NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Edge Rusher

Nächster Teil der Draft-Serie 2016, wo Christian Schimmel von DerDraft.de meine Fragen zu den Top-Prospects auf den einzelnen Spielerpositionen beantwortet. Heute dran: Die Edge Rusher. Im Draftcast wurden sie vor kurzem detaillierter besprochen. Weiterlesen

Ein Jahrzehnt auf dem Buckel: Der NFL Draft 2005 in der Analyse

Die Draftklasse 2005 hat nun ein volles Jahrzehnt auf dem Buckel – das ist noch keine komplette Karriere, aber nachdem bereits die ersten höherklassigen Spieler ihre Rücktritte einreichen, können wir schon ein erstes Fazit unter die Laufbahnen dieses Jahrgangs ziehen.

Top Ten Picks

  1. Alex Smith (QB, 49ers)
  2. Ronnie Brown (RB, Dolphins)
  3. Braylon Edwards (WR, Browns)
  4. Cedric Benson (RB, Bears)
  5. Carnell Williams (RB, Buccaneers)
  6. Adam Jones (CB, Titans)
  7. Troy Williamson (WR, Vikings)
  8. Antrel Rolle (CB, Cardinals)
  9. Carlos Rogers (CB, Redskins)
  10. Mike Williams (WR, Lions)

Weiterlesen

Nach dem Hyperventilieren: Draft 2015, Runde 1 in der objektiven Nachbetrachtung

Der Draft, der Potenzial für das totale Chaos hatte, lief letztendlich komplett konventionell, fast langweilig, ab. Nur zwei Trades am Draft-Tag, und keiner von ihnen betraf die Philadelphia Eagles mit ihrem Chaos-Coach Chip Kelly. Nicht, dass es Kelly nicht probiert hätte: Die Gerüchte hielten sich bis wenige Minuten vor dem Draft, aber letztendlich hatten sowohl die Cleveland Browns (die angeblich in einem Akt von Hirnriss einen 1st-Rounder für Eagles-QB Bradford zahlen wollten) als auch Kelly zu wenig Munition für einen epischen Trade.

Wird Marcus Mariota damit für die Eagles ein Wunschtraum bleiben? Höchstwahrscheinlich ja, auch wenn noch tagelang über einen anstehenden Trade des Spielers geschrieben werden wird. Anyway. Weiterlesen

NFL Combine 2015 – Die Quarterbacks

Die Draft-Experten sind sich einig, dass die 2015er-Klasse auf Quarterback eine der übelsten der letzten Jahre ist, was die Tiefe angeht. Es gibt zwei Prospects, über die sich im Moment jeder den Mund fusselig redet, und sie dürften jedem Stammleser dieses Blog mittlerweile bekannt sein: Jameis Winston von FSU und Marcus Mariota von Oregon. Beide werden immer wieder als potenzielle 1st-Rounder gehypt.


Während sich bei Winston die Fragezeichen auf seine hohe Interception-Zahl und seinen exponierten Lebensstil drehen, geht es beim koscheren Mariota vor allem um sportliche Belange. Alle erinnern sich zurück an das letzte Jahr, als Teddy Bridgewater als klarer QB-Favorit ins Frühjahr ging und dann sukzessive durch die Boards fiel, weil zu klein, zu schmächtig, zwei ungenaue Würfe auf dem Pro-Day zu viel. Weiterlesen

Safetys vor der Combine 2014

Die Safety-Position in der NFL ist eine, die immer mehr an Wert gewinnt. Die 2014er-Draftklasse hat für meinen Geschmack drei potenzielle Größen: Calvin Pryor, Ha-Ha Clinton Dix und Lamarcus Joyner. Sie werden heute in den Workouts dran sein, und schonmal ein paar Gedanken meinerseits zu diesen Spielern.

Pryor von der University of Louisville ist keine 100kg schwer, kommt aber auf 1.88m und gilt als geschwindiger Spieler. Das sind Gardemaße für einen NFL-Safety. Bei Pryor sieht es sehr wuchtig aus, wenn er aus der Tiefe des Spielfelds kommt und die Ballträger attackiert. Guter Tackler. Geht kompromisslos gegen den Mann. Das sind glänzende Voraussetzungen, aber die Negativen hört man bei Pryor auch alsbald: Kein reifer Spieler, fliegt oft im falschen Winkel daher, muss sich manches dreimal sagen lassen bevor er es dem Trainer abnimmt. Das klingt danach, als ob Pryor für einige Trainer (vor allem unerfahrene) eher eine Pest ist, aber für welche mit guten Defense-Coaches möglicherweise ein nur zu schleifender Rohdiamant.

Clinton-Dix kommt von Alabama, fiel dort aber nicht weiter auf außer seinem Spitznamen („Ha-Ha“) bei dem man sich schnell mal vor Lachen verschluckt. Er gilt als rundum guter Spieler ohne eklatante Schwachstelle – nie die schlechteste Voraussetzung für einen Safety, aber auf der anderen Seite soll er auch keine besonderen Stärken haben. Überall „gut“, nirgendwo „hervorragend“. Kein episches Talent, um den herum du eine ganz neue Art von Defense kreieren kannst. Das klingt nach Ende erste Runde bis Anfang dritte Runde.

Der spannendste Safety sollte Lamarcus Joyner vom National-Champion Florida State sein. Ich habe oft genug betont, wie sehr ich Joyner, den College-Spieler, vergötterte. Für die NFL-Aussichten gibt es ein Problem: Seinen Körperbau. Joyner ist mit nur 86kg auf 1.73m ein Winzling für Profi-Verhältnisse, was bestimmt etliche Teams abschreckt – vielleicht nichtmal zu Unrecht: Wenn du so manches Monster auf Tight End siehst, möchtest du den nicht gegen einen zwei Kopf kleineren Joyner angesetzt sehen.

Auf der anderen Seite ist das einer der furchterregendsten Verteidiger, die der College-Football die letzten Jahre gesehen hat. Joyner ist schnell, ein gefürchteter Tackler, der keine faulen Tricks braucht um einen Gegenspieler zu sich herunter zu ziehen. Er ist vielfältig einsetzbar, da er ursprünglich als Cornerback zu FSU kam, später auf Safety umgeschult wurde, weil sie Seminoles so viele erfahrene exzellente Cornerbacks im Kader hatten (von denen einige wie Minnesotas Xavier Rhodes mittlerweile Profis sind). Joyner gilt zudem als guter Manndecker, kann auch im Slot eingesetzt werden.

Ist Joyner so sehr anders als der Honey Badger, der auch als zu klein galt und zu wild, und so on? Der Honey-Badger, der auch in der dritten Runde vom Tablett ging, trotz einer Vita voller Drogen- und Charakterprobleme. Trotz der Tatsache, dass er ein ganzes Jahr raus aus dem Football war. Joyner hat diese Fragezeichen nicht. Er gilt als höchst professionell und ließ sich auch von seinem Einsatz am Spielfeld und im Training nie etwas zu Schulden kommen, zumindest nicht, dass es zu mir durchgedrungen wäre.

Joyner ist aufgrund seiner körperlichen Limits wohl kein 1st-Rounder, aber ich wäre nicht überrascht, wenn er in der zweiten oder dritten Runde ginge und dann in einem Jahr als große Überraschung gefeiert würde.

