Im neuen Look: Die San Francisco 49ers am Tor zu einer neuen Ära

Im Gegensatz zu den Ravens gehören die San Francisco 49ers zu den klassischeren Franchises der NFL. Wie die Ravens sind die 49ers keine alltägliche Marke, sondern stehen für eine Philosophie, die von der Bucht aus die komplette NFL überrollte.

Dieses Bild der 49ers wurde überwiegend in den letzten 35 Jahren geschaffen. Vorher war man ein lieblicher Verlierer unter vielen gewesen. Titel und Schlagzeilen hatte der ungehobelte Nachbar auf der anderen Seite der Bucht, Al Davis mit seinen Raiders, abgestaubt, und die Kids in der Schule hatten Käppis mit Totenkopf getragen.

Der änderte sich Ende der 70er mit der Franchise-Übernahme des jungen Wilden Eddie DaBartolo und dessen Verpflichtung von Stanfords Head Coach (kommt uns bekannt vor, oder?) Bill Walsh, einem Offensivgeist, der die Denke des „dunklen“ Jahrzehnts („Run, Run, Run“) auf den Kopf stellte und den Profifootball von Grund auf revolutionierte: Statt Passspiel nur im dritten Down und mehr als 15yds to go implementierte Walsh ein attraktives Kurzpassspiel („West Coast Offense“) mit vielen Yards after Catch, und machte die 49ers innerhalb kürzester Zeit zu alljährlichen Superbowl-Anwärtern.

Walsh ist eine der NFL-Figuren, die wirklich nicht nur eine Franchise umkrempelten, sondern über die Epochen hinaus die komplette Liga revolutionierten. Um nicht mehr zu viel zu wiederholen, lege ich für eine detaillierte Auseinandersetzung mit Walsh eine Buch-Rezension von Herrmann aus dem letzten Jahr ans Herz: Wir lesen (3) – Bill Walsh. The Genius (David Harris).

Zur Implementierung von Walshs neuen Ideen brauchte es in allererster Linie einen passenden (durchaus im doppelten Sinne gemeint) Quarterback; Walsh bekam ihn in QB Joe Montana, einem Charismatiker, „nur“ in der dritten Runde gedraftet und mit hohem Spielverständnis und viel Präzision als besten Attributen – den großartigen Wurfarm für die vertikale Offense hatte Montana nicht.

Auch Montana profitierte: Er hatte genau eine Chance, in der NFL zu bestehen, und er fand sie in der West Coast Offense. Und Montana hatte Eiswasser in seinen Venen. Mit „Joe Cool“ als Spielmacher waren die 49ers nicht bloß ein Augenschmaus zum Anschauen, sondern schnell zweimal Superbowl-Sieger. Montana war auch nie um einen gelungenen Spruch verlegen, und so mutierte das Team schnell zum willkommenen Gegenentwurf zu den Westküstenrabauken der mittlerweile nach Los Angeles umgezogenen Raiders.

In oben verlinkter Walsh-Biographie wird wunderschön beschrieben, wie sich Walsh um jedes Detail kümmerte, bis hinein in die unscheinbarsten Draft-Belange. Er hatte Erfolg. Man muss sich das vorstellen: San Francisco war in der Saison 1984/85 bei 15-1 Siegen Superbowlsieger und addierte im folgenden Draft WR Jerry Rice zum Kader! In Zeiten, in denen 3000yds-Passjahre eine Seltenheit waren, fuhren die 49ers mit ihrer Armada jahrein, jahraus über die Konkurrenz drüber und staubten Ende der 80er zwei weitere Superbowls ab. Man war so fassungslos gut besetzt, dass man den Rücktritt Walshs und den Verkauf Montanas verkraften konnte und fast ein weiteres Jahrzehnt heißer Titelanwärter blieb!

Auf Montana folgte dessen Backup Steve Young, ein mobiler Linkshänder, der die 49ers-Offensive noch einmal um einen Level höher treiben konnte. Und obwohl man mit Young vermutlich besser war als jemals mit Montana, sehen die Fans Steve Young als leichte Enttäuschung, weil er nur einen Superbowl holen konnte – mehr muss man zur Erwartungshaltung der Fans zu dieser Zeit nicht mehr sagen. Mehr muss man auch nicht zur Qualität dieser Dynastie über fast zwei Jahrzehnte nicht sagen. Man blieb selbst dann noch ganz oben, als schon die halbe Liga im Trainerstab San Franciscos gewildert hatte und diese Coaches andernorts die „West-Coast“-Ideen verfeinerten (z.B. Holmgren in Green Bay).

Erst gegen Ende der Neunziger bröckelte das Gebilde: Owner DeBartolo musste nach Betrugsvorwürfen und familieninternen Streitereien die Franchise an seinen Schwiegersohn Jed York übergeben, und der milchgesichtige Jüngling York, keine 25 Lenze, hatte kein gutes Händchen beim Auswählen von Coaches und Draftpicks. Folge: Die einst dominanten 49ers quälten sich nach dem Karriereende Youngs (Gehirnerschütterungen) noch das eine oder andere Jahr mit dem ehemaligen CFL-Quarterback QB Jeff Garcia in Playoffnähe herum, aber schließlich fiel Mitte der 2000er das ganze Gebilde um Head Coach Erickson, Egomane Terrell Owens und Garcia in sich zusammen.

Neustart.

Auftritt Mike Nolan, seines Zeichens stets elegant gekleideter Defensive Coordinator der Baltimore Ravens. Nolan griff gleich mit seinem allerersten Draftpick, dem QB Alex Smith von der University of Utah, ins Klo und musste fortan bis zu seiner Entlassung um eine massive Identitätskrise herum basteln. Smith erwies sich nicht bloß als verletzungsanfällig, sondern galt in einem undefinierten Spielsystem mit ständigen Coordinator-Wechseln auch als schnell völlig verunsichert.

Folge: San Francisco mutierte zu einer ground’n’pound-Offense. Alte Schule. Siebziger Jahre. Genau das, was 49ers-Legende Walsh einst niedergerissen hatte. Die mutlosen Jahre unter Nolan und dessen Nachfolger, der Linebacker-Legende Mike Singeltary, sind das, was neuen Fans der letzten Jahre vielleicht geläufig ist, aber nichts an ihnen schrie nach „San Francisco 49ers“.

Singletary wurde schließlich vor zwei Jahren gefeuert, und York ging zurück zu den Wurzeln, an die nahe gelegene Stanfory University, und kaufte wie einst DeBartolo deren Chefcoach ein: Den ehemaligen NFL-Quarterback Jim Harbaugh. Harbaugh stand für drei Werte: Disziplin, Pragmatismus, Physis.

Im ersten Jahr würgte man sich mit einer vermeide-den-Fehler-um-jeden-Preis-Philosophie noch eher unansehnlich durch bis ins Conference-Finale, aber es war dieser abgelaufene Herbst, in dem Harbaugh sein Meisterstück ablieferte: Er sägte QB Alex Smith bei der erstbesten Gelegenheit ab und ersetzte ihn durch sein Ziehkind, den laufstarken Quarterback Colin Kaepernick.

Auch bei Kaepernick erinnert erstmal wenig an die 49ers-Geschichte: Ein Mischlingskind, tätowiert bis auf die Knochen, Granate von Wurfarm für tiefe Bälle nonstop, Sprinter vor dem Herrn. Aber unter Kaepernick schaffte man das eine: Die 49ers werden wieder über ihre Offense definiert.

Es ist kein Kurzpassspiel mehr, das an der Bucht praktiziert wird, sondern spektakuläres downfieldPassspiel kombiniert mit physischem Laufspiel und eingestreuten Elementen verschiedener College-Offenses („read option“) aus verschiedenen Aufstellungen („pistol“). Ein Angriff, der sich innerhalb weniger Monate von effizient und langweilig auf effizient und aufregend transformierte.

Sollte Harbaugh am Sonntag mit Kaepernick den sechsten Superbowl-Ring für seine Franchise holen, könnte das das erste Geläut auf dem Weg in eine neue prägende 49ers-Ära sein. Ohne West Coast Offense, dafür mit Tattoos, Option-Offense und downfield-Granaten.

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Sag mir, wo sind meine Fans?

