Samstagsvorschauer: Auftakt zur Bowl Season 2018/19

Guten Morgen. Heute beginnt die Bowl-Season 2018/19 im College Football und zudem wartet die NFL mit zwei Samstagsspielen unter dem Thema „Rookie-QBs“ auf. Die Vorschau wird heute von zwei Gast-Experten geschrieben. Weiterlesen

Mid Major Conferences | College Football 2015/16 Preview

Wer an die FBS im College Football denkt, denkt zuallererst an die „Power Five“ Conferences (SEC, Big Ten, Pac-12, Big 12, ACC). Doch sollte man nicht auf die zweite Stufe vergessen, die „Other Five“ Conferences, bekannter unter dem Spitznamen „Mid Majors“ – die schwächeren fünf Conferences der obersten Ebene im College Football:

  • Mountain West Conference (MWC)
  • American Athletic Conference (The American)
  • Conference USA (C-USA)
  • Mid-American Conference (MAC)
  • Sun Belt Conference

Ein Platz in den großen Bowls ist jedes Jahr reserviert für die beste Mannschaft aus den Reihen der Mid-Majors. Letztes Jahr ging dieser Platz an einen Altbekannten, die Boise State Broncos, die auch in diesem Herbst wieder als Top-Favorit der Mountain West Conference ins Rennen gehen. Zu den Broncos in einem gesonderten Eintrag mehr; lasset uns heute den Fokus auf einige andere interessante Mid-Majors richten. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Stephanstag

Nachklapp zur Hawaii Bowl in der Christnacht: Das Spiel war zur Pause gegessen, weil die Oregon State Beavers schlicht die bessere Mannschaft stellten. Die Beavs scorten zwei Fumble-Return TDs durch ein und denselben Spieler, aber das allein erklärt keine zwischenzeitliche 38-6 Führung. Oregon State machte mehr Yards, mehr Yards-per-Play als Boise State. Erst in der „Gargabe-Time“ holte sich Boise State die Yards und Punkte zurück, sodass es am Ende im Gamebook den Gesamt-Raumgewinn von 538yds für Boise und nur 454yds für die Beavers ausweist. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, auch wenn die Zwischenführung doch 1-2 TDs zu hoch ausfiel.

Ein sehr bizarrer Moment kam im zweiten Viertel, als ESPN ein Interview mit dem künftigen Boise-Headcoach Byron Harsin schaltete. Harsin sprach gerade über seine Vorstellungen von Boise-2014, als der zweite Fumble-Return TD passierte. Harsin war ganz eindeutig nicht dabei, das Spiel zu verfolgen, oder aber er stand gerade mit dem Handy telefonierend auf dem Balkon und rauchte eine runter. Im TV wirkte es jedenfalls… eigenartig. Mal schauen, was Harsin mit Boise State anstellen wird. Dieses Programm hat die schwierigste Saison seit locker 10 Jahren hinter sich. Harsin muss das Trainergenie Chris Petersen ersetzen. Viel Glück.

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Friday Night Football, #5: San Jose Spartans – Utah State Aggies Preview

Friday Night Football ist der Slot im College Football, an dem sich meistens zwei kleinere Teams aus der Football Bowl Subdivision messen, und dankenswerter Weise ist SPORT1 US ab 03h in der Nacht auf morgen dabei: Diesmal treffen die San Jose State Spartans (1-2) auf die Utah State Aggies (2-2), beide Teams aus der Mountain West Conference (MWC), und das Duell hat durchaus seine Reize.

San Jose State und Utah State beendeten letztes Jahr die Regular Season jeweils mit 10-2 Siegen, und beide waren richtig gute Mannschaften. Beide verloren im Anschluss daran ihre Head Coaches an BCS-Schulen, aber beide sind mittlerweile für Mid-Majors richtig gut aufgestellt, mit grundsolider Personalpolitik ohne große Spinnereien. Daher durften sie von der aufgelösten WAC in die etwas besser besetzte MWC (die im Prinzip aber fast ausschließlich aus ehemaligen WAC-Unis besteht) wechseln.

Utah State kam recht solide in die Saison, verlor gegen zwei Pac-12 Unis jeweis nur knapp (@USC mit drei Punkten, gegen Utah mit vier Punkten). San Jose State hatte bisher hohe Niederlagen gegen Stanford (okay) und Minnesota (weniger okay).

San Jose State bringt in QB David Fales einen Mann, in dem viele Scouts NFL-Potenzial sehen. Seine Pässe sind zwar keine Granaten und die Flugkurven mir als etwas bogenlampig in Erinnerung, aber Fales ist der Typ QB, der diese Furchtlosigkeit vor Bällen in engste Deckungen ausstrahlt. Gegen durchschnittliche College-Defenses kann Fales auch mal 400yds in nur einer Viertelstunde Ballbesitz hinknallen, wie letzte Woche gegen Minnesota geschehen. Fales‘ Go To Guy ist WR Noel Grigsby, möglicherweise auch einer für die NFL; Grigsby ist lt. Play-by-Play letzte Woche ausgefallen, und ich habe nix in Erfahrung gebracht, ob er heute antreten kann.

