Montagsvorschauer – Woche 12: Lamar gegen Wade Phillips

Abschluss von Woche 12 mit dem Monday Night Game Los Angeles Rams (6-4) vs. Baltimore Ravens (8-2), dem Aufeinandertreffen des „einstigen Wunderkinds“ (Sean McVay) und des „neuen Wunderkinds“ (Lamar Jackson). Doch vor allem als Duell zwischen Jackson und Altmeister/Rams-DefCoord Wade Phillips hat die Ansetzung durchaus Charme. Weiterlesen

Super Bowl LIII Preview: Rams-D gegen Pats-O

Seit vielen Jahrhunderten geht die Sage, daß man gegen Tom Brady Druck durch die Mitte machen muß. Pressure über außen kann er recht gut entkräften durch sein ruhiges Manövrieren in der Pocket, schnelle und genaue Pässen und vor durch die Klugheit, schon vor dem Snap zu wissen, zu wem er im Ernstfall schnell den Ball werfen kann.

Pressure up the gut dagegen zwingt ihn, sich aus der Pocket heraus bewegen zu müssen. Brady ist einer der wenigen guten Quarterbacks, die schlecht on the run sind. Das, was Rodgers, Wilson und Mahomes am meisten Spaß macht, ist für den wohl besten QB aller Zeiten ein Alptraum.

Enter Aaron Donald. Weiterlesen

Los Angeles Rams 2017: Sleeper?

Die Los Angeles Rams beendeten die Saison 2016 mit 4-12 Record, aber das war nur die halbe Geschichte. #32 nach Power Ranking, #30 nach DVOA, #32 nach Pythagorean, #31 nach SRS, #32 nach ESPN FPI. Die schlechteste Offense der Liga, die neuntmeisten kassierten Punkte in der Defense.

Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass die Rams als ein dark horse in die neue Saison 2017 gehen könnten. Weiterlesen

Super Bowl 50 Vorschau: Carolina Panthers Offense vs Denver Broncos Defense

Super Bowl 50!

Korsakoff mit allen wichtigen Infos wie TV-Zeiten zur Jubiläumsausgabe hier. Korsakoffs Vorschau und alle anderen Artikel zum Super Bowl 50 finden sich hier.

Also: Sonntag, 07.02.2016, Denver Broncos (14-4, #1 Seed) vs Carolina Panthers (17-1, #1 Seed). Kickoff 00.30Uhr (15.30Uhr Ortszeit an der Westküste, also bei Tageslicht, buh!). Heute der Blick auf das Match-up zwischen Carolinas Offense und Denvers Defense, morgen dann die andere Seite. Weiterlesen

Wie John Elway die Denver Broncos über Wasser hält

Gestern hatten wir die Carolina Panthers und ihren Weg über die letzten Jahre unter der Lupe. Lass uns heute die Denver Broncos anschauen, die Mannschaft, die erst vor zwei Jahren im Endspiel war und damals grandios an den Seattle Seahawks gescheitert ist. Weiterlesen

NFL-Power Ranking 2013, Woche 9: Der beste Spieler der Liga fällt aus

Da waren wieder einige hauchdünne Spiele in Woche 9 dabei. Das faszinierendste war für mich das Donnerstagnachtspiel MiamiCincinnati: Die Dolphins waren nicht die bessere Mannschaft, aber sie waren zeckig und nutzten die fehlerhaften Würfe bei QB Andy Dalton (wir diskutierten schon unter der Woche drüber). Auf der anderen Seite war es eine eindrucksvolle Bengals-Vorstellung, die allerdings ihren DT Atkins mit Kreuzbandriss verloren. Großartige Spielzüge wie Bernards TD-Lauf und ein wuchtiger Sack zum Safety in der Overtime rundeten das Bild einer sehr gut exekutierten, spannenden Partie mit vielen Führungswechseln ab.

Weniger spannend: Die Panthers beim 34-10 gegen Atlanta. QB Newton mit einer für einmal schlechten Vorstellung, brachte keinen Ball downfield an den Mann. Das war aber nicht entscheidend, denn Atlanta schlug sich selbst: Vier Turnovers, kann passieren. Aber zusätzlich fünf geschenkte 1st-Downs für die Panthers durch Falcons-Strafen. My ass. So kannst du deinen Gegner aufbauen. Ganz schwach von Atlanta, das in der Offense so eindimensional geworden ist, dass man die Saison getrost abschreiben kann.

