Auftakt zur Bowl-Season 2017/18: Die wesentlichen Fragen und Antworten

Morgen beginnt die Bowl-Season 2017/18. „Bowl Season“ hat nicht so viel mit Schüsseln zu tun wie ein Neuling im ersten Moment denken würde. Es ist vielmehr der Saisonabschluss für die College-Football Mannschaften mit positivem Record, eine Art Belohnung für eine mehr oder weniger gelungene Saison. Über das Bowl-System habe ich schon mal vor ein paar Jahren geschrieben – es hat sich bis heute zwar hie und da ein Detail wie das Playoff geändert, aber im Kern sind die Bowls das geblieben, was sie schon immer waren: Freundschaftsspiele zum Ausklang des Jahres. Weiterlesen

Sunbelt Conference 2011/12 in der Sezierstunde

Bezug nehmend auf die sommerliche Vorschau für die einzelnen Conferences im College Football nun ein Rückblick auf die Performances selbiger. Als ein wichtiges Bewertungssystem dient mit das „Simple Rating System“ (SRS), ein „nach vorne schauendes“ Ranking, das einst von Chase Stuart (Pro-Football-Reference) entwickelt wurde. Es setzt sich zusammen aus der Summe von:

  • MOV (Margin of Victory/Höhe der Siege)
  • SOS (Strenght of Schedule)

Ergo: MOV + SOS = SRS. Ist kein perfektes Mittel, reiht aber auf einfache Weise die Teams in eine ungefähre Reihenfolge.

Die Sunbelt Conference ist wenig überraschend auch 2011/12 Bodensatz. Das höchst gerankte Team, Arkansas State, liegt nur an Platz 54, das durchschnittliche Team ist auf Platz 94,6 platziert.

Rk   Universität         G    MOV     SOS     SRS      W-L
54   Arkansas State      12   13.1    26.0    39.1    10-2
79   FIU                 12    6.6    25.7    32.4     8-4
85   ULL                 12    2.8    27.5    30.3     8-4
89   Western Kentucky    12   -1.1    30.2    29.1     7-5
96   ULM                 12   -0.8    29.0    28.1     4-8
103  North Texas         12   -6.1    32.3    26.2     5-7
112  Troy                12  -10.1    30.1    20.0     3-9
115  Middle Tennessee St 12  -12.7    28.7    15.9     2-10
118  Florida Atlantic    12  -19.5    30.9    11.4     1-11

Die folgende Tabelle vergleicht auf vereinfachte Weise Erwartung und SRS. „EXP“ ist die im Sommer erwartete Platzierung im 120er-Ranking der Mannschaften, „SRS“ die Platzierung nach Abschluss der Regular Season. „+/-„ ist die Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Abschlussplatzierung, wobei überaus positive Überraschungen grün, negative Überraschungen rot gedruckt sind.

Universität                        EXP   SRS   +/-
Troy Trojans                       68    112   -44
FIU Golden Panthers                70    79    -9
Arkansas State Red Wolves          80    54    +26 
Middle Tennessee St Blue Raiders   91    115   -24
ULM Warhawks                       94    96    -2
North Texas Mean Green             102   103   -1
Florida Atlantic Owls              106   118   -12
Western Kentucky Hilltoppers       109   89    +20
Louisiana-Lafayette Ragin’ Cajuns  117   85    +32

Eine große Enttäuschung war die Mannschaft mit dem flockigsten Namen in der FBS: Die Middle Tennessee State Blue Raiders, deren 2-10 Bilanz selbst die niedrigsten Erwartungen noch unterbot und die überraschend zum Bodensatz gehörten. Als einziger Lichtblick wurde der krankenartige Freishman-DE Shubert Bastien (1,97m) ausgemacht.

Auffällig auch, wie brutal Troy nach zuletzt fünf Conference-Titeln in Serie abschmierte. Die Trojans wurden von ihrer eigenen, windelweichen Defense gekillt, wo der Star-DE Jonathan Massaquoi, eine gute, aber nicht überragende Saison spielte – was zu wenig war. Mal schauen, ob Massaquoi in den Draft geht. Auch die FIU Golden Panthers, zweiter Topfavorit, schmierten ab. FIU um seinen Star-WR T.Y. Hilton war zu Saisonbeginn ein großes Gesprächsthema und nach einem Blitz-Start hatte man ihnen sogar zugetraut, ungeschlagen zu bleiben, aber dann wurde man von ULL überlaufen und war am Ende froh, überhaupt ein 8-4 herausgewürgt zu haben.