Die Offense der Spartans ist nicht das Problem; die Defense ist es. Bisher wurde man in den Spielen von Stanford und Minnesota völlig vom Laufspiel überrumpelt (u.a. 8 zugelassene Rush-TDs), aber es gibt Stimmen, die behaupten: San Jose State ist dafür gebaut, schnelle Offenses zu stoppen, nicht physische. In der Secondary gibt es z.B. in CB Bene Benewikere nicht nur einen Mann für das All-Name Team, sondern auch jemanden mit leisen Profi-Hoffnungen. „Schnelle Defense“ würde ganz gut in die MWC passen, wo eher trickreicher, denn Power-Football gespielt wird. Insofern beginnt der Spaß des Lebens für diese Defense wohl erst heute Nacht.

Die Frage ist nur, ob das gegen Utah State und seinen QB Chuckie Keeton einen Unterschied macht: Keeton ist gleichermaßen ein Scramble-QB wie ein guter Werfer, und egal ob du die read-option Plays auspackst oder Keeton ein broken play zum 69yds-TD Scramble münzt: Der Mann hat definitiv was.

Utah State hat eine spektakulär gute Defensive Line, aber eine suspekte Secondary, die gegen exzellente Quarterbacks oft Probleme kriegt. Letztes Jahr lieferten sich diese beiden Mannschaften ein wildes, wildes Matchup, als Utah State 13 (in Worten: dreizehn) Sacks gegen David Fales fabrizierte und trotzdem 467 Pass-Yards kassierte!

Auf der anderen Seite scheint die Rush-Offense der Aggies um Keeton und die zirka sieben Runningbacks auch ein Mismatch für San Jose zu sein: Vergangenes Jahr wurden mehrere hundert Yards am Boden zu insgesamt sieben Lauf-TDs gegen San Jose erzielt.

Läuft also alles auf ein spektakuläres Spiel zweier interessanter Mid-Majors hinaus.

Bowl Season 2012/13 Preview: New Mexico Bowl und Famous Idaho Potato (watt?) Bowl

Das fröhliche Bowlen um die Weihnachts- und Neujahrszeit geht wieder los! Bowl Season ist eine meiner favorisierten Zeiten im Sportjahr, weil wir es hier mit so vielen verschiedenen Spielauffassungen zu tun bekommen, mit oft unbekannten Universitätsmannschaften, die sich mehr oder weniger motiviert in einem halbleeren fremden Stadion um eine artifizielle Trophäe aus der Retorte prügeln. Bowl Season ist aber immer noch das, wofür viele der Jungs College Football spielen – man merke sich: Der überwiegende Teil beendet nach der Studienzeit seine sportliche Karriere; in die NFL schaffen es die wenigsten.

Los geht’s heute mit zwei Spielen.

New Mexico Bowl

Arizona Wildcats – Nevada Wolfpack

19h LIVE bei ESPN America

Die größten Namen stehen an den Seitenlinien: Arizonas neuer Head Coach Rich Rodriguez, auf Wiedergutmachungstrip nach einem desaströsen Arbeitsverhältnis mit Michigan, und Nevadas Chris Ault, ergraut, schrullig, Hall of Famer, Erfinder der legendären Pistol-Offense. Es sind zwei Coaches, die für innovative Offensivsysteme stehen: Rodriguez lässt eine Zone-Read Spread-Option spielen, die heutzutage überall eingesetzt wird, aber seinerseit (Mitte der 2000er) bahnbrechend war. Aults Pistol-Offense ward 2004/2005 geboren, nachdem Ault nach zehn Jahren Auszeit in Nevada bereits als Hall of Famer wieder an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war. Pistol-Offense wird heute auf allen Levels gespielt, u.a. auch zeitweise in der NFL.

Beide waren heuer 7-5: Arizona eher als die wilde Hopp-oder-Topp-Truppe (USC und Oklahoma State geschlagen, Oregon State und Stanford am Rand einer Niederlage gehabt, aber von Oregon und UCLA mit ca. 50 Punkten Differenz abgeschossen), Nevada hatte eine schwache Phase Ende Oktober (3 Niederlagen en suite).

Arizonas Saison war nicht ohne Kontroversen. Rodriguez brachte die Wildcats zurück auf die Landkarte des College Football. Auf der anderen Seite gab es auch Momente, in denen der Hirnriss nicht weit ist, z.B. als QB Matt Scott gegen USC mit klaren Gehirnerschütterungssymptomen (drei, viermal Brechen auf dem Spielfeld) nur widerwillig aus dem Spiel genommen wurde.

Excel favorisiert Arizona mit 12.5 Punkten.

Famous Idaho Potato Bowl

Tja. Gibt es einen besseren Bowl-Namen als diesen? Für die Erdapfel-Industrie von Idaho scheint das Sponsoring aber tatsächlich bloß Peanuts zu sein. Und nebenbei noch den Gönner vor dem Herrn gegeben.

#22 Utah State Aggies – Toledo Rockets

22h30 LIVE bei ESPN America

Vom knallblauen Spielfeld in Boise/ID ist ja jedes Footballspiel ein Hingucker. Diesmal sind die #22 Utah State Aggies, die letzten Champions der zerbrochenen WAC, mit dabei, jahrelang das Schlachtopfer auf der Bank, aber dieses Jahr mit 10-2 Bilanz sogar in den BCS-Rankings vertreten (SRS hat die Aggies auf #23, also kein Zufall!). So sehr wie USU dies’ Jahr die WAC in Grund und Boden spielte, hatte das vor Jahren nur Boise State geschafft.