Wer sich letzte Woche aufregte über meine Matt-Stafford-Huldigungen: Bitte. San Diego Chargers. 21-24 Spielstand, 4th-Down und 1yd an der Washington-Goalline mit nur noch ein paar Sekündchen auf der Uhr. Der Chargers-Staff scheißt sich einen in die Hose und lässt kicken. Redskins gewinnen prompt in der Overtime.

New England mit der besten Saisonleistung in einem offensivorientierten Spiel gegen die Pittsburgh Steelers. OK. Wer’s kommen sah. New England mit der mit Abstand besten Offensiv-Vorstellung. In der zweiten Halbzeit funktionierte erstmals seit längerer Zeit auch wieder die pfeilschnelle No-Huddle Offense. TE Gronkowski ist auch Gold wert und wenn WR Dobson nicht drei Drops pro Catch begeht… es mag sein, dass Pittsburghs Defense unter ihrem Alter ächzt, aber nichtdestotrotz: Saubere Vorstellung, Pats.

Ein Gedanke, der mir schon vor ein paar Wochen kam, und im Pats-Spiel wieder: 15yds-Strafe gegen die Defense nach Touchdown. Du darfst von der Mittellinie den Kickoff ausführen. Zahlt es sich aus, einen Onside-Kick zu probieren? Also, keinen offensichtlichen, sondern einen überraschenden? Studien zeigen, dass „surprise onside kicks“ in 60% der Fälle erfolgreich sind; und ein missglückter in diesem Fall wäre kein Weltuntergang. Wie lange dauert es, bis das der erste Coach probiert? Rivera, it’s your turn.

Die Onside-Kicks probiert haben andere Teams. Großartig, was die Tampa Bay Buccaneers in Seattle veranstalteten, mit Onside-Kick, einem kuriosen Trickspielzug zum TD und generell einer mutigen ersten Halbzeit. Die Buccs verloren am Ende trotz 21pts-Führung in Seattle, weil sie mit zunehmendem Spielverlauf mutloser wurden und nur noch hofften, irgendwie mit Turnovers und unendlich Laufspiel die Führung nach Hause zu bringen, aber: Kudos an Greg Schiano. Das hatte ich nicht mehr erwartet, dafür umso mehr begeistert. Und von der Körpersprache sah das auch nicht mehr nach Selbstaufgabe aus. Überlebt Schiano also möglicherweise tatsächlich noch die komplette Saison?

Auch Green Bay im Monday Night Game mit einem interessanten Spiel: QB Rodgers musste früh mit gebrochenem Schlüsselbein raus, und so teuer ein selten eingesetzter Backup-QB ist, so wertvoll wird er in solchen Momenten. Nach Rodgers’ Ausfall ging nicht mehr viel im Passspiel; die RBs um Lacy sorgten zwar für wirklich erstaunlich effizientes Packers-Laufspiel, aber trotzdem brauchte es Zusatzunterstützung, und großartig, dass sich Mike McCarthy an den überraschenden Onside-Kick wagte. McCarthy machte freilich hernach wieder alle guten Eindrücke kaputt, und verschiss zum wiederholten Male mit katastrophalem Auszeiten-Management die Partie.

Auch das Sunday Night Game war wie erwartet ein enges Spiel, in dem sich die Houston Texans am Ende ärgern mussten, 24-27 verloren zu haben. Das Spiel war überwiegend irr genug um damit mehrere Absätze zu füllen: Drei verschossene Field Goals für Houston, ein geblocktes Field Goal gegen Vinatieri, tiefe Bomben, erfolgreiches Comeback der Colts undundund. Es war unterhaltsam, und das auf sehr gutem Niveau. J.J. Watt war mal wieder eine Augenweide, und mittlerweile könnte ich die DefCoord-Wertung auf Watt und Poe herabstreichen, aber so genial Watt ist, so gut fand ich diesmal auch QB Luck in einer kollabierenden Pocket; ein paar Sacks waren nicht zu vermeiden, aber Luck lavierte sich immer wieder gut heraus.

Der heimliche Star des Spiels war aber einer, bei dem ich schon kurz davor bin, den Fanshop der Texans zu räubern: QB Case Keenum. Gemessen an seinem Draft-Status (undrafted) eine erstklassige Vorstellung – die zweite sehr gute Keenum-Vorstellung hintereinander. Alle Welt fusselt sich bestimmt gleich s’Maul voll, wie die NFL Keenums Talent so missachten konnte? Dazu nur drei Stichpunkte: Keenum warf am College nur halb so gute Pässe wie sie die letzten zwei Wochen kamen. Und Keenum musste schwere Verletzungen durchstehen, nach denen man an seinem körperlichen Zustand zweifeln durfte. Und Keenum ist schon 25.

