Sofa-QBs 2015, Super Bowl Preview

Sportradio360 und seine Sofa-QB Vorschau auf Super Bowl 49: Zum Podcast hier entlang. Diesmal als sehr ausführliche Sendung mit mehreren Gruppen, mit der Rückschau auf AFC und NFC, dem Blick auf die Coaches und die Mannschaften sowie natürlich den Sieger-Tipps. Bitte die anfänglichen Holperer meinerseits gnädigst zu überhören. Unsere Aufnahmesequenz fand am Montag statt, mit einem Herrn Psaier noch leicht wochenendgeschädigt.

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Super Bowl Preview: Seahawks Offense vs Patriots Defense

Vom taktischen Standpunkt her treffen im Super Bowl zwei Extreme aufeinander. Die eine Seite, New England, richtet ihren Game Plan voll am Gegner aus. Die andere Seite, Seattle, konzentriert sich dagegen voll auf sich selbst und nimmt kaum Anpassungen an den jeweiligen Gegner vor. Die Seahwks haben ihren Stil und darauf muß sich der Gegner einstellen – und nicht andersrum. Defensive Coordinator Dan Quinn hat das mal knackig zusammengefaßt: „We don’t do a lot of different things. But the things we do play, we play very well„. Nachdem Seminole gestern die Gesichter hinter den Schemes schön ausgeleuchtet hat, kommt hier die erste Taktik-Vorschau: Seattles Offense vs New Englands Defense. Weiterlesen

Die Gesichter von Super Bowl 2015

Superbowl Sunday steht vor der Tür, und nachdem die Kollegen bereits über Coach Evil Belichick geschrieben haben beziehungsweise noch über die taktischen Vorzüge des Endspiels referieren werden, werfen wir mal einen Blick auf die Köpfe, die sich am Sonntag hinter den Helmen verstecken werden. Weiterlesen

Ode an Bill Belichick

Bill Belichick

Der Teufel in der Kaputze

Die New England Patriots spielen am Sonntag zum sechsten Mal in den letzten 14 Spielzeiten in der Super Bowl – Testament einer Organisation, die es in der Ära von Salary Cap und Free Agency besser als alle anderen geschafft hat, die Wetten zu schlagen und eine ganze Epoche zu prägen. Testament vor allem eines Mannes: Bill Belichick, Head Coach und General Manager in Personalunion. Weiterlesen

NFL auf Youtube

Die NFL hat ihre Strategie in Sachen Online-Videos geändert und mit Youtube eine Kooperation abgeschlossen. Der entsprechende offizielle NFL-Kanal wurde bereits freigeschaltet: NFL auf Youtube. Der Move ist für die Liga eine Chance, ihr Filmmaterial noch weiter zu verbreiten und auf der Google-Suchmaschine noch prominenter platziert zu werden.

Die NFL war jahrelang dafür bekannt gewesen, sehr empfindlich auf die Veröffentlichung von offiziellem Video-Material auf Drittseiten zu reagieren und häufig schnelle Sperrung auf Youtube zu beantragen. Nun hat man offensichtlich eingesehen, dass die Vorgehensweise bei der schieren Masse an NFL-Material zum Scheitern verurteilt ist.

Der Move hat Potenzial für Großes. Es gibt keine Liga, die besseres Video-Material produziert als die NFL. Es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass die NFL Zugang zu ihrem Archiv von NFL Films gewähren wird, aber allein die Freischaltung für Previews und Reviews birgt etliche Stunden an Tapes, die nun auch ohne NFL-Gamepass und ohne die aufwändige Suche auf der NFL-Homepage bekömmlich sind.

Coaches und GMs im AFC-East-Karussell

Nach dem alljährlichen black monday gab es etliche offene Trainer- und GM-Stellen. Die meisten sind nun besetzt. Werfen wir einen Blick auf die AFC East, in der es nur wenige neue, dafür viele alte Gesichter gibt. Weiterlesen

Senior Bowl 2015

Heute Abend, 21h findet die Senior Bowl in Mobile/Alabama statt (live NFL Network/Gamepass). Sie ist ein All-Star Auswahlspiel von Draft-Prospects, die ihre Zeit am College als Seniors (vier Jahre) beendet haben und sich nach einer Woche Vorbereitung mit NFL-Trainerstäben ein letztes Mal in realer Spielsituation den Scouts präsentieren wollen. Weiterlesen

Sideline Reporter Awards 2014/15

Story des Jahres

korsakoff – Häusliche Gewalt. Mein privates Umfeld schert sich noch nicht einmal um das bei uns bekannte Eishockey, geschweige denn um American Football. Auf den Schirm kam die Sportart bei mit im Haus erst heuer, als über die gängigen Medien häusliche Gewalt thematisiert wurde. Man konnte schon lange erahnen, dass dieses Thema im Football neben Doping und CTE die dritte große tickende Zeitbombe ist, aber erst dank Rice und Peterson wurde die Berichterstattung intensiviert – und erste Schritte in die richtige Richtung gemacht. Das Thema wird uns auch nicht verlassen, sondern in den nächsten Jahren eher noch mehr auf die Agenda gebracht werden – und das Thema sowie ihre Aufarbeitung von Seiten der Ligaspitze könnte den Commissioner Goodell sogar den Kopf kosten.

Herrmann – Mangelnde Geduld / vorzeitiger Frusterguß. Betroffene: Quarterbacks, Head Coaches, sogar General Managers. 1st-rd pick EJ Manuel in Buffalo wurde nach nur 14 Karrierestarts auf die Bank gesetzt. Geno Smith nach 24 in zwei Jahren. Ich habe viele Spiele von Smith gesehen und habe als Patriots-Fan natürlich mindestens gekichert, wenn ich ihn gesehen hab. Aber er hatte in seinem Rookiejahr kaum Unterstützung von seinem Laufspiel; nicht einen vernünftigen WR oder TE; und ein bestenfalls mittelmäßiges Jahr seiner Offensive Line. Dieses Jahr kam ein neuer Offensive Coordinator für einen kaum verbesserten Angriff und er wird nach acht Spielen abgesägt – für Michael Vick (am Ende der Saison hat Smith für 7yds/att geworfen, Vick für 5yds/att).

Schlimmer noch in Buffalo, wo Manuel nach nur vier Spielen abgesägt wurde – für Kyle Orten. In Washington hat der neue HC Jay Gruden Robert Griffin von Anfang an kaum eine Chance in seinem neuen System gegeben. Ich will überhaupt nicht behaupten, daß Smith, Manuel oder Griffin nochmal gute Quarterbacks werden können (von Griffin hab ich zum Beispiel noch nie viel gehalten). Aber Leuten, die man als riesige Zukunftshoffnungen geholt hat, gerade mal ein oder anderthalb Jahre in echt miesen Umfeldern (Mitspieler ebenso wie off the field) zur Entwicklung zu geben, scheint nicht nur unfair, sondern dumm.

Dann wurden Jim Harbaugh und Jon Fox nach vier der besten Saisons ihrer jeweiligen Franchises gefeuert. Ich hab keine Ahnung, was da hinter den Türen passiert ist und wer wessen Mutter beleidigt hat. Aber das wegen persönlicher Animositäten wegzuschmeißen für irgendwelche Grünschnäbel, die vielleicht ein Marvin Lewis werden, vielleicht auch nur Greg Schiano und mit einer Wahrscheinlichkeit von 2% jemand vom Kaliber Belichick…Ey Leute!

