Troy Polamalu ist zurückgetreten

Polamalu war einer der wenigen universal geachteten NFL-Superstars, obwohl er für eine der größten Franchises mit den meisten Rivalitäten – die Pittsburgh Steelers – spielte. Polamalu war einer der bekanntesten Spieler in der NFL, sein Trikot mit der #43 gehörte zu den meistverkauften landesweit.

Der Strong Safety Polamalu war neben dem Free Safety Ed Reed der prägende Defensive Back in einer Generation an großartigen Safetys. Sein Spielstil war ebenso markant wie seine polynesische Mähne, und wenn dieser Irrwisch mal wieder eine Interception fing, einen Fumble/Sack fabrizierte oder einfach nur über die Line of Scrimmage sprang („Der Teufel soll mich holen“), waren die Tapes für Highlight-Show schon vorbereitet. Man mag gar nicht glauben, dass dieser Hulk abseits des Feldes als einer der liebsten Menschen gilt, der am liebsten auf seinem Klavier klimpert oder Rosen züchtet.

Polamalu gewann zwei Superbowls, verlor eine dritte und wurde 2010 zum Abwehrspieler des Jahres gewählt. Seine Karriere war lang genug und intensiv genug um ein mehr oder weniger „logischer“ Kandidat für die Ruhmeshalle zu sein. So sehr ich es mag, wenn sich alternde Stars gegen ihren Verfall wehren und sich allein von einem unbändigen inneren Willen angetrieben auch bei Mannschaften „außerhalb“ ihrer Kern-Franchise gegen das Karriererende stemmen, so ist es doch auch angenehm zu sehen, dass mit Polamalu ein großer Spieler abtritt, der seine ganze Karriere im Trikot einer einzigen Mannschaft bestritten hat.

Sieben Snaps sind die Welt

Chase Stuart schreibt auf seinem Privatblog Football Perspective diese Woche über die Runningbacks und die oft zitierte Statistik Yards pro Carry (YPC). Ich habe diese Statistik bereits vor einer Weile aufgegeben und durch die Success-Rate (SR%) ausgetauscht, weil sie stark von Ausreißern wie den (seltenen) langen Läufen abhing. Wie krass, zeigt erst Stuart. Der Offensivspieler des Jahres, RB DeMarco Murray, ist sieben Carries vom Liga-Durchschnitt entfernt.

Siehe: Take Away His X Best Carries And He Is Average.

Seattle Seahawks in der Sezierstunde

Die Seattle Seahawks knabbern auch zwei Monate nach dem bizarren Superbowl-Finish noch an ihrer vermeidbaren Pleite. Eine so große Chance bietet sich nicht alle Tage. Das Fenster des Erfolgs bleibt zwar noch zumindest diese anstehende und nächste Saison offen, aber Seattle hat es bereits jetzt schwerer, die Kadertiefe und die Kontinuität zu erhalten.

Außerdem verliert man den zweiten Defensive Coordinator in den letzten drei Jahren, aber Pete Carroll scheint eh einen recht einheitlichen Geschmack zu haben was seine Coordinators angeht, insofern dürfte der Wechsel nicht so haarig sein wie manche vielleicht denken:

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St Louis Rams in der Sezierstunde

Die St Louis Rams bleiben eine Franchise, die in einem merkwürdigen Zwischenzustand verharrt: Sportlich wartet man seit Jahren auf den bislang ausbleibenden Durchbruch, und abseits des Spielfeldes versucht man zu ergründen, ob es Owner Stan Kroenke denn nun mit seinem angestrebten Move nach Los Angeles ernst meint. Weiterlesen

San Francisco 49ers in der Sezierstunde

Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß – in etwa so kann man den Ist-Zustand der San Francisco 49ers nach einer äußerst unglücklich verlaufenen Offseason 2015 beschreiben. Klar ist: Ein Teil der Probleme ist hausgemacht. Klar ist auch: Dass sich ein Leistungsträger nach dem anderen aus verschiedenen Gründen in den Ruhestand verabschiedet, darüber hast du nur bedingte Kontrolle. In Summe nützt alles nichts, und nur zwei Jahre nach einer überzeugenden Superbowl-Qualifikation nebst brillanter Zukunftsaussicht sehen die 49ers ungewissen Zeiten entgegen. Weiterlesen

Washington Redskins in der Sezierstunde

Dass bei den Washington Redskins ein neuer Wind weht, ist spätestens seit der Einstellung von Scot McCloughan als neuer General Manager bekannt. Dieser Einstellung habe ich im Jänner schon einen eigenen Eintrag spendiert, der versucht, die verschiedenen Perspektiven der Person McCloughan aufzuzeigen. Weiterlesen

New York Jets in der Sezierstunde

Eines der aktiveren Teams der ersten Woche am Transfermarkt waren die New York Jets, letzte Saison wie erwartet abgeschmiert und mit 4-12 Bilanz und Top-10 Draftpick wie lange angekündigt am Bodensatz gelandet. Das neue Front-Office nebst neuem Trainerstab geht die Dinge nun mit entsprechend viel Feuer an. Weiterlesen

Die NFL und ihre großen Fragen vor Start des Transfermarktes

Heute startet die offizielle Transferperiode („Free Agency“) der NFL-Offseason 2015. Die wichtigsten Grundlagen-Artikel zum Transfermarkt der NFL – Fluch des Gewinners, Vertragsmanagement, Salary Cap, Cap Rollover – die auf diesem Blog geschrieben wurden, habe ich unter dem Schlüssel-Link „NFL Vertragsmanagement“ zusammengefasst und können dort eingesehen werden.