Deadspin.com hat sich die Facebook-„Likes“ von Fans unter die Lupe genommen und sie per Bezirke aufgeteilt. Resultat ist die hier verlinkte Mappe – eine sehr interessante Aufstellung der Fanverteilung in den Vereinigten Staaten. Natürlich bleibt zu beachten, dass es sich jeweils nur um die am stärksten vertretene Fangruppe in jedem Bezirk handelt, aber trotzdem ein paar Beobachtungen:

  • In erstaunlich vielen Bundesstaaten entsprechen die Staatsgrenzen den Grenzen der Fans. Besonders krasse Beispiele sind Michigan (Detroit Lions), Georgia (Atlanta Falcons), Indiana (Indianapolis Colts), Illinois (Chicago Bears), Tennessee (Titans) und das Staatenbündel New England (Patriots), das vielleicht krasseste Beispiel.
  • Die Dallas Cowboys sind flächendeckend in Texas, Oklahoma bis rüber nach Nevada, Arizona, Arkansas, rauf bis in den hohen Nordwesten, aber auch in weiten Teilen Virginias die Nummer 1. Das scheint ein richtiges „America’s Team“ zu sein.
  • Weitere Teams mit großen Einzugsgebieten: Vikings, Broncos, Packers, Steelers. Bei ersteren beiden ist zu beachten, dass es sich bei besagten Gebieten um wenig bevölkerte handelt, bei letzteren, dass sie zusätzlich in vielen Teilen Amerikas verstreut ihre Fans haben und häufig #2 oder #3 sein dürften.
  • Man kann die richtigen „Regional-Teams“ rauslesen: San Diego, Tampa, Miami, Jacksonville, Houston, St Louis, Cleveland, Cincinnati, Carolina, und auch der Superbowl-Teilnehmer am Sonntag, die Baltimore Ravens.
  • Die Washington Redskins sind auch eher regional präferiertes Team.
  • In New York/New Jersey ist der Fall klar: Die Giants besetzen das Land. Die lärmigen New York Jets sind das Team mit den wenigsten Bezirken mit den meisten Fans: Wenn ich das richtig sehen, haben sie nur in Staten Island die Vorherrschaft als #1.
  • Die 49ers besetzen große Teile Kaliforniens, inklusive Oakland (!), aber in Los Angeles (wenig überraschend), Nevada, hinauf nach Oregon haben die Raiders die Vorherrschaft.
  • Die Saints scheinen so was wie das Team des Südens zu sein: Louisiana, Mississippi und Alabama werden richtiggehend besetzt.
  • Alaska ist ein gespaltener Staat. Hawaii wird von den Pittsburgh Steelers dominiert – ob hier die polynesische Mähne Troy Polamalus den Ausschlag gibt?

Ist eine interessante Landkarte. Nochmal: Hier entlang.

Hart, aber fair: Die Baltimore Ravens am Ende einer Epoche

Superbowl 47 ist auch ein Kampf der Kulturen. Das von Kriminalität und Gentrifizierung gebeutelte Baltimore gegen das weltoffene San Francisco, mit den Eliteschulen Stanford und Cal und Silicon Valley in unmittelbarer oder mittelbarer Nähe. Die sehr lauten, aggressiven Ravens gegen die eleganten, charmanten 49ers – ein Aufeinandertreffen zweier Welten. Ein Zweiteiler, der sich mit den Eigenheiten der beiden Superbowl-Teilnehmer 2012/13 auseinander setzt. Heute: Die Ravens.

Wer erst seit ein paar Jahren Football verfolgt, möchte kaum glauben, dass es sich bei den Baltimore Ravens um die drittjüngste NFL-Franchise handelt, noch keine 20 Jahre alt. Aber während andere Neulinge wie Jacksonville oder Houston noch am Erstellen von Identifikationspunkten werkeln, weiß bei den Baltimore Ravens jeder per sofort, worum es geht.

Physische Defense. Laut. Testosterongeladen. Harte Hits.

Niemand verkörpert diese Baltimore Ravens besser als der Mann mit der #52, Linebacker Ray Lewis. Lewis, in den 90ern von der University of Miami („The U“) kommend gedraftet worden, passt wie die Faust aufs Auge auf beschriebene Attribute. Besser umgekehrt: Lewis dürfte der wichtigste Grund sein, dass wir heute über jene Attribute schreiben. Lewis war alles: Superbowl-MVP, Defensiv-MVP, Motivator, Mordverdächtiger. Es gibt kaum einen Spieler in der NFL-Geschichte, der enger mit dem Image seiner Mannschaft verknüpft ist als Ray Lewis.

Lewis wurde rein zufällig auch im ersten Jahr des Bestehens der Ravens gedraftet. Das war 1996. Und wie es zu einer zwielichtigen Stadt mit so eigenen Charakteren so passt, war die Teamgründung nicht ohne Kontroversen abgelaufen. Wir haben schon mehrmals abgehandelt, wie es genau ablief, deswegen nur noch die Kurzfassung.

Baltimore hatte in der Urzeit des Football mit seinen heiß geliebten Colts, Superbowlsieger 1970, und dem mystischen QB Johnny Unitas, ein gefürchtetes und landesweit bekanntes Team gehabt, das Mitte der 80er über Nacht an das seelenlose Indianapolis verloren wurde („Mayflower-Transit“). Trotz vieler Versprechen der NFL dauerte es über ein Jahrzehnt, bis die Schweinehaut nach Baltimore zurückkehrte.

Ende 1995 sorgte der Owner der Cleveland Browns, auch so ein geschichtsträchtiges Team, Art Modell, für einen Skandal, als er mitten in der Saison ankündigte, mit seiner Franchise nach Baltimore umzuziehen. Nach Protesten und Klagen musste Modell den Franchise-Namen „Browns“ in Cleveland lassen, durfte aber mitsamt der kompletten Angestelltenschaft schließlich übersiedeln.

Es entstand ein „neues“ Team, eine neue Franchise mit neuer Geschichte: Die Ravens, benannt nach einer poetischen Figur des Dichters Edgar Allen Poe, der in Baltimore begraben liegt („und es sprach der Rabe Nimmermehr“).

Die Ravens schienen die Pechmarie in Cleveland gelassen zu haben, und Modell beförderte schnell einen ehemaligen NFL-Profi, den schwarzen Ozzie Newsome, zum GM. Newsome machte sich einen Namen als exzellenter Draft-Stratege, und punktete gleich im besagten ersten Versuch (1996) doppelt, holte mit Lewis und OT Jonathan Ogden zwei fast sichere künftige Hall of Famer.

Nach wechselhaften Anfangsjahren verpflichtete Newsome im Jänner 1999 schließlich den Offensive Coordinator der rekordträchtigen Minnesota Vikings, Brian Billick, und weil man alles so schön planen kann, mutierten die Ravens fast über Nacht zur Defensivmaschine galore.

Die NFL-Saison 2000/01 hat bis heute und darüber hinaus etwas Freakiges, etwas, das es kaum jemals wieder geben wird. Der eine Satz wurde auf die Grausamste bestätigt: Defense wins Championships. An alle Pundits: Der Satz ist verbraucht. Er ist auf ewig reserviert für die Ravens 2000/01, die es tatsächlich schafften, nahezu ohne Offense die Superbowl zu gewinnen (bzw. mit nicht mehr als parasitärer, „effizienter“ Offense).

Über ein Monat Durchlavieren ohne Touchdown durch die Offense. 165 zugelassene Punkte in der kompletten Regular Season. Am Ende ein Kantersieg in einem Puntfestival (nicht Punktfestival), das sich selbst mit US-Hypemaschine nur schwer als „Superbowl 35“ verkaufen ließ. MVP wurde, natürlich, Ray Lewis, kein Jahr, nachdem er in einem bizarren Doppelmordfall nur wegen unsicherer Beweislage freigesprochen worden war.

So ging es unter Billick weiter, Herbst für Herbst. Spektakuläre Tackles, blaue Flecken, aber kein Quarterback und keine Offense. Man war gut genug, um mit 9-7 oder 10-6 in die Playoffs zu kommen, flog dort aber meistens schnell wieder raus. Bis Billick schließlich Anfang 2008 gefeuert wurde und durch John Harbaugh, ein unbeschriebenes Blatt aus den Tiefen des Trainerstabs der Philadelphia Eagles, ersetzt wurde.