Bei den GMs genauso: die Bears feuern Phil Emery nach drei Jahren, die Jets John Idzik gar nach nur zwei Saisons. Will mir irgendjemand ernsthaft erzählen, daß man die Klasse eines GM nach zwei Jahren beurteilen kann? Bei Idzik waren die höhsten Draft Picks entweder verletzt (kann er ja nix für) oder Rookie of the Year (Sheldon Richardson); Free Agents funktionieren mal, und mal funktionieren sie nicht. Und Idzik hat sogar als einer der wenigen GMs keine FAs überbezahlt. Es wird anscheinend immer öfter der Fehler gemacht, nach „outcome“ zu beurteilen statt nach „process“. Aber er ist wie auf dem Feld: wenn den vierten Versuch ausspielen dir in 80% der Fälle das bessere Ergebnis gibt als nicht ausspielen, dann ist die Entscheidung, auszuspielen, auch richtig, wenn der 20%-Fall eintritt. Und wenn dein Scout und Dein Coach sagen, der da ist der beste Cornerback für unsere Defense, dann sollte dir niemand ans Bein pissen, wenn sich dieser 1st-rd pick im Trainings Camp verletzt.

Überraschung der Saison

korsakoff – Dallas Cowboys. Im Sommer hatte ich Dallas als Bodensatz-Kandidaten gesehen, bei dem ich mir einen Ausbruch nach oben – sinngemäß – ausmalen konnte, wenn alle Steine richtig fallen: Gesunde Offense, gesunde Defense, keine Coaching-Bolzen, eine Defense über ihren Verhältnissen. Fast alles ist eingetroffen. Dallas wirkte mit 12-4 leicht überschätzt und profitierte auch von einer kollabierenden Division, hätte mit ein wenig Glück aber auch das Halbfinale erreichen können.

Herrmann – Running the ball matters. Taktische Trends erfolgen immer in Zyklen. Der Paßspiel wurde in den letzten Jahren immer wichtiger. Es fing an mit der Shotgun, die mittlerweile die Standardaufstellung für den Quarterback ist, und dann haben sich 3-WR-Sets als Standard durchgesetzt. Die Defenses haben darauf reagiert, indem sie immer mehr Nickel-D spielen (also mit fünf statt nur vier Defensive Backs) und bei den Defensive Linemen und Linebackers mehr Wert auf Schnelligkeit denn auf Kraft gesetzt wird (bei den DL für den pass rush, bei LBs für die coverage). Das nun wiederum führt dazu, daß es einfacher wird, gegen so eine Defense zu laufen. Belichick hat das letztes Jahr irgendwo mal fallen lassen, daß man das natürlich ausnutzen kann. Und nicht zufällig haben die Patriots mit LaGarrette Blount und Jonas Gray zwei der kräftigsten RBs der Liga; und haben im AFC Championship Game 29 Snaps mit sechs Offensive Linemen gespielt; und schmeißen lieber ihren vielversprechenden Sophmore-WR Thompkins raus als die TEs/FBs/H-Backs Michael Hoomanwanui und James Develin um einen Roster Spot freizumachen, wenn sich Verteidiger verletzen.

Die Power-Nummer fahren ja bekanntlich auch die Seahawks mit Marshawn Lynch sehr gut. Die Hawks haben aber auch einen anderen Weg gefunden, daß Laufspiel als den Fokus ihres Angriffs zu installieren: den dual-threat QB, wie auch San Fran und Carolina. Dallas draftet in der ersten Runde jetzt nur noch Offensive Linemen und siehe da: sie laufen über jeden drüber – wovon dann wiederum das Paßspiel profitiert. Auch Philadelphia – auch wieder auf andere Weise – baut um das Laufspiel herum. Es wäre auch keine Überraschung, wenn der Trend bei den Tight Ends wieder zum Typen Gronk oder Jason Witten hingeht und weg vom Jimmy-Graham-Typ, also wieder hin zu Leuten, die als Laufblocker mindestens so gefährlich sind wie als Paßempfänger.

Enttäuschung der Saison

korsakoff – New Orleans Saints. Eine einfache Wahl. Die Saints starteten als Titelfavorit und degenerierten stetig von einem Team, bei dem nur die Defense endlich klicken muss zu einem Team, bei dem die Defense vielleicht noch klicken wird zu einem Team, dessen Defense nicht mehr klicken wird hin zu einem Totalschaden, bei dem in den letzten Wochen sogar der Ankermann Drew Brees die groben Böcke abschoss.

Herrmann – Chicago Bears. Sie waren fest eingeplant als meine Überraschung der Saison. Zwei riesige, kräftige WRs mit Brandon Marshall und Alshon Jeffery; dazu der noch größere TE Martellus Benntt; gepaart mit Raketenarm Cutler schien ein sehr erfolgversprechener Ansatz zu sein: wir sind einfach größer und stärker als du. Dann waren Jeffery und Marshall verletzt oder haben angeschlagen gespielt und Marc Trestman hat ohne Pause Screen Passes werfen lassen und, ah ja: die Defense konnte niemanden stoppen. Das wird spannend nächstes Jahr, denn der Kern um Marshall/Jeffery/Bennett/Matt Forte/Cutler (wahrscheinlich) ist immer noch da. Denvers Adam Gase übernimmt diesen Laden als OC.

Offensivspieler des Jahres

korsakoff – QB Aaron Rodgers. Rodgers spielte schon konstanter, aber auf dem Zenit seiner Schaffenskraft wohl noch nie besser: Mehrere seiner Partien im Oktober und November waren überirdisch. Da ist es fast schade, dass seine verletzungsgeplagten Auftritte gegen Jahresende die größere Aufmerksamkeit auf sich zogen, Stichwort alte Footballschule: Nur die härtesten überleben.

Herrmann – Rob Gronkowski vor Aaron Rodgers und Le’veon Bell. Aaron Rodgers ist mit Abstand der beste Quarterback der Liga. Es ist zu schade, daß es die Duelle mit seinem größten Konkurrenten, Andrew Luck, nur alle vier Jahre gibt (Oh Gott! Bitte gib mir einen Rodgers-Luck-Super-Bowl, dann schreib ich auch nicht mehr übers Laufspiel, versprochen!)

Bei RBs denk ich immer: 90% sind auswechselbar. NFL-Talent? Na klar! Aber ob du jetzt DeMarco Murray hast, Justin Forsett oder Jonathan Stewart (nach PFF alles Top-7 RBs), macht keinen Unterschied. 5% sind Typen, die dein Team runterziehen (T-Rich). Und zu den fehlenden 5% gehört Bell (zusammen mit Lynch, vielleicht noch Jamaal Charles und Shady McCoy) Ein Bell macht einen Unterschied. Ich habe schon lange keinen RB mehr gesehen, der in so vielen Dingen so gut ist. Ohne den Gronk läuft in New Englands Offense nicht viel. Er ist einer der wichtigsten Leute im sowohl im Paßspiel als auch im Laufspiel. „Vielseitig“ heißt oft, der kann eigentlich nix richtig, aber beim Gronk heißt das: der kann viele Sachen besser als alle anderen.

Defensivspieler des Jahres

korsakoff – DE J.J. Watt. Watt klettert in den Listen bester Verteidiger ever nur weiter nach oben.

Herrmann – DE J.J. Watt. Die Suplerative für diesen Typen müssen erst noch erfunden werden. Man sollte einfach jeden Snap von ihm genießen.

Rookie des Jahres

korsakoff – WR Odell Beckham jr. Keine leichte Wahl in einem Jahrgang, der neben mehr als einer Handvoll überzeugender Wide Receiver auch drei, vier ernsthafte Defense-Kandidaten mitschleppt. Beckham bringt jedoch das kompletteste Paket mit: Er hat nicht alle Spiele bestritten, aber immerhin 11. Er hat sich von einer Verletzung zurückgekämpft und wurde über Nacht zum Superstar. Er hat 1300yds erfangen und 12 Touchdowns erzielt. Und er war verantwortlich für einen der markantesten Momente des Jahres.

