Lügen haben lange Beine

Der NFL Roster-Cutdown hat die unvermeidliche Impfthematik wenige Tage vor Saisonstart noch ein letztes Mal auf die Hauptschlagzeile zurückgebracht.

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Wachmacher für Urban Meyer

Das schlechte Zeichen: Die Jacksonville Jaguars haben am Donnerstag ihren neuen Krafttrainer Chris Doyle vorgestellt – einen Mann, der am College bei den Iowa Hawkeyes zahlreiche Athleten ins Krankenhaus brachte und schließlich wegen erdrückender Rassismus-Vorwürfe zurücktreten musste, nicht ohne fetten Buyout.

Das gute Zeichen: Am Freitag war Doyle nach massivem öffentlichem Druck in Jacksonville schon wieder Geschichte.

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Coaching-Spotlight: Urban Meyer in Jacksonville

Wir arbeiten die Coaching-Anstellungen von 2021 so langsam alle durch. Auf diesem Blog habe ich schon die Detroit Lions mit Dan Campbell und gestern Abend die Los Angeles Chargers mit Brandon Staley angeschaut.

Der nächste im Bunde ist Urban Meyer.

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Urban Meyers Scheme

Der neue Jacksonville-Jaguars-Coach Urban Meyer hat schon vor 20 Jahren modern Football gedacht. Er war einer der Vorreiter der Spread-Revolution, hat danach aber viele kleinere und größere schematische „Tweaks“ vorgenommen um diese einst innovative Offense konstant weiterzuentwickeln.

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Samstagsrundschau: Heisman-Trophy und Urban Meyer

Heute wird nicht nur Army vs. Navy ausgespielt (21h30, CBS), sondern auch die Heisman-Trophy im College Football vergeben – die wichtigste Trophäe für den prägenden Spieler des Footballherbstes. Für gewöhnlich geht sie an den besten Quarterback oder besten Runningback des Jahres. Weiterlesen

Wie sich die Zeiten ändern: Urban Meyer steht vor dem Rauswurf (Update 23.08.)

Update 23.08.2018 – Meyer wurde nicht entlassen, sondern für sagenhafte 3 Spiele zum Saisonstart suspendiert. Das, obwohl Meyer als notorischer Lügner enttarnt wurde, der sich für sein Geschwätz von gestern schon heute nicht mehr interessiert. Hier der Link zum 23-seitigen Dokument, das weitere Schmuckstücke wie Sex mit der Sekretärin, besoffene Autofahrten, abgebrochen Entzugskuren, Puffbesuche und gelöschte SMS umfasst.

Ohio States Board of Trustees tagte 11 Stunden im Ringen, Meyers Fortbestand als Buckeye-Headcoach zu rechtfertigen und kratzt damit am eigenen Denkmal. Meyer bleibt im Namen des Sieges Chef im Haus.

Die Zeiten ändern sich also wirklich: Ohio State heißt nun Urban State University. Aber wird Meyer den Fall wirklich unbeschadet überstehen oder ist er ein Fall von „Ist der Ruf erst ruiniert…“?

Der Fall

(Artikel vom 06.08.2018) Weiterlesen

Big Ten Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Big Ten Conference wähnt sich nach dem Landesmeistertitel der Ohio State Buckeyes sowie der Verpflichtung von Jim Harbaugh als neuem Head Coach in Michigan im Aufwind, doch bei genauem Hinsehen ist die älteste und stolzeste Conference im College-Football noch immer einige Schritte entfernt von den großen Ligen im US-Süden (SEC) und Westen (Pac-12).

2015 wird die Big Ten aber immerhin ein Elite-Team (eben Ohio State), ein sehr starkes Team (Michigan State) und eine Handvoll respektabler Mannschaften (Minnesota, Penn State, Michigan, Wisconsin, Nebraska) stellen. Das Problem sind eher die Hinterbänkler: Zu viel Mittelmaß. Weiterlesen

College Football Playoff National Championship Game 2015: Oregon Ducks – Ohio State Buckeyes Preview

Premiere für das neue Championship-Spiel des College-Football Playoffs heute Nacht, 02h30 (live SPORT1 US) im Stadion der Dallas Cowboys in Arlington: Die Oregon Ducks (13-1) treffen Ohio State Buckeyes (13-1), also der Meister der Pac 12 Conference gegen den Meister der Big Ten Conference.