Clowney, Nix und die Defense Front-Seven von 2014

Heute ist Tag der Defensive Front Seven in den Workouts der NFL-Combine 2014 und damit das Einsteigen des Superstars, DE Jadeveon Clowney, der schon eine monströse Sprintzeit angekündigt hat. Ein Blick auf ein paar Prospects. Hauptinformationsquelle: Ein Podcast mit Greg Cosell bei Midday 180.

Jadeveon Clowney – Clowney war schon beim National Signing Day vor drei Jahren ein landesweites Gesprächsthema, weil als once in a lifetime Talent gefeiert. Oft ist es bei solchen Prospects der Fall, dass sie die überhypten Erwartungen nicht erfüllen können, aber Clowney war das Gegenteil: Er übertraf sie sogar noch, zumindest in jener fantastischen Saison 2012 als er alles in Grund und Boden spielte. In seiner letzten College-Saison 2013/14 wurde er aber eher als Enttäuschung gesehen. Er soll nicht voll durchgezogen haben, soll halb verletzt gespielt haben, soll nicht fokussiert genug auf den Sport gewesen sein. Red Flags, wo man hinschaut. Es ist nicht ganz klar, wie viel davon Medienstory ist und wieviel wirklich dran ist.

Cosell sieht wie alle in Clowney erstmal einen hervorragenden Athleten („good size, shows explosion, shows quickness…“ fasel laber), alle Ingrendienzien für einen NFL-Superstar sind da. Aber Cosell warnt davor, dass Clowney nicht „tief“ genug an der Anspiellinie steht und in der Folge zu aufrecht spielt. Das ist am College gegen unterklassige Gegenspieler ein eher marginales Problem, weil die Kraft trotzdem ausreicht um damit durchzukommen, aber in der NFL siehst du fast nur starke Offense Tackles, und da wirst du – so Cosell – gern herumgeschoben. Einige Male soll Clowney das auch schon am College passiert sein.

Das sind so die kleinen technischen Unsauberkeiten, die Cosell bei Clowney beschreibt. Coaches müssen sich fragen, ob man dies aus einem Spieler „herauscoachen“ kann. Auf alle Fälle ist athletisch unbegrenztes Potenzial da, aber der „Football Skill Set“, den Cosell, Mayock und einige andere so oft beschreiben – naja, der müsse sich bei Clowney erst noch offenbaren.

Was Cosell nicht zu beantworten imstande ist: War Clowney ein Freelancer, d.h. hat er sich am College nicht an die Assignments seiner Coaches gehalten, sondern eigenhändig das Big-Play gesucht (etwas, das Coaches hassen / etwas, das einige dem Clowney vorwerfen)? Das wisse nur der Coaching-Staff von South Carolina.

Cosell zweifelt auch ob Clowneys Commitment zum Sport. Dass er verletzt war, zähle für ihn nicht, denn Einsatz musst du auch in halbfittem Zustand bringen. Zum Thema „quält sich nicht genug für unseren Sport“ wird seit gestern auch Clowneys Übungseinheit im Bankdrücken gehören: Clowney hob die Gewichte nur 21 Mal, was ein eher unterirdischer Wert ist.

Festzuhalten bleibt: Clowney war optisch einer der dominierenden Spieler der letzten Jahre. Persönlich stach für mich letztmals Ndamukong Suh in der Defense Line so als Einzelspieler heraus wie Clowney bei South Carolina. Auffällig war in einigen Spielen, wie gegnerische Coaches ihr Spiel von Clowneys Abwehrseite weg konzipierten – ein untrügliches Zeichen, wer hier als die Superwaffe ausgemacht worden war. Wie ist so etwas auf die NFL transferierbar? Wir werden darüber noch vieles hören.

Clowney ist nach Common-Sense momentan nicht mehr der uneingeschränkte Top-Pick, und weil das #2-Team St Louis keinen wirklichen „Need“ in der Defense Line hat, weil das #3-Team Jacksonville und #4-Team Cleveland keine 4-3 Defense spielen und darüber hinaus dringend einen Quarterback brauchen, ist momentan noch nicht abzusehen, wo Clowney vom Tablett gehen wird.


Anthony Barr – Viel Presse bekam in den letzten Monaten OLB Anthony Barr von UCLA, der erst seit kurzem eine OLB-Position im Football spielt. Cosell bescheinigt ihm wie Clowney superbes athletisches Potenzial und einen gewissen, für OLBs ungewöhnliche Speed beim Geradeauslaufen, aber er hat Angst, dass Barr zu wenig flexibel als Passrusher ist. Auch Barr spielt etwas zu aufrecht. Seine technische Arbeit mit den Händen ist teilweise unterirdisch, teilweise aber schon ansehnlich.

Es wird bei ihm offenbar besonders geduldiges Coaching brauchen, eine gewisse Einlernzeit, in der er anfangs nur situativ in 3rd-und-lang oder so eingesetzt wird um Erfolge für die Motivation zu sammeln und sich nicht in der Lauf-Defense aufzureiben. Cosell gibt Barr eine gute Chance, ein Mega-Passrusher zu werden, sieht ihn aber noch als sehr unfertiges Prospect.


C.J. Moseley – weil es (glaube ich wenigstens) auch in der NFL schon einen CJ Mosley gibt, hat man stets das Gefühl, dieser Moseley ist schon tausend Jahre dabei, derweil ist er nur ein Mann, der in Alabama zweieinhalb Jahre als Starter auf dem Feld war. Cosell lobt Moseleys Entwicklung im abgelaufenen Herbst, er soll sich extremst verbessert haben. Moseley ist für ihn ein kompletter Linebacker: Hat die Spritzigkeit, hat den Grundspeed, hat das Gefühl, in die richtigen Gaps reinzuschießen, kann sich horizontal zwischen beiden Seitenlinien bewegen und wird nicht von den schnelleren Tight Ends überlaufen, kann sehr schnell die Richtung ändern, guter Deckungsspieler, und so weiter.

Der Vergleich, der Cosell einfällt, ist monströs: Lavonte David von den Buccs, einer der besten Abwehrspieler der abgelaufenen Saison. Für Cosell wird Moseley mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig exzellenter Profispieler werden. Er ist sofort einsatzbereit (O-Ton „plug and play“). Er ist allerdings kein überragender Passrusher, und das könnte ihn einen Top-10 Draftpick kosten.


Khalil Mack – Mack ist für Cosell der kompletteste Spieler im Draft, beim Aufzählen seiner Stärken fällt man allerdings schnell in altbekannte Schemen zurück (athleticism, plays fast laber fasel…). Er ist kein Mega-Passrusher, aber weil er so intensiv spielt, so wenige mentale Fehler begeht, immer eingesetzt werden kann, gilt Mack (der von Buffalo aus der MAC kommt) als sicherer Top-10 Pick.

Mayock ließ im Laufe des Wochenendes übrigens sogar verlauten, dass Mack für ihn der beste Spieler im Draft 2014 sei, über Clowney, über Bridgewater, über Sammy Watkins. Was auch immer diese Superlative wert sind, sie zeigen ein gewisses Standing dieses Linebackers. Mack soll Ähnlichkeiten in der Spielanlage mit Von Miller haben, als 3-4 OLB oder als 4-3 SAM (Strongside Linebacker) spielen können.