Auch die einzigen zwei Niederlagen lesen sich nicht verheerend: 16-14 gegen Wisconsin und 6-3 gegen BYU verloren, dafür u.a. Utah geschlagen. QB/RB Chuckie Keeton spielt fehlerarm und effizient und ist ein guter Scrambler, wenn es nötig ist.

Toledo aus der Mid-American Conference kam mit neuem Head Coach Matt Campbell (32 Jahre alt) und 9-3 auch nicht schwach durch die Saison, verlor aber mit seiner absurd schwachen Defense in der Endphase der Saison mal wieder die entscheidenden Partien und flog hohekant aus dem MAC-Titelkampf. Die Rockets 2012 unterscheiden sich von früheren Rockets-Truppen insofern, dass sie nicht mehr auf ein QB-Duo setzen, sondern diesmal tatsächlich konsequent mit Terrance Owens durch die Saison gingen.

Excel favorisiert Utah State mit 13.5 Punkten.

College Football 2012/13, TV-Guideline für Woche 2: Einen Bienenkorb in Utah

Dieses Wochenende hat die NFL Priorität, daher nur kurz die Vorschau auf das Wochenende im College-Football.

Recap Week 1

Meine Top-5 Spiele vom Wochenende.

#1 Virginia Tech - Georgia Tech   20-17 OT
#2 Penn State - Ohio              14-24
#3 Michigan State - Boise State   17-13
#4 Northwestern - Syracuse        42-41
#5 Alabama - Michigan             41-14

Es hatte was, mit welcher Coolness die Ohio Bobcats nach State College fuhren und dort die Nittany Lions nach 3-14 Rückstand noch rumbogen. Und ganz ehrlich: Ohio war das bessere, rundere Footballteam, vor allem mit dem tollen Offensivduo QB Tettleton/RB Blankenship.

Boise wehrte sich lange Zeit mit Händen und Füßen gegen die immer drückendere Überlegenheit der Spartans, musste letzten Endes dann aber die weißen Fahnen hissen. Das Gute: Boise hat weiterhin seit ewigen Jahren nicht mehr im September verloren.

Wie immer zu beobachten: Der Geschwindikeitsunterschied SEC/BigTen im Duell AlabamaMichigan, und wir haben da auch einen neuen Star in the making: RB T.J. Yeldon. Spiel der Woche war aber das Tech-Duell, mit einem famosen, famosen Schlussviertel. Wann hat Georgia Tech zum letzten Mal so oft geworfen? (gilt übrigens auch für die Navy)

Generell fällt beim Blick auf alle Ergebnisse auf: Die FBS hat sich gegen die FCS (zweite Kategorie) eher blamiert. Vier Niederlagen (Middle Tennessee State, Idaho, Pitt, Memphis) und ein paar haarscharfe Siege (u.a. Wisconsin nur mit einem TD gewonnen). Dazu putzte Texas State bei seinem Debüt in der FBS die arrivierten Houston Cougars klar und deutlich. Houston war letztes Jahr noch eine einzige Niederlage von einer BCS-Bowl entfernt.

Vor der Woche 2

ESPN America bringt folgendes Programm.

LIVE

6./ 7.9.2012  02h    Pitt - Cincinnati
    8.9.2012  15h    College GameDay aus College Station
    8.9.2012  18h    Virginia - Penn State
    8.9.2012  21h30  USC - Syracuse
8./ 9.9.2012  01h    Louisiana State - Washington
8./ 9.9.2012  04h30  Arizona State - Illinois

Tapes

    7.9.2012  13h    Pitt - Cincinnati
    8.9.2012  10h30  Utah State - Utah
    9.9.2012  12h    Louisiana State - Washington
9./10.9.2012  05h30  Michigan - Air Force
   11.9.2012  14h30  Mizzou - Georgia

Mal schauen, wie sich Pitt von der katastrophalen Schlappe gegen die Underdogs von Youngstown State (FCS) erholt hat. Auch Penn State ist nach besagter Heimdemontage durch die kleinen Ohio Bobcats angeschlagen und steht schon leicht mit dem Rücken zur Wand.

USC überraschte letzte Woche mit starker Defense bei nur wackeliger Offense und sollte gegen Syracuse besser ins Rollen kommen. Syracuse seinerseits nach einem hochspannenden Spiel letzte Woche gegen die Northwestern Wildcats, das die Schwachstellen der Abwehr offen legte.

Spiel der Woche von den Namen ist sicherlich LSU – Washington im Tiger Stadium. LSU mit einem sehr smoothen Auftakt (41-14 daheim gegen North Texas), muss sich aber schon wieder mit dem ungeliebten Divisionskonkurrenten Alabama auseinandersetzen, die nach der beeindruckenden Auftaktvorstellung erstmal in der Gunst der Öffentlichkeit vorbeigezogen sind. Der große Name (und sportlich vor allem in der Defense arg verwundbare Gegner) Washington bietet eine Chance, im Ansehen „nachzubessern“.