Harbaugh griff gleich im ersten Draft, 2008, nach einem Quarterback, der einst in der Stadt des größten Rivalen, Pittsburgh, am College gescheitert war, und sich dann in der Niederungen der Div-IAA/FCS ein paar Meilen weiter nördlich in Delaware seine Sporen verdient hatte: Joe Flacco.

Flacco war nie der beständigste, aber mit ihm war die Offense gut genug, um die Ravens vom Level des reinen Wildcard-Teams zu einem alljährlichen Superbowl-Anwärter zu heben. Prachtstück blieb die Defense um ihre nichts anderes als fantastischen Einzelspieler: Lewis. DT Haloti Ngata. OLB Terrell Suggs. Und der allerbeste von allen, Free Safety Ed Reed, ein Freelancer, der die Anforderungen an seine Position neu schrieb.

Im Kern sind die Ravens 2012/13 noch immer defensivorientiert, aber dank Flacco gibt es einen zumindest akzeptablen Angriff, der die langsam zerbröckelnde Defense auffangen kann. Dort sind die Herren alt geworden. Mit Ray Lewis wird sich der erste am Sonntag verabschieden. Reed kokettierte auch schon des Öfteren mit der Footballrente.

Superbowl 47 könnte das letzte Halali der Baltimore Ravens, wie man sie kennen und fürchten gelernt hat, werden.

Die Sofa QBs 2013 – Super Bowl Preview

Bereits gestern Abend aufgenommen, erst heute online: Die Sofa-Quarterbacks und ihre Vorschau auf die Super Bowl 2013.

Showdown in New Orleans: und wir schauen auf die Show wie immer von unserem höher gelegten Sofa, das sich heute noch breiter als sonst aufgestellt zeigt, sind doch neben Andreas Renner (SKY), Nicolas Martin (GFL TV), Thomas Psaier (Sidelinereporter) und Kai Pahl (allesaussersport.de) auch der Präsident der Munich Cowboys, Werner Maier, der Head Coach der Rostock Griffins, Phil Hickey, und der Head Coach der Berlin Adler, Wanja Müller. In einem Punkt sind sich alle Experten einig: es wird entweder ein low scoring Game oder ein Shootout, selbst der Mittelweg scheint möglich. Und an Parties wird es nicht mangeln.

Wir haben 68 Minuten lang über alle möglichen Themen rund um die Superbowl 2013 diskutiert; für alle, die wollen, noch einmal die Ankündigung: Am Sonntagabend, 21h30 treten die Sofa-QBs live bei der Super Bowl Party in der Münchner TonHalle auf [Facebook].

Wo kann ich Super Bowl XLVII sehen?

Kickoff

So/Mo 3./4.2. 2013
0h30.

Vorneweg: Die Superbowl 2013 am Sonntag ist auf erfreulich viele Kanälen zu sehen. Noch besser: World-Feed freie Zone. Nachfolgend eine Auflistung der zu empfangenden Superbowl-Übertragungen quer durch die Lande, plus ein paar Superbowl-Partys. Zuallererst aber ein Verweis für den heutigen „Media-Day“ aus New Orleans: Live und for free zu sehen ab 16h MEZ im NFL-Network Stream bei NFL.com.

Deutscher und italienischer Sprachraum

NFL GamePass – Internet-Stream; die GamePass-Übertragung wird den originalen CBS-Feed mit allen Superbowl-Werbespots und den Kommentatoren Nantz/Simms übernehmen (Quelle: NFL-Gamepass Support). Zum GamePass hier entlang.

Was diese Woche im NFL-Network so an Superbowl-Programm empfangbar ist, wird hier gelistet.

ESPN America – übernimmt in der Vorberichterstattung wohl wieder den lärmigen ESPN-Feed und hüpft dann etwas nach Mitternacht ins Stadion; welche Übertragung (CBS, World Feed) es geben wird, kann ich aufgrund uneiniger Quellen nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass es das leichte Downgrade zu Nantz/Simms sein wird: Bob Papa und Joe Theisman… also der World Feed. Papa ist ein passabler Mann; wer sich aber einen Gewaltigen raufpausen möchte (Stichwort: Drinking Game), sollte es für Theisman und „really nice play“ machen. Prost.

Aber wir haben Gott sei Dank Alternativen. Zu den länderspezifischen Eigenheiten.

Zusätzlich länderspezifisch

Deutschland – Deutschland mal wieder mit dem größten Angebot. SAT.1 wird mit den Kommentatoren Frank Buschmann und „Vize“ Jan Stecker live aus dem Stadion kommentieren, und ist gemessen an der Vorstellung vom letzten Sonntag der Qualität des NFL-World Feeds und Nantz/Simms haushoch überlegen. Die Übertragung wird geo-getagged für Deutschland bei ran.de gestreamt.

Für ein spezielleres Fachpublikum sollte SPORT1+ mit deutscher Kommentierung die Anlaufstation sein; Markus Krawinkel und Florian Berrenberg werden kommentieren. Der Sender ist allerdings Bezahlsender.

Zumindest im Norden Deutschlands dürfte auch teilweise die britische BBC-Übertragung zu sehen sein, die schon in der Vergangenheit des Öfteren extrem gelobt wurde.

Österreich – die hochgelobte PULS4-Show wird wieder aufmarschieren: PULS4 überträgt das Spiel mit Kommentierung von Walter Reiterer & Michael „The President“ Eschlböck und hat selbst in New Orleans einen Mann vor Ort; die Expertenrunde wird aus dem neuen PULS4-Studio kommen; Moderation: Christian Nehiba, und dabei u.a. auch Tobias Oberzeller, Pasha Asiladab und Referee Bojan Savicevic. Mit dabei sind auch wieder die Cheerleader und diesmal auch eine Blasmusikkapelle. Weitere Infos: Hier entlang.

Schweiz – SRF 2 überträgt ab 22h45 mit Vorberichterstattung und steigt ab 23h55 in die Liveübertragung ein. Mit in die Übertragung eingebunden ist der schweizerische Offensive Liner der Florida State University, Daniel Glauber. Wer kommentiert, ist mir nicht bekannt (Sascha Ruefer?).

Italien – Sportitalia 2, empfangbar via DVB-T. Zwar ist nicht das Bild, sondern nur die Kommentierung „HD“, aber der fantastische Matteo Gandini macht da vieles wieder wett. Wichtige Touchdowns arten schnell mal zu Arien á la Sudamericana aus. Zumindest in Südtirol ist die SAT.1-Übertragung auch über Satellit empfangbar.

Super Bowl Partys

Viele Superbowl-Partys wieder querbeet durch alle Lande. In Österreich muss man sich beeilen, wenn man noch diverse letzte Resttickets bekommen will (alle größeren Feten sind bei Football-Austria gelistet). In Deutschland ist in der Nacht auf Montag so viel los, dass der Überblick längst verloren gegangen ist; ich verweise daher nur auf die Party in der Münchner TonHalle mit ESPN America und den Sofa-Quarterbacks [Facebook-Seite]. Ab 21h30 werden Andreas Renner und Nicolas Martin dort live auftreten; die Sendung wird live bei GFL TV gestreamt.

Wer lieber aufs leise Dachkämmerlein steht, für den wird es vielleicht wieder Liveblogging auf diesem Blog geben; dieses Jahr ohne Uni-Prüfung am Montagmorgen. Dafür wieder mit Weißwurst und Brezl.

Die dunkle Seite

Für alle, die sich wundern, warum auf diesem Blog kaum Diskussionen über Doping und Gehirnerschütterungen/Verletzungen in der NFL (respektive auch: im College Football) stattfinden: Geht nicht. Ohne Expertise ist es schwierig, über Dinge zu schreiben. Ich empfehle trotzdem, diese Kern-Problematiken im American Football nicht zu vergessen. So schön strukturiert dieser Sport ist, so viele dunkle Seiten gibt es. Aus dem stillen Hinterkämmerlein raus kann man nicht mehr als diese komplexen Thematiken immer mal wieder anzusprechen.

