einflüsse als Play Caller umfassen vor allem Parcells, Weis und Whisenhunt. So ist es auch kein Wunder, daß die Chiefs eines der lauflastigsten Teams der Liga waren. Aber ebenso waren die Cards unter Haley eine der paßfreudigsten Offenses. Daß Haley extrem anpassungsfähig ist und seine Offense um die Spieler herum baut, die er hat und nicht andersrum, wird auch immer wieder als seine große Sträke beschrieben.

Mit Mike Wallace, Emmanuel Sanders und Antonio Brown findet Haley nun in Pittsburgh drei starke junge WR und mit Ben Roethlisberger einen QB, der das Ei auch gerne mal über 50 Yards schleudert. Daher sollte es da weitergehen, wo es unter Arians aufgehört hat. Also viele 3-/4-WR-sets, deutliches Übergewicht des Paßspiels und vor allem eine starke vertikale Komponente.

Monsieur Wallace ziert sich zwar derweil noch wenig, unter seinem Restricted Free Agent Tender zu spielen, aber das Problem wird früher oder später auch gelöst werden. Es ist auch auf der WR-Position auf beeindruckende Weise das gute Händchen im Draften zu sehen: Wallace war ein 3rd-rd pick (2009), Sanders ebenso (2010) und Brown ein 6th-rd pick (2010).

Das seit Jahren schon kränkelnde Running Game kränkelt auch weiterhin. Der etatmäßige Top-RB Rashard Mendenhall befindet sich noch für einige Zeit in der Reha, nachdem er sich im Januar das Kreuzband gerissen hat. Seinen Platz wird Isaac “Redzone” Redman übernehmen, der in den letzten Jahren schon erfolgreich als short yardage-back agiert hat. Dazu kommt noch Rookie Chris Rainey, ein verdammt aufregender space player á la Darren Sproles. Rainey könnte ein schönes Spielzeug für Haley werden, der mit Dexter McCluster genau so einen Typen auch schon in Kansas City hatte.

Ausblick

Also eigentlich alles so wie immer in Pittsburgh. Top-D; starkes Paßspiel um Big Ben und seine starken WRs; nur die Offensive Line sollte besser sein, als in den vergangenen Jahren. Es wird vielleicht einige Startschwierigkeiten geben mit der neuen Offense, die Haley installiert. Aber insgesamt müßte es schon mit dem Teufel zugehen, sollten die Steelers nicht um die Krone der AFC mitspielen. Es müßte Wallace bockig bleiben bis zum Sanktnimmerleinstag; es müßte Haley irgendwie eskalieren; es müßten sich Polamalu und Harrison verletzen oder Roethlisberger ausfallen. Wenn nicht, dann same procedure as every year.

Pittsburgh Steelers in der Sezierstunde

Die Steelers waren in der abgelaufenen Saison trotz etlicher Verletzungsprobleme mal wieder eine der potentesten Mannschaften, und vor allem: Sie waren ein ausgeglichenes Team. Während die alternde Defense nicht mehr so dominiert wie in früheren Tagen, zeigte die Offense explosive Elemente, explosiver als noch in der Vergangenheit. Am Ende scheiterte man aufgrund eines GAU-Viertels in Denver in einem Spiel, in dem ein halbes Dutzend an wichtigen Startern entweder fehlte oder aus dem Spiel getragen wurde.

Was damals wie erste Anzeichen von Untergangsstimmung rüberkam, muss nicht sein. Auch wenn der Mannschaftskern Weiterlesen

Vorschau NFL Wild Card Playoffs 2011/12: Falcons/Giants, Steelers/Broncos

Atlanta Falcons (10-6) @ New York Giants (9-7)

[Sonntag 19.00Uhr, kommentiert auf FOX von Joe Buck und Troy Aikman]

Die New York Giants haben es mal wieder geschafft, nach achterbahnmäßigen Auf und Ab dann doch wieder in die Playoffs zu kommen. Es gab ein paar tolle Siege (vs New England, Philadelphia), einige Einbrüche (z.B. gegen New Orleans), großartige Comebacks (vs Dallas), völlig unerklärliche Niederlagen (vs Seattle) und abgerundet wurde die ganze Saison durch fünf aufeinanderfolgende Niederlagen im November und Dezember. Mit drei Siegen in den letzten vier Spielen kommt man jetzt aber heiß und mit momentum in die Playoffs. Bei den Giants ist das Auf und Ab und andere Aufregung mittlerweile schon zur Tradition unter Head Coach Tom Coughlin geworden. Mal schießt sich der Nr. 1 WR in den Fuß, dann will der RB einen Fan verprügeln oder er beleidigt Rex Ryan mitten im Stadion; Eli wird mal auf eine Stufe mit Peyton gehoben nur um dann zwei Wochen später nicht mal der beste QB in New York zu sein und Coughlin wird jede Seaison mehr als einmal von Fans und Medien symbolisch gefeuert. Um es kurz zu machen: dieser Zirkus ist das genaue Gegenteil der Atlanta Falcons, die weder auf noch ab oder sonst etwas Extremes sind, sondern einfach – naja, so mittel.

Atlanta ist ein durch und durch gutes Team. Das ist einerseits ein Kompliment, andererseits beschreibt es auch ihre Grenzen. Gut heißt einerseits, daß sie zum dritten Mal in den vier Jahren unter HC Mike Smith ( OC Mike Mularkey & DC Brian Van Gorder) mit Quarterback Matt Ryan verdient in die Playoffs gekommen sind. Die Falcons haben sich in diesen vier Jahren auch nicht verändert. Sie haben ein ziemlich gutes Laufspiel, ein solides Paßspiel und eine ganz anständige Defense.

Aber “gut” heißt eben auch “nicht sehr gut”. Ryan ist kein Rodgers, die WRs Roddy White und Julio Jones sind keine Playmaker vom Format Larry Fitzgerald oder Calvin Johnson, RB Michael Turner ist kein Adrian Peterson und DE John Abraham ist kein Terrell Suggs.

Falcons Offense / Giants Defense

So wird das Spiel dann wohl auch taktisch recht “normal” ablaufen: Turner wird seine 20 Carries bekommen, Ryan wird einige gute Würfe machen und Jones/White einige gute fangen (aber auch droppen) und TE Gony Gonzalez wird die Linebackers der Giants öfter Mal alt aussehen lassen. Aber: das Entscheidende wird der Kampf an der Line of Scrimmage sein und hier ist Atlanta klar im Nachteil.