Es ist das erste Endspiel seit neun Jahren ohne Beteiligung der übermächtigen SEC (Southeastern Conference), nachdem #1 Alabama im Halbfinale von Ohio State platt gemacht wurde. Die Finalpaarung ist auch ein letzter Faustschlag für die eingestampfte BCS, unter deren Ägide just diese heutige Paarung in der Vergangenheit ein bedeutungsloses Rose-Bowl Matchup gestellt hätte, während sich im Finale Alabama und ein hoffnungslos überfordertes Florida State gegenüber gestanden wären.

Break. Kümmern wir uns um die heutigen Kandidaten, die sich geschichtlich völlig unterschiedlich entwickelt haben, aber sich in den letzten Jahren immer ähnlicher wurden und heute auf ein spektakulär angriffslustiges Endspiel hoffen lassen. Weiterlesen

The Countdown, T-minus 3: Ohio State Buckeyes

The Countdown

#3 Ohio State Buckeyes.
Big Ten Conference.
2012: 12-0.

Wenn man die die fünf größten Football-Programme im College-Sport aufzählen soll, wird in 95% der Fälle die Ohio State University mit dabei sein. Gründe sind die lange Historie von Football in der Hauptstadt von Ohio (Columbus), die wiederZufalleswill außer einer Eishockey-Franchise kein Team in den Big-4 der US-Sportligen beheimatet, viele Erfolge, legendäre Trainerköpfe wie Woody Hayes oder Jim Tressel, und auch das 105.000 Zuschauer fassadene Ohio Stadium, genannt aufgrund seiner Bauform „The Horseshoe“, das zweitgrößte Stadion in den USA, dürfte mit in das Bild passen.

In den letzten beiden Jahren lief Ohio State außer Konkurrenz mit, weil man wegen eines (kleineren) Recruiting-Skandals, der auch Tressel den Kopf kostete, von der NCAA gesperrt war. Wer also College-Football erst seit kurzem verfolgt, wird vielleicht überrascht sein vom Terz, der in den US-Medien um die Buckeyes („Kastanien“) gemacht wird. Aber Ohio State ist schon eine gewaltige Hausnummer. Der letzte BCS-Titel liegt zwar mittlerweile zehn Jahre zurück und wurde auch nur dank einer Schiedsrichterfehlentscheidung gewonnen, aber 2006 und 2007 stand man jeweils im BCS-Finale und gewann auch hernach mehrmals die Big Ten Conference.

2012/13 schloss man eine perfect season mit 12-0 ab. Weil man aber wie besagt a.K. dabei war, wurde davon kaum Notiz genommen. Dafür gilt Ohio State vor dieser Saison als einer der Topfavoriten auf das Erreichen des BCS-Endspiels.

Urban Meyer (l.) als Headcoach in Florida. Wer den Typen halbrechts übrigens nicht kennt: Ab ins Bett. - Bild: Wikipedia.

Urban Meyer (l.) als Headcoach in Florida. Wer den Typen halbrechts übrigens nicht kennt: Ab ins Bett. – Bild: Wikipedia.

Einer der meist genannten Hauptgründe dafür ist der Head Coach Urban Meyer, der seit Januar 2012 das Zepter übernommen hat und zu den aktuell drei begehrtesten Trainern gilt. Meyer hat in Utah und Florida große Erfolge gefeiert und ist bekannt geworden durch seine innovative Auslegung der „Spread-Option-Offense“ mit guter Balance zwischen Pass und Lauf. Damit unterscheidet sich Meyer diametral von seinem „Vorgänger“ Tressel, dessen erzkonservative Spielweise eher auf Fehlerminimierung basierte. Meyer dagegen steht für Spektakel.

Ganz koscher ist Meyer vielen Leuten zwar nicht, Stichwort extrem laxe Handhabe bei disziplinären Problemen seiner Spieler sowie Bewegen am Rande des Regelwerks, was Recruiting und Trainingsvolumen angeht, aber es gilt als unbestritten, dass Meyer imstande ist, alles aus seinem Spielermaterial herauszuholen, was möglich ist, und dass eventuelle Misserfolge nur selten auf seinen Mist gewachsen sind.

Das zweite Grund ist das Spielermaterial. Die Toptalente laufen Ohio State quasi die Tür ein, und seit Meyer die sportliche Leitung über hat, gibt es auch Zufluss an Talenten aus dem US-Süden, wo sich die NFL-Kaliber auf den Füßen stehen. Nicht jeder kann bei Alabama oder Florida spielen, also gehen sie halt zu Meyer in den Norden. Einen glänzenden Ruf dort hat Meyer nach wie vor. QB Braxton Miller z.B. wird hinter vorgehaltener Hand bereits für einen möglichen Gewinn der Heisman-Trophy gehalten.