Am Sonntag ist Super Bowl. Während uns in den letzten Wochen die Playoffs in Atem hielten, wurde der Untersuchungsbericht im Falle von Junior Seau, jenem legendären Linebacker, der sich letzten Mai das Leben genommen hatte, veröffentlicht. Kai Pahl (dogfood) von Allesaussersport hat am 11.1.2013 in Screensport Zwo dazu die relevanten Informationen kompakt zusammengefasst. Mit freundlicher Genehmigung darf ich die Abhandlung im Folgenden abdrucken.


Der thematische Sprung zur NFL ist kein großer: gestern (Anm. korsakoff: Am 10.1.) wurde vom National Institutes of Health ein Untersuchungsbericht zum Selbstmord des ehemaligen Linebacker-Stars Junior Seau veröffentlicht. Der Bericht stellt fest, dass Seau an Hirnschäden (“degenerative brain disease“) litt, die auf zahlreiche (Mikro-)Traumata zurückzuführen seien.

Damit stellt der Bericht eine Verbindung zu “chronic traumatic encephalopathy” (CTE, dt: Dementia Pugilistica) her, die in den letzten Jahren in Studien verstärkt als Konsequenz von Sportarten wie American Football oder Eishockey und ihren zahlreichen Schlägen und Stößen gegen den Kopf, genannt werden.

Junior Seau brachte sich im Mai 2012 mit einem Schuss durch die Brust um. Die Journalistin Jill Lieber Steeg hat für die Union Tribune San Diego das Leben von Junior Seau nach Ende seiner Football-Karriere nachgezeichnet und dabei eine unfassbar tragische Geschichte über einen Menschen geschrieben, der sein Leben nicht mehr in Griff bekam. Ich lege beide Teile nochmal allen ans Herz, da sie sehr präzise den Absturz eines Menschens nachzeichnet, der die Kontrolle über seinen Kopf verliert. Teil 1: “Song of sorrow”, Teil 2: “Bitter endgame”

Seau ist kein Einzelfall und alle Indizien von Studien deuten darauf hin, das CTE in unterschiedlichen Ausprägungen, ein im Football weit verbreitetes Problem ist. In einer Studie der Universität Boston wurde bei 18 von 19 untersuchten Hirnen toter Football-Spieler CTE festgestellt. Was den Studien noch fehlt, ist eine umfangreiche Zahlenbasis, da nur die Gehirne toter Menschen auf CTE untersucht werden können.

Eine vierstellige Zahl von ehemaligen NFL-Spielern und Hinterbliebenen hat inzwischen die NFL verklagt, weil die NFL nicht ausreichend über die Risiken des Profi-Footballs informiert habe.

Die Spielergewerkschaft NFLPA hat am Donnerstag (Anm. korsakoff: Am 10.1.) eine wachsweiche Pressemitteilung herausgegeben, in der sie unterstreicht, wieviel sie als Gewerkschaft tut und erreicht hat – aber noch keine Konsequenzen aus den bislang veröffentlichten Studien zieht. Qu: Sports Illustrated

Aus: Screensport Zwo: Bonds, Seau, SPL und SPORT1-Abgang, Allesaussersport vom 11.1.2013.


Bühne der Schmerzen

In diesem Kontext hat mich dogfood auch auf einen Artikel aus dem Esquire hingewiesen, der am 18. Jänner auf esquire.com online gestellt wurde und die generelle Denke im Football thematisiert. Ich empfehle dringend, sich die Zeit zu nehmen und den Artikel durchzulesen: Theater of Pain. Ryan Clark sagt da zum Beispiel:

People always ask me, ‘Are you feeling good?’ No. You never feel good. Once the season starts, you never feel good. But it becomes your way of life. It becomes the norm.

Quelle: Theater of Pain/Esquire

Der Artikel ist Mannschaftspsychologie galore. Der Mann spielt. Die Pussy sitzt am Seitenrand. Die Rasenschachfiguren des Coaches. Wenn man sich diese Zeilen so durchliest, werden noch viele Seaus vergehen und viele Bänder in den Knien der RG3s zerfetzen, bis der Umdenkprozesses ernsthaft ins Rollen kommt.

Statt Pro Bowl – Das All-Pro Team 2012

In guter alter Tradition wird die Spaßveranstaltung heute abend hier geflissentlich ignoriert. Stattdessen kommt nach den Awards von Seminole und korsakoff heute mein All-Pro-Team mit den Spielern, die mir in der Saison 2012/13 am besten gefallen haben. (Das All-Pro Team 2011/12 gibts hier.)

Offense

QB – Tom Brady (Patriots): Brady hat 2012 noch einmal deutlich gemacht, warum man manchmal davon spricht, daß ein Quarterback seine Offense „orchestriert“. Der Golden Boy hat den Term „no-huddle Offense“ auf ein neues Niveau gehoben. Auch die vielen Verletzungen von Spielern wie Gronkowski, Hernandez, Edelman oder Woodhead konnten Brady nicht einbremsen.

RB – Adrian Peterson (Vikings): Es macht einfach Spaß, Purple Jesus laufen zu sehen. Am Ende hat er den Rekord zwar nicht gekriegt, aber mit seiner großen Saison nach einem Kreuzbandriß dafür gesorgt, daß RBs wieder Kandidaten für die MVP-Trophäe werden können.

LT – Trent Williams (Redskins): Williams war mal 4th overall pick. Und das ist erst drei Jahre her. Trotzdem ist er kaum bekannt. In seinen ersten beiden NFL-Jahren hatte er unter Verletzungen und Sperren zu leiden. Aber dieses Jahr konnte auch der gemeine Fernsehzuschauer sehen, was der Shanaclan in ihm gesehen hat, als sie ihn anno 2010 zu ihrem ersten Draftpick in Washington gemacht haben. Die Königsdisziplin für Offensive Tackles ist immer noch das pass blocking, aber wie Williams im Laufspiel mit so großer Sicherheit den richtigen Gegner zum blocken gefunden hat, schnell mit seinen Füßen da war und sein Opfer mal eben umgestellt hat wie ein paar Legosteine, läßt pass blocking-Maschinen wie Jake Long vergessen.

LG – Mike Iupati (49ers): Iupati bildet mit seinem Nebenmann Joe Staley die beste linke Seite der Liga. Einen derart athletischen Spieler mit seinen körperlichen Ausmaßen (1,97m, 150kg) findet man sonst nur in Baltimores Haloti Ngata.

C – N.N. Den Center in meinem Team muß ich weglassen, weil mir niemand besonders aufgefallen ist. Die meisten pundits sagen, daß Minnesota John Sullivan am stärksten war. Aber wer kann das bei einem Center schon ernsthaft vom Fernseher aus entscheiden? (Warum wird das All-Pro Team eigentlich nicht von den Coaches gewählt, sondern nur von Journalisten, deren Argumention zwischen „TebowOMFG“ und „AsomughaÍstDerBesteCornerbackDerWeltDasSchreibtSchließlichJederVonJedemAb“ oszilliert?)

RG – Alex Boone (49es): Ich hab keine Ahnung, wo dieser Boone plötzlich hergekommen ist. Aber er spielt, als hätte er nie etwas anderes getan als in einer sehr komplexen Laufoffense erfahrene Profis vom Kaliber eines Vince Wilfork oder 400kg-Typen wie B.J. Raji aus dem Weg zu räumen.

RT – Sebastian Vollmer (Patriots): Vollmer ist hier nicht, weil er Deutscher ist, sondern weil er tatsächlich der beste Right Tackle der Saison 2012. Er ist auch einer der wenigen Offensive Tackles, die sowohl im pass- als auch im run blocking überragend sind. Vollmer ist in diesem Sommer Free Agent und wird sich ein Konto suchen müssen, daß auch achtstellige Beträge zuläßt.

TE – Rob Gronkowski (Patriots): Über Gronkowski muß man nicht viel sagen. Er hat Tight End zur neuen „in“-Position gemacht. Nur werden die anderen Mannschaften merken, daß 2,00m-Typen, die blocken können wie ein Offensive Lineman und Pässe fangen können wie ein WR, nicht mal eben im Supermarkt zu kaufen sind.

WR – Calvin Johnson (Lions): No brainer. Mit Abstand das Beste, was man in Sachen Receiving im Football bewundern darf.