Herrmann – WR Odell Beckham. Die Kandidaten hier sind nach Ansicht der Pundits Oaklands Khalil Mack, St. Louis‘  Aaron Donald, Minnesotas Anthony Barr und Giants WR Odell Beckham. Mack hab ich nur zweimal gesehen; Barr und Donald nach Mitte November gar nicht mehr (weil: wer guckt schon Rams- der Vikingsspiele zum Ende des Jahres?). Darum: weil ich die anderen drei zu selten gesehen habe: ODB.

Coach des Jahres

korsakoff – Bruce Arians. Elf Siege mit einem Trümmerhaufen in einer der hochwertigsten Divisionen sind ein fantastisches Zeugnis für einen Coach, den ich stets eher kritisch gesehen hatte. Die Arizona Cardinals sind qualitativ keine elf Siege wert, aber dass sie es in die Playoffs geschafft haben, ist ein Zeugnis von hochwertiger Coaching-Arbeit. Ignoranz von Verletzungen und Mut zur Aggressivität in den Schlüsselmomenten zeichneten Arians und seine Mannschaft heuer aus.

Herrmann – Bill Belichick. Es gibt dieses Jahr keine ganz klaren Favoriten, darum sollte der konstanteste, der eigentlich jedes Jahr zu den Top-3 gehört, mal wieder geehrt werden. Dallas‘  Jason Garrett hat daneben noch sehr gefallen, vor allem, weil er jetzt auch aggressiver wird; auch schön, daß Chip Kelly sein Ding durchzieht, anders als die meisten anderen und damit erfolgreich ist; und als dritte honorable mention noch Pete Carrol, der seiner Mannschaft eine Energie und einen Willen einimpfen kann, wie sonst kaum jemand.

Spiel des Jahres

korsakoff – Seattle Seahawks 28, Green Bay Packers 22 / OT. Es gab besser ausgeführte Spiele, aber keines, das an Dramatik annähernd mithalten konnte. So wirklich epische Spiele gab es abseits dieses NFC-Finals kaum, abseits von ein paar Upsets der Rams und den beiden Playoffpartien der Dallas Cowboys. Kann ich zwei Silbermedaillen vergeben? Bitte: Einmal Rams vs Seahawks (Punt Fakes), einmal Chargers vs 49ers.

Herrmann – Hmm, schwierig. Aus der Regular Season war keines absolut unvergeßlich. Also Baltimore-New England in den Divsionals. Für die Regular Season muß ich sagen, daß ich die meisten Sunday Night- und Monday Night Games super fand, weil NBC mit Michaels/Colinsworth und auch immer mehr ESPN mit Tirico/Gruden es schaffen, viel taktischen Hintergrund einzubauen, trotzdem sehr unterhaltsam sind und überhaupt die Stimmung von den Fans und die Atmosphäre mit dem Flutlicht super eingefangen wird. Gerade zu Beginn der Saison, wenn es viele Spiele zwischen 2-und-2-Teams bei strahlendem Sonnenschein um 13.00Uhr gibt, machen NBC und ESPN etwas Besonderes aus dem grauen Ligaalltag.

NFL Power Ranking 2014/15 – Ausgabe Conference Championships

Ein spektakulärer Championship Sunday. Zu vermerken bleibt, dass zwei Runden nach dem schonungslosen Offenlegen der Lücken in der NFL-Prozedur der Schiedsrichterauswahl, und eine Woche nach dem Offenlegen der Calvin-Johnson Regel diesmal ein weiteres Ärgernis zu Tage kam: Game-Management von Head Coaches. Weiterlesen

Notizblock Championship Games 2014/15

Das Championship Weekend war dieses Jahr Coaching Weekend. Die AFC wurde bereits in der Vorbereitungswoche gewonnen, bevor Josh Cribbs das erste Mal den Ball an’Kopp kriegen konnte. Die NFC-Krone hat Mister McCarthy mit seinem absolut unfaßbaren in-game management versaut und eine (wahrscheinlich) sehr gute Vorbereitungswoche mit viel Gefühl in den Pazifik geschmissen. Im letzten Rückblick vor dem Super Bowl bekommen hier nochmal die beiden Verlierer ein wenig Meersalz in ihre Wunden. Weiterlesen

Alle Infos zu Super Bowl 2015 in TV und Internet

Super Bowl XLIX findet in der Nacht von Sonntag, 1. Februar auf Montag, 2. Februar 2015 statt. Die beiden Kontrahenten sind die New England Patriots und die Seattle Seahawks. Kickoff der Partie ist um 0h30 MEZ. Austragungsort ist das futuristische University of Phoenix Stadium in Glendale/Arizona, womit uns eine Diskussion um ein ach so schlimmes Wetter wie vor einem Jahr erspart bleibt: Arizona = Wüste = Dach über der Hütte. Weiterlesen

Vorglühen zum NFL Draft 2015 – Die Underclassmen

86 Underclassmen haben sich zum NFL-Draft 2015 angemeldet. Underclassman = Spieler, der bereits drei Jahre von der Higschool entfernt ist, aber noch ein bis zwei Jahre am College spielen könnte, sich aber aus diversen Gründen für einen schnellen Weg zu den Profis entschieden hat. Werfen wir mal einen Blick auf die Prospects. Weiterlesen

AFC Championship 2014/15: New England Patriots – Indianapolis Colts live

[04h03] Endstand New England Patriots 45, Indianapolis Colts 7.

Damit beide #1-Seeds durch. Nach dem epischen Kracher von Seattle walzen sich die Patriots ohne Gegenwehr in die Super Bowl.

Debakel auf allen Ebenen. Die Patriots ziehen in den sage und schreibe sechsten Superbowl der Brady/Belichick Ära ein – gnadenlos. Man spielte heute in einer anderen Liga als die Indianapolis Colts, und seien wir mal ehrlich: Die Partie wirft kein gutes Licht auf die AFC, die nach allen Metriken dieses Jahr die stärkere Conference im Vergleich zur NFC war.

Allein an einem Spiel sollte man natürlich keine Schlüsse ziehen, aber: Die lange vermuteten Schwächen der Colts wurden schonungslos blank gelegt. Eine Defense, die ihren Namen nicht verdient und die prinzipiell auch den GM Ryan Grigson (endlich) in die Diskussion bringen sollte. Grigsons Personalpolitik („Die Defense muss mit überbezahlten mittelmäßigem Personal überleben“ / „Offense Line? Wir haben Luck, wir brauchen dort nur Mittelmaß“) ist mir seit Jahren suspekt, wurde aber vom Label der jungen Colts-Mannschaft im Umbruch bzw. zu vielen Freak-Siegen übertüncht.

Luck mit zwei INTs. Einige werden es als Argument verwenden, darauf scheißend, dass die eine mit -24 und die andere mit -38 kam.

In der Offense könnte sich WR #87 Reggie Wayne in den Ruhestand verabschieden. Wayne ist ein möglicher Kandidat für die Ruhmeshalle. Er baute nach einem fulminanten Jahrzehnt erst die letzten beiden Jahre massiv ab. 2013 wegen Verletzung. 2014 war’s das Alter.

Die Seahawks waren meine Preseason #1. Die Patriots waren die #2. Da ist tatsächlich mal ein Superbowl-Tipp zu 100% aufgegangen. Seattle wird leichter Favorit sein. Knackpunkt wird sein, ob und wie die Patriots den Ball gegen die monströse Seahawks-Defense bewegen können. Ein Sherman auf TE Gronkowski gematcht? Könnte funktionieren, erfordert aber Umstellungen in der Verteidigung… also eher nein. Carroll wird das nicht machen.