Ist Houston damit 2-6? Ja. Aber im AFC-Wildcardrennen würde ich die Texans noch nicht ganz abschreiben.

Den Moment des Tages lieferte Wade Phillips, der den kollabierten Gary Kubiak (musste zur Pause ins Krankenhaus) vertrat, und in der zweiten Halbzeit während einer Challenge siegessicher einen netten Plausch mit dem Side-Judge hielt. Phillips grinste sich entspannt einen ab, während der Head-Ref das Ergebnis des Video-Reviews verkündete – zu Phillips’ Erstaunen zu ungunsten seiner Texans. Schlagartig versteinerte sich Phillips’ Miene und er würdigte seinem Gesprächspartner keines Blickes mehr.

Das Power-Ranking nach Woche 9.

NFL-Power Ranking 2013, Week 9

NFL-Power Ranking 2013, Week 9

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 9.

Statistiken

Wichtigste Statistik-Inputs

Wichtigste Statistik-Inputs

Kommentarsektion

In der NFL-Spitze sprechen wir momentan über ein Sextett, aus dem kein klares „bestes Team“ auszumachen ist: Seattle behält trotz der erneuten Wackelvorstellung gegen die Gurken-Buccs die Position des Spitzenreiters, aber es ist hauchdünn: Zwei Tausendstelpunkte trennen die Hawks von den Denver Broncos. Knapp dahinter reiht sich das Quartett bestehend aus Saints, 49ers, Bengals und Packers ein. Vor allem die 49ers haben sich mit einem bärenstarken zweiten Saisonviertel wieder zurück ins Rennen gegroovt, und sehen aktuell im Vergleich mit den Seahawks wie die bessere Mannschaft aus.

Ein Wort vielleicht zu Seattle: Ja, momentan ist das wirklich etwas mau, was von dieser Mannschaft als Gesamtes kommt, und die Offense Line ist richtig schwach. Aber: Kann diese leichte Enttäuschung über die Hawks auch damit zu begründen sein, dass wir so hohe Erwartungen an diese Jungs hatten? Ich meine: Letztes Jahr war Seattle zu diesem Zeitpunkt keine .710 wert, aber knapp drunter, und ich hypte die damals noch völlig unbekannte Truppe (Seattle stand damals bei 4-4 und war für viele zu hoch an #6 im Power-Ranking) in die Höhe.

Seattle ist auf alle Fälle das kompletteste Team in den Big-Six, mit dem Trumpf des #1-Passdefense (5.0 NY/A). Denver hat zwar die beste Pass-Offense, aber eine schwache Pass-Defense. Green Bay ist nur Durchschnitt in der Defense, hat aber die ligaweit beste Offense (OK, Modell weiß nix von Rodgers’ Ausfall). Erstaunlich bei den Packers: Sie haben dieses Jahr nur 1.1% INT-Quote – die Packers, die die letzten Jahre stets Zillionen an Pässen abgefangen haben!

Wir können durchaus mal das Gedankenexperiment durchführen: Rodgers. Mit gebrochenem Schlüsselbein „auf unbestimmte Zeit“ draußen. Setzen wir für Rodgers’ Effizienz-Stats eine Liga-Durchschnittswert von 6.3 NY/A im Passspiel ein, fällt Green Bay sofort durch auf #15 (.521). Gehen wir davon aus, dass Wallace (oder Matt Flynn? – in Buffalo entlassen!) schlechter als Durchschnitt sind, z.B. runter auf 5.0 NY/A, sind die Packers per sofort nur noch als 26t-bestes Team der Liga anzusehen (.313). Allein an solchen Zahlenspielereien kann man den Wert des Aaron Rodgers für die Green Bay Packers erahnen: Er ist unbezahlbar.

San Francisco ist mit Colin Kaepernick übrigens auch schon wieder auf 7.1 NY/A im Passspiel, der ligaweit siebtbeste Wert.

Dahinter hat sich ein breites Mittelfeld etabliert. Philadelphia ist ein bissl ein Ausreißer, kletterte mit dem Kantersieg in Oakland (7 TD für Foles!) wieder ein paar Plätze. Detroit und Carolina sind im Ranking fast identisch, und auch im gefühlten Ranking: Beide würde ich in keinem Spiel gegen keinen Gegner als Außenseiter sehen, aber bei beiden weißt du: Sie bauen genügend Böcke, dass sie sich nicht als echte Superbowl-Mitfavoriten anfühlen… und möglicherweise schafft einer von beiden nicht mal die Playoff-Qualifikation.