Die Offensive Line der Falcons ist Durchschnitt. Fünf große dicke Jungs, die ihre Stärken vor allem im Running Game haben. Und in den letzten fünf Wochen (vor dem Spiel gegen die Reste der Tampa Bay Buccaneers) hat selbst das nicht mehr besonders gut funktioniert: 89, 70, 86, 97 und 35 Laufyards gegen Minnesota, Houston, Carolina, Jacksonville, New Orleans. Über die gesamte Saison gesehen waren es am Ende nur 4,0 Yards per Carry, schlechter als zum Beispiel Indy.

Im Paßspiel kann sich QB Ryan schon mal auf einige blaue Flecken gefaßt machen. In guter alter Giants-Tradition hat die Verteidigung um Defensive Coordinator Perry Fewell eine tief besetzte Defensive Line mit drei hervorragenden Pass Rushern in Jason Pierre-Paul, Justin Tuck und Osi Umenyiora (auch wenn Umenyiora und manchmal auch Tuck zeitweise in einer Mischung aus leicht verletzt und lustlos aufgelaufen sind). Auch die anderen D-Liner Chris Canty, Linval Joseph und Dave Tollefson sollten in diesem Spiel ihre Plays machen. Das müssen sie auch, um das mittelmäßige, von Verletzungen geplagte LBs-Corps rauszuhauen.

Atlanta hat nur eine Chance auf mehr als 20 Punkte, wenn sie es schaffen, mit White und Jones mehrere Big Plays zu kreieren. Weil das aus der normalen Offense gegen diesen Pass Rush nur schwer möglich sein wird, werden wir wahrscheinlich viel No-Huddle-Offense von Matt Ryan sehen, was er in den letzten Wochen auch schon ausgiebig ausprobiert hat. Das macht den Pass Rush müde, verhindert das Auswechseln von Spielern, Wechsel zwischen Base-, Nickel- und Dime-Defense und hält den Druck auf die Verteidiger hoch.

Giants Offense / Falcons Defense

Der Gameplan der Giants-Offense ist ziemlich simpel: Eli Manning muß das Spiel irgendwie gewinnen. Das Laufspiel ist statistisch das schlechteste der NFL gewesen mit nur 89,2 Yards pro Spiel und 3,5 Yards pro Carry. Nichtsdestotrotz können sie mit einem fitten Ahmad Bradshaw und einem motivierten Brandon Jacobs mehr als 100 Yards machen und ihren Teil beitragen. In den letzten fünf Spielen waren sie, bis auf die Partie gegen Washington, auch immer dreistellig.

Trotzdem muß das Paßspiel die Hauptarbeit leisten. Mit einem teilweise überragend spielenden Eli Manning und einem der besten Receiving Corps der NFL mit Hakeem Nicks, Mario Manningham und Victor Cruz haben die Giants den klaren Vorteil gegen die mäßige Paßverteidigung Atlantas.

Fazit

Am Ende muß irgendwer der Falcons über sich hinauswachsen, um das Spiel zu gewinnen. Die Giants haben mit Eli, Victor Cruz und JPP/Tuck Spieler, die das regelmäßig machen. Bei Atlanta fehlt der ganz große Spieler, der MVP, der game changer, der auch mal das ganze Team auf seinem Rücken zum Sieg trägt. Matt Ryan hat dieses Jahr nicht gezeigt, daß er gegen eine ganz starke Defense ganz stark spielen kann; WR Roddy White hat immer wieder Killer-Drops; WR Julio Jones ist ein Rookie und wartet noch auf seine breakout performance; RB Michael Turner ist immer noch grundsolide, aber nicht der Homerun-Hitter und auch in der Defense gibt es viele überdurchschnittliche Spieler wie CB Brent Grimes, die LBs Lofton und Weatherspoon oder DE John Abraham. Die genannten haben alle durchaus das Talent, ein Spiel zu entscheiden, aber bis jetzt haben sie es noch nicht gezeigt. (In ihren letzten beiden Playoff-Spielen übrigens auch nicht: 2008 L 24-30 @Arizona und 2010 L 21-48 vs Green Bay.) Hinzu kommt noch, daß Dome-Teams in den letzten 40 Jahren nur 9 von 41 Playoffspielen in kalten Stadien gewonnen haben. Die Giants gehen als klarer Favorit in das Spiel.

Pittsburgh Steelers (12-4) @ Denver Broncos (8-8)

[Sonntag 22.30Uhr, kommentiert auf CBS von Jim Nantz und Phil Simms]

Im Mile High Stadium treffen zum Abschluß der Wild-Card-Playoffs zwei der nur drei Playoff-Teams aufeinander, die ein negatives Turnover-Rating haben (Denver -12, Pittsburgh -13). Über Tim Tebow und seine Broncos ist eigentlich alles gesagt, daß muß hier nicht nochmal wiederholt werden. Pittsburgh läuft komischerweise etwas “under the radar”. Die Defense hat unter vielen Verletzungen gelitten und hat die Regular Season völlig unbemerkt als Nr.1 nach Punkten als auch Yards abgeschlossen. In der Offense redet man meistens über die miese O-Line, den verletzten Big Ben und das miese Laufspiel. Aber an guten Tagen ist Pittsburghs Angriff einer der explosivsten der NFL und immer für mehrere Big Plays gut.

Broncos Offense / Steelers Defense

Das wird ein ganz langer Tag für Tim Tebow und seine Offense. Denver hat zwar das beste Laufspiel der Liga, aber Pittsburgh immer noch eine der besten Verteidigungsreihen ligaweit – sowohl gegen den Lauf als auch den Paß. Die Statistiken lassen Pittsburgh nicht ganz so gut aussehen, was aber vor allem daher rührt, daß die LBs alle längere Zeit verletzt oder gesperrt gefehlt haben. Jetzt sind alle wieder fit.

Pittsburgh wird das Spiel sehr aggressiv angehen und Tebow sehr früh Bekanntschaft machen mit Safety Troy Polamalu, der wohl meistens “in the box” spielen wird, um das Laufspiel von Anfang an zu unterbinden. Es sollte auch nicht allzu riskant sein, immer acht Mann in der Nähe der Line of Scrimmage zu haben, denn passen ist nicht gerade die Stärke Tebows.