Was ich dieses Jahr schreiben wollte, aber zeitlich nicht hinbekommen habe: Die Bedeutung der einzelnen Free-Agents Typen – RFA, UFA usw. Glücklicherweise hat das beste verfügbare Transfer-Blog Over The Cap diesen Task bereits übernommen und (auf Englisch) darüber geschrieben: Explaining the Free Agent Designations. Weiterlesen

Der letzte Tag des Jahres

… zumindest des NFL-Jahres, denn morgen öffnet mit dem Start der Saison 2015 der Transfermarkt. Die Salary-Cap wird ligaweit 143 Mio. Dollar betragen, ein relativ massiver Anstieg von rund 10 Mio. vom letzten Jahr. Wegen des Cap-Rollover haben verschiedene Teams aber natürlich mehr oder weniger Cap-Space verfügbar. Weiterlesen

Indianapolis Colts in der Sezierstunde

Bei den Indianapolis Colts bin ich seit Jahren skeptisch, aber seit Jahren verschlägt es diese Mannschaft trotz aller Zweifel in die Playoffs. So wie man jedoch zuletzt in den Playoffs von den Patriots geplättet wurde, scheint nun auch in der breiteren Öffentlichkeit das Gefühl aufgekommen zu sein, dass Indianapolis noch nicht „for real“ ist. Weiterlesen

Buffalo Bills in der Sezierstunde

Die Buffalo Bills sind vor Start der Transferperiode eines der interessantesten Teams. Mit der Einstellung von Head Coach Rex Ryan gingen einige Änderungen in der Machtstruktur einher, die darauf hindeuten, dass sich die Franchise im so genannten „Win Now“ Modus befindet: Ein erneutes Verpassen der Playoffs wäre eine Katastrophe – starke Ansagen in der Franchise, die so lange nicht mehr in den Playoffs war wie keine andere Mannschaft: Seit mittlerweile 15 Jahren nicht mehr. Weiterlesen

Der Film der Champions und seine Macher

Bei Grantland schreibt die Kolumnistin Katie Baker über die Geschichte hinter dem monumentalen Jahresrückblick, den NFL Films am Ende jeder Saison dem NFL-Champion widmet: The Monuments Men. Es ist auch eine Hommage an das Gesamtwerk von NFL Films, jener Institution, die wie keine zweite ihre Sportart zu einer Kunstform erhebt.

Es ist für mich auch die Gelegenheit noch einmal zu erwähnen, dass der Gründer von NFL Films, Ed Sabol, vor wenigen Wochen 98jährig verstorben ist. Sabol und sein Sohn Steve, der vor zweieinhalb Jahren einem Krebsleiden erlag, haben in den 60er Jahren von Hollywood inspiriert damit begonnen, die National Football League zu inszenieren in einer Form, in der der Sport aus einer Zeit, in der die Bilder bei uns erst laufen lernten, bereits wie eine entrückte ferne Welt erschien.

Die NFL ist der Superstar unter den US-Sportligen. Sie ist es auch dank NFL Films. Wenn ich nun einen Wunsch frei haben darf, dann bitte spielt mir Belichicks Mikrofon in der letzten Spielminute ein. Ich möchte wissen, was er gedacht hat. Ich möchte es hören.

Atlanta Falcons in der Sezierstunde

Die Atlanta Falcons gehen nach der erneut enttäuschenden Saison (6-10 Bilanz) und dem wiederholten Verpassen der Playoffs neue Wege: Head Coach Mike Smith wurde nach sieben Jahren gefeuert und durch den ehemaligen Defensive Coordinator der Seahawks, Dan Quinn, ersetzt. Quinns primäre Aufgabe: Pflanze der Mannschaft toughness ein! Weiterlesen

Houston Texans in der Sezierstunde

Gemischte Gefühlswelt für die Houston Texans nach ihrer 9-7 Bilanz: Die Debütsaison von Head Coach Bill O’Brien verlief in etwa im Rahmen des Erwarteten, aber eine Lösung der brennendsten Frage – Quarterback – ist nicht in Sicht. Dafür hat man eine Cap-Situation, die nach Handlungsbedarf schreit: Es ist nicht viel Platz da, aber mit dem Neustrukturierung einiger großer Verträge kann man sich Geld für 2015 drucken. Weiterlesen