Am Samstagvormittag kommt ein Tape vom Freitagnachtspiel: Utah State – Utah, The Battle of the Brothers aus der kuriosen und nicht immer leicht zu durchblickenden innerstaatlichen Serie an Utah-Derbys, bei der es um den Beehive Boot (Bienenkorb) geht, dem Preis für Utahs beste Footballmannschaft. Die Biene ist von den Mormonen als Symbol für Fleiß zum Staatssymbol erkoren worden.

Die letzten Zuckungen einer Todesgeweihten: Western Athletic Conference 2012/13 Preview

Nächster Zwischenstop auf dem Weg zur College Football-Saison 2012/13: Die Western Athletic Conference (WAC), die in diesem Herbst ihren letzten Atem aushaucht. In anderen Worten: Inmitten aller Conference-Wechselturbulenzen werden im nächsten Jahr Stand heute nur mehr zwei Universitäten die Football-Abteilung bilden: Idaho und New Mexico State. Das Todesurteil.

Der Gang der Konferenz

Schauen wir uns die sieben noch aktiven Football-Mitglieder der WAC an:

Louisiana Tech
Texas-San Antonio (UTSA)
San Jose State
Utah State
Texas State
Idaho
New Mexico State

Louisiana Tech und UTSA werden ab 2013 in die Conference USA wechseln. San Jose State und Utah State werden dem Ruf der MWC folgen. Texas State geht in die Sunbelt Conference. Auffallend: UTSA und Texas State sind erst dieses Jahr aus der FCS hochgewechselt und werden die kollabierende WAC schnell wieder verlassen. Idaho und New Mexico State bleiben allein (plus Seattle und Denver, die keine Footballprogramme unterhalten).

Die WAC war in meinen Anfangsjahren im College Football meine „favorisierte“ Conference, weil die kleinen BCS-Buster von Boise State dort alles in Grund und Boden spielten. Der Gang der Dinge wollte es, dass Boise sich stärkere Konkurrenz suchen musste – die WAC wird es wohl nicht überleben. Bye Bye, kleine Freak-Conference. Ein Jahr wird aber noch gespielt.

Oberschicht

Als Titelverteidiger gehen die Louisiana Tech Bulldogs nach ihrer starken 2011er-Saison ins Rennen. Diese Mannschaft hat sich bei mir aufgrund ihrer eigenartigen Offense eingeprägt: Weil das Spielermaterial eigentlich nur Laufspiel hergibt, die Bulldogs aber trotzdem hemmungslos zu werfen versuchen, gibt es in jeder Angriffsserie dutzende falsch gelaufene Routen der Wide Receivers. Diese Wurf-Affinität ist rührt von einem Namen: Sonny Dykes, Head Coach, und geschult worden bei den besten Pass-Genies des College Football („Air Raid“). Die Bulldogs gewannen den Conference-Titel letztes Jahr aber vielmehr durch ihre Defense, deren deren opportunistische Secondary dann auch TCU in der Bowl Season fast entnervte.

Recht vorzeigbar sind auch die Utah State Aggies, in der vergangenen Saison mit konsequentem Laufspiel und dank haufenweise knapper Siege zu einer 7-6 Saison (inkl. einer nur hauchzarten Niederlage in Woche 1 in Auburn) marschiert. Nun sind mit RB Robert Turbin und LB Bobby Wagner die beiden Leader in Offense und Defense in die NFL abgewandert, aber der Schedule gilt als schwach genug, dass wir die Aggies in der Bowl Season wiedersehen könnten.

Absolut spektakulär waren die San Jose State Spartans, eine Mannschaft, die gemäß ihrer antiken Vorbildern aus wenig Ressourcen dank viel Disziplin erstaunlich viel macht. Über den Chefcoach Mike MacIntyre hört man nur Gutes: Der Mann soll seiner Mannschaft voll vertrauen und die Mannschaft gibt entsprechend Herz, Lunge und Seele für hingebungsvollen Football. Star der Truppe ist der künftige Lieblingsschüler Belichicks, RB/CB/KR/PR Tyler Ervin, ein Multitalent und symptomatisch für die insgesamt eher mau besetzte, aber leidenschaftliche Spartanertruppe stehend.

Im Regen stehen gelassen

Zu den zwei Außenseitern, die in Bälde zweitklassig sein dürften. New Mexico State spielt wenigstens eine ansehnliche Offense rund um den jungen QB Andrew Manley und darf daher noch auf das Hintertürchen „Bowl Season“ und „Aufmerksamkeit durch TV-Präsenz“ für ein FBS-Ticket hoffen. Das Unterfangen gilt trotzdem als eher aussichtslos, weil die Uni kein gutes Basketballprogramm zu bieten hat, das eine Conference noch interessieren könnte.

Noch schlimmer sieht es für die Idaho Vandals aus. Am Arsch der Welt zu Hause und im Gegensatz zu den ähnlich benachteiligten Boise State Broncos zwei Gebirgszüge weiter südlich (aber ebenso in Idaho) auch nichts aus der kleinen Chance gemacht. Aufsehen erregen einzig der heimische Kibbie Dome und der extrem beliebte Head Coach Robb Akey, der selbst nach 2-10 Saisons unumstritten im Sattel sitzt.