New England ist der größte Gewinner des Wochenendes: Die Pass-Offense kletterte nach der Monster-Vorstellung gegen Pittsburgh von 5.1 NY/A (vorletzter Platz der Liga) auf immerhin 5.7 NY/A (#23 der Liga), und man nimmt wirklich an, dass es weiter aufwärts gehen wird, wenn diese Herrschaften so weitermachen. Ist New England damit auf einmal wieder ein AFC-Favorit? Vielleicht, denn die Pats sind 7-2, und werden ihre Offense weiter verbessern.

Kansas City rutscht trotz 9-0 Bilanz weiter ab, ist nur noch #16. Gefühlt 3-5 Plätze zu niedrig, aber: Das Glück ist aufgebraucht. Ab sofort werden die Gegner nimmer third stringer sein, sondern Manning, Luck und Rivers.

Update zu den kaum zu bändigenden Jets: Sie sind nach dem Überraschungssieg über New Orleans plötzlich mit 5-4 Siegen wieder ein Player im AFC-Wildcardrennen. Aber: Die Jets haben ein Punkteverhältnis von -62, sind 5-1 in engen Spielen und sind die #27 nach Pythagoreischer Erwartung. Yup, sie haben die Defense, um zwischendurch ein paar Upsets zu landen, aber ansonsten fühlt sich diese Mannschaft meilenweit von den Playoffs entfernt an.

Unten drin zementierte Baltimore mit Flaccos erneut pathetischer Leistung seine Stellung als eher unterdurchschnittliches Team, und für manche Beobachter wird der Absturz der Oakland Raiders auf #31 durchaus überraschend kommen, nachdem man die Raiders bis zum Eagles-Spiel als eher positive Erscheinung wahrgenommen hatte. Oakland ist in allen Belangen weit unterdurchschnittlich: Pass-Offense #24, Pass-Defense #26, Lauf-Offense #26, Lauf-Defense #21, vierthöchste INT-Quote in der Offense usw. „Optisch“ spielt das Team über den Erwartungen, aber vielleicht waren diese Erwartungen ja auch so niedrig, dass dies immer noch nur zu #31 reicht?

Die Buccs sind zwar mit 0-8 Bilanz auch eine Katastrophe, aber bei allem, was schief lief: Es ist eine 0-5 Bilanz in engen Spielen mit Freak-Pleiten gegen Jets und Saints zum Saisonstart sowie einer sehr ordentlichen Vorstellung in Seattle. Und der Schedule ist der bisher schwerste der Liga gewesen.

Im Divisionsvergleich bleibt die NFC West vorne:

  1. NFC West 0.544
  2. NFC North 0.535
  3. NFC East 0.532
  4. AFC West 0.505
  5. NFC South 0.502
  6. AFC North 0.473
  7. AFC East 0.466
  8. AFC South 0.442

Bei den Conferences baute die NFC ihre Führung diese Woche aus:

  • NFC 0.528
  • AFC 0.472

Award-Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offense-MVP Watch: P. Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson
  • Defensive-MVP Watch: Poe, J.J. Watt, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Justin Houston
  • Rookie of the Year-Watch: Star Lotulelei, Kiko Alonso, DeAndre Hopkins, Sheldon Richardson, Andre Ellington
  • Coach of the Year Watch: Chuck Pagano, Andy Reid, Sean Payton, Ron Rivera

Ich löse mein Versprechen ein: Auch wenn Rivera am Sonntag ein machbares 4th-and-2 nicht mehr ausspielte, so hatte er doch schon deutlich vorher im Spielverlauf, bei viel engerem Spielstand erneut die Eier, ein 4th-und-1 auszuspielen: Statt Field Goal scorte Carolina dabei einen vorentscheidenden Touchdown. Damit steht Rivera auf der Liste. Der nächste klopft schon an: Doug Marrone, der für meinen Geschmack in Buffalo einen mittlerweile guten Job erledigt.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 10

Letzte Woche eine 9-4 Bilanz für das Ranking, das nun den Ausfall des besten Spielers der Liga verkraften muss: Aaron Rodgers. Die Zahlen in Green Bay wurden und werden natürlich nicht für das offizielle Ranking adjustiert. Insgesamt steht das Ranking somit bei momentan 47-22 richtigen Tipps (68.1% richtige Tipps).