FIUs „Lokalrivalen“, die Florida Atlantic Owls, schmierten noch wilder ab, riskierten lange, zum Karriereausklang der 77jährigen Trainerlegende Howard Schnellenberger sieglos zu bleiben. Am Ende wurde es 1-11, aber man ist trotzdem zuversichtlich, wähnt sich mit dem neuen Schmuckkästchen von Campus-Stadion auf dem Weg in eine rosige Zukunft. Dito North Texas, das überraschend fünf Siege gegen einen nicht einfachen Schedule herauswürgte, sein brandneues Stadion eingeweiht hat und nach der gelungenen Debütsaison für Head Coach Dan McCarney den Blick nach oben richtet.

Zu den Top-Teams 2011, und es sind drei überraschende Unis. Western Kentucky schmierte „out of conference“ böse ab, spielte aber trotz limitiertem Passspiels eine starke Saison in der Sunbelt Conference (7-1 Siege), vor allem um den erstaunlich beständigen RB-Zwerg Bobby Rainey (1,72m). Raineys Bilanzen 2010 und 2011:

  • 2010: 340 Carries, 1649yds, 15 TD
  • 2011: 369 Carries, 1689yds, 13 TD

Was ist die englische Vokabel für „verbrennen“? Western Kentucky wurde aber trotz allem nicht in die Bowl Season eingeladen, was man schade finden kann, auch mit dem sympathischen Head Coach Willie Taggert im Hinterkopf, und vor allem im Hinterkopf, dass Western Kentucky eine starke „Senior-Class“ hatte, nun 12 wichtige Starter (u.a. Rainey himself) verliert und aufgrund des jungen Programms händeringend die TV-Übertragung in der Bowl Season benötigt hätte, um Aufmerksamkeit für das Recruiting zu schaffen.

Die ULL Ragin‘ Cajuns sind durchaus die größte Überraschung, allen voran mit dem neuen Coach Mark Hudspeth und dem aus dem Nichts gekommenen QB Blaine Gautier, der ganze fünf INTs warf (drei allerdings in der entscheidenden Niederlage um den Conference-Gewinn). Einen starken Quarterback hatten auch die Arkansas State Red Wolves, Sieger der Sunbelt Conference 2011/12: Ryan Aplin.

Garant für den Titel war allerdings die Defense um den plötzlich begehrten DefCoord Dave Wommack. „Begehrt“ war auch Head Coach Hugh Freeze nach seinem so überraschend verlaufenen Debütjahr: Freeze hat groß abkassiert und wird ein paar Kilometer weiter neuer Headcoach der Ole Miss Rebels in der SEC werden. Arkansas State muss in der Bowl Season nun gegen den MAC-Champ Northern Illinois spielen. „Muss“, weil diese GoDaddy.com Bowl erst am 8.1. stattfindet, wenn sich keine Sau mehr für College-Bowls interessiert (paar Stunden vorher werden dann die Wildcard-Playoffs in der NFL zu Ende gegangen sein und einen Tag später ist das BCS-Title Game).

Arkansas State dürfte die Chance auf einen Bowl-Sieg haben, wie auch FIU (gegen Marshall). Wie ULL gegen San Diego State gewinnen möchte, ist mir noch unklar. ULL spielt aber wenigstens „daheim“ in der New Orleans Bowl am morgigen Samstag.

College Football Preview 2011/12: Sun Belt Conference

Teil 2 der großen Saisonsvorschau auf den College Football, diesmal mit dem Bodensatz, der sportlich graupigen Sunbelt Conference, die hauptsächlich im Süden der USA, von Texas bis Florida, aber auch hinauf bis nach Tennessee und Kentucky, beheimatet ist. Eine Conference, deren Spitze seit jeher dünn gesät ist, dafür reich an fehlender Qualität außerhalb des oberen Leistungsdrittels.

Die Klassenbesten

Als bestes Team gilt dabei jenes der im Herzen der Conference gelegenen Troy Trojans (aus dem Staate Alabama), die seit fünf Jahren immer mindestens Co-Champion sind, wie 2010, als man allein aufgrund eines verlorenen direkten Duells nur die 1B war. Troy, das ist das Lebenswerk von Head Coach Larry Blakeney, der in den letzten zwei Dekaden den Aufstieg von der Division II bis zur Sunbelt-Spitze vorangetrieben hat und dabei immer wieder fantastische Abwehrspieler herausgebracht hat (Osi Umenyiora, Demarcus Ware, Leodis McKelvin – okay, letzterer war bloß ein hoher Draftpick). In der abgelaufenen Saison lebte man von einer starken Offense um den überzeugenden Freshman-QB Corey Robinson, aber heuer muss man auf die fünf besten Wide Receivers verzichten. Die Defense lebt von einer guten Passdeckung und dem alle überragenden DE Jonathan Massaquoi.