In den letzten drei Spielen, die allesamt verlorengingen, wurde Tebow entzaubert. Vor allem die Bills und Chiefs haben in der Defense eine sehr aggressive Man-Coverage gegen die WR gespielt und Tebow damit die einfachen “Reads” genommen. Zusätzlich haben die DEs beziehungsweise OLBs sehr diszipliniert gespielt und Tebow nicht Richtung Seitenlinien ausbrechen lassen. Aggressiv und diszipliniert sind dummerweise die Hauptcharakteristika der Steelers-D.

Die Zahlen für Denvers Quarterbacks waren ernüchternd in den Wochen 15, 16, und 17: 30/73, 439 Yards, 1TD, 4 Interceptions, 3 Fumbles. Die Broncos haben nur eine Chance, wenn sie sich von ihren überkonservativen Gameplans verabschieden und ihr Heil in einigen tiefen Bällen suchen. Die Chance dafür sollte zumindest da sein, denn Polamalu wird sich hauptsächlich an der Line of Scrimmage rumtreiben, der zweite etatmäßige Safety Ryan Clark ist verletzt und mit Ike Taylor haben sie auch nur einen starken CB.

Steelers Offense / Broncos Defense

Auf dieser Seite des Balles wird alles von Roethlisbergers linkem Knöchel abhängen. Erstmals hat er ihn sich Anfang Dezember verletzt, humpelte dann in San Francisco nur rum bevor er sich in Woche 16 schonen durfte. Letzte Woche mußte er wieder ran und ist im dritten Viertel gegen Cleveland erneut mit dem Fuß umgeknickt. Nun humpelt er schlimmer als zuvor und ist damit seiner wohl größten Stärke beraubt: der Fähigkeit, immer wieder sicher geglaubten Sacks zu entkommen.

Hinter seiner dezimierten Offensive Line, die schlecht wie eh und je spielt, sollte er am Sonntag immer wieder große böse Jungs auf sich zukommen sehen. Elvis Dumervil und Rookie Von Miller sind das wohl beste Pass-Rushing-Duo der AFC. Miller hat zwar in den letzten Wochen, in denen er angeschlagen war, leicht nachgelassen, aber ein wenig fitter und mit der Motivation eines Playoffspiels vor eigenem Publikum sollte er zur Höchstform auflaufen. Pittsburgh hat in dieser Saison auswärts 25 Sacks zugelassen.

Noch schwieriger wird es für Pittsburghs Offense, weil sich Running Back Rashard Mendenhall mit Kreuzbandriß ins Krankenhaus verabschiedet hat. Nun muß Isaac “Redzone” Redman das Workhorse geben. Ob er dazu fähig ist, muß er erst noch beweisen. Helfen sollte den Steelers die bestenfalls durchschnittliche Secondary der Broncos. CB Champ Bailey ist immer noch gut, aber nicht großartig. Der andere Starting-CB Andre Goodman hat seine besten Tage auch hinter sich und nach der Verletzung von Safety-Legende Brian Dawkins bewachen mit Rookie Quinton Carter und dem 24-jährigen David Bruton zwei Grünschnäbel den tiefen Teil des Feldes.

Das sollte den beiden Deep Threats Mike Wallace und Antonio Brown viel Freude bereiten. Beide haben in dieser Saison mehr als 1000 Yards erfangen und machen pro Catch fast 17 Yards. Wenn Big Ben mal Zeit in der Pocket bekommt, sollten Wallace und Brown die wichtigen Catches und Punkte machen, auch wenn es wohl nicht allzu viele werden dürften. Letztendlich sollten die Steelers aber auch gar nicht so viele Punkte brauchen um eine Woche später zu ihren guten Freunden aus Baltimore oder New England fahren zu dürfen.

Vorschau Woche 10, SNF Patriots@Jets

Wie in der Früh angekündigt, wird hier in Zukunft Herrmann regelmäßiger Beiträge schreiben. Heute geht es um das Sunday Night Game von heute Nacht.


As the world turns… Als wir uns das letzte Mal dem Klassiker Jets-Patriots gewidmet haben (und man lasse sich nur nicht einreden, das sei gar keine “echte” große Rivalry), hingen die Blätter noch an den Bäumen, die Patriots-Offense war das heißeste Ding seit Erfindung des Geldes und der Schreiberling selbst war noch kein Sidelinereporter an der Seite von korsakoff. Seitdem haben die Jets drei Spiele in Folge gewonnen und teilen sich mit einem 5-3-record den ersten Platz in der AFC East mit den Mannschaften aus New England und Buffalo.

Das soll hier keine Executive Summary werden, sondern wir wollen uns auf einen Punkt konzentrieren: New Englands Offense gegen New Yorks Defense. Das Matchup Pats-D gegen Jets-O soll hier nur ganz kurz und nicht umfassend abgehandelt werden: wenn das Laufspiel New Yorks funktioniert, funktioniert auch der Rest. Wenn nicht, funktioniert gar nichts. Und die Lauf-D der Patriots ist nicht die allerschlechteste.

Die Patriots seit haben dem letzten Spiel gegen den Divisionsrivalen in Woche 5 das große Zittern bekommen, seitdem nicht ein Mal mehr als 20 Punkte gemacht (20 gegen die Cowboys, 17 gegen die Steelers und 20 gegen die Giants) und sahen ihre hochgelobte Offense entzaubert. Am schlimmsten sah der Angriff um Tom Brady gegen Pittsburgh aus und das Überraschendste daran war, daß die Steelers es mit einer anderen taktischen Marschroute geschafft haben als die Jets bei ihrem letztjährigen Playoffsieg.

Die Grundidee beider, der Jets wie der Steelers, war gleich: die WR an den Seitenlinien verteidigt man 1-gegen-1, das reicht aus, weil Branch, Ochocinco, Taylor Price oder auch TE Hernandez vielleicht mal einen oder zwei Bälle fangen, aber uns nicht das Genick brechen werden. Der Unterschied lag in der Defense, die sie zwischen den Seitenlinien gespielt haben.