Seattle – New England gab es zuletzt 2012 Mitte der Saison. Damals drehten die Seahawks das Spiel mit zwei TD in der Schlussphase und gewannen 24-23 – in Erinnerung ist mir vor allem eine Bombe für Sidney Rice. Damals fühlte es sich noch nicht wie der Anfang einer kleinen Ära an. Jetzt trifft New England auf Seattle und muss verhindern, dass zum ersten Mal seit New England 2003-2004 ein Titel verteidigt wird.


[03h48] Nada. Brady nebst Einser-Garnitur auf dem Feld.

[03h45] Interception #91 Jamie Collins | Q4 7:24. Wird nun Jimmy Garroppolo auf das Feld kommen?

[03h34] New England 45, Indianapolis 7 | Q4 10:05. Rate mal, wer den TD gemacht hat: #29 Blount. Patriots lassen die Einser-Offense noch immer am Feld, dürften aber gleich durchwechseln.

Weil ich vorhin von den guten, alten Playoffzeiten schrieb: Auch Manning wurde damals einmal fürchterlich abgeschlachtet. Ich kann mich an ein 0-41 Gemetzel gegen die Jets erinnern, das nicht viel besser aussah als heute. Insofern befindet sich Luck in bester Colts-QB Tradition.

Drittes Viertel

[03h29] Ende Q3 in Foxboro. Killer-Viertel. Die Patriots fahren mit einer Kälte über Indianapolis drüber, dass es kein Morgen gibt. Indianapolis mit exakt zwei 1st-Downs in 15 Minuten.

[03h25] Punt Indianapolis | Q3.

[03h24] Die erste Line dürfte ganz gut mit dem Power-Ranking übereinstimmen: Ich erwarte dort 2 bis 2.5 Punkte Spread pro Seattle.

[03h16] New England 38, Indianapolis 7 | Q3 2:08. 13yds-Run Blount. Im ersten Spielzug danach. Zirka dreiundsiebzig gebrochene Tackles.

[03h15] Interception #24 Darrelle Revis | Q3 2:12. Anfängerfehler bei Andrew Luck, der den in die Zone fallenden CB #24 Revis übersieht. Eine Patriots #24, die in den Playoffs Bälle abfängt – ich muss dabei immer an Ty Law denken. Revis wie einst Law: Schleicht sich in die Zone, fängt den Ball locker ab. Damit wird das Gerede um Lucks Interceptions kein Ende nehmen – ungeachtet der Tatsache, dass QBs bei Rückständen generell mehr INTs werfen, weil sie einfach mehr Risiko nehmen.

[03h08] New England 31, Indianapolis 7 | Q3 3:19. 5yds-Catch #87 Gronkowski auf einer kurzen Slant-Route nach innen. Gronkowski lässt nix anbrennen, fängt den scharfen Ball Bradys und lässt CB #28 Toler keine Chance. Die Partie sieht sehr, sehr gegessen aus: RB #29 Blount fräst sich erneut quasi ohne Gegenwehr durch die Defense, und Indys beste Verteidigung sind Eigenfehler der Patriots (z.B.) Strafen. Ein #11 Edelmann rennt einfach ein paar Schritte geradeaus, vorbei an allen Linebackers, vorbei am Safety („huch, da ist ja einer?“). Brady lupft den Ball locker über die heranstürmende Defense, der am Boden liegende Edelman mit einem mühelosen 23yds-Catch ohne Bedrängnis.

Mann, Mann, Mann. Dass die Run-Defense der Colts zu schwach ist, hatten wir oft diskutiert. Aber heute wird sie noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Ist Björn Werner wirklich zu schwach für so eine Unit? Immerhin sollte das Front-Office damit die beiden wichtigsten Offseason-Needs kennengelernt haben: Defensive Tackle, Defensive Tackle. Obwohl… die Colts haben vermutlich genau für dieses Spiel in der Offseason DT Arthur Jones aus Baltimore losgeeist.

[02h57] Punt Indianapolis | Q3 9:08. Keine Chance für die Colts: 3/out. CB #26 Ryan wird nun gegen den Oldie #87 Reggie Wayne angesetzt. Das muss für den potenziellen Hall-of-Famer Wayne ein ausgestreckter Mittelfinger sein. Wayne kann sich aber nichtmal mehr gegen den vierten CB der Patriots durchsetzen.

[02h49] New England 24, Indianapolis 7 | Q3 10:03. 16yds-Catch #77 Nate Solder. Da ist der Trickspielzug über Solder, den so viele so lange erwartet haben! Solder, einstiger Tight End am College und dann zum Left-Tackle umfunktioniert, kommt aus einer dieser eigenartigen OL-Spielzüge der Patriots. Solder mit der #77 als eligible-Receiver.

9-Plays, 87yds Drive der Patriots, die die zu lange anhaltende Sturheit im Colts-Stab ausnutzen und über RB #29 Blount laufen als gäbe es kein morgen. Ist das wirklich der Blount, der in Pittsburgh gecuttet wurde? Irgendwann wird die Box dann doch zugestellt, und schon der Pass für Solder, der zum TD eintraben kann.

Heftiger Regen mittlerweile in Foxboro.

Zweites Viertel

[02h38]

[02h30] Halbzeit New England Patriots 17, Indianapolis Colts 7

Patriots mit einem missratenen Squib-Kick, aber die Colts verzichten aus unerfindlichen Gründen auf einen Hail-Mary Schuss in die Endzone.

Das ganz große Spektakel ist die Partie in einem windigen und somit wohl widrigen Gillette Stadium noch nicht. Patriots sind besser, aber nicht viel besser: 16 zu 11 First-Downs, 41 zu 30 Plays, 4.6yds/Play zu 4.3yds/Play. Passspiel ist auf beiden Seiten recht ähnlich ineffizient. Beide mit einem Turnover, der zum TD verwertet wurde. Die Differenz machen bislang Kleinigkeiten: Das bessere Laufspiel der Patriots gegen eine indisponierte Front-Seven der Colts. Verschossenes Fieldgoal Vinatieri. Die Strafen gegen die Patriots-Defense. Monster-Catch für Hilton.

Colts-Defense spielt fast ausschließlich mit fünf Defensive Backs auch gegen Standard-Offense der Patriots, wird somit im Laufspiel vom agilen Blount komplett auseinander genommen. Dafür funktioniert die Deckung ganz gut: CB #21 Davis bleibt meistens rechts oder halbrechts, übernimmt ganz gerne auch mal TE #87 Gronkowski, der oft mit Safety-Hilfe gedeckt wird und noch ohne Catch ist.

Die Patriots spielen auch mit 4 CB plus dem Safety #32 McCourty (?). Colts mit einigen Schlampigkeiten wie Drops, die das Passspiel einbremsen. Luck mit guter Arbeit in der Pocket, aber einigen nicht 100%ig präzisen Bällen. Siehe vertiefend auch Herrmanns Analyse.

New England bekommt nun gleich den Ball zuerst.

[02h25] New England 17, Indianapolis 7 | Q2 0:09. 21yds-FG Gostkowski. Patriots machen es interessant: 15 Play langer Drive, 65yds und 4:35min verbrannt. Belichick spielt ein 4th/inches an der 3yds Line aus. Es wird ein (möglicherweise illegaler H/T Bill Barnwell) QB-Sneak versucht, bei dem wirklich nur zu erahnen ist, dass Brady durch war. Aber New England muss sein letztes Timeout dabei ziehen und steht am Ende der Halbzeit ohne Timeouts ziemlich blank da, kann keinen Laufspielzug mehr ansagen, muss werfen. Incomplete, Incomplete, Incomplete, und jeweils operieren CB #20 Butler und LB #50 Freeman am Rande der Legalität was Körperkontakt angeht.

Die Patriots nutzen weiterhin die 4-2-5 artigen Colts-Defense aus, die gewaltige Löcher über die Mitte offen lässt und RB #29 Blount förmlich zu konstanten 7yds-Gewinnen einlädt. Sogar der immobile QB Brady lässt mit Freeman auf einem 9yds-Scramble einen Verteidiger komplett ins Leere greifen.