Offizieller Sunbelt-Champ 2010/11 waren die Florida International Golden Panthers aus Miami. Eine weltoffene und rasant wachsende Uni – trotz hoher akademischer Standards. Symbolisch dafür steht das junge Footballprogramm, das im vergangenen Herbst erstmals sechs Siege erringen konnte und sogar seine Bowl gewann. Für den Erfolg stehen neben dem lange unterschätzten Head Coach Mario Cristobal auch die beiden neuen Coordinators, vor allem der OffCoord Scott Satterfield, dessen Unit trotz eines fehlerträchtigen QB Wes Carroll mal eben fast 30 Pkt/Spiel hinzauberte. Superstar ist WR T.Y. Hilton, Receiver, Returner und X-Faktor in einer Person.

In dieser Saison muss man erstmals mit höheren Erwartungen zurecht kommen, hat aber den Vorteil, Troy im Heimstadion begrüßen zu können: Im letzten Herbst gewann man gegen die Trojans sogar AUSWÄRTS, 52-35 – der entscheidende Tie-Breaker zum Sunbelt-Titel.

Von Florida in den Norden

Auf Tuchfühlung zur Spitze war auch die Florida Atlantic University vor einigen Jahren. Die Owls sind ein blutjunges Programm (1998 gegründet, seit 2006 FBS) und waren anfangs schnell Senkrechtstarter, angeführt vom schrulligen Howard Schnellenberger, so was wie der Bill Parcells des College Football: Ein Coach, der durch die Lande zieht, mit der Mission, am Boden liegende Programm auf Normalgröße zu züchten und sich dann vom Acker zu machen. Schnellenberger ist auch der Begründer der großen Dynastie der Miami Hurricanes in den 80ern. Der Mann ist mittlerweile 77 und wird im Winter aufhören, nicht ohne wenigstens noch den Stadionbau zu Ende gebracht zu haben. Die Rahmenbedingungen an der FAU stimmen, sportlich wird 2011/12 schwierig: Die beiden Rivalen um den Platz als Quarterback haben in ihrer College-Karriere gemeinsam sieben Pässe (!) geworfen.

Wenn die FAU den Kinderschuhen entwächst, stecken die Western Kentucky Hilltoppers gar noch in Babykleidung. Erst drei Jahre spielt man in der FBS, die Bilanzen bisher: 2-10, 0-12, 2-10. Vier Siege in drei Jahren. Als Head Coach fungiert Willie Taggart, ein Lokalhero. Taggarts Offensiv-Philosophie: RB Bobby Rainey laufen lassen, bis die Beine abgenutzt sind. Rainey zuletzt mit 340 Carries in 12 Spielen (1649yds, 15 TD). Kein anderer interner Angreifer hatte mehr als 32 Carries.

Die Middle Tennessee Blue Raiders waren 2010 bowlen, und trotzdem etwas enttäuscht, da man sich seit Jahren als Sunbelt-Elite ansieht. Da sich aber QB Dwight Dasher so daneben benahm, dass er Teile der Saison suspendiert war, musste man am Ende froh sein, überhaupt sechs Siege zusammengekratzt zu haben. Weitere Probleme 2010: Turnovers und absurd schlechtes Playcalling. Alle Probleme lassen sich vergleichsweise einfach lösen (Coordinators wurden samt und sonders rausgeschmissen) und die Fanbasis ist trotz der jüngsten Rückschläge erfreulich enthusiastisch.

Das Duo in Louisiana

Die ULM Warhawks (Louisiana-Monroe) kann man als Team im Aufbruch sehen. QB Kolton Browning spielte als Freshman stark und Coach Todd Berry hat einiges für seinen Ruf getan, stellte eine kleine, schnelle Defense auf ein 3-3-5 System, was zu bärenstarken Leistungen gegen die Sunbelt-Topteams führte. Dennoch: ULM spielt nun 17 Jahre in der FBS. Positive oder ausgeglichene Saisonbilanzen: Null. 2010/11 schaffte man 5-7, weil man am letzten Spieltag um einen einzigen Zähler verlor: 22-23.

