Only God Can Judge

Unter der Woche outete sich der NBA-Center Jason Collins als erster aktiver Sportler in den Big-4 der Profiligen als homosexuell. Die Versuche der Amerikaner, mit diesem Coming Out umzugehen, gestalten sich nicht einfach und wirken stark verklemmt. Zwar unterstützt die Mehrzahl der Prominenten Collins‘ Entscheidung in der Öffentlichkeit (es gibt Ausnahmen), aber draußen in den kleinen Ortschaften sieht das anders aus. Ein Beispiel: Der ehemalige NFL-Safety Leroy Butler (Green Bay Packers) sollte eine Rede in seiner Kirchengemeinde halten. Aber lesen Sie selbst:

Heute startet die NHL-Saison 2013

Nach dem Ende des Abeitskampfs startet die National Hockey League (NHL) heute Abend, 21h MEZ, in ihre verkürzte Saison 2012/13. Eishockey trifft bei mir immer auf einen ganz weichen Fleck, was nicht nur am Underdog-Status der NHL, der kleinsten der Big Four der amerikanischen Profiligen, liegt. Ich hoffe, noch eine detailliertere Vorschau auf die sportlichen Aspekte Anfang oder Mitte der nächsten Woche bringen zu können, deswegen heute nur ganz kurz ein paar Rahmenbedingungen, bevor es losgeht.

Wo kann ich die NHL 2013 sehen?

ESPN America

LIVE

Sa    21h   LA  - CHI
Sa/So  1h   BOS - NYR
Mo    19h   BOS - WIN
Mi     1h30 NJ  - PHI
Do     1h30 NYR - BOS

Tape

So    13h30 BOS - NYR
Mo     9h30 LA  - CHI
Di    16h30 BOS - WIN
Mi    15h30 NJ  - PHI
Do    19    NYR - BOS

ESPN America hat sich noch gerade rechtzeitig vor Saisonbeginn ein Paket geschnappt, das im Umfang in etwa jenem aus der letzten NHL-Saison entsprechen wird. Los geht es in der ersten Woche z.B. mit sechs  Live-Partien bis nächsten Samstag! Den Auftakt wird heute, 21h der Kracher Los Angeles Kings – Chicago Blackhawks machen, ein Spiel inklusive der Feierlichkeiten zum Stanley Cup-Gewinn der Kings im letzten Juni („Banner Ceremony“).

Super-Angebot ist natürlich der GameCenter-Stream von NHL.com, der für diese Saison (Achtung! Nur für diese Saison, und Vorsicht vor Auto-Renewal) fassungslos billig angeboten wird ($50, nicht Euro, Dollar!, Playoffs und Stanley Cup inklusive). Die entsprechende iPad-App funktioniert auf alle Fälle schon.

Wie sieht die NHL 2013 aus?

In aller gebotenen Kürze: Kein Re-Alignment der Conferences, dafür nur 48 Saisonspiele und keine Interconference-Spiele, d.h. Ost- und Westteams bleiben in der Regular Season unter sich und treffen erst im Stanley Cup aufeinander.

Die Regular Season beginnt heute und endet am 27. April; Playoffstart ist der 30. April. Die Hockey Night in Canada gibt es am 9.Februar. Trade-Deadline ist der 3. April. Die dieses Jahr erstmals auf alle nicht-Playoffteams ausgeweitete „Draft-Lottery“ (die NHL verlost den Top-Pick ähnlich wie eine NBA)  findet am 29. April statt und wird wichtig, da sich die Draft-Gurus bereits jetzt aufgrund des exzellenten Jahrgangs die Mäuler abschlecken.

Die Playoffs 2013 dürften wieder ein Highlight werden, da aufgrund der kurzen Regular Season damit zu rechnen ist, dass einige exzellente Teams niedrige Seeds bekommen (es gibt auch in der NHL viele volatile wichtige Stats) und wir viele Upsets sehen werden. Letztmöglicher Tag für Game 7 im Stanley Cup ist der 28. Juni. Am 30. Juni findet der NHL-Draft statt.

Alles weitere dann Anfang der Woche.