WR – Vincent Jackson (Buccaneers): Jackson hat in seiner ersten Saison in Tampa gezeigt, daß er einer der wenigen WRs, die mit jedem QB gut aussehen.

WR – Reggie Wayne (Colts): Reggie Wayne ist das Beste, was Andrew Luck jemals passieren konnte. Beeindrucken an Waynes Leistung 2012 war vor allem, daß er mit Mitte 30 nochmal eine ganz neue Rolle gelernt hat. Unter Peyton Manning war er immer an der Seitenlinie angekettet, nun wurde er von OC Bruce Arians über das gesamte Feld geschickt und sah rechts, links, im Slot und auch überall anders aus wie neugeboren.

Defense

DE – Cameron Wake (Dolphins): Wake ist ein wenig untergangen, weil Miami keine großen Spiele hatte und auch keine Storylines produzierte. Aber Cameron Wake, der 2009 aus der CFL kam, muß sich spätestens nach dieser Saison vor keinem anderen Defensive End mehr verstecken.

DT – J.J. Watt (Texans): Spätestens wenn Watt, wie zu erwarten steht, nicht MVP der Saison 2012 wird, ist dieser MVP-Titel absolut wertlos. Watt hat eine dermaßen einzigartige Saison in einer unglaublichen Konstanz gespielt, daß er nicht nur DPOY und MVP werden sollte, sondern Sportler des Jahres. Weltweit. Ich habe noch nie einen Verteidiger in der NFL so dominieren sehen wie Watt 2012.

DT – Geno Atkins (Bengals): In den meisten anderen Spielzeiten wäre Atkins klarer Favorit auf den Title DPOY. Dieses Jahr reicht es nur für einen Platz im All-Pro Team. Atkins sieht aus wie ein typischer Defensive Tackle, hat aber eine quickness in den Füßen (und im Kopf), die sonst eher Slot Receivers an den Tag legen.

DE – Calais Campbell (Cardinals): Arizonas Campbell wird manchmal als J.J. Watt für Arme bezeichnet. Das ist Quatsch. Richtiger wär es zu sagen, Watt ist unbezahlbar und Campbell der Watt für die Warren Buffets. Oder so ähnlich. Was Campbell in dieser Saison mit seinen Mitleid verdienenden Gegenspielern gemacht hat, erinnerte an Puppentheater, wobei er die Fäden zog. Der Anker der Cardinals-Linie ist der Spieler, der mit seiner Kombination aus purer Kraft, tänzermäßigen Füßen und perfekter Technik am ehesten an Watt heranreicht.

OLB – Von Miller (Broncos): Miller wäre wie auch Campbell und Atkins locker DPOY geworden, wenn nicht Watt seine Saison von einem anderen Stern gespielt hätte (und natürlich Atkins und Campbell selber nicht so überragend gewesen wären). Was Miller neben der spielerischen Stärke an sich auszeichnet, ist seine Vielseitigkeit. Er gibt einen erstklassigen 43-OLB in Denvers Base-D und er gibt einen ebenso erstklassigen Pass Rusher als DE in Nickel- und Dime-Formationen.

MLB – Daryl Washington (Cardinals): Während anderswo noch darüber diskutiert wird, ob Bowman oder Willis der beste Linebacker der NFL ist, hat Arizonas 34-ILB Daryl Washington gespielt, als würde er vor jedem Spiel zwei Kilo Koks ziehen und meistens trotzdem kühlen Kopf bewahren. Falls das möglich ist. Zeitweise sieht er mit seiner Explosivität und seiner Aggressivität aus wie Ray Lewis zu seinen besten Zeiten. Manchmal sieht er auch einfach aus wie ein Irrer und rennt mit 200km/h in das falsche Loch. Aber wenn er wie in 95% aller Plays den richtigen Riecher hat, dann: Hals- und Beinbruch!

LB – NaVorro Bowman/Patrick Willis (49ers): Sie sind beide überragend. Ich könnte mich nicht für einen entscheiden, wenn ich es müßte. Was Bowman und Willis vor allem auszeichnet, sind ihre Fähigkeiten in pass coverage. Sie sind zwei der wenigen Verteidiger, die es auch mit den „neuen“ Tight Ends aufnehmen können.

CB – Antonio Cromartie (Jets): Der großmäulige Störenfried Antonio Cromartie stand fürchterlich unter Druck nachdem Darelle Revis auf IR gewandert ist. Zur großen Überraschung hat er dann aber tatsächlich gespielt wie ein waschechter franchise corner. Er ist auch ein Grund dafür, daß Trottelgesicht Owner Woody Johnson gerne Revis traden würde.

CB – Richard Sherman (Seahawks): Aus dem Nichts kam letztes Jahr der 5th-rd pick auf die Bühne und hat die etablierten WRs respektlos gegängelt.Der größte Trash Talker, den Stanford je hervorgebracht hat, ist mit seinem großen massigen Körper und seinem extrem physischen Stil ein Unikat in der NFL. Seit dieser Saison kann er es mit Jedem aufnehmen und auch sein selbst gewählter Spitzname Optimus Prime paßt wie die Faust aufs Auge, nachdem er Megatron bei drei Catches halten konnte.

S – Earl Thomas (Seahawks): Während Sherman und sein Gegenüber Brandon Browner immer eng am Mann sind und Verfolgungsarbeiten übernehmen, zieht Thomas in der Tiefe des Feldes seine Kreise und schlägt blitzschnell und instinktsicher zu, wenn mal ein Ball tief geworfen wird. Ein echter Seeadler eben. Wenn Thomas sich so weiter entwickelt, könnte er der legitime Erbe der aktuellen großen Safety-Generation sein. Er sollte sich dann aber bitte weniger häufig verletzen als Ed Reed, Troy Polamalu und Bob Sanders.

S – Ryan Clark (Steelers): Während Troy Polamalu mal wieder ständig verletzt war, hat sein Nebenmann Clark die Führung der secondary übernommen. Der unscheinbare Safety macht Sonntag für Sonntag das, was ein Safety eben so machen sollte: für Sicherheit sorgen. Die Pass-D Pittsburgh war nach NY/A die Nr. 2 im Land und ein großer Grund dafür war Clark.

Es sind sicherlich einige Spieler rausgefallen, einfach weil ich sie nicht oft genug gesehen hab. Es kann durchaus sein, daß beispielsweise Clevelands CB Joe Haden, Buffalos Safety Jairus Byrd oder irgendwer von Kansas City auch herausragend gespielt hat. Das hab ich aber leider nicht oft genug gesehen, weil – wer guckt schon Spiele von Cleveland, Kansas City oder Buffalo?

Vor der Senior Bowl 2013

Heute Abend gibt es im NFL-Gamepass ab 22h LIVE die Übertragung der Senior Bowl 2013, einem Auswahlspiel der besten eingeladenen Draftanwärter, die wenigstens vier Jahre am College mit dabei waren (ergo “Seniors” sind). Die Veranstaltung kommt aus dem Dörfchen Mobile in Alabama, wo sich schon die ganze Woche Spieler, Funktionäre, Scouts und Journalisten aufhalten und in zahllosen Trainingseinheiten ein Stimmungsbild von einigen der besten Seniors machten. Es ist nicht das einzige „Allstar“-Spiel im Draft-Vorfeld, aber jenes mit der meisten Aufmerksamkeit und den meisten Scouts. Es wird ein Nord-Team gegen ein Süd-Team spielen. Die Senior Bowl gilt auch als letzter Test vor dem Combine Ende Februar in Indianapolis. Coaches sind Jim Schwartz/Lions für das Nord-Team und Dennis Allen/Raiders für das Süd-Team.

Ein kurzer Blick auf ein die bekannteren Namen im Teilnehmerfeld. Die kompletten Lineups kann man sich auf der offiziellen Seite runterladen.

Quarterbacks – Nachdem die beiden größten Namen aus unterschiedlichen Gründen absagten (Geno Smith = Combine ist mir wichtiger, Matt Barkley = verletzt), dürfte der Arkansas-QB Tyler Wilson das beste Prospect sein: Wilson schaute in der „alten“ Petrino-Offense mit teilweise tollen tiefen Bällen wie ein Top-Pick aus, soll aber diesen Herbst (Petrino war wegen Weibergeschichten gefeuert worden) verletzungsgeplagt keine gutes Saison gehabt haben. Wilson soll allerdings keine gute Trainingswoche hinter sich haben.