Gegner damals: Die University of Louisiana-Lafayette, der innerstaatliche Rivale und die Uni, die einst Jake Delhomme herausgebracht hat. Die Ragin’ Cajuns gehören ansonsten zu den schwächsten Teams überhaupt. Star ist DefCoord Greg Stewart, der zu Zeiten bei Jacksonville State die FSU und Ole Miss mit genialen Gameplans in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hatte (Ole Miss sogar geputzt). Auf dem Spielfeld hat ULL ein erbärmliches Laufspiel und eine ungelöste QB-Situation.

Das Duo im Westen

Sehr viel weiter nach oben geht der Blick der Arkansas State Red Wolves, die unter Coach Steve Robarts ein Muster an Beständigkeit waren, jahrein, jahraus zwischen 4 und 6 Siege holten. Datt war zuletzt nicht mehr genug und so wurde OffCoord Hugh Freeze zum Cheftrainer befördert, ein exzellenter Recruiter, dessen Rekrutierungsarbeit im Fall von OT Michael Oher so beeindruckend gewesen ist, dass darüber sogar Bücher geschrieben und Filme gedreht wurden (The Blind Side) – okay, Freeze spielt darin nur eine untergeordnete Rolle. Der Mann ist auch ein guter Coach, hauptverantwortlich für die Leistungsexplosion von QB Ryan Aplin im vergangenen Herbst. Freeze muss allerdings für eine Explosion in Sachen „Saisonbilanz“ dringend eine Zauberformel für die Defense Line (Lauf-Verteidigung!) finden. Auf alle Fälle wäre der Schedule günstig: Die vermeintlichen Top-Teams der Conference, Troy und FIU, kommen ins schnuckelige ASU Stadium.

Weitaus weniger optimistisch ist man bei den North Texas Mean Machine Green. Man machte zuletzt zwar meistens mehr Yards als der Gegner, aber auch weniger Punkte. Problempunkt Effizienz – was machen? Ein Umdenken würden die Grünen verlangen und North Texas holte mit Dan McCarney einen neuen Coach. McCarney ist ein Mann, der erst tot gesagt werden muss, bevor er zur Höchstform aufläuft. Mit RB Lance Dunbar hat O-Line-Guru McCarney eine Top-Waffe in der Offense, aber der Pass Rush in der Defense ist so unterirdisch, da hätten sie auch gleich sieben Defensive Backs abstellen können. Hoffnung bringt nun ein Walk-on, Ex-Marinesoldat DE Brandon McCoy.

In Teil 3: Die kleine Confernce im Norden, um die sich kein Mensch einen Schiss macht, außer ein paar karrieregeile Coaches.

Bowl Season, Tag 1: Kältester Ort, heißestes Spiel

Die Bowl Season geht am Samstag, 18. Dezember schon richtig los. Kleine Einstimmung von Sideline Reporter für die ersten drei Spiele.

New Mexico Bowl

Sa., 18.12. um 20h LIVE bei ESPN America

Brigham Young Cougars – University of Texas/El Paso Miners

Kein berauschendes Matchup, um ehrlich zu sein. Beide Mannschaften brachten heuer nur ein 6-6 zustande und das in keinen starken Divisions. UTEP bringt seit Jahren wenig auf die Reihe. Auch heuer spielte man eher durchwachsen. Die Offense um den unbeständigen QB Trevor Vittatoe (Senior) reißt niemanden vom Hocker. Die Defense ist löchrig und lässt viele Punkte zu.

Gegner BYU macht sein letztes Spiel als MWC-Mitglied, bevor die Mormonen-Uni im kommenden Herbst den Weg in die Unabhängigkeit antritt. Die BYU wird seit 2005 von Bronco Mendenhall gecoacht. Mendenhall war vorher Assistenzcoach an der Uni von New Mexico – in jenem Stadion, in dem die New Mexico Bowl stattfindet. Für Mendenhall ist es sozusagen ein Homecoming.

Unter Mendenhall erlebte BYU zuletzt einen Aufschwung, mit einer Serie an Saisons mit minimum zehn Siegen und war Stammgast in den Rankings von AP und BCS. Die ganz großen Zeiten liegen aber schon länger zurück: In den 80ern spielten u.a. QBs wie Jim McMahon und Steve Young für die Mormonen. 1984, ein Jahr nach Youngs Abgang, war man sogar mal National Champion.

Das wird in absehbarer Zeit nicht mehr passieren. Zu durchschnittlich ist die Offense um QB Jake Heaps. In der Spread Offense polierte Heaps erst in den letzten paar Wochen seine Stats auf, die immer noch wenig berauschend sind: 11TDs, 8INTs. Solider ist das Laufspiel, das auf mehrere Schultern verteilt wird. Geschichte der Saison ist aber die Defense: Furchterregend schlecht zu Saisonbeginn, als reihenweise Niederlagen eingefahren wurden. Nach der Blamage gegen Utah State wurde DefCoord Jaime Hill gefeuert und seitdem ging es aufwärts.