HOME                 %   AWAY                  %
Minnesota           43   Washington           57
Atlanta             30   Seattle              70
Chicago             48   Detroit              52
Green Bay           62   Philadelphia         38
Tennessee           85   Jacksonville         15
Indianapolis        82   St Louis             18
NY Giants           80   Oakland              20
Pittsburgh          53   Buffalo              47
Baltimore           23   Cincinnati           77
San Francisco       65   Carolina             35
Arizona             49   Houston              51
San Diego           38   Denver               62
New Orleans         72   Dallas               38
Tampa Bay           35   Miami                65

Der Spread bei ColtsRams ist mir gefühlt zu hoch; die Rams sind keine unterirdische Truppe, und mit QB Clements höher einzustufen als vorher mit Bradford. Ich würde nicht soweit gehen wollen und ein Upset proklamieren, aber Indy in 8 von 10 Fällen zuhause gegen St Louis? Kommt mir zu hoch gegriffen vor.

Ansonsten: Drei Spiele, die quasi auf Münzwurf-Niveau bestritten werden (unter 55%), aber auch mehrere recht klare Angelegenheiten. Ich bin gespannt auf die Wettbüros: Wie wird Packers-Eagles dort bewertet?

Die 3-4 Defense in gebotener Kürze

Gestern habe ich versucht, in einem 20-Minuten-Beitrag die grundlegendsten Bezeichnungen an der Line of Scrimmage für Gaps und technique-Positionierungen zu geben. Heute setzen wir das theoretisch Erlernte mal auf dem Spielfeld um. Nochmal zu Beginn das uns schon bekannte Schmierbild:

Offensiv-Positionen in blau, Gaps in rot, Defensiv-Techniques in grün: So geht es an der Line of Scrimmage zu

Offensiv-Positionen in blau, Gaps in rot, Defensiv-Techniques in grün: So geht es an der Line of Scrimmage zu

Die 3-4 Defense bietet, haben wir ja gestern schon gelesen, drei Line-Männer an der Anspiellinie auf; im Regelfall haben diese Jungs ihre Hände am Boden bzw. im Dreck (down linemen). Die absolut rudimentärste Version der 3-4 Defense hat einen Nose Tackle (0-technique) und zwei Defensive Ends (5-technique). Die drei Männer haben häufig Verantwortung für jeweils zwei Gaps (two gap responsibility):

  • Der NT darf sich als 0-technique direkt am Mundgeruch des Centers des Centers erfreuen und muss die beiden A-Gaps zwischen dem Center und den beiden Guards kontrollieren, d.h. für den gegnerischen Running Back darf sich dort keine Lücke auftun. Weil der NT somit gegen extrem kräftige Bolzen gematcht wird, sollte er in dieser Formation selbst an die 320 Pfund auf die Waage bringen, um nicht wie ein Fähnchen durch die Luft geschoben zu werden.
  • Die DEs stellen sich für gewöhnlich an der Außenschulter der Offensive Tackles auf (5-technique) und sie müssen die B- und C-Gaps kontrollieren (also die Löcher zwischen Guard und Tackle sowie zwischen Tackle und evtl. aufgestelltem Tight End).

Hauptaufgabe der Line-Männer ist es, den Linebackers den Rücken freizuhalten. Sie sind nicht dafür gedacht, auf dem Stat-Sheet mit 80 Tackles und 12 Sacks in die Sommerpause zu gehen. Dafür sind die Linebacker zuständig. Die Outside Linebackers kriegen durch diese Aufstellung häufig 1-vs-1 Matchups gegen Tight Ends oder Running Backs, Duelle, die sie als starke Passrusher gewinnen sollten, um dauerhaft Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben zu können. Die Inside Linebackers sollten freie Hand haben und in ihrer Hauptarbeit (dem Tackling gegen Ballträger oder dem Decken von Tight Ends) nicht durch einen lästigen Offensive Guard gestört werden (denn der Guard wird ja vom NT oder einem DE beeiert).

Das sind die Grundideen der 3-4 Defense.

Es gibt aber Abwandlungen. Zum Beispiel fällt auf, dass der jetztige DefCoord der Eagles, Billy Davis, auf seinen bisherigen Stationen seinen Nose Tackle nur selten als 0-technique aufstellt, sondern als 1-technique etwas versetzt zum Center. Der ganze Zauber wird zum Beispiel veranstaltet, um auf einer Seite der Line ein Übergewicht zu bekommen und dem OLB, der ein extrem guter Passrusher sein sollte, zu einem besonders einfachen 1-vs-1 Duell zu verhelfen, und einem der Linebackers (oft der Weakside Linebacker, also der, der auf der Gegenseite vom Tight End steht) einen komplett ungestörten Aktionsradius zu verschaffen.