Mike Glennon/NC State ist ein Hüne vor dem Herrn, gilt aber als unpräziser Werfer auf Mitteldistanzrouten. Landry Jones/Oklahoma habe ich oft thematisiert: Sieht eigentlich wie ein guter Werfer aus, bleibt aber häufig blass. EJ Manuel/FSU war für mich als beweglicher Athlet stets mehr Hype denn erbrachte Leistung, aber es steht außer Zweifel, dass das „Rohmaterial“ bei Manuel gigantisch ist.

Bei Ryan Nassib/Syracuse schwärmen immer mehr Scouts von seiner NFL-Kompatibilität, aber bei mir hat sich bei Nassib eine eher lauwarme „arm strength“ eingeprägt. Nicht eingeladen ist übrigens der famose Collin Klein/Kansas State; Klein spielte schon in einem anderen Allstar-Spiel und bestätigte dort die Vorurteile gegen ihn als Spielertypus („nicht präzise, komische Wurfbewegung, sabber, fasel“). Die Vorstellung war zu wenig, um noch durch die Hintertür zur Senior Bowl zugelassen zu werden.

Running Backs – Die Topleute sollten die beiden kleinwüchsigen Kenjon Barner/Oregon und Andre Ellington/Clemson sein, flinke, wendige Leute ohne Option auf die Arbeitstiere hinter Center und Guard. Dies sollte eher für Stanfords Stepfan Taylor gelten. Mike Gillislee/Florida und Jonathan Franklin/UCLA gelten als Geheimtipps. Franklin kenne ich nur in Auszügen, soll ein famoser „all-around“-Back sein, und Gillislee hat es mir angetan als Mann, der häufig dem Tackler geschickt genug ausweicht, um immer noch ein, zwei Yards for free mitzunehmen.

Wide Receivers – Viel Boohay wurde um den ehemligen Michigan-QB Denard Robinson gemacht, dessen Wurfqualitäten lange nicht zur QB-Karriere in der NFL reichen, dem man aber fantastische athletische Voraussetzungen ansieht; dumm allein, dass Robinson sich als Butterfinger erwiesen haben soll – er wird heute spielen und wir dürfen schon jetzt mitzählen, wie häufig man ihn als „Wildcat“-QB ansagen wird… Auch viele andere eingeladene Receiver gelten als pfeilschnelle Leute, aber mit guten Händen: Wheaton/Oregon State, Marquise Goodwin/Texas oder Terrance Williams/Baylor. Der groß gewachsene und stämmige Chris Harper von K-State soll auch mit einem guten Spiel seine Aktien steigern können.

Tight Ends – Der hoffnungsvollste Senior Tyler Eifert von Notre Dame fehlt verletzt. In seiner Abwesenheit gilt Vance McDonald von der Rice University als interessantester Mann. In der Bowl Season konnte man McDonald häufig als verkappten Wide Receiver in der Aufstellung bewundern. Auch dabei: Der Riese Jack Doyle von Western Kentucky, den man ebenso in der Bowl Season nicht übersehen konnte.

Offensive Line – Als möglichen Erstrundendraftpick kann ich einmal mehr OT Eric Fisher von Central Michigan ankündigen. Fisher wird in diesem Spiel eine Latte an guten Passrushern antreffen, und kann bei entsprechender Vorstellung ein mächtiges Statement abgeben. In den Trainingseinheiten sagte man Fisher wechselhafte Leistungen vor.

Defensive Line – Enorm viele der prognostizierten Anwärter (z.B. Björn Werner) sind „underclassmen“, also keine Seniors, und entsprechend nicht im Senior Bowl dabei. Drei Defensive Ends dürften für Aufsehen sorgen: Der ghanaische Rohdiamant Ezekiel Ansah/BYU, der noch keine zwei Jahre Football spielt, aber wegen seiner Statur als potenzieller 1st-Rounder gilt, Alex Okafor/Texas, wie so viele Texas-Abgänger extrem athletisch, aber häufig wenig detailverliebt und Margus Hunt/SMU, der die Hawaii Bowl an Heiligabend im Alleingang dominierte und gewann. Bei den Tackles sollten Kawanne Short/Purdue und John Jenkins/Georgia die meistdiskutierten Leute sein, wobei Jenkins als wandelndes Übergewichtsproblem gilt.

Linebackers – Diese Position gilt als problematisch für die Senior Bowl, weil es aus nachvollziehbaren Gründen (Verletzungen) als verpönt gilt, mit Nachdruck hart zu tackeln. Man versucht also eher, die Spielintelligenz eines Spielers zu testen. Insofern dürfte es für den bekanntesten Abwesenden Manti Te’o ganz gut sein, dass er sich momentan mit anderen Problemen rumschlägt. In Te’os Abwesenheit gilt K-States Arthur Brown als bester Vertreter bei der Senior Bowl. Khaseem Green/Rutgers war während der Bowl Season ein vieldiskutierter Mann. Bei den OLBs sind keine wirklichen Top-Prospects dabei; Jarvis Jones und Kollegen sind underclassmen.

Defensive Backs – Der große Leader der Georgia-Defense, S Shawne Williams, wird ein spannender Mann sein, bei dem sich viele Scouts noch nicht einig über dessen Instinkte in der Passverteidigung sind. Toller Mann von Boise State: CB Jamar Taylor, der als physisch und äußerst lernfähig gilt. Der oft genannte Jonathan Banks/Mississippi State ist auch Senior, scheint im Lineup aber nicht auf; Banks dürfte entweder verletzt sein oder abgesagt haben.

Conference Championships 2013 – Nachklapp

Mit den Baltimore Ravens ist also tatsächlich der vermeintlich größte Außenseiter in die Superbowl eingezogen. Die Ravens, im Power-Ranking immer noch in der unteren Hälfte der Liga klassiert, profitierten diesmal nicht von einem gurkigen Gegner (wie in den Wildcard Playoffs) oder einem Freakspiel (Denver), sondern stellten tatsächlich die beste NFL-Offense komplett kalt. Okay, vielleicht nicht „komplett“, aber es reichte, um mit ein paar glücklichen Turnovers und gegnerischen Drops im rechten Moment (Welker), und vor allem einer richtig, richtig guten zweiten Halbzeit in Foxboro zu bestehen. Weiterlesen

Notizblock NFL Championship Games 2013/13

49ers @ Falcons

Nach seiner 180yd performance letzte Woche gegen Green Bay war das oberste Ziel der Falcons, QB Colin Kaepernick nicht laufen zu lassen. Das hat auch sehr gut geklappt, nur war das scheinbar das einzige Ziel von DC Mike Nolan.

Kaepernick eingebremst haben die Falcons mit einem ganz einfachen Mittel: Weiterlesen

Pundit-Weisheiten auf dem Prüfstand

Die NFL-Playoffs sind fast geschlagen und die Weisheiten gehen den Pundits hüben wie drüben schön langsam aus. Die beiden gängigsten mal auf dem Prüfstand.

You have to have momentum going into the playoffs

Ooookay. Eine Niederlage zerstört viel Momentum, ein zweite noch mehr; und drei Niederlagen bedeutet: Team unter der Erde. Wir brauchen erst gar nicht ankicken.

Nach dieser Weisheit hätten in der Wildcardrunde die Colts (5-1 gegen Ende der Regular Season vs. Ravens 1-4), Redskins (7-0 vs. Seattle 6-1) und Bengals (7-1 vs. Texans 1-3) gewinnen müssen, während man bei Vikes (4-0) vs Packers (4-1) ein eher ausgeglichenes Spiel erwarten musste. Die Theorie ist also 0-3.

In den Divisional Playoffs wäre Denver (11-0) gegen Baltimore (2-4) favorisiert; New England (2-0) über Houston (2-3). Green Bay (5-1) über San Francisco (3-2). Seattle (6-0) über Atlanta (2-2). In den Divisionals sind wir 1-3.

In den Conference-Finals: New England (3-0) über Baltimore (3-4). San Francisco (4-2) gegen Atlanta (3-2) kann man „momentum“-wise ausgeglichen sehen, wobei wenn, könnten wir eher den 49ers den Vorteil geben. Theorie ist 0-1.