Wohl auch aufgrund der verbesserten Defense gilt BYU in den Wettbüros als klarer Favorit. Ich würde auch auf die Cougars tippen.

Humanitarian Bowl

Sa., 18.12 um 23h30. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 9h30

Fresno State Bulldogs – Northern Illinois Huskies

Gleich eine Vorwarnung: Gegen grelles Blau sollte immun sein, wer sich diese Begegnung reinzieht! Gespielt wird nämlich in Boise, Idaho im Bronco Stadium. Das Stadion der Boise State University ist berüchtigt für sein tiefblaues Spielfeld. Die Humanitarian Bowl ist eine der wenigen Cold-Wheater-Bowls.

Den Norther Illinois Huskies wird dies vorerst egal sein. Sie haben andere Probleme. Coach Jerry Kill verschwand vor einigen Tagen wortlos durch die Hintertür in Richtung Minnesota, wo er neuer Golden Gophers Coach werden wird. Kill gab bislang keine Erklärungen dafür ab, weshalb er nicht noch hätte die zwei Wochen abwarten können, bis die Bowl gespielt ist.

Die Huskies haben sich mit einer Siegesserie über mehrere Wochen zuletzt gar in die Rankings gespielt, fielen dort nach der knappen Niederlage gegen Miami (Ohio) um den MAC-Titel wieder heraus. Trotzdem: 10-3 schaut an sich nicht so schwach aus. Die Offense besteht hauptsächlich aus Laufspiel und RB Chad Spann, der 1293yds und 20TDs gemacht hat. Geworfen wird nur, wenn es unbedingt sein muss. Nun geht es ohne Coach in das Bowlspiel.

Gegner Fresno State spielt in der WAC und wird nach dem Spiel in die MWC wechseln. Die Bulldogs bestehen aus einer recht ausgeglichenen Offense und hatten einen schwereren Spielplan als die Huskies. Trotzdem reichte es zu einem 8-4. Im November musste man hintereinander gegen die beiden WAC-Schwergewichte antreten: Während es gegen Nevada um ein Haar zur Sensation gereicht hätte (34-35), wurde gegen Boise State sang- und klanglos verloren (0-51). Gegen laufstarke Mannschaften war Fresno State heuer eher erfolgreich als gegen die passgewaltigen Offenses.

Coach im kalifornischen Fresno ist seit 14 Jahren Pat Hill. Hill steht mit seiner Uni seit Jahren im Schatten von Boise State. Die beste Saison spielte Fresno State 2001 mit QB David Carr. Um ein Haar hätten Hills Jungs damals eine BCS Bowl erreicht. Diese Zeiten sind vorerst vorbei.

In den Wettbüros wird Northern Illinois als hauchdünner Favorit angesehen. Von der Spielweise dürften die Huskies den Bulldogs eher entgegenkommen, von daher tippe ich auf Fresno State. Auf jeden Fall dürfte dieses Spiel das interessanteste von den dreien sein – trotz des kalten Wetters in Boise.

New Orleans Bowl

Sa./So. 18.12 um 03h. Bei ESPN America als Tape am 19.12. um 12h

Troy Trojans – Ohio Bobcats

Viel gibt es nicht zu sagen. Die Trojans besitzen eine passgewaltige Offense um Freshman-QB Corey Robinson. Coach Larry Blakeney ist mittlerweile das 20. Jahr bei den Trojans am Ruder und hat nach dem Wechsel in die FBS vor zehn Jahren eine respektable Mannschaft zusammengestellt, die keinen umwirft, aber offensiv viele Punkte erzielt.

Ohio hat keine schlechte Defense, aber was heißt das schon in der Mid-American Conference? QB Boo Jackson ist unkonstant und wirft mehr INTs als TDs. Head Coach Frank Solich, der einst mit den Nebraska Cornhuskers in den ganz großen Bowls gespielt hat, ist mittlerweile sechs Jahre in Athens am Steuer, aber die ganz großen Erfolge haben sich noch nicht eingestellt und vor allem die Bowls werden in schöner Regelmäßigkeit verloren.

Ohio ist in den Wettbüros ganz leichter 2-pts-Favorit. Ich sehe aufgrund der starken Pass-Offense hier eher Troy etwas vorn.

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