Die Newcomer

Erstes Jahr in der FBS und nach Höherem strebend: Die beiden texanischen Unis, die die WAC nur als Durchlaufstation sehen. Schier Unglaubliches stellen die Texas-San Antonio Roadrunners auf: Erst seit zwei Jahren überhaupt existent, aber die Begeisterung ist riesig: Beim Debütspiel des Teams waren 56.000 Menschen (!) im Alamodome, jenem Stadion, das in den 90ern einfach mal so gebaut worden war und seitdem als Kathedrale in der Wüste auf den Abriss wartete. Chefcoach ist mit Larry Coker jener Mann, der vor einem Jahrzehnt die Miami Hurricanes unter seinen Fittichen hatte, jene Mannschaft, die noch heute schon allein wegen der Spielernamen als eine der legendärsten ever gilt (Ed Reed, Jeremy Shockey, Vince Wilfork, Andre Johnson, Jonathan Vilma, Clinton Portis, Sean Taylor usw.).

Nun genießt Coker aber eher eine Reputation als Coach, der nichts aufzubauen vermag, sondern bloß eine breite Talentbasis zu ungekannten Höhenflügen treiben kann. Genau letzteres ist in San Antonio freilich nicht gefragt.

Vielleicht bräuchten die Roadrunners einen Chefcoach wie Dennis Franchione, einen Wandervogel, der es nirgends länger als 4-5 Jahre aushält, der aber seinen Nachfolgern gerne eine gestelltes Feld hinterlässt. Franchione ist aktuell der Mann am Steuer bei den Texas State Bobcats, dem anderen texanischen WAC-Neuling. Texas State ist im Gegensatz zu San Antonio nicht zwei, sondern bereits über 100 Jahre lang footballerisch aktiv, aber der Move in die höchste Kategorie wurde erst jüngst vollzogen.

College Football 2011/12: Die ersten Schüsseln stehen bereit

ESPN America beginnt das Wochenende mit Eiern aus der Unterklasse: Championships-Spiele in Division II und Division III und Semifinals in der FCS. Das Programm:

  • Tape, heute 12h: Division III Finale
    Wisconsin/Whitewater Warhawks – Mount Union Purple Raiders
  • Tape, heute 14h30: FCS-Semifinale
    #1 Sam Houston State Bearcats – #4 Montana Grizzlies
  • LIVE, heute 17h: Division II Finale
    Pittsburg State Gorillas – Wayne State Warriors
  • Tape, morgen 7h: FCS-Semifinale
    #3 Georgia Southern Eagles – #4 North Dakota State Bisons

Wisconsin/Whitewater und Mount Union sind sowas wie Madrid und Barcelona der Division III. Siebtes Finale in Serie mit dieser Ansetzung! Bis dato schön gesplittet (3:3 Siege) – heute kann wieder einer vorlegen. Mount Union ist im Übrigen ein College, das in den letzten Jahren immer mal wieder NFL-Spieler herausgebracht hat. Der bekannteste ist WR Pierre Garcon, der sogar einen Superbowl-Touchdown fabrizierte. Auch letztes Jahr wurde ein Spieler von Mount Union gedraftet (ich glaube von Jacksonville/Name nicht mehr in Erinnerung). [Update: Koblenzer weist in den Kommentaren darauf hin, dass es sich bei besagtem Spieler um „Cecil Shorts“ handelt.]

Heute Nachmittag, 17h das Finale der Division II mit einem Überraschungsteam Wayne State. Die Division II beginnt ihre Playoffs mit vier Regionen zu sechs Teams. Wayne State war in seiner Region nur die #6 gewesen. Die Warriors sollen eine „Ball-control“-Offense mit viel Laufspiel spielen, während die Division-II Macht Pittsburg (aus Kansas) von QB Zac Dickey und seinem Passspiel lebt und eine turnoverfreudige Defense besitzt.


Heute Abend, 20h MEZ, beginnt die Bowl Season. Trotz einiger verheerender Fehlgriffe letztes Jahr (auf klaren Sieg Hawaiis getippt, ehe die Warriors 62 Punkte eingeschenkt bekamen und mit drei Handvoll Turnovers und -27pts verloren) werde ich mich auch heuer nicht vor ausgedehnteren Previews und/oder Tipps drücken.

Gildan New Mexico Bowl
Temple Owls – Wyoming Cowboys

Sa, 17.12. um 20h LIVE bei ESPN America

Temple war mit 8-4 eine der besseren Teams der Mid-American Conference (MAC), trotz des neuen Trainerstabs um Steve Addazio. Temple, das ist eine kleine Universität aus Philadelphia, die meist keine 20.000 Leute bei Heimspielen im riesigen Lincoln Financial Field begrüßt, und vor wenigen Jahren wegen Erfolgslosigkeit aus der Big East Conference geschmissen wurde. Letztes Jahr gab es richtig Stunk, als die Owls trotz 8-4 keine Bowl-Einladung bekamen. Diesmal ist es soweit. Die Mannschaft ist „run-heavy“, Anker- und Frontmann ist RB Bernard Pierce (1507yds/25 TD), der heute auf eine der schwächsten Lauf-Defenses in der FBS trifft (#115).

