College Football 2019 Preview: Pac-12 Conference

Die Pac-12 Conference ist die am meisten übersehene Power-5 Conference im College Football: Weder versprüht sie den Glanz der SEC, noch kann sie mit Schwergewichten wie Clemson (ACC), Ohio State (Big Ten) oder Oklahoma (Big 12) aufwarten. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Westküste generell an der späten Zeitzone zu knabbern hat: Wenn am Pazifik Primetime ist, schlummert Max Mustermann im Osten schon längst in seinem Bett. Weiterlesen

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Chips Rückkehr

Chip Kelly war einst der heißeste Scheiß in der Szene des American Football. Fünfeinhalb Jahre nach seinem Wechsel vom College Football in die NFL kehrt er in den College Football zurück. Weiterlesen

Trainerkarussell – College Football 2017/18

Das Trainerkarussell im College Football dreht sich dieser Tage massiv. Hier die Liste der Trainersessel, die dieser Tage neu besetzt werden – und dabei schauen wir nur auf die großen Conferences: Weiterlesen

Pac-12 Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Big Ten stellt den regierenden Landesmeister, die SEC gilt weiterhin als hochwertigste sportliche Liga im College Football, aber der heimliche Krösus ist die Pac-12 Conference aus dem Westen der Vereinigten Staaten. Die Pac-12 ist die Liga, die am stärksten nach oben strebt. Das liegt an den fetten TV-Verträgen, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden und dreistellige Millionensummen pro Jahr in die Programme pumpt. Das liegt aber auch an den vielen gelungenen Trainerverpflichtungen, die den Football an der Pazifik-Küste massiv vorangebracht hat. Du kannst alles Geld der Welt haben, aber du musst auch etwas daraus machen.

Pac-12 Football steht vor allem für schnellen, attraktiven Offensiv-Football. Kritiker aus den US-Südlanden bemängeln die fehlende Härte und verweisen darauf, dass selbst das Aushängeschild der Oregon Ducks mit ihrer einmaligen Offense an ihre Grenzen stößt, wenn sie gegen SEC-Defenses oder defacto-SEC Defenses wie Ohio State stößt.

Der Liga ist das wurscht. Ihre Stadien sind etwas kleiner als in der SEC, ihre Tradition etwas kürzer, ihre Defenses etwas schmächtiger und National-Title hat man seit einem Jahrzehnt keinen mehr gesehen, aber es besteht kein Zweifel, dass die Pac-12 nach oben strebt, und dass sie in absehbarer Zeit einen Landesmeistertitel holen wird – es geht gar nicht anders. Vielleicht dauert es drei Jahre, vielleicht noch fünf, vielleicht auch nur ein halbes, aber er wird kommen. Weiterlesen

College Football 2014/15 am ersten Samstag

Ein Blick auf das Sendeprogramm von SPORT1 US vom heutigen ersten vollen Spieltag:

30.08. 14h30 LIVE Penn State – Central Florida
30.08. 18h00 LIVE Virginia – UCLA
30.08. 23h30 LIVE Georgia – Clemson
31.08. 09h30 Tape Louisiana State – Wisconsin
31.08. 12h00 Tape Oklahoma State – Florida State

Den Schedule mit allen Spielen kann man sich hier anzuschauen; die Spiele, die mit einem ESPN-Label gekennzeichnet sind, werden auch im kostenpflichtigen ESPN-Player zu sehen sein. Die Spiele des SEC-Networks sollen dabei nicht eingeschlossen sein. Weiterlesen

Pac-12 Conference | Vorschau 2014/15

Die Entwicklung der Pac-12 Conference über die letzten Jahre gilt in den Vereinigten Staaten als Erfolgsgeschichte, von der netten Conference entlang der Pazifikküste hin zum echten Player – manche meinen sogar, die Pac-12 sei die mittlerweile zweitstärkste Conference hinter der übermächtigen SEC. Ganz weit sind wir davon sicher nicht entfernt. Auf alle Fälle darf die Conference in Spitze und Breite als hochklassig gelten, und sie darf sich rühmen, den insgesamt attraktivsten Offensivfootball zu bieten.

Da sieht man, wohin sich eine Conference mit Millionen aus den Fernsehdeals entwickeln kann: Viel Geld = bessere Coaches = besseres Recruiting = bessere Ergebnisse. Eine einfache Erfolgsformel mit großer Wirkung. Weiterlesen

College Football, Week 9 Preview

Das erste große Favoritenstolpern war letzte Woche. Dieses Mal sehen die Ansetzungen wie folgt aus (Ranking-Positionen ab sofort dem BCS-Ranking entnommen):

18h       South Florida - #20 Louisville
21h30     Maryland - #9 Clemson
01h       #3 Oregon - #12 UCLA
03h30 (*) #25 Oregon State - #6 Stanford

(*) Achtung: Heute Nacht wird in Europa die Uhr auf Winterzeit umgestellt; die Amerikaner sind damit eine Woche später dran, also werden alle Partien, die ab 3h (Sommerzeit) angepfiffen werden, für eine Woche nur mit 5h Zeitdifferenz in Europa gezeigt.

Potenzielle ESPN-Player Kandidaten wären:

  • 18h: #23 Central Florida-UConn, #7 Miami/FL-Wake Forest, Akron-Ball State, #16 Texas A&M-Vanderbilt, Minnesota – #24 Nebraska, South Florida-#20 Louisville, Rutgers-Houston
  • 18h30: Virginia-Georgia Tech
  • 20h: Ohio-Miami/OH
  • 20h30: Bowling Green-Toledo
  • 21h: Massachussetts-Western Michigan, SMU-Temple
  • 21h30: UNC-Boston College, Kent State-Buffalo, #18 Northern Illinois-Eastern Michigan, Maryland-#9 Clemson, #14 Virginia Tech-Duke, #2 Florida State-NC State, Illinois-Michigan State
  • 22h: Western Kentucky-Troy
  • 0h: Nevada-UNLV
  • 1h: #3 Oregon-#12 UCLA, #5 Missouri-#21 South Carolina, Kansas-Baylor, ULM-Georgia State, Texas State-South Alabama, LSU-Furman
  • 1h30: Ole Miss-Idaho, #11 Auburn-Florida Atlantic
  • 2h: #4 Ohio State-Penn State, New Mexico State-ACU

Vorsicht, der nachfolgende Block ist schon in MEZ (also Winterzeit!) angegeben:

  • 3h30: #25 Oregon State-#6 Stanford, San Diego State-Fresno State

Um 21h30 und offiziell in Europa nicht bekömmlich: #1 Alabama gegen die Tennessee Volunteers. Letztere beenden damit ihre Wochen der Wahrheit mit Gegnern wie Oregon, Georgia oder South Carolina im Schedule. Alabama ist haushoch favorisiert.