Pittsburghs Dick LeBeau, gebranntes Kind nach der Klatsche gegen New England letztes Jahr, als Brady genüßlich Zone-Coverage um Zone-Coverage auseinandergenommen hat, versuchte einfach mal was ganz Neues, was sich (seltsamerweise?) bis jetzt noch niemand getraut hat: Mann-Verteidigung mit Bump-and-run an der Line of Scrimmage und als Highlight oben nur einen Safety. Damit waren die Receivers der Pats völlig überfordert und das gewohnte Timing zwischen QB und WR war wie weggeblasen. Weil der zweite Safety – in der Regel ein Herr namens Polamalu – damit “in the box” war, wurde einerseits Bradys beliebte Mitte für die TEs und Welker mit einem Extramann abgedeckt und andererseits hatte auch das Laufspiel einen zusätzlichen Verteidiger gegen sich.

Die Jets hatten einen ähnlichen Ausgangspunkt, haben den Rest aber ein wenig anders gemanaget. Also auch: außen eins gegen eins. Und auch: Mitte zu. Aber Rex Ryans Jungs aus den Meadowlands haben das getan mit Zonenverteidigung. Bis auf zwei Cornerbacks haben alle Spieler der Secondary (die Jets haben hauptsächlich Dime gepielt) im Umkreis der Hash Marks ihre Zonen verteidigt. Und oftmals haben sie nur 3 Pass Rusher aufgeboten und 8 Mann (!) in die Paßverteidigung geschickt. New England hat das diese Saison in Woche 5 mit viel hard-nosed Laufspiel gekontert. Aber wenn die Jets ihre Strategie mit der Steelers-Taktik verbinden, wird auch das wohl nicht funktionieren.

Der Angriff von Belichick, Brady und OC Bill O´Brien braucht eine neue Idee, einen neuen wrinkle. Irgendetwas Neues. Mehr 3-WR- oder 4-WR-Sets vielleicht, ein kreativeres Laufspiel, ein Pärchen Ocho/Brady, das endlich lernt, miteinander zu spielen oder einfach nur einen Deep Threat. Brandon Tate war es nicht, Vielleicht kann es Taylor Price sein,

Ich möchte keinesfalls klingen wie ein “Fan, der vom Gestern lebt” (Uli Hoeneß), aber wo ist der Deep Threat – formerly known as Randy Moss? Es hat schon einen Grund, warum alle guten Mannschaften so einen in ihren Reihen haben und sogar ein Schüler Belichicks wie Thomas Dimitroff  seine Karriere aufs Spiel setzt, um einen Julio Jones zu draften. Das ist kein Plädyer pro Moss, aber von irgendwoher muß er kommen, der schnelle Receiver mit den langen Schritten, der tief gehen kann.

Für die Patriots ist dieses Spiel sehr viel wichtiger als für die Jets. Es könnte das erste Mal seit 2002 werden, daß Bellys Pats drei Spiele in Folge verlieren. Wenn man dazu nimmt, daß New England seine letzten drei Spiele in den Playoffs verloren hat und der letzte Sieg in diesen aus der Saison 2007 datiert, kann man tatsächlich so langsam mit dem Abgesang auf die Patriots der Belly/Brady-Ära beginnen.

Oder, wenn man nochmal den letzten Optimismus zusammenkratzen will, könnte dieses Aufeinandertreffen einen Wendepunkt markieren wie das Spiel in Woche 5 der Saison 2003 (38-30 gegen die Titans), das den Beginn der längsten Siegesseries der NFL-Geschichte einläutete: 21 Spiele in Folge ungeschlagen und Siege in den Super Bowls XXXVIII und XXIX.

Es wird sich zeigen und das Spiel hat als Sunday-Night-Ansetzung auch einen würdigen Platz dafür.

Mit den Pittsburgh Steelers in den Sonnenuntergang

Zur Wochenmitte die Franchise, die wie keine andere für Konstanz im NFL-Zirkus steht: Die Pittsburgh Steelers, sechsfacher Superbowl-Champ und im vergangenen Winter trotz zahlreicher Flauseln und miserabler Offensive Line um ein Haar ein siebtes Mal zum Ringträger geworden.

Die Steelers werden regiert von der integeren Rooney-Familie, die zu sich steht wie kaum eine zweite Besitzerschaft – mal von der scheinbaren Doppelmoral in den Fällen Roethlisberger/Holmes abgesehen – und obwohl ich kein Steelers-„Fan“ bin, kann ich nicht anders, als diese Franchise mit einer Tasse Bewunderung gegenüberzutreten. Wie auch nicht dem Head Coach, der coolen Socke Mike Tomlin.

Die Offense

Wer die These „Offensive Line ist die Basis einer guten Mannschaft“ widerlegen möchte, dem sei auf das Beispiel Steelers verwiesen. Es wäre vermessen, von „zusammenzimmern“ zu sprechen, wenn es darum geht, den Schutz für Quarterbacks und Laufspiel zu beschreiben. Einzig Rookie-Center Maurkice Pouncey zeigte bei aller Unerfahrenheit NFL-Reife, für diesen Herbst kehrt wenigstens der adäquate OT Willie Colon wieder zurück – dazu gibt es den Rookie OT Marcus Gilbert.

Solange jedoch der hünenhafte QB Big Ben Roethlisberger hinter dieser Line seine Improvisationskünste zeigt, wird die Offense halbwegs halten. Roethlisberger wird oft nachgesagt, sich zu ungern vom Ball zu trennen, was ich seit vergangener Saison nicht mehr unterschreiben würde.

Das hat Gründe, die man in der Ballfänger-Armada finden kann. WR Mike Wallace ist ein deep threat vor dem Herrn (60 Catches, 21.0yds/Catch), der eisenharte WR Hines Ward verprügelt wohl noch mindestens ein weiteres Jahr gegnerische Linebackers, dazu gesellen sich der fangsichere TE Heath Miller, der aufstrebende WR Emanuel Sanders und eine Serie an Running Backs mit sicheren Händen.

Einer davon ist das Arbeitstier Rashard Mendenhall, dem man die meisten Carries gibt und trotzdem werde ich nie den Eindruck los, dass man mit Mendenhall nicht 100%ig glücklich ist. Dabei sind 3.9yds/Carry hinter dieser Line nicht zu unterschätzen.

Eine Sollbruchstelle würde ich dann verorten, wenn Roethlisberger verletzt ausfallen sollte. Backup Byron Leftwich ist der vermutlich immobilste QB (und dann hinter dieser Line!), QB Dennis Dixon und Charlie Batch sind dann auch nicht die Leute, auf die ich meine Jetons setzen wollte.