Dieser Gegner, Wyoming, dürfte in diesem Spiel klarer Außenseiter sein, schloss die Saison in der Mountain West Conference (MWC) mit 8-4 ab, aber war neben einigen Überraschungssiegen auch anfällig gegen Blowouts (19-63 gegen Utah State). Was ich erst jetzt sehe: Der deutsche Linebacker Oliver Schober (Bruder vom ex-NFLE Spieler Daniel) war heuer überhaupt nicht aktiv, setzte die Saison verletzungsbedingt komplett aus. Keine deutsche Beteiligung, dafür eine nicht uninteressante Mannschaft. Der QB Brett Smith ist ein Freshman, der gleich mal voll einschlug und mit 2495yds, 18 TD und 8 INT und 645yds plus 10-LaufTD eine bärenstarke Saison hinknallte.

Insgesamt werden wir reizvollere Matchups sehen. Wyoming dürfte nur mit einer überraschend starken Lauf-Defense eine Chance haben. Sponsor Gildan ist übrigens ein Hersteller von unbedruckten, aber bedruckbaren Billigshirts. „Unbedruckt“ dürfte nicht unerheblicher Zusatz sein, da man gemeinhin von keinem reißenden Absatz von Temple- und Wyoming-Shirts ausgegangen wäre.

Famous Idaho Potato Bowl
Ohio
Bobcats – Utah State Aggies

Sa, 18.12. 23h30 LIVE im ESPN-Player
So, 18.12. 9h30 Tape bei ESPN America

Die Bowl auf den blauen Spielfeld zu Boise/ID mit einem immerhin interessanten Team: Die Utah State Aggies (7-5). „7-5“ in der WAC liest sich zugegeben mau, aber die Mannschaft ist offensivgewaltig. Zum Saisonstart schrammte man haarscharf an einer schlichten Sensation vorbei, als der National Champ Auburn im eigenen Stadion alle sieben Kreuzzeichen zusammenkratzen musste um einen Zufallssieg über Utah State einzufahren.

In Erinnerung geblieben sind die quicken running Backs der Aggies: RB Robert Turbin machte dann über die Saison auch 1416yds und 19 TD (plus 4 gefangene TDs) und gilt als der Eckpunkt im Angriff, der fast 280yds/Spiel erläuft.

Auch Ohio ist eine Macht, die viele Punkte scort, gilt aber als insgesamt solider in der Defense und wird so von manchen als leicht favorisiert in dieser Partie angesehen. Mein simples Computer-Ranking spuckt einen zu erwartenden Spread von 0,3 Punkten zugunsten der Aggies aus – ein enges Spiel dürfte also keine Überraschung sein. Utah State ist darin erfahren, da sauknappe Spiele zur Expertise der Aggies gehören. Die Ohio Bobcats ziehen dagegen ihre Hauptmotivation daraus, erstmals in ihrer Geschichte ein Bowlspiel gewinnen zu können.

R+L Carriers New Orleans Bowl
San Diego
State Aztecs – Louisiana-Lafayette Ragin’ Cajuns

Sa/So, 17./18.12. 03h LIVE im ESPN-Player
Mo, 19.12. 10h Tape bei ESPN America

Beiden Head Coaches wird exzellente Arbeit nachgesagt. ULL steht zum ersten Mal überhaupt in einer FBS-Bowl, was als Meisterwerk des jungen Mark Hudspeth gilt, der erst in der zweiten Saison coacht. ULL verfügt über eine grundsolide Offense, in der QB Blaine Gauthier als double threat brilliert.

San Diego State mit Coach Rocky Long (ebenso zweites erstes Jahr als Head Coach, zweites Jahr im Trainerstab) wird als athletisch deutlich überlegen angesehen, kommt aber mit einem eindimensionalen Angriff daher, der sich da nennt: RB Ronnie Hillman (1656yds, 19 TD), der beste Running Back der Universität seit Marshall Faulk in den 90ern hier sein Unwesen trieb. Hillmann ist mir als wendiger, sehr agiler Back in Erinnerung und wird die meisten Carries bekommen, weil dem Passspiel heuer Wechselhaftigkeit nachgesagt wird. QB Ryan Lindley soll sich trotz exzellenter Offensive Line eher zurückentwickelt haben. X-Faktor könnte der Riecher der Aztecs-Defense für Turnover sein.


Nach und nach werden alle Bowl-Previews hier verlinkt. Der Eintrag ist rechts oben zu finden, über der Kommentarspalte. NFL-Samstagnachtspiel kommt später.

Kuriositätenkabinett College Football: Heiliger Krieg im Mormonenstaat

Der Mormonenstaat Utah tickt generell ein bisschen anders. So auch im College Football, wo es drei Programme in der höchsten Kategorie (Football Bowl Subdivision/Division I-A) gibt: Die Utah Utes (Pac-12), die Utah State Aggies (WAC) und die Brigham Young University (Independent), plus ein FCS-Programm (Weber State).

Die Lokalderbys in Utah sind immer nett. Utah und BYU beweisen, dass der Heilige Krieg auch was Schönes sein kann, ein Footballspiel nämlich: Utah vs BYU wird The Holy War genannt. „War“ ist auch sehr passend für einen Staat, der eine Colt M1911 als „Staatswaffe“ (!) besitzt. Datt „holy“ bezieht sich auf den Kampf von Ultra-Mormonen (BYU) gegen Soft-Mormonen (Utah). Die private BYU in Provo ist von einem konvertierten deutschen Theologen gegründet und nach dem Mormonen-Propheten Brigham Young benannt worden. Die University of Utah in Salt Lake City dagegen ist staatlich, gegründet 1850, mit einer treibenden Kraft im Hintergrund: Brigham Young. Die Feindschaft zwischen beiden Schulen ist abgrundtief.