Cosell diskutierte danach noch kurz den OLB von Georgia Tech, Jeremiah Attaochu, der als reinrassiger Passrusher für die 3-4 OLB gilt. Er soll ein großes Talent sein, aber wenn du ihn einsetzt, musst du dir bewusst sein, dass er eindimensional wie eine Scheibe Toastbrot ist und dich in der Run-Defense verbrennen wird.


Ein Defensive Tackle, bei dem ich sportlich noch nicht viel einzuordnen vermag, der aber definitiv eine Persönlichkeit ist: Louis Nix III von der Notre Dame University. Nix hat einen umtriebigen Twitter-Account. Ganz famos war sein Auftritt auf der Pressekonferenz der Combine – da kann noch ein Manziel mithalten, aber sonst keiner:

NFL-Draft 2014: Der Stichtag ist abgelaufen

Christian Schimmel und Roman John vom Blog Der Draft gehen in ihrem Podcast: Draftcast #7 sehr ausführlich auf die Underclassmen (College-Spieler, die keine Seniors sind) im NFL-Draft 2014 ein. Für diese Underclassmen ist letzte Woche der Stichtag abgelaufen, und es wurde wieder ein neuer Rekord für Underclassmen im Draft aufgestellt: 102 Stück sollen es dieses Jahr sein, darunter so bekannte Namen wie…

  • QB Teddy Bridgewater von Louisville
  • QB Blake Bortles von UCF
  • QB Johnny Manziel von Texas A&M
  • RB Isaiah Crowell, ehemals Georgia
  • RB James Wilder jr von FSU
  • RB Ka’Deem Carey von Arizona
  • RB Tre Mason von Auburn
  • RB Lache Seastrunk von Baylor
  • RB Devonta Freeman von FSU
  • RB Jeremy Hill von LSU
  • RB De’Anthony Thomas von Oregon
  • WR Brandin Cooks von Oregon State
  • WR Marquise Lee von USC
  • WR Mike Evans von Texas A&M
  • WR Sammy Watkins von Clemson
  • WR Kelvin Benjamin von FSU
  • TE Eric Ebron von UNC
  • TE Colt Lyerla von Oregon
  • OT Cyrus Kouandjio von Alabama
  • OG David Yankey von Stanford
  • DT Timmy Jernigan von FSU
  • DT Louis Nix III von Notre Dame
  • DT Anthony Johnson von LSU
  • DT Ego Ferguson von LSU
  • DT Dominique Easly von Florida
  • DE Demarcus Lawrence von Boise State
  • DE Jadeveon Clowney von South Carolina
  • DE Kony Ealy von Mizzou
  • DE Stephen Tuitt von Notre Dame
  • OLB Ryan Shazier von Ohio State
  • CB Bradley Roby von Ohio State
  • CB Louichez Purifoy von Florida
  • S Ha-Ha Clinton-Dix von Alabama

Ich werde auf die einzelnen Spieler im Laufe der nächsten Monate wohl noch genauer eingehen, aber vorerst seien nur ein paar Namen kurz angeschnitten: Bei der Quarterbacks gilt Manziel nicht als potenzieller #1-Draftpick, aber es könnte durchaus sein, dass er in der ersten Runde gedraftet wird. Auf alle Fälle ist er eine X-Wildcard im Draft. Bridgewater und Bortles gelten als mögliche #1-Draftpicks für die Houston Texans, auch wenn die ersten Signale aus Houston eher eine Richtung erkennen lassen, dass man den Top-Draftpick vielleicht sogar traden möchte. Bridgewater gilt als kompletterer Spieler, wobei Bortles den diesjährigen Spoiler mit dem größeren Potenzial für die tiefen Bomben geben könnte.

Bei den Running Backs ist Crowell als extrem bulliger Spieler in Erinnerung, eine Art Monster von einer anderen Welt mit seinen Dreadlocks, gebaut eher wie ein Defense Liner denn ein Runningback. Crowell gilt als charakterliche Zeitbombe, hatte bei Georgia vor seiner Suspendierung auch keine überragenden Effizienz-Stats. Zeitbombe ist auch das Schlagwort bei Hill, der in zwei Jahren College mehr Negativ-Schlagzeilen produzierte als andere in einer ganzen Karriere. Mason von Auburn soll bei den Scouts keine überragenden Profi-Noten kriegen, gilt nicht als 1st-Rounder. Eine coole Socke ist Thomas, die Black Mamba, eine Art neuer Devin Hester.

Bei den Wide Receivers gibt es mit Watkins einen recht klaren Topfavoriten, aber die Klasse gilt als so tief, dass es möglicherweise Verschwendung ist, einen WR ganz hoch zu draften. Ein Mann wie Benjamin kriegt aktuell keine 1st-Round Noten, was einiges aussagt. Spannend wird Lee von USC, der Stats von einem anderen Stern produzierte, aber jetzt nicht wirklich wie ein potenzieller Allstar aussieht. Mike Evans ist ein weißer Freak. Cooks ein wendiger Mann für den Slot.

Die Tight Ends sehen in Lyerla von Oregon einen riesigen Hünen und in Ebron von UNC einen Tight End, der unter Experten durchaus als eines der größten TE-Talente der letzten Jahre gilt.

In der Defense Line ist natürlich Clowney das große Thema: Der letzte College-Verteidiger, der so auffiel, war anno 2009 Suh bei Nebraska. Weil Clowney dieses Jahr aber nicht voll durchzog, wird die Hype-Maschine nun drei Monate lang über fehlendes Commitment bei Clowney fusseln, nichtbeachtend, dass das das größte Talent seit Ewigkeiten ist. DL Nix III ist ein ulkiger Spieler, immer für einen guten Spruch gut. Er wird sicher einige Beachtung finden.

Der Trend, dass so viele Underclassmen wie nie (bisheriger Rekord von 73 im letzten Jahr wurde pulverisiert) den Weg in den Draft suchen, trotz der neuen Rookie-Wage bei den Gehältern, ist schon aufällig. Für den College-Football bedeutet das: Immer weniger Superstars bleiben alle vier Jahre am College.


Am Samstag findet die Senior Bowl statt, das zweite All-Star Spiel für Seniors. Dann werde ich kurz auf die Seniors eingehen.

360 Grad zum Draft

Vergangene Woche Monat ist eine weitere deutsche Footballseite on Air gegangen: DerDraft.de, ein Gemeinschaftsprojekt von Roman John (maschemist) und Christian Schimmel (Koblenzer), die beide schon im abgelaufenen Frühjahr viele Scouting-Reports verfassten. Die Seite soll sich ganzjährig mit Scouting und dem NFL-Draft befassen – im Vorfeld eines zu erwartend exzellenten Jahrgangs 2014 keine uninteressante Idee. Zur Einführung wird ein Rückblick auf die Drafts 2013 von allen (?) NFL-Franchises gemacht, wo verschiedene Autoren die Fragen von maschemist und Koblenzer beantwortet haben. Rupert Hitzenberger hat zum Beispiel die Rams übernommen: Draft-Analyse Rams. Ich hab irgendwann mal auch schon zu den Lions die Fragen beantwortet, ist aber noch nicht online.