Die Defense

Pittsburghs Abwehr ist die #1 der NFL. Hauptverantwortlich dafür ist DefCoord-Genie Dick LeBeau, der Erfinder des Zone Blitzes und ein fanatischer Kreativkopf, wenn es um Ausarbeiten von Blitzes geht. Keine Defense in der NFL veranstaltet so viel und so variabel Rabatz, wenn es darum geht, gegnerische Quarterbacks unter Druck zu setzen.

Schlüsselspieler ist dabei Safety Troy Polamalu, der seine ganz eigene Rolle als Freigeist spielt und instinktgetrieben spielen darf. Polamalu ist häufiger als andere Spiele in Ballnähe und macht gerne pro Spiel 1-2 Big Plays.

Polamalu ist der Superstar, aber was diese Defense IMHO definiert, ist die Front Seven. Kein Mensch spricht über NT Casey Hampton, der seit Jahrzehnten verlässlich das Loch in der Mitte zumacht, dazu kommen Porno-Bart Brett Keisel, der mittlerweile alternde Aaron Smith und die jungen Ziggy Hood und Cameron Heyward, die alle ihre Einsätze sehen werden.

Diese Line hält der fantastischen Linebacker-Crew den Rücken frei. Pittsburghs Linebacker sind das beste, was man in der NFL so bekommen kann – und wir können dabei ruhig unit-übergreifend sprechen. Die OLBs Lamarr Woodley und James Harrison sind absolute Ligaspitze, der feurige Leader ILB James Farrior ist auch mit 36 noch in Schuss und dann hat man immer noch nicht über den vielleicht besten aus dem Quartett gesprochen: ILB Lawrence Timmons, ein Mann im fünften Jahr. Und mit Backup Larry Foote haben wir noch den Mann mit dem härtesten Würgegriff in der Hinterhand.

Das alles resultiert in einer Lauf-Abwehr, die über 333 Carries zuletzt im Schnitt 3.0yds/Lauf aufgegeben hat. Noch Fragen?

Ausblick

Pittsburgh hat einige der besten Footballspieler in seiner Mannschaft, und trotzdem fand ich den Superbowl-Run in der vergangenen Saison mehr glücklichen Umständen geschuldet denn purer Dominanz. Die Offense kriegt hinter dieser mickrigen Line keinen Rhythmus zustande, die Defense erwies sich in der Post Season als abhängiger von Polamalus Geniestreichen als gedacht.

Wk #1 @Ravens
Wk #2 vs Seahawks
Wk #3 @Colts (SNF)
Wk #4 @Texans
Wk #5 vs Titans
Wk #6 vs Jaguars
Wk #7 @Cardinals
Wk #8 vs Patriots
Wk #9 vs Ravens (SNF)
Wk #10 @Bengals
Wk #11 BYE
Wk #12 @Chiefs (SNF)
Wk #13 vs Bengals
Wk #14 vs Browns (Donnerstagnacht)
Wk #15 @49ers (ESPN)
Wk #16 vs Rams
Wk #17 @Browns

Der Schedule sieht bis auf wenige Kracher recht einfach aus und hat vermutlich zu wenige Stolperfallen eingebaut, als dass Pittsburgh selbst mit einem zweiten Platz hinter Baltimore nicht wenigstens eine Wildcard ergattern kann. Der ernsthaften Prüfung wird man im Jänner gestellt sein, und ich kann mir nicht vorstellen, dass man noch einmal zwei Spiele in Serie gewinnt, in denen man jeweils eine Halbzeit lang nach Strich und Faden dominiert wurde und in der anderen Halbzeit von kollabierenden und nicht vorbereiteten Gegnern profitierte.

Das Zeiteisen verrät: 642 Minuten verbleiben. WordCount nach 13 Teams: 12273.

Superbowl-Countdown T-minus 4: Die Pittsburgh Steelers

Genug des Vorgeplänkels, kommen wir zur Vorstellung der beiden Superbowl-Mannschaften 2011, angefangen mit den Pittsburgh Steelers, Traditionsmannschaft und Superbowl-Rekordsieger.

Was die Steelers ausmacht – geschichtlich

Wir wissen seit Sonntag, dass die Pittsburgh Steelers eine der beliebtesten und ältesten Mannschaften der NFL sind. Und das vor allem seit den 70er Jahren, als a) die Mannschaft dank 4 Titeln und „Steel Curtain“ höchst erfolgreich und identitätsstiftend war und b) die Arbeiter- und Stahlstadt Pittsburgh eine schwere Krisenzeit durchlebte, woraufhin sich die Einwohner und damit auch die Fans quer über die Lande verstreuten.

Nach den grandiosen 70ern unter Head Coach Chuck Noll, QB Terry Bradshaw und DT Mean Joe Greene erlebte die Franchise in den 80ern zwar einen leichten „Niedergang“ („nur“ vier Playoffteilnahmen), aber Noll war trotzdem unantastbar, so was wie der Guy Roux unter den NFL-Coaches. Grund dafür: Die Familie Rooney, seit der Gründung 1933 in Besitz der Steelers (als Pirates gegründet), hat den Ruf, außergewöhnlich loyal zu seinen Angestellten zu sein und sie nicht nach ein-zwei erfolglosen Jahren zu feuern.

Die Rooneys stellten nach Nolls freiwilligem Abgang 1992 mit Bill Cowher wieder einen jungen, feurigen Coach ein. Cowher war ein Einheimischer, ein Junge aus Pittsburgh und erwarb sich schnell den Ruf, ein Kumpeltyp zu sein, einer der emotionalsten Head Coaches der NFL. Und natürlich einer, der von der Defensivseite her kam. Cowher installierte eine sehr blitzfreudige Defense mit dem auffälligen, weil sehr „mannhaftigem“ Linebacker Kevin Greene, als zentralem Kopf. Und Cowher trieb seine Steelers fast jedes Jahr in die Playoffs. Nur, um immer wieder zu scheitern, 1995 gar erst in der Superbowl.

Trotz des Loser-Images in kritischen Situationen blieben die Rooneys Cowher stets treu, bis zum großen Erfolg im Februar 2006: Sieg in Superbowl XL. Ein glücklicher Sieg. Aber ein typischer: Sehr auf die Defense vertrauend, mit viel Laufspiel und mit einer ganzen Latte an Eigenbauspielern. Pittsburgh ist dafür bekannt, sich seine Stars selber via Draft zu holen und nur begrenzt auf dem Transfermarkt (Free Agency, Trades) aktiv zu sein.