Utah State gegen BYU dagegen ist The Old Wagon Wheel. Und dann gibt es noch den Bruderkampf, Utah gegen Utah State, genannt The Battle of The Brothers. Weber State „mischt“ nur alle paar Jahre mal mit, ist aber meist hoffnungslos überfordert. Immerhin: 1978 konnten sie mal ein Spiel gegen einen Rivalen gewinnen.

Die Großen 3 spielen regelmäßiger gegeneinander. Wer die meisten Siege holt, bekommt die Trophäe für Utahs bestes College-Footballmannschaft der Saison: The Beehive Boot. „Beehive Boot“ wie Bienenkorb. Die Biene ist im Staate Utah, weil von den Mormonen aufgrund ihres Fleißes dazu erklärt, Staats-Symbol.

Nicht jedes Jahr spielen aber alle Unis gegeneinander (z.B. 2010/11, als Utah vs. Utah State nicht stattfand), weswegen in solchen Fällen die Trophäe per Abstimmung vergeben wird.

2010/11 siegte Utah State mit 14 Punkten gegen BYU, während Utah nur mit +1 gegen die BYU Cougars gewann. Grund genug für die Medienvertreter, Utah State per Akklamation zum Staatsmeister zu küren, zum ersten Mal seit 1997. Utah State hat zum Beispiel sieben Mal die Beehive Boot Trophy gewonnen – dreimal per Abstimmung.

Warum das alles wichtig ist? Dieses Wochenende beginnt der Kampf um den Bienenkorb 2011/12, mit dem Heiligen Krieg zwischen B.Y.U. und Utah – zu sehen bei ESPN America als Tape am nächsten Dienstag, 20. September 2011, um 11h als Aufzeichnung.

College Football Preview 2011/12: Western Athletic Conference (WAC)

Teil 4 der College-Vorschau 2011/12. Die WAC feiert 2012 ihren 50. Geburtstag, und wenn kein Wunder passiert, wird es eine Feier mit nur wenigen Geladenen – oder ein Begräbnis. Die WAC war schon mehrmals in Bedrängnis, aber nach dem Abgang von Boise State in diesem Sommer werden jene von Hawaii, Fresno State und Nevada folgen, was nichts anderes bedeutet als die Bedeutungslosigkeit. Mit der University of Dallas ist immerhin ein ambitioniertes Neumitglied für 2012 angekündigt.

Paul Myerberg hat die verzwickte Situation der WAC auf den Punkt gebracht. Was neben Auflösungserscheinungen bleibt: Eine breit gestreute Conference hinsichtlich Geographie (schlappe 7000km von Louisiana bis Hawaii) und sportlicher Künste (5 Touchdowns von Fresno State bis New Mexico State).

Das Favoriten-Trio

Zum ersten wäre das Nevada Wolfpack zu nennen, das in der abgelaufenen Saison eine sensationelle 13-1 Bilanz eingefahren hat. Nevada wird von Chris Ault gecoacht, einem Hall of Famer und Erfinder der spektakulären Pistol-Offense. In dieser Saison müssen allerdings die Hauptprotagonisten der vergangenen Jahre ersetzt werden: QB Colin Kaepernick und RB Vai Taua – dazu auch noch der WR Brandon Wimberly, der in der Offseason so böse angeschossen wurde, dass er nie wieder wird Football spielen können. Ault möchte offenbar Tyler Lantrip als neuen Quarterback installieren, was verwundert, da Lantrip eher ein Typ aus der Schublade „hüftsteif“ ist. Wie sowas mit der Pistol-Offense kombiniert werden kann, bleib schleierhaft.

Defensiv macht die Passverteidigung Sorgen: Seit Jahren gibt es in dieser Hinsicht leichte Verbesserungen, was sich 2010 aber immer noch so liest: #98 FBS-weit. Und mit OLB Dontay Moch ist der beste Pass Rusher gegangen. Mit Fresno State und Hawaii sind die beiden ärgsten Konkurrenten um den WAC-Titel ganz zufällig sehr passgewaltig. Was in diesem Herbst für Nevada erschwerend hinzu kommt: Der Schedule, der brutal eröffnet wird mit @Oregon, @San Jose State, @Texas Tech und @Boise State. Wenn es dumm läuft, marschiert man mit einer gepflegten 0-4 Bilanz in die conference-interne Saison.

Ebenso einen brutalen out of conference-Schedule haben die Fresno State Bulldogs aus Kalifornien, deren einziges Ziel allerdings der WAC-Titelgewinn sein kann. Gegen die härteren Kaliber verliert man ohnehin immer, weswegen auch niemand die Mannschaft ernst nimmt. Quarterback ist Derek Carr, der Bruder von David Carr, der einst in Fresno State so aufgeigte, dass er zum #1-Pick in der NFL wurde. Coach damals wie heute: Pat Hill. Das größte Problem der letzten Jahre wurde für 2011/12 beseitigt: Die pickelharte Unterlage im eigenen Footballstadion, der der Großteil der unglaublichen Verletzungsserien in den letzten Jahren zugeschrieben wurde.