Um mal einen Blick auf ein paar “neue” Teams zu richten, ein bissl genauere Einführung in die Nachtspiele.

#3 Oregon Ducks – #12 UCLA Bruins

1h

Das 1h-Spiel bei SPORT1 US ist #3 Oregon Ducks (7-0) gegen die #12 UCLA Bruins (6-1) aus der Pac-12 Conference. Ich möchte nicht behaupten, dass Oregon dieses Jahr auf diesem Blog unter dem Radar fliegt, aber gemessen an anderen Jahren, yup, war ich vielleicht etwas weniger Oregon-lastig. Das liegt daran, dass ich die Ducks in der post-Kelly Ära noch nicht oft gesehen habe.

Dabei scheint der Übergang von Chip auf den neuen Head Coach Mark Helfrich recht reibungslos von statten gegangen zu sein: Die Offense hat noch immer dasselbe Gesicht, ist höchstens eine Spur „zentrierter“ geworden. Etwas wortreicher soll das heißen, dass der Angriff QB-lastiger geworden ist, auf Marcus Mariota, den hawaiianischen Wurfkünstler, der schon letztes Jahr massiv aufgeigte und heuer in seinem zweiten Jahr als Starter Heisman-artige Stats auf den Boden bringt. Mariota soll dem Vernehmen nach auch schon in der NFL Interesse geweckt haben. NFL-kompatibel ist auch der Quarterback beim Gegner: Brett Hundley, ein Jungspund, der allerdings auch schon das dritte Jahr aus der Highschool ist und bei Lust und Laune auch 2014 in die NFL gehen könnte.

#5 Missouri Tigers – #21 Couth Carolina Gamecocks

1h

Parallel dazu dürfte es im ESPN-Player #5 Missouri Tigers (7-0) gegen #21 South Carolina Gamecocks (5-2) zu sehen geben (Kickoffzeit 1h MESZ). South Carolina ist auf diesem Blog mittlerweile ein alter Bekannter, einer konstanten, sehr ordentlichen sportlichen Leistung und Charakterköpfen wie Head Coach Steve Spurrier, (ex-)QB Stephen Garcia oder Spielern wie Jeffery, Lattimore oder Clowney sei Dank. Wenige Teams boten in den letzten Jahren bessere Gelegenheit, über sie zu schreiben.

Anders Mizzou, das zwar auch seine Geschichte geboten hätte, z.B. dank Conference-Wechsel von der Big 12 in die SEC, aber: Mizzou umgibt ein bissl das Image der grauen Maus, bei der man schon letztes Jahr nicht ganz kapierte, warum die SEC ausgerechnet sie als 14tes Team einladen wollte. Der letzte Fetzen Sexyness geht der University of Missouri auf alle Fälle ab, und ich gebe zu, mir geht es nicht anders: Im Sommer überlegte ich Uni für Uni im College-Football Countdown, ob ich ihr einen Blogeintrag spendieren wollte; bei Mizzou fiel die Antwort negativ aus.

Vor einigen Wochen entdeckte ich im Simple Ranking System die Tigers ganz weit oben; es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Außenseiter in den ersten Wochen in einem SRS nach oben gespült wird, aber Mizzou blieb nicht nur oben; Mizzou verbesserte sich jede Woche. Vor zwei Wochen wurde schließlich trotz Verletzung von QB James Franklin der BCS-Contender Georgia auswärts geschlagen und ein damit ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Letzte Woche würgte Mizzou die Florida Gators komplett ab; Georgia und Florida, die beiden Topfavoriten der SEC-East 2013, wurden von den großteils ohne Starting-QB und ohne besten CB E.J. Gaines spielenden Missouri Tigers mit insgesamt 34 Punkten geschlagen!

Die Tigers hatten im Laufe der letzten Jahre immer wieder Superspieler im Kader; Head Coach Gary Pinkel gilt auch als relativ guter Recruiter, der die Midlands entlang des Mississippi nach Rohdiamanten abgrast und immer wieder eine Granate aus dem Ärmel schüttelt. Seit Mizzou 2007 um ein Haar ins BCS-Title Game eingezogen wäre, spielten Granaten wie Aldon Smith, Brad Smith (der Wildcat-Smith der Jets und Bills, ein sagenhafter College-QB), Sean Weatherspoon, Ziggy Hood, Sheldon Richardson oder Blaine Gabbert (vergiss dabei mal seine NFL-Entwicklung) an dieser Uni.

Diesmal ist der Skill Player-Corp die bestbesetzte Uni. WR #15 Dorial Green-Beckham war in der Recruiting-Saison 2011/12 der am höchsten bewertete Highschool-Footballer landesweit. Seiner Pressekonferenz zur Verkündung der glücklichen Uni spendierte ich einst einen eigenen kurzen Blogeintrag. In den eineinhalb Spielzeiten seither entwickelte sich „DGB“ gut, aber nicht überragend; andere Leute im WR-Corp gelten als noch besser.

QB bei Mizzou ist seit einigen Jahren der etwas blässliche James Franklin Quarterback; nach dessen Verletzung wurde einfach der nächste Scrambler eingewechselt, Maty Mauk, eine komplette Unbekannte, und Mauk lieferte seither sensationelle Performances gegen die Abwehrbollwerke von Georgia und Florida ab. Pinkel hat da eine großartig besetzte Offense beisammen.

Wie wird sie gegen die nicht minder großartige Gamecocks-Defense aussehen? Wie wird die Offense gegen den ultimativen gegnerischen DE #7 Jadeveon Clowney eingestellt werden? Haut Pinkel die Eier, mehr als eine Handvoll Plays über Clowneys Seite laufen zu lassen, oder folgt er der Blaupause anderer Coaches, die schlicht und einfach die Mehrzahl der Plays in die Clowney-freie Zone ansagten?

Kansas Jayhawks – #8 Baylor Bears

1h

Bei Kansas Jayhawks gegen #8 Baylor Bears (auch 1h MESZ) gibt es die letzte Chance für Baylor, sich gegen einen „eineinhalbt-klassigen“ Gegner einzuspielen auf die höheren Aufgaben aus der Big 12 Conference, die im November in Form von Oklahoma, Texas, Texas Tech oder TCU kommen werden. Wenn Baylor Bears 6-0 sind, ist man immer gerne skeptisch und schielt verstohlen auf den Schedule, und man sieht dann für dieses Jahr noch keinen echten ernst zu nehmenden Gegner.