Es gibt auch analytische Artikel wie z.B. maschemists Aufarbeitung des spät gedrafteten Quarterbacks. Geplant sind lt. Editorial auch Liveblogs, NFL- und College-Previews. Also wieder eine deutsche Footballseite von Bloggern, die ich gerne weiterempfehlen möchte für die, die sich rundum mit dem zukünftigen Spielermaterial in der NFL befassen möchten: DerDraft.de.


Welches Themenspektrum zum US-Football fehlt uns jetzt überhaupt noch? Kommentatoren-Bashing? Joe Buck übernehme ich. Tailgating-Guide? Lane Kiffin Hating Blog? Wir haben in der näheren Auswahl an (größtenteils nichtkommerziellen) Seiten Allesaussersport für alles TV-Relevante und Liveblogging, Hardcount für Taktik und Regelkunde und einen Podcast, Footballissexbaby für Advanced-Stats und Sportradio360 für Podcasting und Trash-Talk. Ich glaub, ich werd da mal ne echt Liste an deutschsprachigen Seiten für US-Football zusammenstellen.

Haben die Minnesota Vikings richtig gehandelt?

Die Minnesota Vikings haben am Donnerstag die dicken Klöten ausgepackt und als erstes Team seit Äonen gleich drei Erstrundenpicks gedraftet. Zwei hatten sie bereits vor dem Donnerstag gehalten (#23 und #25 für den Harvin-Trade), ein dritter kam ganz am Ende hinzu, als sie sich den 29ten Pick von den New England Patriots kauften, um WR Cordarelle Patterson einzuberufen. Der Gegenwert: Pick #52 (Runde 2), Pick #83 (Runde 3), Pick #102 (Runde 4) und Pick #229 (Runde 7).

Die Vikings holten sich mit den Picks Patterson, DT Sharrif Floyd und CB Xavier Rhodes – allesamt Spieler, die im unteren Drittel der ersten Runde als „guter Value“ eingestuft werden und die Needs der Vikes stopfen. Aber war der Trade rational betrachtet eine gute Entscheidung?

Case Massey präsentierte auf der Sportkonferenz auf der SLOAN (MIT), einer Tagung der amerikanischen Mathleten, das Ergebnis einer Studie über den Zeitraum 1991-2004, das prinzipiell zwei Dinge besagt:

  • Ja, die Prospects in den frühen Draftrunden werden bessere Spieler als jene in den späteren Runden.
  • Zwischen den 32 Teams aber gibt es kaum Unterschiede in der Effizienz, der Qualität der Spieler, die die Teams draften.

Letzteres mag überraschen. Andererseits aber auch nicht: Der Draft ist ein relativ geschlossenes System, in dem alle Teams mehr oder weniger die gleichen Zugänge haben (Tapes, Combines, Pro Days) und mehr oder weniger die gleichen Informationsquellen (Scouting-Netzwerke, Interviews). Dazu kommt der schwer prognostizierbare Prozess am Draftwochenende, mit etlichen unkontrollierbaren Faktoren („hab keinen Tau, ob das Team vor mir meinen Favoriten vor der Nase wegschnappt“).

Das heißt im Umkehrschluss: Teams, die mal zwischendurch bedeutend besser draften, sind in erster Linie glücklich. Teams, die mal schlecht draften, hatten hauptsächlich Pech. Und es ist was dran: Gute Draft-Teams werden immer und immer wieder plötzlich zu schlechten und umgekehrt. Auch schlechte Front-Offices zaubern immer mal wieder einen sensationell guten Draft aus der Tüte. Indianapolis mutierte unter GM Bill Polian von einem Tag auf den anderen von einer der besten zur vielleicht schlechtesten Draft-Organisation. Dito San Diego unter GM Smith. Belichick war vor zehn Jahren das Genie, produzierte dann fünf Drafts nur Müll.

Wenn wir – dank Masseys Studie kann man sagen: richtigerweise – davon ausgehen, dass Erfolg und Misserfolg eines Draftpicks größtenteils dem Zufall zuzuschreiben ist, ist die beste Strategie einer Mannschaft, möglichst viele Picks zu sammeln, denn: Zweimal 1/10 Chance ist besser als einmal 1/7 (denn 2/10 oder 1/5 > 1/7).

Ich wette, viele im Scouting ist verbesserungswürdig (zum Beispiel die Entwicklung einer Franchise-eigenen Spielphilosophie und das Abstellen der hire and fire-Mentalität in den Scoutingabteilungen). Aber wenn alle 32 Teams so weiterwursteln wie bisher, macht es Bill Belichick am besten: Macht per Trade einen 1st rounder zu drei bis vier Picks in der zweiten bis vierten Runde und kann sich zwei komplette Flops erlauben und steht am Ende immer noch besser da als vorher.

Insofern: Natürlich kann Patterson wie eine Granate einschlagen. Aber man vergesse nicht die Opportunity Costs der verkauften Picks und auch nicht, dass man seine Chancen am meisten dann verbessert, wenn man viele mittelhohe anstelle von wenigen hohen Picks sammelt. Die beobachteten Daten (s. oben verlinkte Massey-Studie) sprechen eine klare Sprache.

Ich schrieb schon mal auf diesem Blog, dass das von vielen Franchises benützte Jimmy-Johnson-Rechenmodell ein längst überholtes ist, da es die hohen Picks massiv überschätzt, und die klügeren Teams längst andere Modelle benutzen. Chase Stuart zum Beispiel kreierte ein Modell, das den Karrierewert von Draftpicks besser annähert. Den Trade gewannen *Überraschung* die Patriots um Längen (ROI: 159% für die Pats!).

Fazit: Minnesota machte rational betrachtet einen Fehler auf vielen Fronten.


Sie auch: Advanced NFL Stats mit dem ursprünglichen Kommentar zur Massey-Studie und HardCount Blog, wo Flo Zielbauer heute Nachmittag einen Artikel veröffentlichte, der die Gegenseite vertritt, vor allem mit dem Argument der limitierten Roster Spots. Wie schon geschrieben: Der zum Exzess getriebene Trade nach unten ist nicht ratsam, da die hohen Picks höheren Wert besitzen. Aber alle empirischen Daten deuten im Falle des Patriots/Vikes-Trade darauf hin, dass Belichick Spielman/Frazier übern Tisch gezogen hat. Cordarrelle Patterson legt mal besser eine deutlich überdurchschnittliche Karriere für einen 29ten Draftpick hin.

Edit 6. Mai 2013: Die Angaben zur Sportkonferenz stimmten ursprünglich nicht. Die SLOAN ist natürlich die Business-School des MIT und nicht die Konferenz selbst. Danke an Leser Ben für die Korrektur.

Die Running Backs im NFL-Draft 2013

Der Running Back ist nach dem Quarterback der zweitpopulärste Spieler einer Footballmannschaft, wohl, weil er die zweitmeisten Ballberührungen aller Footballer hat und in jedem Spielzug vollen Körperkontakt und Action garantiert. Über Jahrzehnte war er die tragende Figur der Offense schlechthin, aber da das Passspiel aufgrund größerer Attraktivität und vor allem Effektivität immer mehr an Bedeutung gewann und mittlerweile um Welten erfolgsversprechender ist, gehen heute nur noch wenige Ausnahme-Backs mit den ganz hohen Picks vom Board.