Die „Momentum“-Theorie ist 1-7. Fazit: Ja, immer brav auf das Team mit dem meisten „Momentum“ setzen. Wollen wir einen Superbowl-Tipp abgegeben? Ich habe San Francisco mit 5-2 zu bieten, aber bei den Ravens kann man die vier Niederlagen aus der Regular Season doch nicht mehr mitzählen! Die haben jetzt Momentum! 4-0! Ravens gewinnen haushoch.

Je cluchtiger, desto kampferprobter, also Superbowl-Favorit.

Hehe. Wildcard-Weekend: Colts (9-1 in engen Spielen Favorit über die Ravens mit nur 6-4). Houston (5-0) Favorit über Cincinnati (5-4). Washington (6-5) gegen Seattle (5-5), wenn auch nur leicht, Favorit (klarer favorisiert, wenn man die Hail Mary gegen die Hawks rechnet). Vikings (5-1) natürlich klarer Favorit über Green Bay (4-4). Bilanz für die Clutch-Theorie: 1-3.

Divisionals: Denver (4-2) leichter Favorit über Baltimore (6-4). Houston (6-0) klarer Favorit über die wenig clutchigen Pats (4-4). San Francisco (4-1) über Green Bay favorisiert (4-4). Atlanta (7-2) haushoch über Seattle (5-5) zu stellen. Bilanz: 2-2.

Conference-Finals: Baltimore (mittlerweile 7-4) als Favorit über die Pats (4-4). Atlanta (8-2) gegen San Francisco (4-1) kann man als Remis werten. Bilanz: 1-0.

An „clutchiness“ ist definitiv was dran: Mit 4-5 ist man fast so gut wie ein Äffchen (.500). Für die Superbowl wäre übrigens mit 7-4 Baltimore leichter Außenseiter gegen San Francisco (4-2).


Karma und größeren Willen kann ich schwierig bewerten, aber letztes Jahr war ich gegen Tebow 1-1, also dürften wir uns bei normalsterblichen Teams auch knapp unterhalb der Äffchen bewegen.

Ich gehe also mit der besseren Coaching-Ansprache. Und da wette ich auf Harbaugh.

NHL-Preview 2013: Western Conference

Auf den Osten folgt der Westen.

Central Division

Es ist die Division um die Großen Seen herum, bis hinunter nach Nashville/Tennessee. Es ist eine mittlerweile ausgeglichene Division. Die jahrelang alles in Grund und Boden spielenden Detroit Red Wings  zeigten letztes Jahr erstmals seit dem amerikanischen Bürgerkrieg Schwächen und beendeten die Saison nicht nur „nur“ auf Rang drei, sondern wurden in der ersten Playoffrunde von Nashville (!) in fünf Spiele rausgeschossen. In der Offseason verabschiedete sich der ewige Niklas Lidström in den Ruhestand. Die Einkaufspolitik blieb passiv, der nun schon zirka fünf Jahre fällige Generationsumbruch wird weiter hinausgezögert. Die Red Wings sind mit Head Coach Mike Babcock und die bis in die letzten Venen rein abgebrühten Datsyuk und Zetterberg aber nie außer Acht zu lassen – vorausgesetzt, die gezeigten Offensivschwächen im Season Opener stellen sich nicht als längerfristiges Problem heraus. Immerhin: Zetterberg und der junge erste-Reihe-Kollege Damien Brunner (ein Schweizer) sollen während des Lockouts in Zug prächtig harmoniert haben – und Brunner gewann vorgestern schonmal ein Penalty-Shootout auf absolut spektakuläre Weise.

Jonathan Toews - ©Wikipedia

Jonathan Toews – ©Wikipedia

Die Chicago Blackhawks, Stanley Cup Sieger von 2010, schwören, sich nach zwei leidenschaftlosen Playoff-Pleiten en suite wieder zusammenzureißen. Das Umfeld aber ist nicht das ruhigste: Head Coach Joel Quenneville wird in regelmäßigen Abständen an den Pranger gestellt, er lasse die Superstar-Orgie im Angriff nicht genug von der Leine. Und sie haben Waffen, und wie! C Toews und der Right Winger Patrick Kane gehören zum feinsten, was die NHL aufbietet, und dann hat man noch die Allzweckwaffe Marian Hossa (so er denn nicht mit den Spätfolgen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen hat) in der Hinterhand. C Marcus Krüger soll die eklatanten Probleme der zweiten Reihe beheben, sodass die Hawks durchaus Torfestivals gewinnen dürften – und müssen. Denn Quenneville wird auch eine eigenwillige Einstellung zu seinen Goalies nachgesagt – Goalies, die aber NHL-weit durchaus kontrovers diskutiert werden: Ray Emery ist wankelmütig wie ein alter einbeiniger Mann, Backup Crawford sprang schon mehrmals mit mäßigen Resultaten ein. Weiterlesen

Sofa-QBs und die Conference-Finals

Aus dem Lead-Text:

“Die Wahl der Qual” – lag an diesem Wochenende keineswegs beim Gastgeber Nicolas Martin (GFL-TV) oder seinen Gästen Andreas Renner (SKY), Olaf Nordwich (amfid.de) oder Manfred Groitl (fantasy-football.de), sondern bei den Falcons, die sich einem bärenstarken Colin Kaepernick gegenüber gesehen haben. Dass die Patriots den Spread nicht covern würden – das haben ohnehin alle erwartet.

Also: Sofa-Quarterbacks zum Championship-Sunday.

NHL-Preview 2013: Eastern Conference

Die NHL-Saison ist schon am Samstag mit vollen Stadien losgegangen. Die Preview kommt mit leichter Verspätung, aber das soll uns ja nicht davon abhalten, uns langsam in die Saison reinzufräsen. Den Lockout habe ich nur beiläufig verfolgt. Der „sportliche“ Teil der Offseason ging ohne die ganz massiven Spielerwechsel über die Bühne, und auch auf Front-Office Ebene war es bis zum Schocker in Toronto (more on that gleich) vor zwei Wochen relativ ruhig geblieben. Das Tolle an dieser NHL-Saison: Es gibt nur 48 Spiele pro Team. Sprich: Zum Zeitpunkt Mitte Jänner 2013, also heute, sind noch alle Teams voll im Playoffrennen. Mehr potenzielle Überraschungsteams in den Playoffs. Mehr potenziell folgende Playoff-Upsets.

Genug der Vorrede. Weiterlesen

AFC-Championship Game 2012/13 live: New England Patriots – Baltimore Ravens

Previews

[03h52] Endstand New England Patriots 13, Baltimore Ravens 28.

Das Bruderduell ist perfekt. Baltimores Sieg heute ist fast noch die größere Sensation als jener von letzter Woche, auch in der Art und Weise: Die Ravens verdienten sich den Sieg heute mit einer richtig guten zweiten Halbzeit; QB Flacco orchestrierte zwei, drei lange Drives gegen eine immer passivere Patriots-Defense, die so aussah wie zu schlimmsten Zeiten in den letzten Jahren.

Bedenklich auf Patriots-Seite war die grottige Patriots-Offense, die heute nur selten in der gefürchteten No Huddle-Version auflief und entsprechend auch null Schwung aufnehmen konnte. QB Brady mit einer Serie an schlechten Pässen plus eine Receiver-Gruppe mit vielen Drops.

New England hat sich zum Teil selbst geschlagen: Drops, Turnovers (wenn auch unglückliche) und ein paar knapp nicht gemachte kritische Plays (3rd downs); zu den aufgezählten Dingen gesellte sich schließlich noch ein Angsthasen-Management von HC Belichick, der viele Punts tief in der gegnerischen Platzhälfte schießen ließ. Aber insgesamt war es vor allem wegen der zweiten Halbzeit mit sehr beständigem Spiel ein verdienter Ravens-Sieg und das erste Mal seit vielen Wochen, dass man bei Baltimore das Gefühl hatte, sie würde aus eigener Kraft einen Gegner pulverisieren.

Damit lasse man die Hype-Maschinerie losgehen: „Harbaugh Bowl“ oder „Harbowl“, ein Bruderduell auf Head Coach – eigentlich ist das schon unglaublich. Damit wird der Hype weniger künstlich als sonst wirken. Die zweite Storyline wird Ray Lewis sein. Eine dritte potenzielle das aufregende Leben des Colin Kaepernick. Vielleicht findet Randy Moss’ letztes Halali Beachtung.