[01h59] New England 14, Indianapolis 7 | Q2 4:54. 1yds-Run #37 Tipton. Die INT zu einem 10-Play, 93yds Drive umgemünzt – freilich immer mit Hilfe von gleich zwei Drive-erhaltenden Strafen gegen die Defense (Defensive Holding + Roughing gegen #75 Wilfork). Die zweite Strafe konnte man nicht mehr verifizieren, weil keine Wiederholung.

Ein perfekter Pass/Catch von Luck für #13 Hilton für 36yds als wichtigster „regulärer“ Spielzug in diesem Drive. New England weiterhin mit vielen Defensive Backs am Feld, vertraut auf die Inkompetenz des Colts-Laufspiels. Recht guter Druck von #50 Ninkovich, aber gute Improvisationskünste bei Luck.

Spiel läuft wie 2014: Patriots 14-0, dann Colts-Antwort auf 14-7. Damals schrie Buschmann ins Mikro Luck – was für ein Comeback-Kid! Diesmal ist man bei SAT.1 nüchterner. Eine ansehnliche Übertragung.

[01h48] Interception #52 D’Qwell Jackson | Q2 9:11. Brady mit einem etwas unpräzisen Ball, etwas hinter den Tight End geworfen. Gronkowski rennt geradeaus in Doppeldeckung hinein. LB #52 Jackson springt in die Route und fängt den Ball 3yds vor der Endzone ab. Bis dahin ein souveräner Drive der Patriots, die die starre Nickel-Defese der Colts gnadenlos ausnutzen und in Form eines erstaunlich beweglichen RB #29 Blount einfach drüberlaufen. Vier 1st-Downs von Blount allein in dem Drive. Edelman mit Hüftproblemen in die Kabine.

[01h38] Punt Indianapolis | Q2 14:44. Drop Hilton, aber Hilton wäre eh zu kurz gewesen.

Zweites Viertel

[01h34] Ende Q1 in Foxboro. Mehr Patriots vs Colts geht nicht: Punt gegen den Helm des Colts-Returners, Fumble. Field Goal meilenweit verkickt. Kurze Feldpositionen von den Patriots verwandelt. Die Partie ist natürlich noch nicht vorüber, aber es war ein schlechter Start für die Colts.

New England spielt tatsächlich eiskalt mit 4 CB, darauf scheißend, dass die Colts ja auch laufen könnten. Colts bekommen das Laufspiel trotzdem nicht durchgedrückt, und weil RB #36 Herron alles fallen lässt, ist das Kurzpassspiel auch um eine Dimension beraubt. CBs Revis / Browner (schon ein Holding) / Ryan / Arrington (?) in der Aufstellung.

[01h27] New England 14, Indianapolis 0 | Q1 1:20. 1yds-Pass für FB #46 Develin. Die Colts machen das ähnlich wie letzte Woche, lassen die Patriots-Receiver downfield relativ frei. Brady mit ungenauen Würfen, wirkt aber präziser als Manning letzte Woche. Mal schauen wie lange die Colts sich dieses Spielchen trauen. #19 LaFell geistig nicht ganz da. Die Big-Plays machen eher andere, z.B. #34 Vereen.

[01h17] Fehlkick #4 Adam Vinatieri | Q1 5:05. Vinatieri nagelt ihn aus machbarer Distanz vorbei. Nicht knapp, sondern gut drei Meter. Auch davor Selbstzerstörungsknopf bei den Colts: Zwei Drops von RB #36 Boom Herron. Zweiter Catch wäre schwierig gewesen, aber kannste auch als Runningback machen. New England mit wenig Druck gen Luck, der sich dafür 5-6 DB gegenübersieht.

[01h06] New England 7, Indianapolis 0 | Q1 10:15. 1yds-Run #29 Blount. Patriots tauschen den RG aus, Cannon für Kline, und schon läuft es besser. Colts-CB Vontae Davis scheint keinen direkten Gegenspieler zu bekommen, verharrt auf seiner rechten Abwehrseite, spielte schon gegen Gronkowski und zwei weitere Receiver in 1-vs-1.

(Ich habe nun ein Stockwerk tiefer gewechselt. SAT.1)

[00h57] Punt New England | Q1 12:21and there you have it: Fumble von #16 Cribbs (der schon letzte Woche vogelwild aussah). Ball springt Cribbs an den Helm, Patriots recovern.

[00h54] Punt Indianapolis | Q1 13:57. Edelman returniert 21yds an die NE 44.


[00h51] Kann ich zwei Stunden beantragen um wieder runterzukommen? Nein? Dann lasset uns weitermachen mit dem AFC-Finale New England Patriots – Indianapolis Colts. Eine Partie mit viel Vorgeschichte aus der jüngeren NFL-Vergangenheit (siehe Artikel aus dem November 2010), wobei mir heute selbst unbewusst der gleiche Fehler unterlaufen ist wie Herrmann in seiner Preview: Patriots und Colts sind letztes Jahr ja auch in den Playoffs aufeinander getroffen, und auch ich hatte es gedanklich ausgeblendet.

Das mag einen Grund haben: Patriots – Colts war immer das Duell Belichick/Brady gegen Peyton Manning. Als Manning die Colts verließ, wurde Patriots – Broncos zum stellvertretenden Patriots – Colts. Die echten Colts liefen derweil unter dem Radar.

Sie haben heute zum ersten Mal unter dem neuen Manning Andrew Luck die Chance auf den Superbowl-Einzug. Luck ist auf dem besten Weg, all seinen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Ob es schon heute für den Durchmarsch langt? Möglich, aber angesichts der Unterlegenheit des Colts-Kaders eher unwahrscheinlich.


Aus deutscher Sicht dumm gelaufen: OLB #92 Björn Werner von den Colts fällt verletzt aus. Die Patriots graben dafür ein altes Colts-Schreckgespenst wieder aus: RB Jonas Gray, den 200yds-Mann aus dem Regular-Season Spiel.

NFC Championship 2014/15: Seattle Seahawks – Green Bay Packers live

[00h47] Endstand Seattle Seahawks 28, Green Bay Packers 22 / OT.

Alles gesagt. Monster-Finale in einem lange Zeit zähen Spiel, das letztlich keiner weiteren Analyse bedarf. Coaching von Packers-Seite war jenseits von Gut und Böse, aber niemand wird McCarthy nach seinen Bolzen fragen, und somit werden sie nächstes Jahr wieder passieren. Seattles Carroll mit einem besseren Spiel, aber auch nicht perfekt. Seattle brauchte alle Schutzengel um in der Partie überhaupt zu überleben und alle heiligen Jungfrauen im Himmel um letztlich zurückzukommen.

Freakige 2pts-Conversion, die am Ende nicht untergehen darf. Das war ein katastrophaler Play-Call. Ein 2% Play, der glückte, und keiner weiß, warum.

Die Seahawks dürfen ihren Titel verteidigen. Wie fit wird CB #25 Richard Sherman im Superbowl sein?

[00h42] Meine Fresse. Mit Kickoff war’s mir völlig wumpe, wer das Ding nach Hause bringt. Ist es noch immer. Aber mir geht nach zehn Minuten noch immer die Pumpe von diesem dramatischen Spiel, das es mit allen Klassikern der letzten 10-12 Jahre aufnehmen kann:

2001/02 NE-OAK
2003/04 STL-CAR
2005/06 IND-PIT
2006/07 NE-IND
2007/08 NE-NYG
2008/09 PIT-ARZ
2009/10 NO-MIN
2011/12 SF-NO
2012/13 ATL-SEA

Nicht perfekt gespielt, aber das brauchen die epischen Dinger nicht.