Dritter und dieses Jahr vielleicht wichtigster Grund: Der Spielplan. Der ist so wachsweich, dass für viele alles andere als die erneute perfect season zum Ende der Regular Season einer riesigen Enttäuschung gleich kommt. Die Big Ten Conference gilt als sportlich dieses Jahr ausgesprochen dürftig bzw. ohne echte Stolpersteine. Out of conference bestreitet OSU nur bessere Trainingsspiele. Eine 13-0 Saison wäre das quasi sichere Ticket ins BCS-Endspiel.

Soweit die Theorie. Die Geschichte zeigt aber, dass man im College-Football niemals von einer Perfect-Season ausgehen sollte. Zu viele Fehler passieren in diesem Sport. Selbst die besten Mannschaften haben viele nur durchschnittliche Spieler, denen Dummheiten passieren. Zu oft reicht ein einziger schwarzer Nachmittag für eine scheinbar unnötige Pleite. Selbst Meyers bärenstarke Mannschaften bei Florida oder die letzten beiden überirdischen Ausgaben von Alabama schafften es nicht ohne Niederlage durch die Saison. Und bei aller Liebe: Ohio State war im letzten Herbst zwar 12-0, aber das recht aussagekräftige Simple Rating System führte die Buckeyes nur an #13 (14pts über dem durchschnittlichen Team). Echte Dominanz sieht anders aus.

Wahre Liebe: „The Essential Smart Football“ (Chris Brown)

The Essential Smart Football Review

The Essential Smart Football von Chris Brown

Ganz ehrlich: Es war mein erstes Buch über American Football. Dass ich es überhaupt las, hat einen Grund: Den Autor. Und man kann keinen Gedanken zu diesem Buch schreiben, ohne nicht auf dessen absolut fantastische Weblog zu verweisen: Smart Football. Auf diesen Namen hört die Privatseite von Chris B. Brown, seines Zeichens Football-Pragmatiker und Strategiespezialist, in seiner Freizeit einem Beruf auf juristischem Gebiet nachgehend.

The Essential Smart Football ist im Grunde eine Aneinanderreihung mancher von Chris Browns besten Blogeinträgen, plus einigem neuer Inhalt (Verhältnis 2/3 Blog zu 1/3 wirklich Neuem). Als Problem empfand ich das nicht. Irgendwie ist es schön, den einen oder anderen lieb gewordenen Eintrag auf Papier neu zu entdecken, in den Händen zu halten und vor dem Einschlummern aufzusaugen.


Das Buch beginnt mit einer einleitendem Hymne auf den Football und ich gestehe: So einen Text wollte ich auch schon immer schreiben. Ich habe es nur nie annähernd so hinbekommen. Das ist wahre Liebe. Nicht blinde Liebe. Wahre Liebe. Da heißt es:

This interplay of mind and muscle – of the raw physics of bodies flying across a field as a result of some combination of planning, preparation and geometry – has long fascinated me. Of course, we cannot forget that football is a game, and no matter the hyperbole in the media, coaches are not geniuses because they can draw up a pass play, and players are not heroes because they scored a touchdown.

(!!!)

Und:

But I am convinced that football is too rich a subject not to be examined in detail. In the essays that follow, I try to speak to two audiences: football coaches and interested fans.

Der komplette Text hängt bei mir neben dem Schreibtisch. Was folgt, ist klassischer Smartfootball-Stil: Auf kurzen und knackigen acht bis zehn Seiten werden eine Reihe an Konzepten aus der Footballhistorie mit Browns charakteristischen Graphiken versehen in einem flockigen Englisch abgearbeitet, und in jedem Satz spürt der Leser Browns Bewunderung für diesen Sport.

Wir erfahren, warum Mike Leach ein Genie ist, weshalb Superbowl 45 die Kulmination von Entwicklungen auf der Abwehrseite war, wieso keine Offense jemals (okay, fast nie) den Ball spiken sollte, worin der Clou der 3-3-5 Defense liegt und weswegen Ed Reed und Polamalu wirkliche Superstars über die Epochen hinaus sind. Innovation ist oft ein Zufallsprodukt aus right place at the right time, und keiner weiß, wie viele Superspieler da draußen in der Anonymität verbrannt wurden.

Chris Brown hat mich vor etlichen Jahren mit seiner Sichtweise der Spieltheorie („Football and Decision Making“) sowie der Struktur einer Offense („The Constraint Theory of Football“) dazu gebracht, Football mit anderen Augen zu sehen. Und das war lange, nachdem ich dank Brown begriffen hatte, wie viel Zufall da draußen eigentlich herrscht.