[03h46] Und jezz ist er eingeschlagen: INT Carey Williams in der EndZone.

[03h40] Suboptimaler Punt für die Ravens. 2:05 verbleiben.

[03h36] Die Ravens verwerten 3rd down auf 3rd down und haben die Uhr gleich an der 2min-Warning.

[03h29] Wenn du die Scheiße hast… Langer Pass Bradys für Welker, der aber nicht den Speed hat um durchzulaufen. Ein Play später wird der Pass an der Line of Scrimmage abgefälscht und fällt dem dahinter wartenden LB #59 Ellerbe in den Schoß. Riecht nach Sargnagel.

[03h25] Die Patriots-Defense gibt ein Lebenszeichen, entsendet Blitzes und erzwingt Incompletions. 7:25 kriegt New England den Ball zurück.

[03h21] 4th down in der RedZone. Brady wirft den Ball ins Leere, und in Foxboro setzt der Massenexodus ein.

[03h15] Gerade nochmal gesehen. Der Tackler war, ja, unser Freund #31 Pollard. Der Hit ging allerdings eher von RB Ridley aus. Und es war eher ein Fumble.

[03h12] New England 13, Baltimore 28/Q4 11:13. TD Boldin. Hier bahnt sich tatsächlich eine große Sensation an. 15 Punkte und diese eigene Defense… naja.

[03h08] Haarige Szene: RB Ridley fumbelt nach einem massiven Hit den Ball weg und muss dann benommen vom Feld genommen werden. Die Refs geben den Fumble, obwohl die TV-Bilder down by contact vermuten hatten lassen. Die Ravens dürften gegen eine mittlerweile drei Meter unter der Erde liegende Patriots-Defense gleich wieder scoren.

[03h02] New England 13, Baltimore 21/Q4 14:56. Play-Action, WR Boldin pflückt das Ei zum 2yds-TD herunter.

Drittes Viertel

[02h59] Die Ravens stehen nach einer weiteren sauberen Angriffsserie kurz vor dem nächsten Touchdown gegen eine sehr zahnlos aussehende Patriots-Defense. Es war ein drittes Viertel, das die Ravens klarer dominiert haben als es der Spielstand ausdrücken will.

[02h50] Keine gute Serie der Patriots, bei denen QB Brady mittlerweile wirklich schlecht aussieht und selbst einfache Pässe daneben feuert. Und das, obwohl er Zeit hätte.

[02h40] New England 13, Baltimore 14/Q3 6:14. Aus dem Nichts kommt – wie schon beim ersten TD-Drive – eine ganz lange Serie für Baltimore: 10 Plays, 87yds. Abgeschlossen per TD-Catch für TE Pitta, zwei Plays nachdem Pitta einen harten Hit gegen Mayo einstecken musste.

[02h32] Jetzt wieder Versuche eines tiefen Passspiels der Patriots – einmal fing Hernandez, einmal nicht. Im dritten Down Welker mit einem simplen Drop (superbowl-like), und New England muss schon wieder an der BAL 34 punten.

[02h24] Weiterhin keine Konstanz im Ravens-Angriff. Flacco im dritten Versuch mit einem schwachen Wurf, der Boldin meterweit überwirft.

Zweites Viertel

[02h10] Über die SAT.1-Übertragung kann man nicht klagen. Vom Marktgeschrei der ersten Halbzeit der letztjährigen Superbowl sind Buschmann/Stecker meilenweit entfernt, und die Erklärungen Steckers sind kurz und knackig und haben größtenteils Hand und Fuß. Kann man insgesamt nicht drüber klagen.

[02h05] Halbzeit New England 13, Baltimore 7.

Streckenweise ist das eine etwas zähe Veranstaltung mit zwei Angriffen, die nicht richtig auf Touren kommen wollen. New England sieht nicht besonders konzentriert aus, ist den Ravens aber immer noch um Längen überlegen. Was den Patriots aber komplett abgeht: Ein Element wie ein Pass, der mal mehr als 10yds fliegt. Ansonsten ein Spiel im Rahmen des Erwarteten. Es sind nur sechs Punkte, aber man hat nicht das Gefühl, dass die Ravens da plötzlich ein Offensivfeuerwerk anzünden könnten.

[02h02] New England 13, Baltimore 7/Q2 0:00. Mäßiges Zeitmanagement der Patriots vor der Pause, inklusive eines unmotivierten Brady-Scrambles inklusive Tritt in die Eierregion bei einem Verteidiger (Ed Reed?).

[01h58] Die Patriots spielen einen schönen 4th-and-1 an der BAL 30 aus: Während Brady noch Kommunikationsschwierigkeiten mit der Seitenlinie antäuscht, kriegt RB Woodhead dahinter den direkten Snap und bricht locker 10yds durch.

[01h51] Jetzt wieder schneller Sack gegen Flacco. Die Patriots müssen immer noch ohne Talib auskommen.

[01h45] New England 10, Baltimore 7/Q2 4:18. 11 Plays, 79 Yards und viel Klein-Klein für die Patriots-Offense. Jetzt war WR Welker wieder mehr eingebunden, und schon funktionierte der Angriff reibungslos, Baltimore bekam kaum Zugriff.

[01h33] New England 3, Baltimore 7/Q2 9:28. Jetzt mal ein schöner Drive der Ravens (13 Plays, 90yds), mit relativ vielen kurzen Flacco-Pässen (5/6 für 74yds). Größter Spielzug war der tiefe Ball für WR Torrey Smith gegen CB Arrington. Vielleicht nicht unwichtig: CB Aqib Talib ist seit drei oder vier Drives nicht mehr einsatzfähig.

[01h24] Oh Mann, Aikman endlich abgeschaltet, und dann kommt Stecker mit momentum.

Erstes Viertel

[01h22] Überschaubare Qualität, das was Patriots und Ravens da bisher zeigen. Das ist schon der insgesamt achte (!) Drive, den Baltimore eben begonnen hat. Die Patriots sind „optisch“ überlegen und spielen die etwas längeren Drives; Baltimores längste Serie waren ganz 4 Plays. Beide gemeinsam mit 21 Passversuchen; combined 9 Completions (Flacco 1/6 complete).

[01h20] Groundhog. Ravens beginnen an der eigenen 10.

[01h17] Keine zwei Minuten vergehen und die Ravens müssen wieder punten. Was New England in diesem Spiel dadurch bisher dominiert: Feldposition. Sie beginnen nun schon wieder in Mittellinien-Nähe.

[01h14] Bei den Patriots läuft lange nicht alles geschmiert: Eher einfache Pässe werden leichter überworfen, und, obwohl dann immer noch fangbar, fallen gelassen. An der 35yds Line der Ravens wird ohne mit der Wimper zu zucken gepuntet.

[01h07] Der erste lange Ball der Ravens gerät fünf Meter zu lang. Als Konsequenz müssen die Ravens zwei Plays später punten.

[00h59] New England 3, Baltimore 0/Q1 6:21. Baltimore mit erwartet wenig Druck an der Anspiellinie, aber die Patriots kommen trotzdem noch nicht richtig in Schwung. Noch nicht richtig, aber es reicht für einen mit vielen kurzen Pässen und Läufen in die RedZone zu kommen. Beim 4th und 3 schießen sie nur ein Field Goal.

[00h51] Punt auch auf der Gegenseite. Noch etwas unterkühlter Kick in Foxboro.

[00h48] Erster Patriots-Drive ist nach einem nicht gefangenen Ball Welkers downfield schnell gestoppt. Die Patriots schaffen mit einem billigen Trick (Backup-QB Mallett in die Aufstellung), den Ravens ein Timeout abzuluchsen, punten danach.

[00h39] Football mit deutscher Kommentierung, da werden bei mir immer Erinnerungen an die Glanzzeiten im ORF wach. SAT.1 kupfert heute auch deren Ideen von eMail-Anfragen ab.

[00h35] CBS hat übrigens mit Steve Tasker einen Sideline Reporter ohne Titten.

[00h32] Sat.1.

[00h19] Paar Minuten Pause, dann geht es weiter.