Aber, meien Herren: Was die Jungs von Head Coach Art Briles da an Offense-Zahlen auf das Parkett zaubern, habe ich in den letzten Jahren noch nichtmal von Oregon, Oklahoma State oder West Virginia gesehen; das ist selbst gemessen für diesen Schedule nichts anderes als atemberaubend. Dass Baylor die krasseste Spread-Offense ever spielt, habe ich schon im Sommer geschrieben. Dass Baylor aber in einer Beständigkeit das Yardage-Duell mit roundabout 700 zu 150 Yards Offense gewinnt: Alle Achtung.

#25 Oregon State Beavers – #6 Stanford Cardinal

3h30 (Winterzeit!)

Ab 4h15 gibt es noch ein wichtiges Divisionsduell aus der Pac-12 Conference: #25 Oregon State Beavers gegen #7 Stanford Cardinal. Oregon State kam mit einer Pleite gegen ein FCS-Team (Eastern Washington?) desaströs in die Saison, aber seither sind die Jungs von HC Mike Riley durchaus beachtlich in Fahrt gekommen. Stanford auf der anderen Seite muss nach der Pleite bei Utah vor zwei Wochen unbedingt eine weitere Niederlage vermeiden, um sich die Chance zu erhalten, im November die Oregon Ducks eventuell doch noch per Auswärtssieg abzufangen.

The Countdown, T-minus 30: UCLA Bruins

The Countdown

#30 UCLA Bruins.
Pac-12 Conference.
2012: 9-5.

Es gibt Leute, denen schaue ich jahrelang zu, und mit jedem Mal manifestiert sich in mir noch stärker der Schluss: Nada. Hat nix drauf. Jim Mora jr. ist einer von ihnen. Bei den Atlanta Falcons jahrelang als Head Coach mitverantwortlich dafür, dass man das einzigartige Talent Michael Vick völlig verbrannte, und später in Seattle eine dümpelnde Franchise endgültig in die Kacke gecoacht. Mora hatte bei mir stets einen schlechten Ruf, weil er nach meinem Ermessen schlechte Jobs als Cheftrainer gemacht hatte.

Umso erstaunter war ich, als die renommierte University of California, Los Angeles (UCLA) ausgerechnet ihn vor eineinhalb Jahren zum Head Coach bestellte. Ich erwartete keinen sofortigen Totalschaden, sondern das, was unter Mora immer passierte: Die wirklichen Probleme werden lange genug ignoriert, das Programm schmiert ganz leise immer weiter ab, und ab, und ab, und ab, und nach drei Jahren wunderst du dich, wie tief es gegangen ist und warum nie jemand etwas dagegen gemacht hat.

Cut.

Sommer 2013: UCLA steht nach einer richtig starken Debütsaison Moras mit einem Mal vor einer relativ rosigen Zukunft. Ganz abschreiben möchte man ein erneutes Managementdebakel von Mora noch nicht, aber die gezeigten Vorstellungen der Bruins letzten Herbst waren erstaunlich, und lassen mich meine Meinung zu Mora zumindest leicht errötet hinterfragen.

Obwohl mit Brett Hundley ein Freshman den Quarterback gab, ließen Mora und sein (zugegeben: bei mir geschätzter) OffCoord Noel Mazzone den Grünschnabel von der Leine. Hundley ist ein exzellentes double threat und trug den Angriff gemeinsam mit dem Rekord-RB Jonathan Franklin (über 1700yds), der allerdings mittlerweile in der NFL spielt. Es bleibt abzuwarten, was Hundley ohne die dominante Laufspielentlastung wert ist. Die Eindrücke aussm letzten Jahr lassen mich erahnen: Einiges, obwohl kein Spiel ohne 4-5 Sacks gegen Hundley vergeht.

In der Defense ist der Superstar der OLB Anthony Barr, der schon als potenzieller Erstrundenpick 2014 gehandelt wird. Barr ist vielleicht noch mehr als Hundley die Erfolgsgeschichte, auf die Mora bisher verweisen kann: Ein Spieler, der zwei Jahre lang im Kader gestanden hatte, ohne dass er irgendeine brauchbare Position zugeordnet bekam. Slot-WR, Fullback, Tight End… Barr spielte alles, aber konnte nix. Mora schob Barr in seiner verzweifelten Suche nach etwas Tiefe im Abwehr-Kader auf Outside Linebacker… und Barr mutierte zum gefährlichsten 3-4 OLB im Lande, mit weit über einem Dutzend Sacks und einer Spielweise, die man eher einem zehnfachen Pro Bowler denn einem Versuchskanninchen auf seinen ersten Gehversuchen zugetraut hätte.

Keine Ahnung, was von UCLA diesen Herbst zu erwarten ist. Zu viele dieser Teams sind nach rasantem Aufstieg in Jahr eins im zweiten Jahr erstmal wieder eingebrochen. Der wichtigste Offensivspieler (RB Franklin) und der zweitwichtigste Defensivspieler (DE Daton Jones) sind beide mittlerweile in Green Bay. Aber es gibt hervorragendes Recruiting und in QB Hundley und OLB Barr wenigstens zwei attraktive Spielertypen, die zu verfolgen es sich 100%ig lohnt.

UCLA hat einen monströsen Auswärts-Schedule mit @Nebraska, @Stanford, @Oregon, @Arizona und @USC zu bestehen, und es wäre eine Sensation, wenn da weniger als drei Niederlagen bei rumkommen. Bowl Season ja. Vorherrschaft in Los Angeles gegen USC – vielleicht auch ja. Aber wenn UCLA tatsächlich die Pac-12 gewinnen sollte und in die Rose Bowl einzieht, wäre ich schon überrascht.

Bowl-Großkampftag I, 27.12. Preview

Die nächsten Tage sind Großkampftage im College Football. Heute geht es los mit einem „Triple-Header“ an Bowls: Military Bowl aus Washington, Belk Bowl aus Dallas und Holiday Bowl aus San Diego. ESPNA ist überall live dabei.

Military Bowl

San José State Spartans – Bowling Green Falcons

21h LIVE bei ESPN America

Die #24 San José State Spartans (10-2) gehören zu den positiven Überraschungen der Saison: Innerhalb von drei Saisons machte Head Coach Mike McIntyre die Jungs von 1-12 zu 10-2, aber wegen des Dominoeffekts auf der Trainerposition ist McIntyre heute gar nicht mehr an der Seitenlinie (wurde von Colorado angeheuert). Auch auf der Gegenseite steht ein Rebuilding-Genie: Dave Clawson, der Bowling Green innerhalb von drei Saisons von 1-12 in die Bowl Season coachte.