[00h38] Mike McCarthy kickt im ersten Viertel zweimal von der 1yds-Line ein Fieldgoal. Ich zitiere mich mal selbst:

0yds-FG Crosby. Okay, 19yds-Fieldgoal, aber was für eine Scheiße von Mike McCarthy, der von der 0.1yds-Line ein Fieldgoal schießen lässt. Erinner dich dran im vierten Viertel…

Naturgesetz. Es gilt immer.

[00h35] Barcelona 1999.

[00h30] Touchdown Seattle, WR #15 Jermaine Kearse! Seahawks fahren in die Super Bowl. 35yds-Catch vom Lokal-Hero Kearse, der ums Eck an der University of Washington spielte. Wilson lupft den Ball in die Endzone, Kearse mit der Klette #38 Williams auf der Schulter fängt den Ball zu einem fassungslosen Comeback-Sieg, der sämtliche Protagonisten des Tages komplett überwältigt. Wilson heult im Interview mit Erin Andrews wie ein kleines Kind.

Kearse war der Mann, der bei allen vier Interceptions angespielt wurde:

[00h30] Kickoff in Foxboro wurde um 20 Minuten auf 0h50 verschoben.

[00h25] Aus dem Innenraum im Seahawks-Stadion:

[00h23] Seahawks gewinnen den Münzwurf.

[00h21] Durchschaufen. OVERTIME. Eines meiner ersten NFL-Playoffspiele muss so vor 10-12 Jahren gewesen sein, als Green Bay und Seattle gegeneinander spielten. Auch damals: Overtime. Münzwurf, und der einstige Favre-Backup Matt Hasselbeck verkündete nach gewonnenem Münzwurf:

We take the ball and we are going to win.

Ein paar Plays später trugen die Packers eine Hasselbeck-Interception zum Touchdown zurück.

[00h18] Seattle 22, Green Bay 22 | Q4 0:14. 48yds-Kick Crosby = GOOD. Monster-Kick von Crosby, der um ein Haar von #94 Williams geblockt worden wäre. Ein Kick in widrigen Bedingungen, für den Adam Vinatieri auf alle Ewigkeit zum Überkicker gehypt worden wäre.

Schlechtes Clock-Management von Mike McCarthy, der mit 19sek ein unnützes Timeout nahm. Seattle damit ein paar Sekunden bis zur Overtime.

[00h14] Rodgers für Cobb, 15yds. Rodgers für Cobb, 18yds. Rodgers Scramble für 15yds. Packers innerhalb weniger Sekunden an der SEA 36. 35sek to go, 3 Timeouts.

[00h10] Seattle 22, Green Bay 19 | Q4 1:25. Armageddon in Seattle! 24yds-Rumble für Lynch und so einfach wie es ging war es für die Seahawks fast zu schnell: Nur 44sek von der Uhr genommen.

2pts Conversion: Wilson mit einem hoffnungslosen Scramble, aber so hoffnungslos dann auch nicht: Pass für #82 Willson gelingt gegen alle Wetten. Drei Punkte Führung Seattle.

Green Bay mit 85 Sekunden und 3 Timeouts. Aber in der zweiten Halbzeit nur 3 Punkte gemacht. Ich habe gerade Mike McCarthy hier im Raum gesehen. Er hat nach acht Punkten gesucht.

[00h05] Onside Kick gelingt den Seahawks und nun geht das große Zittern los. Feuer am Dach in Seattle! Ball fluscht einen Packer durch die Hände, Seattle mit 129 Sekunden für den Sieg.

[23h58] Seattle 14, Green Bay 19 | Q4 2:09. Zurückhaltendere Defense nun von den Packers. Prevent Defense prevents you from Winning. Wilson findet nun weit offene Leute und mit wenig Aufwand marschieren die Seahawks in die Redzone: RB Lynch tänzelt an der Seitenlinie entlang. Lynchs goldene Stollen berühren um keinen vollen Zentimeter die Aus-Linie und machen aus einem TD ein 1st/Goal von der 10.

Danach Läufe über Lynch, Wilson und Wilson. Viele – zu viele? – Sekunden verbrannt, aber mit 2:09 gerade genug Zeit auf der Uhr gelassen, dass sich ein Kickoff noch auszahlen könnte. Im Optimalfall bekäme man mit zirka 1:15min den Ball zurück (Seattle hat noch 1 Timeout + 2min Warning).

[23h55] Punt Seattle | Q4 3:52. Risikolose Läufe mit „max Protection“ der Packers. Zwei Timeout von Seattle verbrannt, aber merkwürdigerweise nicht das dritte.

[23h51] Interception #42 Morgan Burnett | Q4 5:04. Erster Pass Wilson, abgefälscht und abgefangen durch #42 Burnett. Burnett macht danach alles richtig und kniet sofort ab.

[23h48] Punt Green Bay | Q4 5:13. 100 Sekunden von der Uhr genommen. Seahawks-Comeback Versuche müssen im Regen kommen.

[23h43] Punt Seattle | Q4 6:53. Völlig sinnloser Punt der Seahawks mit weniger als sieben Minuten auf der Uhr zwei dringend benötigten TD. 3rd/14, und die Seahawks gehen ohne Not aufs Ganze, wollen das 1st-Down erzwingen. Wilson überfeuert #89 Baldwin, der für meine Begriffe klar von #38 Williams vor Eintreffen des Balls gehalten wurde. Seattle hätte auch zwei Intermediates spielen können, da 4th-Down Territory.

Seattle zuvor mit viel Marshawn Lynch, u.a. in einem 3rd/6 als sich Lynch durchpowert. Hier: Richtig erkannt. 4 Down Territory. Probleme bei den Hawks, weil #89 Baldwin einen gebrauchten Tag hat: Drop zu einem sicheren 1st-Down. Dann wirft Baldwin frustriert den Ball weg und Glück, nicht noch eine Strafe wegen Spielverzögerung zu bekommen.

[23h32] Seattle 7, Green Bay 19 | Q4 10:53. Nasse Höschen bei Mike McCarthy: 48yds-FG Crosby. Crosby, den vor 2-3 Jahren mal alle wegen ein paar Fehlkicks zum Teufel jagen wollten, mit dem wichtigen Kick, der das Spiel auf technisch gesehen 2 TD erhöht. Fast ebenso wichtig aus Packers-Sicht: 10 Plays, 53yds, 5:02 min von der Uhr genommen. RB Lacy draußen, RB #44 Starks rein. Lacy hatte letzte Woche Probleme mit Asthma.

Bei den Seahawks spielt #25 Sherman quasi mit einem Arm, den anderen nur angelegt. Die Packers scheinen das nicht realisiert zu haben, spielen noch immer von Sherman weg, obwohl dieser nur noch mühselig mit der Schulter voran die Wide Receiver abblockt. Sherman ist ein harter Knochen, spielte schon letzte Jahr in der Superbowl mit Sprunggelenksverletzung durch.

Drittes Viertel

[23h23] Ende Q3 in Seattle. Mit einem tackle-brechenden RB #27 Eddie Lacy geht das dritte Viertel zu Ende. Seattle mit den Punkten und dem Einheizer durch den FG-Fake TD, aber auch zwei blassen 3/outs in denen die Offense nicht gut aussah.

Die Packers spielen insgesamt weiterhin überzeugender, mit mehr Saft in der Defense. Einziges Manko war mal wieder ein mutloser Call von DefCoord Capers in einem langen 3rd-Down. Prevent Defense prevents you from Winning. Seattle klammert sich an einen dünnen Strohhalm, zuckt aber noch.

[23h23] Punt Seattle | Q3 0:55. Wuchtige Defense. Punt. In FOX-Sprache: Momentum der Seahakws gestoppt.