Das wird dieses Jahr nicht anders sein, denn man ist sich einig, dass es keinen klassischen „Franchise-RB“ zu haben gibt. Die beiden besten Prospects sind ernsthafte Verletzungsfragezeichen. Dahinter gibt es etliche vielseitige Backs, Spielertypen, die eh viel besser in die meisten handgeschnitzten Offenses von 2013 passen.

Den Unkenrufen nach dürften es maximal ein oder zwei Backs in die späte erste Runde schaffen – wenn überhaupt – aber dafür soll die zweite Runde die Runde der Running Backs sein: Sechs, sieben Spieler gelten als würdig dafür.

Die Arbeitstiere

Prospects 2013

Name                  Rd
Eddie Lacy            1-2
Montee Ball           2
Jonathan Franklin     2
Giovanni Bernard      2
Le’Veon Bell          2-3
Kenjon Barner         2-3
Christine Michael     2-3
Stepfan Taylor        2-4
Andre Ellington       2-4
Marcus Lattimore      3-4
Mike Gillislee        3-4
Kewynn Williams       3-4
Marcus Lattimore      3-4
Jawan Jamison         3-4
Joseph Randle         3-5
Chris Thompson        5-7
Theo Riddick          5-7
Knile Davis           5-7
Onterrio McCalebb     5-7
Spencer Ware          5-7
Montel Harris         5-7
D.J. Harper           5-7
Ray Graham            5-7

Der größte Star ist das größte Mysterium: Marcus Lattimore von der University of South Carolina gehört zu den Wunderbacks der Güteklasse Peterson, hatte aber in den beiden letzten Jahren jeweils schwere Knieverletzungen und bereits Kreuzbänder in beiden Knien gerissen. Bei einem Back, der so physisch spielt wie Lattimore ist das eigentlich schon ein K.o.-Argument. Eigentlich. Denn wo sich alle einig sind, Scouts, Coaches, Fans: Lattimore ist ein großartiger Charakter, ein Teamspieler und einer, der nie aufsteckt. Vermutlich wird er nicht vor der dritten Runde vom Tablett sein, und vermutlich wird er nie mehr so explosiv sein wie noch vor zwei Jahren.

Eddie Lacy kommt aus Alabama und ist als ähnlich kräftiger Ballträger ins Gedächtnis gebrannt, aber es gibt durchaus Abschreckendes: Lacy plagt sich seit Monaten mit einer merkwürdigen Fußverletzung und konnte kaum (genauer: nur eine einzige) Übungseinheiten absolvieren. Lacy gilt als eindimensional, kann keine Bälle fangen und ist daher längst nicht in einer Liga mit Trent Richardson, der letztes Jahr aus Alabama kam und nun in Cleveland spielt. Was ich erstaunlich finde: Geht Lacy trotz aller Bedenken in der ersten Runde vom Tableau, ist er der dritte Bama-RB in der ersten Runde en suite (Ingram 2011 an #28, Richardson 2012 an #3). Die Frage ist im Umkehrschluss auch: Sind die Bama-Backs wirklich so gut, oder sind sie bloß Produkt der absolut famosen Offensive Line dort?

Der fast in Vergessenheit geratene Montee Ball aus Wisconsin ist so ein Geländewagen, der alles ein bissl kann, gut genug, um Carry auf Carry auf Carry zu nehmen, die Defense schlummert vor Langeweile vor sich hin, und plötzlich ist viertes Viertel und Bell hat 109yds in 24 Versuchen auf dem Konto. Alle fragen sich, wie Ball das macht. Keiner denkt dran, dass er einfach „schlau“ sein könnte und die Lücken soweit nutzt, dass das Down nicht komplett verschenkt ist.

Die Bröckerl

Mayocks Top-5

1 - Lacy
2 - Ball
3 - Bernard
4 - Ellington
5 - Bell
5 - Michael

Jeder Draft hat die fülligeren Backs, und dieser ist keine Ausnahme. Neben dem 110kg-Bolzen Lacy bietet sich Stanfords kultiger RB Stepfan Taylor an, freizeitlich talentloser Rapper, und auf dem Feld ein furchtloser, fangstarker third down back mit der Geschwindigkeit einer grippekranken alten Oma. Taylor dürfte als role player einberufen werden: Willige Backs im Pass-Blocking und recht sichere Fanghände suchen viele Coaches.

Ähnlicher Spielertyp ist Le’Veon Bell, der Bulldozer von Michigan State, der im August über Boise State drüberfuhr wie kein anderer Spieler je zuvor. Was verwundert, denn Bell ist ein Zauderer im Bilderbuch, braucht Unendlichkeiten um sich zu entscheiden, in welches Loch er nun starten sollte. Bell ist der Spielertyp, der eigentlich aus der Mode gekommen ist, aber weil er gut fangen kann und mit seinen 115kg durchaus mal einen blitzenden Linebacker abprallen lassen kann, wird er in der zweiten oder dritten Runde gehen.

Was ist mit Knile Davis aus Arkansas? Oft verletzt am College, aber wenn fit, eine Naturgewalt mit seinen Sprinterqualitäten trotz 105kg Masse. Soll dringend gutes Coaching brauchen, um sich nicht mehr allein auf seine – oft fehlende – Intuition zu verlassen. Schließlich „ich bin ein Junge!“-Christine Michael aus der Super-Offense der Texas A&M Aggies. Wandelndes Verletzungs- und Fumble-Risiko, machte am College den Trainerstab öffentlich zur Sau, aber wenn unter Kontrolle, ein antrittsschneller, kräftiger Back als fünfter Gang in einer Spread-Offense.

Die Speedster

Andre Ellington aus Clemson schaut im laufenden Spiel so aus, als käme gleich dein Freund und Helfer vorbei und bietet wegen Geschwindigkeitsübertretung zur Kasse. Dass Ellington in der Combine eine 4.61 (in Worten: vier-einundsechzig!) lief, hinterlässt mich immer noch völlig ratlos, denn das ist einer der quicksten, wendigsten Backs der letzten Jahre, ein Lamichael James für Arme, zwängt sich aus engstem Raum aus der Kacke, wenn die am Dampfen ist. Ist vermutlich nicht körperlich genug für eine Führungsrolle, aber etliche Teams müssen so einen Mann einfach als komplementäre Allzweckwaffe nutzen wollen.

Fast idente Spielertypen sollen Jonathan Franklin/UCLA und Giovanni Bernard/UNC sein, wobei letzterem exzellente Return-Qualitäten als Special Extended für lau nachgesagt werden. Aus dem Zwergenland hat sich Chris Thompson von der Florida State University zum Draft angemeldet: 1,68m und 86kg und eine Beweglichkeit vor dem Herrn. Thompsons noch junge Karriere ist allerdings von Verletzungen durchzogen, zuletzt waren es Knie und Rücken, die Probleme bereiteten.

Eine Wildcard für Kenjon Barner, den „runningbackigsten“ aller Glitzerhelme aus Oregon: Barner ist größer, kräftiger als Lamichael James, aber ähnlich wendig. Barner wird Kompatibilität für eine zonenbasierte Offense bescheinigt: Warten, schauen, Cut, und ab in die sich gleich öffnende Lücke. Barner ist flutschig, schwer zu greifen (wie alle Backs aus Oregon), fing häufig Bälle, denkt immer „downhill“. Neben Lattimore und Ellington mein Lieblings-Back dieses Jahr, auch wenn man nicht vergessen sollte, dass solch schmächtige Backs wie Barner es in der NFL schwerer haben als die 0/8/15-Kaliber.