Diesmal sind die Spartans auf dem Papier klarer Favorit: Die Offense ist aufregend mit dem QB David Bales, der als sehr sicherer, fehlerarmer Werfer gilt, und vor allem dem kleinen Wusler WR Noel Grigsby, der aus Kurzpässen gerne mal einen 80yds-Touchdown fabriziert.

Bowling Green (8-4) hat keine gute Offense, aber eine sehr gute Defense mit einem potenziellen Draft-Kandidaten: DT Chris Jones, der genügend Druck macht, um die Secondary im Alleingang zu entlasten. SRS favorisiert San José State mit 13 Punkten, aber aufgrund des Interimscoaches Kent Baer bin ich skeptisch, ob die Spartans das wirklich so klar dominieren werden.

Was ich ebenso nicht erwarte: Gut besetzte Ränge im RKF Stadium von Washington. Keine Militärs, dafür ein Westküstenteam… riecht nach maximal 15.000 Zuschauern.

Belk Bowl

Cincinnati Bearcats – Duke Blue Devils

0h30 LIVE bei ESPN America; Tape morgen 13h30.

Viel Trara wird gemacht um die Qualifikation von Duke (6-6) für die Bowl Season. Man muss sich vor Augen führen, dass Duke eine „Basketball-Universität“ ist, d.h. der Football genießt bei allem großen Namen der Blue Devils nur einen untergeordneten Stellenwert. So war 1994/95 s’letzte Mal, dass Duke sich für eine Bowl qualifizieren konnte. Rühmlich war das ganze nicht (man ist 6-6 und 0-5 gegen Teams, die ebenso „bowl-eligible“ sind), aber immerhin war man nicht mehr das Schlachtopfer auf der Bank. Head Coach David Cutcliffe, der schon Eli Manning groß gemacht hatte, lässt recht lässig werfen, und so gilt die Combo QB Sean Renfree/WR Conner Vernon dann auch als durchaus profikompatibel.

Auf der anderen Seite kommt Cincinnati (9-3) ohne Head Coach daher, nachdem Butch Jones gen Tennessee abgewandert ist und Tommy Tuberville erst im Januar zum Team stoßen wird. Cincy ist mir als explosive Offense in Erinnerung, aber es scheint Knatsch gegeben zu haben, denn der Quarterback mit dem göttlichen Namen, Munchie Legaux, wurde zur Saisonmitte durch Brendan Key ersetzt. Von der Offense weiß man nie, was man erwarten kann: Mal gibt es eine 30/70 Pass/Lauf-Ratio, mal eine 60/40-Ratio. Gegen Duke und sein Sieb in der Defensive Line könnte eine heftige Prise von RB Winn reichen, um drüberzufahren.

Cincinnati ist im SRS mit 10 Punkten favorisiert. Vor drei oder vier Jahren waren die Bearcats in der Sugar Bowl mit Interimscoach angetreten (weil Brian Kelly damals zu Notre Dame gegangen war) und hatten sich abschlachten lassen. Diesmal wieder ohne den richtigen Head Coach. Ich bin gespannt, kann mir einen Sieger Duke mit seiner Defense aber beim besten Willen nicht vorstellen.

Holiday Bowl

Baylor Bears – UCLA Bruins

4h LIVE bei ESPN America; Tape morgen 16h.

Den Freunden gepflegter Defensivarbeit kann ich schon jetzt vom Einschalten abraten, denn wenn Baylor und #17 UCLA im Bärenduell in San Diego aufeinander treffen, wird es vor allem über viele Yards und Punkte gehen.

Die Baylor Bears (7-5) hatten im Jahr eins nach Robert Griffin III zwar diverse kleinere Problemchen, vor allem in der Defense, aber nach einner Niederlagenserie im Oktober (u.a. knapp 63-70 (!) gegen WVU und 50-56 gegen Texas verloren) berappelte man sich und schloss im November mit Siegen über große oder beachtliche Truppen wie K-State, Texas Tech oder Oklahoma State ab. Zu Baylor soviel: Man scort 44.1 Punkte pro Spiel. Man kassiert 38.2 Punkte pro Spiel. ’Nuff said.

Zum neuen Superstar im Angriff ist der RB Lache Seastrunk mutiert, der aus Oregon gekommen war und in den letzten Wochen zur Hochform aufgelaufen ist; aber es gibt auch einen guten QB in Nick Florence und einen WR Terrance Williams, der im NFL-Draft schon als Erstrundenpick gehandelt wird.

Die UCLA Bruins (9-4) auf der anderen Seite gehen bei mir mit ihrer Bilanz durchaus als Sensationsteam durch und dürften die insgesamt komplettere Mannschaft besitzen. Jim Mora jr., dieser Name als Head Coach ist bei mir ja längst verbrannt, aber Mora scheint in Los Angeles gute Arbeit geleistet zu haben, denn von allein gewinnst du eine Division mit Arizona State und USC dann auch nicht.

Star ist RB Jonathan Franklin, der den Angriff quasi im Alleingang trägt und sowohl eine große Anzahl an Carries bekommt, als auch viele Bälle fängt und im Pac-12 Title Game in Stanford fantastische Zahlen ablieferte: 216 Yards in 22 Carries.

Baylor ist im SRS mit 0.5 Punkten favorisiert, und das zeigt uns schon: Hier könnte es knapp zugehen. Lassen wir einfach die Turnovers entscheiden (beide Mannschaften mit über 2 Turnovers/Spiel durch die Defense) und hoffen auf ein Spiel mit viel Hin und Her (und wenigstens etwas Defense…).


Nachtrag: Preview mit dem einen oder anderen Schwerpunkt mehr gibt es bei Allesaussersport.

College Football Week 14, der Freitag: Conference-Finals, der erste Schwung

Heute Nacht hat die Big East Conference mit dem Duell Louisville (9-2, 4-2 in der Conference) vs. Rutgers (9-2, 5-1) den Boden geschaffen – oder bereits die Entscheidung, wenn Rutgers gewonnen hat – für die Meisterkrönung, die ein Fixticket in eine BCS-Bowl (entweder Sugar Bowl oder Orange Bowl) bedeutet. Das Spiel wird heute um 17h bei ESPNA aufgezeichnet, und es hat auch so was wie Totengräberstimmung für die Big East Conference, nachdem Louisville wohl ab 2015 in die ACC wechseln wird, und Rutgers in die Big Ten Conference gehen soll. Stand heute. Stand auch morgen? Who knows.

MAC-Finale: #17 Kent State – #21 Northern Illinois

Ab 1h live bei ESPNA: Das Endspiel um den Titel in der Mid-American Conference (MAC) aus dem Nordosten der Staaten, mit mehreren kleineren Universitäten, die für die große Schwester Big Ten zu unattraktiv sind. Der gebotene Sport kann sich allerdings sehen lassen: Die MAC glänzt häufig mit Passfeuerwerken.