College Basketball 2012/13: Tip-Off Marathon Day

Der heutige Tag steht im Zeichen des Tip-Off Marathons im College Basketball, einer 24stündigen ESPN-Veranstaltung zur „Eröffnung“ der College-Football-Saison 2012/13. „Eröffnung“ in Gänsefüßchen, weil sie halb-offiziell ist, nachdem bereits am letztem Wochenende die ersten Partien stattfanden, u.a. ein Duell UConn – Michigan State in der Pfalz (US-Stützpunkt Ramstein).

Einleitend: College Basketball, im Volksmund „College Hoops“, ist ähnlich wie der College Football von der NCAA (National Collegiate Athletic Association) organisiert und in mehrere Levels („Divisions“) unterteilt – allerdings mit im Vergleich zum Football ungleich viel mehr Conferences und Teams in der Division I (32 Conferences, 347 Teams). Übersicht liefert die Wikipedia.

Es gibt wie im Football nationale Rankings (AP Poll, USA Today Poll), und sogar ein Pendant zu den BCS-Computern („RPI“, Ratings Percentage Index), mit Hilfe dessen eine Reihe an Teams für die Meisterschaft ausgewählt werden.

„Meisterschaft“ ist ein gutes Stichwort. Im College-Basketball gibt es dort ein Turnier über mehrere Wochen im Frühjahr („March Madness“) mit 68 qualifizierten Teams: 31 Conference-Sieger (die 32te Conference ist so neu, dass sie noch einen AQ hat) plus 37 ausgewählte Teams („at-large bids“), die sich in mehreren Runden (First Four, Round of 64, Round of 32, Sweet Sixteen, Elite Eight, Final Four) in regionalen Brackets (variieren von Jahr zu Jahr) ausspielen und am Ende den Meister küren. Der Champ 2012 waren die Kentucky Wildcats, die wir bereits aus dem genialen Stück von Chuck Klostermann kennen: Kentucky’s Death March.

Tip-Off Marathon 2012

Der Reigen startete bereits um 6h MEZ in der Kleinstadt Spokane, Bundesstaat Washington, wo es aktuell 21h33 Ortszeit ist. Spokane ist Heimat der Gonzaga Bulldogs, einer Freak-Uni vergleichbar mit den Boise State Broncos im College-Football (ja, Vergleich ist nicht 100% akkurat), die vor ein paar Jahren immer wieder die March Madness aufwühlten. Danach bedient sich ESPN der Zeitzonen von Hawaii, um über 24 Stunden hinweg Basketball nonstop zu zeigen. ESPN America steigt leider erst ab 18h MEZ ein – die restlichen Partien dürften im ESPN-Player laufen, aber eine genaue Auflistung wird es wohl erst im Laufe des Vormittags bei Allesaussersport geben.

Die Spiele mit MEZ-Startzeiten lauten heute wie folgt:

 6h  Gonzaga - West Virginia
 8h  New Mexico - Davidson
10h  Hawaii - Houston Baptist
12h  Rider - Stony Brook
14h  Vaparaiso - Northern Illinois
16h  Massachusetts - Harvard
18h  Kent State - Temple
20h  St John’s - Detroit
22h  Xavier - Butler
 1h  Michigan St - Kansas (aus Atlanta)
 3h  Kentucky - Duke   (aus Atlanta)

Michigan State spielte am Freitagabend in Ramstein (und verlor knapp), dürfte aber aufgrund der Tip-Off Zeiten „nur“ Jetlag durch den langen Flug in den Knochen haben. Die Spartans liefern den ersten Kracher aus dem Georgia Dome gegen #7 Kansas; direkt im Anschluss daran werden sich zwei Basketball-Großmächte mit legendären Coaches einen Showdown liefern, wenn #3 Kentucky auf #8 Duke gematcht sein wird.

Zu halbwegs erträglicher Zeit gibt es auch noch die Butler Bulldogs zu sehen, ein Mid-Major von einer kleinen Privatuniversität in Indianapolis, der in die Atlantic-10 gewechselt ist – in die Conference, in der auch Gegner Xavier Musketeers spielt. Diese Partie wird heute allerdings als out of conference-Spiel ausgetragen, das Conference-Spiel folgt dann später in der Saison.