Das ist auch heute noch so: Spieler wie QB Ben Roethlisberger, RB Rashard Mendenhall, WR Hines Ward, SS Troy Polamalu oder NT Casey Hampton sind alle von Pittsburgh gedraftet worden und spielen seit z.T. langen Jahren dort.

Mike Tomlin - ©Flickr

Cowher ist indes nicht mehr da. Dafür haben die Rooneys nach dessen erschöpftem Abgang wieder so einen jungen Coach eingestellt. Noch dazu einen Schwarzen: Mike Tomlin, ein weiterer Kumpeltyp – und, erraten, ein ehemaliger Defensivcoach. Tomlin ist eine coole Socke, ein Typ „High Five an der Seitenlinie“, stets vollstes Vertrauen in seine Defense ausstrahlend.

Vor zwei Jahren marschierten die Steelers in Tomlins zweitem Jahr zum Titel. Im Finale war letztlich die Offense entscheidend, aber auf dem Weg dorthin hatte Pittsburgh Spiele praktisch ohne Angriff bestritten – und gewonnen. Tomlin überlässt die Arbeit mit seiner Defense hauptsächlich dem greisen, aber g-e-n-i-a-l-e-n Dick LeBeau, einem unscheinbaren Männchen, Blitz-Fanatiker und Erfinder des Zone Blitzes.

Was die Steelers ausmacht – spielerisch

Auch die Ausgabe „Steelers 2010/11“ duftet nach delikater Defense in Kombination mit rustikaler Offense. Wie schon die ganzen letzten Jahre. Für mich kriegt Tomlin erstaunlich wenig Anerkennung im Bezug auf die Ergebnisse. Ist es, weil Tomlin eine fast fertige Mannschaft übernommen hat? Ist es, weil die Trainerarbeit stark von den Assistenten LeBeau und Bruce Arians (OffCoord) übernommen wird?

Fakt ist: Tomlin fährt eine gerade Linie. Das Konzept ist klar erkennbar: Trainer und Spieler an einer längeren Leine halten, für gute Stimmung sorgen, harte Defense spielen lassen und junge Spieler draften, je nachdem, für welche Position man Nöte hat.

2010/11 sind die Steelers trotz 12-4 Record und zwei Playoff-Heimsiegen keine überragende Mannschaft. Die Offense ist bestenfalls mittelmäßig, basiert auf Laufspiel um RB Mendenhall (1273yds, 13 TDs in der Regular Season), nur, um seit den Playoffs das Spiel vermehrt in die Hände von QB Roethlisberger zu legen.

Eine Schwäche in den letzten Jahren war die Offensive Line. Durch den kometenhaften Einschlag von Rookie-Center Maurkice Pouncey (kam von den Florida Gators und schon im ersten Jahr All-Pro) schien ein Großteil des Problems behoben. Jetzt verletzte sich aber ausgerechnet Pouncey im AFC-Finale und ist mehr als fraglich für die Super Bowl. Ob da eine neue Baustelle entstanden ist?

Die Defense ist absolut dominant und nicht für den zu überwinden, der über Laufspiel erfolgreich sein will. Die Steelers sind in der Hinsicht #1 der Liga und werden jegliche Versuche auch gegen die mäßige Lauf-Offense der Packers abwürgen. Gegen den Pass wird viel, aber zuletzt immer dosierter geblitzt. Die Linebackers Harrison und Woodley besitzen immensen Zug zum QB, können aber auch hart, härter, am härtesten hitten. In der Coverage besitzen die Steelers seit Jahren bis auf SS Polamalu kein überragendes Personal. Weil aber dank Blitzes viel Druck auf die QBs ausgeübt wird, ist auch die Pass-Verteidigung überdurchschnittlich.

Was die Steelers ausmacht – Die Schlüsselspieler

Ben Roethlisberger - QB Steelers

Big Ben - ©Flickr

Auch wenn die Steelers in den Playoffs gegen Erzfeind Baltimore und gegen die New York Jets zweimal mächtig gewackelt haben: Sie finden einen Weg, das Spiel zu gewinnen. Es ist nicht schön, aber wenn es darauf ankommt, vergisst QB Big Ben Roethlisberger seine nur begrenzt erbaulichen Statistiken. Roethlisberger ist ein Typ „Just win!“. Egal wie. Wenn es knifflig wird, wenn sich der Wind zu drehen scheint, wenn das Pendel in die andere Richtunng auszuschlagen droht, findet Roethlisberger einen Weg aus der Gefahrenzone. Wie gegen Baltimore (59yds-Pass gegen Spielende bei 3rd-and-19), wie gegen die Jets (mitten in der Jets-Aufholjagd per Passspiel die Uhr gekillt). Die Verbindung zu TE Heath Miller & WR Hines Ward ist bei jedem 3rd down zu beachten. Wenn gar nichts geht und die Pocket kollabiert, ist Roethlisberger immer noch in seinem Element: Mit unorthodox aussehenden Scrambles findet der hünenhafte QB halt seine eigenen 3-4yds zum 1st down.

Roethlisberger stand vor einem Jahr schwer unter Beschuss, nach wiederholtem Vergewaltigungsvorwurf und Kritik am unsteten Lebenswandel. Nur eine skandalös schlampige Ermittlungsarbeit der Kripo verhinderte den Weg in den Bau. Von der NFL wurde er vier Wochen gesperrt. Das Bad-Boy-Image passt irgendwie nicht zu Roethlisberger. Spox.com hat den Mann für uns portraitiert.

Troy Polamalu - Pittsburgh Steelers

Troy Polamalu - ©Flickr

Größter Sympathieträger in Pittsburgh ist SS Troy Polamalu, ein polynesischer Brausekopf mit seinen wedelnden Haaren und seinem spektakulären Spiel  sofort für jedermann erkennbar. Die #43 der Steelers gehört zu den beliebtesten und wichtigsten Spielern der Liga. In dieser Saison wurde Polamalu endlich zum Verteidigungsspieler des Jahres gewählt. Polamalu muss sich nur bedingt an das LeBeau’sche Konzept halten. Sein Riecher für den Ball, seine Spielinstinkte sind so ausgeprägt, dass Polamalu für einen NFL-Spieler ungewöhnlich viele Freiheiten bekommt. Polamalu ist so was wie ein Freigeist in der Defense – und ein sehr bescheidener Charakter.