Die Wildcards

Boise State schickt auch im Jahr eins nach Doug Martin einen Running Back ins Rennen: D.J. Harper. Harper spielte sechs (!) Jahre am College, und das aus Gründen: Er war so oft und so schwer verletzt, dass die NCAA ihm ein letztes „freies“ Jahr College Football zugestand. Das ist das Negative an Harper; das Gute: Harper stellte, wenn fit, Martin IMHO deutlich in den Schatten, ist der eigentlich bessere, explosivere, talentiertere Spieler. Ob das reicht, um vor den letzten Runden gedraftet zu werden, wissen die Sterne.

Backs, über die ich noch Positives schreiben könnte: Montel Harris, ehemals Back bei Boston College und Temple, Mike Gillislee, auch so’n Mann, der fast immer nach vorne fällt und der wenige Yards einfach so verschenkt. Theo Riddick, konvertierter Wide Receiver von Notre Dame, wendig, aber nicht immer in die richtige Gasse biegend. Ray Graham von Pitt, jahrelanger Alleinunterhalter einer mausetoten Offense.

Der letzte Back ist ein Talent von LSU, das sich das Leben mit einem ungezogenen Charakter schwer macht: Spencer Ware schwänzt gerne Trainings, hat immer eine Ausrede parat und schwärzt im Mannschaftskreis gerne Spielerkollegen an. Ob Ware überhaupt gedraftet wird, ist unsicher. Niemand will ein mittelmäßiges Prospect einberufen, um am Ende der Trainingslager Schlägereien in der eigenen Truppe unterbinden zu müssen.

Bauprojekt NFL, Ausgabe 2013

Disclaimer: Nachfolgender Artikel ist simplifiziert und missachtet die zerschwimmenden Abgrenzungen zwischen manchen alten und neuen Positionen. Coaches denken vielleicht anders. Aber beschrieben wird der analytische Weg, ein Team zu bauen. Kern der Frage: Was gewinnt dir in der NFL 2013 Spiele?

Wenn es darum geht, eine NFL-Mannschaft von Grund auf zu bauen, führen viele Wege nach Rom. Viele General Manager haben unterschiedliche Ansichten von building a team, viele Coaches unterschiedliche Ansichten von Aufstellungen, alle Pundits veraltete Sichtweisen von Spielphilosophien. Weiterlesen

Mike Mayock und seine Top-5

Mike Mayock, Draft-Experte vom NFL Network, hat wenige Tage vor Beginn der NFL Combine (ab 20.2.) sein erstes Draft-Ranking der einzelnen Positionen („top-5 position by position“) vorgestellt, und wartet dabei mit einigen Überraschungen auf. Mayocks Einschätzungen sind für mich Gebot, obwohl Mayock kein klassischer Scout mit Scouting-Reports ist, sondern primär durch fassungsloses Detailwissen über jeden Anwärter glänzt.

Mayock war diese Woche auch im Rich Eisen Podcast zu Gast (ab der 15min-Marke für ziemlich genau 30 Minuten im Interview) und gab dabei schon mal seine Sichtweise der Dinge zu Protokoll.

Wichtigste Meinung voraus: Die Draftklasse hat nicht high end Talent, ist dafür aber enorm breit aufgestellt. Mayock schätzt, dass zwischen Pick #5 und Pick #20 nur wenig Qualitätsunterschiede sind und dass man in den ersten drei Runden überdurchschnittlich gutes Material im Vergleich zu anderen Jahrgängen finden wird. Allein: Der Superstar („Game changer“) wie Luck oder Griffin fehlt.

Mayock schätzt in dieser Draftklasse insbesondere die Offensive und Defensive Tackles sensationell hoch ein, hält die Pass-Rusher (zu denen Werner gehört) aber für überhypt. Der absolut beste Spieler ist für Mayock der Offense Guard von Alabama, Chase Warmack.

Größter Sleeper auf der DT-Position ist Sharrif Floyd, ein Mann, den ich noch gar nicht kannte. Mayock schätzt auch DE/OLB Ziggy Ansah von BYU erstaunlich hoch ein, also jenen Rohdiamanten, den alle mit Pierre-Paul vergleichen, der aber selbst für mich glasklare Unsauberkeiten in seinem Spiel hat, dass sich Vergleiche mit Pierre-Paul verbieten sollten. Mayock hält Dion Jordan aus Oregon für den potenziell besten Passrusher in der Klasse.

Mayock hält es weiterhin für realistisch, dass Manti Te’o in der ersten Runde gedraftet wird und hält die Kekua-Geschichte für nicht „schlimm genug“ für ein extremes Fallen von Te’o. Die besten Tight Ends nach Mayock sind Te’o Teamkollege Tyler Eifert und Stanfords Zach Ertz.

Bei den Wide Receivers ist Mayock gespannt wie ein Regenschirm, welche Sprintzeit der WR Cordarelle Patterson erzielen wird; Patterson soll ein extrem schneller Mann sein. Die direkten Gegenspieler der WRs aus der Secondary sind nach Mayock eine gute Klasse.

Über die Quarterbacks äußert sich Mayock ähnlich verhalten wie andere Scout-Kollegen. Matt Barkley geht das letzte Quäntchen arm strength und gutes Entscheidungsmanagement ab, Geno Smith überwirft zu viele Receiver und wird zu schnell nervös, wenn der go to guy abgedeckt ist. Mike Glennon soll einen Raketenarm haben, aber sonst eher zu farblos sein. Ryan Nassib von Syracuse, den viele für einen versteckten Fang halten, ist für Mayock mit einem zu schwachen Arm ausgestattet.

Einen Scramble-QB in der Tradition der letzten Jahre (Newton, Kaepernick, Wilson) sucht man lt. Mayock bisher vergeblich.

Der erste deutsche NFL-Superstar? Defensive End Björn Werner. Ein Scouting-Report

Heute gibt es wieder einen Gastbeitrag von Flo Zielbauer/Hardcount Blog zu Björn Werner, der großen deutschen NFL-Hoffnung für 2013.


Wer ist Björn Werner? Björn Werner ist ein 1,93 m großer und 116 kg (6‘4, 255lbs) schwerer Defensive End, der die letzten drei Jahre für die Florida State Seminoles spielte und ursprünglich aus Berlin stammt. Im Gegensatz zu den anderen beiden Deutschen in der NFL, Markus Kuhn und Sebastian Vollmer, besuchte er auch eine amerikanische Highschool. Wie ein deutscher Junge an eine amerikanische Highschool kam, um dort Football zu spielen, beschreibt Werner im Interview bei SPOX.com. In diesem Rahmen will ich mich auf das Sportliche beschränken.

College-Karriere

In seinem ersten Jahr an der Florida State sah Werner das Feld ausschließlich als Backup. Ab seiner zweiten (der „Sophomore-“) Saison startete er für die Noles als linker Defensive End. In dieser gelangen ihm 37 Tackles, davon elf für Raumverlust und sieben Quarterback-Sacks. In der nun gerade abgelaufenen, seiner Junior-Saison, gelang ihm der endgültige Durchbruch. Er sammelte 42 Tackles, davon 18 für Raumverlust und es gelangen ihm 13 Sacks. Keinem Spieler im ganzen Land gelangen mehr. Obwohl er noch ein Jahr am College hätte bleiben können, entschloss er sich dazu, sich für den NFL-Draft zur Verfügung zu stellen. Dies scheint vor allen Dingen für seine finanzielle Zukunft eine sehr gute Entscheidung zu sein.