Persönlich würde ich auf einen WAC-Champion Hawaii tippen. Die Warriors müssen zwar personell schweren Aderlass verkraften, aber eine Konstante bleibt in Honolulu, seit ich denken kann: Rohe Passgewalt, die einst von June Jones dorthin gebracht wurde und seither nicht wieder verschwunden ist. Der neueste QB-Hit nennt sich Bryant Moniz, ein Rastamann von stattlicher Statur in futuristischem Outfit, und ein Gunslinger vor dem Herrn: 5040yds und 39 Touchdowns in der abgelaufenen Saison. Nun fallen die beiden Top-Receiver und der beste Running Back weg, dazu muss die komplette Offensive Line neu gebaut werden, aber Moniz spielte – bis auf den fatalen Hawaii-Bowlauftritt – so relaxt, dass ich nicht an einen Kollaps glaube. Dazu eine Defense mit extrem vielen Turnovers (38).

Der Bodensatz

Hawaii ist das westliche Ende, Louisiana Tech das östliche. Eine Uni, die wohl über kurz oder lang in der C-USA landen wird. Das Footballprogramm nennt sich wie jenes von Fresno State „Bulldogs“ und die Sage, wie es dazu kam, ist recht nett:

Einst, vor über 110 Jahren, kehrten ein paar Studenten nach einer durchzechten Nacht nach Hause, fütterten unterwegs eine alte, streunende Bulldogge, die sich prompt mit den Alumni auf den Heimweg machte. In der Nacht brannte plötzlich die Hütte, die Bulldogge weckte die neu gewonnen Freunde, starb dann aber an Rauchgasvergiftung in einer hinteren Ecke des Hauses. Die Studenten begruben die Bulldogge auf dem Campus und deckten das Grab mit zwei Jacken zu: Eine rot, die andere blau. Die Farben der Universität.

Sportlich hat man ein durchaus durchschlagskräftiges Laufspiel rund um RB Lennon Creer, aber die Defense ist ein Schwachpunkt. Head Coach Sonny Dykes hat unter Mike Leach gelernt, für seine Air Raid-Offense aber noch keinen passenden Quarterback gefunden. Der Schedule ist insofern machbar, als dass sechs Siege für die Bowl-Qualifikation durchaus drin sein dürften.

An der magischen .500-Bilanz wird der Rest der WAC hart zu knabbern haben.

Die Utah State Aggies haben sich zwar mit Gary Andersen einen exzellenten Recruiter als Coach geholt, um gegen die hochkarätige Konkurrenz im Land der Mormonen wenigstens ein paar der Talente abzuschöpfen, aber es hakt an der Umsetzung auf dem Feld. Die Offense kollabiert immer wieder unerklärlich, während die Defense zuletzt so schwach war, dass Andersen sich selbst zum DefCoord befördert hat. Anker der Defense ist der massiv gebaute NT Evan Huahulu.

Die Idaho Vandals aus Moscow/Idaho hatten jahrelang unter der verhassten innerstaatlichen Dominanz von Boise State zu leiden. Head Coach ist der sehr beliebte Robb Akey, der sich im Nordwesten ein akzeptables Recruiting-Netzwerk aufgebaut hat, bei dem aber viele fürchten, dass er bei einem Angebot der ums Ecke liegenden Washington State University womöglich abschieben könnte. Sportlich müssen in dieser Saison QB Nathan Enderle (Bears) und DT S Shiloh Keo (Panthers Texans) ersetzt werden.

Zu den landesweit katastrophalsten FBS-Programmen zählt San Jose State, das vor einem Jahr mal eben sechs Touchdowns IN EINER HALBZEIT von Boise State eingeschenkt bekommen hat, bzw. 640yds von Hawaii. Eine 1-11 Bilanz ist nie ein gutes Zeichen, besonders nicht, wenn der einzige Sieg ein Krimi gegen ein viertklassiges Team war, aber immerhin spielten die Spartans 2010/11 in den letzten Wochen leidenschaftlich trotz Misere.

Probleme, die die New Mexico State Aggies gerne hätten. Head Coach Dewayne Walker droht alle drei Monate wegen fehlender Unterstützung mit dem Abgang, soll aber trotz nur fünf Siegen in zwei Saisons weiter Zeit bekommen. Walker galt zu UCLA-Zeiten als Defensivgenie, aber in der Wüste hat sich kaum etwas davon bemerkbar gemacht und der Abgang von CB Davon House (ging in die NFL) dürfte ein weiterer Schlag ins Gesicht sein. Walker könnte auch wegen des QB-Faktors unter Beschuss kommen: Der mit viel Aufwand aus Hawaii (!) geholte QB Andrew Manley spielte eine horrende erste Saison. Dass 2011/12 der dritte OffCoord in drei Saisons unter Walker am Werkeln sein wird, dürfte ebenso wenig hilfreich sein.

Der fünfte Teil wird sich heute Nachmittag mit einer offensivgewaltigen Conference befassen, deren vermeintlicher Topfavorit die einzige Defensiv-Macht ist.