Ruhig daher kommt auch Linebacker James Harrison – neben dem Spielfeld. Kaum betritt der Mann aber den Rasen, wird die #92 der Steelers zum Hulk. Ein groß gewachsener, extrem kräftiger Mann, mit dem Hang zur Bösartigkeit. Harrisons Ruf ist legendär schlecht und sorgte im Lauf der Saison dafür, dass die Zebras mit gelben Flaggen um sich warfen als stünde jeder von Harrison berührte Spieler unmittelbar vor dem Transport ins nächstgelegene Krankenhaus. NFL Network hat Harrison interviewt.

 Ein hörenswertes Interview, das ein leichtes Umdenken bewirkt.

Nächster Hulk auf dem Spielfeld: WR Hines Ward, ein ehemaliger College-QB, aber in Pittsburgh seit Äonen Anspielstation #1. Kein Receiver mit Yards-Zahlen, die in den Himmel wachsen, aber ein unverzichtbarer Mann, vor allem bei 3rd downs. Ward ist kein Sprinter, kein Ästhet, aber einer der besten Blocker auf seiner Position – und dank nicht immer astreinem Spiel ein verhasster Mann beim Gegner.

Einer geht noch. Ich lasse mal den ruhigen, aber unersetzlichen NT Casey Hampton außen vor. Denn mit DE Brett Keisel ist in den letzten Tagen ein anderer Mann ins Licht der Medienwelt getreten. Keisel könnte glatt als uriger Tiroler auf einem verscheiten Hochplateau mit Speckbrett vor der Almhütte daherkommen. So dicht ist der Bart dieses Mannes mittlerweile gewachsen. Zottelbär Keisel war es auch, der vor zwei Jahren in der Superbowl den Fumble Warners in den letzten Sekunden erobert und damit Titel #6 eingetütet hat.

Warum ich die Steelers siegen möchte

Die Pokalübergabe in der NFL gehört zu den merkwürdigeren weltweit. Nicht der Quarterback, nicht der Mannschaftskapitän kriegt den Pokal. Sondern der Owner. Und statt zu feiern, werden erst große Reden geschwungen, die jegliche Emotionalität gerne den Bach runtergehen lassen. Die Pokalübergabe findet seit Jahren auf immer monströseren Podesten statt. Man werfe die Faktoren „Cowboys“ und „Jerry Jones“ ein und stelle sich das Podest 2011 vor. Der zierliche, fast 80 Jahre alte Steelers-Owner Dan Rooney auf den futuristischen Gebilden – bizarres Kontrastprogramm at his best.

Morgen folgen die Green Bay Packers. Eine Matchup-Vorschau gibt es erst am Sonntag Abend.

AFC Conference Championship Game 2010/11 Preview

Sonntag/Montag um 00h30 live bei ESPN America, Puls 4 und Sport 1+

Das NFC-Finale 2011 sorgt für feuchte Höschen. Das AFC-Championship sollte vor allem für blaue Flecken sorgen. Gestatten: Pittsburgh Steelers vs. New York Jets. Bad Boys und knochenharte Defense. Keine Angelegenheit für Offensiv-Feinschmecker und Laien.

Dafür das Duell des Superbowl-Rekordchamps Pittsburgh gegen die netten, aber unglücklichen Jungs von nebenan, die Jets, die in der Metropole New York City trotz Broadway Joe und der Superbowl-Sensation von 1969 über Jahrzehnte eine blasse Franchise blieben.

Das Duell der bösen Jungs aus Pittsburgh, die Woche für Woche erst mal mit Leeren des Briefkastens und Sortieren der Zahlungsaufforderungen von Mr. Goodell beschäftigt sind, gegen die lauten Jungs aus New York, deren Worte zwar in keiner seriösen Zeitung abgedruckt werden, die nach dem vergangenen Sonntag aber wenigstens Anerkennung gefunden haben.

Doug Brotzmanien

Ich kann mich noch verdammt genau an eine frühe Samstagnacht im Jänner 2005 erinnern. Die gesichtslose Gang Green aus New York zu Gast im Ketschupstadion bei der Sensation der NFL: Rookie-QB Big Ben Roethlisberger und seinen beinharten Steelers. Eine Nacht, in der Roethlisberger später als jeder andere Rookie-QB gegen die Mauer, den Rookie Wall, rannte und Interception um Interception warf. Die Jets bekamen ihrerseits keinen Fuß aufs Spielfeld und brachten offensiv nix zusammen. Es ist eines meiner höher gerankten NFL-Playoffspiele. Aber see here selbst…

Weiteres enges Spiel: Dezember vor ein paar Wochen, als die Jets die Steelers knapp 22-17 putzten und man sich nach dem Spiel getrost fragen durfte: Wie zum Teufel haben die Jets das gewonnen? Nach und nach wurden langsam die Steelers abgewürgt und am Ende ein knappes, aber sehr wichtiges „W“ mitgenommen.

Oldies auf der letzten Jagd

Wichtiges „W“s in fremden Stadien haben die Jets auch und vor allem in diesen Playoffs mitgenommen. Nacheinander die QB-Koryphäen Peyton Manning und Tom Brady IN deren Stadien abgewürgt zu haben – das zeugt von spielerischer Klasse. In New England hatte man am Fernseher nicht mal mehr den dringenden Verdacht, die Jets wären mehr Schmarotzer, Nutznießer eines suboptimalen Tages beim Gegner. Das war Football mit hoher Intensität, vor allem von der Front Seven, und eine Coverage-Arbeit, die du ganz selten siehst. Wie eng CB Darrelle Revis seinen Gegenspieler zudeckt, das hat schon was. Dazu eine Menge Druck auf die Offensive Line ausgeübt. Die Offense ist immer dann gefährlich, wenn das Laufspiel in die Gänge kommt und QB Mark Sanchez mit Play-Action arbeiten kann. So weit, so gut.