[23h20] Fumble Wilson im ersten Snap. Ich habe erst heute eine Statistik gelesen, dass Wilson heuer 12 (?) Fumbles hatte, aber nicht einen einzigen verlor. Auch den 13ten nicht.

[23h18] Punt Green Bay | Q3 2:22. Plötzlich übernimmt Seattles Pass Rush wieder das Kommando und heizt Rodgers mächtig ein. Im 2nd-Down knickt Rodgers mal wieder um (rechter Knöchel). Rodgers steht wieder auf, aber incomplete im dritten Down und Punt.

Mike McCarthy wird nicht an seine Horror-Calls im ersten Viertel zurückdenken, aber das erledigen wir für ihn.

[23h16] Für hernach: #deutschesDuell

[23h08] Seattle 7, Green Bay 16 | Q3 4:50. Grandioser 19yds-TD Pass vom Punter #9 Ryan in einem FG-Trickspielzug für #79 Garry Gilliam: Ball hängt ewig in der Luft, und Gilliam macht den Catch zum Anschluss-TD für die Seahawks. Packers-Special Teams sahen bizarrerweise überhaupt nicht auf einen Fake-Spielzug vorbereitet aus (plus #50 Hawk mit der falschen Entscheidung, auf den balltragenden Ryan zu gehen denn Gillham zu decken).

Ein boom or bust Drive der Seahawks: RB #24 Lynch mit zwei Power-Läufen in die Platzhälfte der Packers hinein. Dann ein explosiver 16yds-Sack von #52 Matthews gegen Wilson. Dann 3rd/19 für Seattles-Offense. Ein matter 2-Mann Rush der Packers mit einem „zweieinhalbten“ Mann in #95 Datone Jones, der mehr als Spion gegen Wilson agiert denn als Pass Rusher. Ewigkeiten Zeit für Wilson, und Wilson findet #83 Lockett downfield für 29yds.

In der nächsten Serie der FG-Fake der Seahawks. Großes Kino von Pete Carroll und Anschauungsunterricht für den anderen Superbowl-Headcoach auf der anderen Spielfeldseite.

[22h58] Punt Green Bay | Q3 10:53. 3/out auch für die Packers-Offense, weil Rodgers im 3rd-Down den Ball etwas zu tief für Cobb wirft. Packers kommen für einmal mit 2 WR auf das Feld, stellen hernach aber sofort wieder zwischen 7 und 9 WR auf.

[22h53] Punt Seattle | Q3 13:05. 3/out und der Offense Tackle #63 Sweezy mit Verletzung runter.

Zweites Viertel

[22h50] Vor zwei Jahren killten die Seahawks einen 14pts-Rückstand in Washington in der Wildcard-Runde. Eine Woche später killten sie einen 20pts-Rückstand in Atlanta, nur um im allerletzten Play doch noch zu verlieren. Damals liefen die Spiele aber in eine andere Richtung: Seattle verpasste eigene Punkte durch bizarre Momente. Heute waren sie erst ein einziges Mal in der gegnerischen Platzhälfte.

[22h46] Größtes Comeback in Conference-Finals bislang: 18 Punkte (2006/07 Colts vs Patriots). 16 Punkte wäre das drittgrößte Comeback in der Championship-Geschichte (2012/13 die 49ers mit 17pts gegen die Falcons).

[22h40] Halbzeit Seattle Seahawks 0, Green Bay Packers 16.

Die Partie lebt von hohem Freak-Faktor und der Außenseiter-Führung. Qualitativ ist das, was die beiden Teams bieten, ausbaufähig. Green Bay führt 16-0, aber auch die Seahawks können aus diesem Spielstand etwas ziehen: Nämlich, dass sie noch am Leben sind. Hätten die Packers nicht 15 Jahre Erkenntnis an Advanced-Stats mit Füßen getreten, hätte Aaron Rodgers zwei Plays gemacht als wäre er Aaron Rodgers in Bestform, wir hätten vier Touchdowns Differenz.

Die Halbzeit-Stats:

               SEA     GB
Plays          24      37
Yards/Play     2.5     4.8
1st Downs      3       12
Strafen        7/35    4/40

Wilson mit 2/9 für 8 Netto-Yards. Zwei Sacks, drei INT. Eine Offense, die in den wenigen Momenten funktionierte, in denen RB Lynch die Bälle bekam, aber wenn du so schnell so hoch in Rückstand liegst, ist es schwer, deine Standard-Offense am Leben zu halten. Überraschend auch, wie viele konzentrationsbedingte Strafen die Seahawks im eigenen Stadion begehen: False-Starts, Offsides, das ganze Repertoire.

Sechs Turnovers in einer Halbzeit. Rodgers wie schon geschrieben auch längst nicht makellos, macht aber zumindest ein paar Plays. Nelson wurde überwiegend – aber nicht ausschließlich! – gegen CB #41 Maxwell gestellt, und #17 Adams über 10-15 Snaps gegen CB #25 Sherman verbrannt. Sherman mit einer exzellenten Leistung, INT und keine Pässe zugelassen. Hervorragende Offense Line der Packers. Weiterführende Analyse in den Kommentaren von Herrmann.

Im Publikum begannen sich erste Pfiffe zu regen, aber das ganze große Buh-Konzert bleibt bislang aus. Man stelle sich vor, was in Foxboro oder Philadelphia los wäre…

[22h32] Punt Green Bay | Q2 0:32. Der vermutlich erste Punt der Packers-Offense. Lauwarmer Drive der Packers, die dank DPI ein 1st-Down bekommen, aber hernach nicht viel draus machen. Immerhin versuchte man sich im 3rd-Down nicht am Zeit-Runterlaufen, sondern versuchte aggressiv, mit 4 WR im Line-Up die Halbzeit zu killen. Gute Deckung, Rodgers wirft ins Niemandsland, Punt und nur noch wenige Sekunden für Seattle.

[22h25] Interception #37 Sam Shields | Q2 1:55. 3rd/8 und Wilson mit einem saftlosen Lupfer ans Eck der Endzone. Dort wird CB Shields von WR #15 Kearse sogar noch gehalten, hat aber letztlich keine Mühe, die nächste Interception abzufangen. Grottenspiel von Wilson bisher. Wie viele Quarterbacks kommen ungeschoren davon nach solchen Vorstellungen? Brady, Favre und Russell Wilson? Wer sonst?

Wilson erst in der 26ten Spielminute mit der ersten Completion, einem hoch geworfenen Ball für #83 Lockett. Lockett dazu mit einem weiteren exzellenten End-Around, als er aus sicheren -6yds noch +3yds machte. Dazu funktionieren die Power-Läufe über #24 Lynch ganz gut, aber bei diesem Rückstand spielen nur wenige OffCoords noch lange „Balance-Offense“.

[22h14] Interception #41 Maxwell | Q2 8:21. Jetzt der Fehler von Rodgers, der den Cut von Cobb falsch interpretiert. Maxwell fängt den Ball gerade bevor er den Boden berührt. Fünfter Turnover in einer Partie zwischen zwei Mannschaften, die mit am seltensten den Ball hergeben.

Passend dazu wieder einsetzender Regen in Seattle.

[22h11] Interception #21 Clinton-Dix | Q2 9:18. Da verschluckt sich der Ha Ha von selbst. Erster Snap, Play-Action von Russell Wilson, der sofort tief geht: #15 Kearse in Doppeldeckung. Der Ball ist eine halbe Meile unterworfen, und während Kearse sekundenlang das Unheil kommen sieht und hilflos seine Arme ausstreckt, dreht sich Dix erst im letzten Moment ab, fängt geistesgegenwärtig im Nachfassen den Ball. Der lange Return wird durch eine Strafe gegen #52 Clay Matthews zurückgepfiffen.