Ich möchte nicht zu stark in Lobeshymnen verfallen. Ich hege einen Tick weniger Vertrauen in Browns Ausführungen über die Defense und manch einer mag ausgerechnet im allerletzten Kapitel über die Entwicklung hin zu Wilfork, Belichick und der Schönheit ihrer vielseitigen Patriots-Defense geschichtliche Schwächen des Autors erkennen. Aber nichtsdestotrotz lohnt sich die Lektüre.

Serviert werden nebst Einleitung 19 leicht lesbare, weil kurz und knackig gehaltene Essays von NFL über Entscheidungstheorie bis zu Nischenthemen aus dem tiefsten Süden des College Footballs, und auch wenn es nirgendwo stundenlang ins Detail führt, bietet dieses fast zusammengewürfelte Sammelsurium The Essential Smart Football für locker vertretbare Münze beste Unterhaltung für den einen oder anderen verregneten Sommernachmittag – bei Amazon (ca. €7) oder auch bei Kindle (ca. €4).

College Football: Das Trainerkarussell kommt in Schwung

Auch College Football kennt so was wie seinen „Black Monday“. Ein paar interessante Moves, die da gestern gemacht wurden.

  • UCLA Bruins: Die Bruins schmissen Head Coach „Slick“ Rick Neuheisl, den schon lange umstrittenen Cheftrainer, unter dessen Ägide die Bruins vor allem durch peinliche, hohe Niederlagen zerstört wurden. Pikant: UCLA qualifizierte sich trotz einer 0-50 Schlappe am Samstag im „Stadtderby“ gegen USC für das Finale der Pac-12 (findet am Freitag statt), das Neuheisl nun nicht mehr coachen wird. UCLA dürfte allerdings in Oregon haushoch verlieren, was die bizarre Situation hervorruft, dass die Bruins dann eine 6-7 Bilanz hätten, was im Gegensatz zur 6-6 Bilanz ohne Finalteilnahme eine Bowl-Teilnahme unmöglich macht.
    Die Kandidaten für den UCLA-Job: Wie vor einigen Wochen schon spekuliert, gilt Boise States Chris Peterson als heißer Kandidat. Peterson könnte klar geworden sein, dass es mit den kleinen Broncos so schnell nicht zu Höhenflügen langen könnte (als man überragend war, wurde man in der BCS-Bowls frecherweise auf TCU gematcht) und in Boise stünde ein Umbruch bevor. Andererseits ist UCLA dann auch nicht der Traumjob eines jeden College-Starcoaches: Dort gilt Football nicht als Priorität #1 – UCLA ist eine Top-Bildungsanstalt – und das „Heimstadion“, die berühmte Rose Bowl, steht ein paar Kilometer abseits des Campus und gilt deswegen als sehr ungeliebt.
    Ein zweiter Kandidat wäre Kevin Sumlin, der gerade Houston mit seinem Super-QB Case Keenum zu ungekannten Höhenflügen coacht, aber ohne Keenum nicht viel auf die Reihe gebracht hatte.
    Dritter Kandidat, man höre und staune: Tom Cable. Yep. Der Tom Cable.
  • Ohio State Buckeyes: Der neue Mann an der Front ist also tatsächlich Starcoach Urban Meyer geworden. Meyer, der in den letzten beiden Jahren in Florida nach jeweils großen sportlichen Enttäuschungen (2009 ein SEC-Finaldebakel gegen Alabama, 2010 eine lustlose Saison) gezickt hatte und aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.
    Meyer vermisste das Coachen. Meyer könnte den Buckeyes mit seinen Connections in Florida ein bissl vom berühmten „Southern Speed“ abzwacken und das eine oder andere Toptalent aus den Schmieden in den südlichen Sümpfen einkaufen. Die Verpflichtung ist nicht unumstritten: Der renommierte Pat Forde prangert Meyers fehlende Glaubwürdigkeit an – eine recht gute Zusammenfassung der letzten beiden Jahre „Urban Meyer“. Man darf gespannt sein, was Meyer in Columbus aufstellen wird: Meyer gilt als top, wenn „es läuft“. Andererseits verliert der Mann schnell die Lust, wenn Dinge aus dem Ruder laufen und erfindet alle möglichen Ausreden, um sich vom Hof machen zu können.
  • Arizona State Sun Devils: Dennis Erickson ist raus. Erickson ist nicht irgendwer. Erickson coachte einst als „Player’s Coach“ die Miami Hurricanes in ihrer dominantesten Zeit, übernahm von Betonfrisur Jimmy Johnson eine hochkarätige Mannschaft und gewann 89 und 91 den National Title mit den markantesten Mannschaften der großen Hurricanes-Dynastie. In der NFL lief es für Erickson weniger gut, in Seattle und San Francisco waren die Erfolge eher bescheiden. Arizona State galt heuer als „Dark Horse“, enttäuschte aber mal wieder massiv. Für Erickson könnte das das Karriereende sein (der Mann ist, wenn ich das richtig sehe, 64 Lenzen als).
    Als Nachfolger ist mir jetzt noch nichts an interessanten Namen untergekommen.
  • Arizona Wildcats: Beim „Lokalrivalen“ Arizona aus Tucson ein paar Meilen weiter nördlich gab es den Knaller schon letzte Woche, als der in Michigan furios gescheiterte Rich Rodriguez als Nachfolger des glücklosen Mike Stoops eingestellt wurde. Rodriguez’ Verpflichtung trat sofort eines los: Aufmerksamkeit via Twitter-Welle quer durch die Lande. Eine Neuigkeit in Arizona, das bislang auf nationaler Ebene kaum wahrgenommen wurde. Viele glauben, dass das Offensivgenie Rodriguez in Arizona sehr viel leichteres Arbeiten hat als bei den Michigan Wolverines, wo Rudi Assauer und Rainer Calmund jeden Tag ihren Senf in die Suppe streuten und es besser wussten, wie man es anno 76 schon gemacht hätte.
  • Illinois Fighting Illini: Ron Zook gefeuert? Illinois galt heuer lange als Überraschungsteam, war eine zeitlang in den Top-25, ging dann aber ein und verlor die letzten sechs Spiele in der Big Ten. Zook war in Florida einst Nachfolger von Legende Steve Spurrier. Gewann zwar, aber nicht genug. Wurde gehasst. Wurde gefeuert. Urban Meyer kam und sahnte die National Titles ein. Zook war gebrandmarkt und ging nach Illinois, wo er nie akzeptiert wurde. Aber eines hat der Mann vorgemacht: Er hat Top-Recruits aus Florida ins windige Illinois geholt. Urban Meyer wird zugeschaut haben.