In dem Spiel steht möglicherweise ein Platz in einer BCS-Bowl auf dem Tablett: #17 Kent State von Coach Darrel Hazell kann, wie ich schon am Dienstag schrieb, bei Finalsieg und entsprechenden Ergebnissen auf anderen Plätzen, durchaus in die Top-16 rutschen und wäre dann ein AQ, wenn entweder der Conference-Champ von Big Ten (Nebraska aktuell #12, Wisconsin ungerankt) oder Big East (Rutgers #18, Louisville #22, Syracuse NR, Cincinnati NR) hinten der Golden Flashes bleiben.

Kent State ist trotzdem eine Anomalie. Die Mannschaft ging in der frühen Saisonphase gegen das SEC-Schlusslicht Kentucky mit 33 Punkten Differenz baden und hat nach SRS ein Rating von +1.5. SRS favorisiert Northern Illinois, und zwar mit 6.2 Punkten.

Die Huskies sind an #21 gerankt, haben ihre einzige Saisonniederlage gegen eine zu Saisonbeginn akzeptable Iowa-Truppe kassiert (mit einem Punkt), und fahren mit QB Jordan Lynch ein spannendes double threat auf. So sehr ich es Kent State gönnen würde, aber NIU fühlt sich wie ein deutlicher Favorit in dieser Partie an – ich glaube nicht an einen Mid-Major in einer BCS-Bowl dieses Jahr.

Pac-12 Finale: #8 Stanford – #16 UCLA

Nicht bei ESPN America, weil in den Staaten FOX die Rechte daran hat: Das Pac-12 Finale ab 02h MEZ. 02h MEZ? Klingt wie Freitagnachmittag, 17h Ortszeit an der Bucht – bei der Verkehrssituation in und um Palo Alto (Heimat der Stanford University) keine Garantie, dass das neue Stanford Stadium zu Spielbeginn gefüllt sein wird.

#8 Stanford vs. #16 UCLA Bruins – eine Ansetzung, die man so nicht hatte erwarten können. Stanford ist damit ausgerechnet im Jahr eins nach Andrew Luck zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor dem Sprung in die Rose Bowl – ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren Quarterbackwechseln. UCLA war das letztes Jahr schon, aber damals nur wegen der USC-Sperre. Diesmal hat man die Finalqualifikation aus eigener Kraft geschafft.

Letzte Woche sicherte sich die sehr physische Stanford-Truppe das Heimrecht mit einem recht deutlichen Auswärtssieg bei – ausgerechnet – UCLA, und das Rezept war dabei das sofortige Einbremsen vom versierten Laufspiel um RB Jonathan Franklin.

Für UCLA ist es trotzdem die Chance, das Ticket zur Rose Bowl im Heimatstadion in Pasadena zu fixieren – zum ersten Mal seit gut und gerne 15 Jahren. Aber selbst wenn Außenseiter UCLA in dem Spiel nix reißen sollte: Die Debütsaison von Head Coach Jim Mora jr. gilt als gelungen, allen Unkenrufen (auch von meiner Seite) zum Trotz.

SRS favorisiert Stanford mit 8 Punkten.

Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Southern Division

Ze Pac-12

Drei Jahre Dominanz der Oregon Ducks – wie lange wird das anhalten? Dieses Jahr ist Andrew Luck von dannen, aber die USC Trojans kehren dafür als massierte Wucht zurück ins Rennen einer Conference, die als eine der wenigen momentan sehr stabil ausschaut.  Die Vorschau, als erstes, auf die Southern Division mit Teams aus Südkalifornien, Arizona und den Rocky Mountains.

Southern Division

Die USC Trojans gelten nicht bloß als klare Favoriten im Süden der Pac-12 Conference, sondern – wie wir bereits wissen – überhaupt als ganz heiße Kandidaten auf den Gewinn der BCS-Kristalltrophäe. Konkurrenz sollen sie in der Division keine haben, oder, wie ich sagen würde: Kaum.

Denn die Utah Utes aus Salt Lake City sind nicht komplett zu unterschätzen. Jahrelang einer der ganz starken Mid-Majors, haben die Utes 2011 in ihrem ersten Jahr in der großen Pac-12 ein paar Umbruchprobleme überstehen müssen, inklusive einer verheerenden Niederlage mit zig verschossenen Field Goals gegen Colorado, weswegen man das Endspiel um den Conference-Titel verpasste.

Trotzdem ist die Stimmung euphorisch. Das hat auch mit der unkonventionellen Entscheidung von Head Coach Kyle Wittingham zu tun, den erst 25jährigen Brian Johnson zum neuen OffCoord zu bestimmen. Brian Johnson, das ist ein Mann, den kenne ich noch vom Spielfeld. Vor dreieinhalb Jahren spielte der mit den Utes als Quarterback die Alabama Crimson Tide in der Sugar Bowl an die Wand. Johnson war schon damals nachgesagt worden, ein Peyton Manning, ein „Coach auf dem Spielfeld“ zu sein. Jetzt ist er nur mehr Coach und muss einen verunsicherten Angriff um den nicht immer überzeugenden QB Jordan Wynn wiederbeleben, und nach allem, was man so hört, scheint ihm das ganz gut zu gelingen.

Der wahren Grund für das Stimmungshoch ist aber die Defense, die sensationell druckvoll in der Front-7 spielt und auf einen der ganz großen Stars des NFL-Drafts 2013 bauen kann: DT Starlite „Star“ Lotulelei, dem kein OffCoord weniger als zwei Guards aufhalst und der nur wegen zu schlechter Noten andernorts überhaupt bei Utah untergekommen ist. Utah empfängt USC zuhause (4.10., vormerken!) und spielt auch ansonsten einen eher leichten Schedule. Sensation, hör ick da was trappsen?

Auch nicht zu unterschätzen: Die UCLA Bruins, die sich allenfalls einen etwas kuriosen Head Coach angelacht haben: Jim Mora jr., den Kreativkopf, der sich einst eine West Coast Offense für Michael Vick ausgedacht hatte. Mora jr. war in Los Angeles schon vom ersten Tag an eigentlich abgeschrieben, aber er scheint seine Sache überzeugend genug zu machen, dass man den Bruins mittlerweile wirklich zutraut, wenigstens acht Saisonsiege einzufahren (Schlagwort „intriguing“), und das mit einer ähnlichen Mannschaft wie jener furchtbar unkonstanten 2011er-Truppe. Der neue OffCoord ist Noel Mazzone, bei dem man gleich denkt „ah, Passfeuerwerk! No huddle!“. Kredenzien: Zuletzt den Angriff der Arizona State Sun Devils nach oben gecoacht; jetzt ist in L.A. gefragt, als vierter OffCoord in den letzten vier Jahren und mit einem unerfahrenen QB (Kevin Prince oder Richard Brehaut) zu arbeiten.