[22h04] Seattle 0, Green Bay 16 | Q2 9:37. 40yds-FG Crosby. Jetzt ist der Mike wieder glücklich: 4th/1 an der SEA 21, und McCarthy geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach, schickt Mason Crosby auf das Feld.

Eigenartig fehleranfälliges Spiel in Seattle: Die Seahawks springen immer wieder ins Abseits und bestrafen sich selbst mit einem – allerdings hinterfragenswerten – Facemask gegen die Defense in einem langen 3rd-Down, das den Packers neues Leben gibt.

Die Packers dagegen machen viel zu wenig aus ihren Chancen. QB Rodgers heute schon mit mindestens zwei ungewohnten Fehlpässen, überwirft nach Nelson in der Endzone in Q1 nun Cobb auf einem sicheren 1st-Down. Cobb hätte den Ball aber trotzdem noch fangen können. Wie gesagt: Wenn Green Bay Eier und den Tick mehr Präzision hätte, kann es auch 28-0 stehen und wir uns auf Luck konzentrieren.

[21h57] Punt Seattle | Q2 13:18. Wieder kein 1st-Down für Seattle gegen eine disziplinierte Packers-Defense, die sich nicht einmal von Crossing-Routen verarschen lässt. Seattle kommt immer wieder mit 3 WR auf das Feld. Dem kann DefCoord Capers mit Vergnügen seine siebenundachtzig Defensive Backs entgegen werfen. Seattle des weiteren mit einem False-Start der Offense – zuhause. Laut FOX nichts ungewöhnliches.

#33 Hyde returniert an die SEA 32 in einem Spiel, das sich bislang ausschließlich in der Seahawks-Hälfte abspielt.

Erstes Viertel

[21h50] Seattle 0, Green Bay 13 | Q1 0:00. 13yds-Catch #18 Cobb mit Auslaufen der Uhr im ersten Viertel. QB Rodgers mit extremst viel Zeit zum Operieren in der Pocket. Seattles Pass Rush, im ersten Drive noch sowas wie existent, ist mittlerweile komplett abgetaucht. Packers an der Anspiellinie, #72 Bennett hüpft zum wiederholten Male ins Abseits, Rodgers nimmt den Snap, hat 4-5sek bis zum Wurf. Findet bei einem Gratis-Spielzug einen komplett offenen Cobb in der Endzone.

Damit führt nach einem Viertel der Außenseiter mit fast zwei Touchdowns. Für das Spiel kann es nur gut sein, und McCarthy wird sich auf die Schulter klopfen, allerdings sollte man genauer nachfragen, welche Strategie McCarthy mit seinen kurzen Kicks verfolgte.

Seattles Offense bislang kaum auf dem Feld, hat exakt 3yds aus 6 Plays zustande gebracht, null 1st-Downs. Die Seahawks-Defense sprang zweimal Offside (im eigenen Stadion!). Auf der anderen Seite zwei verbrannte Timeouts der Packers im lauten Seahawks-Stadium.

[21h41] Punt Seattle | Q1 3:39. #56 Julius Peppers reißt auf seine alten Tage die Partie an sich, wuchtet sich zweimal durch ins Backfield. Einmal Sack gegen #3 Wilson, einmal ein Knockdown. Seattle muss schnell punten. Ball fliegt gen #33 Hyde, der den Ball gleich mal wegfumbelt… Eben war der Regen am Fumble schuld, nun die eben herausgekommene Sonne.

Hyde fällt auf den Ball und erobert ihn zurück. Packers damit mit der Chance aufs nächste Fieldgoal.

[21h36] Seattle 0, Green Bay 6 | Q1 5:07… and another one. Wieder 19yds-FG Crosby. Seattle gefühlt mit acht geschenkten Punkten. Packers geben die 8 Punkte Vorsprung aus Las Vegas wieder zurück. Aber „immerhin“ konsequent von McCarthy, der zweimal vom gleichen Spot aus auf die TD-Chance verzichtet.

Gutes Laufspiel der Packers bis zur Goalline: Lacy kann mit Anlauf und 1-2 guten Blocks gute Yards machen und hat auch das Schmalz, Tackles zu brechen. Dann 2nd/Goal, und Rodgers mit einem uncharakteristischen Fehler, überwirft einen offenen #87 Nelson, der im linken Eck seinem Bewacher #20 Lane entwischt war.

[21h31] ‚Fumble #89 Doug Baldwin | Q1 8:01. #89 Baldwin fumbelt den Kickreturn weg. Das war also McCarthys Plan.

[21h28] Seattle 0, Green Bay 3 | Q1 8:07. 0yds-FG Crosby. Okay, 19yds-Fieldgoal, aber was für eine Scheiße von Mike McCarthy, der von der 0.1yds-Line ein Fieldgoal schießen lässt. Erinner dich dran im vierten Viertel…

Sonst interessant gemacht von den Packers. TE #89 Rodgers sieht immer ein wenig ungelenk aus, aber er läuft sich schön frei und springt in die 8yds-Line. Dann bringen die Packers eine neuartige Power-Formation raus, mit sechs Offense Linern und 2-3 Fullbacks/H-Backs, die Lacy den Weg freiwuchten. Lacy an die 2. Packers stellen Nelson gegen Sherman, haben aber keine Intention zu werfen. Dann FB Kuhn an die 0.5. Dann Lacy an die 0.1. Dann das Fieldgoal.

[21h20] Interception #21 Clinton Dix | Q1 10:28. Ha Ha! Wilson im 3rd-Down mit einem Slant für WR #15 Kearse, aber hervorragende Deckung von CB #38 Tramone Williams, Ball wird abgefälscht und fällt Clinton Dix in die Arme. Dix returniert an die 5yds-Line, aber weil Packers-DL #76 Daniels noch zwingend eine Nachbesprechung mit einem Offense Liner suchen muss, gibt es 15yds-Strafe gegen Green Bay. Packers beginnen trotzdem an der Redzone.

[21h15] Interception #25 Richard Sherman | Q1 11:16. Standesgemäßer Auftakt in die Partie: CB Sherman im direkten Duell in der Endzone mit WR #17 Davante Adams, und Sherman schreibt an seiner Legende, fängt in einer erstklassigen Individualaktion die Interception.

Bis dahin ein interessanter Drive der Packers: 6 Pässe, 3 Läufe. Rodgers kriegt nicht allzu viel Zeit in der Pocket, ist auf kurzen Distanzen noch unpräzise. Im ersten Play ließ man WR #87 Nelson gegen #25 Sherman auflaufen, stellte Nelson dann direkt danach auf die gegenüber liegende Spielfeldseite gegen CB #41 Maxwell (Seattles Cornerbacks sind fix einer Spielfeldseite zugeteilt, keinem Gegenspieler). Maxwell wurde dann sofort verbrannt von Nelson, aber Rodgers verpasste den Wurf. Später als Rodgers dann warf, exzellente Deckung von Maxwell.

[20h55] Woran erkennt man, dass es Zeit ist für den Kickoff? Wenn Marshawn Lynchs Schuhe das Hauptgesprächsthema Nummer 1 in der Vorberichterstattung sind.

[20h40] Die Championship-Sunday Nacht steht uns bevor. Seattle Seahawks gegen Green Bay Packers. Die sehr detaillierte Vorschau hat uns der Kollege Herrmann schon am gestrigen Samstag geliefert:

Seattle gegen Green Bay ist eine Partie mit Historie: Fail-Mary war das Coming-Out der Seahawks vor zweieinhalb Jahren. Diese sehr markante Mannschaft ist seither nicht mehr vom Radar verschwunden und spielt heute um den zweiten Superbowl-Einzug hintereinander. Die Packers sind schon etwas länger vorne dran, sind aber seit ihrem Durchmarsch vor vier Jahren nie mehr ins NFC-Finale gestoßen.