Rex Ryan

Für die New York könnten die Probleme eher im psychologischen Bereich liegen. Das Spiel gegen die Patriots war das Spiel der Spiele. Die Jets haben im Verlauf dieser Saison mächtig viel gequatscht, aber die vergangene Woche waren sie drauf und dran, die eigene Zunge noch zu verschlucken. Auch wenn das erklärte Ziel seit Sommer der Titelgewinn ist: Es fühlt sich momentan so an, als hätten die Jets das Wichtigste schon hinter sich und seien nun auf Bonus-Trip.

Dabei dürfte die Mannschaft trotzdem hungrig sein. Was da an Spielern rumläuft, die an anderem Ort und Stelle Pro Bowler, aber keine Super Bowler waren, ist faszinierend: RB LaDainian Tomlinson, CB Antonio Cromartie, DE Jason Taylor oder WR Braylon Edwards seien genannt. Stars, die schon Rost ansetzen und vielleicht auf dem Weg zu ihrer einzigen verbliebenen Titelchance sind.

Eher nicht die letzte Titelchance dürfte es für Head Coach Rex Ryan sein, der seit zwei Jahren die NFL mit seiner vorlauten Art aufmischt. Ryan dürfte wie für die Patriots auch für Pittsburgh wenig Empathie empfinden. Als jahrelanger Ravens-Defensive Coordinator dürften auch die Steelers als Nemesis gelten. Zumindest Ryan wird noch brennen, wenn auch das Feuer ein klein wenig aus der Mannschaft raus sein könnte.

Innerlich brennen dürfte aber auch WR/PR Santonio Holmes. Holmes war vor zwei Jahren ein integrales Bestandteil der Playoff-Steelers, als er mit Punt-Return-TD erst die San Diego Chargers erlegte und dann mit einem fassungslosen Catch die Superbowl entschied. In der Offseason vergriff sich Holmes erst an einer jungen Dame und griff danach zu tief in die Betäubungsmittelkiste. Ergebnis: Pittsburgh, wo auf gute Manieren abseits des Feldes Acht gegeben wird, schickte den jungen Mann für lächerliche Kompensation nach New York.

Der unscheinbare Oldie

In Pittsburgh kann sich nur ein Mann Fummeleien ohne Rausschmiss leisten: QB Big Ben Roethlisberger, der stämmige Mann mit den schweizerischen Wurzeln. Roethlisberger ist ein Brocken von einem Mann, ein rustikaler QB, auf dem Platz ein Siegertyp, aber abseits ein Rowdy: Vor ein paar Jahren schwer auf einem illegalen Motorradtrip verunglückt und monatelang mit Kopfverletzungen ausgefallen und in der Folge immer wieder durch Sauftouren und Weibergeschichten auffällig geworden. Verzwickt war die Lage wie auch bei Holmes im Frühjahr, aber Roethlisberger konnte nach grottig geführten Ermittlungen nichts nachgewiesen. Ober-Moralhüter Roger „Goodell“ schmiss Roethlisberger trotzdem für ein paar Wochen aus dem NFL-Verkehr.

Dick LeBeau - ©Flickr

Pittsburgh konnte auch mit Backup-QBs Dennis Dixon und Charlie Batch gewinnen, und Grund dafür ist die Defense: Blitzfreudig, zuweilen hart an der Grenze zur Illegalität (OLB James Harrison) und gesegnet mit einem Superstar in jeder Unit: NT Casey Hampton, der seit gefühlt drei Jahrzehnten die Löcher stopft, Harrison und Freigeist-Safety Troy Polamalu. Polamalu ist selbst für Laien sofort auffällig: Wehendes Haar und bei jedem Spielzug am Geschehen dran. Bei so viel Spektakel in der Defense darf ein Mann nicht vergessen werden: Defensive Coordinator DickLeBeau, einst chaotischer Head Coach in Cincinnati, aber ein genialer Defensivcoach und Erfinder des „Zone Blitzes“. Ein unscheinbares Männlein in den Mitt-70ern. Und immer noch fündig beim Lückenfüllen.

Die Defense ist spektakulär. Die Offense ist effizient, aber mehr nicht. Die Offensive Line war jahrelang eine Problemzone, aber u.a. dank des Einkaufs von Sensations-Rookie C Maurice Pouncey läuft es besser. Und „laufen“ ist wörtlich zu nehmen: Pittsburgh hat mit RB Rashard Mendenhall einen Mann, der gerne durch die Mitte läuft, über den Gegner drüber als drumherum. Ansonsten hängt natürlich viel an Roethlisberger und seiner jungen WR-Crew und TE Heath Miller.

Dem Coach sein Loblied

Mike Tomlin - ©Flickr

Es ist aber auch an der Zeit Pauken und Trompeten auszupacken und Head Coach Mike Tomlin ein Loblied zu singen. Tomlin wird immer etwas übersehen, hat er doch einst von Bill Cowher ein fast fertiges Team übernommen und nur an einen Stellen geschraubt – zudem machen die Assistenztrainer in Pittsburgh überproportional viel. Tomlin scheint hauptsächlich für die gute Stimmung im Team verantwortlich zu sein. Ein Job, den der Mann sicher top erledigt – wie man in NFL Films sieht: Tomlin ist ein cooler Hund samt High-Five und Sonnenbrille von Welt.

Das ist nicht der Punkt. Knuddeln könnte man Tomlin für seinen mutigen Play-Call am Samstag gegen die Ravens, als er gegen Spielende bei 3rd down einen tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiefen 58yds-Pass aus der Trickkiste holte und im Endeffekt dadurch das Spiel eintüten konnte. Solche Play-Calls sind mitschuldig dran, dass ich mir diesen Sport überhaupt reinziehe. Dankesworte bitte nach Pittsburgh schicken.

korsakoff…

…macht das, was er nicht sollte: Er tippt wieder gegen die Jets. Pittsburgh gewinnt, aber es ist eine Bauchentscheidung. Das Spiel hat alles: Furchtlose Head Coaches, Top-Defenses und hungrige Spieler – hungrig auf Tackles und Ringe. Die Wir-gegen-Alle-Mentalität in beiden Lagern sollte das Quäntchen Extramotivation bieten. Grund genug, um trotz eines strengen Montags die Nacht um ein paar Stunden zu verlängern.

Damit sollten auch die letzten verbliebenen Luftvögel aus dem Titelrennen fliegen.

Was man aber nicht außer Acht lassen sollte: Man stelle sich eine Superbowl Green Bay Packers vs. New York Jets vor – und Brett Favre grad in den Ruhestand getreten 😉