Eine sehr spezielle 3-4 Defense spielen in der NFL auch die Houston Texans unter DefCoord Wade Phillips, deren 3-4 total auf one-gap-Prinzipien ausgerichtet ist: Kein Defense Liner ist für zwei Gaps verantwortlich wie in obig beschriebener ursprünglicher 3-4 Philosophie. Manchmal muss einer der OLBs ein two-gap-System spielen. Das Schema sieht dann in etwa so aus:

Vereinfachtes Schema in der Defense von Wade Phillips

Vereinfachtes Schema in der Defense von Wade Phillips

Der NT ist ein 1-technique, ein DE ein 3-technique und einer ein 5-technique, die OLBs sind entweder 5-, 7- oder 9-techniques (der OLB auf der Gegenseite vom Tight End, also der Weakside Linebacker, ist in dem Schema oft ein reinrassiger Passrusher, der nur Dampf gen QB machen soll). Man könnte das Schema auch als 5-2 statt als 3-4 bezeichnen. Auf alle Fälle ist es optisch attraktiv anzuschauen: Houstons Defense fackelt nicht lange. Sie ist zügig, straight und kompromisslos.

So, und wer jetzt nix verstanden hat: Aufmerksamkeitsdefizit. Hinsetzen. Sechs.

Glaskugel 2012: Houston Texans

Jahrelang waren die Houston Texans der Geheimfavorit schlechthin. Seit Gary Kubiak seit 2006 das Sagen hat, haben sie aber nie mehr als neun Spiele gewonnen und in aller Regelmäßigkeit die Playoffs verpaßt. Als nach der enttäuschenden 6-10-Bilanz 2010 fast schon niemand mehr an das “andere” texanische Team geglaubt hat, sprang ihnen der wohlgesonnene Weltgeist zur Seite.

Die unüberwindbare Hürde in der AFC South, die Indianapolis Colts, lag plötzlich am Boden, nachdem Peyton Manning für 2011 passen mußte. So zogen die Houston Texans aus ihrem lächerlichen Schedule zehn Siege und marschierten locker in die Playoffs. Dort schlug man die Rookie-Combo Dalton/Green aus Cincinnati bevor dann gegen die Ravens in der Divisional Round die Segel gestrichen werden mußten.

Einer der Gründe für das Aussscheiden war das verletzungsbedingte Fehlen von QB Matt Schaub. Ab Ende November hat sich Rookie T.J. Yates als Spielmacher versucht. Er hat gespielt wie ein Rookie, wie ein einigermaßen guter Rookie zwar, aber das reicht in der Regel nicht, um gegen die Ravens zu bestehen. Insgesamt gingen – inklusive Playoffs – vier der letzten fünf Spiele verloren.

Völlig überraschend kam dagegen die Verteidigung unter dem neuen Defensive Coordinator Wade Philipps – sie kennen ihn aus Filmen wie DC in New Orleans, DC in Philadelphia, DC in Denver, DC in Buffalo, DC in Atlanta, DC in San Diego oder DC in Dallas – um die Ecke. 2010 noch die Lachnummer der Liga, war die Texans-D 2011 plötzlich gefürchtet und beinahe ein richtiges Bollwerk.

Texans Defense

Am Ende der Saison stand nach Yards Platz vier und nach Punkten Platz zwei zu Buche. Wie hat er das gemacht, der Phillips?

Zuallererst mal hat er den Laden umgekrempelt auf eine 3-4-Defense. Und dann wurde auch personell kräftig nachgebessert. Für die Secondary kamen CB Jonathan Joseph aus Cincinnati, einer der besten jungen Cover Guys der Liga und Safety Danieal Manning aus Chicago, solide nur, aber immer noch besser als alles, was da vorher kopflos wilde Sau gespielt hat. In der Draft kamen in den Runden eins und zwei mit 34-DE J.J. Watt und Pass Rusher Brooks Reed zwei heiße Jungspunde, die gleich voll eingeschlagen sind.

Mit Shaun Cody hat Phillips auch einen dicken Veteranen vorgefunden, der die Position des one gap Nose Tackles fast so gut spielen kann wie Jay Ratliff, der das Profil für Phillips bei den Cowboys ausgefüllt hat. Den neben Watt zweiten DEs hat Antonio Smith ganz passabel gespielt. Weil Smith aber auch schon 31 Jahre alt wird, kam in der diesjährigen Draft der talentierte Cornhuser Jared Crick dazu, um (noch) mehr frisches Blut in die Front-Seven zu bringen.