In der Defense ist auch ein neuer DefCoord da: Lou Spanos (ex-Washington Redskins), bei dem keine Sau weiß, was er vorhat, aber der Floskel auf Floskel abspult und wenigstens damit Leben in eine verwaiste Abwehr bringt.

Der Rest wird diesmal nicht viel reißen. Die Arizona Wildcats arbeiten das erste Jahr unter einem exzellenten Offensivgeist: Rich Rodriguez, den Head Coach, der nach verheerender Zeit bei Michigan nun wieder eine Chance kriegt. Rodriguez hat sich als Charakter erstmal in die Ecke gestellt, aber dass der Mann ein unkonventioneller Geist mit innovativen Ideen ist, hat sich gezeigt: Brutal breite „Spread“-Aufstellung, richtig viel Bewegung an der Anspiellinie, kaum Huddles – das war alles zu den Zeiten, als ich begann, College Football zu schauen, stilbildend. Es war Rich Rodriguez’ Stil, und er ist heute Usus, weil vielfach kopiert. Die Offense braucht allerdings eine lange Einlernzeit, und auch weil das Personal in der Defense völlig ungeeignet für die neue 3-3-5 Aufstellung sein soll, erwartet niemand von den Wildcats Wunderdinge. Was aber dank Rodriguez und seine exponierte Art bereits erreicht ist: Man nimmt Arizona landesweit wahr.

Das ist auch bei den Arizona State Sun Devils der Fall, die sich auch so einen Kotzbrocken als Chefcoach angelacht haben: Todd Graham, der in Pittsburgh auf unterste Schublade kündigte und nur mit Glück ohne Knochenbrüche die Wüste von Tempe/AZ erreichte. Graham ist ein Wandervogel, der wie Rodriguez aneckt und viel „Spread“ spielen lässt. Die Sun Devils haben allerdings nach haufenweise Abgängen (u.a. QB Osweiler) kaum verfügbares Spielermaterial, was es auf der anderen Seite für einen Egomanen wie Graham auch einfacher macht, kann er doch noch rücksichtsloser seine Ideen durchdrücken, ohne irgendwelchen Starspielern vor den Kopf zu stoßen. Einzig DE Junior Onyeali soll unangetastet bleiben, aber der passt charakterlich auch wunderbar zum Stinkstiefel Graham.

Nicht unlustig: Arizona State gehörte in der Vergangenheit zu den unbeherrschtesten Mannschaften mit den meisten Strafen. Ausgerechnet ein Graham muss die Jungs nun disziplinieren.

Schließlich die Colorado Buffaloes, wo wir letztes Jahr einen exzellenten Kommentar von Jens lesen durften. Tenor: Das Trainerduo Embree/Bieniemy sollte nach dem Desaster um Dan Hawkins eine Chance bekommen. Ein Jahr später liest sich das Ding ungefähr so: Jon Embree wird exzellente Recruiting-Arbeit nachgesagt, was auf der Geberseite halt auch bedeutet, dass der Kader extrem jung und unerfahren ist. 2011 war man nur 3-10, die Euphorie ist erstmal soweit gegangen, dass das Frühjahrscamp vor Geisterkulisse stattfand… Nun vermisst man auch noch das Arbeitstier in der Offense der letzten Jahre, RB Rod Stewart. Um ein bissl Hoffnung zu machen: Ein derartiges Verletzungspech wie letzten Herbst wird man diesmal wohl kaum mehr haben, und die Erwartungen sind diesmal so weit im Keller, dass man ein 3-10 im Sinne des Neuaufbaus gern in Anspruch nimmt. Okay, nicht gern, aber man würde es akzeptieren.

Später: Die Northern Division, die deutlich stärker einzuschätzen ist.

Silvester-Bowls im College Football 2011

Achtung: Dieses Jahr finden am morgigen Neujahrstag keine Bowls im College Football statt, da die NFL ihren letzten Spieltag des Grunddurchgangs abhält. Die traditionellen Neujahrsbowls diesmal am Montag, 2.1. Mit dem Appell, nicht verantwortungslos zu feiern, zu den heutigen Silvester-Bowls für die Partymuffel.


Meineke Car Care Bowl of Texas

Texas A&M Aggies – Northwestern Wildcats

Sa, 31.12. 18h LIVE im ESPN-Player
Tape: So, 1.1. 6h30 bei ESPNA

Da sind zwei Teams mit einer Saisonbilanz von 6-6, aber “6-6” fühlt sich bei beiden sehr unterschiedlich an. Texas A&M gehört bekanntlich zu den von mir immer noch hoch angesehenen Teams, ein Kaliber, das nur gegen Oklahoma höher verlor, ansonsten durch allerhand Freak-Einbrüche Führungen und an sich gute Vorstellungen wegwarf und sich seine letzte Saison in der Big 12 Conference zerschoss. HeadCoach Mike Sherman ist dann auch gefeuert worden, doch heute wird nicht der Nachfolger Kevin Sumlin (von Houston gekommen) coachen, sondern DefCoord Tim DeRuyter, der sich dann auch nach der Partie brav nach Fresno State verzieht, wo er der neue Mann am Steuer sein wird. Alles klar?

Die Aggies leben von einem sehr guten Angriff (496yds/Spiel) um QB Ryan Tannehill (3415yds, 28 TD, 14 INT) und den Top-WR Jeff Fuller, aber die beiden starken Running Backs Michael/Gray sind seit Wochen entweder außer Gefecht oder schwer angeschlagen unterwegs. Northwesterns Defense gilt jedoch immer noch nicht als stark genug, um aTm zu einzubremsen.

Texas A&Ms Defense gilt als ordentlich gegen den Lauf, aber anfällig gegen fliegende Bälle. Die Stärken der Northwestern Wildcats passen da dummerweise genau ins Profil: QB Dan Persa muss in Abwesenheit eines ernst zu nehmenden Laufspiels viel und oft werfen und gilt dann auch als sehr akkurater QB.

Excel spuckt die Aggies trotzdem als 15pts-Favorit aus, wobei noch Fragezeichen bezüglich der Motivation bei den Aggies bleiben. Inwiefern lässt sich der Kader nach dem enttäuschenden Saisonverlauf inklusive verheerender Derbyschlappe gegen Texas vom Interimscoach noch genügend motivieren, um sich ein letztes Mal aufzuraffen?