Liveübertragungen bei ESPN America:

    13.11.2012  18h00  Kent State - Temple
    13.11.2012  20h00  St John’s - Detroit
    13.11.2012  22h00  Xavier - Butler
    13.11.2012  00h00  College GameDay
13./14.11.2012  01h00  Kansas - Michigan State
13./14.11.2012  03h30  Kentucky - Duke

Favoriten für 2012/13

Als Topfavoriten in dieser Saison gelten nach allen wichtigen Polls die #1 Indiana Hoosiers, sowie die beiden innerstaatlichen Rivalen #2 Louisville Cardinals und Titelverteidiger #3 Kentucky Wildcats. Viel Hype bekommt vor Saisonstart insbesondere F Cody Zeller von Indiana.

Dahinter sind sich die wichtigsten Polls ebenso einig: #4 Ohio State, #5 Michigan, #6 NC State, #7 Kansas, #8 Duke, #9 Syracuse, #10 Florida… Scheint so, als im Ländereck Indiana-Kentucky-Ohio die ersten Geigen spielen werden und die „Tobacco Road“ aus North Carolina (UNC/NC State/Duke) weiterhin nur die zweiten.

Mid Major Watch

Sofern man die mittlerweile reichen Atlantic-10 oder MWC noch als „Mid-Majors“ bezeichnen will, wird der Name Butler nicht weit entfernt fallen; als potenziell bester Mid-Major für eine Cinderella-Saison wird aber diesmal #16 Creighton aus der Missouri Valley Conference gehandelt.

Acht geben sollte man auch auf die Murray State Racers mit ihrem Superstar in spe G Isaiah Canaan.

Und da trappst das erste Sommer-Poll im College Football zum Fenster herein!

Dass der Saisonbeginn im College Football nicht mehr meilenweit entfernt ist, merkt man stets dann, wenn mitten im Hochsommer bei brütender Hitze die Ergebnisse der Preseason-Abstimmung des USA Today/Coaches Poll wenigstens ein laues Lüftchen wehen lässt und zum Fenster hereinflattert. Die Ausgabe 2012 ist seit Donnerstag, 2.8. raus. Paar Gedanken dazu.

Die „Big-2“ der vergangenen Saison bleiben vorne, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: LSU ist diesmal im Gegensatz zum BCS-Championship Game obenauf, Sabans Alabama Crimson Tide nach etlichen Star-Abgängen vor allem in der Defense (plus RB Richardson) „nur“ an #2 (allerdings mit den meisten 1st place votes). Es ist durchaus ungewöhnlich, dass beide Finalisten aus dem Vorjahr im Sommer an Eins und Zwei gereiht werden – in der BCS-Ära zuletzt 1999 (?) mit FSU und Tennessee passiert.

Dritte sind die USC Trojans von Lane Kiffin; ich würde leicht überrascht sagen „nur Dritte“, nachdem USC mit Los Angeles einen großen und mächtigen TV-Markt hinter sich weiß, der seit Monaten ganz offen an der Hype-Maschine dreht (und ESPN ist diesbezüglich auch nicht leise). Die Abstimmung war allerdings schon vor dem Bekanntwerden des Transfers von Penn State-RB Redd zu Southern Cal beendet – dieser hätte das Ergebnis möglicherweise entscheidend beeinflusst.

Dahinter an #4 die in der Preseason stets hoch gehandelten Oklahoma Sooners, wo die Stoops-Brothers Bob und Mike wieder vereint sind. An #5 die Oregon Ducks, ungeachtet der Abgänge von QB Thomas und RB LaMichael James, aber die Ducks steckten in der Vergangenheit solche Tiefschläge stets ohne mit der Wimper zu zucken weg und sollten diesmal auch über eine starke Defense verfügen. An #6 wie erwartet die Georgia Bulldogs, trotz des Abgangs vom extrem hoch gehandelten RB Isaiah Crowell, der anscheinend mit 19 hoffnungslos dem Gras verfallen ist.

Hmm… Riecht nach spannenden SEC und Pac-12 Conferences… LSU/Alabama – Georgia und USC – Oregon als Conference Finals: Gibt üblere Dinge.

An #7 die seit eineinhalb Jahren wieder massivst hochgejazzte Florida State University, trotz einer zuletzt eher enttäuschenden 9-4 Saison, aber bei all den knappen Niederlagen bei all diesen vielen Verletzungen mit dieser bärenstarken Defense… riecht nach Jahr der Seminoles.

An #8 die erste Überraschung mit Michigan, wobei das mit der „Überraschung“ auch so eine Sache ist. Michigan ist auch so ein Big Player, aber Michigan ist nach allen Auswertungen wohl noch nicht so weit. Und selbst wenn: Es wäre angesichts des Schedules nichts anderes als eine Sensation, wenn die Wolverines ungeschlagen durchkämen.