Denn sehr jung sind auch Connor Barwin, Brian Cushing und Brooks Reed (alle 25). Cushing gibt den Mike Backer, während Reed und Barwin zwei aufstrebende Pass Rusher sind. Um noch mehr junges Blunt zu injizieren und weil man auch nie genügend Pass Rusher haben kann, wurde der diesjährige 1st-rd pick für Illinois´ Quarterbackschreck Whitney Mercilus genutzt. Der Abgang von Mario Williams ist nicht mehr als eine Fußnote. Eine bessere Jung&Stark-Kombi in der Front-Seven wird man ligaweit kaum finden.

Die Secondary um Joseph und Manning ist nicht so stark, wie die Zahlen es vermuten lassen. Die anderen CBs sind der 24-jährige Kareem Jackson, der oftmals nur fragend um sich schaut und ein Haufen Typen, die man kaum kennt. Brandon Harris und Roc Carmichael, 3rd- bzw. 4th-rd picks 2011 stehen noch im Kader sowie Brice McCain oder Alan Ball. Alle nicht sehr vertrauenswürdig. Ebenso wie die Safety-Position: Manning ist ganz okay, Glover Quinn ist weniger okay. Und falls sich einer der beiden verletzten sollte, stehen dahinter nur Quintin Demps und Troy Nolan, die beide, obwohl noch sehr jung, von den Eagles gecuttet bzw. von den Texans gebencht wurden. Immer ein schlechtes Zeichen für so junge Leute.

Man darf auch nicht vergessen, daß Houston 2011 hauptsächlich gegen Kaliber wie Kerry Collins, Chad Henne, Jason Campbell, Dan Orlovsky und zwei Mal Blaine Gabbert verteidigen durfte. Als dann mal ein Drew Brees vorbeigeschaut hat, wurden ihm gleich 350 Yards auf den Spielberichtsbogen geschrieben, einem Joe Flacco auch 300.

Texans Offense

Die Offense ist gebaut um das Zone Blocking im Laufspiel, das Kubiak vom legendären Alex Gibbs übernommen hat. Die Texans sind tatsächlich eines der letzten Teams, die ihre Offense um das Laufspiel herum aufbauen. In der letzten Saison hatten die Texaner die meisten Läufe für die zweitmeisten Yards und die drittmeisten Touchdowns zu Fuß.

Arbeitstier Arian Foster, ehemals ungedrafteter Philosophiestudent, hat in dieser Offseason dann endlich seinen großen Vertrag bekommen (5Jahre, $21M garantiert), man fragt sich nur, warum von den Texans? In diesem ausgefeilten zone blocking system können viele RBs gut aussehen, dafür kann man auch einfach einen von der Straße nehmen. Das hat Kubiak ja selbst mit Typen à la Olandis Gary, Mike Anderson oder eben Foster bewiesen. Zumal mit Ben Tate  auch noch jemand im Kader ist, der mit 5,4 yards einen ganzen Meter pro Lauf mehr macht als Foster.

Schedule

Wk1 v MIA
Wk2 @ JAX
Wk3 @ DEN
Wk4 v TEN
Wk5 @ NYJ (MNF)
Wk6 v GB (SNF)
Wk7 v BAL
Wk8 BYE
Wk9 v BUF
Wk10 @ CHI (SNF)
Wk11 v JAX
Wk12 @ DET (TNF)
Wk13 @ TEN
Wk14 @ NE (MNF)
Wk15 v IND
Wk16 v MIN
Wk17 @ IND

Vielleicht hat Kubiak wegen seiner Offensive Line kalte Füße bekommen. Von der sind nur noch 3/5 übrig. Eric Winston, der sich hinter keinem Right Tackle der Liga verstecken muß, verdient seine (größeren) Brötchen jetzt in Kansas City. Mike Brisiel war mit seinen flinken Füßen unter dem großen Oberbau ideal für das zone blocking, er tänzelt nun in Oakland. Den letzteren wird Antoine Caldwell ersetzten, der seine Sache in den letzten drei Jahren angeblich ganz gut gemacht hat, wenn er mal auf dem Platz stand. Den ersteren sollte eigentlich Veteran Rashard Butler ersetzen, nach der Preaseason ist man sich da aber nicht mehr ganz sicher und hat eine offene competition zwischen Butler und dem 24-jährigen Derek Newton von Arkansas State um den Startplatz.