Hyundai Sun Bowl

Georgia Tech Yellow Jackets – Utah Utes

Sa, 31.12. 20h LIVE bei ESPN America

Billigalternative zum Silvester-Menü: Sun Bowl aus dem warmen New Mexico (Albuquerque). Utah war im ersten Jahr als BCS-Team eine dezente Enttäuschung mit 7-5 in der Pac-12, hatte in der Offense nach einigen Verletzungen nicht viel mehr als den RB John White (1404yds, 14 TD) zu bieten, was sich aber noch recht gut trifft, da Georgia Tech eine schwache Front Seven aufbietet.

Georgia Tech ist unter HeadCoach Paul Johnson mit seiner „flexbone-triple option“-Offense immer ein Hingucker, läuft 316,8yds/Spiel, was sich etwas weniger gut trifft, weil Utahs absolut größte Stärke die Lauf-Defense ist. Die Utes haben zwar heuer keine Option-Offense gesehen, jedoch in den vergangenen Jahren gegen Air Force verteidigt. Die Yellow Jackets gelten trotz aller Pitches und Options als eigenartig abhängig von den Wurfkünsten QB Tevin Washingtons, die in der zweiten Saisonhälfte eher ein nervöses Abzugshändchen waren.

IMHO eine der interessantesten Bowls, was Matchups und Aufeinandertreffen von Stärke und Schwäche angeht. Ich vertraue angesichts einer Unmasse an zu erwartenden Laufspielzügen dem Excel-Spread von 2pts zugunsten Utahs nicht wirklich und sage trotz völliger Unwissenheit über den Sieger kein Spiel voraus, das knapp enden wird.


AutoZone Liberty Bowl

Cincinnati Bearcats – Vanderbilt Commodores

Sa, 31.12. um 21h3o LIVE im ESPN-Player
Sa, 31.12. 23h30 LIVE bei ESPN America (Einstieg in die Endphase)

Wenn man über dieses Spiel ein paar Zeilen verliert, kommt man nicht drum herum, den Umschwung an der gebrandmarkten Verlierer-Universität Vanderbilt (aus Nashville/Tennessee) zu thematisieren:  Jahrelang in der SEC verlacht und verspottet, aber seit letztem Winter sitzt dort der glatzköpfige Offensivgeist James Franklin am Ruder, der dann auch gleich in seiner Debütsaison mehr Siege holte als die letzten beiden Jahre zusammen. QB ist mit Jordan Rodgers der Bruder des großen Aaron, und Jordan fügte sich dann nach anfänglichen Problemen auch ordentlich ein, machte mit seiner Beweglichkeit viele Plays. Cincinnati (9-3) wird nun doch mit seinem in Rekordzeit wieder genesenen QB Zach Collaros antreten können, was essenziell sein könnte, da Vanderbilts Pass Rush zwar als aggressiv gilt, aber die Deckung viele Yards aufgibt – der unerfahrene Backup Munchie Legaux wäre hier vermutlich leichter verbrannt worden (Excel-Spread übrigens: 0,0 Punkte).


Kraft Fight Hunger Bowl

Illinois Fighting Illini – UCLA Bruins

So, 1.1. Tape um 9h30 bei ESPN America

Ein Spiel mit Potenzial zur schlechtesten College-Bowl seit Äonen: Illinois nach sechs Niederlagen en suite von 6-0 auf 6-6 gefallen und HeadCoach Ron Zook gefeuert, UCLA nach wechselhaftem Saisonverlauf 6-7 mit haushohen Klatschen gegen USC (null zu fuffzich) und Oregon (31-48) zum Abschluss, Head Coach Rick Neuheisl gefeuert und nur dank einer speziellen Klausel trotz negativer Saison überhaupt qualifiziert. Dazu kommt das ungeliebte Baseball-Stadion AT&T von San Francisco als Austragungsort, wo die beiden Teams an derselben Seitenlinie an der 50yds-Linie voneinander getrennt sein. Zum wenig begeisternden Stuff tragen auch die vielen angeschlagenen Running Backs in Illinois’ Angriff und der Zorn der UCLA-Fans auf den frisch eingestellten HeadCoach für 2012, Jim Mora jr., der heute allerdings noch nicht coachen wird, bei. Bei Illinois wird allerdings bereits die neue Fixlösung, Tim Beckman (von Toledo gekommen), die Spielleitung übernehmen.


Chick fil-A Bowl

#25 Auburn Tigers – Virginia Cavaliers

Sa/So, 31.12./1.1. 01h30 LIVE bei ESPN America
Tape: 1.1. um 12h30 bei ESPN America

Beim Noch-Titelträger Auburn herrscht schlechte Stimmung, weil die Saison in den letzten Wochen noch gegen die Wand gefahren wurde, die Coordinators mittlerweile entlassen oder an anderen Orten Chefcoaches geworden sind (OffCoord Malzahn soll noch dieses letzte Spiel leiten) und die einzige nennenswerte Offensiv-Waffe RB Michael Dyer aus nicht genannten Gründen intern für das Spiel gesperrt wurde. Da hätten wir dann auch gleich unser erstes essenzielles Matchup: Auburns an #104 gerankte Offense ohne seinen besten Mann gegen eine der besten Lauf-Defenses in der FBS.

Virginia, das kleine Virginia, erlebt unter dem leidenschaftlichen Head Coach im zweiten Jahr, Mike London (ein Schwarzer), einen Aufschwung, der sich in einer überraschend starken 8-4 Bilanz widerspiegelt. Im letzten Spiel der Regular Season wurde man zwar von Virginia Tech 38-0 in Grund und Boden gemäht, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hochzufrieden mit der Entwicklung ist. Stärke ist die Offensive Line, hinter der sich ein ordentliches Laufspiel und ein fehlerarmer QB Michael Rocco entfalten können und gegen die tackling-resistente Defense Auburns etliche Yards zurücklegen sollten.

Auburn geht als nur leichter Favorit in diese Bowl mit dem genialsten aller Sponsornamen – Chick fil-A – (3,1pts), aber ein Cavs-Sieg wäre alles andere als ein Upset.

Das Finale, das keinen interessiert: Oregon Ducks – UCLA Bruins

Für die ambitionierte Pac-12 Conference ist diese Finalpaarung, die nur aufgrund der USC-Sperre zustande kommen konnte, ein Fiasko: Erstes Mal Titelspiel in der Conference-Geschichte, und dann ist die Partie schon vor Kickoff so gut wie entschieden.