Danach zweimal SEC mit #9 South Carolina und #10 Arkansas, wobei Letztere nach dem Skandal um Bobby „Doppelleben“ Petrino nun mit neuem Head Coach auflaufen werden.

West Virginia im ersten Jahr in der Big 12 Conference an #11. TCU ist ebenso neu in der Big 12 und nur an #17 – ob da der jüngst bekannt gewordene positive Drogentest von QB Pachall mitspielte? Die Big 12ist mit #15 Texas, #19 Oklahoma State und #21 Kansas State noch drei weitere Male vertreten, wobei man vor allem bei den Kansas State Wildcats Wetten drauf abschließen kann, dass sie bald rausgefallen sein werden (waren äußerst glückliche Umstände im vergangenen Jahr für die Wildcats).

Die Big Ten Conference ist außerhalb der Top-Ten mit mehreren Klassikern vertreten: #12 Wisconsin, #13 Michigan State und #16 Nebraska. Erstere beiden haben prominente Abgänge zu verschmerzen, Letztere werden im zweiten Jahr in dieser lauflastigen Conference auf besser abgestimmte Defense hoffen.

Die ACC mit dem Freak-Team Clemson an #14 und Virginia Tech an #20.

Was weiters auffällt: Stanford (an #18), Oklahoma State und Boise State (#22) sind dort gerankt, wo solche Teams mit zwei, drei großartigen Saisons, aber dann dem Verlust des kompletten Mannschaftskerns immer gerankt werden. Vor allem bei den Broncos ist das bemerkenswert, weil sie der einzige Mid Major sind und noch vor zwei Jahren in einer vergleichbaren Situation keine Chance auf einen Platz in den Top-25 bekommen hätten.

Notre Dame nur an #24. Ich sage „nur“, weil wir in diesem Jahr vielleicht eine kuriose Situation erleben: Das kleine Boise State dürfte Stand Sommer mit #22 überschätzt, das große Notre Dame dagegen unterschätzt sein – ein völliges Novum, seit ich College Football schaue. Ich erwarte Notre Dame trotz eines harten Schedules am Saisonende weiter oben.

Und natürlich sind am Ende des Polls noch die üblichen Verdächtigen aus den großen Conferences, die sportlich eher Wackelkandidaten sein dürften, aber eben von ihrer großen Historie leben. Heuer: #23 Florida und #25 Auburn.

Knapp dran waren auch Washington, Louisville und Georgia Tech, was für allem bei den Washington Huskies erstaunt (die Defense gibt doch arge Zweifel auf). UCF hat auch noch Stimmen bekommen, was daran liegen mag, dass die Abstimmung vor deren Ausschluss aus der Bowl Season stattfand (UCF wäre Stand heute ineligible für die Wahl).

Ohio State wäre fixer Kandidat für die Top-15 gewesen, ist für diese Saison aber im Zuge von Tattoogate um Tressel, Pryor und Konsorten von der Bowl Season und somit auch vom Coaches-Poll ausgeschlossen. Erklärung: Das Coaches-Poll zählt im Gegensatz zum AP-Poll direkt für die BCS-Wertung und besteht daher nur als bowl eligible-Universitätsmannschaften.

Der Weg des Greg Oden

Vor fünf Jahren war Greg Oden mit seinen 18 Jahren und einem talibankompatiblen Bartwuchs der absolute Superstar der Ohio State Buckeyes (College Basketball). Heute, eine Handvoll Operationen und ein paar Glas Bacardi später, sieht die Welt eine Spur anders aus, während. Der ehemalige #1-Pick Greg Oden führt nach seinem Rauswurf in Portland einen stillen Kampf um die Fortsetzung seiner Karriere und gegen den Ruf des Megabusts, während ein paar hundert Meilen weiter östlich der #2-Pick des damaligen Drafts, Kevin Durant (Oklahoma City), einem Provinzdasein zum Trotz den Durchbruch zu landesweitem Ruhm und zur „Marke“ geschafft hat. Lesenswerte Geschichte, geführt von einem ehemaligen Kumpel Odens bei Grantland: Oden on Oden.

(Spox.com hat die Story eingedeutscht.)