Analyse: Auf dem Feld

Werners Zahlen lesen sich bombastisch. Zahlen sind auch schön und gut. Im Football können manche Zahlen allerdings auch recht einfach täuschen. Deswegen ist es für die Evaluation von Spielern unverzichtbar, sich die Performance auf dem Feld genau anzuschauen, also das von Pundits und Scouts viel beschworene „Tape“ anzusehen, um einen Eindruck für Stärken und Schwächen eines Spielers zu erhalten, den einem die nackten Zahlen nicht liefern können.

Leider ist mir keine Möglichkeit für Otto-Normal-Fans bekannt, an All-22-Gametape für College Spiele zu kommen (Aufzeichnungen von Spielen, bei denen alle Spielzüge aus zwei verschiedenen, sehr weiten Blickwinkeln gefilmt sind. Diese werden von den „richtigen“ Scouts und den Teams verwendet). Daher mussten für meine Evaluation die regulären TV-Bilder herhalten. Ich möchte hierzu noch anmerken, dass ich es im Zuge der Recherche für diesen Artikel absichtlich vermieden habe, zu lesen was Scouts und Draft-Experten bereits über ihn gesagt haben, um meine unverfälschte Meinung über seine Fähigkeiten darzustellen. Es kann also durchaus sein, dass es große Unterschiede zwischen meiner Analyse und der der Profis gibt, sie ist am Ende des Tages auch nur eine Meinung unter vielen.

Die Aufgaben eines Defensive Ends lassen sich in zwei große Untergebiete unterteilen, den Pass Rush und die Laufverteidigung. Beide Gebiete verlangen teilweise recht unterschiedliche Skillsets. Wie sich Werner jeweils anstellt, will ich im Folgenden analysieren.

Pass Rush

Werner ist ein Pass Rusher, der vor allen Dingen von seinem schnellen ersten Schritt profitiert. Er schafft es regelmäßig, Tackles mit Schnelligkeit zu überrumpeln. Oft schlägt er sie mit Hilfe dieser Schnelligkeit über aussen, mit einem klassischen „Speed-Rush“ (verlässt sich dabei auf sein schnelles Wegkommen aus dem Stand). Wenn die Gegner gegen seine Geschwindigkeit überkompensieren, also zu schnell und mit zu großen

Schritten zurückgehen, um ihm zuvorzukommen, nutzt er dies mit einem harten Cut (oder „Dip“, also Absenken seines Körpers um den Lineman zu überraschen) nach innen aus und attackiert die Innenschulter des Gegners auf dem direktem Weg zum Quarterback.

Von dieser Kombination aus Move und Gegenmove lebt Werner größenteils, denn andere Pass Rush Moves sucht man bei ihm vergebens. Das von mir gesehene Tape zeigte ihn keinen Spin-Move oder Swim-Move benutzen. Ab und zu setzt er einen Bullrush ein (mit purer Kraft den Gegner nach hinten schieben), der, weiter ausgebaut, zu einer mächtigen Waffe in seinem Arsenal werden könnte. An dieser Stelle gibt es aber definitiv noch etwas zu verbessern. Er sollte in der NFL sein Arsenal an verschiedenen Moves verbreitern, damit NFL-Tackles kein zu leichtes Spiel mit ihm haben werden.

Werner ist ein sehr aufmerksamer Pass Rusher, der nicht mit „Scheuklappen“ spielt, sondern stets mit einer unerwarteten Entwicklung rechnet, wie zum Beispiel einem Screenpass oder einem Draw-Spielzug durch die Offense. Beide sind Mittel, die unaufmerksame Verteidiger sofort aus dem Spiel nehmen können. Beide Tricks der Offense diagnostiziert Werner zuverlässig und fällt nur selten auf sie herein. Auch ist er ein disziplinierter Rusher, der in den meisten Fällen auf der Außenschulter des Quarterbacks bleibt (von immenser Wichtigkeit für einen Defensive End in einer 4-3) und es ihm so schwer macht aus der Pocket zu flüchten. Sein oben erwähnter bevorzugter Counter-Move, der Inside-Dip könnte ihm aber hier Probleme bereiten, da er die Defense vor allen Dingen gegen mobile Quarterbacks der Kaepernick/Griffin/Wilson-Sparte über außen angreifbar macht.

Das Sahnehäubchen auf Werners guten Pass Rush-Fähigkeiten ist aber sein Gespür dafür, in die Luft zu springen und Bälle an der Linie herunterzuschlagen. Er besitzt ein gutes Näschen für den richtigen Zeitpunkt, den Rush abzubrechen und in die Luft zu springen. In der vergangenen College-Saison gelang ihm dies acht Mal, in der vorletzten Saison sogar neun Mal. Es gibt für einen Quarterback kaum etwas deprimierenderes, als einen Defensive Lineman, der die Completion schon verhindert bevor der Ball überhaupt in Richtung Receiver unterwegs ist. In der NFL beweist Texans-Defensive Lineman J.J. Watt seit Kurzem wie wertvoll diese Fähigkeit für eine Defensive sein kann.

Alles in Allem ist Werner ein dominanter Pass Rusher mit guten Instinkten, der aber noch an seinen Pass Rush-Moves arbeiten sollte, um unberechenbarer zu werden.

Laufverteidigung

Der mit Abstand wichtigste Job eines 4-3 Defensive Ends in der Laufverteidigung ist es, die Außenseite dicht zu machen („Outside Contain“). Diese Aufgabe erfüllt Werner diszipliniert und mit dem richtigen Verhältnis zwischen Attackieren und Abwarten. Er platziert seine Hände exzellent und kontrolliert Blocker dadurch, dass er ihre Arme nie in seine Körpermitte kommen lässt. Besonders sauer wird er, wenn er sich am Point of Attack eines Laufes nach außen befindet. Ich habe ihn in Spielen schon Blocker zehn Yards durch die Gegend schieben und somit mit „Penetration“ die Pläne der Offense komplett durchkreuzen sehen.

Auch gegen Double Teams sah er besser aus, als die meisten College-Defensive Ends, an die ich mich in letzter Zeit erinnern kann. Es scheint, als sei seine Laufverteidigung als Ganzes um einiges aufpolierter und ausgereift als sein Pass Rush. Er erweist sich als sehr sicherer Tackler, der nicht unbedingt durch harte Hits, sondern eher durch einen sehr starken Griff auffällt. Wenn er auch nur einen Knöchel oder eine Hand des Ballträgers erwischt, so kann man sich sicher sein, dass er diesen auch zu Boden bringt. Sollte er tatsächlich Mal von einem Blocker aus dem Play herausgeschoben werden, so setzt Werners Stolz ein; er dreht auf und verfolgt den Ballträger bis dieser auf dem Boden ist.

Welches Team draftet ihn und wann?

Oder: In was für eine Defense passt Werner?