Die „Spannung“ vor diesem Spiel kann man an einem Punkt festmachen: UCLA verlor die Generalprobe letzten Samstag im Stadtderby von Los Angeles gegen USC 0-50. Null zu fünfzig. Die Bruins sind nur deswegen im Conference-Finale, weil die Trojans noch gesperrt sind. Oregon legt dagegen runde 45pts/Spiel auf das Tablett und wird im heimischen Autzen Stadium einen Kantersieg und den Einzug in die Rose Bowl feiern.

Um allen Diskussionen im Falle eines knappen Resultats vorzubeugen, hat UCLA Chefcoach Neuheisl bereits vorsorglich Anfang der Woche entsorgt. Neuheisl wird heute Nacht sein letztes Spiel als UCLA-Coach betreuen. UCLA hat übrigens konträr zu dem von mir Anfang der Woche Hinausposaunten selbst bei einer Niederlage und 6-7 Bilanz eine Chance auf eine Bowl-Einladung (Wildcard im Falle, dass Plätze übrig wären; die Pac-12 hat z.B. 7 Bowlplätze, heuer aber nur sechs bowl-qualifizierte Teams).

Kickoff ist wie ich meine um 02h. Soweit ich das überblicke, übertragen weder ESPN America, noch der ESPN-Player*, bei ESPNA kann ich auch keine Wiederholungen im Zeitplan in den nächsten Tagen ausfindig machen. *Edit: Ist natürlich klar, wie in den Kommentaren richtig verwiesen wird.

Bohrer gegen Brunos – wenn der Süden des Westens zum offenen Scheunentor verkommt

ESPN America wirbelt zurzeit (baseballbedingt?) zu häufig seinen Sendeplan durcheinander, als dass es aktuell Sinn machen würde, mehrere Tage im Voraus Übertragungen aufzulisten. Daher wird es vorerst nur mehr „Day-to-day“ geben, da ich nicht über die Zeit und Möglichkeit verfüge, täglich oder halbtäglich die Pläne zu überprüfen und überarbeiten. Das Spiel von heute (Stream) bzw. morgen (TV):

Arizona Wildcats vs. UCLA Bruins

Do/Fr 03h LIVE im kostenpflichtigen ESPNPlayer
Fr, 16h Tape bei ESPN America
Sa, 12h Tape bei ESPN America

Für die Arizona Wildcats wird es nach der Entlassung von Head Coach Mike Stoops die Premiere des Interimstrainers Tim Kish sein. Kishs Vita: Linebackers-Coach vor zwei Jahren, Co-DefCoord letztes Jahr, seit heuer alleinverantwortlicher DefCoord der Wildcats. Nun… werfen wir einen Blick auf die Statistiken Arizonas:

Auf 291yds Passspiel/Partie, 8yds/Pass und 74% Completion Rate legen gegnerische Offenses noch mal 196yds Laufspiel/Partie drauf, was sich bei drei Sacks in sechs Spielen auf durchschnittlich 37,5 kassierte Punkte pro Partie summiert. In Worten: siebenunddreißigkommafünfprospiel. Zugegeben: Die Wildcats hatten im Schedule heuer bis dato #4 Oklahoma State, #8 Stanford und #10 Oregon, also nicht gerade die lauesten Lüftchen des Westens. Trotzdem bleibt die Abwehrschwäche frappierend, wenn sogar das durchschnittliche USC 468yds Passspiel über diese Defense legt.

Nun also Kish als Head Coach.

Nicht alles ist verloren. Die Wildcats verfügen um den potenziellen Erstrundenpick QB Nick Foles einen gewaltigen Spread-Passangriff, der 375yds/Partie eigenhändig produziert. Dumm ist höchstens, dass der zottelige Foles nicht alles allein machen kann, nachdem hinter einer furchtbaren Offensive Line jegliches Laufspiel abgewürgt wird.

Siewolltennocheinenfrappierendenstathören?

Bitteschön: Arizonas Kicking Game ist so ziemlich das furchtbarste, das ich im Football bisher kennengelernt habe – fünf verschossene P.A.T. (!!!) und nur 2/6 verwandelte Fieldgoal-Versuche in sechs Spielen, nachdem man bereits den dritten Kicker verschlissen hat. Das ist sagenhaft und vielleicht sollte man mal beim heutigen Gegner UCLA nachfragen. Dort trainiert mittlerweile der ehemalige Cheftrainer des Universitäts-Fußballteams die Special Teams – mit Erfolg.

Bei den UCLA Bruins ist trotzdem nicht eitel Sonnenschein, trotz einer überraschend positiven 3-3 Bilanz. Head Coach „Slick“ Rick Neuheisel, ein Dampfplauderer vor dem Herrn, spricht tagtäglich vom Finale in der Pac-12 Finale, bekommt zeitgleich täglich aktualisierte Eintages-Verbleibsgarantien als Head Coach („his status is day-to-day“), während die heimische Rose Bowl von Woche zu Woche leerer wird und in der gigantischen Schüssel von Pasadena zuletzt kaum 40.000 für Totengräberstimmung gesorgt haben.

UCLA wird wie Arizona von einer schlechten Abwehr gehandicappt, deren Hauptproblem eine verletzungsgeschwächte Secondary ist. Gegenmittel: Im Angriff soll nach Kräften gelaufen werden, um dem Gegner Chancen zum Punkten zu nehmen. Die Running Backs produzieren dann auch annehmbare Stats, wie auch der dauerangeschlagene QB Kevin Prince, der nach etlichen Knochenbrüchen immer noch aufläuft und mit voller Wucht in die Linebackers kracht. Seine Ankündigung, auch gegen Arizona munter weiterzuscrambeln, grenzt an vorsätzliche Selbstverstümmelung.

UCLA muss aufpassen: Backup-QB Richard Brehaut liegt mit gebrochenen Beinen noch wochenlang im Spital, sodass Prince’ Ersatzmann heute ein Freshman wäre, der noch keine einzige Spielsekunde am College absolviert hat.

Und es wäre ja nicht so, dass es um nichts geht: UCLA hat in der Pac-12 eine 2-1 Bilanz zusammengezimmert, könnte in der Süd-Division also tatsächlich eine kleine Sensation und den Einzug ins Endspiel gegen Oregon/Stanford schaffen, nachdem bis auf Arizona State alle andere Gegner noch sieglos (Utah, Colorado, Arizona) oder die Saison außer Konkurrenz (USC) bestreiten.

Für die Wildcats ist das Hauptziel, nach fast einem Jahr mal wieder gegen einen Gegner aus der Football Bowl Subdivision zu gewinnen, nachdem man zuletzt neunmal in Serie abgeschlachtet wurde (einziger Saisonsieg heuer gegen ein FCS-Team). Der letzte Sieg über eine FBS-Mannschaft datiert aus dem vergangenen Oktober, ein 29-21 über… erraten, UCLA.