Andere Universitäten, die auf Trainersuche sind: FAU, wo sich der 78jährige Howard Schnellenberger, Architekt der Miami-Dynastie (die später von Johnson und eben Erickson zu ungekannten Höhen getrieben wurde), schon im Sommer zurückgezogen hatte. Schnellenberger holte am Samstag wenigstens noch einen Saisonsieg, verhinderte eine peinliche 0-12er Saison zum Abgang. Ole Miss, wo Houston Nutt gegangen wurde. Memphis und Akron, zwei Bodensatz-Programme, wo die jeweiligen Coaches Larry Porter und Rob Ianello bereits im Sommer vor meutereiähnlichen Zuständen in der eigenen Mannschaft gestanden hatten.

Und die University of Alabama/Birmingham (UAB Blazers). Dort wurde Neil Callaway gefeuert. UAB hat als Programm ein Problem: Es ist im Hochschulsystem von Alabama so eingegliedert, dass die relevanten Entscheidungen ein paar Kilometer weiter südwestlich getroffen werden. In Tuscaloosa, bei den Alabama Crimson Tide. Die wollen sich natürlich nicht so was wie eine kleine Konkurrenz heranzüchten. Der großartige Paul Myerberg hat darüber vor Wochen einen exzellenten Artikel geschrieben.

Bei Penn State wird man schauen, ob Interimscoach Tom Bradley behalten wird. Ich bin jetzt nicht so in der Diskussion drin, aber ich habe bislang nichts über die dortige Situation gehört, außer dass Al Golden bei den Miami Hurricanes bis 2020 (?) verlängert hat. Golden galt nun jahrelang als Favorit auf Joe Paternos Nachfolge.

Die New Mexico Lobos haben den ehemaligen NotreDame-Headcoach Bob Davie verpflichtet. Davie sagt mir jetzt als Coach nicht viel, war 11 Jahre lang kein Coach mehr, aber unerfolgreicher als andere Trainer der Fighting Irish in den letzten 20 Jahren war auch Davie dort nicht.

Wenn ich mir die allgemeine Unzufriedenheit anschaue, die im College Football aktuell herrscht, werden das nicht die letzten Moves geblieben sein. Insbesondere in der MAC gab es in den letzten Jahren regelmäßig regelrechte Wüteriche in den Sportdirektorien, wo Coaches nach 1-2 Jahren sofort wieder per Knopfdruck auf der Straße lagen.