Das ist die erste Frage, die man sich stellen muss, wenn man Vermutungen darüber anstellen will, wo Werner in der NFL-Saison 2013 spielen wird. Er spielte bei Florida State den linken Defensive End in einer klassischen Vierer-Front, was ihn rein auf dem Papier in der NFL für die selbe Position in einer Vierer-Line oder einen Outside Linebacker in einer 3-4-Defense qualifiziert. Ob Werner sich aber als Linebacker in der 3-4 genau so gut machen würde wie als End in der 4-3 wage ich zu bezweifeln. Zumindest nicht ohne eine Umgewöhnungs-Phase.

In der 3-4 muss er zumindest einmal in der Lage dazu sein, in Coverage zurückzudroppen und Tight Ends oder crossende Receiver zu decken, eine Tätigkeit, die er bei Florida State nicht ausübte. Es kommt aber auch auf das System an. In einer attackierenden 3-4 wie zum Beispiel der von Wade Phillips in Houston (die eher eine „verkleidete“ 4-3 ist) könnte Werner sich gut machen. Einfacher wäre die Umstellung auf die NFL aber definitiv, wenn ihn ein 4-3 Team nehmen würde. Teams wie Philadelphia und Detroit erscheinen mir als die logischsten „Fits“, da beide ihre Defensive Ends von sehr weit außen rushen lassen (wird „Wide-9“ genannt) und Werner dies auch bei den Seminoles bereits kennenlernte.

Wie früh wird Werner genommen werden?

Im Gegensatz zu Markus Kuhn letztes Jahr, der bis zur letzten Sekunde zittern musste, überhaupt gedraftet zu werden wird Werner nach Ansicht der Experten wahrscheinlich früh in der ersten Runde vom Board gehen. Vorausgesetzt, seine „measureables“, also Zahlen und Werte beim Scouting Combine Ende Februar werden wie erwartet sein. Besonders wichtig wird seine Zeit beim Sprint sein, speziell auf den ersten 10 Yards des 40-Yard-Dashs, die seinen explosiven ersten Schritt belegen sollen.

Werners exzellente Laufverteidigung macht ihn zu einem wertvollen Spieler für Teams, die in letzter Zeit oft (auch in der ersten Runde) Pass Rusher drafteten, die sie in offensichtlichen Laufsituationen vom Feld nehmen mussten, weil ihre Laufverteidigung ihren Pass Rush-Fähigkeiten weit hinterherhinkte. Bestes Beispiel hierführ ist der Seahawk und letztjährige Erstrundenpick Bruce Irvin, der Seattle in Passing-Situationen gute Dienste erwies. Als er aber durch die Verletzung eines Mitspielers spät in der Saison auch in Laufsituationen auf dem Platz stand, rieben sich Gegner die Hände und liefen jedes Down über seine Seite mit beachtenswertem Erfolg. Dies wird Werner nicht passieren. Er ist ein NFL-Starter und „every down player“ vom ersten Tag an.

Mit seiner persönlichen Geschichte wird Werner darüber hinaus NFL-Teams beeindrucken. Ein Junge aus Übersee, der sich komplett dem Football verschreibt und in ein fremdes Land geht, kaum der Landessprache mächtig? American Dream anyone? Werner ist ausserdem bereits verheiratet (Nein, nicht mit Lennay Kekua) und wirkt auch generell wie der perfekte Schwiegersohn, fern von einem wilden Hund mit „character issues“, mit denen sich Teams jedes Jahr zuhauf auseinandersetzen müssen. Auch die Tatsache, dass er vor seiner letzten College-Saison 15 Pfund abnahm, um ein besserer, schnellerer Spieler zu werden unterstreicht seine Selbstdisziplin und wird bei NFL-Teams gut ankommen.

Was heißt das nun konkret?

Auf den Gesamtranglisten der Draft-Experten streitet sich Werner im Moment mit Texas A&Ms Ausnahme-Pass Rusher Damontre Moore und Georgias OLB Jarvis Jones um den Platz des zweitbesten Spielers im gesamten Draft. Allerdings ist die Defensive End/OLB-Konkurrenz stark und gute/schlechte Performances/Interviews beim Scouting Combine werden mit Sicherheit noch einige Spieler fallen und steigen lassen.

Müsste ich raten, wären Jacksonville an Nummer 2 oder Detroit an Nummer 5 meine (zugegeben optimistischen) Tipps. Allerdings steht vor dem Draft auch noch die Free Agency-Phase aus, durch die sich naturgemäß noch viele Verschiebungen der Team-Needs ergeben, weswegen wir uns auf extrem spekulativen Grund bewegen.

Was allerdings sicher scheint, ist dass Björn Werner die Chance hat der erste deutsche NFL-Superstar zu werden. Anders als der ebenfalls auf hohem Niveau spielende Sebastian Vollmer spielt Werner eine Position mit echter „Starpower“ und geht als einer der besten verfügbaren Spieler überhaupt in diese Offseason.

„Ick freu mir!“, sagt der Berliner glaube ich.


Nochmal die Empfehlung: Das Hardcount Blog, das von taktischen Analysen über Regelkunde ein breites Spektrum über Football abarbeitet. Vorbeischauen, wer es noch nicht kennt.

Race for Top-Draftpicks 2013

Dem NFL-Draft 2013 wird womöglich der ganz große Superstar-Name der letzten Jahre á la Suh, Newton oder Luck abgehen und es fehlt der can’t miss-QB, aber der Jahrgang wird besonders in den beiden Lines entlang der Anspiellinie exzellent besetzt sein, vielleicht sogar mit einem Deutschen, dem DE Björn Werner, ein sophomore junior von Florida State, der, wenn er ein Jahr verfrüht in den Draft geht, als sicherer Top-10 Pick gehandelt wird.

Die Picks 1 und 2 werden sich höchstwahrscheinlich die Kansas City Chiefs (2-12) und Jacksonville Jaguars (2-12) untereinander ausmachen; KC ist wegen der schwächeren Bilanz in Conference-Spielen in der „Führungsposition“, und muss nur noch gegen IND und @DEN verlieren. Chiefs und Jags: Jahrelang im Siechtum und auf QB-Suche, aber immer etwas zu wenig schlecht für den Top-Pick. Da ist es 2012/13 mal soweit, und dann ausgerechnet in einem Jahrgang ohne „sicheren“ Franchise-QB…

Die Chiefs haben mit .469 den viel einfacheren Strength of Schedule (SOS) als Jacksonville (.541) und werden daher bei zwei weiteren Niederlagen an #1 picken. Wait – Chiefs haben einen schwachen Schedule gespielt und trotzdem nur zwei Siege geholt?

Für die Picks 3-5 haben wir drei punktgleiche Kandidaten mit 4-10 Bilanz: Lions, Raiders, Eagles. Oakland aktuell mit dem schwächsten Schedule (.469) an #3, Philadelphia mit .505 an #4, Detroit mit .542 an #5.

Danach haben wir sechs Teams mit 5-9 Bilanz: Chargers (aktuell #6, .474), Browns (#7, .480), Bills (#8, .500), Titans (#9, .526), Panthers (#10, .536) und Cardinals (#11, .543).

Tampa Bay (!) mit 6-8 und .469 aktuell an #12, und auch Miami, die Jets und New Orleans sind jeweils 6-8 und haben noch „Chancen“ auf einen Top-10 Pick. St Louis mit 6-7-1 dagegen kaum noch.