Die anderen 3/5 sind die allseits geschätzten Center Chris Myers, einer der besten seines Faches, links daneben spielt Wade Smith solide wie eh und je und ganz links steht Duane Brown, der ruhigen Gewissens von sich behaupten kann, einer der drei besten  Left Tackles der AFC zu sein. Das große Fragezeichen ist hier natürlich, wie gut die rechte Seite der Linie sein wird. Eine Frage ist die nach der individuellen Klasse von Caldwell/Butler/Newton, eine andere das Zusammenspielen als Einheit, was bei diesem zone blocking scheme ungemein wichtig ist und was einige Zeit braucht, um sich zu entwickeln.

Mit der Top-Defense und dem starken Laufspiel im Rücken spielt das passing game nur die zweite Geige. QB Matt Schaub ist auf fast schon spektakuläre Weise unspektakulär und langweilig, produziert trotzdem ganz gute Zahlen und weiß, was er macht. korsakoff schrub mal, Schaub ist sowas ein Kyle Orton für Reiche – das trifft es genau.

Nun ist aber Schaubs Spielzeugkiste leider nur sehr spartanisch ausgestattet. Andre Johnson könnte immer noch einer der besten WR der Liga sein, hat aber in einer erschreckenden Regelmäßigkeit mit muskulären Problemen zu kämpfen. In den letzten beiden Saisons hat er von 34 Spielen nur 20 mitgemacht. Ob das jetzt mit 31 Jahren nochmal besser wird? Nr. 2 WR Kevin Walter ist so trocken wie eine Scheibe Brot, fängt aber jedes Jahr seine 40 bis 50 Bälle. Der junge Jacoby Jones, der mit 16,5 Yards/Catch wenigstens noch ein bißchen Feuer ins Paßspiel gebracht hat, wenn Johnson mal nicht konnte, ist abgewandert und soll jetzt ersetzt werden von: keine Ahnung. Da stehen ein paar Rookies im Kader wie die diesjährigen 3rd- und 4th-rd picks DeVier Posey und Keshawn Martin, aber kein guter erfahrener Mann. Die kleine Ente Jeff Maehl trainiert auch noch mit, aber mehr als ein vierter Receiver wird er wohl nie.

Zweitwichtigste Waffe für Schaub sollte wieder TE Owen Daniels sein. Daniels ist nicht auf dem Niveau der TE-Rockstars der Saints oder Patriots, aber seine 50 Yards pro Spiel gibt er Schaub immer, wenn der mal sonst nicht weiß, wohin. Abgewandert ist TE/FB/H-Back Joel Dreessen (nun in Denver), der in der Offense ein sehr beliebtes Puzzlestück war, weil man mit ihm einfach alles machen konnte. Mit 6 TDs war er auch der mit Abstand erfolgreichste Scorer durch die Luft.

Ausblick Houston Texans

Houston ist für 2012 schlechter aufgestellt als für 2011. Im Angriff wird die OLine umgebaut; fehlen Jones und Dreessen, die der Offense wenigstens einige unberechenbare Momente gegeben haben; hängt sehr viel am Fitneßzustand von Andre Johnson. Es hat auch nicht eine personelle Verstärkung gegeben, kein einziger namhafter Neuzugang. Trotzdem sollte dieser Angriff zumindest gut sein und auch mal ein Spiel gewinnen können, wenn die Defense einen schlechten Tag hat.

Die Verteidigung ist viel besser aufgestellt, hat aber auch so ihre Fragezichen. Die Secondary bräuchte neben CB Joseph noch einen weiteren Playmaker. Dann muß man sehen, ob die vielen jungen Typen wirklich so gut sind, oder ob sie nur von den schwachen Gegnern profitiert haben. 2012 kommen Peyton Manning, Rodgers, Cutler, Stafford und Brady zum Härtetest, außerdem wurden Orlovsky von Andrew Luck ersetzt. Das wird eine ganz andere Hausnummer.

Nichtsdestotrotz sind die Texans der Favorit auf die AFC-South-Krone. Aber danach traue ich ihnen nicht mehr viel zu. Irgendwie fehlt in der Defense der eine große difference maker und man darf niemals vergessen: Gary Kubiak ist immer noch der Head Coach. Der hat schon ganz andere Sachen vergeigt. Playoffs müssen drin sein, daneben sehe ich nur ganz kleine Außenseiterchancen auf die Lombardi Trophy.